Airplay-Check „Germany 12 Points“: Deutscher ESC-Beitrag „Rockstars“ wird großer Radio-Hit

Dass diese Zahlen ein Lachen ins Gesicht Malik Harris (Aufmacherfoto) zaubern, wird keinen verwundern. Denn er hat mit seinem ESC-Beitrag „Rockstars“ das geschafft, was sich die NDR-Unterhaltungsplaner/innen vorgenommen hatten: Malik fährt mit einem (Radio-)Hit im Gepäck nach Turin. Aber auch die anderen fünf Teilnehmer/innen an „Germany 12 Points“ dürfen sich durchaus über gute Radiopräsenz freuen bzw. gefreut haben.

Allein in der letzten Radio-Kalenderwoche 13, die am 31. März endete, lief „Rockstars“ großartige 770 Mal auf deutschen Radiosendern. Das sind 130 Mal öfter als in der Woche davor und 282 Mal öfter als in der Woche davor. Man kann guten Gewissens sagen, dass Malik Harris einen Lauf hat. Sein ESC-Beitrag ist bei den Radiosendern und ihren Hörer/innen angekommen.

Dabei war der Sieg bei der deutschen Vorentscheidung „Germany 12 Points“ für die Airplay-Entwicklung ganz entscheidend. Denn in der KW 9, der Woche davor, hatte noch Emily Roberts mit ihrem Beitrag „Soap“ die meisten Airplays. Malik folgte da erst auf Rang 4. Doch bereits in der Woche danach nahm die Dynamik zu und aus 88 Airplays in der Woche vor der Vorentscheidung wurden 246 Airplays in der Woche danach.

Das ging auch einher mit einem steilen Aufstieg bei den Airplay-Chartplatzierungen. In den drei Radio-Promotion-Wochen vor der Vorentscheidung (KW 7-9) wurde  der Titel – wie die anderen auch – recht gleichmäßig gespielt. Das reichte für einen anständigen Platz 81. Danach ging es dann natürlich auch hier bergauf. In der KW 13 reichte es für Platz 18. In der aktuellen Teilwoche steht „Rockstars“ auf Platz 13. Wahrlich ein toller Erfolg.

Dieser Erfolg wäre mit den öffentlich-rechtlichen Sendern allein nicht möglich gewesen. Zwar hatte „Rockstars“ bisher die meisten Einsätze auf NDR 2 (insgesamt 141, mehr dazu später), aber auch viele private Sender sind auf den Zug aufgesprungen. Genannt seinen hier z.B. 104.6 RTL in Berlin (95 Einsätze) oder 89.0 RTL in Sachsen-Anhalt (85), die Energy-Stationen mit über 90 Airplays oder Maliks bayerische „Heimatsender“  Radio Charivari München (112) und Radio Galaxy (100).

Von der guten Entwicklung der Radioeinsätze für Malik Harris nach der Vorentscheidung konnten die anderen Beiträge nicht profitieren. Sie alle waren bereits in der Woche danach seltener im Radio zu hören. Am schnellsten wurde dabei „Hallo Welt“ aus den Rotations der Radiosender genommen. Aktuell halten sich Emily Roberts und Maël & Jonas noch mit 53 Airplays pro Woche am besten.

Die gleiche Entwicklung zeigt sich auch bei der Anzahl der Sender, die die Titel generell spielen (Grafik unten). Seit der Vorentscheidung setzten doppelt so viele Radiostationen „Rockstars“ ein wie davor – nämlich 68. Bei den anderen fünf Beiträgen ist die Anzahl seitdem dagegen rückläufig. Die Grafik schönt das Ergebnis aber etwas, denn hier wurden auch Sender mit reingezählt, bei denen der jeweilige Song nur noch einmal nach der Vorentscheidung zu hören war.

Die ARD-Popwellen, sie sich bereiterklärt hatten, die sechs Beiträge der deutschen Vorentscheidung bestmöglich zu promoten, sind nach der Vorentscheidung zum Teil unterschiedlich mit den Songs umgegangen. Zur Erinnerung schauen wir uns zuerst noch einmal die Einsätze auf den neun Sendern vor der Vorentscheidung an. NDR 2 war der „Streber“ mit den häufigsten Einsätzen, die meisten Sender behandelten die sechs Lieder weitgehend gleich und BAYERN 3 hatte die mit Abstand wenigsten Airplays.

Zumindest an dem letzten Fakt hat sich nicht viel verändert: BAYERN 3 hat alle Beiträge bis auf den Siegessong „Rockstars“ und mit Einschränkungen auch „Anxiety“ von Felicia Lu, die ja aus Bayern kommt, direkt fallen lassen. „Rockstars“, das muss man ihnen lassen, spielen sie nun aber mindestens genauso oft wie die meisten anderen Sender auch.

Ansonsten bleibt NDR 2 der Sender, der sich mit der größten Hingabe den Songs der Vorentscheidung widmet. Aber auch hr3, MDR Jump und SWR 3 stehen dem kaum nach. Klar ist hier auch überall Malik der strahlende Sieger. Aber auch Maël & Jonas stehen insgesamt recht gut da (wobei bei ihnen ein gewisser Anteil auf nächtliche Einsätze in der ARD Popnacht zurückzuführen ist).

So oder so: Alle sechs Beiträge, die es in die TV-Show „Germany 12 Points“ geschafft haben, dürfen sich als Gewinner/innen betrachten. Ihre Songs haben in einem Umfang Airplays generieren können, der sonst vermutlich nur ein Traum geblieben wäre.

Festzuhalten ist auch, dass die Radiojury ihrem Namen alle Ehre gemacht hat. Deren Mitglieder haben mit sicherem Gespür Radiosongs für die Vorentscheidung ausgewählt. Ob diese auch das Zeug für eine internationale TV-Show haben? Diesen Beweis muss nun einer antreten: Malik Harris. Wie immer er aber in Turin abschneiden wird – im Gegensatz zu z.B. den S!sters oder Levina hat er zumindest einen Radiohit in Deutschland gelandet, der ihm auch nach dem ESC noch Auftritte und Tantiemen bescheren dürfte. Ein Fluch wird die ESC-Teilnahme damit auch für ihn ganz sicher nicht.


58 Kommentare

  1. Kann ich bestätigen.
    Kam vor ein paar Minuten im örtlichen privaten Lokalsender(leider in der kastrierten Version).
    Man hört ihn tatsäcchlich öfters
    Und vor zwei Stunden lief der Song von Frau Roberts

  2. Das sind doch mal gute Nachrichten. 🙂
    Und da weiß ich mal wieder, warum ich kein Radio höre. 😉

  3. Da hat der NDR also tatsächlich geschafft, was er vorhatte. Hinsichtlich der Aussichten beim ESC bringt das natürlich tatsächlich genau nullkommanix, da die Anrufe ja nun mal nicht aus Deutschland kommen. Auch was die Akzeptanz des Beitrags hierzulande angeht, bin ich weiterhin skeptisch – es haben hier ja doch offenbar einige das Gefühl, dass die Playlists der großen Radiosender längst vom allgemeinen Musikgeschmack entkoppelt sind und es zunehmend bloß noch um problemlos weghörbares Grundrauschen geht. Und ich gehe auch nach wie vor davon aus, dass man Malik bei einer schwächeren Platzierung im Mai fallen lassen wird, wie eine heiße Kartoffel – und zu allererst beim NDR. Traditionen wollen ja schließlich gepflegt werden.

    Aber immerhin: Er – und in geringerem Maße auch die anderen fünf – fallen weich auf ein kleines GEMA-Pölsterchen.
    Ein GEMA-Pölsterchen, das populärere Künstler jedoch gar nicht erst benötigt oder auch ohne „Befehl von ganz oben“ (lies: NDR) erreicht hätten.
    Muss man halt auch mal ganz klar so sagen.

    Die ganze These von der Radiotauglichkeit bleibt einfach falsch, sofern es dem NDR tatsächlich in erster Linie ums Ergebnis in Turin geht. Um mal eine Metapher zu bemühen: Wäre der ESC einer dieser Schönheitswettbewerbe, wäre der NDR nun sehr, sehr stolz darauf, den mit Abstand schönsten Pullover (einen auch wirklich sehr schönen Pullover) zu tragen – während alle anderen Länder aus gutem Grund aufgereiht in Bademode dastünden.

    • Danke genau so ist es! Auch ist der Song kein Hit solange er einfach nur oft gespielt wird damit die Menschen sich daran gewöhnen. Eigentlich ist es eher Manipulation der Hörer. Ich mein es gibt einen Grund warum immer weniger Menschen das „Mainstrem-Pop-Radio“. Es wird einem schlechte Musik aufgezwungen wegen Werbe- und GEMA-Deals und dann 4x die Stunde wiederholt. Das macht die Musik nicht besser und nervt die Hörer. Daher ganz klar, vorallem nach dieser Odyssee dieses Jahr: SPOTIFY! Liebes NDR mit eurer Unfähigkeit und eurer Geldgeilheit, habt ihr es wieder geschafft, einen für eure Verhältnisse, jungen zuschauer, von eurem Realitätsfernen Rentnersender vernzuhalten….

    • Ja weil Radio scheiße ist! Dafür würde ich mich tatsächlich eher hassen!
      Seele verkauft für einen Pop Song an dem man nichts sekbst gemacht hat… krass wie begabt 🤣 aber hat man ja bei euch allen… eigenwilligen Pop-Beat hin gekotzt, kaum einer hatte eine Stimme (da war malik tatsächlich der beste), keine authenzität, keine Kreativität.. und jetzt muss der Gewinner dem Hörer wieder so oft vorgespielt werden, daß er ihnen egal wird oder sie ihn hassen… willkommen in der Radio Welt, in der es nicht um Musik sondern nur noch um Geld Werbeeinnahmen und GEMA-Deals geht… und Ihr feiert euch dafür? Ich mein der Vorentscheid war ja schon ein komplettversagen und hat gezeigt was diese Popmusik von heute auszeichnet: eben, garnichts, noch nicht mal die sänger*innen!

      2000: Stefan Raab: 5. Platz
      (war witzig und authentisch)

      1998: Guildo Horn: 7. Patz
      (unterhaltsam und mal was anderes (von Stefan Raab)

      1999: sürpritz: Platz 4
      (ander Kulturen eingebracht)

      2010: Lena Platz 1
      (zwar Popmusik aber sie hatt im Gegensatz zu allen anderen eie Stimme nicht so wie dieses Jahr) (von Stefan Raab)

      Kp was Raab dem NDR zahlen musste das er genommen wurde aber es hat sich gelohnt. Dazu im Vergleich die anderen Jahre:

      2021: Malik: Platz 25
      (war genau die gleiche Musik die dieses Jahr auch beim vorentscheid mit dabei war)🤮

      2019: Sisters: Platz 25
      (genau die selbe scheiße)

      2018: Michael Schulte: Platz 4
      (das lässt uns der NDR auch nicht vergessen denn Lena ist zum Privatfernsehen also muss Schulte als zweitbester der letzten 20 Jahre, in jeder Show des öffentlich rechtlichen Auftreten die mit Musik zutun hat)

      2017: Levina: Platz 25
      2016: Jamie-Lee: Platz 26
      2015: Ann Sophie: Platz 27
      2014: Elaiza: Platz 18
      2013: Cascada: Platz 21

      … usw

      Ganz ehrlich, wie viele Fehlversuche braucht man, um aus seinen Fehlern zu lernen? Der NDR anscheinend über 50 Jahre!
      Anscheinend haben die Jury die die „Künstler“ aussuchen, so gar keinen Musik Geschmack und auch keinen Draht zu den Hörern. Radio ist die alte Riege und das merkt man bei der Musikauswahl!

      Und nach dem ESC werden die sogenannten „Künstler“ wie immer fallen gelassen.

  4. Man merkt schon das er in den Radio Charts oben steht , denn bei meinem Radiosender N-Joy wird er auch öfters gespielt . Kennt man aus den letzten Jahren nicht , da wurden die Song eher ignoriert .
    Also schön ist es das er in Deutschland ein wenig Erfolg .Bringt halt aber auch nichts am Ende ,da Deutschland ja nicht für Ihn anrufen/voten kann .

  5. Bayern 3 kann ich bestätigen. die Songs liefen in der VE Woche 1x am Tag und jetzt hör ich gefühlt ständig Rockstars. Immer mit der stolzen Anmoderation, dass er ja aus Bayern kommt.

    • Das wahre Fan-Verhalten eines echten Fans (m/w/d) zeigt sich immer erst in der Niederlage.

      Ein Platz unter ferner Liefen ist aber das Letzte was ich Malik Harris wünsche. Aber Gesetz den Fall Malik Harris setzt die ESC-Tradition seiner Vorgänger (m/w/d) fort und Bayern 3 verhält sich dann immer noch so, indem sie seinen Song regelmäßig spielen und bei jeder Gelegenheit betonen, dass er aus dem Freistaat Bayern kommt, dann würden die bayerischen Radioverantwortlichen beweisen, dass sie ein echter Fan (m/w/d) von ihm sind.

  6. Ich beglückwünschte die Radiosender, welche den Song von Malok nicht spielen (Eins Live ist einer von ihnen), um ihre Hörer nicht zu verprellen. Nach dem ESC wird das Ganze abflachen oder aufhören und nächstes Jahr ganz aufhören.

    Der Auftritt von Malik in London war nicht sehr berauschend und viel gebracht hat er nicht, was auch schon in Stockholm der Fall war. Da hätte man sich die Reisekosten sparen können.

    • 1LIVE hat „Rockstars“ bis einschließlich gestern Mittag 33 Mal gespielt. Vor der Vorentscheidung war er dort zweimal zu hören. Danach jede Woche häufiger. In der KW 13 dann allein 9 Mal.

      • Da ist Eins Live aber ganz tief gesunken, wenn es Maliks Song spielt. Das Ding fällt in die Kategorie „einmal gehört und gleich wieder vergessen „.

    • „Der Auftritt von Malik in London war nicht sehr berauschend und viel gebracht hat er nicht, was auch schon in Stockholm der Fall war. Da hätte man sich die Reisekosten sparen können.“

      Jeder Auftritt ist immer ein Stück mehr Bühnenerfahrung und besser als zu Hause sitzen und hoffen das alles gut geht. Ich glaube viel mehr muss das nicht bringen als Sicherheit auf der Bühne zu haben um eine bestmögliche Performance abzuliefern.

      • Da kannst du mal nach Malik suchen und Dir anschauen wie oft er gespielt wird 😉

      • Antenne AC legt sich aber mächtig ins Zeug mit unseren Vorentscheidkünstlern.
        Gerade läuft Felicia Lu mit „Wish you well“

    • Gib du @Matty lieber das Kostüm der “Ephemera vulgata” an the masked singer zurück in dem du hier immer kommentierst. Dann siehst auch du den Malik aus dem schönen Landsberg am Lech in anderen Augen und schreibst nicht immer so einen arroganten Blödsinn.

      • Für arroganten Blödsinn bist hier immer noch Du zuständig! Bei den Odds ist Deutschland übrigens auf den 27. Platz abgerutscht.

  7. Der Song wird genauso ein Flop , wie viele in den letzten Jahren. Das ist doch kein Song , ganz furchtbar was der Kerl sich traut

    • dein Kommentar ist jetzt auch keine Glanzleistung. Sich zu trauen sowas zu schreiben ist aber wesentlich einfacher als sich vor Tausenden in der Halle und Millionen am TV auf die Bühne zu stellen und seinen Song zu performen. Das finde ich mutig, davor hab ich Respekt ganz egal ob mir der Song gefällt

  8. Manchmal frage ich mich echt, was so in den Seelen mancher Kommentatoren hier vorgeht. Man kann doch seine Meinung äußern, ohne dass man herablassend oder beleidigend wird. Manche suhlen sich ja regelrecht darin, einen Künstler niederzumachen. Anderen, die mit Leidenschaft für ein Lied dem Bewerb entgegenfiebern, verdirbt man damit die Freude. Auf esc-kompakt ist es ja fast schon soweit, dass man sich einen Shitstorm einhandelt, wenn man etwas Positives schreibt.

    • Witzig fand ich, dass sich Matty darüber aufgeregt hat, dass es jemand getraut hat, bei einem seiner Favoriten zu schreiben, dass er nicht ins Finale kommt. Natürlich ist sowas meist nicht wirklich ein ehrliches Urteil, sondern jemand wollte damit einfach seinen Hass auf einen Titel zeigen. Solche „Fans“ gibt es eben leider auch. Nur dass Matty nicht gemerkt hat, dass er sich damit genau über sein eigenes Verhalten aufregt, war dann doch sehr aufschlussreich.

      • Ich glaube, Matty möchte einfach nur Reaktionen provozieren. Andernfalls würde man ja einfach schreiben, dass der Titel einem nicht gefällt, ohne dauernd drauf rumzuhacken. Schon irgendwie traurig, dass man so etwas nötig hat…

      • Es liegt doch eindeutig auf der Hand, dass Matty in seiner eigenen Welt lebt. Wir müssen ihn darin lassen. Widerstand zwecklos – das ist sein „Gesundheitsbild“.

      • Dass Matty mit seinen Kommentaren – vorsichtig gesagt – ziemlich speziell ist, ist ja schon länger bekannt. Aber es wird immer nerviger. Inzwischen überspringe ich seine Kommentare aber anstatt sie zu lesen, so kann ich mir ein paar Facepalms am Tag sparen…

  9. Es geht ja weniger darum, nur noch radiotaugliche Songs zum ESC zu schicken, sondern darum den Künstlerinnen und Künstler in D. zu zeigen, dass sich eine Teilnahme am Vorentscheid lohnen kann. Letztlich kann man das ja auch von EC behaupten.
    So gesehen ist das eine gute Entwicklung, man kann nur hoffen, dass auch bei einem nicht ganz so optimalen Abschneiden von Malik beim ESC das ganze Konzept nicht wieder sofort verworfen wird.
    Und wer schon länger als seit der Diskussion um EC hier dabei ist weiß, dass dies immer eine von unseren Grundforderungen – Radiosender sollen hinter dem ausgewählten Titel stehen – war,
    Dass natürlich mal wieder einige es toll finden Radiokritik zu übern, nur weil sie den Titel nicht mögen, war aber leider auch vorhersehbar.

    Wer war das nochmal, der behauptete die Sender würden den Titel nach der Wahl nie mehr spielen, ich glaube es zu wissen, bin aber zu faul nachzuschauen.

    Schön das Kommentieren mit firefox funktioniert wieder.

    • Da sind wir halt wieder ganz schnell bei der alten Leier aus dem Februar. Das Problem ist ja nicht, dass der Titel radiofreundlich ist. Dass er so viel im Radio gespielt wird, ist an und für sich auch durchaus willkommen – vor allem, wenn sogar private Sender auf den Zug aufspringen.

      Nur hat das hinsichtlich der Erfolgschancen beim ESC halt alles keinen Wert. Und für das Airplay bei den ja nach wie vor den Radiomarkt dominierenden ARD-Radiosendern hätte man auch all die Jahre zuvor schon mit einem einfachen Machtwort aus Hamburg sorgen können. Bei den ARD-Themenwochen mussten sich ja auch immer alle TV- und Radiosender der ARD dranhängen, ob sie nun wollten, oder nicht.

      Die Auswahl der VE-Teilnehmer aber im Vorfeld auf Radiotaugliches zu beschränken (auch wenn der NDR nicht müde wird, das zu bestreiten), war eben der fatale Fehler. Erfahrungsgemäß und laut der Wettquoten ist Malik dem Jamie-Lee-Ergebnis näher als dem Michael-Schulte-Ergebnis – und das vollkommen erwartbar, weil es sich bei Michael Schulte eben nur um die berühmte Ausnahme von der Regel handelte.

      Wie man es dreht und wendet: Der NDR hat seine Prioritäten völlig falsch gesetzt. Und wenn im Mai ein 20. Platz rauskommt, wird auch kein Verweis aufs Airplay mehr helfen, um das Konzept als Erfolg verkaufen zu können.
      Nicht falsch verstehen: Ein doppeltes Netz für die Künstler ist eine gute Sache – zumindest für Newcomer. Nur … was hilft es, wenn die Akzeptanz des ESC durch permanent schlechte Ergebnisse hierzulande so sehr in Mitleidenschaft gezogen wird, dass eine Teilnahme für den Künstler wiederum ein Stigma darstellt?

      • Dem muss ich allerdings zustimmen. Allein auf Radiotauglichkeit zu setzen ist natürlich, was die Erfolgsaussichten beim ESC betrifft, das völlig falsche Signal. Das eine hat mit dem anderen wenig bis gar nichts zu tun.
        Aber für die Aufmerksamkeit hierzulande ist eine gewisse Rotation bei den Radiostationen nicht uninteressant bzw. eigentlich sogar sehr wichtig.

  10. Ich finde „Rockstars“ ja auch nicht so toll, aber ich kann echt nicht verstehen, warum man deshalb ständig den Künstler schlechtmachen muss, alles schlechtreden muss oder sich gar aufgerufen fühlt, Malik keinen Erfolg zu wünschen. Es ist doch schön, dass es auch Menschen gibt, denen andere Musik gefällt als mir. Außerdem dachte ich immer, dass es beim ESC auch um Vielfalt und Respekt geht.

    Manchmal wird einem bei der Gesellschaft, in der man sich hier befindet, echt angst und bange. 🙁

  11. Na, dann hat der katastrophale Vorentscheid zumindest etwas Positives hervorgebracht, was auch im Sinne der Verantwortlichen war. Freut mich, dass es seit Elaiza & Michael Schulte wieder einen Beitrag gibt, der auch gerne im Radio gespielt wird. Selbst auf 104.6 RTL spielen sie ihn, was mich überrascht. Einziges Manko: Es wird meistens nur die kastrierte Version gespielt, die den besten Teil des Songs lustigerweise gar nicht beinhaltet. Keine Ahnung, warum sich die Radiosender beim Rap so anstellen…

  12. Auf mich wirkt das das alles doch sehr konstruiert und scheint mehr „self fulfilling prophecy“ als Hitwunder zu sein. Eigentlich müssten doch Maël & Jonas nach dem gewonnenen Radiovoting an der Spitze stehen.

  13. Bei NRD 2 wird der Titel tatsächlich täglich gespielt zu verschiedenen Zeiten – und NRD sendet auch die Originale Version nicht den abgemilderten Radio-Mix. Das finde ich anständig. Der Rap-Teil funktioniert im Radio tatsächlich ganz gut, das hätte ich nicht gedacht. Es ist gut und positiv für alle Künstler aus dem VE, dass sie Aufmerksamkeit im Radio erhalten.
    Danke Euch für die Statistik und die Mühe darüber hier zu posten.
    Und off topic: ich freue mich sehr, dass ihr bei den Reaction Videos von Euroviision TV dabei seid. Ihr macht das toll!

  14. Na bravo. Jetzt kann sich der NDR also freudig zurücklehnen und sich bestätigt fühlen. Er hat seinen Radiohit.
    Und was schreibt man in die Pressemitteilung, wenn dann Mitte Mai das böse Erwachen kommt?

  15. Oha, was ihr wagt es etwas positives über den deutschen Beitrag zu schreiben? Habt ihr da überhaupt um Erlaubnis gefragt? Das mir das nicht einreißt. Der Deutsche Beitrag ist gefälligst schlecht zu machen und nicht zu bejubeln. Oder gar positive Nachrichten über den deutschen Beitrag zu verbreiten. Wo kommen wir denn dahin, wenn das jeder machen würde. Was soll denn das Ausland von uns denken. Denkt doch mal an die Gefühle von solchen Oberhatern, wie Matty. Oder an die armen Electric Clalboysfans, die kriegen doch einen Herzkasper. Der deutsche Beitrag ist wie es sich, für ein gutes Mitlglied der ESC-Bubble gehört, gefälligst niederzumachen. Müsst ihr doch eigentlich wissen.

    • Du tust ja so, als würden die Blogger/in Permanent den deutschen Beitrag schlechtschreiben. Das stimmt ja gar nicht. Wenn man manchmal kritisch berichtet heißt es ja noch längst nicht, dass man den Song schlechtmacht. Ist ja wohl ein Unterschied.
      Das Niedermachen kommt ja wohl von Kommentatorenseite, und da ist es auch eigentlich nur einer, der permanent drauf rumhackt.😉

      • Es geht ja nicht nur um den Blog hier, sondern generell. Die ESC-Bubble hat ihr Urteil schon gesprochen über diesen Song. Was ich so dämlich finde, andere Songs wie Griechenland oder Schweden, die auch radiofreundlich sind, werden in Rankings so gehyped, obwohl sie nicht viel besser sind als andere Songs. Oder gar Polen. Deutschland schickt jetzt mal einen sogenannten Radiofreundlichen Song und schon ist man bei Rankings weit hinten. Man muss sich echt die Frage stellen, ob es da wirklich nur um den Song von Malik geht. Oder ob die Saat der EC-Fans hier aufgegangen ist, die sie mit der Hetzkampagne gegen die Künstler gesät haben.

    • @escfan05

      Ich gebe dir recht. Ähnlich habe ich inhaltlich auch schon ein paar Mal hier im Blog geschrieben.

  16. Ich freu mich sehr für Malik – ich höre „Rockstars“ bei SWR3 auch recht oft. Finde es immer sehr schade wenn deutsche Beiträge im Radio einfach ignoriert werden, weil sie eben nicht ins Programm passen. Selbst wenn er nun schlecht abschneiden sollte – was ich nicht hoffe – denn ich hör den Song wirklich gerne, kann man zumindest nicht sagen, dass den deutschen Beitrag wieder mal kein Mensch kennt;-) und den Radio-Hit kann Malik jetzt schon keiner mehr nehmen! Und an die Leute die überall immer nur ihren Hass und Mißgunst verbreiten, versucht mal diese negative Energie in etwas Positives zu verwandeln, ihr werdet sehen, das bringt euch selbst und alle anderen weiter und die Welt zumindest ein bißchen friedlicher.

    • Du hast ja so recht. Bei manchen Kommentaren glaubt man, dass Radio-Hit und ESC-Song nicht zusammen gehn. Warum? Und wenn Malik Platz 26 wird in Turin, dann kann er sich doch freuen, dass ihn nicht nur SWR und NDR, sondern viele Sender gespielt haben und die Menschen diesen Song kennen.

      • Malik kann in Turin nicht auf den 26. Platz kommen, weil es dieses Jahr im Finale nämlich 25 Teilnehmerländer sind.

    • Doch, doch, Radio-Hit und ESC-Erfolg gehen zusammen. Zunehmend selten zwar, aber durchaus. Jedoch umgekehrt einen Schuh draus zu machen und zu glauben, ein Radio-Hit würde automatisch ein ESC-Erfolg, hat sich halt in den letzten Jahren regelmäßig als Trugschluss erwiesen. Und gerade im letzten Jahr wäre nicht ein Titel aus den Top 10 unter normalen Umständen in die Rotation der ARD-Popwellen gerutscht.

      Als Ideal sehe ich ja „No, no, never“: ein radiotauglicher Titel und großer Airplay-Hit, bei dem man aber nicht eine Sekunde das Gefühl hatte, er sei eben nur fürs Radio (oder nur für den ESC) komponiert worden. Was aber von Anfang aufs Radio schielt, klingt halt auch zumeist nach Konserve und wird beim ESC mangels Authentizität abgewatscht.

  17. Ich hoffe Malik liest nicht das ganze hier, und falls doch dann wundert mich nicht das so schüchtern auftritt klar unsicher.
    Okay ich bin halb Albaner / Dänisch und steht mir nicht zu euch zu kritisieren aber bei allen Respekt was kann er Bitteschön dafür ?

  18. Aber auf Spotify hat der Song in Deutschland weniger als 50.000 streams pro Tag. Ja klar, besser wie in anderen Jahren, aber…

  19. Heute gab Nordmazedonien seine Wertung für die INFE-Poll 2022 ab und von dort gingen die 12 Punkte an das Vereinigte Königreich:

    https://eurovoix.com/2022/04/05/infe-poll-2022-continues-with-%f0%9f%87%b2%f0%9f%87%b0-north-macedonia/

    Erwartbar die zehn Punkte an Serbien, Kroatien wurde mit einem Punkt belohnt und Deutschland bekam gar keine Punkte.

    Am Samstag, 9. April 2022, beginnt auf island die Songcheckshow Alla leið und es wird davon fünf Folgen geben und von Felix Bergsson moderiert:

    https://eurovoix.com/2022/04/04/alla-leid-2022-commences-april-9/

    Da die Vorentscheide zum ESC 2022 alle schon vorüber sind, wirft das nächste Jahr schon seine Schatten voraus. Belgien – genauer gesagt VRT – plant die Rückkehr seines ESC-Vorentscheides Eurosong:

    https://eurovoix.com/2022/04/05/belgium-eurosong-to-return-in-2023/

    Moderiert werden soll die Show von Sänger und Moderator Niels Destadsbader, der vor zehn Jahren den JESC-Vorentscheid moderierte.

    • Jetzt schon ESC-News fürs nächste Jahr? Da hab ich keine Nerven für. Können die nicht ein paar Wochen bis nach dem Finale damit warten?

  20. Ich höre alle genannten Radiosender zwar nicht, aber mir war schon recht lange klar, dass der Song wie gemacht ist für das Radio. Die Frage ist, schafft er nochmal den Sprung in die Charts?

  21. Ich finde es von den die Musik-Programmation bestimmenden Redakteuren der Radiosender erstaunlich, dass sie die Einsatzzahlen für den Malik Song beständig steigern, obwohl das sachlich gar nicht begründbar ist. Es erscheint mir eine Art von Automatismus zu herrschen. Welchen Grund gäbe es die Einsatzzahlen zu steigern? Ich sehe keinen. Es gibt auch keinen.
    Es soll auf Geheiss von Universal auf Biegen und Brechen Nachfrage erzeugt werden. Aber da muss noch sehr, sehr viel stärker gesteigert werden, bis das chartwirksam ist, da die, die die Charts bestimmen kaum noch Radio hören…es ist tatsächlich nur ein einziger Deutschrap Titel in den Top 100 zu finden und der ist nur ferner liefen zu finden. Zum totlachen…Wer Deutschrap hören will muss Radio ausschalten. Musik im Radio habe ich schon ewig keine mehr gehört. Die Gängelung, die dort läuft habe ich sowas von über…

  22. Ab heute spielt auch BB RADIO „Rockstars“ 4x am Tag (heute in der 5Uhr-Stunde, 10Uhr-Stunde, 15Uhr-Stunde, 20Uhr-Stunde). Vorher so gut wie gar nicht. Leider brauchen selbst die Privatradios mit aktuellen Hits immer sehr lange, weil alle neuen Songs erst aufwändig beim Hörer über kurze Soundschnipsel „getestet“ werden, bevor sie in die Rotation gehen. Und jetzt wurde „Rockstars“ offensichtlich für ausreichend „gut“ befunden. Selbst „Arcade“ hat BB RADIO erst vier Wochen nach dem ESC-Sieg auf Heavy Rotation gespielt. Das Motto: Ganz oder Gar Nicht…

  23. Wollte mal noch anmerken welche wirtschaftliche Bedeutung für Künstler, Urheber und Verleger die Radioabspielung hat. Grob geschätzt bringt eine Abspielung im Radio 8€ an effektiven Ausschüttungen auf die Konten der Berechtigten (ca 9€ im ÖR und ca 7€ in ‚Privatsendern‘). Die letztwöchigen 770 Abspielungen erbrachten daher Tantiemen (GEMA = Komponisten, Texter, Verleger + GVL = ausübende Künstler d.h. Sänger, Musiker, Produzenten usw) in Höhe von ca 6200€, davon rund die Hälfte GVL Tantiemen. Für die gleiche Summe an GEMA Tantiemen (d.h. 3100€) müssten sage-und-schreibe 4,1 Mio Audio-Streams (wohlgemerkt in einer Woche) ausgeliefert werden. Malik ist als ausführender Künstler (Sänger) an den GVL Ausschüttungen beteiligt. Gehe mal von mindestens 15% aus (GVL ermittelt die Beteiligung nach einem sehr komplizierten Punkteverteilsystem).. Bei 15% wären für Malik himself 460€ an Ausschüttungsberechtigungen letzte Woche angefallen. Insgesamt bis jetzt 1380€. Kann auch sein, dass Malik 30% Anteil bekommt. 2760€ wären durchaus möglich. 40% der GVL Summe kassiert seine Plattenfirma (Universal bzw die Subdivision davon). Auszahlung erfolgt aber erst nach 9 bis 12 Monaten, Teilsummen u.U. sogar noch später.

    Dazu kommen Fernsehauftritte, die relativ hoch vergütet werden. Hier erhalten die ausübenden Künstler 90% und die Hersteller (Plattenfirmen) 10%.

    Grundlage: gehe davon aus, dass in Deutschland grob 14 Mio Songs pro Jahr von den relevanten Radiostationen (ca 150 bis 160) abgespielt werden. Die Gema + GVL Einnahmen aus Hörfunk-Abspielungen + Anteile aus den Leermedienabgaben betrugen 2021 ca. 140 Mio €. Daraus ergibt sich Brutto 10€ je Song abzüglich der Aufwendungen von Gema und GVL ergibt das 8€ an tatsächlichem Ausschüttungsbetrag (GEMA rund 50% plus GVL rund 50%). Unberücksichtigt lasse ich mal, dass die GEMA vielgespielte Titel und bestimmte Sender mit einem Bonus versieht, sodass ein Bonus bei großen Hits bis in den Bereich von 50% gehen kann.

    Die Gesamt-Tantiemen-Einnahmen aus ‚Hörfunk‘ lagen 2021 um fast ein Drittel höher, als die Einnahmen aus dem gesamten Online Streaming. 90% der Hörfunkeinnahmen teilen sich ca 5000 Titel und ca 2000 bis 3000 Künstler (nur wenige Hundert kassieren mehr als 50%), 85% der Online-Streaming Einnahmen teilen sich 50.000 Künstler.

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