Die Überschrift deutet es bereits an: Diese Presseschau ist anders als die Feuilleton-Übersichten, die ich in den Vorjahren kompiliert habe. Gefühlt gab es noch nie so viele Pressestimmen zum Eurovision Song Contest wie in diesem Jahr. Die Gründe dafür sind vielfältig, aber es sind ganz überwiegend keine schönen. Die Krawalle in Malmö, die unerträglichen Streitigkeiten über die Teilnahme Israels, die Disqualifikation von Joost Klein aus den Niederlanden und eine für ESC-Verhältnisse nie dagewesene Überhitzung der Social-Media-Plattformen prägen die Schlagzeilen – egal, ob es sich um sogenannten etablierte Leitmedien oder Gen-Z-Kanäle handelt.
Fast unter gehen dabei der sympathische Erfolg von Nemo für die Schweiz und die Freude über Isaak, der für Deutschland mit souveräner Gelassenheit einen 12. Platz erreichen konnte. Dieser „information overload“ hat zu unserer Entscheidung geführt, Euch die Presseresonanzen auf den 68. Eurovision Song Contest in drei Folgen zu präsentieren. In weiteren Folgen wollen wir die Erfolge von Nemo und Isaak noch einmal Revue passieren lassen (herzliche Glückwünsche an Euch beide auch an dieser Stelle) und auch einen Blick nach vorne wagen.
Beginnen wollen wir in Folge 1 mit einigen „signature pieces“, die ein wenig die emotionale Achterbahnfahrt zum Ausdruck bringen, die viele langjährige Fans, wie auch den Autor dieser Zeilen, erschüttert hat.
Berliner Morgenpost
Rebecca Baden findet – und das ist eher selten in diesem Jahr – in der Berliner Morgenpost noch einigermaßen versöhnliche Worte, auch wenn ihre Rezension (wie fast alle) auch politische Aspekte aufgreift. Unter der Headline „Große Show, viel Politik und ein wenig Musik“ schreibt die Autorin:
„Der ESC 2024 stand unter schlechten Vorzeichen. Am Ende gelang es für vier Stunden zumindest teilweise, diesen zu entfliehen.
Am Ende sind es Fingernägel, die die europäische Rundfunkanstalt EBU übersehen hat. Die portugiesische Sängerin Iolanda hatte sie sich für ihren Auftritt im Stil eines Kufiya-Tuchs designen lassen: eine Unterstützungsgeste für Palästinenser und Palästinenserinnen. Und beim ESC verboten. (…)
Der ESC 2024 verlief trotz großer Bedenken größtenteils friedlich, obwohl bei der israelischen Punktevergabe immer wieder Buh-Rufe laut wurden.
Dennoch war die Stimmung am Anfang des Abends noch recht verhalten. Als Isaak (…) auftrat, wirkte er auf der vergleichsweise minimalistisch eingerichteten dunklen Bühne erst etwas unscheinbar. (…) Erst als Isaak die gesamte Kraft seiner Stimme offenbarte und in einem Meer aus Flammen auf der Bühne stand, taute das Publikum langsam auf. (…) Die politische Dimension des ESC 2024 schienen zumindest kurzzeitig vergessen.“
Rebecca unterscheidet zwischen den großartigen spekakulären Inszenierungen (sie nennt beispielhaft Schweden, die Ukraine und die Schweiz) und dem politisch-aufgeheizten Drumherum wie es viele Rezensenten tun, die dem ESC wohlwollend gegenüberstehen.
DIE WELT
Deutlich stärker erschüttert hat die Show Lena Karger von DIE WELT. „Endlich ist es vorbei!“ schreibt sie über ihre Rezension:
„Pöbeleien, Skandale und Boykottaufrufe prägten auch den Finaltag des Eurovision Song Contests. Die Feindseligkeit in den Straßen und den sozialen Netzwerken strahlte bis hinter die Kulissen. Die sich weltoffen gebenden Glitzerwelt ist schwer beschädigt.
Der ESC ist vorbei und zum ersten Mal in seiner Geschichte dürften die Fans darüber genauso erleichtert sein, wie die, die ihn nicht ausstehen können. (…)
Die Feindseligkeit in den Straßen und den sozialen Netzwerken strahlte bis hinter die Kulissen. Besonders die Künstler aus Irland, Holland und Griechenland machten ihren Missmut über die Teilnahme Israels deutlich und richteten sie direkt gegen Golan. Der irische Act Bambi Thug – der als Hexe satanische Verse auf der Bühne schrie – erzählte einem Reporter, vor Verzweiflung geweint zu haben, als Israel es ins Finale schaffte.“
Auch findet DIE WELT anerkennende Worte für Isaak:
„Deutschland darf stolz auf Isaak sein, schließlich hat er uns vor der Nulllinie bewahrt – und war dabei noch sympathisch.“
BILD
Das Entsetzen über die israelfeinlichen Vorkommnisse in und außerhalb der Halle formuliert auch der stellvertretende BILD-Chef Timo Lokoschat in seinem Kommentar „NULL Punkte für diesen ESC!“:
„Als im ARD-Studio der Welthit ‚Waterloo‘ gesungen wurde, war der ESC längst in seinem ganz eigenen Waterloo versunken. Aggressivität, Selbstgerechtigkeit, Antisemitismus – allgegenwärtig. ZERO Points für Malmö.
Die gerade einmal 20 Jahre alte Sängerin aus Israel konnte nicht einmal ihr Hotelzimmer verlassen, musste von der Polizei vor dem antisemitischen Mob beschützt werden, der auf den Straßen der schwedischen Stadt seinem Hass freien Lauf ließ. United by Music (so das offizielle Motto)? Von wegen. Kein bisschen Frieden. (…)
Auf, hinter und neben der Bühne Scheinheiligkeit im Endstadium. Die ESC-Community gibt sich gerne bunt, divers und fortschrittlich, MOBBTE aber tagelang eine junge Frau. Stellte sich in großen Teilen gegen das einzige Land im Nahen Osten, in dem Vielfalt nicht lebensgefährlich ist, sondern Menschen so leben und lieben können, wie sie es für richtig halten. (…)
Die beste Antwort gab’s am späten Abend bei der Ergebnisverkündung. Während die JURY vergleichsweise wenig Punkte an Israel vergab, wählte das PUBLIKUM Eden Golan auf einen starken zweiten Platz (in Deutschland sogar auf den ersten).“
OGAE Deutschland
Dieser ESC ist der Erste, in dem ein friendlicher völkerverbindender Wettstreit von Künstlerinnen und Künstlern zur offenen Feindseligkeit eben dieser untereinander mutierte. Frank Albers vom OGAE hat das exemplarisch in der Pressekonferenz nach dem Semi 2 erlebt und (zu einem Zeitpunkt, als die Disqualifikation von Joost noch kein Thema war) in einem emotionalen Kommentar „Joost Klein führt das Motto United by Music ad absurdum“ zusammengefasst:
„Den Großteil der Pressekonferenz der zehn Finalisten am späten Samstagabend in Malmö verbrachte Joost Klein verborgen unter einer niederländischen Fahne. Die Frage ob Musik Menschen verbindet, will er nicht beantworten und verweist die Frage an die EBU. Natürlich war allen im Saal klar, dass sein Verhalten direkt gegen die neben ihm sitzende israelische Sängerin Eden Golan und Israel gerichtet war. (…)
Was am schwerwiegendsten bleibt ist, dass Joost Klein in seinem Verhalten und in seinen (auch indirekten) Äußerungen eine anti-israelische Haltung und eine Ausgrenzung einer jungen jüdischen Sängerin salonfähig zu machen versuchte, die in dieser erschreckenden Offenheit beim ESC bisher sicher einmalig war und damit die grandiose Idee des ESC mit Füßen tritt – und nicht nur die Idee des ESCs, sondern vor allem auch die Idee Europas. Sein eigenes Lied “Europapa” lässt er somit zu einer bitteren Absurdität und Lüge verkommen.“
Frankfurter Rundschau / dpa
Was Frank hier schreibt, das veröffentlichte in ähnlicher Tonalität mit Abstand vom drei Tagen unter der Retro-Headline „Grand Prix vor Scherbenhaufen“ auch die FR auf Basis von dpa-Material:
„Israels Künstlerin Eden Golan ist in diesem Finale lange tapfer geblieben – doch nach ihrem Auftritt bricht sie in Tränen aus. Sie sieht sich immer wieder unsäglichen Anfeindungen ausgesetzt. Das Schlimmste daran: Sie kommen nicht wie erwartet vor allem aus dem Netz oder beschränken sich gar auf Demos draußen vor der Tür. Die lautesten Hass-Schreie, Pfiffe und Buhrufe erklingen aus dem Publikum der Halle. Menschen drehen Golan bei deren Auftritt demonstrativ den Rücken zu. Sie fokussiert sich auf die Jubelrufe, die stets überwiegen. ‚Es gibt so viele Menschen, die mich unterstützen.‘ Doch was bitter auffällt: Auch ESC-Künstler fallen Eden Golan in den Rücken. Das ist neu, unerwartet.“
Was hier examplarisch dokumentiert ist, ist der prägende rote Faden in der ESC-Nachberichterstattung. Die Kravalle in Malmö, die die schwedische Polizei veranlassen, Verstärkung aus Norwegen und Dänemark zu holen, sowie die selbst für den TV-Zuschauer spürbare, unsägliche aggressive Überhitzung aufgrund der Teilnahme Israels dominiert die Nachberichterstattung. Mein Kollege Arne war sowohl beim zweiten Halbfinale als auch beim Finale in der Halle und diagnostiziert eine nie dagewesene Verrohung mit den Worten: „Der ESC hat seine Unschuld verloren,“ und das liest man auch oft genauso in verschiedenen Veröffentlichungen (wie z.B. hier bei FOCUS Online), weshalb ich diese Headline gewählt habe.
DER SPIEGEL / Kölner Stadtanzeiger / Rolling Stone
Aber selbstverständlich gibt es auch andere Schlagzeilen und Veröffentlichungen. Felix Bayer zeichnet in DER SPIEGEL ein sehr sympathisches Portrait von Nemo („Queer gewinnt“) und der Kölner Stadtanzeiger feiert seinen Lokalhelden Thorsten Schorn („Thorsten Schorn gelingt Premiere“), welcher andererseits wiederum ähnliche Erfahrungen wie Isaak mit seinem ZDF-Interview machen musste, weil ein (verunglücktes) Russland-Zitat ein so breites Echo fand, dass die eigentliche Kommentierung in der Wahrnehmung des Feuilletons dahinter zurücktrat.
Süddeutsche Zeitung
Ins Lead ging bei der Kritik zum besagten deplatzierten Israel-Russland-Vergleich Aurelie von Blazekovic von der SZ, die in ihrem Beitrag „Muskelkater in Malmö“ darüber sogar unterließ, den guten 12. Platz von Isaak zu erwähnen. Aurelie wünscht sich „milde“ zu bleiben, formuliert aber offensiv:
„Weil einen so angespannten, so irritierenden Eurovision Song Contest selbst absolute Experten noch nicht erlebt haben, möchte man in der Detailkritik, wie immer bei außergewöhnlichen Umständen, unbedingt milde bleiben. Zumal ausgerechnet dieser ESC auch der allererste ARD-Live-Kommentar von Thorsten Schorn war. Milde bleiben kann aber nicht die Aufgabe von Josef Schuster sein, Präsident des Zentralrats der Juden. Er hat recht, wenn er nun von den Öffentlich-Rechtlichen, von der ARD „mehr Klarheit“ fordert. (…) Konkret gemeint ist ein Satz Thorsten Schorns nach dem Auftritt von Eden Golan, in dem er die Proteste gegen die Teilnahme des Landes so zusammenfasste: „Es wird kritisiert, dass Russland nach dem Angriff auf die Ukraine vom ESC ausgeschlossen wurde, Israel aber ungeachtet seines Vorgehens im Gazastreifen nicht.“ Mehr nicht, danach ging es mit Litauen weiter.
Was vor den fast acht Millionen Zuschauern des ESC-Finales der ARD an dieser Stelle also nicht gesagt wurde: Dass das kritik- wie protestwürdige Vorgehen Israels in Gaza dem Terrorangriff am 7. Oktober mit 1200 Toten und bis heute mehr als hundert festgehaltenen Geiseln folgte. Der NDR erklärt auf Anfrage zu dem Satz: „Es handelt sich um eine journalistische Information und Erklärung, nicht darum, sich eine Meinung zu eigen zu machen.“ Man habe außerdem „in breitem Umfang“ auf allen Kanälen über die Vorgänge in Malmö vor und während des ESC und die politischen Proteste berichtet und sie eingeordnet.
Doch im wichtigsten Moment, live nach dem Auftritt Israels, geschah gerade das eben nicht.“
epd Medien
Noch nie waren bei einem ESC Frustration und Aggression, Ernsthaftigkeit und Nachdenklichkeit auf der einen Seite und die Freude an der glamourösen Show und dem musikalischen Miteinander auf der anderen Seite so widersprüchlich. Diese Zerrissenheit wird bleiben.
Das vorausgeschickt, wollen wollen wir die erste Presseschau mit drei Highlights aus der „Friends of ESC kompakt“-Entourage beschließen. Comedian und ESC-kompakt-Songchecker Johannes Floehr hat seine Eindrücke von seinem ersten ESC vor Ort hier bereits aufgeschrieben. Lukas Respondek wirft einen sehr ganzheitlichen und ausgewogenen Blick auf den ESC, es lohnt sich, sein Stück „The show must go on“ vollständig zu lesen, weil wir hier nur einen zentralen Aspekt herausstellen können, nämlich, wofür der ESC eigentlich steht (stehen sollte):
„Wünschenswert wäre, dass sich allen voran die Teilnehmer und ihre Delegationen bemühen, Gemeinsamkeiten wie die Freude an der Musik zumindest für die Zeit des Wettbewerbs über politische Differenzen zu stellen. (…) Das ist dieses Jahr leider nicht gelungen, sodass der ESC seinem eigenenen Anspruch, als unpolitischer Musikwettbewerb Nationen durch Musik zu vereinen, in diesem Jahr nicht gerecht werden konnte. Das beschämende Verhalten einiger Fans und Kandidaten hat gezeigt, dass das faire Miteinander ohne ein Mindestmaß an Anstand und Respekt nicht möglich ist. Zu viele Beteiligte haben ihre politischen Positionen und ihre zwischenmenschlichen Antipathien öffentlich ausgetragen und damit der Vorfreude der ESC-Fans erheblich geschadet. Der vereinende Charakter des Wettbewerbs, der dieses Jahr erneut unter dem Motto „United by Music“ stattfand, ist eine Illusion, wenn politische Uneinigkeit das Geschehen dominiert.“
Plietschnack
Abschließen möchten wir mit einem versöhnlichen Stück von einen weiteren ESC-kompakt-Songchecker.
Plietschnack hatte „Always on the run“ in einer Besprechung nach dem deutschen Finale 2024 den letzten Platz prophezeit und es ist bekanntlich ganz anders gekommen. Es spricht für Größe, dass er sich in einem Folgestück „Es tut mir leid lieber NDR“ genauso öffentlich entschuldigt. Gleichzeitig sieht er „room 4 improvement“ (meine Wortwahl). Und damit ist er nicht allein, ähnliches sagt Peter-Philipp Schmitt in seinem FAZ-Beitrag „Nicht auf dem 12. Platz ausruhen!“ auch. Aber das ist wieder ein neues Thema, auf das wir im zweiten Teil unserer Presseschau zurückkommen.
Was meint Ihr? Wird der ESC zu seinen Wurzeln des Grenzen überwindenden, friedlichen und freundschaftlichen musikalischen Wettstreits unbeschadetet zurückkehren können? Und haben wir wichtige Pressestimmen übersehen? Schreibt uns dazu gerne in den Kommentaren.
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„Der ESC hat seine Unschuld verloren“
Ja, wenn wir es jetzt noch schaffen, dies in jedem Kommentar hier zu erwähnen und noch ein paar Tage länger in den reichweitenstarken Medien zu halten, dann glaubt es auch jede(r). Aber wo haben wir das denn in den unterhaltsamen vier Stunden Live-Show am Samstag gesehen? Ich bin mir sicher, dass man diesen Eindruck rein durch das Schauen des Finals am Samstag nicht gewinnen haben konnte (Buhrufe bei dr Punktevergabe für Israel, iolandas Fingernägel sowie Bambies Plüsch-Melone waren die einzigen dem Zuschauer ersichtlichen „Botschaften“). Ja, die Stimmung war gereizt, aber das Verlieren der Unschuld erkennen wir doch erst im Nachhinein, weil es ja förmlich von jeder Seite her beschrien wird. Hat der ESC denn jemals von sich behauptet, unschuldig zu sein oder wurde dieses Attribut dem Wettbewerb erst von seinen Fans zugeschrieben?
Natürlich ist der ESC nicht unpolitisch, das muss auch von höchster Stelle eingesehen, akzeptiert und transportiert werden. Das Leben lebt von der Politk sowie die Politik vom Leben lebt. Aber dass der ESC ergo politisch ist, legitimiert jedoch nicht eine Politiserung des Wettbewerbs.
„Nobody’s perfect“ – auch nicht als ESC-Teilnehmer/-in. Wie man in diesem Thread (unter dem davor, dem davor und dem davor… 🥱) zu Genüge lesen kann, haben sich einige Acts der Class of 2024 sehr respektlos gegenüber anderen Acts verhalten – bestes Beispiel ist Herr Klein aus den Niederlanden, der aber aufgrund der Gewaltvorwürfe nochmal gesondert betrachtet werden muss. Dieses Verhalten ist äußerst bedauerlich und aufs Schärfste zu verurteilen. Deshalb aber gleich die betroffene Personen bis in die Ewigkeit zu verabscheuen, kann aber auch nicht die Lösung sein. Vorverurteilungen aufgrund mutmaßlicher (oft handelt es sich nur um Gerüchte) Präzedenzfälle lehne ich ab; jede(r) macht Fehler, auch schwerwiegende. Aber solange solch schwerwiegende Fehler nicht dauerhaft absichtlich begangen werden, möchte ich keine Person verurteilen. So auch nicht die Acts des diesjährigen ESCs. Diese kennen wir nicht persönlich nicht, wissen nicht wie sie abseits des Kameratrubels ticken. Unser ganzes Bild über diese beruht nur auf Auftritten in der Öffentlichkeit (die immer auch eine inszenatorische Komponente beinhalten), sodass eine abschließende Beurteilung á la „Person xy möchte ich nie wieder sehen!“ noch nicht in Frage kommen kann.
Zu guter Letzt: Der ESC mag in seiner öffentlichen Wahrnehmung dieses Jahr nicht gut da gestanden haben, aber größere langfristuge Folgen für die nächsten Jahrzehnte lassen sich m.M.n. nicht daraus ableiten. Ja, die Geschehnisse der ESC-Woche 2024 müssen aufgearbeitet werden, auch gründlich, aber man darf sich im Blick in die Vergangenheit nicht verlieren. Schnell muss der Blick auch wieder nach vorne, in die Zukunft gerichtet werden, damit der ESC 2025 wieder ein Stück weit so verläuft, wie man es sich immer idealisierterweise wünscht. Der völkerverbindene, kulturelle Aspekt der Veranstaltung wird bleiben und den ESC auch durch schwere Zeiten (so wie die jetzige eine sein mag) tragen. Kulturkontakt ist nicht endlich, das wusste auch schon Urs Bitterli, und der ESC ist eben die größte Plattform, um dies (pan-)europäisch zu betreiben und zu zelebrieren.
Das ist jetzt aber ne sehr verharmlosende und relativierende Sichtweise.
Also ich feier die Hexenclique total.
Aber Slimane noch mehr, nicht wahr?? 😉
Wie bist du denn auf ihn aufmerksam geworden??
Durch diese Französische Coverversion von Bella Ciao. Da hab ich auch Vitaa kennengelernt
https://youtu.be/CAOFXTbECn0?si=5B0z9xz14lDkSVgl
Das ist eine durchaus interessante Version dieses Klassikers.
Hierzulande wurde daraus zumeist ein Ballermannschlager gemacht….
Das magst du so sehen. Für mich war es einfach nur wichtig, authentisch (@Peter) meine mit etwas Abstand zum Gefühlschaos letzte Woche Samstag geordnete Sichtweise zu schildern.
Ich antworte da jetzt einfach mal mit dem letzten Posting meiner diesjährigen Nachlese:
Sixtus sagt miau: Liebe Mit-Fans!
Vielen Dank für den tollen Kommentar. 🙂
Als keiner positiver Impuls: Wir waren zu fünft bei unserer Watchparty. 2 Leute, die Ahnung vom ESC hatten und 3 Leute die nur 1x im Jahr den ESC mit uns gucken. Die 3 Leute fanden die Show insgesamt als sehr gelungener Abend. Von den ganzen Kontroversen haben sie erst durch mich mitbekommen und diese hatten auch keinen großen Platz bei den Gesprächen währenddessen, ausser das das unnötige Buhen negativ aufgefallen ist.
So ging es mir mit meiner Tochter auch. Sie hatte auch nur etwas von der Disqualifikation von Joost Klein gelesen, sie ist ja auch Fan von Europapa und war darüber natürlich etwas traurig.
Ich habe dann größtenteils über die diversen Vorkommnisse geschwiegen, um ihr die Show nicht „madig“ zu machen. So konnten wir den ESC richtig geniessen, naja, bis auf so ein paar merkwürdige Auftritte, z.B. BT und Olly 😉 und das dämliche Publikumgebuhe gegen Eden Golan, das ging auch gegen ihren Gerechtigkeitssinn (gegen meinen übrigens auch).
Meine Töchter sind ja inzwischen 17 und durchaus ESC-involviert, die haben es schon hautnah mitbekommen. Am Abend selbst hatten wir noch eine Freundin von ihnen zu Besuch, da konnten wir die Auftritte dann zusammen schon genießen und haben das Thema ausgeklammert. Nebenbei hab ich mit einer englischen Freundin gechattet, die natürlich über das Televoting-Ergebnis von Olly nicht so richtig happy war.
Das Problem ist: Wenn man so nah am Geschehen ist, dann ist es schon schwer, da dann wieder das halbvolle Glas zu sehen. Das Glas war halbvoll, nur eben nicht mit Wasser oder mit Luft, sondern mit einem sehr hässlichen Inhalt. Ich war einfach froh, als es dann vorbei war, bin nachts noch rausgefahren in der (vergeblichen) Hoffnung, vielleicht doch noch ein Fitzelchen Aurora Borealis zu erhaschen.
Ab übermorgen bin ich im Urlaub und kriege hoffentlich ein bisschen Abstand vom Ganzen.