Türkvizyon Song Contest 2020: Alle Informationen zum Wettbewerb am morgigen Sonntag

Am morgigen Sonntag findet die Türkvizyon 2020 oder für die Anglophilen unter uns der Turkvision Song Contest 2020 statt. Es wird nach 2013, 2014 und 2015 der insgesamt 4. Türkvizyon Song Contest sein. Auch Deutschland ist in diesem Jahr wieder mit dabei und wird vom Kölner Seyran Ismayilkhanov vertreten, der aserbaidschanische Wurzeln hat und in Deutschland durch seine Teilnahme an „The Voice of Germany“ eine gewisse Bekanntheit genießt. Über Seyrans Nominierung haben wir bereits an anderer Stelle berichtet. Sein Beitrag für die Türkvizyon 2020 heißt „Odun“ und wurde bislang nicht veröffentlicht.

Insgesamt nehmen in diesem Jahr 26 Länder bzw. Republiken an dem Wettbewerb der Turkvölker teil, der dem Eurovision Song Contest nachempfunden ist. Aufgrund der aktuellen Corona-Lage findet der Türkvizyon Song Contest in diesem Jahr als Video-Wettbewerb statt, offizieller Austragungsort ist Istanbul und die Moderation werden Esra Balamir, Nermin Barış und Refik Sarıöz übernehmen. Als Pausenact hat sich die ehemalige ukrainische TSC-Teilnehmerin Natali Deniz mit ihrem Song „Sarmaş bana“ angesagt.

Das hier sind die teilnehmenden Künstler und Wettbewerbsbeiträge für die morgige Show in der Startreihenfolge:

  1. Albanien: Ilire Ismajli – Përsëri (Dönme geri)
  2. Stawropol: Janna Musayeva – Munayma (Мунайма)
  3. Baschkortostan: Ziliya Bahtieva – Xalqyma (Халҡыма)
  4. Bosnien und Herzegowina: Armin Muzaferiya- Džehva
  5. Nordzypern: Çağıl İşgüzar – Acıtır hep hayallerim
  6. Nordmazedonien: Cengiz Sipahi – Kal yanımda
  7. Tuwa: Oorzhak Omak Çopanoviç – tba
  8. Aserbaidschan: Aydan İlxaszadə – tba
  9. Polen: Mishelle – Doğma yerlər
  10. Tatarstan: Diliya Ahmetşına – Ğafu it, awılım (Гафу ит, авылым)
  11. Deutschland: Seyran Ismayilkhanov – Odun
  12. Irak: Sarmad Mahmood – Kelebek
  13. Gagausien: Yulia Arnaut – Kemençä
  14. Chakassien: Darya Taçeeva – Ot-çalında (От-чалында)
  15. Ukraine: Natalya Papazoğlu – Tikenli yol
  16. Serbien: Haris Skarep – Doživotno osuđen
  17. Kirgisistan: Ayganysh Abdieva – tba
  18. Belarus: Svetlana Agarval – Məni anla
  19. Russland: Olga Shimanskaya (NAPOLI) – Hadi gel
  20. Rumänien: Sunai Giolakai – Niye?
  21. Kasachstan: Almaz Kopzhasar – Kim ol (Кім ол)
  22. Moldau: Pelageya Stefoglu – Ateş gibi
  23. Sacha (Jakutien): Umsuura – Moxsoğollor (Мохсоҕоллор)
  24. Tjumen: Adilya Tuşakova – Hawalarda (Һаваларда)
  25. Türkei: Ertan & İsrafil – Ne yaptıysam olmadı
  26. Uiguren Kasachstans: Sada Ensembel – Sevgiyi besle

Wer sich vorab schon intensiver mit den Acts befassen möchte, dem sei diese Übersicht des Kollegen aufrechtgehn empfohlen.

Der Sieger der Türkvizyon 2020 wird von einer Jury bestimmt, in die jede Delegation ein Mitglied entsenden kann. Für Deutschland darf der Musiker, Produzent und Komponist Volkan Gücer abstimmen. Neben den 26 Länder-Juroren dürfen außerdem ein Vertreter der Sponsoren sowie zwei Personen, die vom ausrichtenden Sender TMB TV bestimmt wurden, die Beiträge bewerten. Dabei vergibt jeder Juror für jeden Beitrag zwischen 1 und 10 Punkten. Die jeweils beste und die jeweils schlechteste Punktzahl für jeden Song werden gestrichen und der Beitrag mit den meisten Punkten gewinnt.

Der Türkvizyon Song Contest 2020 findet morgen um 14 Uhr mitteleuropäischer Zeit statt. Der Wettbewerb soll in Deutschland auf Düğün TV (hier im Livestream verfügbar) übertragen werden, allerdings wohl erst zeitversetzt. Wer den Contest live verfolgen möchte, kann das über den Livestream von TMB TV tun oder aber hier auf Twitch.

PS: Wer auf der Suche nach noch mehr weihnachtlicher Musik ist und diese gerne mit etwas TSC-Bezug genießen würde, dem sei Seyrans aktuelle deutschsprachige Single „Dezember“ ans Herz gelegt.


72 Kommentare

  1. Wenn man sich die Teilnehmerländer anschaut, dann habe ich einige Namen noch nie gehört: Stawropol, Tuwa, Chakassien, Gagausien und Baschkortostan; Tjumen kenne ich nur als Stadt.

    • Ich mag Yat-Kha aus Tuva sehr gerne. Bin vor Jahren mal extra allein zum Konzert nach Halle gefahren, weil ich niemanden gefunden habe, der mit wollte. Albert Kuwesin solo find ich auch gut, vor allem seine Version von In a Gadda da Dida.
      Huun-Huur-Tu kann man auch kennen. Oder war’n die aus der Mongolei? 🙄

    • Bis auf Gagausien(Autonomes Gebiet innerhalb Moldawiens) sind alles Republiken oder Regionen der russischen Föderation. Ging mir aber genauso wie dir beim durchlesen. US Staaten kenn ich alle aber russische Republiken sind für mich böhmische Dörfer. Wird Zeit das ich mich mal damit beschäftige

    • #Matty… bitte den Artikel aufmerksamer lesen. Dort steht u.a. „…26 Länder bzw. Republiken an dem Wettbewerb der Turkvölker teil…“, d.h. es sind Länderregionen von Staaten, wo es türkische Volksgruppen gibt, egal welcher Größe.
      Hier nur ein Beispiel zur Erläuterung: das Sauerland in Deutschland.

    • Boah ich musste aufhören dieses anzuschauen und anzuhören um nicht die Fassung zu verlieren. Das ist absolut berührend. Danke für dies wunderbare Musik ferner Völker. Das ist wahre Kunst. Dieses Zusammenspiel von Instrumenten, einer klaren schönen Singstimme und einer tiefen Stimme die klingt wie von einem anderen Stern. Einfach zauberhaft berührend und anmutig. Danke für diese kulturelle Reise

    • Sehr, sehr schön.😊
      doredo, ja Du hast recht, wir sind ESC-Fans geworden um viel außergewöhnliche Musik zu hören.
      Diese entdeckt man aber am ehesten bei den VEs, mittlerweile hat sich die Musikauswahl beim ESC in einigen Fällen schon ziemlich an den Mainstream orientiert. Liegt vielleicht auch daran, dass wenige Komponisten international ihre Produkte verkaufen. So gleicht sich halt vieles an. Find‘ ich schade.

      • Da steckt aber schon auch ein bisschen Verklärung drin.
        Der ESC ist kein Folklore-Wettbewerb und war das auch nie, auch wenn es natürlich immer mal wieder sehr traditionelle Songs gab und gibt. Zu Beginn war das meiste eher getragen-chansonesk, ab Mitte der ’60er dominierte dann der Schlager und seit der Jahrtausendwende ist Popmusik vorherrschend (und darin liegt ja auch eine gewisse Notwendigkeit, da sich eine so große und aufwendige Show an ein möglichst breites Publikum richten muss, um sich zu finanzieren und legitimieren). Was da ein bisschen drüber hinwegtäuscht ist die Sprachenregel, die lange zeit bestand.
        Und wenn wie 2019 und 2020 insgesamt über 100 Songwriter an den 41 ESC-Songs mitgearbeitet haben (wenn man sämtliche veröffentlichten VE-Songs auswertet, würde man wahrscheinlich an der 1000er-Marke kratzen) mit lediglich 14 Überschneidungen (von denen fünf bei ESC 2019 zum ersten Mal als Songwriter dabei waren) kann man, was die Faktenlage angeht, eigentlich auch nicht davon sprechen, dass wenige Komponisten dominieren.

  2. Wenn nicht mal endlich wieder in diesem Jahr, wann dann?
    Der Punkt auf dem i für türkisch, Erdogan propagierte Großmannssucht.
    Wers mag…gerne.

  3. Der Wettbewerb auf russischem Boden in 2014 (Kasan, Tatarstan) war echt ansehbar, die beiden 2013 und 2015 in der Türkei eher schlampig produzierte, hektisch und lieblos zusammengeschusterte Erdogan-Propaganda.

  4. Kuck kuck liebe ESC Community 😄

    Es gibt neben Lienne und Jendrik eine weitere Sängerin , die auch sehr wahrscheinlich in einem Songwriting Camp dabei war und damit wohl auch Teil der internen Auswahl Deutschlands ist . Die Follower sind die gleichen , wie bei Lienne . Die Rede ist hierbei von Anna Pape . Auch eine sehr interessante Sängerin .

  5. Die Rückblendung der bisherigen Sieger ist ganz schön. Da hätte der ein oder andere auch beim richtigen ESC mitmachen können 😉

  6. Bin jetzt beim YouTube-Stream live dabei – rechtzeitig zum „deutschen“ Beitrag.

    Hatte mich schon gewundert, dass Länder dabei sind, die 2020 nicht am Start sind …

  7. Den deutschen Beitrag hätte ich gerne auf der Bühne gesehen. Ich glaube da wäre eine interessante Inszenierung bei raus gekommen 😀 die Handakrobatik war etwas viel und warum das Federschulterpolster??

  8. Also nach dem deutschen Beitrag sieht Sarmad Mahmood aus dem Irak sehr blass aus. Die Zähne bekommt er nicht auseinander beim Singen und die Ausstrahlung gleicht einem Stück Holz. Die Körperhaltung trägt dazu bei. Naja zumindest kann er wohl zaubern, denn er singt in ein unsichtbares Mikro.

  9. Die zurückhaltenden Auftritte erinnern mich an die ESCs bis in die 60er hinein – als Tanzeinlagen verpönt waren …

    Der Beitrag aus Deutschland war ok, der aus dem Irak etwas lahm.

  10. Und wer hat jetzt gewonnen? War das Kirgisistan? Das Bild war so klein, so dass ich die Flaggen kaum erkennen konnte. Und verstanden habe ich ohnehin kein Wort. Ich glaube aber, dass mein Favorit 6. geworden ist. Aber wo kam er her…?

  11. Deutschland, die Ukraine, Russland, Türkei fand ich ganz gut. Und Tjumen war ganz nett
    Aber am Ende kommt eh wieder alles ganz anders 😉

  12. Hmpf, ich in ja einer, der entweder guckt oder Nachrichten in einen Apparat klöppelt, aber beim 5. Schnelldurchlauf in Folge misch ich mich doch auch mal mit ein.

    Mein Fazit: Früher war mehr Lametta! Es gab zwar heute viele ganz gute Beiträge, ich vermisse aber die etwas weniger glattgebügelten Songs mit Kehlkopfgesang (heute zweimal angetäuscht) oder Vogelstimmenimitatorinnen (heute einmal angetäuscht).

    Mein Favorit heute ist der deutsche Seyran, der in lilablasslau in allen Regenbogenfarben geglänzt hat – und eine tolle Präsenz hatte. Platz 2 geht in die ebenfalls lilablassblaue Ukraine. Platz 3 an die belarusische Schamanin mit dem Bollywoodsong und Platz 4 an die zwei Damen von Baccara aus dem uigurischen Kasachstan.

    Ich denke, beste Chancen auf den Gewinn haben die Ukrainerin und die Moskauerin, aber selbstverständlich wird es – wie immer- ganz anders kommen, als ich mir das so denke.

    Euch allen weiter viel Spaß, wenn es dann nach dem 17. Schnelldurchlauf vielleicht, eventuell, unter Umständen dann doch mal weitergeht…

  13. Die Ergebnisse werden nun einzeln präsentiert – leider ohne Zwischensummen. Der Seyran bekommt des Öfteren hohe Punkte. Mal schauen, wo er in der Summe landet. Platz 8 mit 190 Punkten.

    Gewonnen hat die Ukraine mit 226 Punkten.

  14. Schon witzig, dass kaum ein Juror mal die komplette Wertungsskala ausgenutzt hat, entweder es wurden fast nur niederige Punkte vergeben oder es wurde nach Peter-Art abgestimmt 😉
    Es setzt sich auch die Reihe fort, dass die Türkvyzion grundsätzlich von modernen Uptempo-Songs gewonnen wird; das hat sich Erdogan wohl ursprünglich mal anders vorgestellt 😀

  15. Dass die Ukraine weit oben landen wird habe ich mir gedacht. Die Sängerin hat wohl nicht nur mich, sondern auch den ein oder anderen Juroren mit ihrem Blick hypnotisiert 😅 der gute 8 Platz für Deutschland freut mich. Ich hätte ihn gerne noch höher gesehen. Naja am Ende fehlten nur 4 Punkte für einen dritten Platz.

    Und das serbische voting war ja sehr merkwürdig 🤔

    • Natalya sah aus wie eine Kriegerin – da hatten die Jurymitglieder wohl Angst vor ihrer Reaktion bei einer niedrigen Wertung … 😉

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