
Im Jahr 1963 nahm Françoise Hardy mit „L’amour s’en va“ für Monaco am Eurovision Song Contest teil und erreichte in London den 5. Platz. Am gestrigen Mittwoch, den 11. Juni 2024 ist die französische Sängerin an den Folgen einer langjährigen Krebserkrankung gestorben.
Françoise Hardy startete ihre Karriere Anfang der 1960er-Jahre und damit erst kurz vor ihrer ESC-Teilnahme. Bald gelangen ihr erste musikalische Erfolge und einige ihre Hits aus dieser Zeit – etwa „Tous les garçons et les filles“ und „Mon amie la rose“ – sind bis heute Klassiker des französischen Chanson.
Doch auch im deutschsprachigen Raum schaffte es Françoise Hardy bald zu einiger Bekanntheit. Mit „Frag‘ den Abendwind“ schaffte sie es 1965 etwa bis auf Platz 7 der deutschen und bis auf Platz 9 der österreichischen Charts.
Insgesamt hat Françoise Hardy in ihrer Karriere mehr als 25 Studioalben veröffentlicht und viele ihrer Chansons sind Evergreens. Journalist Felix Bayer hat heute bei SPIEGEL Online exemplarisch zehn ihrer Lieder herausgegriffen, anhand derer er das Leben der Sängerin nachzeichnet. Für alle, die sich noch eingehender mit dem Leben und Schaffen von Françoise Hardy beschäftigen wollen, hat ARTE heute die Dokumentation „Die Diskrete“ aus dem Jahr 2016 auf YouTube gestellt.
Und auch der offizielle Eurovision-YouTube-Kanal verbeugt sich vor Françoise Hardy: Heute wurde dort ihre ESC-Performance mit „L’amour s’en va“ aus dem Jahr 1963 hochgeladen. Text und Musik des Liedes, das für Monaco den 5. Platz erreichte, hat Françoise Hardy selbst geschrieben.
Der französische Premierminister Gabriel Attal schrieb heute auf X (Übersetzung von uns):
„Französische Ikone, einzigartige Stimme mit wilder Ruhe, Françoise Hardy hat Generationen von Franzosen beeindruckt, für die sie in Momenten des Lebens verankert bleiben wird.
Für mich ist es meine ganze Kindheit. „Message personnel“, das meine Mutter immer wieder im Auto anhörte. Oder auch „Puisque vous partez en voyage“, das ich mit meinen Schwestern sang: Sie waren Hardy und ich Dutronc (Anm.: Jacques Dutronc, Françoise Hardy Ehemann).
Ich denke an ihre Familie und all ihre Bewunderer.“
Diese Zeilen machen deutlich, welchen Stellenwert Françoise Hardy in Frankreich hatte und hat. Gestern ist die Sängerin nun im Alter von 80 Jahren nach langer Krankheit in Paris gestorben. Ruhe in Frieden, Françoise.
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Ruhe in Frieden.
Schöne Zusammenfassung Benny, mir war bei der Meldung schon irgendwie klar, dass es da bestimmt einen ESC-Bezug gab. Der Name ist ja bekannt, aber nicht die Bedeutung, die sie in Frankreich hatte.
PS: Ich antworte lieber auf deine Beiträge, wenn ich nicht dazu aufgefordert werde, irgendwie finde ich das billig, aber das sagte ich schon mal.
Wie ich schon heute Vormittag geschrieben habe: Ruhe in Frieden, Françoise Hardy. L’amour s’en va gehört mMn zu den coolsten Beiträgen der ESC-Geschichte.
Hm bei so einer warmen Stimme von cool zu reden ist auch mal krass😅 aber der Beitrag ist wirklich wunderschön
Absolut !
Au revoir, Françoise. Du warst eine große Künstlerin. Der Platz in meinem Herzen ist dir sicher.
RIP. 2 Jahre nach meiner Mutter geboren, 2 Jahre nach ihr gestorben, beide Krebs. Mein favorite ist Comment de dire adieu:
https://youtu.be/mwhX5V1Gn6w?si=dZoHy6-7xzVKbz8y
Es ist jedesmal traurig wenn jemand von uns geht der Teil des ESC war. Ich verneige mich. Möge sie in Frieden ruhen
Comment te dire adieu ?
Der ESC 1963 in London zählt zu meinen Lieblingsjahrgängen, zum einen wegen der Lieder, zum anderen wegen der unverwechselbaren Optik mit den vielen faszinierenden Großaufnahmen der Gesichter. Er hat eine ganz eigene Bildsprache.
Und meine Nummer 1 ist in der Tat der monegassische Beitrag „L’amour s’en va“ (gefolgt von Schweden und Frankreich). Françoise Hardy gehört zu den wenigen Eurovisionsteilnehmern, deren neue Alben ich mir über den gesamten Verlauf ihrer Karriere zugelegt habe. Da mußte ich auch nie erst reinhören, weil ich sicher sein konnte, das wird mir ohnehin gefallen.
Einer meiner Lieblingstitel von ihr neben „L’amour s’en va“ ist „Tant de belles choses“ – könnte passender zu ihrem Tod kaum sein.
Weil alle meine persönlichen ESC-Sieger von 1956 bis 1962 bereits tot sind, war Françoise Hardy zuletzt die erste noch lebende Gewinnerin. Diese Ehre geht nun über an ihre Landsfrau Noëlle Cordier …
Ich habe mir tatsächlich gestern die Sendung von 1963 auf Youtube angeschaut. Ziemlich gute Songqualität, den Siegertitel mochte ich schon immer. Frau Hardy fast schon eine Spur zu modern.
Ein weiterer Klassiker ist „Comment te dire adieu“:
Die Nachricht hat mich sehr traurig gemacht, ich mochte sie gern hören.
Eine wunderschöne Frau und großartige Sängerin. Ich mochte auch ihre deutschen Songs, die sie ja so gar nicht leiden konnte. In ihrem letzten Interview äußerte sie die Hoffnung das es bald zuende gehen möge. Die letzten Jahre waren für sie sehr schwierig. In sofern ist es eine Erlösung. Aber trotzdem bin ich sehr traurig. Vielen Dank für die schönen Chansons, liebe Francoise und Bon Voyager.
R.I.P. liebe Françoise Hardy. Fand L’amour s’en va großartig
Eine Ikone auch für zahllose Folk- und Indie-Sängerinnen der sanfteren Sorte (oft auch etwas geringschätzig Säuselpop genannt).
Hier noch ein weiterer Klassiker mit mehr Yéyé-Einschlag, u.a. von einem gewissen J. Dutronc komponiert:
„Comment te dire Adieu?!“ Das ist wirklich eine traurige Nachricht. Merci, Francoise, für viele schöne und traurige Momente, die ich mit deiner Musik noch intensiver erlebt habe. Repose en paix!
@Benny: ganz herzlichen Dank für den Link zur ARTE Doku!
Die Doku ist wirklich sehr sehenswert, merkwürdigerweise hatte ich mir diese auf YT gerade erst an einem usseligen Februarabend wieder angeschaut.
Ach, das greift mir ans Herz.
Melodie:
Comment te dire adieu
Tu nous as quitté
Mais tes chansons
Pour l`éternité
Elles brilleront
Nous te remercions
Une derniere fois
Et dors en paix „Francois“
Großartige Künstlerin. Sie war immer der Zeit voraus und dennoch sehr scheu.
RIP
Damit leben von den Teilnehmenden anno 1963 nur noch Esther Ofarim und Nana Mouskouri.