Unruhen in Belarus: Diese ESC-Teilnehmer sympathisieren offen mit der Opposition

Belarus kommt nicht zur Ruhe. Seit der offenbar manipulierten Präsidentschaftswahl am vergangenen Sonntag gehen vor allem nachts Demonstranten auf die Straße und zeigen ihren Unmut über das vermeintliche Wahlergebnis. Denn während die Wahlleitung einen Erdrutschsieg für den seit 26 Jahren amtierenden Präsidenten Alexander Lukaschenko in Höhe von 80,2% der Stimmen bekannt gab, lag in einzelnen Wahllokalen, die ihre Ergebnisse veröffentlichten, die Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja eindeutig vorn.

Wir können an dieser Stelle nicht auf die aktuellen Entwicklung in Belarus eingehen (wir nutzen jetzt hier auch den Namen Belarus zur Bezeichnung des Lands anstelle von Weißrussland, weil sich dies international und in Deutschland so durchsetzt). Allerdings hat diese Entwicklung gleich zweierlei Relevanz für die ESC-Berichterstattung: Zum einen haben sich einige ESC-Künstler des Landes eindeutig auf Seiten der Opposition positioniert. Zum anderen stellt sich (wieder einmal) die Frage, wie mit einer offensichtlichen Diktatur, die den Bürgerwillen missachtet und die Einwohner auch mit Gewalt unterdrückt, im Rahmen des ESC umgegangen wird.

Gestern veröffentlichte die Gruppe Naviband (ESC 2017) auf ihrem Instagram-Konto das Aufmacherfoto dieses Artikels. Darunter ist ein Text auf Belarusisch gepostet: „Во мне столько любви…“ – So viel Liebe in mir. Es ist nicht eindeutig zu erkennen, von wann das Foto ist, der Bezug zur aktuellen Situation im Lande ist aber offensichtlich. Außerdem ist auf dem Bild offenbar die Bandsängerin Ksienija Žuk zu sehen.

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Во мне столько любви… ⠀ Во мне столько любви, что бессмысленно Даже если в упор всеми стрелами В Отражении лжи и сомнения Отражение ярких глаз и чистых сердец ⠀ Во мне столько любви, что не важно Даже если темно и ветрено И возможно не станет легче И возможно мы больше не встретимся Но сегодня я рядом с тобой! ⠀ Во мне столько любви, что наверное Я бы мог поделиться со всеми Даже с теми, кто В ЧЕРНОМ по белому Кому так не хватает любви, но он не берет ⠀ Во мне столько любви, что не страшно Даже если в упор всеми стрелами В отражении лжи и сомнения Отражение ярких глаз и чистых сердец ⠀ И по-прежнему также СВЕТЛО ⠀ 11.08.2020 – naviband ⠀ Ph: @tutbylive @volha.shukaila.pro

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Nachtrag: Kurz nach Veröffentlichung dieses Beitrags postete Naviband noch das folgende TikTok-Video, das in größter Deutlichkeit für die Opposition Stellung bezieht: 

 

Bereits am Freitag vor der Wahl veröffentlichte die Gruppe Litesound (ESC 2012) ihre bis heute letzte Nachricht auf Instagram und dazu ihren neuen Song. Im Text zum Post heißt es übersetzt: „Seit meiner Kindheit habe ich den Glauben an Freundlichkeit, das Verlangen nach Freiheit und Gleichheit aufgenommen und das brennende Gefühl der Ungerechtigkeit gezwungen, für die Schwachen zu stehen, auch wenn es schmerzhaft war zu bezahlen… Bei uns sind diejenigen, die kein Gewissen verraten haben, die an die Ideale von Freiheit und Demokratie glauben … Und wir glauben, dass wir selbst Schmied unseres Willens und unserer Freiheit sind!“

Und weiter: „Der große belarusische Schriftsteller Yakub Kolas erlebte die gleichen Gefühle vor genau hundert Jahren. Die Menschen sehnten sich unter der Wut von Invasoren und Fremden nach Freiheit und Unabhängigkeit von ihren Unterdrückern. Und die Ähnlichkeiten der Geschichte bringen mich heute zu Tränen, wenn ich mir anschaue, wie unglaublich kalt und grausam die belarusischen Behörden mit uns und unserem Willen umgehen! Und heute hat uns der unzerbrechliche Geist des Volkes, der unerschütterliche Mut von drei Frauen (den Kandidatinnen der Opposition bei der Präsidentschaftswahl, Anm. d. Red.), die heldenhaft für uns und für ihre Lieben kämpfen, ein Gefühl majestätischer Gnade und Patriotismus inspiriert. All dies hat uns Inspiration … gegeben, die wir mit unserem neuen Song teilen möchten…“

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С детства я впитал в себя веру в добро, тягу к свободе и равенству, а жгучее чувство несправедливости заставляло вступаться за слабого, даже если за это приходилось больно расплачиваться. Но я знаю что такое честь, и что ее променять нельзя на страх. Я знаю, что значит жить без обмана и по совести. Это лето 2020 года расставило на места все и всех. Пришлось ментально повзрослеть и посмотреть критически на те вещи, которые казались мне неважными или меня не касающимися. Сегодня пришел страшный час. Каждый из нас это осознает и понимает, что перед лицом беспощадной силы мы сможем устоять только единой стеной – каждый за всех, и все за каждого! С нами те, кто не предал совесть, кто верит в идеалы свободы и демократии. С нами те, кто может сострадать, сопереживать, сочувствовать. И нас БОЛЬШИНСТВО! И мы верим в то, что мы сами кузнецы своей воли и свободы! Свободы нашей родной земли, Беларуси! Великий белорусский писатель и поэт Якуб Колас ровно 100 лет назад испытывал те же чувства, что и мы. Народ, под гнетом захватчиков и чужаков, жаждал свободы и независимости от своих угнетателей. И строки его стихов пронимают сегодня меня до слез, глядя на то, с каким неимоверным хладнокровием и жестокостью белорусские власти расправляются с нами и с нашей волей! А сегодня несломленный дух народа, непоколебимое мужество трех женщин, героически борющихся за нас и за своих близких, вдохнуло в нас чувство величественного благоговения и патриотизма! Именно все это дало нам вдохновение немыслимой силы, которым мы хотим поделиться в нашей новой песне, написаной на пронзительные стихи Якуба Коласа «Беларускаму люду»! Искренне ваши, Litesound Дима, Володя, Женя Музыка @litesoundband @litesound , @litesoundvova , @jenya_balchyus Бэк вокал – @sativatribe Хор – https://vk.com/stars_school_by Обложка – @kasialazar

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Am Tag der Wahl hat auch Angelica Agurbash (ESC 2005) eindeutig Stellung für die Opposition bezogen. Sie postete die weiß-rot-weiße Fahne, die nach der Unabhängigkeit des Landes von der Sowjetunion eingesetzt wurde. Sie wird häufiger als Zeichen der Opposition benutzt. Die aktuelle rot-grüne Fahne mit dem Muster auf der linken Seite wurde ein Jahr nach der Machtübernahme des jetzigen Präsidenten Alexander Lukaschenko eingeführt.

Die Sängerin betitelt ihren Post mit den Worten: „ЖЫВЕ БЕЛАРУСЬ!!!!!!“ – Es lebe Weißrussland. In der Kombination mit der Fahne kann das nur als Zeichen der Opposition gegen Lukaschenko verstanden werden.

Bei allen anderen belarusischen Künstlern haben wir auf Instagram (und nur dort haben wir recherchiert) keine weiteren Hinweise auf die Wahl und die Proteste gefunden. Einige von ihnen sind schon wieder dazu übergegangen, normale Sommer- und Konzertbilder zu posten. Das kann ihnen natürlich niemand vorhalten, in einem Land, das so repressiv gegen seine Mitbürger vorgeht. Letztlich kann jede klare Positionierung gegen die Regierung das Ende der Karriere bedeuten – zumindest so lange wie Lukaschenko an der Macht ist.

Nicht anders ergeht es dabei dem belarusischen Fernsehen Belarus 1. Dieses verschweigt die Unruhen nicht, verfolgt in seiner Berichterstattung aber ganz klar die Regierungslinie, indem es die Demonstranten als „Provokateure“ und „aggressive Masse“ beschreibt. Ähnlichkeiten zur Berichterstattung des DDR-Fernsehens über die Entwicklungen im Herbst 1989 sind dabei nicht zufällig.

Unabhängig vom Ausgang der aktuellen Unruhen stellt sich damit die Frage, wie die EBU in Bezug auf den ESC mit Belarus umgeht – oder eigentlich stellt sie sich doch nicht. Denn bisher hat die EBU immer auf die Überparteilichkeit des Events verwiesen und darauf, dass man mit dem Fernsehsender zusammenarbeite und nicht mit der Regierung. Ob Lukaschenko an der Macht bleibt oder nicht: Belarus wird wohl auch 2021 beim ESC auf der Bühne stehen.

Persönliche Anmerkung

Wem vor dem Hintergrund der aktuellen Situation in Belarus nicht übel dabei wird, der darf sich gern „I love Belarus“ vom ESC 2011 in Dauerschleife anhören. Auch so ein Beitrag von Lukaschenkos Gnaden. Man könnte drüber lachen, wenn es nicht so traurig wäre.


60 Kommentare

  1. Gut für die Künstler, bravo! Lukaschenkos Irrsinn zeigt sich darin, das er nicht ein ev. glaubhaftes Ergebnis wie 54-46, sondern einen Erdrutsch fabriziert hat. Man nannte Belarus lange die letzte Diktatur Europas, das ist ja leider nicht mehr der Fall – abgesehen vom offensichtlichen Beispiel Russland sind schon mal TUR, HUN und PL extrem grenzwertig

    • Kann mich nur anschließen. Wenn man schon manipuliert, dann bitte etwas geschickter. Aber vielleicht dachte er je knapper sein Sieg, desto geringer die Legitimationswirkung…

  2. Wenn ich an dieses furchtbare, nationalistische „I love Belarus“ denke, bekomme ich in der Tat Brechreiz.

    Aber danke, dass hier auf die politische Lage in Belarus eingegangen wird. Ich denke, die armen Menschen, die unter dem Regime leben müssen, fliegen irgendwie international unterm Radar. Deshalb finde ich es auch völlig korrekt, dass das Land am ESC teilnimmt. Allerdings sollte man ernsthaft überlegen, ob man, im Falle eines Sieges, den ESC in Belarus stattfinden lassen kann. So traurig das auch wäre, aber hier geht doch die Sicherheit der Delegationen und Fans vor, meiner Meinung nach. Gilt leider auch mittlerweile für einige andere Länder, z. B. Russland, Ungarn, Polen.

  3. Schöner Artikel und obwohl ich bedingt Zweifel hege, dass Isolationspolitik wirklich dabei hilft, solche Länder zu verändern, ist die ESC-Frage durchaus legitim, da der Fernsehsender ja offenbar nicht neutral ist.
    Der Beitrag von 2011, vorzugsweise in der weissrussischen Version, höre ich allerdings tatsächlich immer wieder gern (wie allerdings so einige BLR-Beiträge) …

    • Ich mag auch einige BLR-Beiträge: 2007, 2009, 20013 (okay, die Sängerin wirkte auch ein wenig wie eine Staatsmarionette, aber das Lied mag ich trotzdem immer noch gerne hören) oder auch 2014.🙂

      Nein, weitere Isolation wäre grundverkehrt, meiner Meinung nach. Dann würden ja die Menschen noch mehr das Gefühl haben, nicht wirklich wahrgenommen zu werden.

  4. Nichts ist wichtiger als Gesundheit, Freiheit und Selbstbestimmung.
    Ich sympathisiere mit der belarusischen Opposition.
    Haltet durch – es wird alles gut!

    • Das kann man bitte auch für Deutschland anwenden. Mal ne Frage: Warum nennen jetzt alle Weißrussland jetzt Belarus? Verstehe ich nicht. Habe ich was verpasst? Wir sollte nicht zu sehr nach Weißrussland schauen, gerade in Deutschland wurde die Selbstbestimmung und die Freiheit sehr eingeschränkt. Bevor man andere Länder kritisiert, sollte sich vor allen Dingen die Deutschen Politiker an die eigene Nase fassen. Das heißt nicht, das die Opposition in Weißrussland keine Unterstützung von mir hat, aber wenn man sieht wie leichtfertig in Deutschland mit Freiheit und Selbstbestimmung umgegangen wird, wie leicht Grundrechte eingeschränkt worden sind in Deutschland, und wie sehr die Bevölkerung diese Grundrechte weggeworfen hat, da braucht man nicht nach Weißrussland schauen, sondern erstmal dafür sorgen, das die Werte wie Selbstbestimmung und Freiheit auch in Deutschland wieder wichtiger werden.

    • Ach du meine Güte, wenn ich das geahnt hätte, was mein Post auslöst…

      Aber schon erstaunt wie von von Höksken auf Stöcksen kommt.

  5. @ESC1994: Danke. Aber ich bleibe bei Weißrussland. @Usain: Ich verstehe nicht, wenn man sich um die Selbstbestimmung und die Freiheit in Deutschland sorgen macht, das man sich da mit dem Demokratischen Zusammenlebens verabschiedet. So etwas ist einfach Schwachsinn. Natürlich wurde unsere Selbstbestimmung und Freiheit erheblich eingeschränkt. Oder kannst du frei entscheiden ob zu einem Konzert gehen kannst oder zu einem Fussballspiel, oder einfach so in den Urlaub fahren kannst. Ob das aus Gründen von Corona geschieht oder wegen des Egoismus eines Diktators macht für mich absolut keinen Unterschied. Beschränkung der Freiheitsrechte, ist eine Beschränkung der Freiheitsrechte. Und das ist ein No Go in einer Demokratie.

    • Man kann auch nicht mit dem Auto über eine rote Ampel fahren. Und weißt du warum? Weil es für deine Mitmenschen und dich eine erhebliche Gefahr darstellt. Sicher ist das für dich auch eine „Beschränkung der Freiheitsrechte“.

      • Thilo: Wer es glaubt wird selig. Ich bin mal gespannt, ob unsere Regierung wenn der Impfstoff da ist, alle Beschränkungen zeitnah wieder aufhebt. Das ist für mich dann der Punkt wo alle Freiheitsbeschränkungen wieder aufgehoben werden müssen. Ich bin da sehr skeptisch. Bin mal gespannt welche Ausreden sie dann wieder brauchen, wenn der Impfstoff da ist, und die Beschränkungen nicht aufheben. Das ist für mich dann der Wendepunkt.

    • Also bitte, wer die vorrübergehenden Unannehmlichkeiten, die die Eindämmung der Corona-Pandemie mit sich bringt, mit einer Diktatur vergleicht, verhöhnt die Menschen, die seit Jahrzehnten in dieser leben müssen, sei es in Belarus, Nordkorea oder sonst wo. Der weiss gar nicht, wie es wirklich ist, in einer Diktatur zu leben (Weiss ich zum Glück auch nicht, aber wer sich ein bisschen informiert, und eine entsprechende Empathie besitzt, kann sich sehr wohl in die Menschen hineinversetzen).
      Natürlich ist die jetzige Situation Mist, für jeden von uns. Viele Dinge fallen alles andere als leicht, wenn man, wie beim Lockdown geschehen, liebe Verwandte wochenlang nicht sehen kann. Aber für die Politiker war das alles andere als eine leichte Entscheidung. Vielleicht wurde in der Situation nicht alles richtig gemacht, aber die Regierung hatte halt die Erfahrung noch nicht, und hat in bester Absicht gehandelt, was man von einem Diktator nicht sagen kann. Denn eine diktatorische Regierung handelt grundsätzlich gegen das eigene Volk.

      P. S.: Ja, die Freiheitsrechte wurden etwas eingeschränkt, aber nicht die Politiker haben dies gemacht, sondern ein fieses Virus, von dem noch niemand weis, was er im Körper noch alles anrichten kann.

      • @Gaby: Bitte erspar mir sowas. Wenn ich sowas höre. Unseren Politikern ist doch die Gesundheit egal. Ich darf ja mal daran erinnern, wie schlecht die CDU in den Umfragen vor Corona war. Viele Maßnahmen wurden am Parlament vorbei entschieden. Und ich sage nur: Wehret den Anfängen. Wenn es keine Kritische Stimmen gibt, die anmaßen die Freiheitsrechte der Menschen zu achten, dann sind wir sie bald ganz los oder wir kriegen sie nie wieder. Man kann nicht einerseits die Opposition in Weißrussland loben und große Sympathiebekundungen machen, aber zeitgleich Menschen die in Deutschland für Grundrechte und Freiheitsrechte eintreten, als Spinner, Rechtsradikale oder Verschwörungstheorethiker diffarmieren und beschimpfen oder ihnen demokratische Gesinnung absprechen. Sowas sagt nämlich der Lukaschenko über die Opposition auch. Also Freiheitsrechte sind wichtig, egal ob in Weißrussland oder in Deutschland. Wirft sie nicht einfach so freiwillig weg und bleibt kritisch.

      • @esc05

        Ich wollte Dir mal klarmachen, dass man die Situation in Belarus nicht mit einer Ausnahmesituation wie der Pandemie vergleichen kann.
        Dinge kritisch zu hinterfragen, sind richtig und auch wichtig. Ich bin auch nicht mit allem einverstanden, und die Folgen der Pandemie machen mir regelrecht Angst. In gewisser Weise habe ich sogar für Demonstranten Verständnis. Ja, die Situation ist scheisse, aber ich frage mich, gegen wen wollen sie denn demonstrieren. Dem Virus sind die Proteste herzlich egal.
        Und durch die Missachtung der Hygienemassnahmen wird er noch weiter befeuert.
        Leider werden solche Proteste oft für Rechtspopulisten missbraucht, die, jetzt für Freiheitsrechte demonstrieren, aber genau diese abschaffen wollen, wenn sie erst einmal an der Macht sind. Bei diesen Demos sind natürlich auch einfach nur Menschen, die Angst haben um ihre Existenz, oder vor der ganzen Situation. Deshalb kann man, meiner Meinung nach, auch die Menschen nicht pauschal verurteilen, sondern sollte wirklich versuchen, mit diesen Menschen ins Gespräch zu kommen. Vielleicht geschieht das zu wenig, muss ich zugeben.

        Sorry, dies ist ein Forum, wo es eigentlich um Musik gehen soll, aber Corona betrifft ja die ganzen Lebensbereiche und lässt sich natürlich auch hier nicht ganz ausblenden.

      • @escfan05 Wenn du in letzter Zeit mal irgendeine Talkshow zum Thema Corona gesehen hast, dann dürftest du mitbekommen haben, dass unsere Politiker die Maßnahmen selbst am meisten hinterfragen. Jede Einschränkung wird ständig neu diskutiert, es wird auch immer wieder versucht, so viel zu lockern wie möglich ist (aus meiner Sicht eher zu viel) usw. Es ist einfach völliger Unsinn, da einen Vergleich zu einer Diktatur zu ziehen. Die Leute in Belarus wären froh, wenn sie sich über so einen Quatsch aufregen dürften. Vor allem auch: Welchen Grund sollte die Regierung überhaupt haben, diese Einschränkungen zu veranlassen, wenn nicht zum Schutz der Gesundheit bzw. zum Schutz vor Überlastung des Gesundheitssystems? Das geht immerhin massiv auf Kosten der Wirtschaft, und weder CDU noch SPD werden jetzt die ganze Zeit drauf gewartet haben, endlich eine Gelegenheit zu bekommen, der Wirtschaft eins reinzuwürgen. Genauso wenig wird irgendein Politiker diebische Freude daran verspüren, die Leute sinnlos eine Maske tragen zu lassen.
        Und Stichwort Umfragen: Woran liegt das wohl, dass die CDU da gerade so viel besser abschneidet als vor der Pandemie? Weil eben viele das Gefühl haben, dass da im Großen und Ganzen ein guter Job gemacht wurde. Dass Leute wie du anscheinend lieber lustig ihre Mitmenschen mit einer Krankheit anstecken würden, die zu einem qualvollen Tod führen kann, einfach nur um irgendwem zu beweisen, wie frei und unabhängig sie sind, das ist zum Glück ja die Ausnahme.

  6. Der Staat Weißrussland bzw. Belarus hat international verlauten lassen, nur noch den Namen Belarus zu verwenden. Die deutsche Bundesregierung akzeptierte das. Auch die deutsche Medien- u. Pressinsitutionen verwenden jetzt Belarus und belarusisch (nicht: belarussisch).

      • @elkracho

        Ich hoffe auch nicht. Habe mir vor kurzem einen Bericht von Spiegel-TV über Anhänger von Q-Anon gesehen, die mischen sich auch unter die ganzen Demonstranten.

        Sagen wir es mal so, nach wenigen Minuten wollte ich meinen Kopf mehrmals gegen die Wand schlagen bei dem ganzen Bullshit den die da gelabert haben.

        Kannst es dir gerne anschauen, aber ich warne dich: Dein IQ geht spätestens nach drei Minuten den Bach runter.

  7. Mein lieber escfan05 …
    Nichts gegen eine kritische Sicht auf die vielen Maßnahmen, die uns auferlegt wurden und deren wirkliche Tragweite sich vielleicht erst in einigen Monaten oder noch später zeigen wird.
    Den Eindruck, dass Du an einer politischen Diskussion ernsthaft interessiert bist, kiriege ich bei deinem Gepoltere allerdings nicht, wobei ich dieses Forum dafür auch nicht besonders gut geeignet finde.

    • Das genau meine ich doch, wer kritisiert ist an einer politischen Diskus nicht interessiert oder wird mit dem Spinner Hildmann gleich gesetzt. So macht man Kritiker mundtot, aber so was ist der tod von Demokratie, Freiheit und Selbstbestimmung. So hat der Lukaschenko in Weißrussland auch angefangen.

      • Sicher gibts dort auch Zwangsgebühren, aber immerhin haben sie im Gegensatz zu D einen VE!

      • @escfan05
        Eine ernsthafte politische Diskussion wird für mich von differenzierten Argumenten getragen. Einerseits sympathisierst Du mit dem Widerstand, andererseits erscheint dir deren Anliegen im Vergleich zur hiesigen Situation unter Corona eher unwichtig – wobei dir die gravierenden Unterschiede zwischen den Missständen in BLR und DEU anscheinend egal sind.

        Dann dieses ewige Meinugsfreiheit/Zensur-Argument … es gibt halt Leute, die deine Argumentationsweise nicht gut aushalten können und entsprechend pampig oder ironisch reagieren. Von mundtot-machen kann da nicht die Rede sein, denn zum keine-Ahnung-wievielten Mal: Meinungsfreiheit gilt auch für die, die deine Meinung nicht teilen.

        Dazu passend empfehle ich dir den folgenden Beitrag Florian Schrlöders zur Debatte:

  8. Wenn man zynisch wäre, könnte man sagen: gut, dass Lukaschenka dass Internet rund um Minsk in großen Teilen abgeschaltet hat und die Leute dort nicht lesen können, was die Leute hier in Deutschland im Netz für realitätsfernes Zeug schreiben – die Belarussen würden uns schlichtweg für bescheuert halten, angesichts dem was manche Deutsche hier (strafffrei!) als „Diktatur“ und „Einschränkung der Freiheitsrechte“ bezeichnen.

    Das 20.000 Nasen in Berlin das Demonstrationsrecht wahrnehmen und ihre Kritik repressionsfrei öffentlich artikulieren dürfen, das würde es in Belarus nicht geben. Da interessiert man sich nicht für Minderheitenrechte und hätte den Haufen von der Polizei wahrscheinlich gleich niederknüppeln lassen. So sieht eine echt Diktatur aus.

    • @Frederic: Ich habe kein Problem damit, wenn man meine Meinung nicht teilt, ich habe ein Problem damit, das Leute, die sich ernsthaft Sorgen um unsere Freiheitsrechte machen, mit solchen Figuren wie Hildmann gleichgesetzt werden. Ich brauche keine kruden Verschwörungstheorien, nur um zu sehen, das mir die derzeitige Lage insgesamt in Deutschland große Sorgen bereitet. Auch das man einem gleich unterstellt, man wäre ein Egoist, gefällt mir gar nicht. Ich finde es einfach nur verlogen, das zum Beispiel die EU, Weißrussland jetzt sanktionieren will, aber in den letzten Monaten wurden in der gesamten EU Werte wie Freiheit und Selbstbestimmung komplett in die Tonne getreten. Teilweise noch schlimmer als in Deutschland. Ich bin mir sicher, man hätte das auch ganz anders Lösen können. Siehe Schweden, da geht die Welt auch nicht unter, nur weil kein Lockdown war.

      • Da ist zwar einiges bei, das ich ähnlich sehe, aber dennoch liest es sich bei dir wiederholt so, als ob Du die hiesigen Zustände genauso schlimm wie die in BLR findest und das kannst Du doch nicht ernsthaft denken.
        Ich möchte es aber hierbei belassen, auch weil es in diesem Thread weder um Deutschland noch Corona ging (ansonsten s.o.).

  9. @Frederic: Bis zu den Zuständen in Weißrussland oder in der DDR oder in einer anderen Diktatur, fehlt nicht mehr viel. Wenn ich allein an dieses Betteln für jedes bisserl mehr Freiheit denke wird mir übel. Für jeden kleinen Furz muss man sich rechtfertigen, egal um was es geht und was man will. Für jede noch so banale Aktivität muss die Hosen runterlassen. Grausam. Die Stasi hätte daran ihre Freude dran gehabt.

    • Hallo Blog-Betreiber: Kann man diesen User bitte endlich mal sperren? „ Bis zu den Zuständen in Weißrussland oder in der DDR oder in einer anderen Diktatur, fehlt nicht mehr viel.“ ES REICHT JETZT WIRKLICH!

    • Sorry, Du schreibst echt Quatsch. Gefährlichen Quatsch. Und noch dazu macht ihr uns als Bloggern hier das Leben extrem schwer, man kann wohl nicht mal mehr einen Tag in Ruhe Geburtstag feiern, ohne hier dann hinterher im Kindergarten schlichten zu müssen. Also bitte: Keine rechten Weltverschwörungen, keine Beleidigungen. Danke!

  10. Bevor ich mir „I love Belarus“ anhöre, dann doch lieber „Welcome to my Belarus“ (obwohl das im Nachgang zu den jetzigen Ereignissen wohl auch nicht ganz passt).

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