Voting beim ESC 2025: Abor & Tynna waren beliebter als das Ergebnis vermuten lässt

Abor & Tynna erwarten die Televoting-Punkte für Deutschland – Bild: Screenshot https://www.youtube.com/watch?v=S3x6K5PzEu0

Beim Eurovision Song Contest wird sowohl für das Jury- als auch für das Televoting eines jeden Landes ein Ranking von 1 bis 25 bzw. 26 erstellt, Punkte gibt es aber jeweils nur für die besten zehn Beiträge. Dieses Votingsystem hat eine große Schwäche: alle Platzierungen ab Platz 11 erhalten keine Punkte. So kann es dazu kommen, dass ein Beitrag, der überall mittelgut ankommt, am Ende fast keine Punkte erhält.

Vor zwei Jahren ist Lord of the Lost dieses Schicksal im Televoting widerfahren: nach den durchschnittlichen Platzierungen im Televoting der einzelnen Länder hätten sie deutlich besser abgeschnitten als nach Punkten und hätten Platz 16 anstatt Platz 24 erreicht. In diesem Jahr waren Abor & Tynna nicht (extrem) von diesem Effekt betroffen, wenn man das Juryvoting und Televoting einzeln betrachtet. Trotz allem ergibt sich beim ESC 2025 ein Kuriosum: wenn man Jury- und Televoting nach Durchschnittplatz im Ranking zusammenrechnet, hätte Deutschland sieben Plätze besser abgeschnitten als in der Realität.

Im nachfolgenden Artikel werfen wir einen genaueren Blick auf die Ergebnisse des ESC 2025 sowohl nach Punkten als auch nach Platz im Ranking und konzentrieren uns dabei nicht nur auf Deutschland, sondern auch auf das Gastgeberland Schweiz und das Siegerland Österreich. Dabei gehen wir unter anderem auch der Frage nach, ob die null Punkte für Zoë Më vielleicht auch durch den „LOTL-Effekt“ zustande kamen.

Platzierung von Deutschland, Österreich und der Schweiz im Jury- und Televoting

Diese Platzierungen erreichte Deutschland im Juryvoting und im Televoting:

Bei 14 Jurys lag Deutschland in den Punkterängen von 1 bis 10, bei neun Jurys verfehlte Deutschland auf Platz 11 bis 15 knapp die Punktränge und bei 13 Jurys war Deutschland nicht in der Nähe von Punkten, darunter bei 3 Jurys ganz hinten auf Platz 21+.

Im Televoting platzierte sich Deutschland wesentlich besser: 18-mal erreichten Abor & Tynna die Punktränge und 16-mal lagen sie nur knapp dahinter. Und ganz schlecht lief es eigentlich nirgendwo, der schlechteste Platz war Platz 16 in Norwegen. Auch in San Marino erreichte Deutschland Platz 16, allerdings ist das Televote von San Marino ein fiktiver Wert und zählt so eigentlich nicht wirklich.

Alle Punkte, die Deutschland erhalten hat, findet ihr hier noch einmal in der Übersicht.

Bei der Schweiz ergibt sich folgendes Bild:

Ganze 32-mal lag die Schweiz bei den Jurys in den Punkrängen von 1 bis 10! Und nur 4-mal ganz knapp dahinter auf Platz 11 und 12.

Ein ganz anderes Bild zeigt sich im Televoting: 31-mal erreichte Zoë Më eine Platzierung weit weg von den Punkträngen (Platz 16 oder schlechter). 5-mal erreichte sie Platz 11 bis 15, aber hier war faktisch auch nur die Platzierung in einem Land minimal an den Punktränge vorbei geschrammt: Platz 11 in Portugal. Die null Punkte für „Voyage“ waren also nicht ein seltsames Phänomen, das durch das ESC-Voting-System bedingt ist, die Televoter*innen scheinen wirklich nicht viel mit dem Beitrag anfangen zu können.

Alle Punkte, die an die Schweiz gingen, findet Ihr hier aufgelistet.

Wie sieht es bei Österreich aus?

Im Telvoting kam JJ wirklich über alle Länder hinweg gut an, 15-mal landete er auf Platz 1-5, 17-mal auf Platz 6-10 und 4-mal auf Platz 11-15, wobei hier der schlechteste Wert Platz 12 war, als nur 2 Ränge von Punkten entfernt. Allerdings hat es JJ in keinem Land auf Platz 1 geschafft und damit nie 12 Punkte erhalten.

Im Juryvoting kam er abgesehen von drei sehr auffälligen Ausnahmen noch besser an: 27-mal erreichte er Platz 1-5, 4-mal Platz 6-10 und 2-mal Platz 11-15. Und dann gibt es noch drei wirklich seltsame Ausreißer: In Tschechien erreichte JJ Platz 22, in Georgien Platz 25 und in Italien ebenfalls Platz 25. Zumindest bei Tschechien und Georgien kann das auch nicht aus taktischen Gründen (absichtliches Schaden von erwarteten Mitkonkurrenten) geschehen sein, die beiden Länder waren nicht im Finale. Bei Italien könnte man auf diese Idee kommen, allerdings ist der erweiterte Mitfavorit Estland bei der italienischen Jury auch auf Platz 2 gelandet, was dem widerspricht.

Alle Punkte an JJ haben wir hier aufgezählt.

Unterschiede im Ergebnis nach Mittelwerten im Ranking und nach der Punktevergabe von Jurys und Televotern

Wenn man jetzt den Platz nach dem Mittelwert der Platzierung mit dem Platz nach Punkten vergleicht, ergeben sich im Juryvoting folgende Unterschiede:

Im Juryvoting würden sich keine ganz großen Differenzen geben, maximal drei Plätze rauf oder runter geht es für alle Länder im Ranking nach Durchschnitts-Platzierung im Vergleich zum Ranking nach Punkten. Größte Gewinner von einem Votingsystem nach Mittelwerten wären Deutschland, Luxemburg und Israel, die drei Plätze besser abgeschnitten hätten, größter Verlierer wäre Portugal gewesen, das drei Plätze verloren hätte. Und statt Österreich hätte die Schweiz das Juryvoting gewonnen.

Im Televoting ergeben sich folgende Unterschiede:

Hier wäre der größte Verlierer San Marino, das vier Plätze verlieren würde. Das liegt vor allem daran, dass es aus einem Land – Italien – mit 12 Punkten einmal richtig viele Punkte bekommen hat. Italien wiederum hätte neben Malta von einem Ranking nach durchschnittlicher Platzierung profitiert, beide hätten drei Plätze besser abgeschnitten. Für Deutschland hingegen hätte sich der Platz minimal verbessert, statt dem realen Platz 11 nach Punkten hätte Deutschland Platz 10 erreicht. Österreich wäre weiterhin Vierter geworden, die Schweiz hätte 2 Plätze besser abgeschnitten. An den Top 6 im Televote hätte sich in diesem Jahr gar nichts geändert.

Auch interessant: Obwohl Israel in diesem Jahr das Televoting gewonnen hat, hat es einen höheren Durchschnittswert erreicht (und weniger Punkte erhalten) als im letzten Jahr. Dort hatte es einen Durchschnittswert von 3,44 und bekam 323 Punkte. 2024 lag Israel nur auf Platz zwei, weil Kroatien mit einem noch tieferen Durchschnittswert (2,69) bzw. mehr Punkten (337) das Televoting gewinnen konnte.

Wenn man jetzt nicht wie beim richtigen ESC die Punkte von Televoting und Juryvoting addiert, sondern den Mittelwert aus der durchschnittlichen Platzierung im Televoting und Juryvoting bildet, ergeben sich im Gesamtvoting dann einige größere Abweichungen:

Am meisten heraus sticht Deutschland: Statt Platz 15 hätten Abor & Tynna Platz 8 erreicht und hätten damit ganze sieben Plätze besser abgeschnitten. Auch Claude aus den Niederlanden hätte sich deutlich besser platziert und wäre Siebter statt Zwölfter geworden. Die größten Verlierer wären Griechenland, die Schweiz und das Vereinigte Königreich gewesen, für die es vier Plätze nach unten gegangen wäre. Österreich hätte weiterhin gewonnen, Estland und Schweden wären einen Platz nach oben gerückt, Israel wäre „nur“ noch Vierter geworden.

Es zeigt sich einmal mehr, dass es Abweichungen zwischen den erhaltenen Punkten und der „realen“ Beliebtheit einzelner Beiträge gibt, auch wenn sie in diesem Jahr nicht so eklatant ausfallen, wie in den vergangen Jahren.

Wer die Zahlen mit denen aus dem letzten und vorletzten Jahr vergleichen möchte, findet den entsprechenden Artikel aus 2024 hier und den aus 2023 hier.

Wären Platz 8 für die Deutschland und Platz 14 für die Schweiz für Dich fairer gewesen? Ist das ikonische 12-Punkte-Votingsystem, in dem nur die ersten 10 Plätze Punkte erhalten, Deiner Meinung nach noch zeitgemäß oder sollte es hier eine Änderung geben? Schreib uns Deine Gedanken gerne als Kommentar.



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Birgit
Birgit
10 Monate zuvor

Es sollten mehr Länder Punkte aus den Bewertungenerhalten, um ein gerechtere Ranking insbesondere im Mittelteil zu erzielen. Um an dem 12 – Punktesystem nichts zu ändern, könnte man die Punkte 1 bis 10 je 2mal vergeben.

tolgrut
tolgrut
10 Monate zuvor

Vielleicht sollte man aufgrund der doch sicherlich fragwürdigen Publikumsvotes für Israel mal infrage stellen, ob die ESC-Finanzierung durch Moroccanoil (eine israelische Firma, für alle, die es nicht wissen :)) wirklich sinnvoll ist und ehrliche Votings tatsächlich zulässt :/

Last edited 10 Monate zuvor by tolgrut
Marko +++
Marko +++
10 Monate zuvor
Reply to  tolgrut

Vertrag mit Moroccanoil läuft aus. Mir scheint es unwahrscheinlich, dass dieser Firma weiterhin dabei ist.

Die Erwähnung des Sponsors während der Shows war dieses Jahr schon ärgerlich.

Dascha
Dascha
10 Monate zuvor
Reply to  tolgrut

Wilde Verschwörungstheorie…

Aluhut gefällig?

Hieronymus
Hieronymus
10 Monate zuvor
Reply to  Dascha

👍

Jhonny long bow
Jhonny long bow
10 Monate zuvor

Was macht es für ein Unterschied ob platz 20 oder 15 oder 2 nur der Sieger zahlt alle anderen haben gratis Werbung für sich selbst und eine schöne Erinnerung am Contests

Matty
Matty
10 Monate zuvor

Apropos Jury: Kateryna Pavlenko, die Sängerin von Go_A, wurde wegen eines Regelverstoßes aus der ukrainischen Jury ausgeschlossen:

https://eurovoix.com/2025/05/25/ukraine-kateryna-pavlenko-eurovision-juror/

Natela Chkhartishvili-Zatzarinna hat den Platz von Kateryna übernommen.

In Estland wurde Alika, die das Land vor zwei Jahren beim ESC vertrat, aufgrund eines Regelverstoßes als Mitglied der Jury ausgeschlossen:

https://eurovoix.com/2025/05/24/%f0%9f%87%aa%f0%9f%87%aa-estonia-alika-removed-from-eurovision-2025-jury-due-to-rule-breach/

Mal gespannt, ob es noch in einem Land Disqualifikationen von Jurymitgliedern gegeben hat.

Carmondai
Carmondai
10 Monate zuvor

Ich wäre absolut dafür das Punktesystem darauf zu ändern.
Es wäre einfach fairer und würde den tatsächlichen Wert abbilden. Ob nun besser oder schlechter.
Es ist doch komplett krude, wenn ein Land einen wirklich schlechten Eindruck machen würde, bei fast allen letzter oder vorletzter wird, aber dann Punkte bekommt von einem Nachbarland o.ä. und damit dann höher platziert wird als ein durchschnittlicher Beitrag der das Pech hat nie in die top 10 gekommen zu sein aber sich konstant im Mittelfeld bewegt.
12 Punkte mögen Kult und Tradition sein aber stört mich jedes Jahr aufs neue.

ESC1994
ESC1994
10 Monate zuvor
Reply to  Carmondai

Warum sollte man bitte Mittelmaß belohnen??

Hieronymus
Hieronymus
10 Monate zuvor
Reply to  ESC1994

👍

Gaby
Gaby
10 Monate zuvor
Reply to  ESC1994

Finde, das hat mit „belohnen“ gar nichts zu tun. Aber immerhin würde jede Stimme, die eingeht, ernst genommen. Und das hat überhaupt nichts mit dem deutschen Abschneiden zu tun, aber ich finde es schade, dass alle Stimmen ab Platz 11 unter dem „Teppich gekehrt werden“, so als hätte es sie nie gegeben. Mein Gerechtigkeitsempfinden sagt mir: Da ist irgendwie eine Schieflage drin.

Last edited 10 Monate zuvor by Gaby
ESC1994
ESC1994
10 Monate zuvor
Reply to  Gaby

Sie werden ja gezählt, es reicht halt nun mal nicht für Punkte. Bei der Bundestagswahl müssen Parteien ja auch mindestens 5 % erreichen um in den Bundestag zu kommen. Hier müssen Songs halt auch eine gewissen Hürde überspringen, ganz einfach. Das hat finde ich nichts mit „Ungerechtigkeit“ zu tun, oder forderst du auch dass ein Flieger umkehrt weil du halt „nur“ 1 Minute nach Schließen des Boardings ankommst??

Nicht böse gemeint, schätze dich sehr, aber in dem Punkt habe ich halt eine andere Meinung.

Last edited 10 Monate zuvor by ESC1994
4porcelli - Help the 🦦 save his people United24k
4porcelli - Help the 🦦 save his people United24k
10 Monate zuvor
Reply to  ESC1994

Sehe ich genauso. Abgesehen davon, dass das logistisch nie funktionieren würde, wenn man Punkte für 26 Länder einblendet, die müssten ja bei jedem Land für 90 Sekunden eingeblendet werden, damit Leute das mitkriegen.

Gaby
Gaby
10 Monate zuvor

Meinte jetzt auch das Televoting. Dort werden ja die Punkte eh zusammengefasst. Beim Juryvoting wäre es in der Tat schwieriger. Könnte man in der Tat so lassen wie gehabt. Es wird ja sowieso immer beklagt, dass angeblich die Jurys so viel Macht haben.😉

Gaby
Gaby
10 Monate zuvor
Reply to  ESC1994

Gut, Kompromiss: Es müssen ja nicht die hintersten Ränge berücksichtigt werden, aber wenigstens bis Rang 15 oder 16. (Und damit die 12 Punkte auch weiterhin Geltung finden, vielleicht dann ab Rang 10 jeweils einen Punkt vergeben😉.

Julian12
Julian12
10 Monate zuvor
Reply to  Gaby

Guter Vorschlag finde ich

ESC1994
ESC1994
10 Monate zuvor
Reply to  Gaby

In dem Punkt kommen wir glaube ich nicht zusammen.

Dir aber trotzdem einen schönen Tag. Habe gerade gegessen, Hähnchen mit Zuckerschoten und Couscous. 😋

Gaby
Gaby
10 Monate zuvor
Reply to  ESC1994

Klingt gut.🙂
Bei uns gibt es heute Abend gedünsteter Lachs in Senfsauce mit Kartoffeln und gemischten Salat.

ESC1994
ESC1994
10 Monate zuvor
Reply to  Gaby

Hm, lecker. Darf ich kommen?? 😉

Gaby
Gaby
10 Monate zuvor
Reply to  ESC1994

🤗

Wolkenfrei-Fan
Wolkenfrei-Fan
10 Monate zuvor

Punktevergabe bitte ändern. Höchstens 12 Punkte machen bei über 20 Ländern keinen Sinn mehr.

Britta Burmeister
Britta Burmeister
10 Monate zuvor

Dass das Punktesystem endlich mal an die Teilnehmerzahl angepasst gehört, kommentiere ich bereits seit Jahren jeweils kurz nach der Veranstaltung. Beim gegegenwärtigen System kann ein Beitrag in allen Ländern auf Platz 11 landen und geht punktemäßig leer aus, während ein anderer, der fast überall auf 12 – 37, also dahinter, und einem einzigen 10 Platz noch einen Punkt bekommt und so besser dasteht, obwohl er insgesamt weniger ankam. Das ist unfair und intransparent.

Julian12
Julian12
10 Monate zuvor

Ich finde, es sollten die mindestens Hälfte der Teilnehmer Punkte bekommen.
Punkte von 0 bis 25 oder 1 bis 26 fände ich am fairsten, ist aber vielleicht wirklich schwer umsetzbar.
Daher sollten zumindest die ersten 13-15 Plätze jeweils Punkte bekommen, finde ich.

Ich merke jedes Jahr auch an meinem persönlichen Ranking, dass ich 2-3 Beiträge hab, die eigentlich Top 10 verdient hätten, es dann aber knapp nicht schaffen, weil die Auswahl so groß ist.

Last edited 10 Monate zuvor by Julian12
Julian12
Julian12
10 Monate zuvor

Könnte man nicht, anstatt Punkte zu verteilen, einfach für die Publikums- und Jurywertung jeweils die Durchschnittsplatzierung nehmen?
Man kann ja einen Faktor einbauen, der Beiträge belohnt, die häufig ganz oben landen, aber das Platz 11 genauso viel zählt wie Platz 26 finde ich einfach unfair.

ESC1994
ESC1994
10 Monate zuvor
Reply to  Julian12

Das (an sich schon recht einfache) aktuelle Votingsystem wird schon von vielen nicht verstanden, wenn man jetzt dann auch noch mit Durchschnitten und Gedöns kommt blickt erst recht keiner mehr druch.

Julian12
Julian12
10 Monate zuvor
Reply to  ESC1994

Da hast du wahrscheinlich recht.
Ich persönlich fände jetzt ein kompliziertes System nicht schlimm, aber für die „normalen“ Zuschauer, die nur am zum Finale einschalten und sich vorher nicht damit beschäftigen, wäre das wahrscheinlich wirklich nichts.

Schlippschlapp71 (Ex-Mariposa)
Schlippschlapp71 (Ex-Mariposa)
10 Monate zuvor
Reply to  Julian12

So ähnlich wurde es schon 2009-2015 praktiziert.

Armin Berlin
Armin Berlin
10 Monate zuvor

Die meisten reden, hier von Punktevergabe System und so weiter.
Warum spricht man eigentlich nicht über den katastrophalen Siegertitel. Es ist ein Gejaule – es ist klassische Musik,
das hat nichts mit ESC Songs zu tun. Sowas sollte eigentlich in den Regen verboten werden. Nemo war schon schrecklich genug. Alle anderen Songs und Performances sind eben Geschmackssache.
In welcher Sprache sollte auch egal sein, da jeder die gleichen Chancen haben muss, sonst hat Englisch immer die meisten Chancen . Aber die Künstler/innen sollten immerhin aus dem Heimatland stammen, sonst muss man auch keine Länder Punkte mehr vergeben

Purrathia
Purrathia
10 Monate zuvor

Wem hatte Italien nochmal die Jury Punkte gegeben? Und wo kann man deren Televote Punkte sehen?

chris
chris
10 Monate zuvor

So eine Debatte gab es schon vor 10 Jahren, als Deutschland auf dem letzten Platz gelandet ist. Damals war mein Argument dagegen, dass so ein Vorschlag nach neuem System eher nach billiger Ausrede klingt, denn mit einem ähnlichen (nicht ganz gleich, aber ähnlich) System hat auch Lena gewonnen.

Mein Standpunkt ist da eigentlich gleich geblieben. Es ist zwar bedauerlich, wenn man vielleicht am 10. Platz vorbeischrammt, aber letztlich ist es doch ein Zeugnis dafür, dass der Interpret nicht „geliefert“ hat und das Publikum das Lied nicht gut genug zu schätzen wusste, um es auf einen höheren Platz zu hieven. Das ist zwar bedauerlich und natürlich kann man sich drüber ärgern, wenn Deutschland oder eben hier die Schweiz schlechter abschneidet.

Aber für mich ist diese Grenze bei 10 genau richtig. Von einer Durchnummerierung aller 26 Beiträge würde ich absehen, weil dabei die Übersicht verloren geht. Ich finde schon das aktuelle System schwierig, weil man kein richtiges Bewusstsein mehr dafür hat, welche Beiträge jetzt auf Platz 2 und 3 im jeweiligen Ranking gelandet sind.

Von daher finde ich solche Rechenspiele ganz interessant (Danke dafür) in der Nachbetrachtung, von einer ernsthaften Implementierung eines solchen Systemes halte ich aber nichts, nur um ein paar Plätze rauszuschlagen.

ESC-Gast
ESC-Gast
10 Monate zuvor

Der dritte Jury-Sieger in Folge lässt einen dann doch etwas ratlos zurück. Schweden 2023 = nicht einmal auf Platz 1 bei den Zuschauern, Nemo 2024 nur einmal Tele-Sieger und JJ jetzt 2025 wieder kein einziges Mal auf Platz 1 im Zuschauer-Voting. Aber eine zufriedenstellende Lösung außer der Einschränkung der Jurys sehe ich auch nicht und auch das wäre nicht das Gelbe vom Ei.

Wyoryn
Wyoryn
10 Monate zuvor
Reply to  ESC-Gast

Loreen war aber immerhin Gesamt-Platz 2 beim Televote.
Ich bin mir auch nicht sicher, warum der Gesamtsieger denn auch unbedingt Platz 1 beim Televote haben muss. Geht es uns denn darum, einen würdigen Sieger zu wählen oder „nur“ den, der beim Publikum – aus welchen Gründen auch immer – beliebt ist?

Jofan
Jofan
10 Monate zuvor

Ich schließe mich gerne dem @Jorge’schen System an: Punkte bis Platz 13 mit geringer Abstufung hinten raus, um dem 26er Finalfeld gerecht zu werden.
Ein Faktor, der eigentlich nie berücksichtigt wird, wenn manche fordern, dass man absteigend von Platz 1 bis Platz 25 jeweils an jeden Beitrag Punkte vergeben soll: Damit würde man auch einen drastischen Cut in die Historie des Wettbewerbs einfügen, da bei einem solchen System der letzte Platz dieses Jahr um die 300 Punkte und der erste Platz um die 900 Punkte gehabt hätte. Allein aufgrund der Vergleichbarkeit der Sieger der letzten Jahre wird man dieses System nicht einführen können.