„Una Voce per San Marino“: Umfangreiche Vorentscheidung 2022 mit Finale am 19. Februar

Der 35.000-Einwohner-Staat San Marino startet im Dezember in eine der umfangreichsten Vorentscheidungen für den Eurovision Song Contest 2022. Zumindest dieser große Umfang ließ sich bereits auf Basis der im April veröffentlichten Informationen des Senders RTV ahnen. Insgesamt 18 Beiträge werden beim Finale am 19. Februar zu hören sein, das im Teatro Nuovo in Dogana (Ortsteil von San Marino) stattfinden soll. Die eine Hälfte der Acts stammt aus einem umfangreichen Nachwuchswettbewerb, die anderen neun Beiträge werden direkt zum Finale eingeladen.

Heute wurde bei einer im Internet übertragenen Pressekonferenz bekanntgegeben, wie die Auswahl des Beitrags von San Marino für den ESC 2022 in Italien erfolgen wird. Für die Vorentscheidung wurde ein Synergievertrag zwischen dem öffentlichen und privaten Sektor mit dem Staatssekretariat für Tourismus, Postwesen, Zusammenarbeit und Expo der Republik San Marino und mit San Marino RTV geschlossen, dem Radio- und Fernsehsender der Republik San Marino. Im Vertrag wurde festgelegt, dass die Vorentscheidung unter dem Namen „Una Voce Per San Marino“ (Eine Stimme für San Marino) durchgeführt wird, dessen Ziel es ist, eine/n Gewinner/in zu ermitteln, der/die am Eurovision Song Contest 2022 teilnehmen wird. Darüberhinaus möchte man bei dieser Auswahl neue Künster/innen und bekannte Acts in einem Wettbewerb zusammenzubringen. Das alles im Namen der musikalischen Qualität und der Absicht, dass Una Voce per San Marino ein Sprungbrett in die internationale Musikszene sein möge.

An dem Festival können sowohl Nachwuchskünstler/innen als auch große Acts des Musiksektors teilnehmen, ohne Einschränkung der Staatsangehörigkeit oder der Sprachwahl bei der Interpretation der zum Wettbewerb eingereichten Lieder. Vom 13. bis 19. Dezember 2021 und vom 5. bis 11. Januar 2022 findet in San Marino im Theater Titano eine Akademie für die am Wettbewerb teilnehmenden Nachwuchskünstler/innen statt, die auch als Vor-Casting dient. Im Februar 2022 endet diese Vorauswahl mit dem Halbfinale und dem Finale, bei dem die neun Künstler/innen bestimmt werden, die zusammen mit den ausgewählten Acts (ohne Einschränkung der Nationalität oder Sprache) am 19. Februar 2022 beim Finale auftreten werden. Dort kürt eine qualifizierte Jury wird auf der Grundlage des Verdienstes, frei und ohne jegliche Zwänge, den Siegerbeitrag von „Una voce per San Marino“, gefolgt von den Plätzen 2 und 3.

Für die Kategorie „Große Acts“ wird es keine Auswahl geben, sondern direkte Einladungen von der Firma Media Evolution. Die neun ausgewählten „Großen“ sowie die Teilnehmer des Finales in der Nachwuchs-Kategorie können den Song, den sie beim Finale vortragen, frei wählen.

Hier die Vorstellung des Konzeptes, die heute beim Sender Rtv zu sehen war.


46 Kommentare

  1. Dogana ist der größte und einwohnerreichste Ortsteil der Gemeinde Serravalle im Norden der Republik San Marino.
    Das Teatro Nouvo oder auch Titano-Theater genannt, hat eine Kapazität von bis zu 900 Zuschauer im Saal.
    Wir dürfen gespannt sein, was kommen wird 😉

  2. Claude Lombard (Belgien 1968) und meistens mit lustiger Perücke in zahlreichen belgischen Backgroundchören, Tochter des Komponisten des ersten belgischen Beitrages 1956, ist im Alter von 76 Jahren gestorben 🙁

    • R.I.P.
      wenn ich heute auf ESC 1968 zurückblicke,gefällt mir ihr lied am zweitbesten,hinter cliff richard und noch vor dem gewinner spanien.
      (congratulations war damals ein langzeithit auf der kneipenmusikbox meiner eltern – das beeinflusst wohl etwas.)

      • bin vorgestern eher zufällig bei wiwibloggs über „eurovision again“ gestolpert – ist mir vorher nie aufgefallen und es haben schon diverse ausgaben stattgefunden.
        der 2016 gewinner wurde entthront und netta 2018 gleich mit (saara aalto wurde dafür verdientermaßen rehabilitiert!) alles ganz ok – 1990 das feurige spanische ladyduett immerhin auf platz 2 aber,daß man es nicht geschafft hat bei 1991 dem wahren zeitlosen! gewinner (amina) eine späte genugtuung zu verschaffen… seufz

      • Eurovision again kommt jeden dritten Samstag im Monat, habs im Kalender notiert, weil es keine Erinnerungsabos gibt.
        Finde es wirklich spannend, auch weil ich einfach nicht mehr konkret weiss, welchen ESC ich gesehen habe oder welche Auftritte ich durch Rückblicke kenne.
        Da hier auf dem Blog kein Interesse besteht, gucke ich mit ca. 1000 bis 2000 Verrückten auf youtube.coronavirus 😶

      • Wenn man will, dann kann man auch. Die Vorentscheide, die uns Cascada und Elaiza bescherten, konnten sich durchaus sehen lassen. Und auch der Behelfsvorentscheid nach Naidoo war in Anbetracht der Umstände ordentlich.

      • Nicht zu vergessen, die VE 2015. Da waren (mMn) gleich 3 Acts, denen ich beim ESC einen Achtungserfolg zugetraut hätte: Fahrenhaidt, Laing und Alexa Feser.
        Die einzige Wahl zwischen „Pest und Cholera“ war 2017.

      • Stimmt. Wobei mir bei Fahrenhaidt allerdings hauptsächlich das missglückte Staging in Erinnerung ist und man Herrn Kümmert gar nicht erst hätte antreten lassen sollen.

      • @Porsteinn

        Okay, das Staging von Fahrenhaidt war nicht optimal. Aber das Potenzial war durchaus gegeben. Den Auftritt hätte man ja optimieren können.😉
        Was Herr Kümmert betrifft, gebe ich Dir recht. Man hätte das Desaster zumindest erahnen können, es war ja offensichtlich, dass er diesem Druck nicht gewachsen ist, da er psychische Probleme hat.

      • Es ist weder eine Frage des wollens, noch des schaffens oder des könnens, sondern des Konzepts!

        Ich weiß, dass es hier viele Vorentscheidshow-Fans (mich eingeschlossen) gibt, da dies für uns natürlich interessanter ist als wie eine interne Auswahl, wo dann nur der Künstler bzw. Künstlerin bekannt gegeben wird. Vor allem auch dann, wenn man den Vorentscheid im Studio miterlebt. Das wichtigste ist aber trotzdem der ESC an sich, oder? Von daher macht es keinen Sinn eine gute Vorentscheidshow abzuhalten, wenn die Songs/Künstler, welche dort ausgewählt werden, dann beim internationalen Publikum nicht gut ankommen.
        Weil hier vom Beispiel Cascada und Elaiza geschrieben wurde:
        Auch wenn der Vorentscheid gut war, war es am Ende beim ESC auch nur der 21. (Cascada) bzw. 18. (Elaiza) Platz.

        Meine Meinung, welche ich hier schon oft geschrieben habe, ist, dass man das Vorentscheid-Konzept von diesem und letztem Jahr noch eine dritte Chance gibt.
        Ben Dolic ist im letzten Jahr beim internationalen Publikum ja gut angekommen. Das Pech war halt dann einfach der Ausfall des letztjährigen ESC wegen Corona. Bei den ganzen „Ersatzrankings“, welche es im letzten Jahr so gab, hat Deutschland ja gut abgeschnitten.
        Kritik kam letztes Jahr nur von Deutschland selber (hauptsächlich von uns hier bei ESC kompakt), weil der Elbphilharmonie-Auftritt nicht so besonders war. Aber hier habe ich auch schon oft geschrieben, dass diesen einige von uns hier zu ernst genommen haben. Damals im Mai 2020 galt eine strenge Abstandsregelung und die Elbphilharmonie-Bühne -sowie das ganze drum herum u.a. Kamerafahrten- kann man auch nicht mit einer ESC-Bühne vergleichen.

      • Ja eben: Welches Konzept WILL man beim NDR (ausprobieren/weiterführen)? Also ist es eine Frage des WOLLENS. 😉

      • @AlexESC

        Eine interne Nominierung kann durchaus funktionieren, aber dann sollte der Titel auch ordentlich promotet werden. Ist so gut wie nicht geschehen. Außerdem kennt man schon den Liveauftritte bzw. die nationale Konkurrenz.
        Natürlich ärgert man sich oft, dass nicht der eigene Favorit (oder Favoritin) die VE gewonnen hat
        Aber der Act wurde halt (unter anderm) Publikum ausgewählt, Ist halt dann doch transparenter.

        Länder wie die Schweiz, die Niederlande oder (oft) auch Belgien haben irgendwie ein glücklicheres Händchen bei der Direktnominierung. Keine Ahnung, woran das liegt.

      • Na ja, ich bin etwas befangen, da ich „I don’t feel hate“ immer noch mag. Allerdings kannte man die Konkurrenz nicht. Genau da liegt das Problem.

    • Ich bin ja gespannt, ob er das wirklich durchzieht und jedesmal wenn hier das Wort Vorentscheid kommt, das Gleiche verkündet. Ist zwar langweilig und wird nichts helfen, aber auch konsequent.
      Leider gibt es hier ja schon einen certerum, ansonsten wäre es auch eine Möglichkeit, das im Namen festzuhalten, dann würde es noch öfters auftauchen. Wenn mein kleines Latinum nicht schon so lange her wäre, könnte ich auch sagen, was „Vorentscheid“ und „stattfinden“ heißt.

    • @Portseinn & Gaby

      Warum Kümmert überhaupt aufgetreten ist verstehe ich bis heute nicht. Natürlich ist so eine Angststörung nicht schön, aber sowas tritt doch nicht über Nacht plötzlich auf. Er hätte da überhaupt nicht teilnehmen sollen, zumal er schon bei „The Voice“ große Probleme mit der plötzlichen Aufmerksamkeit hatte.

      Ich denke auch nicht dass wir mit ihm in Wien wirklich was gerissen hätten, dafür gab es 2015 einfach zu viele Balladen bzw. Midtemponummern, da wären wir auch untergegangen, wenn auch vielleicht nicht mit 0 Punkten.

      • Eine Angststörung wünscht man seinem ärgsten Feind nicht, ist schon schlimm.

        Komischerweise hätte ich dem Herrn Kümmert schon ein respektables Ergebnis zugetraut, zumindest im hinteren Mittelfeld. Der Song war jetzt nicht unbedingt meine Musikrichtung, aber er hatte schon eine außergewöhnliche Stimme. Naja, letztendlich ist es schon richtig, dass er nicht gefahren ist, allerdings hätte man ihm auch diese ganzen Schlagzeilen nach der VE ersparen können, indem man ihn erst gar nicht für die VE nominiert hätte.

  3. Wenn ich Kasachstan wäre (ja, ich weiß, ich bin eine Person und kein Land – aber nur mal angenommen), dann würde ich die Gunst der Stunde in San Marino nutzen und über San Marino eine/einen kasachische-n Vertreter/in beim ESC 2022 an den Start zu bekommen ^^ – wenn schon nicht per Einladung über die EBU /host Italia …..dann halt auf dem Wege über San Marino …..haha …..wie gleil wäre das denn bitte!

    • Vielleicht wird Kasachstan ja eingeladen, nur sie wollen nicht! Beim JuniorESc werden sie ja auch eingeladen und sind dort jetzt seit 2018 (erfolgreich) dabei. Es macht aus meiner Sicht keinen Sinn, wenn sie zum JESC Jahr für Jahr eingeladen werden, aber zum ESC nicht. Also gehe ich mal davon aus, dass Kasachstan auch zum ESC eingeladen wird, aber dort (noch) nicht teilnehmen möchte.

    • Durch die Hintertür zum ESC, dass hat Australien mit Bravour so gemacht. Mehrere australische Künstler traten für andere Länder beim ESC auf, bis das Känguru-Land endlich 2015 geschafft hat: Olivia Newton-John (UK 1974), Johnny Logan (IRL 1980 & 1987), Gina G. (UK 1996)……

      • Gaby – möchte ich doch auch ….aber die Chancen sind schwindend gering, dass wir Lichtenstein, Monaco und Luxemburg sehen werden in naher oder ferner Zukunft. Bei Andorra kann das schon eher etwas werden.

  4. Es gibt Neuigkeiten aus Finnland! Der für den ESC federführende Sender YLE gab bekannt, daß nächstes Jahr der Vorentscheid UMK in der letzten Woche im Februar stattfinden wird; der letzte Samstag in diesem Monat wäre also 26. Februar 2022:

    https://eurovoix.com/2021/09/23/finland-umk-2022-to-be-held-last-week-february/

    Die Bewerbungsphase läuft noch bis zum 5. Oktober 2021.

    Es gibt auch Neuigkeiten aus der Ukraine in Sachen JESC. Der federführende Sender UA:PBC hat heute offiziell vermeldet, daß zum Stichtag 118 Bewerbungen eingingen:

    https://escxtra.com/2021/09/23/ukraine-junior-eurovision-2021-national-selection/

    Die Anzahl der potenziellen Kandidaten setzt sich aus 115 Solisten und drei Gruppen zusammen.

    • zu UMK muss ich kurz was klarstellen:
      Die Bewerbungsphase für UMK an sich endete bereits am 06. September. Die aktuelle Bewerbungsphase, welche bis zum 05. Oktober läuft, ist für Tänzer gedacht, welche bei UMK am 26. Februar auftreten möchten.

  5. „Ohne Einschränkung der Nationalität und Sprache“ ist natürlich mein Lieblingssatz aus diesen Infos 😉 Zumindest für ein Land wie San Marino. Ich liebe die Überraschung, dass es mittlerweile jede:r sein könnte. Sogar, sagen wir Flo Rida 😀

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