Ralph Siegel akzeptiert Ingrid Peters‘ Entschuldigung und bietet Musical-Rolle an

Hat ESC kompakt zwei große Schlager-Persönlichkeiten durch ein Missverständnis nach vielen Jahren wieder zusammengebracht? Es sieht ganz so aus. Und das Beste: Womöglich arbeiten Ingrid Peters (65) und Ralph Siegel (74) bei einem neuen Projekt sogar zusammen.

Aber der Reihe nach: Alles begann mit unserem Interview mit Ingrid Peters, das wir am 30. November beim ECG Fantreffen im Kölner Gloria geführt haben. Für die Sängerin war es das dritte Interview an dem Nachmittag und sie war in aufgeschlossener Redelaune. Bei den Ausführungen zur deutschen Vorentscheidung 1986, die Peters mit „Über die Brücke geh’n“ gewann, kam es zum besagten Missverständnis: Aufgrund eines ausgelaufenen und nicht erneuerten Plattenvertrages zwischen der Interpretin und ihrem damaligen Produzenten Ralph Siegel war sie sehr verunsichert. Die Unterschrift unter einem neuen Vertrag erfolgte letztlich am Tag der Generalprobe der Vorentscheidung. Immer noch gestresst von der ganzen Situation ging Peters dann beim Vorentscheid an den Start – und war umso mehr überrascht als sie gewann.

Ralph Siegel las offenbar das Interview auf ESC kompakt, das wir am 6. Dezember veröffentlichten. Zunächst schrieb er dazu einen Kommentar auf Facebook. Am 8. Dezember legte er dann auf Smago! öffentlich nach. Zwei Dinge stießen ihm dabei vor allem auf: zum einen die empfundene Undankbarkeit ihm gegenüber für die ganze Arbeit, die er in Peters als Künstlerin investiert hatte und zum anderen die Bezeichnung der Vorentscheidung als „Ralph-Siegel-Veranstaltung“. Vielmehr sei diese vom Bayerischen Rundfunk veranstaltet worden und eine neutrale Jury habe die Titel ausgewählt. „Dass wir damals über viele Jahre hinweg so erfolgreich waren, verdanke ich eben einer neutralen Jury, die ohne Ansicht der Person, sondern anonym Lieder auswählte. Wäre das heute noch so, hätte Germany sicher wieder mehr Erfolg“, so Siegel.

Erfreut über dieses Missverständnis und seine Folgen meldete sich die BILD-Zeitung bei Ingrid Peters und konfrontierte sie mit den Äußerungen von Siegel. Sie fühlte sich falsch verstanden und versuchte sofort, dieses Thema aus der Welt zu schaffen. So bat sie auch ESC kompakt, die entsprechende Passage des Interviews anzupassen, was wir getan haben. Gleichzeitig kündigte sie an, sich direkt an Ralph Siegel wenden zu wollen.

In Ermangelung persönlicher Kontaktdaten tat sie dies am 11. Dezember ebenfalls auf Smago! In einem offenen Brief wandte sie sich direkt an Ralph Siegel: „Fakt ist aber, dass ich bei der Vorentscheidung 1986 „vertragslos“ war, da eine Verlängerung des vorherigen Vertrags noch nicht schriftlich fixiert war. Dies wurde am Tag der Generalprobe nachgeholt. Dass mein Erzählen darüber nun so heftig in die Richtung interpretiert wird, als möge ich Dir nach mehr als 30 Jahren einen Stoß verpassen, macht mich sehr betroffen. Ich wiederhole: ich habe nichts Negatives über Dich zu sagen und Dir absolut nichts vorzuwerfen. Im Gegenteil! … Ich entschuldige mich dafür in aller Form bei Dir.“

Ralph Siegel im Mai 2019 mit Nicole

Kurz nach dieser Veröffentlichung meldete sich erneut Ralph Siegel auf Smago! und zog seinen Hut vor Peters‘ Brief an ihn: „Das freut mich und natürlich nehme ich Deine Entschuldigung an.“ Siegel findet auch eine Begründung, warum es seinerzeit zu der verspäteten Verlängerung des Plattenvertrags gekommen sein könnte: die entsprechenden Manager könnten nicht zusammengekommen sein. Sehr verärgert ist er aber offenbar über die Bezeichnung der Vorentscheidung als „Siegel-Veranstaltung“, „denn unterschwellig hat so ein Ausdruck wieder mal einen Beigeschmack, der geschäftsschädigend und schlichtweg unwahr und unangenehm ist“, so Siegel.

Er endet aber versöhnlich und schaut auch gleich in eine – womöglich gemeinsame – künstlerische Zukunft: „’Schwamm drüber‘ wir hatten eine schöne erfolgreiche Zeit zusammen und die würde ich auch gerne weiter in guter Erinnerung behalten! … Freue mich immer wieder wenn wir uns sehen …vielleicht ja nun doch bei unserer Weltpremiere von meinem Musical „Zeppelin“ nächstes Jahr (wo er sie zunächst nach dem Interview nicht sehen wollte, Anm. d. Red). Vielleicht hast Du ja sogar Lust als Künstlerin eine Rolle zu spielen? Es wird fantastisch! Wir bzw. Das Festspielhaus besetzen nämlich gerade sämtliche Rollen und ich könnte mir da so einiges vorstellen.“

Da Peters gerade ihre Premiere in der deutschen Uraufführung des Musicals „Marguerite“ in Saarbrücken gefeiert hat, scheint diese Idee gar nicht so abwegig. ESC kompakt würde sich sehr über die Kooperation von Ingrid Peters und Ralph Siegel freuen und behält nicht zuletzt deshalb auch das Musical „Zeppelin“ im Blick.


7 Kommentare

  1. Ich muss ja sagen, was wäre der der ESC ohne Ralph Siegel oder ohne Ingrid Peters???

    also sowieso Schwamm drüber und ein Hoch auf ESC Kompakt!

  2. Da habt Ihr mit Eurem Interview ganz schön Wirbel und Unruhe gesorgt und zum Glück letztendlich eine Versöhnung bewirkt . Hoffentlich stehen die beiden Euch weiterhin für Auskünfte zur Verfügung.

  3. Ok. Und da meint man, dass Siegel nach 5 Beträgen für das Witzfigur-Land San Marino (nicht, böse. Ich finde es so toll, dass das Land dabei ist), welche allesamt Pleiten waren, und sonst nur noch belächelt wird, eine gewisse Resistenz gegen Kritk haben sollte.

  4. Ach was ist der Siegel doch für ein Mimößchen. Tatsächlich waren doch fast alle VEs in den späten 80igern und teilweise auch 90iger mehr oder weniger Siegelveranstaltungen, weil mindestens 3 oder 4 von den Lieder vom Siegel waren. Ich weiß gar nicht, worüber er sich darüber aufregt. Und so wichtig ist er nicht mehr, das sich ein ESC-Kompakt noch für sowas entschuldigen muss. Im Gegenteil, der Mann hat doch nur beim ESC früher mal Erfolg gehabt, darüber hinaus liegen seine Erfolge in den Charts noch weiter in der Vergangenheit. Seit 1994 hat er übrigens beim ESC auch keinen Erfolg gehabt. Seine Versuche in San Marino und Montenegro wagen Desaster für die jeweiligen Länder. Also der soll mal kleinere Brötchen backen, und was regt er sich auf über Dinge die schon ewig zurückliegen? Ich verstehe das ganze Drama nicht. Wie kann man nur so dünnhäutig sein.

    • Ich stimme Dir zwar zu, dass Ralph Siegel in diesem Fall etwas dünnhäutig war, und auch ich sehe nicht, wofür sich ESC-Kompakt entschuldigen sollte. Aber was lieferst Du denn hier für eine Begründung? Was hat denn die Wichtigkeit von Ralph Siegel mit einer Entschuldigung zu tun? Sind Personen, die scheinbar nicht (mehr) wichtig oder erfolglos sind, bei Dir grundsätzlich keiner Entschuldigung würdig? Muss man nur Menschen, die aktuell ESC-Chart-Hits schreiben, mit Respekt behandeln? Was ist denn das für eine schlimme, leistungsdarwinistische Argumentation?

      Auch wenn ich mich im Folgenden auf Deine Logik einlasse, so muss ich Dich doch fragen, was Du zum dritten Platz 1999 von Sürpriz sagst („Seit 1994 hat er übrigens beim ESC auch keinen Erfolg mehr gehabt“). Mit Montenegro hat er außerdem die bis dahin beste Position des Landes erreicht und nur knapp das Finale verpasst, San Marino bescherte er den ersten Finaleinzug und mit „Crisalide“ komponierte er ein Meisterwerk. Und warum soll z.B. ein Erfolg 1982 mit einer Nummer 1 in Großbritannien weniger wert sein als ein Erfolg 2010 mit Platz 30 in Großbritannien („hat doch nur … früher mal Erfolg gehabt“)?

      • Mal ganz ehrlich, ich verstehe auch gar nicht für was sich ESC-Kompakt bei Ralf Siegel entschuldigen sollte.Es gibt viel schlimmere Wörter als „Siegelveranstaltung.“ Und außerdem, der Kerl nimmt sich wirklich viel zu wichtig, das man aus sowas eine Staatsaffäre machen muss. Und ob man nur knapp das Finale nicht erreicht oder im Halbfinale letzter wird, ist insofern irrelevant. Er hat es damals nicht mit Montenegro geschafft. Schon seit Jahren war er beim ESC nicht erfolgreich. Er hat seine Zeit gehabt und soll sein Leben mal genießen.

  5. Vor Herrn Siegel habe ich den größten Respekt, insbesondere wegen seiner früheren Erfolge. Aber seine Zeit ist halt vorbei, und dass Deutschland mehr Erfolg in der jüngsten Vergangenheit gehabt hätte, wenn er der Komponist gewesen wäre, möchte ich mal bezweifeln. Trotzdem: „Crisalide“ war schon ein Meisterwerk, und für mich unverständlich, warum San Marino nicht damit ins Finale eingezogen ist.

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