Vertritt Jessie J Großbritannien beim ESC 2022?

Großbritannien gehörte beim Eurovision Song Contest 2021 – mal wieder – zu den Big-5-Ländern, die sich ganz hinten auf der Punktetafel wiederfanden. Trotzdem lässt die verantwortliche Rundfunkanstalt BBC offenbar den Kopf nicht hängen, sondern ist bereits auf der Suche nach einem Act für den ESC 2022 in Italien. Heute nun berichtet die Boulevardzeitung The Sun, dass die Verantwortlichen wohl gerne Jessie J für den Contest gewinnen wollen und dazu auch schon mit der Sängerin in Kontakt getreten sind.

Sollte sich das Gerücht bewahrheiten, dann würde die BBC die gerade erst begründete Zusammenarbeit mit dem Plattenlabel BMG nach nur einem Versuch schon wieder aufgeben. Jessie J steht nämlich bei der Universal Music Group unter Vertrag und nicht etwa bei BMG oder deren Muttergesellschaft Sony Music. Bei Universal hat Jessie gerade erst ihre neue Single „I Want Live“ veröffentlicht, die der Vorbote für das sechste Studioalbum der Sängerin sein soll.

Jessie J ist vor allem in Großbritannien ein großes Star, hatte aber auch in anderen Ländern bereits respektable Erfolge. Ihr größter Hit im deutschsprachigen Raum war das 2011 erschienene „Price Tag“. In Großbritannien kommt sie auf 3 Nummer-1-Hits und drei Top-10-Alben. Das letzte davon datiert allerdings aus dem Jahr 2014. Das in Form von vier EPs veröffentlichte „R.O.S.E.“ und das Weihnachtsalbum „This Christmas Day“ blieben 2018 von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet. Jessie J war außerdem für zwei Staffeln Coach bei „The Voice UK“, zwei weitere bei „The Voice Australia“ und eine weitere bei „The Voice Kids UK“.

Dass die BBC nach dem enttäuschenden letzten Platz von James Newman und seinem „Embers“ wieder am Auswahlmodus schraubt, kommt nicht überraschend. Dazu muss man allerdings auch sagen, dass das Eurovision-Team der BBC dem Song durch eine uninspirierten Inszenierung mit für einen Uptempo-Song quälend langen Kamerafahrten selbst den Todesstoß versetzt hat. Da hilft dann auch die beste Künstlerauswahl nichts mehr.

Jessie J hat sich bislang noch nicht zu den Gerüchten geäußert und dementsprechend ist auch unbekannt, ob sie überhaupt Interesse an einer ESC-Teilnahme hat. Sobald es etwas Neues gibt, halten wir Euch hier natürlich auf dem Laufenden.


47 Kommentare

  1. Ich habe auf Wikipedia gelesen, dass Schottland auch gerne am esc 2022 teilnehmen möchte. Jedoch gibts da Schwierigkeiten mit UK.

    • @Antonio

      Das stimmt nicht so ganz. Lediglich irgendein Hinterblänkler von der SNP hat gemeint dass Schottland angeblich die besseren Chancen hätte beim ESC.

      • Da die BBC ja auch in Landessender aufgeteilt ist, wäre es vielleicht eine gute Idee, den verantwortlichen Sender zu wechseln. Vielleicht bekommen die SChotten oder die WAliser ja wirklich mehr hin, andererseits ist Irland ja auch nicht wirklich besser.

  2. Warum nicht?
    Ich meine Jessie J hat nichts zu verlieren.
    Das letzte erfolgreiche Album war 2014 und der letzte Hitsong auch schon 6 Jahre her.
    Mittlerweile interessiert sich kaum jemand für sie (klingt gemein, aber so ist das „Pop-Business“).
    Sie hat außerdem bereits in chinesischen Shows teilgenommen und der ESC wäre eine Chance wieder im Mainstream Erfolg oder wenigstens Aufmerksamkeit zu bekommen.
    Singen kann sie.

  3. Ich würde es begrüßen, wenn Jessie J nächstes Jahr am ESC teilnehmen würde. Auf der anderen Seite könnte ich mir aber auch Calum Scott oder Dua Lipa, die mal den OGAE Second Chance Contest gewann, als Teilnehmerin vorstellen.

  4. Die Sängerin gefällt mir schonmal gut. Wäre auf jeden Fall eine Option. Allerdings hat die BBC in Sachen Inszenierung nicht gerade ein glückliches Händchen bewiesen. Wurde ja in dem Artikel auch sehr richtig beschrieben. So hat man einen soliden Act erst recht „demontiert“. Ich denke bei „Embers“ immer noch an die übergroßen Trompeten. Obwohl, die fand ich schon kultig, irgendwie.😃

    Ich wünsche der BBC viel Erfolg.🙂

  5. Sommerloch-Story – ist nicht bald Zeit für Strandpics und ESC Kompakt Privat?

    • @4porcelli

      Denke ich auch. Wir dürfen außerdem nicht vergessen dass hier die Sun die Informationsquelle ist, also quasi die noch reißerischere, britische Schwester der Bild.

    • Da stimme ich vollumfänglich zu! Leicht bekleidete ESC-Stars am Strand, im Pool und auf Wasserrutschen ist das, was wir jetzt nötiger denn je brauchen!

      • Ich folge ja seit geraumer Zeit der lieben Tess Merkel auf lnstagram und sie macht gerade Urlaub in einem nur für Frauen gemachten Sporthotel in Syvota (das liegt im Nordwesten Griechenlands nicht weit von der Grenze zu Albanien entfernt) Aktivurlaub.

  6. Eintrittswahrscheinlichkeit 0-2%, da ungefragt, da ohne ESC-Bezug, da nicht BBC-kompatibel …

    Wir haben Sommer. Wenn alle greifbaren potenziellen ESC-Acts am Strand, Pool oder wahlweise die EM kommentieren, sollte man da vielleicht mal schnuppern.

    • Es muss doch nicht BBC sein – ich bin da für Junx/Männaz aller ethnischen Gruppen offen!

  7. Vor ein paar Jahren hätte ich gesagt, zu groß um den ESC zu entern, aber nachdem die gute seit Jahren nichts gerissen hat, könnte sie Interesse haben. Aus der Kategorie würde ich am ehesten Emeli Sande gutheißen.
    Am Ende wird es aber so kommen, dass sieben Castingshowsternchen einen belanglosen Vorentscheid austragen müssen, der von einer Wettermoderatorin präsentiert wird und bei dem Katrina Leskovich in der Votingphase auftreten muss.

    • Mit Emeli Sande könnte ich auch leben. Ella Henderson kenne ich leider gar nicht und von Frau Goulding lediglich einen Song.

      • Ella Henderson hatte genau einen erfolgreichen Song (Ghost), der war aber sehr gut. Frau Goulding, an der scheiden sich die Geister. Ich finde ihre Stimme schwierig, zu Dance-/Elektropoppigen Sachen passt die, zu Balladen eher weniger (wie das 50 Shades Stück, was du sicher mit dem einen Song meinst)

  8. Also, ganz neu wäre das nicht, dass die Briten Popstars zum ESC schicken, die ihre besten Tage schon hinter sich haben. Das gab es in der Periode 2011 bis 2013 auch schon, hat nicht wirklich gefruchtet, bei Blue zumindest noch etwas, bei Engelbert und Bonnie Tyler schon nicht mehr.

    Und klar, nach „Zero Points“ ist man schon fast zu einem Strategiewechsel gezwungen. War ja bei uns auch schon so. Aber wenigstens gibt es hier nun ein Lebenszeichen aus UK. Damals, 2015, kam ja bei uns ein halbes Jahr lang – nichts. Vom NDR nicht und auch nicht anderswo. Und dann der Plan, der aus bekannten Gründen umgeschmiedet wurde. Hoffen wir mal, dass es nicht wieder so ausschaut, dass man etwas kommuniziert, wenn es etwas zu kommunizieren gibt.

    Apropos: Jessie J ist jetzt nicht unbedingt meine Lieblingssängerin, aber beim TItel „Price Tag“ fühle ich mich daran erinnert, wie Yana Gercke ihn bei USfB vorgetragen hat. Und das ist auch schon fast zehn Jahre her…

  9. Na gut, versucht es das UK jetzt eben wieder mit verblassten Stars, zumindest ist diesmal das Haltbarkeitsdatum noch nicht allzu lange abgelaufen. Jessie J dürfte aber immernoch eine Nummer zu groß sein, am Ende wird es eher auf Namen wie Ella Henderson, Taio Cruz oder Conor Maynard hinauslaufen.

    Kleine Korrektur noch:
    Das heutige BMG, bei dem James Newman und neuerdings auch die No Angels unter Vertrag sind, ist eine reine Bertelsmann-Tochter und entstanden aus den Resten, die Bertelsmann behalten hat, nachdem man das alte BMG (mit Thomas Stein als langjährigem Geschäftsführer) 2008 komplett Sony überlassen hat.

  10. Offensichtlich macht man sich im UK Gedanken. Und die Spanier wollen ordentlich umkrempeln. Immerhin! Und bei uns in Deutschland? Hier wird wahrscheinlich darüber diskutiert, wie lange „zeitnah“ zeitnah ist.

  11. Um Jessie J war es in den letzten Jahren recht ruhig geworden. Das änderte sich, als ihre Liaison mit Channing Tatum aka Magic Mike bekannt wurde. Wenn sie ihn und seine Crew überreden kann, bei einer potentiellen Teilnahme nächstes Jahr Teil ihrer Bühnenshow zu sein, dann ist meine ganz objektive Meinung: Die BBC ist hier auf der richtigen Spur.

    • DIna: Hätte @DP diesen Artikel geschrieben, wäre der auch passend bebildert und voller Qualitätskommentare gewesen!

  12. Also um es kurz und knapp zu sagen: Ich finde, dies wäre schon ein Hammer, wenn Jessie J UK beim ESC im nächsten Jahr vertreten würde.
    Allerdings, falls UK jetzt hofft, einfach durch den bekannten Namen bzw. Star, mehr Punkte zu bekommen, dann bezweifle ich dies. War ja dieses Jahr bei San Marino mit Flo Rida jetzt auch nicht so ganz der Fall.

  13. Das wäre toll. Ich hab „Price tag“ geliebt. Und Jessie J weiß, was sie tut. Käme aber wie immer auf den Song an.
    Ella Henderson wäre auch klasse. Oder Ellie Goulding. Und immer noch Sophie Ellis-Baxtor.

  14. Die gute Jessie ist aber schon ein bisserl anstrengend oder?
    High performance happiness sound für den after-work Bar Besuch

  15. Wie wäre es, wenn das Vereinigte Königreich Boy George zum ESC schickt? Der feiert heute seinen 60. Geburtstag und so herzlichen Glückwunsch!

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