
Same procedure as last year? In der Tat: Denn quasi genau vor einem Jahr lautete die Überschrift exakt wie heuer: „Vorhersage-Tool „The Model“ zum ESC 2026: Schweden gewinnt vor Frankreich.“ Am Ende gewann Österreich vor Israel, Schweden landete auf dem 4. Platz. Ganz so zuverlässig ist „The Model“ also nicht, das in diesem Jahr nicht mehr von Eurovoix, sondern von ESC Insight veröffentlicht wird. Dafür ist das Model auch in diesem Jahr für Deutschland direkt nach dem Ende der Vorentscheidsaison extrem skeptisch und prognostiziert den vorletzten Platz für „Fire“. Dahinter folgt nur noch der ESC-Gastgeber Österreich, der mit seinem „Tanzschein“ punktlos vom Platz gehen soll.
„The Model“ ist eine datenbasierte Projektion des Eurovision Song Contests, die 2024 von EuroVoix eingeführt wurde. Sie nutzt historische Abstimmungsmuster, Online-Umfragen und weitere Daten, um eine Simulation des gesamten Wettbewerbs zu erstellen und so vorherzusagen, wie der Eurovision Song Contest verlaufen könnte. Im Jahr 2025 wurde „The Model“ aktualisiert, um die Genauigkeit zu verbessern. Seitdem berücksichtigt es interne musikalische Statistiken wie Tanzbarkeit, Energie und Fröhlichkeit der Lieder, um deren Anklang bei Jury und Publikum besser vorherzusagen. Zudem wurde die Methodik zur Analyse historischer Abstimmungen verfeinert, um präzisere Ergebnisse zu erzielen.
Da sich die Datenquellen in der Zeit bis zum ESC verändern können und mehr Informationen über die Acts und die Auftritte bekannt werden, können sich auch die Prognosen ändern. So stiegen 2024 und 2025 die deutschen Beiträge ziemlich schlecht ins „The Model“-Rennen ein und arbeiteten sich dann langsam hoch. Schweden und Frankreich gehen hingegen – so scheint es – erstmal mit einem „Erfolgsbonus“ an den Start. Dass für Dänemark aktuell der 5. Platz im ESC-Finale prognostiziert wird und für Australien der 6. Platz, zeigt dass hier aber auch die aktuellen Wettquoten und Fanrankings eine wesentliche Rollen spielen.
Wie in den Vorjahren gibt es von „The Model“ Prognosen für beide Halbfinale und auf dieser Basis dann auch eine für die 25 Beiträge im großen Finale. Wir dokumentieren den aktuellen Stand.

Das erste Halbfinale soll laut „The Model“ FELICIA (Aufmacherbild) aus Schweden mit dem Song „My System“ gewinnen. Sie gewinnt auch das Jury-Voting in diesem Halbfinale. Auf Platz zwei folgt Noam Beettan aus Israel, der die meisten Punkte im Televoting erhält. Auf Platz 3 folgen die aktuellen Favoriten der Buchmacher, Linda Lampenius und Pete Parkkonen aus Finnland. Über den Einzug ins Finale können sich natürlich auch Griechenland und Kroatien freuen, aber auch Belgien und Georgien wären drin. Letztere schaffen es knapp vor Montenegro. Für Tamara Živković und ihre „Nova zora“ besteht also noch Hoffnung. Das kann man für Senhit aus San Marino und vor allem Vanilla Ninja aus Estland nicht sagen.

Der Sieg im zweiten Halbfinale geht deutlich an Delta Goodrem aus Australien. Sie holt die meisten Jury-Punkte, knapp vor Aidan aus Malta. Auch im Televoting soll es demnach gut für die Australierin laufen. Allerdings bekommt Leléka aus der Ukraine noch mehr Zuspruch von den Zuschauer*innen. Platz 3 geht an Søren Torpegaard Lund aus Dänemark. Wackelkandidaten für den Finaleinzug sind Norwegen und Luxemburg, die aktuell drin wären. Die Schweiz, Albanien und Armenien sind fast punktgleich draußen. Hier wird sich bei den Pre-Partys und dann bei den Proben in Wien noch die Spreu vom Weizen trennen.

Im Finale soll sich dann laut „The Model“ FELICIA aus Schweden durchsetzen. Sie erhält von den Jurys die meisten Punkte und wird Dritte im Televoting – die Jurys wären also mal wieder die König(innen)macher. Das Televoting gewinnt Israel vor Finnland. Insgesamt reicht es für Israel aber nur für Platz 4, da die Jurys den Beitrag „Michelle“ auf Platz 12 setzen. Zweite im Gesamtklassement wird hingegen Monore aus Frankreich. Finnland kommt laut „The Model“ beim Publikum (2. Platz) besser an als bei den Jurys (8. Platz).
Italien schafft es wieder einmal in die Top 10. Und auch Antigoni aus Zypern kann sich dort platzieren. Positive Ergebnisse können auch Daniel Žižka aus Tschechien (11.), Aidan aus Malta (12.), Lelek aus Kroatien (13.) und DARA aus Bulgarien verzeichnen. Für Eva Marija aus Luxemburg reicht es immerhin für den 19. Platz (vor allem wegen der Jurys). Sie käme demnach hinter Lion Ceccah aus Litauen und vor Bzikebi aus Georgien ins Ziel.
Ganz hinten finden sich die vertrauten Big-5-Länder Großbritannien und Deutschland. Wobei es für LOOK MUM NO COMPUTER dank 24 Televoting-Punkte nicht ganz so hart werden soll wie für Deutschland. „The Model“ prognostiziert für Sarah Engels aktuell fünf Punkte von den Jurys und sechs von den Zuschauer*innen (immerhin mehr als Belgien, Tschechien und Österreich). Die zusammen 11 Punkte reichen trotzdem nur für den 24. Platz. Dahinter folgt nur noch Cosmó aus Österrreich mit den gefürchteten 0 Punkten.
Was sagst Du zur ersten Vorhersage von „The Model“ in diesem Jahr? Welche Platzierungen in den Halbfinals und im Finale findest Du schlüssig und wo bist Du anderer Meinung? Lass uns Deine Gedanken in den Kommentaren da.
Alle Beiträge findet Ihr auch in unserer Spotify-Playlist Eurovision Song Contest 2026.
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