Wegen Gaza-Israel-Konflikt: Island stellt Vorentscheid-Sieger die ESC-Teilnahme frei

Foto: Sarah Louise Bennett/EBU

Wenn am kommenden Samstag die Lieder und Interpreten für den als ESC-Vorentscheidung geplanten Wettbewerb Söngvakeppnin bekanntgegeben werden, steht noch lange nicht fest, ob der oder die Sieger/in überhaupt zum Eurovision Song Contest nach Malmö fahren und dort in die Fußstapfen von Diljá (Aufmacherbild) treten wird. Denn die Verbindung zwischen den beiden Komponistenwettbewerben hat der isländische Sender RÚV jetzt aufgehoben. Der Grund ist einmal mal die Teilnahme Israels am ESC, die aufgrund der militärischen Aktivitäten des Landes in Gaza in Island besonders kritisch betrachtet wird. Die endgültige Entscheidung über die ESC-Teilnahme Islands am ESC soll Mitte März fallen.

Die Meldung der isländischen Rundfunkanstalt RÚV auf der eigenen Webseite klingt ziemlich bürokratisch:

Es wurde beschlossen, die Verbindung zwischen Söngvakeppnin und Islands Teilnahme am Eurovision Song Contest zu trennen. Söngvakeppnin findet wie bisher statt, die endgültige Entscheidung über die Teilnahme Islands am Eurovision Song Contest wird jedoch erst danach und in Absprache mit dem Gewinner getroffen. Grund ist die Kritik an der Teilnahme Israels am Wettbewerb wegen des Gaza-Krieges.

Der Radiodirektor der Rundfunkanstalt, Stefán Eiríksson, sagte auf dem Sender Rás 2, dass die Teilnehmer, die sich für Söngvakeppnin beworben haben, verständlicherweise über die Lage besorgt seien und verwies dabei auf die Situation in Gaza. Diese Bedenken seien auch bereits der EBU mitgeteilt worden.

Er fügte hinzu, dass man schon wolle, dass Island am ESC teilnehme, man könne aber jetzt nicht sehen, was in den nächsten Wochen passieren wird. Denn zur Teilnahme wird es nur kommen, wenn sich der bzw. die Söngvakeppnin-Sieger/in und der Sender RÚV gemeinsam darauf verständigen. Das wird final aber erst Mitte März feststehen.

Diese Aussage wurde auch vom Söngvakeppnin-Chef Rúnar Freyr Gíslason bestätigt. Die Teilnehmer/innen, die jetzt am Samstag bekanntgegeben werden, müssen sich jetzt noch nicht entscheiden. Und sie werden auch nach einem potenziellen Sieg nichts machen müssen, was sie nicht wollen.

Beiden Senderverantwortlichen ist bewusst, dass vor allem Island selbst und auch Norwegen besonders große Vorbehalte gegen eine Teilnahme Israels am ESC haben. Allerdings sehen sie sich auch in der Ankündigung des Finnen Jesse Markin in ihrer Sichtweise bestätigt. Der UMK-Teilnehmer hatte angekündigt, nicht beim ESC in Malmö auftreten zu wollen, wenn Israel vertreten sein würde.

Gleichzeitig wollten Rúnar Freyr Gíslason und Stefán Eiríksson die Entscheidung über die ESC-Teilnahme nicht einfach auf den Sieger bzw. die Siegerin von Söngvakeppnin abwälzen. Damit nicht eine/r für die Entscheidung verantwortlich gemacht wird und möglicherweise dann in der Kritik steht, soll dies gemeinsam passieren.

Der nächste Schritt bis zur finalen Entscheidung für oder gegen einen ESC-Boykott ist nunmehr also die Bekanntgabe der Songs und Interpreten am Samstag. Wir halten Euch dazu hier auf dem Laufenden.

Was sagst Du zur Entscheidung des isländischen Fernsehens, den nationalen Vorentscheid von der ESC-Teilnahme zu entkoppeln? Und wie findest Du es, dass die Entscheidung über einen möglichen Boykott vom Sieger und dem Sender gemeinsam getroffen wird? Lass uns Deine Meinung gern in den Kommentaren da. 



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165 Comments
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Matty
Matty
2 Jahre zuvor

Ich hoffe, daß Island und der Sieger des Söngvakeppnin am ESC in diesem Jahr teilnehmen.

Anmey
Anmey
2 Jahre zuvor

Wie ich schon bei Finnland sagte, wer nicht zum ESC will (aus Gewissensgründen oder warum auch immer) soll nicht am VE teilnehmen. So stellt man damit nur die Sender vor völlig unlösbare Aufgaben.

Mich würde jedenfalls mal interessieren, wie die isländische Bevölkerung im Allgemeinen zu der Teilnahme steht, immerhin hat der ESC da Einschaltquoten von 90%.

Vondenburg
Vondenburg
2 Jahre zuvor
Reply to  Anmey

Da gab es schon im Vorfeld Kritik zur Israelteilnahme vom isländischen Rundfunk. Ergo wird da nicht der Sender vor unlösbaren Aufgaben gestellt. Das kommt vom Sender selber.

Eva El-Baba
Eva El-Baba
2 Jahre zuvor
Reply to  Anmey

Das Volk steht hinter dieser Entscheidung!

Christian W
Christian W
2 Jahre zuvor
Reply to  Eva El-Baba

Wenn ich schon höre „das Volk“ tue dies oder jenes…

ESC1994
ESC1994
2 Jahre zuvor

Eine sehr bedenkliche Entwicklung.

Murzel2003
Mitglied
Murzel2003
2 Jahre zuvor

Ist es nicht so, dass eine Absage der Teilnahme zum jetzigen (oder einem künftigen) Zeitpunkt eine ziemliche (Geld-)Strafe nach sich zieht ? Da gibt es doch sicher Regularien.

Andreas
Andreas
2 Jahre zuvor
Reply to  Murzel2003

Hoffentlich! Antisemititsmus in jeglicher Form und Solidarität mit hamaSS-Terroristen müssen in dem Maße bestraft werden, daß es richtig weh tut!

Emma
Emma
2 Jahre zuvor
Reply to  Andreas

Hallo Andreas, du hast da was verwechselt! Es geht hier nicht um Antisemitismus. Genauso wie es letztes Jahr, als Russland ausgeschlossen worden ist, nicht um ‚anti Orthodoxische Kirche’ ging. Es geht auch nicht um Solidarität mit Hamas! So ein Schwachsinn!
In Gaza passiert gerade ein Völkermord! Verstehst du wie schlimm das ist?? Unschuldige Menschen werden scharenweise getötet! Verstehst du das?

Warum ist es auf einmal verwerflich gegen dem Krieg zu sein, wobei dies letztes Jahr so selbstverständlich war?

ESC1994
ESC1994
2 Jahre zuvor
Reply to  Emma

Und was war der Hamas-Angriff am 7. Oktober?? Da kommt von dir und Konsorten nie was.

Frank B.
Frank B.
2 Jahre zuvor
Reply to  Murzel2003

Von einer generellen Geldstrafe hätte ich noch nichts gehört. Und gerade bei solch heiklen politischen Fragen wird da wohl kein Präzedenzfall geschaffen.

Bislang kommuniziert wurde, dass die Länder bei verspäteter Absage die Teilnahmegebühren trotzdem zahlen müssten. Das ist dann aber nicht wirklich eine Strafe, sondern eher hohe Stornokosten.

funtasticc
Mitglied
funtasticc
2 Jahre zuvor

Ich hoffe auch, dass die Isländer teilnehmen. Und mich würde auch interessieren, was die isländische Bevölkerung dazu sagt.
Und wenn jetzt jedes Land erst prüfen muss, ob es politisch korrekt ist, daran teilzunehmen, dann bleib ich bei meiner Aussage: schließt den Laden. Völkerverständigung geht anders.

Nils
Nils
2 Jahre zuvor

Dann soll Island doch einfach gleich absagen und die Strafgebühr zahlen. Und wenn die EBU schlau ist, spendet sie das Geld direkt dem rumänischen Sender, um dessen Teilnahme zu besiegeln.

Andreas
Andreas
2 Jahre zuvor
Reply to  Nils

Ja!

Eva El-Baba
Eva El-Baba
2 Jahre zuvor
Reply to  Nils

Es gibt keine Strafgebühren!

Nils
Nils
2 Jahre zuvor
Reply to  Eva El-Baba

Wer nach einem bestimmten Zeitpunkt noch seine Teilnahme absagt, muss die Teilnahmegebühr dennoch zahlen.

Jorge
Jorge
2 Jahre zuvor

Die Sender reden sich das selbst schön, wenn man platt auf die Acts verweist. Es ist eine Binsenweisheit, keine Künstler nach Malmö zu verschleppen, die unter „BDS2024“ leiden. Führt man nun zwei verschiedene Scoreboards beim Vorentscheid ein, für sichere ESC-Teilnehmer und BDS-Sympathisanten?

elkracho
Mitglied
elkracho
2 Jahre zuvor

Tja Island,dann findet der ESC halt ohne euch statt.
So gesehen vermisse ich euch nicht.

Nils
Nils
2 Jahre zuvor
Reply to  elkracho

Die nordischen Länder geben dieses Jahr wahrlich kein gutes Bild ab. Ich bin wirklich stinkwütend.

Andi
Andi
2 Jahre zuvor
Reply to  Nils

Das mit Norwegen ist mir neu. Island hat schon 2019 rumgezickt. Ich hoffe die Schweden sind sehr gute Gastgeber und machen jetzt nicht auf Moralapostel.

SonLux
SonLux
2 Jahre zuvor
Reply to  Nils

In der Tat! Man kann sich hier oben nur an den Kopf fassen. Helsingin Sanomat berichtete, dass eine zu einem Boykott aufrufende Gruppe in Tampere (und, laut Gruppe: „in ganz Finnland“) bereits Proteste zum UMK-Finale nahe der Nokia Arena planen.

https://www.hs.fi/kulttuuri/art-2000010136623.html

Möge die Anzahl der Besucher*innen genauso armselig sein, wie ihre Rhetorik.

Last edited 2 Jahre zuvor by SonLux
Eva El-Baba
Eva El-Baba
2 Jahre zuvor
Reply to  SonLux

Genau, bravo, da es doch schon zur politischen Bühne ausartet! Musik spielt die 2.Rolle.

Gaby
Gaby
2 Jahre zuvor

Sehr schwierige Situation, um ehrlich zu sein, finde ich es auch ein bißchen unfair, die Entscheidung auf den teilnehmenden Act abzuwälzen. Wenn ich mich mal in deren Lage hineinversetze, wie würde ich reagieren? Hmmmm🤔
Für junge aufstrebende Künstler (oder Künstlerinnen) ist es ein Traum, ein Herzenswunsch ginge in Erfüllung, den man sich ungern nehmen lassen würde. weil israelische MusikerInnen auch in Malmö sind. Andererseits würden sie dann evtl. von der Öffentlichkeit kritisiert, dass sie kein Rückgrat hätten, und nur an sich und die Karriere denken würden. Eine wirkliche Zwickmühle Wenn die Teilnehme Israels dort so heiss diskutiert und kritisiert wird, hätte der isländische Sender ja auch von sich aus die Reissleine ziehen können, und die Teilnahme absagen. Wäre auf jeden Fall fairer gewesen, finde ich.

Ich mache mir, ehrlich gesagt, Sorgen um die israelischen Künstler, und hoffe sehr, dass sie keinen Anfeindungen ausgesetzt werden.

Jorge
Jorge
2 Jahre zuvor
Reply to  Gaby

Man wälzt doch gar nichts auf die Künstler ab – weil die Teilnahme am Vorentscheid und am ESC zwei Seiten einer Medaille sind. Man befreit den potenziellen Sieger von möglichen Sanktionen, falls dieser sich hinter den Boykott stellt. Bedeutet für mich eine Legitimierung des Boykotts durch den Sender. Sauber wäre, die Teilnahme komplett neu auszuschreiben – wer nicht will, bleibt weg – Ende! Damit würde dem jedenfalls keine Bühne geboten.

Vondenburg
Vondenburg
2 Jahre zuvor
Reply to  Jorge

Sauber wäre nach der vorherigen Kritik vom Sender einfach dieses Jahr komplett auszusetzen.

Jorge
Jorge
2 Jahre zuvor
Reply to  Vondenburg

Ja, aber wer weiß schon, was der Sender anstrebt. Man lässt sich aber ziemlich naiv vor den Karren spannen, wenn Acts letztlich den Boykott des ESC in der Hand haben.

Andreas
Andreas
2 Jahre zuvor
Reply to  Gaby

Warum gestattet die EBU Israel nicht – es ist wie 2021 in Rotterdam (wenn auch nicht Corona wegen) Ausnahmesituation – von zu Hause aus per schalte am Wettbecwerb teilzunehmen.
Die europäische Kulturszene muß überhaupt „höllisch aufpassen“, nicht in eine beeinflussende Sponsoring-Abhängigkeit von einem beeinflussenden Schurkenstaat wie Katar zu geraten. Und BDS ’24 (bdSS) wäre ein riesengroßer Schritt in diese Richtung. Ich habe nach Ende dieser Skandal – Fußball-WM (hier wäre Boykott angebracht gewesen) zum Jahreswechsel 2022/-23 ein interessantes Webinar hierzu meiner Europa-Grünen gesehen

Eva El-Baba
Eva El-Baba
2 Jahre zuvor
Reply to  Andreas

Purer Neid?

Luomubanaani
Luomubanaani
2 Jahre zuvor
Reply to  Gaby

So ein Boykott ist ja keine Sache die man macht nur weil einem Netanjahu nicht gefällt, etwas mehr Bewustsein und natürlich auch die Kenntnis der Geschichte Israels sollte schon dahinter stecken. Daher ist das schon eine persönliche Entscheidung des Künstlers, ob er in welchem Fall auch immer auch persönliche Nachteile in Kauf nimmt.
So wie der Propaganda-Krieg zur Zeit aussieht, wird es eher ein Problem sein, wenn sich ein Künstler findet, der teilnehmen will.

Eva El-Baba
Eva El-Baba
2 Jahre zuvor
Reply to  Gaby

Du solltest dir lieber um die Toten auf der palästinensischen und israelischen Seite machen! Wieder einmal zu kurz gedacht!

Haraldur
Haraldur
2 Jahre zuvor

Genau solche Geschichten machen den Gedanken der Völkerverständigung kaputt.

Nils
Nils
2 Jahre zuvor

Hab‘ eben mal überlegt: Selbst der Libanon wollte bei seinem Teilnahmeversuch 2005 den israelischen Beitrag „lediglich“ nicht zeigen. So gesehen hat die finnisch-isländische Kampagne mit dem Ziel, Israel gleich ganz rauswerfen zu lassen, noch mal eine ganz neue Qualität. Da können sich diese moralisch ach so integren Leute also mal ordentlich auf die Schultern klopfen: Den Libanon in seiner Spezialdisziplin „Israel-Feindlichkeit“ zu schlagen – das schafft nun wirklich nicht jeder. 🤬

Frank B.
Frank B.
2 Jahre zuvor
Reply to  Nils

Nicht alles, was hinkt ist ein Vergleich.
Für den Libanon wäre die Regelung wahrscheinlich ja schon ein Kompromissangebot gewesen – was schon zeigt, dass sie den Sinn und das System des ESC nicht verstanden haben.
Was Island (plus evtl Norwegen und Finnland) machen ist einfach nur eine Fragestellung von „Israel oder wir“. Auf Vorschläge, die des ESC ad absurdum führen würden kommt da erstmal keiner.

Ist übrigens (mit etwas geringerer Überzeugung) das gleiche Vorgehen wie 2022 gegenüber Russland, wo direkt ein Boykott angedroht wurde.
Und den Begriff „Russland-Feindlichkeit“ hast du damals wahrscheinlich nicht verwendet, oder?

Nils
Nils
2 Jahre zuvor
Reply to  Frank B.

Ach, und allein die Aussage „Israel oder wir“ führt den Sinn und Zweck des ESC noch nicht ad absurdum, oder wie? Oder ist das hier egal, weil’s ja gegen Israel geht?

Und wie falsch der Vergleich mit Russland ist, wurde ja auch schon x-fach durchgekaut, obwohl der Sachverhalt einfacher nicht sein könnte:

Auf der einen Seite steht das einzige jüdische Land der Erde, das momentan auf den zigsten (nicht zuletzt religiös motivierten) militärischen Angriff von einem seiner Nachbarn reagiert.

Auf der anderen Seite steht das flächenmäßig größte Land der Erde, das sich leider weiterhin zu klein fühlt und daher nun zum vierten Mal allein in den letzten 20 Jahren unprovoziert einen seiner Nachbarn überfällt, um sich nach der „Lebensraumerweiterung Süd“ (Abchasien und Südossetien), der „Lebensraumerweiterung West 1.0“ (Krim) und der „Lebensraumerweiterung West 2.0“ (Donbass) jetzt auch die gesamte Ukraine einzuverleiben.

Falls du den Unterschied nicht erkennst, kann ich dir auch gerne ein Schaubild malen.

Tomi
Tomi
2 Jahre zuvor
Reply to  Nils

Deine Kommentare sind arrogant und teilweise unter der Gürtellinie

Thomas M. (mit Punkt)
Thomas M. (mit Punkt)
2 Jahre zuvor
Reply to  Nils

@Nils: Volle Zustimmung zu allem, was Du zu Israel sagst. Vollkommen richtig ist auch, dass Russland schon eine Weile ein Aggressor ist und dieser von Russland begonnene Krieg nicht zu rechtfertigen ist.

Man sollte bei dieser ganzen Aufzählung von russischen „Lebensraumerweiterungen“ (hier wird mal wieder ein NSDAP-Konzept auf Russland projiziert) aber vielleicht doch nicht unter den Tisch fallen lassen, dass vor nicht viel mehr als 30 Jahren Moskau die Hauptstadt eines Landes war, zu der all die von Dir erwähnten Regionen und Länder gehörten. Dieses viel, viel größere Land ist, abgesehen leider von Toten in den baltischen Staaten ganz am Anfang, zu Beginn der 90er relativ (Betonung auf relativ) friedlich auseinandergefallen, was ein großer historischer Verdienst ist.

Man sollte vielleicht auch mal anmerken, dass bei uns gern unterschieden wird zwischen „guten“ Unabhängigkeitsbewegungen (sprich: alle Staaten, die nach Zerfall der Sowjetunion unabhängig wurden) und „bösen“ Unabhängigkeitsbewegungen (wie Transnistrien, Abchasien, Südossetien, der Donbass, oder kürzer: Regionen, in denen es starke Bewegungen weg von diesen neu gegründeten Staaten gibt und gab und die womöglich wieder engere Beziehungen zu Russland anstreben) und dass in den Jahren nach Auseinanderfallen der Sowjetunion die Entwicklung Russlands zur kleinen „Regionalmacht“ (Zitat Obama) im Westen oft als etwas Erstrebenswertes angesehen wurde.

Last edited 2 Jahre zuvor by Thomas M. (mit Punkt)
Christian W
Christian W
2 Jahre zuvor

Hier wird einmal mehr der russische Faschismus und die Gewaltherrschaft der Sowjetunion schöngefärbt. Denn natürlich gehörten die besagten Länder nicht einfach zu Moskau bzw. Russland, sondern sie wurden von Moskau unterjocht, ihre Sprachen verboten, Menschen deportiert und die Gesellschaften russifiziert. Anders: Die Sowjetrepubliken lebten größtenteils unter russischer Besatzung. Frag doch mal in Litauen, Estland oder Lettland. Die erzählen dir das ganz genau. Gibt auch diverse Museen dazu.

Und die Sowjetunion mag friedlich auseinandergefallen sein, aber das ist ja nun wahrlich nicht der unfassbaren Milde und Gutherzigkeit der Herrscher in Moskau zu verdanken, sondern der Tatsache, dass die Sowjetunion de facto bankrott war und keine Mittel hatte, die Staaten auch gewaltsam an sich zu binden. Man konnte froh sein, dass der böse, böse Westen damals Hilfe schickte, sonst wäre man ja nicht in der Lage gewesen, die Versorgung der eigenen Bevölkerung zu gewährleisten.

Und natürlich gibt es gute und schlechte Unabhängigkeitsbewegungen. Was haben Menschen denn davon, sich dem heruntergewirtschafteten Mafialoch Russland anzuschließen? Man darf sich unterordnen und machen, was der Kreml befiehlt und währenddessen darf man die Schnauze halten oder man bekommt eine Kugel in den Kopf von den Statthaltern des Führers im Kreml, die auch die Einzigen sind, denen solche Anbiederungen nutzen. Die einfachen Menschen dürfen weiter in Armut hausen.

In Russland haben 40% der Menschen keine Toilette in den eigenen vier Wänden, auf den Dörfern frieren die Menschen trotz Rohstoffreichtum im Winter und wer eine OP braucht, der muss Ärzte bestechen. Aber um blutige Kriege zu führen und andere Völker zu unterjochen und Menschenschindern wie den iranischen oder nordkoreanischen Regimen beim Drangsalieren ihrer Bevölkerungen zu helfen, dazu ist dann Kohle da. Und ja: Natürlich ist es erstrebenswert, dass ein Land, das die eigene Bevölkerung wie Dreck behandelt und Diktaturen und Massenmörder überall auf der Welt den faschistoiden Hintern pudert, so wenig Macht und Einfluß hat, wie nur möglich.

Thomas M. (mit Punkt)
Thomas M. (mit Punkt)
2 Jahre zuvor
Reply to  Christian W

Jetzt wisch mal den Schaum von Deinem Mund weg. Vielleicht erinnerst Du Dich daran, dass es in den späten 80er Jahren einen Gorbatschow gab, der sehr viel zur Entspannung der weltpolitischen Lage nach einigen Jahrzehnten des Kalten Krieges beigetragen hat, damals war Russland bzw. die Sowjetunion sogar bei uns recht beliebt. Das war die GUS bzw. Russland auch noch in den neoliberalen Jelzin-Jahren (es boten sich ja viele wirtschaftliche Expansionsmöglichkeiten), die nicht unbedingt zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der meisten Menschen beigetragen haben, weswegen Putin in seinen Anfangsjahren in Russland ja recht beliebt war. Aber natürlich hast Du recht, dass es vielen in Russland heute wieder sehr dreckig geht, ich habe nie das Gegenteil behauptet.

Man kann gerade sehr gut Geld verdienen mit Büchern, in denen Russland als Macht dargestellt wird, die schon immer durch und durch böse war und die in ihrer Geschichte nie etwas anderes im Kopf hatte als andere Länder zu erobern. Dass auch andere Mächte immer mal wieder aggressiv gegen Russland vorgingen (Napoleons Frankreich und vor allem Hitlerdeutschland, z.B. durch die brutale Blockade Leningrads, bei der über eine Million Menschen verhungerte) und dass Antislawismus (und damit ist halt doch meistens Russland gemeint) bei uns eine lange Tradition hat, kann da ruhig auch mal erwähnt werden.

Noch kurz zu zwei weiteren von Dir angesprochenen Themen: Was die Assimilierung von Minderheiten angeht, steht die Sowjetunion sicher nicht alleine da, frag‘ mal Native Americans oder Aborigines; und war „der Westen“ bei Beziehungen zu menschenfeindlichen Regimes wirklich immer konsequent (ich nenne mal Pinochets Chile oder Saudi-Arabien)? Bevor Du mich hier wieder ins „antiwestliche“ Lager einordnest: Ich weiß die Errungenschaften der Aufklärung, die man sicherlich zu großen Teilen dem „Westen“ zurechnen darf, sehr zu schätzen und verteidigenswert gegen alle fundamentalistischen, antiaufklärerischen Bewegungen, und leider kommt diesbezüglich seit ein paar Jahren auch immer mehr Negatives aus Russland. Kritik am Westen zu üben heißt nicht, dass man dem Westen gegenüber grundsätzlich negativ eingestellt ist, genauso bedeuten Versuche, in manchen Dingen auch die Perspektive Russlands zu verstehen, nicht automatisch, dass man alles, was dort passiert, gutheißt.

Es gibt in der Tat Fälle, wo es Sinn macht, in Gut und Böse einzuteilen (einer Schematisierung, der Du nicht grundsätzlich abgeneigt zu sein scheinst) und ja, auch ich sehe das heutige Russland als etwas Böses, aber zum einen gibt es auch hier Zwischentöne und zum anderen ist dieses Böse nicht etwas Unabänderliches. Letzteres sollten eigentlich gerade Menschen aus einem Land einsehen, das vor 80 Jahren so viel Unheil in der ganzen Welt, vor allem auch in der Sowjetunion, angerichtet hat und in dem sich seither viel verändert hat.

Thomas M. (mit Punkt)
Thomas M. (mit Punkt)
2 Jahre zuvor

Nachtrag (@Christian W): Ich habe gerade erst Deine ganzen neuen Kommentare zu Israel hier gelesen und finde vieles, was Du da geschrieben hast, sehr aufklärerisch und wichtig. Ich möchte, um einen Bogen zum Schluss meines Vorkommentars zu spannen (v.a. zum letzten Satz des dritten Abschnitts), nur anmerken, dass man sehr wohl erkennen kann, wer die eigentliche Verantwortung hat(te) für die Bombardements in Gaza bzw. das hier auch erwähnte Bombardement von Dresden im zweiten Weltkrieg und dennoch sein Bedauern über das Leiden von Menschen äußern kann, selbst wenn es hasserfüllte Antisemiten und/oder überzeugte Nazis sind/waren. Wenn man versucht zu verstehen, warum Menschen in Gaza so anfällig für Israelhass sind (z.B. wegen miserabler Lebensbedingungen und der Propaganda der Hamas, die Israel an allem die Schuld gibt – die Menschen dort sind ja nicht qua Geburt Israelhasser und Antisemiten) heißt das keineswegs, dass man diese Haltungen gutheißt. Genauso kann man versuchen zu verstehen, warum sich in Russland in den letzten Jahren so viel antiwestlicher und antiaufklärerischer Hass entwickelt hat (es war ja nicht immer so schlimm bzw. diese Einstellungen waren nicht schon immer so dominant – und in Russland gibt es ja auch die Tradition der „Westler“) ohne deswegen für diese Einstellungen Sympathien zu empfinden oder gar ein „bester Mann Putins“ zu sein.

Frank B.
Frank B.
2 Jahre zuvor
Reply to  Nils

Ich habe schon zig mal erklärt, dass ich die Geschehnisse in der Ukraine und in Israel nicht gleichsetzen will.
Das nur bevor mir das mal wieder von jemand anderem in den Mund gelegt wird.

Was sich aber schon ähnelt ist die Situation, welche Auswirkung es auf den folgenden ESC hat.
2022 musste die EBU entscheiden, wie sie entschieden hat, um den ESC überhaupt abhalten zu können (ich gehe davon aus, dass nicht viele Teilnehmerländer übrig geblieben wären). Da haben die Boykottaufrufe zum beabsichtigten Ergebnis geführt.

So eindeutig sind die Aufrufe der Sendeanstalten dieses Jahr zwar nicht. Aber sollte es dieses Jahr (oder die kommenden) zu durchgezogenen Boykotten von Mitgliedssendern kommen, wird die EBU irgendwann mal entscheiden müssen, wer ihnen wichtiger ist: Israel oder die Staaten, die nicht mehr mit Israel auf einer Bühne stehen wollen?

Man kann das von Seiten der Skandinavier vielleicht Drohung oder Erpressung nennen und es ist vollkommen legitim, das blöd zu finden. Aber die Aussage „die oder wir“ ist ehrlicher und offener als irgendwelche nicht ausgestrahlten Wettbewerbsbeiträge oder ewige gegenseitige Jurywertungen auf dem letzten Platz.

Christian W
Christian W
2 Jahre zuvor
Reply to  Nils

Das verhielt sich allerdings 2005 schon ein bisschen anders. In vielen arabischen und muslimischen Staaten gelten ja Gesetze, die eine gewisse neutrale oder gar positive Darstellung Israels verbieten. In einigen Ländern existiert das Land ja offiziell nicht einmal wirklich. Da hatte man sich damals im Libanon (und der EBU) einfach keine Gedanken gemacht, denn natürlich muss eine Telefonleitung für alle Beiträge geöffnet werden und im Schnelldurchlauf und auf dem Scoreboard muss der Name aller Länder erscheinen.

Ich finde es generell zweifelhaft, wie hier ein Land, das einen Krieg nicht wollte und sich wehrt, bestraft werden soll, weil man sich in Skandinavien arrogant Urteile über Dinge erlaubt, von denen man keine Ahnung hat. Ich denke jedenfalls, dass die Stimmung dort anders wäre, wenn 1.200 Zivilisten in Norwegen oder Finnland von einer Terrororganisation auf diese Art und Weise ermordet worden wären.

Gerd Geomax
Gerd Geomax
2 Jahre zuvor

Tut mir leid, hierfür fehlt mir jegliches Verständnis.
Ich glaube, dass RÚV und YLE hier etwas verwechseln.
Wenn ein Regime eine Demokratiebewegung brutal niederschlägt und der Haussender des Regimes danach beim ESC mit einem zweideutig eindeutigen Propaganda-Song antritt, dann ist es OK, wenn die EBU sagt „Ihr nehmt nicht mehr teil“.
Wenn ein großes und mächtiges Land, den kleineren Nachbarn aus fadenscheinigen Gründen überfällt und das Land mit brutalen Angriffen auf die Zivilbevölkerung zu zermürben sucht, dann ist es OK, wenn die EBU dieses Land von der weiteren Teilnahme ausschließt.
Ich kann aber dieses scheinheilige Getue, dass Israel hier Ähnliches und aus ähnlich niederträchtigen Gründen mit den Palästinensern macht und man dies zum Anlass nimmt, eine Veranstaltung, die der Völkerverständigung dient zu boykottieren, echt nicht mehr ertragen.
Man kann die israelische Politik der letzten gut 20 Jahre kritisieren und es wurde der palästinensischen Zivilbevölkerung schon viel Leid angetan. Vieles davon ist aber von der dort herrschenden Terrororganisation auch gewollt. Und wenn dann ein Land auch noch von diesen Terroristen so brutal angegriffen wird und genau das von denen ausgeblendet wird, die meinen Israel wegen dem Vorgehen in Gaza boykottieren zu müssen, da fehlen mir echt die Worte.
Herrgott…Armenien hätten jeglichen Grund den ESC in diesem Jahr wegen der Teilnahme Aserbaidschans zu boykottieren. Tun sie es? Nein! Das sollten sich alle finnischen, isländischen und sonstige Teilnehmenden einfach mal vor Augen führen und von ihrer bequemen Couch aus mal ihr Hirn einschalten, bevor sie mit solchen „Aktionen“ drohen.

Thilo mit Bobby
Mitglied
Thilo mit Bobby
2 Jahre zuvor
Reply to  Gerd Geomax

Danke, besser kann man es nicht ausdrücken.

togravus ceterum
Mitglied
togravus ceterum
2 Jahre zuvor
Reply to  Gerd Geomax

Ich schließe mich Thilo mit Bobby vollumfänglich an.

Schlippschlapp71
Schlippschlapp71
2 Jahre zuvor

Ich natürlich auch, ich bin ganz bei Euch !

Shamso
Shamso
2 Jahre zuvor
Reply to  Gerd Geomax

Vielen Dank, bin voll und ganz Deiner Meinung.

Frank B.
Frank B.
2 Jahre zuvor
Reply to  Gerd Geomax

Bei deinen Einschätzungen, was okay ist und was nicht, gehe ich mit.
Aber: Nur weil wir aus der deutschen Perspektive das so sehen, heißt es nicht, dass es automatisch richtig sein muss.

Wenn die Skandinavier, die vielleicht auch nie ein so moralisch aufgeladenes Verständnis vom Staat Israel hatten da eine andere Sicht drauf haben, muss man sie ihnen zugestehen. Auch wenn es einem weh tut.
Ich glaube, wir können schon froh sein, dass die Schweden den ESC ausrichten, sonst würden dort ähnliche Diskussionen losgehen.

Zu den aufgezählten Konflikten will ich noch ergänzen, dass sich beim Angriff auf die Ukraine direkt ESC-Nationen (v. a. aus Skandinavien) gefunden haben, die der EBU die Pistole auf die Brust gesetzt haben. Bei Armenien und Aserbaidschan war es den Teilnehmerländern wohl einfach egal und für alle war es okay, dass Aserbaidschan weiter mitmachen darf.
Wenn man da schon kritisiert, sollte man nicht nur die EBU erwähnen, sondern auch die Nationen, die ansonsten Boykotte androhen (hier aber nicht).

Tomi
Tomi
2 Jahre zuvor
Reply to  Gerd Geomax

Solltest noch mal Geschichtsunterricht nehmen. Die fehlen einige wichtige geopolitische Grundlagen

Nils
Nils
2 Jahre zuvor
Reply to  Tomi

Geschlagene vier Minuten nachdem du mir Arroganz vorwirfst …

Last edited 2 Jahre zuvor by Nils
AnnaB.
AnnaB.
2 Jahre zuvor

ein ESC ohne politische Debatten wäre einfach mal schön
ich bin zu jung und habe Nicole nicht live miterlebt, aber mittlerweile kann ich verstehen, warum „ein bisschen Frieden“ ein Erfolg war

Rheez
Rheez
2 Jahre zuvor
Reply to  AnnaB.

Die Zeiten sind ja leider lange vorbei. Das kann man denke ich schon so festhalten, unabhängig davon, ob man bisherige Politisierungen nun gut fand oder nicht oder auch differenziert betrachtet und teilweise irgendwo dazwischen verortet.

Ich fände eine stärkere Entpolitisierung im Sinne der „einfachen“ Völkerverständigung aber auch sehr gut.

Vondenburg
Vondenburg
2 Jahre zuvor
Reply to  Rheez

„Einfache“ Völkerverständigung ist keine „Entpolitisierung“. Eher im Gegenteil.

Rheez
Rheez
2 Jahre zuvor
Reply to  Vondenburg

Völkerverständigung überschreitet für mich die Dimensionen politischer internationaler Verständigung um Weiten und ist für mich persönlich sogar eher ein probates Mittel gegen Verfeindungen, gerade wenn es politisches z.B. zwischen zwei Ländern nicht so läuft.

Völker sind nicht gleich ihre Regierung, im Gegenteil. Und diese Gleichsetzung ist finde ich immer gefährlich.

Da der ESC ja auch explizit eigentlich keine politische Bühne ist, scheint der Grundgedanke der Völkerverständigung, der bei der Einberufung ja durchaus mitspielte, ja auch ähnlich gefasst worden zu sein, wie ich ihn verstehe.

Natürlich schließt Völkerverständigung politische Aspekte nicht aus, aber ich wäre echt daran interessiert, wie du das meinst, dass eine Politisierung Völkerverständigung sei, wie du das angesprochen hast („eher im Gegenteil“).

Vondenburg
Vondenburg
2 Jahre zuvor
Reply to  Rheez

Das was Du zur Völkerverständigung schreibst, ist natürlich eine Politisierung. Natürlich sind alle probaten Mittel gegen Anfeindungen automatisch politisch. Aussöhnungen können nur auf politischen Weg ablaufen. Dazu können gemeinsame Feste o.Ä. politisch unterstützen. Wie soll das auch anders laufen?
Auch sowas wie ein allgemeines „we are all the same“ auf der Bühne hat einen poltischen Grundgedanken in sich.
Kann es sein, dass Du „polemisch“ meinst?

Rheez
Rheez
2 Jahre zuvor
Reply to  Vondenburg

Ist natürlich die Frage, wie man „politisch“ definiert. Den ESC zum Beispiel würde ich eher im kulturellen Bereich verorten und nicht erstrangig im politischen. Hinzu kommt z.B. auch ein persönlicher Austausch für die, die die Gastgeberländer besuchen und dort Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern kennenlernen. Klar ist das nicht immer trennscharf, da es ja auch Kulturpolitik gibt, etc., aber auf den ESC bezogen liegt die politische Dimension noch höchstens darin, dass öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten diesen organisieren. Aber der wahre kulturelle Austausch hier erfolgt meiner Ansicht nach auf einer ganz anderen Ebene.

Polemik meinte ich nicht, nein, wieso auch?

Rheez
Rheez
2 Jahre zuvor
Reply to  Vondenburg

Und dass Aussöhnungen nur auf politischem Wegen ablaufen können, sehe ich auch anders. Klar wird es schwieriger, wenn die Politik so gar nicht mitzieht, aber es ist auch denkbar, dass Gesellschaften sich sogar entgegen politischer Verfeindung annähern und somit Druck auf die Politik ausüben und eventuell nur deswegen eine politische Annäherung erfolgt.

Im Kalten Krieg beispielsweise war die Feindschaft bei den Menschen zwischen den Blöcken wohl nicht zu allen Zeiten so negativ wie es die politische Ebene manchmal gerne gehabt hätte.
Das gab es sogar innerdeutsch: im offiziellen DDR-Sprech wurde die Bundesrepublik ja gerne als faschistischer Teil Deutschlands ausgemalt, was aber nicht bei allen Bürgern der DDR dazu führte, dies genauso zu sehen und die BRD und alles westdeutsche zu hassen.

Christian W
Christian W
2 Jahre zuvor

Ich fand das isländische Verhalten schon 2019 selbstgerecht und arrogant. Es lässt sich leicht auf Andere herabschauen, wenn man auf einem kargen Felsen im Nirgendwo lebt, den nie jemand angegriffen hat und wo Fuchs und Hase sich seit jeher „Gute Nacht“ sagen…

disneyfan5000
disneyfan5000
2 Jahre zuvor
Reply to  Christian W

Ich weiß gar nicht warum sich gerade Island so aufspielt. Die haben noch nicht mal die Bedeutung von Hintertupfingen.

Luomubanaani
Luomubanaani
2 Jahre zuvor
Reply to  Christian W

Welches Verhalten meinst du?
Natürlich darf man den Krieg diskutieren, aus dem sich ja die nun Jahrzehnte alte Besatzung ergeben hat. Und hier spielt ja gerade die israelische Regierung eine besonderes Rolle, die wie alle Rechtsradikale die Angst brauchen um an der Macht zu bleiben. Letztlich ist es für die Hamas wie auch für Netajahu eine WinWin Situation, man kann durch die Taten des anderen die eigenen legitimieren und bleibt deswegen immer an der Macht, weil die Angst bzw die Grausamkeiten der Besatzer nicht abnehmen.
Dieses Spielchen zwischen Rechtsradikalen und Faschisten muss beendet werden, und da wäre ein guter Weg die Besatzung aufzugeben und endlich wieder über zwei Staaten zu reden.
Ein Baykott ist natürlich aus unserer Sicht das falsche Singal.

disneyfan5000
disneyfan5000
2 Jahre zuvor
Reply to  Luomubanaani

Da maßt sich ein Land mit ein paar Vulkanen an, ein Land zu verurteilen, das seit seinem Bestehen, von seinen Nachbarn angegriffen worden ist. Und das gegenüber einer Bevölkerung die unsägliches Leid durch Nazis erlitten hat. Die sollen auf ihre Vulkane achten und ansonsten die Klappe halten, wenn sie keinerlei Empathie, Achtung oder Verständnis für das israelische Volk haben. Mal daran gedacht, das Israel versucht die Palästinenser von der Hamas zu befreien. Wenn man manche so hört, hätte es den 2. Weltkrieg nicht geben dürfen und die Aliierten hätten Hitler gewähren lassen sollen.

Luomubanaani
Luomubanaani
2 Jahre zuvor
Reply to  disneyfan5000

„Klappe halten“ ist ein gutes Stichwort.

Frédéric
Frédéric
2 Jahre zuvor
Reply to  disneyfan5000

„Wenn man manche so hört, hätte es den 2. Weltkrieg nicht geben dürfen und die Aliierten hätten Hitler gewähren lassen sollen.“

Wenn man manche so hört, könnte man meinen, dass die Bombadierung Dresdens den Friedens-Nobelpreis verdient hätte.

Christian W
Christian W
2 Jahre zuvor
Reply to  Frédéric

Auch hier gilt: Aktion und Reaktion.

Niemand hätte Dresden bombardiert, hätte Nazideutschland nicht seine Nachbarländer überfallen und besetzt.

Niemand hätte Gaza angegriffen, wenn die Hamas sich nicht fröhlich durch Kibbutzim vergewaltigt und gemeuchelt hätte.

Christian W
Christian W
2 Jahre zuvor
Reply to  Luomubanaani

Hatari waren mehr als 14 Tage in einem Land zu Gast und traten dann wirklich in den letzten 5 Minuten ihres Aufenthalts mit ihren albernen Fähnchen ihren Gastgebern vors Schienenbein. Zumal Musiker wie Hatari nicht nur in Gaza, sondern auch im Westjordanland nicht auf große Gegenliebe stoßen dürften, um es mal nett auszudrücken. Dass man dann ausgerechnet noch aus einem Land kommt, dass so unbedeutend und abgeschieden ist, dass noch nie jemand um dieses Land Krieg führen wollte, kommt ja dann noch hinzu.

Konstantin
Konstantin
2 Jahre zuvor

Ich würde sagen, da leiden einige Länder unter nordischem Hirnfrost. Wer in Malmö nicht teilnehmen will, kann von mir aus gerne wegbleiben – aber bitte die Rückzugsgebühr bei der EBU bezahlen.
(Wenn es nach den skandinavischen Ländern gegangen wäre, würde der ESC ja schon seit 1970 nicht mehr existieren …)

Basti
Basti
2 Jahre zuvor
Reply to  Konstantin

Wie hier direkt vom „nordischen Hirnfrost“ gebellt wird und den „Isländern auf ihrem Felsen“, die mal besser ruhig sein sollten, das ist doch direkt wieder die aggressive Art, die kein Mensch braucht und niemandem hilft und grade beim ESC nichts verloren hat.

Christian W
Christian W
2 Jahre zuvor
Reply to  Basti

Aber Antisemitismus und die indirekte Unterstützung des Hamas-Terrors hilft uns allen oder wie?

Cali
Mitglied
Cali
2 Jahre zuvor

Oh nein, was für eine Überraschung, ein Land mit rückständiger Außenpolitik mimt sich jetzt mal wieder als Widerständler und Fürsprecher der Armen und Mittellosen außerhalb Europas! Wer hätte das nur ahnen können?
Gerade die nordischen Länder haben seit Jahrzehnten ein innerpolitisches Riesenproblem, was man selbst heutzutage mehr weglächelt als wirklich angeht. Die Geister, die ich rief…
Bei Island hingegen schiebe ich es darauf, dass man aufgrund der geographischen Lage ziemlich wenig von Europa und seinen Konflikten mitbekommt. Ich mochte das Land noch nie sonderlich, da machen es solche peinlichen Statements nicht gerade besser.
Wir werden solche Blogbeiträge übrigens leider immer wieder und vermutlich auch immer öfter sehen, also stellt Euch weiterhin auf ein sehr politisch aufgeladenes ESC-Jahr ein.

togravus ceterum
Mitglied
togravus ceterum
2 Jahre zuvor
Reply to  Cali

Der stark limiteirte und über Jahrhunderte isolierte Genpool mag bei der Causa Island auch ein Rolle spielen …

Basti
Basti
2 Jahre zuvor

Das ist ’ne ganz schön eklige Äußerung, einfach mal die Bevölkerung eines Landes abwerten, top

Gwendolyn
Gwendolyn
2 Jahre zuvor

Dass der ESC immer politischer wird -im Gegensatz zu dem, was die EBU immer behauptet – ist kein Geheimnis und offensichtlich, aber dieses Theater geht zu weit , wer meint er könne aus irgendeiner moralischen Überzeugung nicht teilnehmen soll wegbleiben , egal ob es sich um einzelne Kandidaten oder ganze Länder handelt …so leid es mir um Island ginge , aber Politik hat in der Musik nichts verloren , und es ist nicht richtig aus falsch verstandener Loyalität jemanden zu boykottieren (oder auch gewinnen zu lassen ). Schlimm wäre auch , wenn dieses Jahr Israel aus diesem Grund nirgends Punkte bekäme …die Vorfreude auf den ESC ist ziemlich gedämpft

disneyfan5000
disneyfan5000
2 Jahre zuvor

Hiermit fordere ich, das Island sofort vom ESC ausgeschlossen wird. Wer Antisemitische Animositäten schürt, hat beim ESC nix zu suchen.

nononon
nononon
2 Jahre zuvor
Reply to  disneyfan5000

genau dieses Narrativ ist problematisch, aber igw typsich für Deutschland, in dem sehr einseitig über den Konflikt gesprochen und berichtet wird. Sich mit den palästinensischen Zivilisten zu solidarisieren hat erstma nix mit Anitsemitismus zu tun.

Jorge
Jorge
2 Jahre zuvor
Reply to  nononon

Apropos Narrativ: Das ganze Leid und die möglichen Toten von Zivilisten werden unkritisch einseitig den Israelis zugeschlagen und unter Völkermord subsummiert. Das ist letztlich die Grundlage dieser Boykottforderung, so findet es sich in vielen Statements. Und das hat dann leider schon mit Antisemitismus zu tun.

Christian W
Christian W
2 Jahre zuvor
Reply to  nononon

Die palästinensischen Zivilisten, die mit bis zu 90% die Hamas unterstützen und mit bis zu 80% die Terrorangriffe der Hamas am 7. Oktober? Ich empfehle die Umfragen des Palestinian Center for Policy and Survey Research. Das gibt einen Einblick, mit wem man sich da „solidarisiert“ und ie tief der antisemitische Hass sitzt, den insbesondere die Hamas seit jeher in die palästinensische Gesellschaft pumpt mit Hilfe ihrer Geldgeber in Teheran.

disneyfan5000
disneyfan5000
2 Jahre zuvor

Ich frage mich, warum die keine Gewissensbisse haben, sich auf die Seite von Kinderschänder, Vergewaltigern und Mördern zu stellen. Das was freigelassene Geiseln erzählen, ist gruselig. Und die haben Gewissensbisse weil Israel teilnimmt. Island sollte sich schämen. All diejenigen die sich auf die Seite der Hamas stellen, sollten sich schämen.

mauve
mauve
2 Jahre zuvor
Reply to  disneyfan5000

Du machst es dir häufig zu einfach. Kritik gegen israelische Politik ist nicht mit Antisemitismus gleichzusetzen. Und wenn du glaubst, dass Vergewaltigungen nur von den Hamas ausgehen, bist du sehr naiv. Krieg ist immer drecking und fürchterlich, aber von beiden Seiten.
Dennoch ist die Herangehensweise Islands absolut falsch, wenn es de facto will, dass man Israel von dem ESC asschließt. Dann sollte Island konsequent sein und sich selbst erstmal aus dem Wettbewerb zurückziehen. Zusätzlich die Teilnahme den Künstlern zu überlassen, ist falsch. Sagt der Sieger ja zur Teilnahme, könnte man sich gegen ihn stellen, weil er möglicherweise mehr an seine Teilnahme denkt. Man drängt den Sieger indirekt, nein zu sagen.

Last edited 2 Jahre zuvor by mauve
Schlippschlapp71
Schlippschlapp71
2 Jahre zuvor
Reply to  mauve

Danke – ich erlaube es mir, die israelische Politik zu kritisieren. Das relativiert aber keineswegs das Morden der Hamas. Auch das sollte hier bei allen Usern angekommen sein.

mauve
mauve
2 Jahre zuvor

Deswegen spreche ich auch von BEIDEN Seiten. ich will nur zum Ausdruck bringen, dass es sich manche zu einfach machen, entweder die oder andere Seite zu kririsieren. Ich finde, dass die Gewalt von beiden Seiten ausgeht. Ja, die Hamas hat angefangen, aber sollte man deshalb gleich von israelischer Seite über Leichen gehen?

Schlippschlapp71
Schlippschlapp71
2 Jahre zuvor
Reply to  mauve

Ich stimme Dir vollumfänglich zu !

Rheez
Rheez
2 Jahre zuvor
Reply to  disneyfan5000

So verständlich eine emotionalisierte Debatte manchmal ist, hilft es aber glaube ich nicht, in Unsachlichkeiten zu rutschen.

Ich persönlich lehne Boykotts in der Regel auch eher ab bzw. in diesem Fall auch sehr.

Ohnehin möchte ich beim ESC kein Land vermissen und ein Ausschluss ist immer eine Sache, die auch schnell mal gegen ein ganzes Land und seine Bevölkerung gehen kann und so kann Hass beginnen. Das Gegenteil von Völkerverständigung. Die Gefahr sehe ich bei Russland und Belarus, die ja keineswegs mit ihren staatlichen Führungen gleichzusetzen sind, leider auch. Obwohl ich hier verstehen kann, dass eine Teilnahme Russlands kaum zu halten ist.

Dass die isländische Rundfunkanstalt wegen ihrer definitiv diskutablen Haltung nun Hamas Supporter oder Unterstützer des grausamen Anschlages auf die israelische Zivilbevölkerung sei, mag stimmen, aber dies habe ich so nicht verstanden und kann ich auch ihrem Statement nicht entnehmen.

Frank B.
Frank B.
2 Jahre zuvor
Reply to  disneyfan5000

Aha.
Israel sind also die Guten, alle anderen die Unterstützer von Kinderschändern.

Ich habe schon Zehnjährige mit vielschichtigerem Weltbild kennengelernt.

Christian W
Christian W
2 Jahre zuvor
Reply to  Frank B.

Das ist ja alles am Ende vollkommen egal.

Fakt ist: Hätte die Hamas am 7. Oktober nicht im Auftrag des Iran 1.200 israelische Zivilisten ermordet, vergewaltigt und anderweitig entmenschlicht, müsste diese ganze Diskussion ja gar nicht geführt werden.

xCCx
xCCx
2 Jahre zuvor
Reply to  disneyfan5000

Habe ich etwas verpasst, oder seit wann steht die Hamas bzw. Gaza/Palästina auf der Teilnehmer:innenliste?

tomudu
tomudu
2 Jahre zuvor

Interessant, dass in den nordischen Ländern anscheinend eine ganz andere öffentliche Meinung zum Israel-Gaza-Konflikt vorherrscht als in Deutschland. Kennt jemand dazu die Hintergründe oder hat einen Erklärungsansatz, warum gerade diese Länder Israels Handeln so (über-)kritisch betrachten?

disneyfan5000
disneyfan5000
2 Jahre zuvor
Reply to  tomudu

Das ist einfach nur purer Antisemitismus und Judenhass in Island, der sich hier zeigt. Erschreckend.

AT1982
AT1982
2 Jahre zuvor
Reply to  disneyfan5000

Es geht nicht um Rechtfertigung der Taten der Hamas sondern um die Reaktion Israels, die keinerlei Rücksicht auf die Zivilbevölkerung nimmt und Wohngebiete dem Erdboden gleichmacht.Die Tatsache, dass in Israel eine rechtsextreme Koalition reagiert wird leider bei uns komplett ignoriert. Die Vertreibungs und Vernichtungsfantasien, die teilweise von israelischen Regierungspolitiker geäußert werden, sind nicht akzeptabel.
Mit Antisemitismus hat das rein gar nichts zu tun. Ich wäre übrigens auch für einen Ausschluss einer palästinensischen Teilnahme, wenn es eine solche gäbe.

disneyfan5000
disneyfan5000
2 Jahre zuvor
Reply to  AT1982

Wie man in den Wald reinruft, so schallts heraus. Hat die Hamas irgendwelche Rücksicht auf die Zivilbevölkerung genommen, als sie am 07.10.2023 angegriffen hat? Und das Israel gar keine Rücksicht auf die sogenannte palästinensische Zivilbevölkerung nimmt, ist antisemitisches Geschwurbel. So weit es möglich ist, nimmt Israel sehr wohl Rücksicht. Es ist doch die Hamas die ihre Verstecke unter Krankenhäuser eingerichtet und die Zivilbevölkerung als Deckung nimmt. Wenn Israel nicht weitermacht gegen die Hamas zu kämpfen, wird es um kurz oder lang zu einem weiteren großen Anschlag der Hamas kommen. Israel braucht unsere Unterstützung im Kampf gegen die Hamasbestien, nicht das diesem gepeinigten Land ständig in den Rücken gefallen wird. Meistens von Leuten die irgendwo sicher leben und keine Angst vor Terrorattacken haben müssen. So ein Geschwafel ist einfach nur zynisch und menschenverachtend.

xCCx
xCCx
2 Jahre zuvor
Reply to  tomudu

Du verwechselst „öffentlich“ mit „offiziell“/„regierungskonform“.

Festivalknüller
Festivalknüller
2 Jahre zuvor
Reply to  tomudu

Man darf diese kritische Haltung nicht nach unseren Maßstäben betrachten.
Die isländische Gesellschaft stellt die Freiheit des Individuums mit samt seiner politischen Meinung über den gesellschaftlichen Diskurs zum Israel-Konflikt oder der ESC-Teilnahme.
Jeder darf mit seiner politischen Meinung am Söngvakveppnin teilnehmen und der Wettbewerb ist so frei, jeden mit seiner Einstellung teilnehmen zu lassen.
Auf diesen Grundlagen baut sich die Gesellschaft auf, was allerdings zur Folge hat , dass es von auswärts anders verstanden wird .

nononon
nononon
2 Jahre zuvor
Reply to  tomudu

einfach mal Nachrichten abseits der Deutschen gucken und lesen. (BBC, CNN reicht schon.) In anderen Ländern wird kritischer berichtet, bzw nicht so schwarz-weiss. Hier werden sehr gerne die Opferzahlen unterschlagen (mittlerweile ca 25000) oder Details, die den israelischen Staat(! nicht die Bevölkerung wohlgemerkt) nicht so gut dastehen lassen.

In ausländischen Medien kommen auch Palästinenser zu Wort, das fehlt hier eig komplett.

Das hat sicher auch mit unserer Geschichte zu tun, aber..problematisch ist es trotzdem.

Jorge
Jorge
2 Jahre zuvor
Reply to  nononon

Du meinst, wie bei Aljazeera international, wo im Krankenhaus gefilmt wird, ein älterer Palästinenser über die Zerstörung seines Hauses interviewt wird und just als er kritisiert, dass sich die Hamas-Leute immer wieder unter die Zivilisten mischen, sich der Reporter dezent aber zielgerichtet mit dem Mikro wegdreht.

Frank B.
Frank B.
2 Jahre zuvor
Reply to  Jorge

Ich glaube, nononon meinte die BBC und CNN, nicht Aljazeera. 😉

Scherz beiseite: Das die arabische Welt sich sehr geschlossen auf die palästinensische Seite stellt, dürfte doch niemanden überraschen. Wenn ich neutrale und unvoreingenommene Quellen suche fange ich aber auch nicht an bei einem TV-Sender aus Katar danach zu suchen.

Die Aussage war doch nur, dass es andere (ebenfalls seriöse) Medien schaffen beide Perspektiven ausgewogener zu präsentieren und das sollte aus journalistischer Sicht doch erstmal gut sein, oder?

Christian W
Christian W
2 Jahre zuvor
Reply to  nononon

Problematisch ist es vordergründig, dass von 25.000 Opfern berichtet wird. Diese Zahl wird verbreitet durch die Hamas und deren Zählung ist mehr als fragwürdig. Schon nach wenigen Stunden werden dort Personenlisten veröffentlicht, inklusive Passnummern usw. So schnell kann keine Regierung der Welt diese Daten zur Hand haben und besonders nicht eine dermaßen unorganisierte, wie die Hamas. Da werden Menschen verschüttet, müssen geborgen werden usw. aber drei Stunden später hat die Hamas angeblich alle Details zusammen?

Frank B.
Frank B.
2 Jahre zuvor
Reply to  tomudu

Gute Frage, die ich auch gerne einmal von Experten beantwortet hätte.
Die Antwort von Festivalknüller klingt für mich sehr plausibel, dass die persönliche Freiheit eine eigene Meinung zu haben höher gewichtet wird als die in Deutschland gern zitierte Staatsräson.

Ich kann mir vorstellen, dass auch der in Skandinavien immer dominantere Atheismus dazu beiträgt, dass religiöse Konflikte mit zusätzlichem Argwohn gesehen werden.
Aber warum im herrschenden Konflikt Israel dann viel kritischer gesehen wird als die Palästinenser, erklärt mein Gedanke auch nicht.

Und nein: Konsequenten Rassismus kann ich mir bei den ansonsten so liberalen Nordeuropäern nicht vorstellen.

AT1982
AT1982
2 Jahre zuvor

Das ist für mich eine komische Position, die die Verantwortung auf die Künstler abwälzt.
Ich bin ganz klar für einen Ausschluss Israels, da das was in Gaza passiert für mich keine angemessene Reaktion auf den Terroranschlag der Hamas darstellt und eine ESC-Ausschluss ein starkes Zeichen wäre. Ein Land das ein solches Massaker anrichtet und keinerlei Rücksicht auf die Zivilbevölkerung nimmt, sollte mindestens so lange pausieren müssen, wie der aktuelle Konflikt fortgeführt wird.
Ich weiß, dass ich mich da in Deutschland unbeliebt mache aber ich bin nicht bereit meine Augen zu schließen nur weil Israel beteiligt ist.

Wenn man allerdings einen Boykott andenkt, sollte dieser durch die nationalen Verbände erfolgen. So stehen Künstler vor einer schwierigen Entscheidung, besonders wenn sie einen muslimischen Hintergrund haben. Ein Boykott würde nur dann wirken, wenn sich mehrere Nationen offiziell entschließen. Ansonsten stellt man die Künstler ins öffentliche Sperrfeuer.

disneyfan5000
disneyfan5000
2 Jahre zuvor
Reply to  AT1982

Hätte Israel der Hamas blumen und Pralinen schicken sollen?. Was wäre denn deiner Meinung nach, die richtige Antwort auf einen Anschlag mit 1400 Toten gewesen, bei dem sogar Babies niedergemetzelt worden sind und Frauen und Kinder verschleppt worden sind. Zudem werden die verschleppten Frauen, von diesen Verbrechern vergewaltigt. Das Israel zurückgeschlagen hat, war das einzig Richtige.

Thomas M. (mit Punkt)
Thomas M. (mit Punkt)
2 Jahre zuvor
Reply to  AT1982

Du hast weiter oben von Vernichtungsphantasien gesprochen. Dass die bezüglich Israel und Juden bei der Hamas (und leider nicht nur dort) sehr virulent sind, könntest Du ruhig auch erwähnen, wie auch die vielen Landkarten, auf denen Israel verschwunden ist. Ob es das Ziel der Hamas und ihrer Sympathisanten ist, Juden dann in ihrem großpalästinensischen Staat als Staatsbürger teilhaben zu lassen, wage ich doch zu bezweifeln.

Israel hat ein legitimes Interesse daran, eine Terrorbande, die auch schon vor dem 7.10. ständig Bomben auf israelisches Staatsgebiet geschossen hat, zu bekämpfen. Wie dies gerade geschieht, gefällt mir auch nicht, ich finde es entsetzlich, wie viele Palästinenser dabei ums Leben kommen, verletzt und/oder obdachlos werden und überhaupt in ständiger Furcht vor Bombardements leben. All diese Toten nimmt jedoch die Hamas bewusst in Kauf, wenn sie sich in Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern und auch sonst mitten unter der Zivilbevölkerung verschanzt.

cars10
cars10
2 Jahre zuvor

Solche Artikel wie dieser hier und die Reaktion darauf zeigen nur ganz deutlich, daß
– der ESC nicht unpolitisch ist
– etliche Kommentatoren hier sich als (richtige) moralische Instanz verstehen, egal welcher Couleur

Ansonsten Kindergarten.
Clickbaiting.
Unnötig.

Vondenburg
Vondenburg
2 Jahre zuvor
Reply to  cars10

Natürlich ist der ESC politisch! Das war er schon immer und wird es immer bleiben!
Ansonsten empfinde ich den Artikel nicht als Clickbaiting und erst recht nicht unnötig. Ich empfinde den Artikel als ziemlich neutrale Berichterstattung.

Funi_Cula
Mitglied
Funi_Cula
2 Jahre zuvor

Die EBU hat mit den Ausschlüssen Belarus und Russlands aus politischen Gründen die Büchse der Pandora geöffnet. Deshalb ist es keine Überraschung, dass jetzt weitere Ausschlußforderungen im Raum stehen. Ob diese berechtigt sind mag ich hier nicht diskutieren, das Thema ist zu komplex, um es in einem Blogkommentar abzuhandeln.

Christian W
Christian W
2 Jahre zuvor
Reply to  Funi_Cula

Die weißrussische Diktatur hat sich doch quasi selbst ausgeschlossen, weil man unbedingt politische Texte beim ESC für den Führer tröten wollte. Die waren ja schon raus, bevor Putin die Ukraine angriff. Auch war der Rausschmiss längst überfällig, denn natürlich haben sowohl das weißrussische, als auch das russische Fernsehen schon seit Jahren nicht mehr nach der Charta der EBU agiert und wurden somit von der EBU ausgeschlossen.

Das sieht aber bei KAN anders aus. KAN ist bei Natanyahu aufgrund unabhängiger Berichterstattung so unbeliebt, dass er das Ding ja fast geschlossen hatte, Israel dann aber 2019 den ESC gewann und irgendwer den Driss ausrichten musste. Netanyahus damalige Regierung rächte sich allerdings, weil man gewisse Zuschüsse nicht zahlte, weshalb dann die Ticketpreise in Tel Aviv so astronomisch hoch waren.

Äpfel und Birnen also.

4porcelli - keep the 🦦 warm United24
4porcelli - keep the 🦦 warm United24
2 Jahre zuvor

Wenn Island nicht will, sollen sie zuhause bleiben. Israel wird sicher nicht ausgeschlossen, da würden D, UK, F ein Veto einlegen. Man braucht einen sofortigen Waffenstillstand, um die (noch lebenden) Geiseln zu retten Netanyahu, Ben-Gwir, etc. müssen weg.

disneyfan5000
disneyfan5000
2 Jahre zuvor

Am besten ist die Hamas auch weg.

Schlippschlapp71
Schlippschlapp71
2 Jahre zuvor
Reply to  disneyfan5000

Beides !

4porcelli - keep the 🦦 warm United24
4porcelli - keep the 🦦 warm United24
2 Jahre zuvor

Absolut, beides Schrott.

M.Lohaus
M.Lohaus
2 Jahre zuvor

Russland und Belarus wurden vom ESC ausgeladen ! Wegen dem Krieg. Ich frage mich warum ISRAEL auf einmal eine Ausnahme bekommt. Ich finde Island und Finnland haben recht wenn sie beukotieren. Ich hoffe es werden noch mehr Länder Island folgen . Ich bin kein Rassist oder Antisemit, entweder Alle oder Keiner, man kann nicht mit zweierlei Maß messen.

disneyfan5000
disneyfan5000
2 Jahre zuvor
Reply to  M.Lohaus

Russland hat den Krieg angefangen, Israel nicht. Das ist schon mal ein Unterschied.

xCCx
xCCx
2 Jahre zuvor
Reply to  disneyfan5000

Der Krieg hat angefangen mit der Gründung Israels.🙄

Luomubanaani
Luomubanaani
2 Jahre zuvor
Reply to  xCCx

Fast richtig. Mit der Gründungs Israels sollte auch die Gründung Palästinas erfolgen. Dies wurde aber von der arabischen Staaten abgelehnt, schon damals war klar, dass es diesen nicht um die Lage des palästinensischen Volkes ging, sondern nur um die Ablehnung Israels.
In dieser Beziehung hat sich also 70 Jahre lang nichts geändert.

xCCx
xCCx
2 Jahre zuvor
Reply to  Luomubanaani

Vermutlich, weil die arabische Bevölkerung nicht darauf erpicht gewesen ist, entweder aus ihrer angestammten Heimat vertrieben zu werden oder in einem jüdischen Staat als Volksgruppe zweiter Klasse zu leben.

Thomas M. (mit Punkt)
Thomas M. (mit Punkt)
2 Jahre zuvor
Reply to  xCCx

@xCCx: Du weißt aber schon, dass damals mit der Gründung Israels auch ein Staat Palästina gegründet werden sollte? Das wurde durch den darauffolgenden Krieg, angezettelt durch die benachbarten arabischen Staaten, die Israel direkt nach Staatsgründung überfallen haben, kaputt gemacht. Außerdem wurden in den Monaten nach Gründung des Staates Israels Juden aus arabischen oder islamisch geprägten Staaten vertrieben oder sind von sich aus nach Israel geflohen (in den ersten drei Jahren nach Staatsgründung über 200 000, bis 1970 über 800 000).

xCCx
xCCx
2 Jahre zuvor

Und dennoch haben auf dem Territorium, sogar mehrheitlich, Araber:innen gelebt. Ginge das für Dich denn alright, wenn man Dich für eine andere Volksgruppe aus Deiner Heimat vertriebe, Dein Vermögen konfiszierte, solange Du dafür am anderen Ende der Republik oder in einem anderen deutschsprachigen Staat Bleiberecht erhieltest?
Vertreibungen sind nie im Ordnung, waren im Falle der Jüd:innen aber da, wo es sie tatsächlich gegeben hat, Reaktion auf die Geschehnisse in Nahost.

Nils
Nils
2 Jahre zuvor
Reply to  xCCx

Sorry, aber soll jetzt wirklich die Entscheidung der Briten vor über 70 Jahren als Legitimation für die Gräueltaten der Hamas dienen?

Von der heutigen Terroristen-Generation dürfte wohl kaum jemand vertrieben worden sein (wobei man an diesem Punkt natürlich durchaus die total daneben Siedlungspolitik Netanyahus kritisieren könnte).

Und ich bin mir auch ziemlich sicher: Die Zustände in Gaza wären heute ganz andere, wenn man sich in den letzten 70 Jahren nicht einfach nur auf Gewalt gegen Israel beschränkt und sämtliche finanziellen Mittel nicht einfach bloß in neue Waffen gesteckt hätte.

Dass die palästinensische Zivilbevölkerung hier letztlich zu Bauernopfern eines perfiden Spiels zwischen Netanjahus innenpolitischem Kalkül auf der einen und Schurkenstaaten wie dem Iran auf der anderen Seite wird, ist leider so.

Von Täter-Opfer-Umkehr und Fingerpointing gegenüber Israel halte ich dennoch nichts.

Christian W
Christian W
2 Jahre zuvor
Reply to  xCCx

Auch hier wieder: Unkenntnis und viel islamistisches, antisemitisches Geschwurbel.

Natürlich hätten auf dem Territorium eines jüdischen Staates 1947 eben nicht mehrheitlich Araber gelebt. Auf arabischem Gebiet allerdings nur knapp 10.000 Juden. 47% des israelischen Staates wären komplett unbewohnt gewesen, wurden also auch niemandem weggenommen worden. Angegriffen haben hier, wie auch in jedem anderen Konflikt mit Ausnahme des Sechs-Tage-Krieges stets die Araber. Und immer verloren.

Vertreibungen sind also nie in Ordnung, wenn aber Staaten wie Marokko, die hunderte Kilometer von Israel entfernt liegen, etwa eine Viertelmillion ihrer eigenen Staatsbürger (!) deportieren, dann ist das alles nur eine klitzekleine Reaktion?! Was haben denn jüdische Marokkaner mit Israel zu tun? Richtig: Nichts.

Übrigens verlieren Staaten oder Gruppen manchmal Kriege und danach Teile ihres Territoriums. Und es ging für hunderttausende Deutsche am Ende doch „alright“, dass sie nach einem verlorenen Krieg vertrieben und ihre Besitztümer beschlagnahmt wurden. Oder trauerst du heute noch Ostpreußen nach? Irgendwann muss man eben auch mal kapieren, dass es kein Zurück mehr gibt.

Christian W
Christian W
2 Jahre zuvor
Reply to  xCCx

Es bedarf schon einer gehörigen Portion Unwissen, zu behaupten, dass die arabische Bevölkerung in Israel eine Volksgruppe „zweiter Klasse“ sei. Jeder israelische Staatsbürger, egal ob jüdisch, muslimisch, drusisch oder sonstwas hat die gleichen Rechte, darf wählen usw.

Warum redet ihr so hasserfüllt von Dingen, von denen ihr dann am Ende scheinbar doch keine Ahnung habt? Und nein, weder Instagram, noch TikTok ersetzen echte Bücher und Bildung…

disneyfan5000
disneyfan5000
2 Jahre zuvor
Reply to  xCCx

Gerade als Deutscher sollte man wissen, warum überhaupt ein eigener jüdischer Staat von nöten war, damit die Jüdische halbwegs sicher leben kann, konnte.

funtasticc
Mitglied
funtasticc
2 Jahre zuvor
Reply to  disneyfan5000

Das stimmt! Außerdem ist Russland von sich aus aus der EBU ausgetreten und darf deshalb sowieso nicht mehr am Wettbewerb teilnehmen.

Christian W
Christian W
2 Jahre zuvor
Reply to  funtasticc

Nee, die wollten austreten und haben in ihrer Propaganda davon getönt, aber Mitglied der EBU zu sein hat natürlich schöne Vorteile und man blieb einfach weiter Mitglied in der EBU. Die Vorteile wollte man weiter mitnehmen, aber die EBU wurde dann tätig und schloß die Russen letztendlich doch aus.

Schlippschlapp71
Schlippschlapp71
2 Jahre zuvor
Reply to  M.Lohaus

Russland betreibt laut Originalton von Putin Krieg gegen westliche Werte (vor allem eben Emanzipation von Frauen und Homo- und Transsexuellen) und die Ukraine muß leider für diesen Verbrechen büßen.

Israel ist dagegen das queerfreundlichste Land im Nahen Osten und irgendwann wird auch diese Netanyahu-Regierung Geschichte sein.

Das ist der Unterschied !

Christian W
Christian W
2 Jahre zuvor
Reply to  M.Lohaus

Das stimmt faktisch nicht. Weißrussland wurde schon 2021 disqualifiziert, weil das weißrussische Fernsehen unbedingt politische Texte singen lassen wollte.

Sowohl Weißrussland, als auch Russland wurden dann aus der EBU ausgeschlossen, weil die Fernsehsender schlicht nicht mehr die Mitgliedsbedingungen erfüllten, bei denen es u.a. um politische Neutralität der Berichterstattung geht. De facto ja Jahre zu spät.

Diese Bedingungen erfüllt das israelische Fernsehen aber weiterhin sogar so gut, dass Netanyahu den Laden eigentlich schonmal dichtmachen lassen wollte, da ihm die Berichterstattung nicht regierungskonform genug war.

Andi
Andi
2 Jahre zuvor

Ich stelle mir die Frage wie die isländische Bevölkerung zu diesem Boykott- Aufruf steht? Stellt sich eine klare Mehrheit der Isländer hinter diesem Begehren? Oder steckt dahinter eine starke Lobby? So oder so kann ich ein solches Vorgehen nicht nachvollziehen. Man schließt nicht aus, man soll miteinander reden!

AnnaB.
AnnaB.
2 Jahre zuvor

Israel ist so groß wie Hessen und umgeben von Feinden, die eine Auslöschung des Staates fordern. Diese Situation kennt kein anderes Land in dieser Dimension und schon gar nicht einige der nordischen Länder, die erst jetzt verstanden haben, dass die NATO wichtig sein könnte. Wenn jetzt alle anfangen wegen internationaler Konflikte, von denen sie selbst nicht betroffen sind, einen Musikwettbewerb zu boykottieren, wird es auf Dauer anstrengend. Und ich habe schon jetzt keine Lust auf die ganzen Diskussionen und der Vertreter Israel tut mir jetzt schon leid, weil er sich wsh. super viel politisch äußern muss, aber eben einfach nur ein Musiker ist. Ich würde mir eher eine Gegenbewegung wünschen, und das Länder wie Türkei, Ägypten, Marokko an Bord wären. Ohne politische Diskussionen und Meinungen auszutauschen, sondern die Musik im Vordergrund ist. „Ein Lied kann eine Brücke sein“ Aber das ist wahrscheinlich zu viel Utopie.

Porsteinn
Mitglied
Porsteinn
2 Jahre zuvor

Diese Boykott-Androhung finde ich sehr anmaßend. Die Situation ist zum einen viel komplexer als beim sogenannten „Präzedenzfall“ Ukraine/Russland und schon seit Jahrzehnten schwierig und total verfahren. Zum anderen: Wo bleibt die Konsequenz? Warum toleriert man andere Teilnehmerländer, in denen Menschenrechtsverletzungen u. ä. geschehen, fällt dann aber ausgerechnet über Israel ein moralisches Urteil?

Selbstverständlich kann man derzeit auch viel an der israelischen Regierung kritisieren, aber muss man das unbedingt auf dem Rücken des ESC austragen?

xCCx
xCCx
2 Jahre zuvor
Reply to  Porsteinn

Tut man eben gerade nicht, s. Russland. Oder ist dieser Konflikt nicht komplex/mit Vorgeschichte? LOL.
Wobei ich Dir recht gabe, dass die Teilnahme Israels wohl seit jeher fragwürdig ist.

Porsteinn
Mitglied
Porsteinn
2 Jahre zuvor
Reply to  xCCx

Letztendlich hat alles seine Vorgeschichte. Aber jeder Konflikt hat eben seine eigene. Und „Die ukrainischen Gebiete haben mal zum Zarenreich/Sowjetunion gehört“ ist eben nicht das gleiche wie „Anhänger einer verfolgten Religion wurde auf fremden Gebiet ein eigener Staat gegeben“.

Jorge
Jorge
2 Jahre zuvor
Reply to  Porsteinn

Was fremdes Gebiet ist, ist doch immer eine Frage der gewählten Zeitachse. Beim NahOst-Konflikt im Besonderen.

Porsteinn
Mitglied
Porsteinn
2 Jahre zuvor
Reply to  Jorge

Ich kenne mich jetzt mit der Historie der Bevölkerungsstruktur des Nah-Ost-Gebiets nicht aus. Aber ich hoffe, du weißt trotzdem, wie ich das gemeint habe.

xCCx
xCCx
2 Jahre zuvor
Reply to  Jorge

Ich finde es ja besonders goldig, wenn die gleichen linken Philosemit:innen, welche einem wohl justament an die Gurgel gehen würden, wenn man die Legitimität der Oder-Neiße-Grenze auch nur theoretisch hinterfragte, bei Israel plötzlich mit Ethnohistorie argumentieren. Zum Vergleich reden wir über Zeiträume hier von 80, dort 2.000 Jahren. Es ist aber auch schon deswegen absurd, da viele Palästinenser:innen arabisierte Nachkommen des Stammes der Israelit:innen sind, wohingegen nicht wenige heutige Jüd:innen überhaupt keine Verwandtschaftslinie zur historischen Bevölkerung aufweisen.

Jorge
Jorge
2 Jahre zuvor
Reply to  xCCx

Ich finde es zum Beispiel goldig, dass dein euphemistisches kalkuliertes Framing und dein stammesgeschichtlicher Exkurs so total über das von mir Geschriebene hinaus gehen, mal ganz abgesehen von dem Mangel an Expertise über den gesellschaftspolitischen Hintergrund, den du hier Personen zuschreibst.

Und mal grundsätzlich geschrieben, entspringt die Anerkennung z.B. der Oder-Neiße Grenze einem Grundverständnis, darum keine Kriege führen zu wollen. Das ist die Definition von unumstritten. Erkenne den Unterschied!

Schlippschlapp71
Schlippschlapp71
2 Jahre zuvor

Eigentich wollte ich mich zum diesem Thema gar nicht mehr äußern, aber momentan platzt mir echt der Kragen..

Scheinbar haben es einige immer noch nicht kapiert, daß in Israel gegen Netanjahu demonstriert wird und dort viele erkannt haben, daß der Typ über Leichen geht und Massaker als Vorwand mißbraucht hat.

Auf der anderen Seite sollten mal ach so engagierte Künstler (den Begriff „links“ lasse ich diesbezüglich lieber) Gedanken darüber machen, ob sie denn bei den Hamas überleben würden. Beispiel Hatari…..

Noch Fragen ? Gegen eine Teilnahme Israels ist nichts, aber auch gar nichts einzuwenden.

rainer1
rainer1
2 Jahre zuvor

Chicken for kfc🥴

nononon
nononon
2 Jahre zuvor

Ja, die Mehrheit lehnt Netanjahu ab, aber sie supporten trotzdem den Krieg und die Mehrheit spricht sich gegen eine Existenz Palästinas aus Bzw gegen eine Zweistaatenlösung.
Knapp die Hälfte lehnt auch ab, sich mit der Hamas auf einen Deal zu einigen, um die Geiseln zu befreien. (Quelle Israel Times).
Was das alles für die Bewohner des Gazastreifen bedeutet, sieht man gerade.

Also, so simpel ist es nicht und Gräben sind extrem tief zwischen den Parteien.

„Auf der anderen Seite sollten mal ach so engagierte Künstler (den Begriff „links“ lasse ich diesbezüglich lieber) Gedanken darüber machen, ob sie denn bei den Hamas überleben würden. Beispiel Hatari…..“

Menschenrechte sind Menschenrechte sind Menschenrechte.
Auf der einen Seite den moralisch Überlegenen geben wirkt unglaubwürdig, wenn
man sich dann nicht so verhält.
Auch die Menschen im Gazastreifen haben ein Leben in Frieden und Würde verdient.

(Tipp gucken Sie mal, wann die Hamas das letzte mal mit wie viel Prozent gewählt wurde, wann die letzten freien Wahlen im Gazastreifen stattfanden und wie viele von den heutigen Bewohnern damals schon wählen konnten.)

Schlippschlapp71
Schlippschlapp71
2 Jahre zuvor
Reply to  nononon

Sorry, mir kommt es so vor, daß in diesen Fällen Israelkritik mit Relativierung der Hamas-Verbrechen einhergeht. Zumal von Leuten, die sich sonst so weltoffen geben.

Thomas O.
Thomas O.
2 Jahre zuvor

Das Entkoppeln des Söngvakeppnin von der ESC Teilnehmersuche find ich erstmal gut

Allerdings wirklich umsetzen tun sie es dieses Jahr dann doch nicht wenn der Sieger zusammen mit dem Sender über eine ESC Teilnahme gemeinsam entscheiden wollen
.
Das setzt den Künstler aber hinterher öffentlich ziemlich unter Druck, egal ob er sich nun für oder gegen eine Teilnahme entscheidet.

Der Sender sollte entscheiden ob er Teilnimmt oder nicht und die Künstler soweit als möglich außen vor lassen.

Andi
Andi
2 Jahre zuvor

Leidtragende sind immer die Menschen im Nahen Osten auf beiden Seiten. Viele verbohrte Politiker und fanatische Personen stürzen die Menschen ins Unglück. 1979 und 1994 sah es bei diesem Konflikt schon besser aus. 1994 sogar gewürdigt mit dem Friedensnobelpreis. Aber leider setzen sich immer die Hardliner durch. Ob unsere Generation noch eine deutliche Besserung für beide Seiten erlebt. Ich hoffe es so sehr. Miteinander Reden und zuhören ist das wichtigste was es gibt.

rantanplanlos
rantanplanlos
2 Jahre zuvor

Das Deutschland mit seiner sehr weitreichenden Israelsolidarität aber international eher die Ausnahme darstellt ist schon klar? Ebenso wie die Ukraine kritisch beäugt werden muss (nein, selbst der Konflikt ist nicht schwarz oder weiß) sollten wir, auch gerade wegen unserer historischen Verantwortung, kritisch auf Israel schauen und nicht blind alles gut finden. Das ändert doch auch gar nichts daran, dass man bspw weiterhin die Ukraine gegen den russischen Überfall unterstützen sollte, oder im jetzigen Fall solidarisch mit Israel sich zeigen darf.

Israel (und die Hamas, Hisbollah, Iran, …) hat bereits vor dem Oktober diesen Jahres Palästinenser diskriminiert, Palästinensergebiete und Teile Syriens völkerrechtswidrig besetzt, besiedelt und so Palästinenser vertrieben. Dazu kommt jetzt ein gewaltiges Massaker, so muss man es nennen, sowie die Infragestellung der Zweistaatenlösung. Zum Glück gibt es immer mehr Menschen in der arabischen Welt, die diese Zweistaatenlösung als Zukunftsbild vertreten und in Deutschland ist zurecht eine weitgehende Ächtung damit verbunden, die Zweistaatenlösung plumb infrage zu stellen! Das ist eine bedenkliche Entwicklung und ein massiver Rückschritt, was im Moment von israelischer Seite zu hören ist (ich möchte hier klarstellen, dass damit die Regierung gemeint ist, die aber keinen unerheblichen Teil vertritt. Die Proteste gegen diese sollten aber auch berücksichtigt werden).

Es gibt auf beiden Seiten Hardliner unter denen die Bevölkerungen, auf beiden Seiten, massiv leiden! Der Angriff der Hamas fand nicht im luftleeren Raum statt, wollen wir jetzt mit dieser Logik den Idioten in die Karten spielen, die eben diese israelische Politik als Grundlage dafür nehmen, diesen widerwärtigen Überfall auch noch zu feiern? Das eine Reaktion kommt, dass Abschreckung und auch die Zerschlagung der Hamas Ziele sind, mit denen wohl die allermeisten konform gehen, klar. Aber die Frage der Verhältnismässigkeit, dass eine sinnvolle Perspektive aufgezeigt wird, dass kann doch nicht hier einfach weggewischt werden unter dem Deckmantel bedingungsloser Solidarität.

Ich spreche mich hiermit keineswegs für einen Ausschluss Israels aus, noch möchte ich hiermit irgendwie die Hamas oder deren Taten im Ansatz gutheißen oder rechtfertigen. Aber die Diskussion darüber muss doch erlaubt sein, und wenn Israel oder irgendein Land oder Künstler sich dem ESC mit Israel verweigert, oder diese ausschließen möchte, ist das eine legitime Meinung und nicht Hamasverehrung oder Antisemitismus. Ob dann aufgrund von zugrundeliegender Verträge Strafen fällig sind wird schnell ersichtlich werden und bedarf auch keiner weiteren moralischen Diskussion. Und wenn die Mehrheit am Ende für einen Ausschluss Israels ist weil man mit dem Vorgehen nicht weiter d’accord ist, haben wir das auch zu akzeptieren. Wir können dann ja auch gerne aus Boykott dem ESC fern bleiben, wäre ja auch unser gutes Recht (nochmal auf bestehende Verträge verweisen). Hier mit Völkerverständigung kommen finde ich jedenfalls kritisch, da eben das auch von der israelischen Regierung seit Jahren mit Füßen getreten wird.

Lillie
Lillie
2 Jahre zuvor
Reply to  rantanplanlos

Grundsätzlich gebe ich dir Recht. Leider lese ich gerade auf dem internationalen ESC-Twitter sehr viele Kommentare, die allein Israel die Schuld geben, den 7.10.23 komplett totschweigen und allen, die nicht komplett auf dem Anti-Israel-Trip sind, vorwerfen, Terroristen zu sein. Natürlich nicht alle, aber bei nicht wenigen habe ich wirklich den Eindruck, dass sie mit dem erneut hochgekochten Konflikt ihren Antisemitismus legitimieren. Wie gesagt: Israel sollte auch kritisiert werden dürfen und nicht alle, die das tun, sind antisemitisch. Aber die Schuld nur bei Israel zu suchen, kann es auch nicht sein. Es gibt hier keine eindeutig gute oder eindeutig böse Seite.

rantanplanlos
rantanplanlos
2 Jahre zuvor
Reply to  Lillie

Danke für die Ergänzung, kann dem nur zustimmen.

Tomi
Tomi
2 Jahre zuvor

Ich finde es richtig. Und es sollten alle ESC Teilnehmer so entscheiden.

Gaby
Gaby
2 Jahre zuvor

Finde es sehr, wenn darüber nachgedacht wird, nicht am ESC teilzunehmen, weil Israel keinen Act auch nach Malmö schickt. Zumal diese Länder ja noch nicht einmal persönlich betroffen sind. Das entspricht mMn auch nicht dem Geist des ESCs, der ja eigentlich dazu beitragen soll, dass sich die Menschen versöhnen. Die politische Lage kann der ESC natürlich leider nicht verändern. Aber zumindest kann man dazu beitragen, dass wenigstens man wenigstens gemeinsam musiziert, und sich wenigstens die Musiker:innen untereinander Kontakte knüpfen können.

Gaby
Gaby
2 Jahre zuvor
Reply to  Gaby

Finde es sehr schade…sollte es natürlich heißen im ersten Satz.

lasse braun 🏴‍☠️
lasse braun 🏴‍☠️
2 Jahre zuvor
Reply to  Gaby

du kannst jetzt bis zu 15 minuten nach dem posting editieren – siehe das symbol rechts unter dem posting.

Gaby
Gaby
2 Jahre zuvor

Ach, das ist ja super, danke für die Info.👍

Jason
Jason
2 Jahre zuvor

Russland darf wegen des Angriff Krieges auf die Ukraine nicht teilnehmen.
Das ist richtig und gut so.
Genauso darf Israel wegen ihres Genozids an die Palästinensern und deren Jahrzehntelange Besatzung auch nicht teilnehmen.
Punkt.
Das ist nicht kompliziert und auch nicht uneindeutig.
Die UN hat Israel schon vor langem verurteilt zu unzähligen Verbrechen und daher darf so ein Staat nicht am ESC teilnehmen.
Daran ist kein Judenhass oder Antisemitismus ersichtlich.

ESC1994
ESC1994
2 Jahre zuvor
Reply to  Jason

Und wieder jemand der die Gräueltaten der Hamas einfach mal unter den Teppich kehrt.

Und ob die UN jetzt unbedingt ein moralischer Leuchtturm ist sei auch mal dahingestellt.

Tobiz
Mitglied
Tobiz
2 Jahre zuvor

So oft, wie Island androht nicht teilzunehmen, sage ich nur: Reisende soll man nicht aufhalten.

Alkibernd
Alkibernd
2 Jahre zuvor
Reply to  Tobiz

Reisessende auch nicht ! Aber wächst der überhaupt in Island?

Yasi
Yasi
2 Jahre zuvor

Jetzt mal eine hypothetische Frage… Sagen wir, Island sagt ab und Israel ein paar Tage später ebenfalls, was dann? Dann stünde Island ziemlich dumm da.

Ich hoffe, wir werden nicht weniger als 37 Teilnehmer haben (es können ja noch 38 werden) Alles darunter ist einfach zu wenig.

Schlippschlapp71
Schlippschlapp71
2 Jahre zuvor
Reply to  Yasi

Mir reichen 37 Teilnehmer, warum auch nicht ?

David Z
David Z
2 Jahre zuvor

Wie die woke Blase wieder mal komplett am Rad dreht und hier die Isländer als Nazis diffamiert 🤣
Zum mitschreiben: Ein krimineller Ausländer ist einKkrimineller und gehört dafür bestraft. Das ist kein Rassismus.
Gegner der Ampelregierung sind frustrierte Bürger und keine Nazis
Und zuletzt: Juden, die unschuldige grausam ermorden sind Mörder. Solche Menschen zu verurteilen oder zu sanktionieren ist kein Antisemitismus aber sowas passt ja bei manchen nicht ins Hirn

Last edited 2 Jahre zuvor by David Z
Alkibernd
Alkibernd
2 Jahre zuvor
Reply to  David Z

Wenn man hochwertiges Öl in den Woke tut und beim Anbraten immer rührt, kommt auch keine Blase rein,

Thomas M. (mit Punkt)
Thomas M. (mit Punkt)
2 Jahre zuvor
Reply to  Alkibernd

Du scheinst gerade ziemlich hungrig zu sein! Ich hoffe, Du wurdest beim Reisessen nicht aufgehalten.

Thomas M. (mit Punkt)
Thomas M. (mit Punkt)
2 Jahre zuvor
Reply to  David Z

@David Z: Wenn Du schon mit „woker“ Blase daherkommst: Die kann man genauso auf der israelfeindlichen Seite sehen, inspiriert z.B. von den „postcolonial studies“. Araber und Muslime auf der Seite der guten Unterdrückten, der „People of Colour“; Israel wird in diesem einfachen manichäischen Weltbild als „weiß“ und damit auf der Seite der bösen unterdrückerischen Kolonialherren gesehen. Angesichts der Aufnahmen von der Besetzung eines Hörsaals der FU Berlin durch Studierende, bei der Israel das Existenzrecht abgesprochen wurde, ist es schon ziemlich furchterregend, was für ein einfaches Weltbild manche Student(inn)en haben und wie völlig empathielos man gegenüber Israelis ist, als ob es eine Bedrohung Israels nicht geben würde und der Überfall der Hamas nie stattgefunden hätte.

P.S. Ich finde es natürlich auch keineswegs gut, wenn man die Augen vor dem Leid vieler Palästinenser verschließt, z.B. auch in der Westbank durch übergriffige radikale Siedler.

Last edited 2 Jahre zuvor by Thomas M. (mit Punkt)
Jorge
Jorge
2 Jahre zuvor

Von geschichtlichem Bezug, über aktivistische Studentenszene, bis zum Nachsatz. Kann jedes Wort unterschreiben!

Stelle gerade fest, dass ich das generische Maskulinum verwende, bin vielleicht doch nicht so woke …

Schlippschlapp71
Schlippschlapp71
2 Jahre zuvor
Reply to  Jorge

Ich bin nicht „woke“, ich kann mit dem Begriff nichts anfangen.

Aber Kommentare auf AfD-Niveau bekommen von mir in der Regel die passende Antwort.

Schlippschlapp71
Schlippschlapp71
2 Jahre zuvor

Ist auch nicht schlimm, da ich Dir und Thomas natürlich im Wortlaut zustimme.

Tobiz
Mitglied
Tobiz
2 Jahre zuvor
Reply to  David Z

Wer mit „woke Blase“ ankommt, über kriminelle Ausländer schwadroniert, AfDler normalisiert und von mordenen Juden faßelt, weißt du, da kann nichts Gutes bei rauskommen.

Schlippschlapp71
Schlippschlapp71
2 Jahre zuvor
Reply to  Tobiz

In der Tat, vielen Dank !

Schlippschlapp71
Schlippschlapp71
2 Jahre zuvor

Ich finde nur erschreckend, daß dieses Gedankengut auch schon bei manchen ESC-Fans Anklang gefunden hat

Wie konnte ich bei einer der Demos am Wochenende lesen:

AfD – aus für Demokratie !

Schlippschlapp71
Schlippschlapp71
2 Jahre zuvor
Reply to  David Z

Diesen frustrierten Bürger kannst Du Dir sonst wo hinstecken, wenn sie meinen müssen, eine Nazipartei zu wählen.

Stell Dir vor, ich bin als SPD-Mitglied auch oft mit der Politik nicht zufrieden, aber total deswegen ausraten käme für mich nicht in Frage.

Schlippschlapp71
Schlippschlapp71
2 Jahre zuvor
Reply to  David Z

Bla bla bla …. da fehlt nur noch der Kommentar, daß das Treffen in Potsdam von den angeblich so grünlinken Medien erfunden wurde, um der „bürgerlichen“ Partei Alternative gegen Deutschland zu schaden.

Udo Schmidt
Udo Schmidt
2 Jahre zuvor

Leute, Leute, wo ist bitte der gegenseitige Respekt? Der ESC steht doch für Respekt, und zwar nicht nur für queere Menschen, sondern für alle. Es gibt nun mal unterschiedliche Meinungen zu vielen Themen, offenbar auch zum Krieg in Israel. In Deutschland habe ich, spätestens seit Corona, immer mehr den Eindruck, dass unterschiedliche Meinungen zu unbequem sind, um sie zu diskutieren und sich die Mehrheit zu moralischen Göttern erhebt, die vorschreiben, wie man denken darf. Wollen wir eine moralische Diktatur? Ich jedenfalls nicht. Es ist offenbar schick, kompromisslos auf einer Seite zu stehen und die andere respektlos in Grund und Boden zu drücken. Auf Kosten des Respekts vor der anderen Meinung. Wo lese ich z.B. mal ein „einerseits/andererseits“ in einem Beitrag? Es ist nicht immer alles schwarz oder weiß, es gibt meistens auch ein Dazwischen. Wenn das alle begreifen würden, wären wir dem bisschen Frieden ein großes Stück näher gekommen. Vielleicht sollten wir hier in dem Forum den Anfang machen. Danke.

Marc Stoeringer
Marc Stoeringer
2 Jahre zuvor

Ich hoffe Island tritt an und gewinnt auch noch! Es gehört dieses Jahr ein Land auf den Thron was noch nie gewonnen hat!🇮🇸🇮🇸

Schlippschlapp1971
Schlippschlapp1971
2 Jahre zuvor

Sehe ich leider nicht ganz so…. Es sei denn, es handelt sich wirklich um einen Topsong.