Selecția Națională 2022: Die rumänischen Halbfinalisten stehen fest

Bild: Instagram @cezar.ouatu

Interne und kurzweilige Vorentscheidungsprozesse scheinen Rumänien beim ESC kein Glück zu bringen. Nachdem Roxen letztes Jahr mit dem intern gewählten „Amnesia“ nicht über das Halbfinale in Rotterdam hinausgekommen ist, organisiert der Fernsehsender TVR dieses Mal wieder einen aufwendigen Auswahlprozess. Dieser hat jetzt 20 Halbfinalist:innen hervor gebracht, die bereits morgen um zehn Finalplätze im Finale der„Selecția Națională 2022“ kämpfen.

Seid dem legendären „Yodel it!“ 2017 war Rumänien nicht mehr an einem ESC-Finale beteiligt und das soll sich 2022 in Turin ändern. Nachdem eine Jury die besten 46 Beiträge bereits Ende letzten Jahres auswählte, war in der Zwischenzeit genug Zeit, die Live-Auftritte in den TVR-Studios aufzuzeichnen.

Diese wiederrum sind diese Woche auf Facebook gepostet worden und ein kleines, aber feines Jury-/Online-Voting hat stattgefunden. Allerdings haben Sänger Fabi, aufgrund einer Corona-Infektion, sowie Barbara aus unbekannten Gründen ihre Teilnahme am rumänischen Vorentscheid 2022 zurück gezogen.

Von den übrig gebliebenen 44 Acts hat die Jury die, ihrer Meinung nach, 15 besten Songs ins morgige Halbfinale geschickt. Anschließend haben die fünf höchst Bewerteten aus dem Facebook-Online-Voting (die bereits Qualifizierten ausgenommen) die restlichen Semifinal-Tickets erhalten. So haben sich 20 Halbfinal-Acts für die rumänische „Selecția Națională 2022“ zusammengesetzt.

Durch das Juryvoting qualifiziert:

  • Alex Parker & Bastien – “All this love”
  • Aldo Blaga – “Embers”
  • Andrei Petruş – “Take me”
  • Aris – “Do Svidaniya”
  • Cezar – “For everyone”
  • Cream, Minodora & Diana – “România mea”
  • Dora Gaitanovici – “Ana”
  • Eliza G – “The other half of me”
  • Eugenia Nicolae feat. Cazanoi Brothers – “Doina”
  • Gabriel Basco – “One night”
  • Kyrie Mendél – “Hurricane”
  • MØISE – “Guilty”
  • Petra – “Ireligios”
  • VANU – “Never give up”
  • WRS – “Llámame”

Durch das Online-Voting qualifiziert:

  • Andra Oproiu – “Younique”
  • E-an-na – “Malere”
  • Mălina – “Prisoner”
  • Oana Tabultoc – “Utopia”
  • Vizi – “Sparrow”

Besonders interessant: die Band E-an-na (Video oben) konnte das Online-Voting mit über 10.000 Stimmen haushoch für sich entscheiden. Die Jury hingegen hätte die Band nicht im Halbfinale gesehen! Noch skurriler: E-an-na waren eigentlich gar nicht in der Auswahl dabei und konnten sich nur durch eine zweite Bewerbungsrunde für die besten 46 Acts qualifizieren. Droht hier also das nächste Vorentscheid-Drama, weil sich Jury und Zuschauer:innen derart uneinig sind?

Was zudem für einen sich anbahnenden, chaotischen Ausgang der rumänischen Vorentscheidung spricht: im morgigen Halbfinale entscheidet die Jury ALLEINE über die zehn Finalisten der „Selecția Națională 2022“. Könnten die Favoriten E-an-na also dadruch gar nicht erst ins Finale am 5. März einziehen? Es bleibt auch in Rumänien sehr spannend…

Hobby-Dracula Cezar (It’s my life, ESC 2013) konnte sich zwar einen Platz im Halbfinale sichern, jedoch nur dank der Juroren. Im Online-Voting konnte er lediglich knapp 600 Votes generieren. Dora Gaitanovici sollte allerdings nicht unterschätzt werden, immerhin konnte sie sich online auf Platz 2 retten und hat zudem die Unterstützung der Jury. Sängerin Aris sticht zudem mit einem, teilweise auf Russisch gesungenem, Beitrag heraus.

Hier können alle 45 Beiträge (also auch die, der bereits ausgeschiedenen) ausgecheckt werden. Jetzt schon könnt Ihr uns in den Kommentaren wissen lassen, wem Ihr die Daumen drückt. Wen wollt Ihr in Turin Rumänien vertreten sehen?


13 Kommentare

  1. Habe mal in alle Beiträge reingehört, JEDER Beitrag ist besser als das, was die deutsche VE aufbietet!

    Mit Cezar, Dora Gaitanovici oder E-an-na hätten die Rumänen auf jeden Fall ein Alleinstellungsmerkmal. Cezars Song find ich erstaunlich schön, viel besser als seinen früheren albernen Beitrag. Dieses opernhafte wäre für den ESC eine stilistische Bereicherung.

    Auch die Beiträge von von Dora Gaitanovici und E-an-na finde ich klasse, letztere könnten sich allerdings mit den Moldawiern in die Quere kommen, die haben ja den gleichen Sound.

    • e-an-na würde die moldavische kapelle wohl ziemlich alt aussehen lassen.
      das würde sehr gut zum ESC passen wenn man mal so rumschaut,was die anderen schon haben oder was wahrscheinlich noch kommen wird.
      zdob si zdub kommen diesmal merkwürdig soft daher,keine ahnung wo die landen aber finale wird wohl drin sein.
      der song malere würde extrem auffallen,so wie jodel it oder auch shum.
      das ist etwas härtere mucke mit viel fun und ethno als sahnehäubchen – aus meiner sicht daher der perfekte beitrag.
      die drögen jurys werden sich aber wehren – wer braucht schon ein volk wenn er jurys hat.😈

  2. Irgendwie seltsam, diese Regel mit dem Online-Voting. Wenn die Jury schon bei den Auditions 15 Titel besser fand als die, die sich durch das Online-Voting qualifiziert haben, haben diese Beiträge doch in der Live-Show erst recht keine Chance, wenn da einzig und allein die Jury entscheidet… Das wirkt auf mich dann eher wie eine Pseudo-Beteiligung der Zuschauer.

    • vielleicht hat die jury ohne kenntnis des onlinevoting gevotet?
      nun liegt das onlinevoting aber vor und könnte das juryverhalten verändern und wenn nicht ist das dann nur noch böswillig.

      @RICK
      e-an-na wurden,so weit ich weiß,nicht in der ersten runde mit gut 100 acts für die vorauswahl der 46 acts (zweite runde) berücksichtigt und haben dagegen aber erfolgreich einspruch eingelegt und sind somit noch dabei.
      in die ersten runde hat es auch „lele“ erwischt,die es dann leider erfolglos in moldavien probiert hat.

  3. Eliza G – “The other half of me”, traumhaft! Ich bin sehr froh, dass sie die Vorauswahl überstanden hat.

    Ich vermisse die Möglichkeit zu voten. Oder gab’s das schon an anderer Stelle?

  4. Tja, meine drei Favoriten sind allesamt schon raus. Gute Pop-Balladen sind in Rumänien nicht so erwünscht 😉.

    Für Aris könnte ich mich jetzt noch erwärmen, das war es dann aber auch schon.

    E-an-na wird ohne Jury auf jeden Fall gewinnen. Aber das
    heißt ja noch nichts. Richtig begeistern kann mich die Gruppe aber ohnehin nicht. Allerdings ist das ein typischer Sound, den viele Rumänen hören. Von daher wäre er zumindest landestypisch.

    • ich glaube jetzt nicht,daß viele rumänien ethnorock/metal bevorzugen aber malere scheint sehr gut anzukommen in rumänien.
      der song ist nämlich sehr untypisch auch für die band e-an-nas – in wacken haben die sowas ähnliches jedenfalls nicht gespielt.
      wenn die heute rausfliegen dank der „qualitätsjury“ dann ist das finale nur noch eine farce.
      käme mir dann ziemlich bekannt vor. 🤮

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