Spanien 2024: Beiträge für das „Benidorm Fest“ gelangen ins Netz – RTVE will rechtliche Schritte einleiten

Quelle: rtve.es

Ein massiver Leak hat dafür gesorgt, dass einige Lieder des kommenden Benidorm Fests, dem spanischen Vorentscheid für den ESC 2024 in Malmö, vorzeitig im Netz veröffentlicht wurden. Eigentlich hätte das Publikum die Songs erstmalig am kommenden Donnerstag, den 14. Dezember hören sollen, mit Ausnahme der Lieder, die bereits veröffentlicht, aber noch nicht als VE-Song deklariert wurden (etwa „Remitente“ von María Peláe).

Tage zuvor gelangte bereits die Tracklist der Beiträge in die Hände von ESC-Fans, die diese dann prompt in den sozialen Netzwerken verbreiteten. Demnach heißen die Lieder:

  • Almacor – Brillos platino (Platin-Konfetti)
  • Angy Fernández – Sé quién soy (Ich weiß wer ich bin)
  • Dellacruz – Beso en la mañana (Ein Kuss am Morgen)
  • Jorge González – Caliente (Heiß)
  • Lérica – Astronauta 
  • Mantra – Me vas a ver (Du wirst mich sehen)
  • María Peláe – Remitente (Absender)
  • Marlena – Amor de verano (Sommerliebe)
  • Miss Caffeína – Bla bla bla
  • Nebulossa – Zorra (eig. Füchsin, aber umgangssprachlich Prostituierte)
  • Noan – Te echo de – (Ich …. dich)
  • Quique Niza – Prisionero (Gefangener)
  • Roger Padrós – El temps (Die Zeit)
  • Sofía Coll – Here To Say 
  • st. Pedro – Dos extraños (Zwei Fremde)
  • Yoly Saa – No se me olvida (Ich vergesse es nicht)

An diesem Wochenende wurden dann etwa zehn der 16 Benidorm-Songs ebenfalls von ESC-Fans über einen Google-Drive-Ordner verbreitet und dann vereinzelt auf den Plattformen X, Instagram und Co. geteilt. Die Lieder bestätigten dann auch die oben genannten Namen der Titel.

Mittlerweile sind die meisten Beiträge mit den Liedern wieder gelöscht worden, nicht zuletzt weil die spanische ESC-Fan-Community selbst Druck ausgeübt hatte, um die die Lieder zu schützen und schlussendlich die Acts zu unterstützen. Inzwischen ist auch bekannt, dass es sich bei einigen der vorzeitig veröffentlichten Lieder wohl um Demo-Versionen gehandelt hat.

RTVE will rechtliche Schritte einleiten

Die spanische Rundfunkanstalt RTVE erwägt nach dem Leak nun rechtliche Schritte. Hierzu äußerte sich der Sender am Samstag auf X wie folgt:

„Nach den Ereignissen der letzten Stunden sammelt die Rechtsabteilung von RTVE alle Informationen, um jegliche rechtliche Schritte einzuleiten, die sie für angemessen hält, um die Interessen der Künstler und des Senders zu verteidigen. Vielen Dank für Ihre Mitarbeit. Wir arbeiten weiter. Bis zum 14.“

Dieses Statement stieß in Spanien bereits auf Kritik und Häme, da der Leak laut der ESC-Fan-Community eigentlich aufgrund der Nachlässigkeit von RTVE-Mitarbeiter*innen zustande gekommen ist. Im Orga-Team des Benidorm Fest arbeiten demnach einige Personen mit einer engen Verdrahtung zu ESC-Medien – die sich seit der Veröffentlichung der Songs sehr bedeckt halten.

Gerüchte darüber, dass RTVE die Lieder nun schon vor dem ursprünglich geplanten Datum veröffentlichen würde, wurden spätestens durch dieses offiziellen Statement dementiert. Es bleibt also dabei: am 14. Dezember, kommenden Donnerstag, werden alle Lieder in ihrer finalen Version offiziell veröffentlicht und genannt. Laut Aussagen einiger Künstler*innen wird es in diesem Jahr zudem auch zu jedem Beitrag ein offizielles Video geben.

Was haltet Ihr von solchen Song-Leaks? Sollten nun tatsächlich Personen zu Rechenschaft gezogen werden? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!



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12 Comments
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Matty
2 Jahre zuvor

Die undichten Stellen gibt es nicht nur bei RTVE, sondern auch bei den Organisatoren de Melodifestivalen, denn sonst würde das Aftonbladet niemals die Teilnehmernamen spoilern dürfen.

Laurine
Laurine
2 Jahre zuvor
Reply to  Matty

Du sagst es: Dürfen.
Das Aftonbladet darf es, weil das bestimmt irgendwie abgemacht ist, welche Info zu welchem Zeitpunkt vom Aftonbladet geleakt wird.
Und das in Spanien ist ja offensichtlich nicht abgesprochen gewesen.
Rechtliche Schritte sind finde ich aber übertrieben.
Wird doch bestimmt einer von Rtve sein.
Also kann man die Person einfach feuern und gut ist(?)

Jared
Jared
2 Jahre zuvor
Reply to  Matty

Es gibt immer noch einige Leaks auf Twitter bzw. X, ich werde hier keine expliziten Links teilen, aber wer es wirklich nicht abwarten kann, findet sie sowieso, und User wie @eurovisiongrnde auf der Plattform nehmen die, die sie geteilt haben auch komischerweise jetzt noch nicht runter, nachdem diese News von RTVE veröffentlicht wurde. Naja, wenn man das Risiko eingehen will.

Timo1986
Timo1986
2 Jahre zuvor

„Sollten nun tatsächlich Personen zu Rechenschaft gezogen werden?“

Nein. Juristische Maßnahmen wären falsch. Ich erspare mir jetzt die Floskel „aus meiner Sicht“, da ich mich mit juristischen Angelegenheiten von Berufs wegen doch sehr gut auskenne.

Ein Schadensersatzprozess wäre überreagiert (die juristische Fachterminologie hierzu, was sich übrigens mittlerweile auch schon floskelhaft anhört, ist übrigens „wäre nicht angemessen“). Denn mit dieser vorzeitigen Veröffentlichung hat weder ein Künstler, noch irgendeine andere Person einen Schaden erlitten, was eine Voraussetzung für ein Schadensersatzprozess ist.

Da man sich aber vielleicht als Künstler (m/w/d) oder Band doch etwas über den Tisch gezogen fühlen könnte / verarscht (Sorry für den Ausdruck) vorkommen könnte – denn Verständnis habe ich persönlich schon, wenn man den Termin der Veröffentlichung vielleicht mit PR-strategischen Maßnahmen verbunden hat, die jetzt vielleicht weniger Sinn machen – würde ich für eine rundfunkinterne Abmahnung gegen die verantwortliche Person plädieren. Diese rundfunkinterne Abmahnung kann meinetwegen mit einer symbolträchtigen Geldzahlung – meinetwegen Kürzung des nächsten Monatsgehaltes einhergehen – und dann ist aber auch gut.

AlexESC
AlexESC
2 Jahre zuvor

Ich sage es mal so, ganz unabhängig davon ob jetzt ein Act davon „Schaden“ erlitten hat oder nicht, einfach mal allgemein gesehen: Ich möchte so eine Person, welche sich nicht an vereinbarte Regeln hält, NICHT in meinem Team haben. Somit kann ich verstehen, dass RTVE hier rechtliche Schritte erwägt um die Person, welche dafür verantwortlich ist, eben zu finden.

sam
sam
2 Jahre zuvor

Ich finde es zu hart vom Spanischen Fernsehsender. Ja klar kann ich es verstehen, dass der Spanische Fernsehsender sich verarscht vorkommt, aber diese Reaktion ist deutlich übertrieben. Es ist durch diese Aktion niemand zu Schaden gekommen. Ich habe den Eindruck, dass der Spanische Fernsehsender aus einer Mücke einen Elefanten machen möchte. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass das nur Publicity für den Vorentscheid sein soll. Sollte dem so sein, dann sollten sich die Verantwortlichen in Grund und Boden schämen.

byJannik
byJannik
2 Jahre zuvor
Reply to  sam

@sam das sehe ich anders, ich finde die Reaktion völlig angemessen, weil sie natürlich vor erneuten Aktionen dieser Art abschrecken soll. Solche Leaks sind völlig unangemessen, denn die Künstler und Beteiligten an den Songs haben in den letzten Wochen sicher hart an den Titeln, in die viel Zeit und Mühe geflossen sein wird, gearbeitet und dann stellt irgendein Idiot einfach Versionen der Lieder ins Netz, die vielleicht noch nicht einmal komplett fertig produziert sind. Das ist respektlos und ein Schlag ins Gesicht für alle Teilnehmer.

Rheez
Rheez
2 Jahre zuvor

Ich finde, RTVE stünde es gut zu Gesicht, wenn sie hier keine rechtlichen Schritte in die Wege leiten würden. Zumindest, sofern hier primär keine kommerziellen Interessen verfolgt worden sind seitens derer, die für die Leaks verantwortlich sind.

Die ESC-Welt ist so stark von Ungeduld und gespanntem Warten zwischen den ESC-Jahren geprägt, dass viele Fans derartige Veröffentlichungen einfach nicht abwarten können und im Falle, dass sie irgendwie im Vorfeld an die Songs kommen, diese eben auch gerne teilen wollen.

Vielleicht finden sich hier andere Wege, zu kommunizieren, dass dies ein No Go ist und künftig auch in irgendeiner Form dann etwas stärker geahndet wird.

4porcelli - keep the 🦦 warm United24
4porcelli - keep the 🦦 warm United24
2 Jahre zuvor

RTVE macht sich lächerlich, außerhalb eines Teils der Bubble interessiert das niemanden. Allgemein verstehe ich nicht, warum Leute die Songs schon super früh hören wollen; ohne Auftritt sagt das wenig aus und ist ja auch nicht so, als ob es sonst keine Musik gibt.

trevoristos
Mitglied
trevoristos
2 Jahre zuvor

14.12 ist doch in 4 Tagen. Man kann sich ja auch anstellen.

Almacor ist der einzige Rapper im Feld. Ist aus Alicante. Er war 2023 echt fleissig. 5 Singles rausgebracht. Gerne auch im Reggaeton Stil. ‚Suena La Alarma‘ ein Anspieltipp! Eigentl ein mega Song.
Klappte aber nix mit den Singles. Universal wird glaub ich langsam hibbelig. Vllt richtet es ja Benidorm. Aber keine Ahnung was der live drauf hat.

Dellacruz, aus Santa Cruz, Teneriffa stammend macht sowas wie spanischen Schlager-Pop.

Lerica ist der wohl bekannteste Act dieses Feldes. Die haben mit Vanessa Mai in 2020 nen deutsch-spanischen Song rausgebracht (Du Bist Mein Highlight – Non Puedo Estar Sin Ti, 5 Mio Spoti Plays). Ihr Top Song Flamenkito schaffte es im Sommer 2020 bis auf Platz 14 der spanischen Spotify Charts und verblieb mehr als 12 Monate lang in den Top 200 (bis in den Sommer 2021 hinein)
Hamaca und Hijos Contigo waren auch kleinere Chart Hits mit Lerica (plus verschiedenen meist sehr bekannten Kollabo Acts).
Ein letztes Mal tauchten Lerica als Kollabo Act zu Meler mit ‚Alarmas‘ Anfang Dezember 21 in den Charts in Spanien auf.
Abraham Mateo, ein Superstar in Spanien usw, ist der Bruder eines der Lerica Jungs. Der könnte schlagkräftige Promo für seinen Bruder / Lerica machen.

„Jorge González“ haha. tja Frage welcher Jorge es ist. Bei Spotify gibts davon 4…Glaube es ist der, der durch seine Teilnahme bei Operacion Triunfo bekannt wurde…Spanisch-Pop.

María Peláe … ‚der Flamenco Fall‘.

Marlena – ein weibl Popduo das mit ‚Me Sabe Mal‘ vor einiger Zeit (2 Jahre ists her) einen Streaming-Achtungserfolg hatten. Konnten aber nie die spansichen Charts erreichen. Sind somit eigentl Newcomer.

Miss Caffeína – ‚der Rock Fall‘, aber kein Hardrock, sondern Rock-Pop. Versuchen ein Comeback. Ihr großer Hit ist aus 2016.

Nebulossa – wahrscheinlich Trash im 80er Retro Stil…hust

Noan – aus dem Baskenland. Macht als Solo Rock bzw Rockpop in Kallabos aber auch Pop.

Quique Niza – whoever that is – newcomer total – hat bei Youtube 141 Abonennten und mit der Klavier-Ballade Ardo eine Veröffentlichung. Bei Spotify ist der aber nicht. Keine Ahnung wer wohl an dem nen Narren gefressen hat.

Roger Padrós – Singer/Songwriter im Pop-Sektor, vllt uptempo, wartet noch auf seinen Durchbruch. Ist Newcomer

Sofía Coll – aus Katalonien, bekannt durch ihre Teilnahme bei einer Musikcastingshow des katalonischen Fernsehens TV3. Hat mal schicken alternative Pop gemacht (vor ihrer Castingshowzeit)

st. Pedro – ein Newcomer, der würd sagen mexiko/latin-pop-folk macht. Hat viele Hörer in Mexiko, Chile usw ein eher traditioneller Act scheint das zu sein

Yoly Saa – Singer/Songwriterin aus Galizien. Ihre letzte Solosingle (2022) war ein Rock-Pop Song.

Insgesamt ein Aufgalopp von Newcomern bis Nobodies. Zu erwarten ist Popeinerlei mit ner Rapeinlage und ein/zwei vllt drei Rock Rockpop Nummern.
Mal sehen ob die Spanier auch 2024 verbissen die Flamenco-Pop Schiene bevorzugen werden. Das wäre für María Peláe natürlich ideal.
Bei Sofia Coll könnte man auf nen aussergewöhnlich klingenden Pop-Song hoffen.

Hoffe sehr, dass Almacor nen richtig guten Burner am Start hat, den er live auch gut präsentieren kann. Dann ist für ihn alles möglich!

Ansonsten befürchte ich da in Benidorm zunächst erstmal eine weitgehend sehr dröge Sache. Zumindest aber wurde dem Lokal-Proporz Rechnung getragen. Das ist ja das Wichtigste…

Ausser ein wenig Lerica ist keine quotentreibende Zugnummer dabei.

trevoristos
Mitglied
trevoristos
2 Jahre zuvor
Reply to  trevoristos

ups noch vergessen

Angy Fernández – die macht scheints schnarch-langweiligen Rock Pop. Newcomerin.

Mantra – ein Trio, 2 Boys 1 Girl, sehr attraktiv, machen, finde ich bissl verstaubt käsigen Teen Pop bzw bei uns würde man das Schlager nennen. Wenn deren Benidorm-Versuch aber tanzbar Uptempo ist, könnte das im Ansatz ‚in Richtung Vicco‘ gehen. Glaub Mantra sollte man für oben zumindest vorläufig vormerken. Deren Teil muss aber Uptempo sein. Mit seichtem Midtempo Standard-Pop wirds glaub ich nix werden. Interessant bei denen ist, dass die an sich nur ‚Erfolg‘ mit einem ’starken‘ Kollabo Act hatten. Stand Alones liefen alle nur sehr dürftig. Einen nicht unbeträchtlichen Teil an Hörern möglicherweise bis zu 50% von den aktuell 150 TSD haben Mantra im spanischsprachigen Lateinamerika.
Die spanischen Top 200 Charts haben Mantra noch nie von innen gesehen. Sind daher eigentl. Newcomer.