40 Songs in der norwegischen ESC-Vorentscheidung 2020?

Foto: Thomas Hanses

Dass der Norsk Melodi Grand Prix, also die norwegische Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest, im Jahr 2020 aus Anlass der 60. Ausgabe größer und umfangreicher als gewohnt wird, haben wir bereits im März berichtet. In insgesamt fünf Halbfinals und einem Finale soll der norwegische Beitrag für den ESC 2020 und damit der Nachfolgeact für die Publikumslieblinge KEiiNO (Aufmacherfoto) gesucht werden.

Nun hat ESCSVERIGE vermeldet, dass in jedem der Semis acht Beiträge antreten sollen, was bei fünf Shows also die beeindruckende Summe von 40 Songs ergeben würde. Dabei sollen in jedem Halbfinale acht Künstler aus einer bestimmten norwegischen Region (Nord-, Ost-, Süd-, West- und Mittelnorwegen) um die Tickets für das Finale wetteifern. Jeweils zwei Acts kommen dann weiter, so dass wir zehn Beiträge im großen Finale sehen werden. Alle Shows werden live aus Oslo übertragen.

Die Fanseite escNorge dagegen berichtet davon, es würden in jedem Halbfinale lediglich „etwa fünf“ Lieder gegeneinander antreten. Nach diesem Modell würde nur ein Lied aus jedem Halbfinale (und damit aus jeder Region) ins Finale kommen, wo diese fünf qualifizierten Songs dann auf weitere fünf direkt für das Finale gesetzten Songs treffen.

Ob es Norwegen so gelingt, einen würdigen Nachfolgebeitrag für „Spirit in the Sky“ zu finden? Wir Fans können uns jedenfalls auf sechs Vorentscheidungsshows und viele norwegische Beiträge im nächsten ESC kompakt Second Chance Contest freuen.

Welches Modell für die norwegische Vorentscheidung würdet ihr bevorzugen?



24 Kommentare

  1. Wieso kriegt so ein relativ kleines Land wie Norwegen das hin und in Deutschland bricht man sich einen ab, um mehr als 7 oder 8 Acts für den Vorentscheid zusammenzukriegen?

    • „Zusammenkriegen“ würden wir die locker, aber es gibt keine Tratition für mehrteilige Vorentscheidungen in der ARD. Außerdem hat der MGP in Norwegen eben ein ganz eigenes Prestige, das über die reine Titelauswahl für den ESC hinausgeht – so etwas haben wir nicht. Dass sowohl die Musik- als auch die Fernsehlandschaft in den beiden Ländern nicht vergleichbar sind, muss wohl nicht extra erwähnt werden, ist es doch offensichtlich. Natürlich hift es nicht, wenn Konzepte nach ein paar Versuchen immer gleich komplett umgeschmissen werden, statt dass mal langfristig etwas entwickelt würde. Aber auch in Norwegen sind die Vorrunden ja nur dem Jubiläum geschuldet, ansonsten wurden sie auch da inzwischen abgeschafft..

      40 Teilnehmer (wenn es wirklich so viele werden) sind ja auch nicht gleich 40 potenzielle Top-Ten-ESC-Beiträge. Vieles wird Füllmaterial sein, auf welchem Niveau wird sich zeigen. Wahrscheinlich aber größtenteils unterhaltsam. 😉

      • „aber es gibt keine Tradition für mehrteilige Vorentscheidungen in der ARD“ – Schuld daran ist die ARD selbst. Die hatten doch schon 2010, 2011, 2012, evtl. 2014 (Clubkonzert) gezeigt, dass es gehen kann.

      • 2012 war allerdings ein katastrophaler Quoten-Flop und für die Clubkonzerte hat sich auch kaum jemand interessiert. Selbst USfO ist, meine ich, hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Hilft ja nichts, wenn mehrteilige Formate niemand sehen will. Die einzige Möglichkeit wäre vielleicht, das ganze als großes nationales Musikfestival über mehrere Runden mit einigen Wochen intensiver Promo im Vorraus aufzuziehen, aber dafür fehlt die Unterstützung aus der Musik-Branche und letztendlich wohl auch das Geld.

  2. Egal welches Konzept man auch wählt am Ende zählt immer was für ein Beitrag dabei rauskommt.Der muss einfach gut sein um erfolgreich abschneiden zu können.

    • So ist es. Was nützt musikalische Vielfalt in (von mir aus) auch mehreren Vorrunden, wenn doch wieder zielsicher das Mittelmaß gewählt wird? Wobei die Norweger ein besseres Gespür für erfolgsversprechende Titel haben als das ARD-Publikum. Ist eins meiner ESC-Lieblingsländer.

      • Ich bin sicher, dass auch das ARD-Publikum zielsicher den ESC-Mitklatschschlager „Spirit in the sky“ ausgewählt oder zumindest sehr hoch bepunktet hätte (siehe z. B. Platz 2 für Voxxclub, LaBrassbanda oder mutmaßlicher Erstrundensieger Santiano).

      • „mutmaßlicher Erstrundensieger Santiano“ – wie kommt das denn zustande? Immerhin sind Elaiza mit einem Song aus Runde 1 ins Superfinale gekommen… Ist zwar natürlich nicht unmöglich, dass „Is It Right“ in Runde 1 weniger Stimmen bekommen hat als „Fiddler on the Deck“ und in Runde 2 dann umgekehrt, aber auf der Hand liegt das eben jetzt auch nicht unbedingt…

      • Irgendwo habe ich mal gelesen (könnte ein Interview auf eurovision.de gewesen sein), dass es bei dem Vorentscheid in jeder Runde einen anderen Sieger gegeben haben soll. Superfinale ist klar: Elaiza. Runde zwei muss es dann zwingend Unheilig gewesen sein und bei Runde eins tippe ich eher auf Santiano als auf MarieMarie.

      • Die Info, dass drei Runden unterschiedliche Sieger hatte, kam etwas versteckt von Thomas Schreiber damals, war auch im PB zu lesen. Da Elaiza die letzte Runde gewannen, muss Unheilig als Runner-Up die zweite gewonnen haben und davor waren MarieMarie und Santiano/Fiddler in der reduzierten Auswahl für die Zweitsongrunde. Allein die anschliessenden Chartplatzierungen vom Fiddler machen klar, dass es nicht MarieMarie gewesen sein kann.

  3. Fürs Finale gesetzte Beiträge würde ich nicht gutfinden. Das widerspräche einer Chancengleichheit, die ich von einem nationalen Vorentscheid erwarte. Alle Beiträge sollten durch die Vorrunden müssen, wer sich da nicht durchsetzt, hat am Ende sowieso keine Chance. Und wenn je zwei Beiträge weiterkommen, ist es nicht ein ganz so hartes Entweder-Oder. Also ganz klar meine bevorzugte Variante. 🙂

  4. Mehr ist mehr…. Die Zeit dazwischen ist eh nicht auszuhalten und muss mit blödsinnigen Mittelmeer-Yacht-Trips totgeschlagen werden..

  5. Bedeutet leider nichts Gutes für den Second Chance Wettbewerb, wenn jedes samische Dorf einen eigenen Vertreter schicken darf.

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