
Die Ereignisse und Informationen rund um Israels Teilnahme am Eurovision Song Contest 2026 in Wien überschlagen sich und nun ist es offiziell: Im November wird diese Teilnahme auf dem Prüfstand und damit zur Abstimmung stehen. KAN, die verantwortliche Rundfunkanstalt aus Israel, antwortete direkt.
Wie zunächst die österreichische Kronen-Zeitung berichtete, hat die Europäische Rundfunkunion (EBU) ihre Mitglieder in einem (digitalen) Brief darüber informiert, dass die Frage von Israels ESC-Teilnahme im nächsten Jahr durch eine geheime Abstimmung aller 68 Mitgliedsorganisationen entschieden werden soll. Der Hintergrund einer solchen, geforderten Abstimmung dürfte nach den zahlreichen Rücktrittsdrohungen – sei es bei Teilnahme oder Ausschluss Israels – mittlerweile hinreichend bekannt sein.
Die Abstimmung soll bereits (oder erst) im November stattfinden, bisher war von Dezember die Rede. Diese Maßnahme von den EBU-Verantwortlichen bei einer Aufsichtsratsversammlung gemeinsam mit ORF-Generaldirektor Roland Weißmann beschlossen, so berichtet die Kronen Zeitung. Dem Bericht nach verteidigt Weißmann weiter eine Teilnahme Israels am ESC in Wien.
Der Brief im Wortlaut
In einem Schreiben vom heutigen 25. September 2025, adressiert an die Mitgliedssender, schildert EBU-Präsidentin Delphine Ernotte-Cunci die Lage ausführlich:
Brussels, 25 September 2025
Dear friends and colleagues,
The Executive Board has met today with former EBU Vice-President Petr Dvořák to discuss the 2026 Eurovision Song Contest.
Following up on the discussion that took place at the EBU Summer General Assembly in London, Petr presented his report to the Board based on the feedback he had received from meeting with Members.
The Executive Board acknowledged that there is an unprecedented diversity of views concerning KAN’s participation among EBU Members.
The Board believes that the Union stands for inclusiveness and an open cultural dialogue reflecting the values of Public Service Media.
Nevertheless, the Board recognized that it would not be possible to reach a consensual position on KAN’s participation.
Given that the Union has never faced a divisive situation like this before, the Board agreed that this question merited a broader democratic basis for a decision, whereby all Members should be given a voice.
Consequently, the Board decided to organize an extraordinary session of the General Assembly that would take place online in early November for Members to vote on the question of participation in the 2026 Eurovision Song Contest.
The formal letter convening this extraordinary session, with further details, will be sent to you next week.
Die EBU betont damit einerseits ihre Werte von Inklusion und kulturellem Dialog, verweist aber zugleich auf die Notwendigkeit eines außergewöhnlichen, demokratischen Verfahrens.
Die israelische Rundfunkanstalt KAN veröffentlichte unmittelbar eine Stellungnahme, in der sie auf die politische Neutralität des Wettbewerbs verweist:
„KAN, der israelische Rundfunk, hofft, dass der Eurovision Song Contest weiterhin seinen kulturellen und unpolitischen Charakter bewahrt. Der Ausschluss (…) eines der ältesten, beliebtesten und erfolgreichsten Teilnehmer über Jahrzehnte hinweg, insbesondere im Jahr der 70. Eurovision-Feier, (…) könnte weitreichende Folgen haben. (…) Wir sind überzeugt, dass die EBU weiterhin den unpolitischen, professionellen und kulturellen Charakter des Wettbewerbs wahren wird.“
KAN verweist dabei auch ausdrücklich auf die Satzung der EBU, die für eine Entscheidung dieser Tragweite eine Zustimmung von mindestens 75 Prozent der Mitglieder vorsieht. Zudem macht der Sender deutlich, dass es bei der Abstimmung nicht im generellen um die Mitgliedschaft von KAN bei der EBU handelt: Es geht „nur“ um den ESC.
Die endgültige Entscheidung fällt dann also im November, wenn die EBU-Mitglieder im Rahmen einer außerordentlichen Online-Generalversammlung abstimmen. Was dann mit den Rundfunkanstalten passiert, die den Wettbewerb in Wien boykottieren wollen, sollte Israel daran teilnehmen dürfen, ist bis dahin unklar. Wenn man den schriftlich fixierten, öffentlichen Drohungen trauen darf, werden aber je nach Ergebnis Konsequenzen gezogen werden.
Wie verfolgst Du diese Ereignisse? Findest Du es gut, dass die EBU zu einer Abstimmung einlädt? Lass uns Deine Meinung, sofern sie weder ausgrenzend noch beleidigend ist, gerne in den Kommentaren da!
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Ich finde es schon seltsam, dass bei Israel eine Abstimmung braucht, und dass Russland ohne Abstimmung ausgeschlossen wurde. Israel hat seit dem Krieg immer im ESC provoziert mit Fahnen und mit Lieder über den 7.Oktober. Israel nützt alles aus zum.sich gut dazustellen, dabei macht sie Gräueltaten. Man sollte sie ausschliessen!!