American Song Contest: Neue Infos zum US-amerikanischen ESC-Ableger

ASC
Quelle: publicdomainpictures/eurovision.tv

Die Pläne für den ersten American Song Contest, über den wir bereits vor etwa einem Jahr berichtet haben, konkretisieren sich. Wie das US-amerikanische Magazin „Variety“ am Donnerstag berichtet, soll der ASC jedoch erst Ende des Jahres 2021 ausgetragen werden. Bis dahin sollen die Strukturen geschaffen werden, um das Format erfolgreich an den Amerikaner und die Amerikanerin zu bringen. Nach Vorbild des ESC sollen die 50 US-Bundesstaaten um den Titel kämpfen – ob US-Außengebiete wie Puerto Rico berücksichtigt werden, ist noch nicht bekannt.

Nach dem Berichten der „Variety“ sind mehrere Vorrunden als Duelle geplant, bis man das Teilnehmerfeld für die Halbfinals und das große Finale auserkoren hat. Für die Auswahl der Lieder und der Künstler der einzelnen Staaten wird das regionale Publikum befragt und die sogenannte „American Song Contest Academy“ gegründet. Dieses Panel – wir haben das Wort schon vermisst – soll aus etablierten und professionellen Musikschaffenden bestehen, die in den Vereinigten Staaten leben und die gesamte Bandbreite unterschiedlicher Stile repräsentieren.

Christer Björkman involviert

Wie auch der ESC kommt einem der ASC langsam etwas schwedisch vor. Grund dafür ist Melodifestivalen-Meister Christer Björkman, der aktiv bei der Gestaltung des Song Contest über dem großen Teich beteiligt ist. Laut Björkman ist es ein Privileg an dem Projekt zu arbeiten und den Contest Menschen näherbringen zu können, die vorher damit nicht in Berührung gekommen sind. Ebenfalls beteiligt ist der Schwede Anders Lenhoff, der ebenfalls seine ESC- und Melodifestivalen-Expertise einbringen will.

Produzent des ASCs ist jedoch Ben Silverman, der dafür bekannt ist, beliebte europäische Formate wie „Big Brother“ oder „Der Schwächste fliegt“ in die USA zu importieren. Der „Variety“ sagte Silverman, dass er schon seit 20 Jahren versucht, den ESC in die Staaten zu bekommen. Warum er das Format nicht einmal als Chef des großen Senders NBC realisieren konnte, bleibt unklar. Silverman sieht im ASC auch eine Chance, das „geteilte Land wieder im Zeichen der Musik zu vereinen“. Lehnhoff fügt hinzu, dass Länder, die sich im Krieg befinden, beim ESC auch schon zusammen gefeiert und geweint haben. An Pathos fehlt es den Herren nicht.

Die beiden Schweden sind sich einig, dass das ESC-Format im „weltweit größten Markt“ Fuß fassen kann. Der Contest in den Staaten könnte noch größere Dimensionen annehmen als in Europa. Ob sich die Amerikaner aber für ein Format begeistern können, das nicht der eigenen Feder entsprungen ist, bleibt abzuwarten.

Es bleibt also spannend, wie sich das ganze entwickelt. Wie sieht es bei Euch aus, werdet ihr den ASC verfolgen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen! 


28 Kommentare

  1. Eine Chance geben würde ich dem ganzen ja. Ein Ersatz für einen ESC ist es natürlich nicht, aber für die harte ESC-Pause ist es vielleicht eine nette Ablenkung.

    • Zitat: „…Silverman sieht im ASC auch eine Chance, das „geteilte Land wieder im Zeichen der Musik zu vereinen“. Lehnhoff fügt hinzu, dass Länder, die sich im Krieg befinden, beim ESC auch schon zusammen gefeiert und geweint haben. An Pathos fehlt es den Herren nicht…“ – Typisch USA! Sie können nicht anders. Bla bla bla.
      Aber geben wir ihnen die Chance.

  2. Die schwedische PR mal wieder…
    Welche Länder sollen es denn genau gewesen sein, die trotz Krieg „gemeinsam gefeiert und geweint“ haben?
    Griechenland und die Türkei haben sich erst 27 Jahre nach der Zypern-Krise überhaupt mal gegenseitig Punkte gegeben, Armenien und Aserbaidschan müssen, ganz ohne Krieg und nur mit offiziller „Wir finden euch scheiße“-Position, offenbar selbst bei der Post-Semi-PK ganz weit auseinander gesetzt werden und das ukrainisch-russische Verhältnis war die letzten Jahre auch alles andere als entspannt.
    Und beim Datum sollte man sich auch hüten, zu konkrete Ankündigungen zu machen, gerade in der momentanen Situation. Der erste Asiavision Song Contest sollte schließlich Ende 2018 stattfinden, und heute spricht von diesem Wettbewerb kein Mensch mehr!

  3. Ein Sender für den ASC ist noch nicht bekannt, oder ist dies irgendwie an mir vorbei gegangen? Es wäre großartig wenn der ASC auf einen der großen Networks (ABC, CBS, NBC, FOX) laufen würde! Ob sich da ein Network traut den ASC in die Primetime zu nehmen? Oder werden es doch so Sender wie Bravo (hat nichts mit der gleichnamigen deutschen Zeitschrift zu tun), E!, USA Network etc.
    Aber egal welcher Sender es wird, es stellt sich auch die Frage, wie wir diesen ASC verfolgen könnten! Man kann sich darüber ja jetzt schon mal ein bisschen Gedanken machen! Das Beste wäre natürlich wenn der ASC von den EBU-Sendern, am besten auch Live, übertragen wird!

  4. Klingt auf jeden Fall ganz interessant.😊
    Ich bin jetzt nicht der Riesen-Fan us-amerikanischer Musik, muss allerdings auch zugeben, dass ich mich zu wenig mit der Materie befaßt habe. Mich würde vor allem interessieren, ob es zwischen den einzelnen Bundesstaaten auch musikalische Unterschiede gibt, wie in Europa. Denn das macht ja so eine Veranstaltung erst richtig interessant, meiner Meinung nach.
    Wenn die lateinamerikanischen Staaten mit einbezogen würden, sicher, aber das würde wohl den Rahmen sprengen. Also, ich bin gespannt, und freue mich.🙂

  5. Das glaube ich erst wenn ich es sehe. Es sollte ja auch schon längst ein ähnlichen Wettbewerb in Asien geben, nur tut sich da nach großer Ankündigung auch nichts mehr.

  6. Wenn es denn kommt stelle ich es mir eher vor wie der Bundesvision Song Contest. Denn das was den ESC ausmacht ist für mich in den USA schwer vorstellbar. Da müsste schon der gesamte Nord und Südkontinent mitmachen und USA als 1 Staat.

    • Das könnte ich mir auch noch besser vorstellen. Denn ich glaube, dass die einzelnen Bundesstaaten der USA, von der musikalischen Vielfalt her, ziemlich dicht beieinander liegen. Aber das ist nur eine Vermutung meinerseits, lasse mich gern eines Besseren belehren🙂.

    • Ich glaube dafür gibt es zu wenig Diversität… Die USA und Kanada müssten zuschauen, wie sich alle lateinamerikanischen Länder die Punkte zuschustern. Was ja verständlich ist, denn Lateinamerika quasi ein großer Musik-Markt ist

      • Das stimmt da wäre die Diaspora noch größer als in Europa. Trotzdem würde ich mir da mehr von versprechen aber ich hoffe das die USA auch so ein buntes Programm auf die Bühne bringen. In den Staaten ist ja nichts unmöglich. Trotzdem fände ich es spannender zu sehen wieviel Punkte z.B. Die USA von Kuba bekäme als Ohio von Colorado

  7. Aus Louisiana oder Vermont könnte sogar was auf französisch gesungen kommen. Ist dort die Zweitsprache.
    Ich hab ein Freund in Vermont. Hoffentlich bewirbt er sich nicht. Er „singt“ so „gut“ wie damals Angelica Agurbash und auch ihr Kostüm könnte passen….

    Für Pennsylvania (mit fast der größten deutschstämmigen Bevölkerung ) singt dann Sarah Jane Scott auf DEUTSCH. Das wäre doch cool. Oder?

    • Aus Arizona, New Mexico oder Texas könnte auch was spanisches kommen. Oder aus South Dakota von den Sioux oder was hawaiianisches. Ein tolles buntes Programm lässt sich da sicher auf die Bühne bringen. Das ist gut vorstellbar.

    • Oh, das klingt ja doch recht vielfältig😊.
      Hoffentlich nutzen sie, wenn die Veranstaltung wirklich stattfindet, auch diese Vielfalt, und bringen nicht nur typisches Radiogedudel.

  8. Ich hätte mir lieber ein Kontinentaler Wettbewerb gewünscht von Kanada bis Chile.

    Denke nicht das alle lateinamerikanische Staten sich die Punkte verschenken. Erstens mal gibt nicht nur spanisch sprachigen Ländern sonder auch viele andere englischsprachigen Ländern wie Belize oder Guyana also wären die USA und Kanada nicht wirklich allein. Ja und dann gäbe es noch Brasilien mit portugiesisch und andere Ländern und Inseln die französisch (z.B. Haiti) oder niederländisch (z.B. Suriname) sprächen.

    Es gibt zwar den Festival Vina del Mar in Chile für die Spanisch-sprachigen Ländern Amerikas aber beim Folklore Wettbewerb dürfen nur 6 Artisten mit machen und beim Internationaler Contest auch aber da kann sich praktisch die ganze Welt anmelden.
    Sogar Hera Björk gewann 2013 diesen Wettbewerb und nach Wikipedia auch Deutschland 1981. Um zwei beispiele zu nennen.

    Falls Interesse lieber die englische Wikipedia Seite ansehen. Die deutschsprachige ist… ehm… poetisch gesagt… scheisse.

  9. Gut, dass die US-Amerikaner einen „internen“ Song Contest veranstalten wollen. Es hat sich immer (!) gezeigt, dass wenn die USA international sich bei Wettbewerben, welcher Art auch immer, beteiligen, nahezu grundsätzlich als Sieger hervorgehen müssen. Danach richtet sich auch die Berichterstattung in den Medien. Beispiel: wenn ein US-Athlet bei Olympia „nur Dritter“ geworden ist, wird nicht darüber berichtet, wenn dann nur auf der Liste erwähnt. Es ist u.a. eine Kultur-Frage und des ausgeprägten Patriotismus der US-Amerikaner.

  10. Bundesvision Song Contest in groß? Es ist überraschend, dass es schon so konkret ist. Wenn allerdings jeder Staat eine eigene VE haben würde, dann könnte das eine sehr uferlose Angelegenheit werden. Ich bin auf diese Duelle sehr gespannt. Hoffentlich kriegt der Contest eine gewisse Eigenständigkeit. Ich muss dort nicht unbedingt Björkmans Handschrift rauslesen wollen.

  11. Ich habe die Sorge, dass die tatsächliche Diversität in den USA nicht abgebildet werden wird, weil die Chancen zur Vermarktung nicht so gut sind, wie bei dem Pop und Rap, der sowieso schon im Radio läuft.
    Zumal ich nicht verstehe, warum der American Song Contest nur die USA abbilden will, und nicht auch andere Länder vom amerikanischen Kontinent.
    Ich glaube nicht wirklich daran, dass der ASC durchstarten wird.

  12. Der ESC ist eine Institution, die man sich nicht wegdenken kann. In den USA könnte es maximal eine Castingshow unter vielen anderen werden, deren Strahlkraft nach einigen Jahren wohl wieder nachlassen würde. Sollte es eine mit dem ESC vergleichbare Show werden, müsste sie den ganzen Kontinent inkludieren.

  13. Mal ne Frage: Wozu brauchen die Amerikaner schwedischen Showexperten? Die USA ist ja auch ein „Entwicklungsland“ was Shows angeht. Da haben die ja so gar keine Erfahrung da drinn. „Ironiemodus aus“.

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