Songcheck Eurovision Song Contest 2026 (7) – Schweden: „My System“ von FELICIA

Felicia – Foto: Eurovision.com

Im zweiten Anlauf konnte FELICIA das schwedische Melodifestivalen, unverändert die meistgesehene TV-Sendung in Schweden (jenseits von Großsport-Ereignissen), für sich entscheiden. 2024 nahm sie bereits als (anonyme) Sängerin des Epadunk-Duos Fröken Snusk mit dem Song „Unga & fria“ am Melodifestivalen teil. Fröken Snusk verfehlte jedoch die direkte Finalqualifikation knapp und scheiterte genauso knapp an der Hoffnungsrunde.

2025 startete Felicia Eriksson ihre Solokarriere und ein Jahr später dominierte sie als FELICIA das Melodifestivalen. Sie kam, sang und siegte. Bereits in Vorrunde 2 erreichte sie mit eindrucksvollen 1,7 Millionen Stimmen direkt das Finale. Seitdem führte sie unangefochten in den Wettquoten. Und im Mello-Finale gewann sie dann sowohl das Jury- als auch das Publikumsvoting. Mit 90 Punkten im Publikumsvoting und 71 Punkten von der Jury setze sie sich vor Medina und Grezula beim schwedischen Finale in Stockholm durch.

Es ist immer sympathisch und motivierend, wenn sich das Publikum und die internationale Jury auf einen Song verständigen können, insofern rangiert der schwedische Titel „My System“ für den 70. Eurovision Song Contest in Wien auch in den internationalen Wettquoten weit vorne. Der Song erreichte auch die Spitze der schwedischen Charts, in denen sich FELICIA bereits auch mit ihrer Debüt-Solosingle „Black Widow“ hat platzieren können. Für FELICIA stehen also alle Ampeln auf grün.

Zuletzt mache FELICIA mit kritischen politischen Statements Schlagzeilen in der schwedischen Boulevardpresse, die die EBU zu einer Stellungnahme veranlassten: „Die Teilnehmer dürfen den Eurovision Song Contest nicht instrumentalisieren oder die Veranstaltung als Druckmittel nutzen, indem sie politische Aussagen machen oder Kontroversen schüren und dadurch vom eigentlichen Zweck der Veranstaltung ablenken, nämlich die Musik zu feiern und die Einheit zu fördern.“

Das Lied

„My System“ ist ein energiegeladener und tanzbarer Club-Track, der stark von elektronischer Tanzmusik der späten 90er und frühen 2000er Jahre inspiriert ist. Der Song beschreibt den inneren Konflikt, jemanden loslassen zu wollen, ihn aber emotional nicht aus dem eigenen „System“ entfernen zu können. Insbesondere am Wochenende taucht die anderen Person in Gedanken und Gefühlen wieder auf.

Der schwedische ESC-Beitrag knüpft auch an die Epadunk-Karriere von FELICIA an, einem Mix aus EMD und Partymusik mit provokanten Texten (meistens Sex and Drugs and Rock’n’Roll). Elektronisch getriebene EPA-Dunk-Sounds sind in Schweden sehr erfolgreich und angesagt (nicht zuletzt bei jungen Zielgruppen aufgrund der kalkulierten Grenzüberschreitungen in den Texten). Der EPA-Dunk-Style hat sich seit Anfang des neuen Jahrzehnts zu einem der kommerziell erfolgreichsten Musikstile in Schweden entwickelt.

„My System“ entstand in einem internationalen Songwriting-Camp in Island. Geschrieben wurde der Dancetrack von einem Nordic Creative Team. FELICIA hat den Titel zusammen mit Audun Agnar, Emily Harbaak, Julie Bergan und Theresa Rex komponiert und geschrieben. Noch nie waren mehr nicht-schwedische Songwriter an einem schwedischen ESC-Track beteiligt.

FELICIA tritt mit „My System“ für Schweden im ersten ESC-Halbfinale am 12. Mai 2026 in der ersten Hälfte an.

Der Check

Song: 3,5/5 Punkten
Stimme: 3,5/5 Punkten
Darbietung: 4/5 Punkten
Instant Appeal: 4/5 Punkten

Benny: „My System“ war aus dem diesjährigen Melodifestivalen die beste Wahl. Ein gut produzierter Song, der elektronisch-modern daher kommt, durch die Gesangshöhe und -farbe von FELICIA etwas Besonderes hat und außerdem auf der Bühne ordentlich knallt. Eigentlich gibt es keinen objektiven Grund, warum FELICIA international nicht genauso durchstarten sollte wie in Schweden – und trotzdem rechne ich aus dem Bauch heraus nicht damit, dass es in Wien für eine Platzierung ganz, ganz vorne reicht. 10 Punkte

Berenike: Den tiefen Techno-Teil finde ich musikalisch und inszenatorisch mit der Lasershow wirklich cool. Das war es dann aber auch, der Rest des Liedes ist von Melodie und Arrangement her recht langweilig für mich und in diesen Songteilen ist die Performance am Ende auch nur eine Standard-Tanzchoreographie. Außerdem empfinde ich FELICIAs Stimme als recht quietschig. 4 Punkte

Douze Points: Schafft Schweden, woran etliche andere beim ESC gescheitert sind – nämlich eine EDM-Nummer mit anständig Bums erfolgreich auf die Bühne zu bringen? FELICIA hat die Menschen bei der Mello-Vorrunde im Scandinavium begeistert. Und diese Begeisterung hat sie bis zum Mello-Sieg getragen – zu Recht. „My System“ versucht sich nicht bei den ESC-Jurys anzubiedern. Sie zwingt diese eher aus ihrer Komfortzone. Das kann richtig durchstarten – oder hart abgestraft werden. 10 Punkte

Peter: Ich bin hin- und hergerissen. Die Produktion und die Inszenierung sind stark und überzeugend, die Crowd in der Liveshow wird toben und den Song bis zum Anschlag feiern. Persönlich ist das Genre nicht so meins, ist mir zu stumpf, stumpf, dumpf. Das große Vorbild „Everytime We Touch“ ist harmonischer und emotionaler. Auch Fröken Snusks „Unga & fria“ gefiel mir besser, dafür hätte ich mir mehr Erfolg und Anerkennung gewünscht. 8 Punkte

Rick: Mich hat „My System“ direkt gecatcht, doch ich habe echt nicht erwartet, dass ein House-Track das Mello gewinnen kann. Umso sehr feier ich, dass diese Nummer beim ESC 2026 dabei ist. Natürlich sind weder das Genre, noch die Melodie krasse Neuerfindungen, aber das stört mich hier nicht, denn der Song ist einfach stark produziert. Wird in der Halle komplett abgehen und Felicia gibt dem Ganzen einen spannenden Charakter. 10 Punkte

Punktzahlen der anderen Blogger*innen:

  • Bennet: 12 Punkte
  • Giulia: 7 Punkte
  • Laureen: 8 Punkte
  • Manu: 6 Punkte
  • Marcel: 10 Punkte
  • Max: 12 Punkte

Gesamtpunktzahl aller Blogger*innen: 97/132 Punkten.

Beim ESC-kompakt-Index landet „My System“ auf Platz 6.

Wie schneidet der schwedische Beitrag "My System" von FELICIA ab?

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