
Albanien hat seinen Beitrag für den Eurovision Song Contest auch diesmal wieder über das traditionsreiche Festivali i Këngës gefunden, das in diesem Jahr bereits zum 63. Mal stattfand. Durchsetzen konnte sich Duo Shkodra Elektronike mit dem Titel „Zjerm“.
Shkodra Elektronike besteht aus Beatriçe Gjergji und Kole Laca. Das Duo kombiniert in seinem Projekt elektronische Klänge mit Elementen traditioneller albanischer Musik.
Das Lied
„Zjerm“ – auf Deutsch „Feuer“ – ist komplett auf Albanisch gesungen. Der Song lebt von seinem mystisch-urbanen Klangbild und verbindet eine düstere Atmosphäre mit einem modernen, elektronischen Sound. Die Komposition wirkt gleichzeitig geheimnisvoll und klar strukturiert, wobei besonders der poetische Text hervorsticht, der Hoffnung in einer dunklen Zeit vermitteln soll.
Für den Songtext sowie die Musik zeigen sich Beatriçe Gjergji und Kole Laca selbst verantwortlich, unterstützt wurden sie dabei von Lekë Gjeloshi. Besonders auffällig ist die Mischung aus traditionellen Einflüssen, elektronischer Produktion und einem markanten Sprechgesangsteil, der dem Titel zusätzlich Tiefe verleiht. Auch auf der Bühne entfaltet „Zjerm“ eine besondere Wirkung – das Zusammenspiel aus Musik, Performance und Ausstrahlung sorgt für einen bleibenden Eindruck.
Shkodra Elektronike treten im ersten Halbfinale am 13. Mai von Startplatz 12 an.
Der Check
Song: 4/5 Punkten
Stimme: 4/5 Punkten
Darbietung: 4/5 Punkten
Instant Appeal: 4/5 Punkten
Benny: „Zjerm“ ist für mich jetzt schon eine der Überraschungen der Saison. Nicht nur hat sich das Lied im albanischen FiK als Underdog durchgesetzt, sondern es hat auch in der Bubble jetzt schon eine Art Dark-Horse-Status für den ESC. Wie hoch kann es im Mai für SE gehen? Ich denke, Albanien hat mindestens Top-10-Potenzial. Das Lied ist gleichzeitig außergewöhnlich und eingängig und die Performance wird sicherlich auch herausstechen. Mir gefällt das alles sehr gut. 10 Punkte
Berenike: Zum Glück gab es in diesem Jahr keinen albanischen Revamp! „Zjerm“ ist perfekt genau so, wie es ist. Es hat etwas ganz Eigenes an sich und ist eine wirklich tolle Verflechtung von traditionell und experimentell. Ich finde die ungewöhnliche Struktur des Liedes, die Elektroeinflüsse und auch den Sprechgesangsteil sehr spannend. Und Albanisch ist vom Klang her so eine interessante Sprache. 10 Punkte
Chris: Der Beitrag wird zwar in der Bubble als Mitfavorit gehandelt, aber realistisch ist das meiner Meinung nach nicht. Es ist ein spannender Song, der ethnische Elemente mit moderner Musik und etwas Mystik verbindet – aber mir fehlen die letzten 10 %, die einen echten Siegertitel ausmachen. 8 Punkte
Laureen: Der erste Song aus diesem Jahrgang in meiner ESC-Playlist und noch immer höre ich „Zjerm“ gerne und viel. SE hat eine tolle Energie auf der Bühne und ich liebe den ikonischen Tanz und die tolle Ausstrahlung von Beatriçe (sie macht den Song für mich aus). Ich habe die große Hoffnung, dass Albanien dieses Jahr ein Dark Horse ist, und habe alle meine Daumen fest gedrückt. 12 Punkte
Rick: Von Anfang an hat mich „Zjerm“ total in seinen Bann gezogen. Die Nummer hat einfach einen unverkennbaren Charakter, der traditionelle Ethno-Klänge optimal mit dem urbanen Style des Duos verbindet. Der elektronische Unterton macht dem Song zeitgemäß und wiedererkennbar. Ein mutiger und fesselnder Beitrag aus Albanien, der hoffentlich Erfolg in Basel haben wird. 10 Punkte
Punktzahlen der anderen Blogger*innen:
- Danio: 8 Punkte
- Douze Points: 5 Punkte
- Giulia: 5 Punkte
- Manu: 7 Punkte
- Max: 7 Punkte
- Peter: 8 Punkte
Gesamtpunktzahl aller Blogger*innen: 90/132 Punkten.
Beim ESC-kompakt-Index landet „Zjerm“ auf Platz 13.
Wie schneidet der albanische Beitrag "Zjerm" von Shkodra Elektronike ab?
- Platz 6-10 (38%, 278 Votes)
- Top 5 (29%, 211 Votes)
- Platz 11-15 (21%, 157 Votes)
- Platz 16-20 (6%, 43 Votes)
- Bleibt im Halbfinale hängen (5%, 35 Votes)
- Platz 20-26 (2%, 15 Votes)
Total Voters: 739
Bisher erschienene Songchecks:
Erstes Halbfinale
- (1) Estland: „Espresso Macchiato“ von Tommy Cash
- (2) Island: „Róa“ von VÆB
- (3) Polen: „GAJA“ von Justyna Steczkowska
- (4) Portugal: „Deslocado“ von NAPA
- (5) Slowenien: „How Much Time Do We Have Left“ von Klemen
- (6) Schweden: „Bara Bada Bastu“ von KAJ
- (7) Ukraine: „Bird of Pray“ von Ziferblat
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Nach den vielen Fehlgriffen in den letzten Jahren endlich wieder mal ein starker Beitrag aus Albanien. Schöne moderne Beats, eingängig und gute Stimmen.
Ich würde diesem Land so sehr den ersten Sieg gönnen. Sehr gut fand ich bereits das Debüt 2004, dann 2006 und auch 2010, im Gegensatz zu den meisten hier fand (und finde) ich „Suus“ von 2012 allerdings ganz schrecklich.
Das Festival endete ja mit einer der Überraschungen der letzten Jahre für mich – bei aller Hoffnung, aber damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Umso größer war die Begeisterung bei mir, und die hat sich bis in den aktuellen April durchgezogen. Eine fantastische Mischung aus Folklore und Elektronik, abgerundet noch durch die albanische Sprache. Mittlerweile hat sich der Eindruck gedreht und der Sprechteil ist für mich das Highlight des Liedes.
Ich wünsche Albanien ganz viel Erfolg, ich würde mich sehr freuen, wenn sie eine ordentliche Platzierung schaffen. Ich tendiere zwischen 6-10 und 11-15 („Mall“ kam ja leider auch nicht in die Top 10, obwohl Eugent es verdient hätte), die Jurys werden wieder geizig mit den Punkten sein, fürchte ich.
Prognose: Halbfinale 4/15 (80%) -> Finale 6-10
Meinung: Platz 2/37 (12 Punkte)
Das könnte von mir aus gewinnen!
Absolut !
Ein Lied, zu dem ich lange keinen Zugang gefunden habe und im Gegensatz zu vielen anderen nie so hundertprozentig warm werde. Ich fühle mich sehr an den portugiesischen Beitrag von 1997, „Antes do adeus“, erinnert. Celia Lawson hat ihr an sich nicht so schlechtes Lied so schön gesungen, aber roboterartige Möchtegernrapper im Begleitchor haben alles ruiniert und am Ende es gab null Punkte.
Wenn Beatriçe alleine singen würde, dann wäre es perfekt. Aber irgendwann kommt auf einmal Kolë, der immer noch verstörend auf mich wirkt. Er erinnert mich an einen natürlich freundlichen, aber dennoch sehr versteinert wirkenden Besitzer einer portugiesischen Kneipe in Mainz, den ich nur einmal lächeln gesehen habe, nämlich als Sporting Lissabon das Stadtderby gegen Benfica gewonnen hat. Zwar scheint dieses Intermezzo einen Sinn zu haben, doch manchmal steht es zu befürchten, dass er nicht rechtzeitig mit seinem Monolog fertig ist, wenn sie wieder ihren Einsatz hat.
„Zjerm“ wird zwar vielleicht recht sicher das Finale erreichen und unverdient wäre es nicht, aber mir ist dieser Hype ein wenig zu viel und langsam auch zuwider. Ein Mittelfeldplatz wäre verdient, mehr aber auch nicht.
Tja und für mich dass Beste Song des Jahres ❤️
Man liest hier öfters, dass Lied braucht etwas, um zu „zünden“. Also hat sogesehen nicht die besten Voraussetzungen, um beim Ted- Publikum einzuschlagen. Ich glaube ans Finale, dort aber nicht an ein Top 10 Ergebnis.
Inzwischen finde ich den Song nett. Nicht mehr und nicht weniger. Allerdings werde ich mit seinem Part nicht warm.
So ich bin durch mit dem Einmaldurchhörsonntag (Okay es war 2 mal wegen Feintuning, weil sich bei meiner Rangliste ordentlich was getan hat)
Hier meine aktuelle Rangliste nach 8 Songchecks.
(nur zur Info Albanien und Schweden sind gleich auf bei mir)
1: Albanien (Laureen)
2: Schweden (Chris, Laureen, Max, Berenike, Douze Points)
3: Ukraine (Danio, Peter)
4: Portugal (Berenike)
5: Slowenien (Peter)
6: Polen (Douze Points)
7: Estland (Berenike)
8: Island (Guilia)
Wer meine komplette aktuelle Rangliste sehen will (da hat sich einiges getan), die poste ich unter
https://esc-kompakt.de/isaak-ein-jahr-nach-platz-12-beim-esc-neue-single-i-dont-know-eigener-newsletter-und-headliner-tour/comment-page-1/#comment-566519
P.S: noch ohne Teampunkt (Teampunkt ist mit welchen Blogger ich übereinstimme) bei mir sind Benny, Manu und Rick.
Am Anfang März war übrigens bei mir nur auf Platz 12 und bei einer Wertung 6 von 12 Punkten. Nun sind die beiden bei 12 Punkten angekommen.
„Zjerm“ hat sich langsam aber stetig aus dem Mittelfeld meiner Top Ten an die Spitze hervorgearbeitet. Auf dem Radar hatte ich den Song schon seit sie das Festival gewonnen hatten, aber erst mit der Studioversion, dem neuen Video und vor allem nach einer eingehenderen Studie des Liedtextes hatten Shkodra Elektronique bei mir dann die Krone erobert. Ich mag auch mittlerweile seinen Rezitativ-Part sehr gerne, der wirkt auf mich richtig hypnotisch. Es gab hier schon den einen oder anderen Vergleich, bei mir kommen an der Stelle „Anne-Clark-Vibes“ auf, diese Düsternis, diese Eindringlichkeit ohne jedes Reimschema, nur eben mit einer Männerstimme.
Ich habe auch mit Begeisterung den Diskurs in Sachen vergleichende Sprachwissenschaften verfolgt, denn ich hatte mich auch gewundert, wieso „Zjerm“ mit Feuer übersetzt wurde, wenn es doch z.B. auch 2006 „Zjarr e ftohtë“ gab. Aber hierzu ist ja bereits alles gesagt, vielen Dank für die Erläuterungen!
Mein erster Platz mit 10/10 [meine einzige zehn dieses Jahr, obwohl viele starke und tolle Songs im Angebot sind].
Ich wäre selbst nicht draufgekommen, aber durch deinen Vergleich mit den „Anne-Clark-Vibes“ gefällt mir „Zjerm“ jetzt gleich noch besser.
Hab Anne Clark vor ca. 10 Jahren mal live gesehen, war grandios!
gevotet für platz 11-15 aber das war spontan,weil sicher auch top10 drin ist wenn es den jurys gefällt – der song ist hervorragend bis zu dem punkt,wo der männliche sprechgesang den song zu einem duett macht.
damit fremdel ich nach wie vor aber andererseits sehe ich ja auch den zuspruch in der bubble – im semi wird man dann sehen,wie das werk außerhalb der bubble ankommt – aktuell balgt sich albanien mit san marino um platz 6 in meiner ESC2025 hitparade.
song: 3/5
stimme: 2/5
darbietung: 3/5
instant appeal: 3/5
An „Mall“ oder gar „Suus“ kommt „Zjerm“ zwar nicht ganz ran, aber im für mich sehr mittelmäßigen ESC-Jahrgang 2025 (hab ich schon mal erwähnt, dass 20 Lieder bei mir auf Platz 30 sind?) reicht das locker für meinen Platz 1.
Ich träume weiter von einem Sieg für Shkodra Elektronike, hoffe auf einen Platz unter den ersten 5 und rechne zumindest mit den Top 10.
Szene: Es ist der 24. Dezember. Ein Tag vorher haben zu meiner Freude Shokodra Elektronike das Festivali i Kenges gewonnen. Auf dem Weg morgens im Bus, auf dem Weg zur Arbeit nutze ich das WLAN aus und höre mir Songs von SE u.a. auch „Zjerm“.
Und ich höre ihn noch immer sehr gerne. Mir gefallen vor allem die Trommeln die beim Part mit Kole eingesetzt werden. Ich hoffe und denke das Albanien Platz 6-10 im Finale erreichen. In meinem Ranking sind sie schon in der Top 10. Auf Platz 9/37.
Übrigens: Ich mag das Musikvideo. Vor allem die Szene wo Kole mit der brennenden Zeitung sitzt und singt bzw. rappt.
Zjerm gefällt auch mir richtig gut,das ist wirklich so ein Song,der sich landestypisch anhört und trotzdem in die moderne Richtung geht. Freue mich sehr,wenn die beiden hoffentlich ins Finale einziehen und würde dann mal so Platz 11 bis 15 tippen.
Shkodra Elektronike hat heute eine Pianoversion des Songs „Turtulleshë“ (Turteltaube) veröffentlicht:
Danke ! Super Vortrag der beiden.
Albanien:
Top:
2018 (einsam an der Spitze, wird vermutlich auch nie mehr von dort verdrängt werden)
2013
2006
Flop
2007 (hear my plea und halt die ******!)
2016
Bei mir immer noch auf Platz 3. Sieg für Albanien wäre Sensationell.
Etwas verspätet lasse ich nun auch ein paar Rezensionen für die 37 Beiträge da, weil ich am heutigen Tage mal nichts anderes zu tun habe. Dabei beziehe ich mich nur auf den Song, nicht auf das Musikvideo oder etwaige potenzielle Stagings. Es kann bis zum zweiten Dress-Rehearsal sowieso noch an einigen Stellen vieles geändert werden, was Song und Staging anbelangt.
Vielleicht neben dem Mello-Sieg von KAJ die größte Überraschung: Ein Beitrag aus Albanien, der zum engeren Favoritenkreis zählt und zum absoluten Bubble-Favoriten erwachsen ist.
Shkodra Elektronike verbinden in diesem Lied elektronische Elemente mit klassischen, orchestralen Klangwelten, großer Dramatik und überragendem Storytelling. Ebenso stark sind die folkloristischen Elemente sowie die eigene Landessprache, welches dies zum besten Ethno-Beitrag beim ESC in jüngerer Vergangenheit machen.
In den Strophen stark, im Drop mit dem mehrmals wiederholten „Shndrit“ (kann man das eigentlich als Dancebreak auffassen? Ich glaube, eher nicht, aber tanzbar ist es schon) wird es sogar höchst hypnotisierend und psychedelisch.
An der Passage, in der Kole anfängt zu singen, scheiden sich ja die Geister. Und vermutlich ist es auch das, was ihnen am Ende die Chance auf die Top-3 verbauen wird. Aber die Passage ist gut so, denn ansonsten wäre die musikalische Identität des Duos und des Songs verraten. Außerdem bin ich ein Freund von mysteriösem, bedeutungsschwangeren Sprechgesang. Das erinnert hier wirklich an Kraftwerk.
Ich muss zugeben, dass selbst nach dem Sichten der Lyrics mir nicht so ganz erschließt, worum es geht, aber eine grobe Idee habe ich dennoch. Letztlich entfachen die Worte in Kombination mit der Melodie und dem vokalen Rhythmus die richtige Wirkung, und darauf kommt es an.
Ein Sieg Albaniens wäre aus mehreren Gründen eine tolle Sache für den ESC.
Meine Platzierung: 1/37
Danke !
Es muß allerdings dann vor allem die Jury richten. Beim Televoting dürfte Schweden nicht zu schlagen sein.
Bester Song des Jahrgangs. Ich liebe alles daran, Aufbau, Refrain, Mittelteil, Gitarre, Beat, ihre Stimme, seine Stimme. Ist das irre geil.
Finale ja, dann alles möglich zwischen Top 5 und FFF.
Interview mit Shkodra Elektronike:
https://eurovoix.com/2025/04/14/an-interview-with-shkodra-elektronike/
Es gibt einen neuen Song von Ardian Bujupi, der an der Castingshow „DSDS“ und am Festivali i Këngës vor 13 Jahren teilnahm. Der Titel ist „Temperatura“: