
Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen in Israel und dem Gaza-Streifen hat die European Broadcasting Union (EBU) die für Anfang November geplante Abstimmung über die Teilnahme Israels am Eurovision Song Contest 2026 in Wien abgesagt. Laut Informationen der österreichischen Zeitung Der Standard, die mittlerweile auch vom ORF bestätigt wurden, habe dies die Reference Group am heutigen Montag beschlossen. Vielmehr soll jetzt bei der planmäßigen EBU-Generalversammlung im Dezember „offen und persönlich“ darüber gesprochen werden.
Auf Druck der USA haben sich in den letzten Tagen Israel und die Hamas auf ein grundsätzliches Vorgehen hin zu einem Frieden verständigt. Dazu gehört zum einen ein Waffenstillstand, aber auch die Freigabe der israelischen Geiseln, die die Hamas am 7. Oktober 2023 entführt hatte. Die lebenden Geiseln sind heute nach Israel zurückgekehrt. Gleichzeitig war US-Präsident Donald Trump in Israel zu Gast und sprach auch in der Knesset. Ein Abkommen über einen Frieden soll nun in Kürze in Ägypten unterzeichnet werden.
Vor diesem Hintergrund wird das militärische Eingreifen Israels im Gaza-Streifen beendet werden, dem in den letzten zwei Jahren auch sehr viele Zivilisten zum Opfer gefallen sind. Vor diesem Hintergrund war von immer mehr Fernsehstationen der Ausschluss Israels vom ESC 2026 in Wien gefordert worden. Vor allem die Sender aus Spanien, Island und den Niederlanden waren hier offensiv und fordernd. Sie drohten mit einem Boykott der Veranstaltung, sollte Israel daran teilnehmen dürfen. Mit einem Abkommen, das den Frieden bringen soll, gibt es nun also eine Chance, dass der Grund der Boykottforderungen entfällt.
Zunächst sollte die Entscheidung über den Ausschluss Israels am ESC 2026 bei der EBU-Generalversammlung im Dezember gefällt werden. Später entschied man sich, die Entscheidung vorzuziehen und bereits im November online durchzuführen. Dies hat nun die Reference Group der EBU in einer Sondersitzung rückgängig gemacht.
Konkret hieß es von der EBU, dass „ein klarer Bedarf besteht, unter seinen Mitgliedern eine offene und persönliche Diskussion über die Teilnahme am Eurovision Song Contest 2026 zu organisieren.“ Und weiter: „Folglich beschloss der Rat, das Thema auf die Tagesordnung der ordentlichen Winter-Generalversammlung zu setzen, die im Dezember stattfinden wird, anstatt im Vorfeld eine außerordentliche Sitzung einzuberufen.“
Mit dieser Entscheidung nimmt die EBU Druck aus dem Verfahren. Idealerweise gibt es bis zur Generalversammlung der EBU im Dezember schon klare Fortschritte in Richtung belastbaren Frieden. Israel stünde dann zwar noch rückwirkend in der Kritik bezüglich des Vorgehens seines Militärs im Gaza-Streifen in den letzten Monaten. Der Grund für einen Ausschluss des Landes vom ESC erst im nächsten Jahr könnte damit aber entfallen. Daher ist es nachvollziehbar, dass der ORF in einem erste Statement sagte, dass man die Entscheidung begrüße.
Wie bewertest Du die kurzfristige Änderung der EBU bezüglich der Abstimmung über Israels Teilnahme am ESC in Wien? Glaubst Du, dass die Boykott-Forderungen damit hinfällig werden und alle geplanten Ländern in Wien antreten werden? Lass es uns in den Kommentaren wissen und wahre dabei die Netiquette.
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