Songcheck Eurovision Song Contest 2026 (1) – Finnland: „Liekinheitin“ von Linda Lampenius & Pete Parkkonen

Linda Lampenius und Pete Parkkonen – Foto: eurovision.com

Heute starten hier auf ESC kompakt die Songchecks für den Eurovision Song Contest 2026 und los geht es gleich mit einem ganz besonderem Check: Linda Lampenius und Pete Parkkonen sind in ihrer Heimat Finnland bereits erfolgreich und stehen mit ihrem ESC-Beitrag „Liekinheitin“ seit Wochen an der Spitze der Wettquoten. Können die beiden ihr derzeitiges Momentum nutzen – und wie kommt das Lied eigentlich bei den ESC-kompakt-Blogger*innen an?

Der finnische Vorentscheid Uuden Musiikin Kilpailu (meist einfach UMK genannt) löste 2012 das bis dahin genutzte Vorentscheidformat Euroviisukarsinta ab. Abgesehen vom überraschenden Sieg 2006 mit der Hardrockband Lordi, konnte Finnland zuvor nie die besten fünf Plätze beim Eurovision Song Contest erreichen. Nach verschiedenen UMK-Konzepten und weiterhin mäßigem Erfolg setzt der Sender Yle seit 2020 kontinuierlich nur noch auf ein Konzept: Potenzielle Interpreten haben die Möglichkeit, einen Beitrag bei Yleisradio (Yle) einzureichen, aus denen dann eine Jury rund um Tapio Hakanen die Beiträge für den Vorentscheid auswählt. National bekannte Musiker*innen kämpfen fortan mit Newcomern um den Sieg, die hohe Qualität der ausgewählten Beiträge entfacht nicht nur in Finnland großes Interesse am Vorentscheid.

In diesem Jahr traten neben Antti Paalanen, Etta, Kiki, Komiat, Chachi und Sinikka Monte auch die bekannte Violistin Linda Lampenius und Sänger Pete Parkkonen an. Mit der Veröffentlichung ihres Beitrages „Liekinheitin“ purzelten schnell zuvor aufgestellte Streamingrekorde, auch in den offiziellen Wettquoten kletterte Finnland bis an die Spitze. Den Vorentscheid Uuden Musiikin Kilpailu 2026 konnten die beiden Musiker schließlich mit einer neuen Rekordpunktzahl von 570 Punkten gewinnen. Darin enthalten sind 78 Punkte der internationalen Jurys und stolze 492 Punkte im Televoting (55,8 % aller abgegebenen Stimmen).

Linda Lampenius ist international vor allem als klassische Violinistin bekannt. Bereits im Alter von acht Jahren wurde sie Mitglied des Orchesters The Helsinki Junior Strings und tourte als Teenager durch Nordamerika, Europa und Asien. Später lud Andrew Lloyd Webber sie ein, als Solistin in einem seiner Werke in England aufzutreten. Ihr klassisches Soloalbum machte sie zur erfolgreichsten finnischen Klassikkünstlerin ihrer Zeit.

Im selben Jahrzehnt rückte auch Lindas Pop-Image verstärkt in den Fokus der internationalen Medien – inklusive ihrer Auftritte in der TV-Serie Baywatch. Ihr Auftritt mit „Shanghain valot“ beim Interval-Act des UMK 2025 sorgte für große Aufmerksamkeit, insbesondere bei einem jüngeren Publikum, das sie neu für sich entdeckte.

Pete Parkkonen hat sich seinen Weg als Künstler über Bands und Live-Auftritte erarbeitet. Bereits als Kind begann er Schlagzeug zu spielen, ehe er in seinen Teenagerjahren eher zufällig zum Sänger wurde. Einem breiten Publikum wurde Parkkonen 2008 durch die Castingshow Idols (der finnischen Version von DSDS) bekannt, in der er den dritten Platz belegte. Es folgten mehrere Alben, unzählige Club- und Festivalauftritte in ganz Finnland sowie die Etablierung als feste Größe im finnischen Pop- und Soul-Bereich. 2014 gewann er gemeinsam mit Katri Mäkinen die Tanzshow Tanssii tähtien kanssa (die finnische Version von Let’s Dance). Das 2018 erschienene Album PETE erreichte Platinstatus.

Das Lied

„Liekinheitin“ wurde von Antti Riihimäki, Lauri Halavaara, Vilma Alina Lähteenmäki sowie Linda Lampenius und Pete Parkkonen geschrieben. Antti Riihimäki (auch bekannt als DJ RZY) ist ein in Helsinki lebender Musiker, DJ und Musikproduzent. Er ist vor allem für seine Rapmusik bekannt. Antti war unter anderem an der Produktion von Nelli Matulas Lied „Hitaammin hautaan“ und Viivis Lied „Aina“ beteiligt, die bei UMK 2025 den dritten und vierten Platz belegen konnten. Vilma Alina Lähteenmäki spielte von 2013 bis 2016 Keyboard in der Live-Band des Popsängers Robin, der ebenfalls schon an UMK teilgenommen hat, und studierte Musik am Helsinki Pop & Jazz Conservatory.

Das Lied „Liekinheitin“ (Flammenwerfer) handelt von extremer (körperlicher) Anziehung, selbst wenn der Protagonist eigentlich weiß, dass diese nicht gut für ihn ist. Sänger Pete Parkkonen befindet sich lyrisch in einem inneren Dialog zwischen der Begierde zu einer ihm gegenüber unterkühlten Frau und dem rationalem Wissen, dass diese Begierde ihn buchstäblich verbrennen wird.

Diese Zerrissenheit zeigt sich auch musikalisch. Ist die erste Strophe noch zurückgenommen und gesanglich erzählerisch unaufgeregt, wird der Refrain energetischer. Hier wird die von Linda gespielte Violine prägnanter, treibt den nun druckvolleren Gesang voran. Fortan entspinnt sich ein spannendes Wechselspiel zwischen Petes Gesang und der immer weiter dominierenden Violine – bis sich beides in einem gemeinsamen finalen Höhepunkt entlädt.

Linda Lampenius und Pete Parkkonen werden in der ersten Hälfte des ersten Halbfinals auftreten.

Der Check

Song: 5/5 Punkten
Stimme: 4/5 Punkten
Darbietung: 5/5 Punkten
Instant Appeal: 5/5 Punkten

Bennet: Den Song musste ich mir lange bis Platz 1 schön hören, mittlerweile hat er den Zenit aber schon wieder überschritten. Vor allem das Finale und das Staging holen mich nicht ab. Den großen Hype der Wettquoten kann ich nicht mehr nachvollziehen. Schade eigentlich, denn es ist ein toller, außergewöhnlicher Song. 12 Punkte

Benny: Von „Liekinheitin“ war ich beim ersten Mal hören richtig begeistert, habe ihn mir aber nach wenigen Durchläufen schon überhört und auch der Liveauftritt hat mich enttäuscht. Einen Gewinner erkenne ich hier nicht, zumal das – mal wieder – ein Sieger ohne jegliches Chartpotenzial wäre. Die beiden müssen auf der Bühne in Wien viel besser miteinander connecten als beim UMK. 6 Punkte

Manu: Klar, es ist irgendwie langweilig, den momentan in den Wetten führenden Beitrag mit Punkten zu überhäufen. Wenn aber, wie hier, alles zusammenkommt, dann gebe ich gern die Höchstpunktzahl. Tolle Melodien, sauber produzierter Sound, dramatisches Instrumental. Auch der Auftritt ist in meinen Augen auf den Punkt und bringt die Aussage des Liedes mit markanten Bildern zusammen. Wenn Petes Stimme in Wien auch am Schluss durchhält, weiß ich nicht, wer den beiden gefährlich werden sollte. 12 Punkte

Max: Für mich die Nummer eins in diesem Jahr. Sie hat alle Zutaten, die für mich ein Gewinner haben muss, und wenn der Auftritt in Wien noch einmal eine Steigerung im Vergleich zu UMK erfährt, ist es für mich der klare Kandidat auf den Sieg. Die Mischung zwischen Dramatik, epischer Hook und eingängiger Melodie macht es einfach für mich. 12 Punkte

Rick: Ein Song, der mich direkt fesselt und mitreißt. Obwohl komplett in Landessprache gesungen wird, transportiert Petes Stimme ausreichend Emotionen und die Machart der Nummer ist einfach episch. Ich finde den Song also durchaus stark, erkenne aber keinen ESC-Siegerbeitrag darin, da mir das gewisse Etwas dann doch fehlt. Vielleicht überzeugt Finnland mich in Wien, aber mit einem spannenderen Staging, als im Vorentscheid. 8 Punkte

Punktzahlen der anderen Blogger*innen:

  • Berenike: 8 Punkte
  • Douze Points: 8 Punkte
  • Giulia: 12 Punkte
  • Laureen: 8 Punkte
  • Marcel: 7 Punkte
  • Peter: 12 Punkte

Gesamtpunktzahl aller Blogger*innen: 105/132 Punkten.

Beim ESC-kompakt-Index landet „Liekinheitin“ auf Platz 1.

Umfrage: Wie schneidet der finnische Beitrag "Liekinheitin" von Linda Lampenius und Pete Parkkonen ab?

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