
Der Eurovision Song Contest 2025 wird nicht in der Ostschweizer Stadt St. Gallen stattfinden. Das haben die Kommune, der gleichnamige Kanton, der Tourismusverband St. Gallen-Bodensee und die lokalen Olma Messen heute bekanntgegeben. Die in der Ausschreibung der Schweizer SRG geforderten Rahmenbedingungen seien „bei aller Kreativität in der Lösungsfindung“ schlicht zu zu erfüllen gewesen. Die involvierten lokalen Organisationen freuten sich aber über die Aufmerksamkeit für den Eventstandort St. Gallen und stünden für eine Kooperation mit Zürich zur Verfügung, wenn diese den Zuschlag für den ESC erhalten sollte.
Anfang März diesen Jahres wurde die neue St. Galler Kantoalbank Halle erst eröffnet. Sie hätte der Austragungsort für den ESC 2025 in der Schweiz werden können – wenn die Anforderungen der European Broadcasting Union (EBU) und des Schweizer Fernsehens (SRG) nicht so hoch gewesen wären. Diese waren Ende Mai an interessierte Städte verschickt worden. In St. Gallen setzten sich für die Prüfung die Stadt selbst, der Kanton, St.Gallen-Bodensee Tourismus und den Olma Messen zusammen.
In der Pressemeldung werden die Anforderungen konkretisiert, die indirekt gleich als Ausschlusskriterien gedeutet werden können:
„Namentlich der Host City werden gemäss Ausschreibungsunterlagen zahlreiche Leistungen und Kosten übertragen. Erwähnt seien etwa sämtliche Auslagen für Sicherheit, Stadt-Branding, Energie, Entsorgung, Abwasser, Wasser, Reinigung und Shuttle-Service. Es wird darüber hinaus erwartet, dass die Host City ein Eurovision Village (Fanzone mit Rahmenprogramm, Konzerten, Live-Viewings etc.) sowie einen EuroClub als Partylokal für die Fanclubs einrichtet und finanziert. Gleichzeitig sind bestehende Sponsorschriften, zum Beispiel jene an der neuen St.Galler Kantonalbank Halle, abzudecken. Ohnehin wird die Beschaffung von Sponsorgeldern sehr restriktiv gehandhabt. Insgesamt wäre inklusive einem für den Zuschlag entscheidenden zusätzlichen Finanzierungsbeitrag überschlagsmässig mit Kosten in der Grössenordnung von gegen 30 bis 40 Millionen Franken zu rechnen, die zu wesentlichen Teilen von der öffentlichen Hand bestritten werden müssten.“
Als reales (und nicht lösbares) Problem wird die Anzahl der Hotels mit mehr als 25 Zimmern im Rahmen einer maximalen Anfahrtszeit genannt. Außerdem hätte das Olma-Gelände mit der St. Galler Kantonalbank Halle exklusiv für den ESC genutzt werden müssen. Dafür hätten andere Messen und Veranstaltungen abgesagt werden müssen, was für „schwer abschätzbare Umsatzeinbussen“ bedeutet hätte. Und weiter: „Überdies wäre die Infrastruktur mit kostspieligen Ausbauten für den ESC zu ertüchtigen.“
Stattdessen freut man sich in der Stadt und der Region, dass allein die Diskussion um die mögliche ESC-Bewerbung und -Austragung für große Aufmerksamkeit gesorgt hätte. So hätte man sich als Austragungsort von Großveranstaltungen positionieren und auf die örtliche Halleninfrastruktur hinweisen können. Daher sehen die Beteiligten die ESC-Evaluationsphase auch als „Aufwärmrunde“ für künftige Großveranstaltungen.
Ganz vom ESC verabschieden wollten sich die Verantwortlichen dann aber doch nicht. Da der Abstand zwischen St. Gallen und Zürich überschaubar ist, könne man sich vorstellen, „bei Bedarf für gewisse Anlässe“ die Infrastruktur auf dem Messegelände für den ESC zu nutzen. Außerdem stünde man für eine erneute Prüfung zur Verfügung, wenn die SRG „aufgrund mangelnder oder unzureichender Angebotseingaben“ für den ESC eine „Redimensionierung des Anlasses“ (also Verkleinerung) erwägen würde.
Die Entscheidung, in welcher Stadt der Schweiz der Eurovision Song Contest 2025 stattfindet, soll Ende August fallen. Bis Ende Juni haben interessierte Städte Zeit, ihre offiziellen Bewerbungsunterlagen einzureichen. Bern und Biel sowie Zürich prüfen aktuell mögliche Bewerbungen. Genf hat bereits angekündigt, eine Bewerbung einzureichen. Vorläufige Daten für den ESC im kommenden Jahr sind der 6., 8. und 10 Mai 2025. Executive Producer für die Liveshows sind Reto Peritz und Moritz Stadler.
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Ich höre am ESC-Finalabend 2025 seitens der Moderatoren (m/w/d) immer mehr die Begrüßung „Welcome to Zürich and have a nice evening“ sagen, nachdem die ESC-Teilnehmer (m/w/d) mit der Flaggenparade gestartet sind. 😀
lasst euch bitte nicht zu fest von zürich blenden. Den in solchen dingen ist zürich immer etwas minimalistisch und vorallem die stadtregirung selbst will es gar nicht sonder glaubt sie müssen es nur tun weil sie ja die grösste schweizer stadt ist
Ja, im Moment macht die Stadtregierung von Zürich keinen guten Eindruck. Sie könnte ruhig etwas mehr Begeisterung an den Tag legen – vor allem da das Parlament, das Hallenstation, Zürich Tourismus und weitere Verbände den ESC unbedingt wollen. Aber „eher minimalistisch“ kann man nicht so pauschal sagen. Die verschiedenen Events wie Street Parade, Züri Fäscht, Knabenschiessen etc. etc. sind alles andere als minimalistisch. Das sind die grössten Events der Schweiz. Es müssen einfach die richtigen Personen an der Planung und Ausführung beteiligt sein.
Will ich „Knabenschiessen“ googlen? 🙃
Ich rechne weiterhin damit, dass der ESC 2025 in Zürich stattfinden wird. Die Stadt bietet alles, was man braucht.
Basel wäre auch sehr schön!
Unabhängig von der Location: Ich hoffe, dass sich sowohl Fans als auch Künstler nächstes Jahr anständig benehmen werden!
.. dabei hätte ein ESC in einer von einer Kantonalbank gesponsorten Halle doch wirklich jedem Klischee über die Schweiz entsprochen – Chance vertan! 😉
hehe, stimmt, aber sie hätten es ja überkleben müssen 😉
💛 Genf 2025 💛
Wow, 30 bis 40 Millionen Franken? Das ist mal eine Hausnummer. Kann die Vorbehalte schon verstehen. Man wird wohl nicht annähernd so viel wieder reinholen. Das Geld wird bestimmt anderweitig dringender gebraucht.
Ich denke, es läuft alles auf Zürich oder Basel hinaus.
Im ersten Absatz ist ein „nicht“ zu wenig, aber dafür ein „zu“ zu viel.
Jesus … gerade im ersten Moment das „St. Gallen“ in der Überschrift überlesen 😯🫡
Schock des Tages
Nemo geht nächstes Jahr auf Tournee in Europa und kommt auch nach Hamburg, Köln und Berlin:
https://eurovoix.com/2024/06/12/nemo-announces-2025-european-tour/
Der Ticketverkauf beginnt am 14. Juni ab 11 Uhr MESZ.
Drei Auftritte in Polen. Schön wär ja auch ein spontaner Gig vor der PiS-Zentrale, um Kaczynski zu ärgern. 👹
Matty, jetzt in diesem Moment bist du für mich Gold wert. Das Nemo-Konzert in Hamburg steht somit an erster Stelle auf meiner To-Do-Liste. 😀
Vielen Dank / Grazie mille
Masochist.
LOL. Und zwar in jeder Hinsicht wie bspw. ein Konzertbesuch. Ich bin halt kein so Weichei wie du. Anstatt kurz und schmerzlos wie ein Slimane-Konzert mag ich es lieber langsam und grausam. Zumindest erhoffe ich mir das vom Nemo-Konzert. 😉
Ich find‘s super für Dich, dass Dein Favorit gewonnen hat, auch wenn ich offensichtlich mit dem Song nichts anfangen kann.
Ja, ich muss zugeben, dass ich schon schlimmere ESC-Jahrgänge erlebt habe.
Meine vorherige Wünsche / Prognosen – Sieg von Nemo, stabiler Mittelfeldplatz mit leichter Tendenz nach oben für ISAAK, die Zulosung meiner Nummer 2 aus meiner Top 10 Liste gestern beim SCC – wirkliche eine ESC-Wohltat für mich sind.
Übrigens hoffe ich für dich, dass du in der Resterampe einen coolen Song findest, der dir gefällt und mit dem du dann auch weit / sehr weit / bis nach oben kommst.
Danke… ich geh die Vorschläge hier durch, hab echt keine Lust mich durch zB Malta zu quälen. Wenn ich da nichts finde ist‘s suck ok, man kann ja immer noch mitspielen..
Ich werd‘ mal für sich mit meine Augen und Ohren offen halten und dir rechtzeitig Bescheid geben.
Dein Geschmack ist ja bekannt. Der Sänger Typ Otter / Sängerin Typ Annalisa und der Song irgendwo zwischen Italo- / Balkan-Ballade und Maneskin-Rock ’n‘ Roll.
Rap statt Balkan Ballade… wird dann natürlich letzter in der . Runde 😜. Aber Hauptsache, man steht hinter seinem Song.
Klingt so, als gäbe es seitens der EBU ähnliche stringente Anforderung an eine Gastgeberstadt beim ESC wie bei der Uefa für einen Fußball-EM-Austragung.
Schön, dass die St. Gallener das so gut aufführen – und schade für sie, aber wohl die richtige Weitsicht.
Auf Dauer wird die EBU aber ein wenig von ihren Ansprüchen minimieren müssen, sonst sind Orte aus kleineren (weniger reichen) Teilnehmerländern nicht in der Lage, einen ESC ausrichten zu können.,
Kommt für mich jetzt nicht allzu überraschend. St. Gallen hatte ich tatsächlich nicht in Erwägung gezogen. Obwohl die Stadt natürlich geografisch für mich am günstigsten gewesen wäre. Finde aber gut, dass die Location bzgl. ESC nicht ganz raus ist. Ich überlege, ob ich den ESC mit einem Trip nach Dulliken verbinde. Unser Dorf hat eine Partnerschaft mit der Schweizer Gemeinde. Da von dort aus Zürich und Basel fast gleich weit weg sind, wäre das durchaus eine Idee. Mal schauen. 🙂
OT: War heute beim TeVi in Nürnberg und auf dem Parkplatz stand ein „Food-Trückli“. 😀 Heißt tatsächlich so und hat Schweizer Fast Food im Angebot. Vielleicht fahr ich die Tage noch mal hin und probier was. 🙂
Jetzt wo klar ist das sich zürich bewirbt, ist der kuchen eh gegessen. Ich hab ja immer gesagt dass wenn sich zürich bewirbt, dass die spiele in zürich stattfinden. Also dann halt auf nach zürich 2025
Ganz entschieden ist es ja leider noch nicht, ob Zürich sich bewirbt. Aber immerhin gibt es zum ersten Mal klare Signale aus dem Stadtrat. https://www.zueritoday.ch/zuerich/stadt-zuerich/esc-2025-in-zuerich-parlament-setzt-sich-fuer-kandidatur-ein-157472886
Vor allem, dass man „hochmotiviert“ an den Vorbereitungen zu einer Bewerbung arbeitet, lässt hoffen.
Im Gegensatz zu dir Rainer, hätte ich in den ESC lieber in Zürich bei mir zu Hause. 😉
Neues aus dem Kosovo:
https://eurovoix.com/2024/06/13/kosovo-rtk-requests-invitation-to-eurovision-2025/
Serben dürfte Not amused sein
Der Staat soll für die von der Veranstaltung verursachten, erhöhten Sicherheitskosten aufkommen?
Bitte, wie?
Da würde ich erst gar nicht in die Auswahl kommen WOLLEN.