
Polen befindet sich momentan in einem politischen Wandel, der grundsätzlich in eine pro-europäische Richtung geht. Die Auswirkungen auf die kommende ESC-Teilnahme in Malmö sind aktuell dennoch unsicher. Der zuständige Sender TVP wird auf Anordnung der neuen Regierung aktuell nämlich umstrukturiert. Obwohl also immer noch nicht ganz klar ist, wie es um Polen beim ESC 2024 steht, verdichten sich parallel die Teilnahme-Gerüchte um eine der erfolgreichsten Künstlerinnen des Landes…
Machtwechsel in Polen: Umstrukturierung bei TVP
Lange Zeit war die konservative PiS-Partei in Polen an der Macht. Vor wenigen Wochen jedoch hat sich ein Bündis aus drei (deutlich liberaleren) Parteien gemeinsam die Mehrheit bei den Wahlen geholt, was nun zu einer neuen Regierung in Polen geführt hat. Diese Regierung wird angeführt von Ministerpräsident Donald Tusk, der vor allem für seine Pro-Europa-Haltung bekannt ist. Da passt der ESC eigentlich perfekt ins Programm. Trotzdem sorgen gewisse Maßnahmen der Regierung Tusk jetzt erstmal für Unsicherheit.
Einer der Punkte, die Tusk bereits umsetzte, ist die Umstrukturierung des TV-Senders TVP, der unter anderem auch für den ESC zuständig ist. Dieser wurde jahrelang im Sinne der PiS-Partei umgebaut, um entsprechend wohlwollende Berichterstattung sicherzustellen. Deshalb hat die neue Regierung umgehend eine entsprechende Resolution erlassen und mehrere führende TVP-Mitarbeiter:innen gefeuert. Darunter übrigens auch Programm-Managerin Aneta Woźniak, die beim letzten (sehr umstrittenen) ESC-Vorentscheid noch Teil der Jury war.
Dieser Schritt führte wiederum zu heftigen Demonstrationen von Anhängern der PiS-Partei, die sich vor dem Sitz von TVP versammelten und so ihre Unzufriedenheit mit der Entscheidung zeigten, das gesamte Führungspersonal von TVP zu feuern. Während der Phase kurz nach den Entlassungen strahlte der TV-Sender zeitweise kein Programm mehr aus und sogar die Polizei musste vor Ort eingreifen.
Mittlerweile ist aber offenbar für neues Personal gesorgt, das bei TVP wieder für eine unabhängige Berichterstattung sorgen soll. Voraussichtlich werden die Umstrukturierungen auch zeitnah beendet sein, um dann die ESC-Teilnahme rechtzeitig planen zu können. Bislang soll diesbezüglich nämlich noch nichts passiert sein. Dennoch spricht die Sängerin Justyna Steczkowska bereits von einem ESC-Vorentscheid.
Tritt Justyna für Polen 2024 an?
In den letzten Tagen fiel der Name Justyna Steczkowska immer wieder in der ESC-Welt. Die Künstlerin hat ihren Hut selbst in den Ring geworfen, als sie ihre neueste Single „WITCH-ER Tarohoro“ auf Social Media ankündigte und den Post mit den Hashtags #eurowizija und #eurovision versehen hat (siehe unten). Zudem schreibt sie, dass der Song „für die ESC-Vorauswahl eingereicht“ worden sei.
Ihre potenzielle ESC-Nummer ist mit dem Produktions-Verband Hotel Torino entstanden, dem mehrere Songwriter:innen angehören. Der Verband ist auch für die polnischen Junior-ESC-Erfolgsnummern von Viki Gabor und Sara James verantwortlich. Laut Justyna soll es in ihrem Song um die slawische Kraft gehen, die für Kreativität und neue Kreationen sorgt. Diese Thematik soll durch slawische Klänge auch musikalisch in der Nummer zu hören sein.
Das Besondere an einer möglichen ESC-Teilnahme von Justyna Steczkowska wäre, dass sie damit einen neuen Rekord aufstellen würde. Noch nie zuvor lagen so viele Jahre zwischen zwei ESC-Teilnahmen eines Acts. Justyna nahm nämlich bereits 1995 für Polen mit „Sama“ am ESC teil (siehe unten). Sollte sie kommendes Jahr also für Malmö ausgewählt werden, würden 29 Jahre zwischen den beiden Teilnahmen liegen.
„WITCH-ER Tarohoro“ wird Justyna am 31. Dezember in einer Silvester-TV-Show zum ersten Mal live performen. Allerdings soll der Song schon zwei Tage früher, also diesen Freitag, offiziell erscheinen. Justyna ist mittlerweile 51 Jahre alt und hat in Polen mehrere Auszeichnungen für ihre Musik erhalten. Die neue Nummer soll allerdings in eine für sie völlig neue musikalische Richtung gehen.
Was sagst Du zu den neuesten Entwicklungen beim polnischen Sender TVP? Möchtest Du Justyna in Malmö beim ESC sehen? Lass uns wie immer gerne Deine Meinung da.
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Schließt mal zur Sicherheit schon Eure Katzen weg !😄😏
Nach 29 Jahren wäre ein Wiedersehen mit Justyna ganz gut, aber sollte es zu einem nationalen ESC-Vorentscheid kommen, ist sie noch keine sichere Siegerin.
Justynas Sama ist einer meiner Allzeit-Lieblingsbeiträge. So schräg und besonders, dass man ihn einfach nicht vergessen kann. Ich würde mich sehr über ein Wiedersehen freuen!
Ich denke in der aktuellen Situation wäre eine interne Auswahl die bessere Variante. Der ESC ist tatsächlich in den letzten Jahren eine der wenigen Sendungen für TVP gewesen die wirklich hohe Quoten hatte, ansonsten haben sich viele davon abgewandt da die Sender wirklich reine Propagandakanäle waren.
Denke auch dass jetzt auch wieder mehr Künstler bereit wären zum ESC anzutreten, viele haben es bisher kategorisch abgelehnt mit TVP zusammenzuarbeiten.
Justyna Steczkowska. 😍 Sie ist in meiner Playlist sehr gut vertreten. 🙂
Jau, Justynas ESC-Beitrag ist auch einer meiner Alltime-Favourites, hab auch einige CDs und ein Livekonzert auf DVD…
Auf youtube findet sich bereits eine Version des Songs, ist aber nicht klar, ob das bereits die endgültige Version ist. Ich finde ihn allerdings nicht ganz so toll wie ihre früheren Songs:
Naja, wenn das wirklich der Song wäre, würde ich doch eher einen Random-Vorentscheid empfehlen. Offensichtlich hat sie kurz vor Songentstehung im Urlaub viel Orient-Pop im Radio gehört
Das ist natürlich kein zweites Sama. Sie wird sich damit aber wesentlich besser platzieren als vor 29 Jahren. Ich tippe auf Krakau 2025.
Wenn 29 Jahre zwischen einem Film und seiner Fortsetzung liegen können (Hocus Pocus), warum dann nicht auch zwischen zwei ESC-Teilnahmen?
Oder ca. 40 Jahre zwischen der ersten Folge vom alten Pumuckl und der ersten Folge des neuen „alten Pumuckls“. 😍
Pumuckl war in meiner Kindheit meine Lieblingsfigur! ❤️ Die Serie ist weniger meins, aber ich habe alle 10 Bände gelesen und auch viele Kassetten gehört! Pumuckl auf die ESC-Bühne! 😄
@mauve:
„Pumuckl auf die ESC-Bühne! 😄“
Au ja, ich bin dabei. Paola Felix hat es ja beim deutschen VE 1982 mit Peter Pan und Maxi und Chris Garden haben es 1987 bei „Ein Lied für Brüssel“ mit dem Friedensappell für Teddybären („Frieden für die Teddybär’n“) versucht. Paola Felix sowie Maxi und Chris Garden hätten es beinahe geschafft und das ESC-Ticket für Harrogate und Brüssel gelöst.
Jetzt hast du das Kind in mir geweckt. 😀
@Timo1986
Hauptsache Pumuckl wird auf der Bühne nicht unsichtbar! 😂😂😂
Der ESC 2024 kann in Polen, meiner Meinung nach, nur durch organisatorische Gründe in Gefahr sein also dass z.B. die Zeit für das neue Team hier zu knapp ist um einen ESC-Act zu organisieren. Ansonsten gehe ich davon aus, dass Polen auch weiterhin am ESC teilnehmen möchte und somit auch am ESC 2024.
Beim JuniorESC bin ich da etwas skeptischer, da viele EBU-Länder/Sender hier eben nicht mitmachen und das neue TVP-Team hier eine andere Meinung zum JESC haben könnte als das alte. Im Gegensatz zum ESC hat TVP beim JESC seit 5 Jahren das immer gleiche Vorentscheid-Format. Falls also TVP am JESC wieder teilnehmen möchte, so wird es also auch ganz interessant sein zu sehen, ob hier das, seit 2019 etablierte, Vorentscheid-Format „Szansa na Sukces“ weitergeführt wird oder es etwas neues geben wird.
Soweit ich weiß, kann man sich für Szansa na sukces 2024 schon bewerben. Da der JESC ja nichts mit Propaganda zu tun hat, glaube ich nicht, dass das neue Team von TVP das noch absagt. Wie es dann 2025 weiter geht, ist natürlich die Frage.
Beim Lesen des Artikels kam mir spontan der wünschenswerte Gedanke, daß sich auch mal vor den NDR-Studios in Hamburg Menschen versammeln und für eine Ablösung des Senders in Sachen ESC demonstrieren. Der umgekehrte Fall sozusagen. Erbhöfe sind m.M.n. mindestens genauso schlecht wie eine radikale Umformung eines Senders nach politischen Vorgaben.
Aber halt, da klingelt doch etwas, oder?
Framing Manual zum Beispiel.
Gendersprech.
Casting nach Hautfarben.
Oder Lieder mit ganz tiefen Botschaften, zumindest wenn diese die richtigen sind.
Die Liste hierzulande wäre auch relativ lang…
Behalte deine neurechte AfD-Propaganda doch für dich.
Christian w, könntest du bitte mal erläutern, was an diesem post deiner ansicht nach “ neurechte afd- propaganda“ sein soll? Gute besserung.
Rainer 1,im Grunde ist das die ganze Palette an AfD-Propaganda, es fehlt nur noch Rassismus, die Liebe zu Putin, Kritik wegen Corona und die Leugnung des Klimawandels. Aber vielleicht ist das ja bei der SVP anders…
Es hätte auch nur gereicht, den Kampf der Polen um die Pressefreiheit mit dem Unbehagen einiger mit dem NDR wegen des ESC vergleichen zu wollen.
Ich finde es gut, dass sich cars10 endlich mal politisch geoutet hat, die Liste der Fans von Rechtspopulisten ist also auch unter ESC-Fans nicht klein.
@Luomubanaani 👍
Es sind eigentlich immer die gleichen 3 oder 4 User, die hier mit ähnlicher ideologischer Gesinnung ihren Frust rauslassen und sich die „guten, alten Zeiten“ zurückwünschen.
Luomubaanani, er hat doch recht mit der umformung der sender nach politischen vorgaben. Sieht man doch in deutschland ganz gut.
Und einfach jedesmal “ afd, rechts“ rufen wenn jemand eine andere meinung hat, find ich nicht ok.
„Luomubaanani, er hat doch recht mit der umformung der sender nach politischen vorgaben. Sieht man doch in deutschland ganz gut.“
Hab ich was verpasst ???
Oder glaubt man,in der Schweiz besser informiert zu sein.
Rainer, wenn du da keinen Unterschied siehst, dann wird man dir das auch nicht erklären können. Die ÖR in Deutschland haben immer die Mitte der Gesellschaft vertreten, das war früher eben sehr konservativ und heute etwas progressiver, weil die Gesellschaft eine andere ist.
Und wenn du (oder cars) nicht Rechts sein willst und trotzdem das typische AfD-Sprech drauf hast, dann ist das doch sehr seltsam, um mich mal nicht beleidigend auszudrücken.
Zuerst: Nur weil ich im Gegensatz zu dir neurechte bis rechtsextreme Propaganda noch erkenne, bin ich noch lange nicht krank. Verzichte vielleicht mal auf solche abwertenden Frechheiten.
Und natürlich hat er nicht Recht. Es gibt in Deutschland einfach keine „Umformung der Sender nach politischen Vorgaben“. Alleine das ist astreine rechtsextreme Propaganda. Nochmal zum ganz klaren Verständnis: Was du meinst, was man „ganz gut“ sehen würde, geschieht in Deutschland insbesondere im Vergleich zu den Machenschaften der PiS in Polen NICHT. Und zwar ganz und gar nicht.
Weiter: Jeder einzelne Punkt, den cars10 hier aufführt, ist entweder 1 zu 1 aus der rechtsextremen Propaganda der putinhörigen AfD abgeschrieben oder völlig ohne faktische Grundlage dahergeschwurbelt (siehe der Quatsch zu „Liedern mit ganz tiefen Botschaften“). Man kann nicht den gleichen Müll erzählen, wie Rechtsextremisten und dann wollen, dass Andere einem das dann nicht vorwerfen. Dieses ewige Opfernarrativ von der ganz harmlosen anderen Meinung gehört übrigens auch dazu. Es geht hier nicht um einfache Behauptungen oder irgendwelche „Ansichten“, man kann es doch ohne Probleme nachweisen, welchen Bullsh*t die AfD gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk vorbringt. Mit ein wenig Nachprüfen kann man dann allerdings, wie bei fast allen Aufregern, die diese nutzlose Gruppierung hervorbringt, recht schnell herausfinden, dass die AfD verschweigt oder manipuliert, um die größtmögliche Empörung zu erzielen.
Bestes Beispiel ist da das vor wenigen Jahren durch die ewiggestrigen Ecken des Internet getriebene „Framing Manual“, das von den Putinbücklingen der AfD und ihren Handlangern durch das Weglassen von Fakten zu einem Riesenskandal aufgebauscht wurde, während das Ganze eigentlich ein internes Papier gewesen ist, in dem Mitarbeitenden erklärt wird, wie sie in ihrer Kommunikation ihren Arbeitgeber (also am Ende ja auch nur eine Marke) positiver darstellen könnten. Nichts daran ist eine Vorgabe oder verpflichtend. Wer sich die 89 Seiten durchliest, dem wird schnell klar, dass nichts daran eine „Umformung der Sender nach politischen Vorgaben“ darstellt. AfD und Konsorten raunten natürlich von Manipulation und anderem Quatsch.
Nächster Punkt: „Gendersprech“. Auch dazu gibt es keinerlei Vorgaben durch die Sender, anders als hier und bei der AfD behauptet. Moderatoren ist es schlicht selbst überlassen, wie sie reden oder schreiben. So wie sich das in einer Demokratie eigentlich gehört. Und auch die Mär der Castings nach Hautfarben ist etwas, was pseudo-empört durch die braunblaue Blase geistert und immer mal wieder hochgespült wird, weil man einfach nur gerne weiter arisch-weiße Moderatoren und Schauspieler sehen möchte und kein modernes, multikulturelles Deutschland, wie es heute nun mal ist.
Tatsächliche „Umformung der Sender nach politischen Vorgaben“ gab es hingegen in Polen bei TVP. Wer ein wenig aufpasst, der weiß, dass der Laden deswegen 2016 fast seine Mitgliedschaft in der EBU verloren hätte. Reporters without Borders kritisierte die Rolle von TVP-Hetze sowohl bei der Ermordung des Danziger Bürgermeisters 2019, als auch die einseitige Berichterstattung während Wahlkampagnen, sowie die teilweise antisemitische und LGBTQ-feindliche Berichterstattung generell wiederholt. Das ist dann „Umformung der Sender nach politischen Vorgaben“. Dass Moderatoren freiwillig gendern oder irgendwo ein unwichtiger Leitfaden zur Imagepflege existiert, ist dagegen ziemlich irrelevant.
Wer meint, der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland würde nach politischen Vorgaben in irgend einer Weise „umgeformt“, der hat zum einen keine Ahnung davon, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland funktioniert und fällt zum anderen auf rechte Hetze herein. Wer sagt, cars10 hätte „Recht“, unterstreicht das noch einmal dick und fett, denn an seinen Vorwürfen ist faktisch ja nichts dran.
Und jetzt bitte keine Verteidigungsarie. Ob und wie ihr irgendwas meint, ist mir vollkommen schnuppe. Wichtig ist hier einzig und allein: Es wurden Propagandapunkte der AfD bzw. neurechter bis rechtsextremer Gruppierungen generell angesprochen und zwar von cars10. Dafür ist er/sie verantwortlich und nicht ich, der dies lediglich kommentiert. Ich kann nichts dafür, wenn ihr rechte Propaganda nicht erkennt und krank bin ich deswegen erst recht nicht.
@Luomubanaani – Ich habe das mit der Erklärung übernommen, auch wenn ich da wenig Hoffnung habe. Alleine schon das gehässige „Gute Besserung“ sagt ja in der Beziehung schon wieder absolut alles.
Ich finde es auch immer bezeichnend, dass man ja nicht rechts sein möchte und mit der rechtsextremen AfD nichts am Hut haben will, aber dann eben doch deren Müll teilt oder ihm zustimmt. Hier ja dann noch garniert mit dem immergleichen Gewimmer, man würde ja ohne irgendwelche Anhaltspunkte oder Belege irgendwas einfach so als „rechts“ titulieren.
Eine Nachricht i.S.v. ehemalige ESC-Teilnehmerin aus Polen möchte es nach 30 Jahren erneut wissen habe ich mir zwar von Edyta Górniak erhofft. 😀
Dies ändert aber nichts daran, dass ich es gut finden würde, wenn Polen Justyna Steczkowska ins Rennen schicken würde. Der Domino-Effekt – also nationale Superstars (m/w/d), die beim ESC in Malmö teilnehmen – würde sich mit Justyna Steczkowska fortsetzen, sollte an dieser Nachricht etwas dran sein. Gut so ! 😀
Das wäre wirklich verrückt, wenn das stimmt, denn ihr Sohn Leon Myszkowski hat vor kurzem den Song One Night mit Markus Riva veröffentlicht. Der Song wird momentan als Markus Beitrag für Supernova gehandelt. Vielleicht schafft er es ja dieses Jahr 🤔 Ich frage nich dabei gerade: Gab es jemals den Fall, dass Familienmitglieder im gleichen Jahr für verschiedene Länder angetreten sind oder überhaupt das Familienmitglieder unabhängig von einander am Esc teilgenommen haben?
Für Irland hatten wir mal Onkel und Neffe.
Ach stimmt die O’Shaughnessys! 😅
Monica Aspelund für Finnland 1977, ihre Schwester Ami Aspelund dann im Jahr 1983.
Für meine ohren tönt sama auch heute noch so, als ob man eine platte in der falschen geschwindigkeit laufen lässt.
Justyna ist einfach große Klasse.
Bitte ja. Sama war ein toller Song , aber Sie hat noch viel bessere Sachen rausgebracht.
Justina erinnert mich an Zeiten, als Polen noch Hochkarätiges zum ESC schickte. Sama war einfach klasse. Ich befürchte nur, dass sie nicht mehr an dieses Niveau herankommen kann.
Es gibt Neuigkeiten aus Portugal! Heute wurden beim Festival da Canção 2024 die beiden Halbfinals ausgelost und das Resultat sieht so aus:
https://eurovoix.com/2023/12/27/portugal-semi-final-allowcation-draw-festival-da-cancao-2024/
Eine Künstlerin heißt so wie eine Künstlerin, die in der Helene-Fischer-Show aufgetreten ist.
Denke das die gefeuerte oberste Spitze des Senders nicht viel mit dem ESC zu tun hatte außer den richtigen Kandidaten im Sinne der alten Partei zu wählen. Denke die Leute die bisher die Strukturen zur Organisation der polnischen Teilnahme angehört haben auch noch zum Großteil jetzt dort arbeiten und auch schon etwas passiert ist was wir nicht Wissen.
Kann aus meiner DDR / Wendezeit berichten, klar wurden da auch verschiedene Köpfe einer Kette ausgetauscht und Richtung/ Planung eines „Produktes“ verändert ,doch die untere Ebene hat genauso „gearbeitet“wie vorher nur halt mit neuen Kopf.
Das war aber bei TVP absolut nicht so. TVP wurde ja seit 2015 so besetzt, dass nur noch regierungskonforme Themen platziert wurden. Andere Parteien außer PiS waren stark unterpräsentiert, es wurden regelrechte Hasskampagnen gegen Oppositionspolitiker gefahren und Dokumentationen abgedreht, die den Hass auf Minderheiten geschürt haben. Die waren teilweise so krass, dass sie nach Gerichtsurteilen aus Mediatheken entfernt werden mussten usw.
„Höhepunkt“ war im März 2023, dass TVP in einem Radiobeitrag leichtfertig die Identität eines Opfers von sexuellem Missbrauch preisgab und das Opfer, der 15-jährige Sohn einer Oppositionspolitikerin, sich daraufhin das Leben nahm. Mit normalem Journalismus, nicht mal mehr auf BILD-Niveau, hatte TVP nichts mehr zu tun.
Mein Kommentar hat sich rein mit der Abteilung die für den ESC zuständig ist beschäftigt. Vorausgesetzt soetwas gibt es dort überhaupt ( ähnlich Frau Wolfslast und Team in Deutschland ).
Bei dem Rest habe ich Zuwenig Ahnung, schenke deiner Aussagen aber Glauben weil ein paar komische Dinge hat man ja schon mal gehört.
War damals als 15-jährige absolut begeistert von Sama und bin es bis heute.
Was ist von den neuesten Entwicklung bei TVP zu halten? Eine sehr schwierige und vor allem komplexe Frage, bei der es im größeren Bild meiner Meinung nach keine einfachen Wahrheiten gibt, die sich in ein klares Schwarz-Weiß-Bild pressen ließen. Zumal dies ja auch kein Politikseminar werden soll und die ganze Wahrheit womöglich kein Mensch der Welt für sich beanspruchen könnte.
Ich wünsche Polen, dem Land eines Großteils meiner Vorfahren und Verwandten, nur das Beste für die Zukunft und auf das mediale Thema bezogen einen öffentlich-rechtlich Rundfunk, der seinem Namen und implizit wie explizit damit verbundenen Maßstäben gerecht wird. Dies hat sich die neue Regierung zumindest in der Kommunikation im Bezug auf TVP zum Ziel gemacht, da die von der Vorgängerregierung PiS durchgeführte, relativ schleichende Übernahme diese Rundfunkanstalt vermutlich schon recht stark parteipolitisch für sich in Anspruch genommen hat. Die PiS mochte ich persönlich nie und fand hier nicht nur, aber vorderrangig ihre stark konfrontative Art und ihre ablehnende Haltung Europa und auch dem wichtigen Partner Deutschland gegenüber schon teilweise unerträglich. Eine gute Zusammenarbeit beider Länder kann schon Bestandteil einer für Europa stabilisierenden Achse u.a. mit Einschluss Frankreichs sein.
Da allerdings die neue Regierung für die Umstrukturierung von TVP zuständig ist, sehe ich zumindest auch die theoretische Gefahr, dass dieses nicht zwangsläufig zu einer (wieder?) unabhängigen Medienanstalt wird, sondern hier vielleicht der Fehler passieren könnte, dass eine ähnliche parteipolitische Übernahme stattfinden könnte wie „damals“ nach der Wahl der PiS-Partei, nur halt dieses Mal unter entgegengesetzten Vorzeichen. Ein wenig könnte man zumindest die Befürchtung haben, dass es hier eine Art Ping Pong geben könnte und die Sendeanstalt halt je nachdem, wer gerade regiert, entweder eher in die eine oder eben in die andere Richtung ausschlägt. Die jetzige Reform wirkt ja zumindest noch radikaler, martialischer und direkter als sogar die Medienreform nach Regierungsübernahme durch die PiS. Ist dies berechtigt bzw. nötig? Ja, vielleicht auch schon.
Ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk hat zumindest für mich den Anspruch, komplett losgelöst von parteipolitischer Einflussnahme, Bevorzugung oder Benachteiligung unabhängig in welche Richtung zu existieren und vorbildlichen Journalismus anzubieten, welcher informiert, bildet und politisch gesehen kritisch und neutral bleibt und wirklich in überhaupt keine parteipolitische Richtung lenkt. Die neue Regierung wird ja höchstwahrscheinlich auch nicht die Perfektion und der Himmel auf Erden sein. Somit wünsche ich Polen mit TVP wie eigentlich auch jedem anderen Land der Welt einfach nur die Utopie eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks geprägt durch einen unaufgeregten eher old school Journalismus, der unaufgeregt bleibt und der Versuchung der Polarisierung in Schwarz und Weiß (wir die Guten gegen die Bösen) widersteht. Dies ist zumindest was den Journalismus angeht meiner Meinung nach der Garant dafür, dass sich eben gute Argumente durchsetzen und das führt dann eher zu Vernunft, Ausgewogenheit und Besonnenheit als die Unterstützung einer Partei, der man solche Werte zuschreibt.
Schließlich hält sich ja jede Partei und ihre Anhänger etc. für im Recht und gerade heutzutage wirkt es überall zunehmend so, dass dieses Gefühl als Rechtfertigung dafür dient, einen ausgekorenem politischen Gegner auch ohne die Bemühung von Argumentationsketten einfach sämtliche Legitimität abzusprechen und somit eigene Maßstäbe dann gar nicht mehr anzuwenden. Dabei ist die neutrale, sachliche Vorgehensweise mit klarer „Gewaltenteilung“ ja auch der beste Schutz vor extremistischen und untragbaren Forderungen wirklich einfach jeglicher Couleur, da diese ja nie die besseren Argumente haben können, wenn sie nicht im Recht sind. Parteien hingegen verfolgen ja unabhängig davon, welche Positionen sie vertreten, auch durchaus immer ein gewisses Eigeninteresse und dieses zu unterstützen ist zumindest für mich nicht die Aufgabe von unabhängigem Journalismus.
Sollte die Entwicklung wie angekündigt in diese Richtung gehen, wäre das super. Wenn nicht – nun, vielleicht geht es sogar dann dennoch in eine bessere Richtung. Aber in dem Fall dennoch nicht zwangsläufig in eine unabhängigere. Ich drücke in jedem Fall die Daumen und entschuldige mich für den kleinen Roman.
Was ich von Justyna Steczkowska als Vertreterin Polens beim ESC 2024 halten würde, fällt mir aktuell eher schwer zu beurteilen, das würde ich sehr stark vom Song abhängig machen.
Eine schlechte Wahl wäre sie aber glaube ich eher nicht. Könnte vielversprechend werden, könnte aber auch eher so mittelmäßig werden, wenn der Song so gar nicht anspricht.
@Rheez
Schlimmer kann es nicht werden, das war wirklich reine Propaganda abgesegnet aus der PiS-Parteizentrale. Meine Verwandten in Polen sind (fast) alle froh dass dieses Gesocks in der Opposition gelandet ist.
Wow. Ich wollte diese Formulierung wirklich meiden, aber ich hasse die PiS-Partei eigentlich wie die Pest.
Auf welchem Teil meines Kommentares du deine plakative, beleidigende Einordnung aufgebaut hast, ist mir ein wirklich ein Rätsel😅 Hilfe
Es ging sich mir nirgends darum, PiS-Positionen zu schützen oder deren Ergreifung des Machtapparates. Sondern darum, einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk so unabhängig zu machen, dass sowas halt einfach nicht passieren kann. Und das geht meiner Meinung nach dadurch, einen völlig parteipolitisch unabhängigen Rundfunk zu schaffen, auf den Politik im Idealfall keinen Zugriff hat.
Sorry für die sprachlichen Fehler in dem Kommentar, aber da bin ich doch etwas schockiert vom Stihl gefallen.
@Rheez
Ich habe das auch nicht so aufgefasst, keine Sorge. Wolle nur sagen dass zumindest meine Familie froh über den Regierungswechsel ist, ich weiß zumindest von meinem Onkel väterlicherseits aus Słupsk (Stolp) dass er wegen der Propaganda schon seit jahren kein TVP mehr angeschaut hat.
@Rheez und @ESC1994: Aus dem aktuellen Kommentar von ESC1994 schließe ich, dass hier ein Missverständnis vorliegt. Mit „das war wirklich reine Propaganda …“ hast Du, ESC1994, wohl das gemeint, was Rheez so beschrieben hat: „da die von der Vorgängerregierung PiS durchgeführte, relativ schleichende Übernahme diese Rundfunkanstalt vermutlich schon recht stark parteipolitisch für sich in Anspruch genommen hat“. Rheez, er hat NICHT Deinen Kommentar als PiS-Propaganda angesehen.
Oh, das tut mir leid. Ich dachte, deine Aussage, dass das reinste Propaganda abgesegnet aus der PiS-Zentrale sei, auf meinen Kommentar bezogen war 🙉
Sorry für das Missverständnis!
Dann nehme ich das alles natürlich auch mit einer Entschuldigung zurück, auch, dass dein Kommentar plakativ und beleidigend gewesen sei. Weil auf TVP bezogen stimmte das die letzten Jahre denke ich auch wirklich so.
Schlimmer werden kann es denke ich wirklich nicht, ja, aber ich wünsche Polen und wie gesagt auch allen anderen Ländern noch ein Stückchen mehr als das geringere Übel, selbst, wenn es deutlich geringer ist.
Weil sollte vielleicht eine Partei aufkommen, die z.B. sozialer oder wodurch auch immer eine Konkurrenz darstellen, könnte es sie meiner Befürchtung nach auch etwas schwerer haben, falls auch die neue Regierung dann vielleicht der Versuchung nicht widersteht, Einfluss auf den Rundfunk zu nehmen.
Ist wie gesagt auch eher eine Befürchtung als eine Gewissheit oder Prognose.
Wenn „WITCH-ER Tarohoro “ der Song ist,dann wird Polen meines Erachtens nicht ganz oben mitspielen.
Für das Finale mag es ja noch reichen.
Wird sicher auch von der Bubble einigermaßen gehypt werden.
Könnte mir aber vorstellen,das der Song das große Publikum nicht erreicht.
Egal wer auch immer Polen nächstes Jahr vertreten wird, „Bejba, it’s kinda krejza“ bleibt für die Ewigkeit.
Ich habe hier überhaupt keine Bedenken, Tusk ist sehr demokratisch und pro-Europäisch. Ich glaube er wird wieder zu einem der Leader Europas, zumal wir dort ja ein gewisses Vakuum haben (Scholz ist unkommunikativ, Macron zu narzisstisch und Rishi dumm wie Brot).
Vergiß bitte nicht den charmanten Pedro Sanchez…
Es gibt bereits die ersten Hörproben für den litauischen ESC-Vorentscheid:
https://eurovoix.com/2023/12/28/first-songs-in-eurovizija-lt-2024-release/
Justyna ist übrigens nicht die einzige, die sich um die Teilnahme am ESC beworben hat. Auch Mr. Narcissus ist dabei, und zwar mit „Warrior“:
Justyna Steczkowska ist doch überhaupt gar kein aktueller Star. Ist doch an den Haaren herbeigezogen. Sie war mal vor langer, langer Zeit erfolgreich. Mitt-End Neunziger…Das ist doch eeewig her Leute…
Bei Spotify kommt sie nur auf geradezu elende 55.000 monatliche Hörer. Ihr angeblicher Starnimbus hat die Zeiten also nicht überdauert.
Ihre letzte Single ‚Carpe Diem‘ war mit lächerlichen bis jetzt 31737 Plays ein 100% Totalflop (obwohl ja der Song in einem auch beim jungen Publikum beliebten TV Programm prominent vorgestellt wurde)
Es ist daher unangebracht von ihr als ‚musikalischen Superstar‘ zu sprechen. Das ist faktisch falsch.
„Vor 25 Jahren mal ein Musik-Star gewesen“ trifft es. 96 und 97 waren ihre musikalisch-kommerziellen Erfolgsjahre. Danach halt Boulevard – TV – Boulevard…paar Konzerte-touren. OK. Aber keine musikalischen Erfolge im konkreten kommerziellen Tonträger-Sinne..Ja, sie ist eine in Polen durchs TV bekannte Person…Das wars dann aber auch…
Und Badeanzug…das ist ja wohl halbverzweifelter last exit vor der Rente…^^
Die hat übrigens 2005 für die PiS Dauer-Wahlkampf gemacht. Demzufolge war sie über Jahre Dauergast im TVP (eine Hand wäscht die andere, oder was?) . Fernsehen und die so erzeugte mediale Begleitberichterstattung ist vorwiegend Ursache ihrer Bekanntheit, nicht ihr musikalisches Schaffen. Das will nämlich ‚kaum einer‘ hören in Polen…
Eine vergleichbare Künstlerin gibt es in Deutschland nicht (Ende der 90er paar Hits und dann ständig im TV…aber keine Plays bei Spotify …wüsste ich bei uns keine, am ehesten würde sowas bei uns auf ne Schlagersängerin zutreffen können…)
So ganz glaube ich nun nicht daran, dass die neue polnische Regierung ausgerechnet ner öffentlichen Wahlkampfhelferin der abgewählten Partei den roten Teppich ausrollt. Dabei wäre natürlich ihre Teilnahme an einem Vorentscheid aber schon denkbar. Aus Proporzgründen, oder so. (Proporzgedanken sind aber der Partei die sie unterstütze weitgehend fremd. Nehmen ist seliger als geben.. Nech..ganz katholisch^^)
Direktnominierung würde mich extrem überraschen.
fucknbullshit das ist viel text..
😁
leckt mich fett aber das braucht die Welt jetzt..
also ich auf jeden Fall ehe ich den Glauben an die Menschheit verliere..
https://m.youtube.com/watch?v=dcH3hdz8Eks
Hm… Ich hatte schon vor dem Thread hier Wind von dem Gerücht bekommen. Frau Steczkowska wäre wohl keine Wahl für Polen, aber mit dieser Vorgeschichte weiß ich nicht so recht..
Der nun vorgelegte Song gehört für mich zu den Sachen, die anfangs interessant klingen und dann letztendlich bei mir irgendwo in Niemandland versanden. Ist mir zu sehr auf ESC zugeschnitten, „Sama“ war dagegen wirklich Kunst.
Die Teilnahme am ESC dürfte bei TVP gerade das geringste Problem sein. Im Moment gibt es heftigste Auseinandersetzungen, ob und wie es mit TVP, dem polnischen Rundfunk und der Nachrichtenagentur PAP (vom Rang her mit dpa vergleichbar) überhaupt weitergeht. Wenn ich diesen Artikel richtig verstehe, dann gab oder gibt es aktuell 3 verschiedene TVP-Chefs – von 3 verschiedenen Gremien gewählt. Die Finanzierung ab 2024 ist unsicher. Offensichtlich hat die PiS während ihrer Regierungszeit bei der Zerstörung der öffentlich-rechtlichen Medien ganze Arbeit geleistet. Der radioszene-Artikel beschreibt den Wahnsinn, der in Polen gelaufen ist, ausführlich. Es würde mich sehr wundern, wenn Polen in diesem Jahr dabei ist. Wünschen würde ich es mir. Solange TVP in seiner Existenz gefährdet ist, sehe ich schwarz. https://www.radioszene.de/182522/polskie-radio-tvp-pap-abgewickelt.html