
Belgrad, Düsseldorf und Lissabon teilen sich ihn bislang: Den Teilnehmerrekord beim Eurovision Song Contest. Bei den Ausgaben 2008, 2011 und 2018 haben jeweils 43 Nationen am Wettbewerb teilgenommen – so viele, wie danach nie wieder. Doch das könnte sich im kommenden Jahr angeblich ändern! Was aktuell noch völlig utopisch klingt, ist laut dem ausrichtenden Sender ORF durchaus möglich und wird nun offiziell angestrebt.
Der ESC feiert im kommenden Jahr sein 70-jähriges Bestehen. In Wien soll die nächste Ausgabe des Wettbewerbs, trotz Sparmaßnahmen des ORF, eine riesige Party werden, an der möglichst viele Länder teilnehmen. Vor allem wegen der angespannten Lage unter den EBU-Mitgliedstaaten bezüglich Israels Teilnahme erscheint es aber sehr unrealistisch, extrem viele Nationen 2026 vereinen zu können. Der ORF-Generaldirektor Roland Weißmann zeigte sich gestern trotz dessen auffällig zuversichtlich.
Auf der ORF-Pressekonferenz am Dienstag wurden nicht nur Ticket-, Volunteer- und Postcardinfos veröffentlicht – auch eine gewisse Aussage sorgt jetzt im Nachgang für Schlagzeilen. Generaldirektor Weißmann geht davon aus, dass man den bisherigen ESC-Teilnehmerrekord von 43 Nationen im nächsten Mai toppen wird! Damit das gelingt, sei man aktuell mit möglichst vielen EBU-Mitgliedsstaaten bzw. Rundfunkanstalten im Austausch, so Weißmann:
„Wir werben für den 70. Song Contest mit möglichst vielen Mitgliedsländern. Und ich bin optimistisch, dass wir eine Rekordzahl an Teilnehmerländern haben werden.“
Diese Ankündigung kommt unerwartet. Nicht nur hat der ESC in den vergangegen Jahren mit zahlreichen Rückzügen kämpfen müssen, auch politische Spannungen oder beispielsweise der Skandal um Joost Klein sorgten zunehmend für Negativ-Schlagzeilen. Dass es gerade jetzt, inmitten der Unklarheit um Israel, zu einem neuen Teilnehmerrekord kommen soll, wirkt absurd. Wie kann sich der Generaldirektor des ORF dennoch so sicher sein?
Eine Antwort darauf könnte das Gerücht um das neueste ESC-Familienmitglied sein: Kanada. Vor kurzem sorgte die Meldung über Gespräche, die die EBU mit dem kanadischen Rundfunk führt, für Schlagzeilen (siehe oben). Auch Weißmann wurde nach seinen euphorischen Worten rund um einen neuen Teilnehmerrekord auf Kanadas mögliches Debüt angesprochen. Seine Antwort: „Hurra, hurra, Kanada! Ja natürlich, jeder ist willkommen.“
Der ORF selbst berichtete kürzlich zudem von einem zweiten möglichen Debüt, denn auch mit dem Sender aus Kasachstan soll hinter den Kulissen verhandelt werden. Aber reichen zwei Debütanten aus, um einen ESC-Teilnehmerrekord zu garantieren? Trotz den gefeierten Rückkehrern Rumänien, Bulgarien und Moldau haben bislang erst 30 Länder für Wien sicher zugesagt.
Ein tatsächlicher Teilnehmerrekord würde demnach mindestens 14 (!) weitere Zusagen benötigen. Schon alleine die angedrohten Rückzüge aus Spanien, Slowenien, den Niederlanden und ggf. Irland, Belgien, Island und Portugal würden dieses Ziel in weite Ferne rücken lassen. Erzielt werden kann ein neuer Rekord, realistisch gesehen, also nur ohne Israel – oder im Falle der israelischen Teilnahme mit sehr viel Überzeugungsarbeit der EBU.
Doch auch, wenn alle genannten acht Länder (also auch Israel) zur Teilnehmerliste hinzukämen und die immer noch schweigenden Rundfunkanstalten aus Georgien und Armenien zusagen, wären wir „erst“ bei 40 Ländern. Sollten Kanada und Kasachstan tatsächlich dabei sein und wagt Nordmazedonien sein Comeback, steigt die Zahl auf 43. Immer noch würde also eine Nation fehlen, um einen Rekord auf die Beine zu stellen. Feiert am Ende etwa Monaco seine ESC-Rückkehr, um den angestrebten Teilnehmerrekord zu gewährleisten?
Was denkst Du? Kann es zu einem neuen Rekord der Teilnehmerländer kommen und wenn ja: Wie? Lass uns gerne Deine Meinung und Vermutungen da.
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