Schweizer ESC-Teilnehmer Emil Ramsauer im Alter von 103 Jahren gestorben

Er war der älteste Teilnehmer der ESC-Geschichte, Anfang Dezember ist Emil Ramsauer im Alter von 103 Jahren gestorben. 2013 trat er gemeinsam mit der Heilsarmee unter dem Namen Takasa mit dem Lied „You and Me“ für die Schweiz beim Eurovision Song Contest in Malmö an. Emil Ramsauer spielte bei diesem Auftritt Kontrabass. Die Gruppe landete mit 41 Punkten auf dem 13. Platz im ersten Halbfinale und konnte sich damit nicht für das Finale qualifizieren. Rudi Ramsauer bezeichnete den Auftritt beim ESC dennoch als „Auftritt seines Lebens“.

Emil Ramsauer wurde am 28. Februar 1918 geboren und wuchs südwestlich von St. Gallen in Herisau auf. Den Großteil seines Lebens verbrachte er allerdings in Thun. Er war gelernter Buchbinder, arbeitete später in einer Spedition und im Büro einer Baufirma. Er war zweimal verheiratet und hat vier Kinder. Bei einer Pressekonferenz in Malmö verriet er sein Geheimnis eines langen Lebens: „Führe einfach ein gemäßigtes Leben. Arbeite nicht zu hart. Ich gehe um halb neun ins Bett.“

Zur Musik und auch zur Heilsarmee hat Emil Ramsauer schon sehr früh gefunden: Zunächst begann er damit, Kornett zu spielen, später unter anderem auch Baritonhorn, Gitarre und eben – wie auf der ESC-Bühne – Kontrabass. Bereits ein Großvater war Dirigent in der Heilsarmee, im Alter von 10 Jahren wurde auch Emil Ramsauer dort Musiker. Er war diplomierter Musikdirigent und leitete mehrere Jahre das Musikkorps der Heilsarmee in Thun.

2013 trat Emil Ramsauer gemeinsam mit fünf weiteren Musikern der Heilsarmee unter eben diesem Namen bei der Schweizer Vorentscheidung „Die grosse Entscheidungsshow“ in der Bodensee Arena in Kreuzlingen an. Mit mehr als 37% und damit mit mehr als 20 Prozentpunkten Vorsprung vor den Zweitplatzierten Carrousel wurde die Heilsarmee mit ihrem Beitrag „You and Me“ zur Schweizer Vertreterin für den ESC 2013 in Malmö gewählt.

Nachdem die EBU Bedenken wegen des Bandnamens und der Uniformen, die die sechs Musiker in der Vorentscheidung noch getragen hatten, angemeldet hatte, war zunächst unklar, ob die Heilsarmee überhaupt zum ESC fahren würde. Schließlich änderte die Gruppe ihren Namen aber in Takasa (Suaheli für „reinigen“) und suchte sich neue Outfits.

Emil Ramsauer verbrachte seine letzten Jahre gemeinsam mit seiner zweiten Frau in einem Altenheim. Bei seiner Beisetzung auf einem Thuner Friedhof spielte selbstverständlich auch die Heilsarmee. Ruhe in Frieden, Emil.

Anmerkung: Auf YouTube gibt es leider kein Video des ESC-Auftritts von Takasa, der vollständig und synchron und in guter Bildqualität ist. Auf dem offiziellen Eurovision-YouTube-Kanal findet sich aus unbekannten Gründen nur die hier eingebettete verkürzte Version. 

8 Kommentare

  1. Ruhe in Frieden, Emil Ramsauer.🖤

    Ich gestehe, dass ich Takasa irgendwie gut fand. War mir aber klar, dass sie keine Chance haben.

  2. Mir ging es gleich Gaby, auch wenn das viele altbacken fanden und es selbstverständlich chancenlos war. Dazu kam dass wir immer (weil Kreuzlingen nur ne Stunde von unserem Wohnort entfernt ist) live beim Schweizer VE dabei waren – dadurch gab es dann irgendwie stets einen besonderen Bezug, den wir zum Schweizer Beitrag hatten😉 So war das auch bei der Heilsarme, Rykka, Sinplus, Sebalter und wie sie alle hiessen…,
    Das waren immer schöne Abende in Kreuzlingen an die wir heute noch gerne zurückdenken☺️

      • Danke Gaby😊 Ehrlich gesagt bin ich froh, dass Weihnachten vorbei ist, ein Corona Verdachtsfall in der Familie im Krankenhaus am 1. Weihnachtsfeiertag, zum Glück hat es sich „nur“ als eine normale Lungenentzündung herausgestellt…Hoffe bei euch war alles in Ordnung😇

      • Danke der Nachfrage. Wir hatten Weihnachten ganz gemütlich zu Hause verlebt.🙂

        Alles Gute für Dein erkranktes Familienmitglied, gute Besserung.

  3. Vielen Dank und ruhe in Frieden.
    Takasas ESC-Beitrag war eigentlich etwas peinlich, hat aber seinen ganz eigenen Charme, dem ich mich nicht entziehen kann, vor allem das Video mit dem winzigen roten Auto.

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