Belarus hat seinen Beitrag für den Eurovision Song Contest 2021 gefunden: „Ya Nauchu Tebya (I’ll Teach You)“ von Galasy ZMesta. Wie genau der interne Auswahlprozess abgelaufen ist, ist allerdings nicht bekannt. Bis Ende Januar konnten sich Acts beim Sender BTRC bewerben und einige Künstler haben ihre Bewerbung auch öffentlich gemacht. Sowohl die Corona-Pandemie als auch der politische Protest in Belarus haben wohl dazu beigetragen, dass auf eine öffentliche Vorentscheidungsshow verzichtet wurde. Die Vorentscheidungssieger 2020 VAL waren nach ihrem Engagement für die Demokratiebewegung in Belarus beim Sender BTRC in Ungnade gefallen.
Die Band Galasy ZMesta wurde vor zehn Jahren gegründet und besteht aus fünf Mitglieder: Dmitry Batukov, Evgeny Kardash, Maksim Ponomarenko, Evgeny Artyukh und Irina Sorgovitskaya. Die Gruppe entstand aus einem Zusammenschluss von Musikern und Comedians in der belarusischen Stadt Baranawitschy. Zunächst parodierte Galasy ZMesta andere Songs, später veröffentlichte die Band auch ihre eigenen Lieder. Der Bandname heißt übersetzt „Die Stimmen der Stadt“. Laut wiwibloggs hat sich die Band explizit gegen die Demokratiebewegung in Belarus ausgesprochen.
Anders als es der Titel vermuten lässt, ist „Ya Nauchu Tebya (I’ll Teach You)“ komplett in Russisch gehalten. Es handelt sich dabei um einen Midtempo-Rocksong. Mit einem – je nach Geschmack – eingängigen oder repetitiven Refrain und einer Passage, die eindeutig aufs Mitklatschen ausgelegt ist, dürften Galasy ZMesta darauf hoffen, dass im Mai zumindest ein wenig Publikum in der Rotterdamer Ahoy Arena erlaubt ist. Ob der Text – der wahlweise als propagierte Unterwürfigkeit in einer Beziehung oder im Hinblick auf eine Staatsgewalt gelesen werden kann – allerdings auf breite Zustimmung stößt, darf wohl bezweifelt werden.
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War wohl der einzige Bewerber, der sich nicht gegen Lukaschenko gestellt hat…
Weißrußland schickt einen guten Song dieses Jahr in Landessprache zum ESC! Gefällt mir besser als Rußland!
Schon mal den Text übersetzt? Wenn nicht, mach mal…
wo kann man ne Übersetzung finden?
mach doch mal selbst – helf uns mal über die strasse oder gib und den russentext für deepl.com zum selbermachen.
Hier ist eine Übersetzung:
https://genius.com/22400673
Aber am besten noch ein wenig warten. Da kommentiert noch jemand den Text zum besseren Verständnis. (Das bin aber nicht ich)
Erstaunlich. Matty verurteilt schwedische Sänger, weil die vor 7 Jahren sich, sagen wir mal, relativ undifferenziert zum Thema Homosexualität geäußert haben.
Aber eine Band, die 2021 beim ESC antritt und menschenfeindliche Politik in Belarus unterstützt, feiert er ab. Muss man nicht verstehen.
@Andi
Ich glaube das spircht bei ihm für akute schizophrenische Symptome, da gibt es aber bestimmt was von Ratiopharm. 😉
Da ist er doch sehr konsistent; Russland wird von ihm ja auch gerne bejubelt.
Die Saison fing so gut an und kommt einer neuer letzter Platz nach dem anderen.
Seit vorletzten Samstag scheinen die Länder kein Bock zu haben um zu gewinnen alles seichte Kost ,in den Wettquoten überbewertet. Für mich war die einzige Überraschung das Armenien seine Teilnahme abgesagt hat.
Wir brauchen ja auch Beiträge, die im Semi rausfliegen können. 😉
Sehr interessant, wenn man sich die Lyrics mal übersetzt. Das geht schon sehr in die Richtung Propaganda Song gegen die Demonstranten und Opposition in Belarus.
Dagegen wirkt Dänemark musikalisch plötzlich hörbar und auch die Sympathiewerte von Uku Suviste steigen im Vergleich zu dieser, scheinbar von Lukaschenko ausgesuchten Band, deutlichst…
Der Song hört sich nach 90er Jahre oder Kinderkanal an schrecklich die EBU hätte Belarus ausschließen sollen
Dachte für mich käme es nach Italien, Ukraine, Portugal und Russland nicht schlimmer.Aber es geht immer schlechter.
Die ebu sollte diesen song sofort disqualifizieren.
Jepp, das Machwerk ist besser für ein “Festival des politischen Liedes“ geeignet. Organisiert vom Präsidenten persönlich 🤪
Viel schlechter geht es glaube ich nicht mehr
Das ist wohl eher ein Selbstmordkommando. Mit diesen politischen Einstellungen wird niemand für die anrufen.
Wird wahrscheinlich ein paar Jury- und Televoting-Punkte aus Russland geben. Vielleicht auch noch aus Aserbaidschan. Aber sonst (zurecht) nichts…
Den Abstand, den dieser Song als letzter Platz bei mir zum Rest des Feldes hat, muss man in Lichtjahren angeben.
Wow. Sprachlos. Ganz schrecklich. Nicht nur der Song sondern auch die Botschaft die damit vermittelt werden soll
neuer rekord einkommend… 😀
(ihr wißt schon welchen)
Deutschland schöiert bei den Wettanbietern weiter ab? Platz 40 rückt immer näher!
Die sollten sich die Reise sparen
Klingt ein bisschen wie die Anfangsjahre beim JESC
Der ESC hat ja gewisse musikalische Vielfalt aber der Song wirkt zwischen den anderen doch komplett deplatziert
Musikalisch ist das Arbeitsverweigerung und wenn der Text so ist wie ich denke und oben schon gesagt wurde (hab ihn leider auf die Schnelle nicht gefunden), dann sollte die EBU ernsthaft darüber nachdenken, ob sie das zulassen. Letzte im Halbfinale würden sie damit ohnehin.
Also die ganze Gruppe scheint ja ein reines Propagandaprojekt zu sein… Wenn die EBU ihre Regeln wenigstens ein bisschen ernst nimmt, kann das nicht antreten. Da war Georgien 2009 wirklich harmlos.
https://people.onliner.by/2021/03/09/na-evrovidenie-ot-belarusi-poedet-gruppa-galasy-zmesta
Was soll man mit sowas , langweilig und wohl letzter Platz im Semi .
Danke , nächster.
„Schlimmer geht’s immer“, sagt die Frau Wimmer – Jap, das Sprichwort trifft definitiv zu.
Wie schon von anderen Kommentatoren angemerkt, lässt die Qualität der Songs, die in den letzten paar Tagen veröffentlicht wurden (bis auf San Marino und Moldau), stark zu wünschen übrig.
Eigentlich begrüße ich Lieder auf Russisch oder Belarussisch immer, aber dieser Text geht mal gar nicht.
Über den Song wird bestimmt noch stark diskutiert werden, ob das nicht Propaganda durch Lukaschenko ist. Mir tut es v.a. für die Belarussen Leid, die sich eine Demokratie wünschen, und jetzt müssen sie sich auch noch mit so einem Song beim ESC vertreten lassen.
Musikalisch lässt der Song auch sehr zu wünschen übrig.
Satz mit X, Belarus, Satz mit X!
Mal ’ne blöde Frage: Wo kann man sich denn den Text übersetzen lassen. Auf Youtube?
deepl.com – bestes übersetzungspferd im stall!
@Lasse Braun
Danke.
🙉🇧🇾🙉
Nicht wirklich mein Geschmack, kommt bei mir noch hinter Zypern.
Sehr, sehr gut: Finnland, Frankreich😊😊😊😊😊
Sehr gut: Portugal, Italien, Deutschland, Russland, Ukraine 😊😊😊😊
Gut: Litauen, Belgien, Moldawien, Irland, Spanien 😊😊😊
Gut hörbar: Dänemark, Norwegen, Rumänien, Niederlande, Israel, Australien😊😊
Geht so: Estland, Slowenien 😊
Nicht mein Fall: Kroatien, Tschechien, Zypern
Gar nicht mein Fall: Belarus
Österreich kenne ich offiziell noch nicht, kommt morgen dran.🙂
Finale mit Russland und Belarus sehe ich zurzeit nicht. Wer wird nun als letzter seinen Beitrag veröffentlichen..
Wahrscheinlich wollte sich niemand seinen guten Ruf besudeln und unter der Flagge von Lukaschenkos Weißrussland beim ESC antreten. Außer dieser Amateurband.
Der Song ist reaktionär und dilletantisch, aber irgendwie trotzdem ein gutes Zeichen – zeigt er doch, wie wenig Rückhalt der Machtapparat in der belarussischen Kultur- und Musikszene scheinbar noch besitzt, wenn sich nichts Besseres als das finden lässt.
Die Zukunft in Belarus ist weiß-rot-weiß! Ich hoffe sehr, dass VAL irgendwann auch nochmal ihre Chance bekommen.
Das ist natürlich auch ohne irgendeine politische Botschaft schon schlimm genug, rein musikalisch.
Aber mit all den Begleitumständen ist das schon superkackeekelig.
Die speichelleckenden Diktatorenliebchen aus dem Tal der Ahnungslosen mit einem völlig belanglosen, miesen Liedchen
Ach so… ich hoffe, dass jemand in der Halle ist, um sie gnadenlos auspfeifen zu können.
Da hat wohl jemand darauf spekuliert mithilfe eines dudeligen Songs einen verabscheuenswerten Text zu verschleiern. Kein Wunder, dass ausgerechnet der in Landessprache ist, nachdem das bei Belarus eher seltener der Fall ist. Wenn es denn nicht ausgeschlossen wird, hoffentlich ein letzter Platz
Das Problem ich kann kein Weißrussisch. Aber die Englische Übersetzung des titels ( I teach you) lässt schon einiges erahnen. Vom Rhytmuss her, finde ich es nicht schlecht. Die Weißrussen sind ja schon sehr schlau, Weißrussisch versteht keiner, also merkt keiner das es ein Propagandalied ist.
Das Lied wird nicht auf Weißrussisch (wie im vorigen Jahr) gesungen, sondern auf Russisch. Kein Wunder, denn das Regime bevorzugt Russisch, und die Opposition Weißrussisch.
Merci für die Hinweise!
Russisch böse, weißrussisch gut – ist das nicht ein bisschen arg platt?
@ Thomas M. Ich denke wenn es ein normale Lied gewesen wäre mit normalem Text hätte sich keiner beschwert wenn es auf Russisch gewesen wäre. Aber unter den Umständen ist es eben auffällig welche Sprache man gewählt hat. Sprache allein ist weder gut noch böse sondern wie sie bedient wird
wenn schon, dann Russisch und Belarusisch……..
0/10 und kein weiterer Kommentar von mir…
Wo kann man denn den Lyrics in Originalsprache finden, um sich den übersetzen zu lassen ?
Schrecklich! Kann mich nicht erinnern, dass ich einen ESC Song zumindest beim ersten Mal nicht durch gehört haben…
Gebt dem Act (und ihrem Song) doch bitte einfach mal eine faire Chance beim ESC 2021! Man kann zur politischen Lage in jedem Land etwas kritisieren. Aber man sollte doch einfach tolerant für jegliche Form von Diversity sein und völlig unvoreingenommen das Lied akzeptieren und dem ausgewählten Act eine faire Chance geben, sich auf der ESC-Bühne einem weltweiten Publikum sich präsentieren zu können!
Die Übersetzung habe ich gerade gefunden
[Couplet 1]
Look forward, forget what happened
Yesterday’s the night before
Tear off the covers, cut through the soap
You’ll only make the best of it
wipe away the crusts of history
The oat’s not in the horse, as you can see
Without the past, everything’s easy
Just listen to me
change the old ways
The free world is inescapable
Uncontemporary, unworthy
Retrograde is unacceptable
[Chorus]
I’ll teach you to dance to the baton
I’ll teach you how to peck on a fishing rod
I’ll teach you to walk on a string
You’ll be happy with everything, happy with everything
I’ll compose you a special tune
I’ll put the world on a platter for you
I’ll turn your sorrows into jokes
You’re better off on your own
[Couplet 2]
Sleep at the plow, the night is young
It’s still a long way to the star
Let the horses plow in a frenzy
Don’t spoil the furrow
Look at the vegetables, all the meat
Rejoice, even though you’re angry
Dream of new gadgets
You can get them on credit, by the way
[Chorus]
I’ll teach you how to dance to the doodle
I’ll teach you how to peck on a fishing rod
I’ll teach you to walk on a string
You’ll be happy with everything, happy with everything
I’ll compose you a special tune
I’ll put the world on a platter for you
I’ll turn your sorrows into jokes
You’re better off on your own
Das ist indirekte Propaganda… Meiner Meinung nach hat Politik auf der ESC Bühne nichts zu suchen….
Dann übersetze den Text ins Deutsche und dann bin ich gespannt, ob Du immer noch der Ansicht bist!
Auf Deutsch wird der Text auch nicht besser.
Ich versuche gerade die Propaganda zu erkennen, schaff‘ es aber nicht. Kann jemand helfen?
Hm, ich finde es schade für die Menschen in Belarus, aber in dem Falle sollte die EBU dringend Konsequenzen ziehen.
Paar Beispiele:
„Denk nicht über die Vergangenheit nach. Das ist Zeitverschwendung. Du hast nur mir zu gehorchen“
„Habe keinen eigenen Willen und tu was man Dir befiehlt!“
Da ist jemand ein großer Fan des Gesellschaftssystems, das George Orwell in Animal Farm beschreibt … 🙁
@Thomas M.:
Vondenburg hat die Stellen ja schon genannt.
Und dann halt noch dieses sinngemäße „Höre auf uns und du wirst glücklich sein mit allem“. Das kann man schon so deuten „Wenn du auf Seiten der Regierung bist, wird dir nichts passieren.“
Sorry, aber das geht gar nicht.
Danke für die ersten Erklärungen (bis ich diesen Kommentar geschrieben und abgeschickt habe, sind’s womöglich noch weitere).
„Denk nicht über die Vergangenheit nach“ ist mir natürlich extrem unsympathisch, aber dieses „nach vorne schauen“ ist doch eigentlich gar nicht so unmainstreamig – wie viele Leute geben damit an, wie zukunftsorientiert sie doch sind und wie wenig sie über die Vergangenheit nachgrübeln.
„Du hast nur mir zu gehorchen“ kann ich in dem englischen Text nirgends erkennen, „just listen to me“ würde ich als „hör mir einfach zu“ (und dann mache ich das Leben für Dich angenehmer) verstehen.
Damit ich nicht missverstanden werde: Ich mag Lukaschenko überhaupt nicht, und ich finde die Wahlfälschung schlimm. Aber in diesem Shitstorm hier besteht anscheinend für fast alle kein Zweifel, dass das diese Truppe die Personifizierung des Bösen ist und dann liest man in den Text eben das rein, was zu dieser Sichtweise passt. Und ja, ich finde Shitstorms grundsätzlich unsympathisch und es schadet nicht, da was entgegenzusetzen. Ich weiß nicht viel über diese Gruppe, aber hier scheint mir eine Vorverurteilung stattzufinden.
Das Problem ist, dass das bereits eine englische Übersetzung eines russischen Textes ist. Da werden dann einige Redensarten wörtlich übersetzt.
Schau Dir mal die Kommentierung der Übersetzung von hier an:
https://genius.com/22400676
Da wird es dann vielleicht etwas verständlicher.
@Thomas M.:
Ich finde deine Sichtweise ja ganz sympathisch. Und auch ich schlage mich reflexhaft immer auf die Seite von denen, die irgendwo vorverurteilt werden.
Aber hier liegt ja keine Vorverurteilung vor. Diese Band äußert sich im Netz ja sehr explizit zur Opposition, zur Demokratiebewegung. Und in dem Kontext muss man dann auch ihre Lyrics hier lesen. Find ich.
In diesem neuen Link steht statt „Just listen to me“ nun „You just have to obey me“, das klingt natürlich ganz anders, aber man sieht daran auch, was so eine Übersetzung ausmacht und sollte vielleicht auch ein bisschen skeptisch sein.
Klar, wenn man natürlich voraussetzt, dass der Sprecher des Liedes die Stimme der Regierung ist, dann liest sich der Text anders als wenn man das nicht annimmt.
Ich weiß nicht, was diese Gruppe sonst so alles von sich gegeben hat, ich will nicht bestreiten, dass da einige sehr unsympathische dabei sein mögen und dass es vielleicht wirklich das beste ist, die treten in Rotterdam nicht an. Aber die Sichtweise, dass das eine vom Regime korrumpierte Gruppe ist, die sich gegen das gesamte Volk stellt, ist vielleicht doch ein bisschen unterkomplex. Ganz offensichtlich gibt’s in Weissrussland halt auch Leute, die ein schlechteres Leben befürchten, wenn Lukaschenko weg ist. So wie leider auch der von mir sehr verehrte Gorbatschow, der Glasnost und Perestroika in die Sowjetunion gebracht hat, keine sehr hohe Popularität in Russland mehr genießt (und das ist leider auch noch recht euphemistisch ausgedrückt), wahrscheinlich weil viele Leute den Raubtierkapitalismus der 90er (den Gorbatschow nie wollte) in äußerst unguter Erinnerung haben.
zweite Zeile, letzter Absatz:
Ich will nicht in Zweifel ziehen, dass da einige sehr unsympathische Äußerungen dabei sein mögen und …
Nur kurz als Anmerkung: Ich persönlich würde niemals einen Ausschluss fordern. Die Regeln sind ja so, dass jeder Sender selber entscheidet, welches Lied er zum ESC schickt. Auch ist es meiner Meinung nach lächerlich zu behaupten, der ESC wäre vollkommen unpolitisch.
Mir geht es nur darum klar zu machen, was da geschickt wird und warum.
@Thomas M. (mit Punkt): du findest aber auch für alles Verständnis und findest eigentlich im Grunde immer alles irgendwie toll und interessant…und peace für alle 🙄
@ESCFrank: Ich habe überhaupt nicht für alles Verständnis. Shitstorms finde ich zum Beispiel sch…
@Thomas M.:
Natürlich gibt es in Belarus auch viele Menschen, die nichts ändern wollen. Und die fühlen sich durch so einen Song bestimmt gut vertreten.
Ich hab halt ein Problem damit, wie dort mit Oppositionellen umgegangen wird (wie wir ja wohl alle) und solche Songs das quasi legitimieren. Sie könnten ja auch sagen „Wir finden zwar Lukaschenko cool und leben gerne in diesem Land, ABER die Gewalt gegen die Opposition finden wir scheiße und lehnen wir ab.“ Das tun sie aber nicht. Der Text ist halt schon extrem auf Regime gebürstet.
Und nein, ich fordere deswegen auch keinen Ausschluss vom ESC. Ich bin der Meinung, dass auch sowas dort seinen Platz haben darf. Der ESC darf meinetwegen gerne politisch sein. Und dann ist es an der Zeit, dass man auch dagegen aufbegehrt und sagt „Wir wollen so etwas nicht. Wir haben dir jetzt eine Bühne geboten. Aber wir nutzen die gleiche Bühne und widersprechen dir.“
Anke Engelke hat das 2011 ganz wunderbar gemacht.
Danke, Andi und Vondenburg, für die zahlreichen sachlichen und nachvollziehbaren Kommentare. Andi, Du schreibst, „Der Text ist halt schon extrem auf Regime gebürstet“. Meine Kommentare hier sind eine Reaktion auf die Übersetzung, die Sophia ESC gepostet hat, und da kann ich das so nicht sehen. Ich hab‘ das spontan als einen Text gelesen, bei dem der Sprecher einer anderen Person „Lebenshilfe“ gibt, im Sinne von „Denk nicht zuviel an die Vergangenheit“ (die die angesprochene Person womöglich belastet und einschränkt), „ich werde Dir helfen, wieder Freude am Leben zu haben“ etc. Außerdem klingt die Zeile „The free world is inescapable“ nun wirklich nicht nach Lukaschenko! Dieser Widerspruch zu den heftigen Vorwürfen hat mich doch sehr gestört, deswegen habe ich hier geschrieben.
Ich gebe zu, bei den weiteren Übersetzungen, die mittlerweile gepostet wurden, sieht das etwas anders aus. Aber bei Übersetzungen ist halt schon immer etwas Interpretation mit dabei, man sollte da vorsichtig sein.
Sollte diese Gruppe wirklich menschenverachtende Äußerungen von sich gegeben haben, dann wäre es auch mir lieber, sie wäre nicht beim ESC mit dabei. Allerdings ist nicht jede Kritik an einer Demokratiebewegung oder der LGBTQ+-Bewegung automatisch menschenverachtend, das hängt von den konkreten Aussagen ab (die ich nicht kenne). Ich war, trotz meiner Gegnerschaft zu Shitstorms, auch damals durchaus erleichtert, als Xavier Naidoo nicht beim ESC auftreten konnte.
Zum Schluss noch kurz, warum ich Shitstorms nicht ausstehen kann: Dieses Freund-/Feind-Denken, was dabei meist zu Tage tritt, finde ich schlimm, ebenso wie die oft vorhandene „Sag mir wo Du stehst“- oder „Wenn Du mir nicht bedingungslos zustimmst, bist Du auf der falschen Seite und moralisch widerwärtig“-Stimmung. Zwischentöne will man nicht hören, es gibt heftige Übertreibungen (wie hier weiter hinten mit Neonazis) und Vereinfachungen (Lukaschenko-prorussisch und Demokratiebewegung-antirussisch, das stimmt so einfach nicht).
Ich weiß, dieser Thread ist schon lange nach hinten gerückt und wahrscheinlich schaut da niemand mehr rein. Ich habe ihn gerade nochmal durchgelesen, und da ist mir aufgefallen, dass ich gar nichts zu Andis wichtigem und richtigem Aspekt des schlmmen Umgangs mit Oppositionellen geschrieben habe.
„Sie könnten ja auch sagen ‚Wir finden zwar Lukaschenko cool und leben gerne in diesem Land, ABER die Gewalt gegen die Opposition finden wir scheiße und lehnen wir ab.‘ Das tun sie aber nicht“
Das hätten sie in der Tat. Man muss allerdings Folgendes bedenken: Während bei uns die Demonstrationen sicher nahezu 100% der Berichterstattung über Weißrussland/Belarus ausmachen, dürfte die brutale Polizeigewalt im dortigen staatlichen Fernsehen bei ca. 0% liegen – im Unterschied wohl zu Negativberichten über die Demonstrant(inn)en und deren Beeinflussung durch das Ausland. Somit dürften dort manche über diese Demonstrierenden ähnlich denken wie viele von uns über die Reichstags- oder Kapitolerstürmer(innen). Trotzdem dürfte sich das brutale Vorgehen der Polizei auch bei Zuschauern des staatlichen Senders herumgesprochen haben.
Wie schon an anderer Stelle geschrieben, finde ich bei meinem jetzigen Wissensstand schon auch, dass die EBU die richtige Entscheidung getroffen hat, dieses Lied nicht in Rotterdam antreten zu lassen.
copuntdown läuft!
bin gespannt wie ein messer!
komplett neuer song mit elementen des alten.
So wie viele Beiträge dieses Jahr ist dieses Lied, altbacken und austauschbar.
Ich möchte hier korrigieren, dieses, nun ja, nennen wir es mal Lied, ist nicht auf Weißrussisch gesungen, sonder auf Russisch, was allein schon ein Zeichen dafür ist, dass es sich um reine Propaganda handelt.
Der Lyrics lässt die Propaganda auch durch… Der Beitrag bekommt auf Instagram nun auch eine große Hasswelle ab mit dem Wunsch an die EBU Belarus dieses Jahr zu disqualifizieren. Mal sehen was passiert
Ist tatsächlich so. Ich dachte schon, ich wäre taub. Das ist Russisch und nicht Weißrussisch, das klingt anders.
Okay bei Belarus ist es nun aber völlig offensichtlich, das hier einfach im SchnellSchnell-Verfahren irgendein Sänger mit irgendeinem Lied ausgewählt wurde, nur um trotzdem doch noch irgendwie am ESC teilnehmen zu können. Sehr traurig, mehr kann man dazu nicht sagen.
…oh mein Gott…die Absicht ist klar. Was soll das????? Am besten: Völlig ignorieren! Das ist das genaue Gegenteil des hervorragenden Songs aus Zypern…also völlige Sch…….
Toleranz gegenüber den offensichtlichen Repräsentanten eines intoleranten Diktators zeigen und das dann als Diversity bezeichnen? Widerspruch des Tages…
Die ersten Minuten haben mir gefallen, aber kam es mir vor als würde ich ein Kinderlied hören.
Ich schreib das selten, aber grauenhaft, ja !
Hat nichts mit dem Text zu tun, den kenn ich nicht
Was für ein durchsichtiges dem „großen Diktator“ zugewendeten Machwerk.
Ich hoffe, dass der Rest Europas (wahrscheinlich mit der Ausnahme Russlands) die entsprechende Quittung ausstellt.
Aber auch ohne den prätentiösen Text würde ich für diese Musiknudel nicht mehr als ein „gefällt mir weniger“ geben. Eigentlich erhält ein Beitrag in Landessprache dann immer einen Aufschlag und die nächsthöhere Klassifizierung. Hier wegen dem Text geht es eine Kategorie nach unten (weiter geht es ja nicht).
Ich bin jetzt auch nicht für den kategorischen Ausschluss von Diktaturen oder fragwürdigen Demokratien, sonst wären uns die vielen guten Beiträge aus Spanien, Portugal und Jugoslawien in den 60er und 70er Jahren verwehrt geblieben. Aber das hier? Беларусь, не такая (Belarus…so nicht!)
Ich finde es erstaunlich, dass ich als Teil dieses Artikels über einen Propagandawürgsong Werbung für Herrn Putin und Bücher von Frau Krone-Schmalz angezeigt bekomme … 🙁
Ich habe mit gefällt mir weniger gevotet weil ich immer zuerst auf die Musik achte. Wenn ich mir jetzt nach den Kommentaren den Text näher betrachte ist das schon ziemlich daneben. Das ist für mich ein nachtreten an die niedergemachte Demogratiebewegung und eine Beleidigung an alles moderne und anders denkende.
Da hat jemand in die Kiste VE Titel aus 1990 gegriffen…..Naja ist etwas entrückt von der Welt. Und wäre auch damals hinten gelandet…aber der Gitarrenriff ist ganz nett. Und richtig schrecklich ist es auch nicht….also Ruhe bewahren. Don‘t feel hate !
Ich bin jetzt gespannt ob und wie schnell die EBU reagiert. Die Stimmen im Social Media Bereich sind eindeutig für eine Disqualifikation
Selten so eine Einigkeit bei der Bewertung eines ESC-Songs erlebt.
Mal unabhängig vom Text, den ich nicht bewerten kann…ist der Song musikalisch einfach Grütze.
Ich hatte ja gehofft, dass noch ein paar gute Beiträge kommen, um das bisher schwache Starterfeld zu verbessern.
Aber es wird immer schlimmer 😃
Was man so alles in einen automatisch vom Russischen ins Englische übersetzten Text hineininterpretieren kann … genau wie Goethes Faust II am Ende den Kommunismus beschreibt.
Man merkt echt, das viele Länder dieses Jahr einfach kein Bock auf den ESC hatten.
Dachte nicht das es schlimmer geht als Dänemark und Norwegen, aber dann kam Belarus.
0 Punkte von mir gehen an Luka’s Liebling.
Dass der Song nicht wegen musikalischer Gesichtspunkte ausgewählt worden sein kann, dürfte auf der Hand liegen. Offensichtlich politische Botschaften kann ich im Text aber nicht erkennen, da waren in den letzten Jahren doch einige Songs deutlicher in ihrem Anliegen (wenn auch für die vermeintlich „richtige“ Seite). Und wenn man schon einen Auschluss Weißrusslands fordert, dann sollte man, um konsequent zu sein, das Gleiche bei Aserbaidschan (und Kasachstan beim JESC) tun und über Russland und Polen zumindest mal scharf nachdenken. Icdh tue mich aber generell schwer damit, jetzt, wo es Thema in den Medien und sozusagen „en vogue“ ist, einen Auschluss gutzuheißen, während die Menschenrechtslage in dem Land in den letzten Jahren nicht weniger schlimm war, darüber aber von der Mehrheit (und der EBU) gern gnädig hinweggesehen wurde, besonders, wenn der Song halbwegs gepasst hat.
ich kann mir auch kaum vorstellen, dass Österdahl sich von dem Shitstorm beeindrucken lässt; das würde die ohnehin brüchige „Wir sind unpolitisch!“-Doktrin doch endgültig ad absurdum führen.
Ausschluss würde ich persönlich auch niemals fordern.
Allerdings sollte man wissen, was da geschickt wurde und aus welchen Grund.
Ach ja. Diese „wir sind unpolitisch“-Doktrin hat je eh nie beim ESC gestimmt. Wird Zeit dass das mal endlich fallen gelassen wird.
Ich kann die regelmäßig aufflammenden Ausschlussdebatten auch nicht nachvollziehen. Soll die belarussische Delegation ihr Machwerk doch der internationalen Öffentlichkeit vorstellen, dann werden sie schon sehen, was man davon hält. Außerdem wäre es interessant zu sehen, wie die anderen Künstler mit Galasy Zmesta interagieren.
Außerdem hat das franquistische Spanien früher nicht nur am ESC teilgenommen, sondern diesen sogar 1969 ausgerichtet. Das hat dem ESC auch nicht geschadet. Allerdings haben sich sowohl das franquistische Spanien als auch das Portugal Salazars immer von politischen Botschaften ferngehalten. Einige der frühen portugiesischen Beiträge lassen sich sogar subversiv lesen, ganz so als ob RTP damals nich ganz auf der gewünschten politischen Linie war. 🙂
Ich bin normalerweise auch absolut nicht dafür, Länder von der Teilnahme auszuschließen, weil sie nicht demokratisch sind (das ist ja auch ein Fass ohne Boden). Dass der ESC nicht unpolitisch ist, sollte jedem klar sein.
Aus meiner Sicht ist es aber schon eine andere und neue Situation, wenn ein Wettbewerbsbeitrag (mehr oder weniger) offensichtlich die Unterdrückung von Menschen im Auftrag der Regierung gutheißt. Ich kann nicht jedenfalls nicht erinnern, dass es sowas in den letzten Jahren in der Form gegeben hat. Deswegen finde ich schon, dass die EBU sich fragen sollte, ob es eine gute Idee ist, dem eine Bühne zu geben. Die Regeln würden jedenfalls ein Einschreiten rechtfertigen.
Musikalisch ziemlich uninteressant. Textlich eine undefinierbare Riesenkrücke.
Den Beitrag kann wohl getrost vernachlässigen. Jede Aufmerksamkeit dafür kann man sich sparen.
Das Problem dürfte sein, dass der Text nicht eindeutig genug „politisch“ ist (ähnlichen textlichen Spielraum, bei dem der politische Gedanke zwar naheliegend aber textlich zwischen den Zeilen versteckt ist, gab es ja schon öfter) und sich deshalb die EBU in einer Zwickmühle befindet.
Ohne klaren Grund kann sie das Lied (eigentlich) nicht disqualifizieren. Wenn sie es nicht disqualifiziert könnte es große Probleme deshalb in Rotterdam geben, da ich mir vorstellen kann, dass es zu Protesten kommen wird. Auch wenn ich es gut finden würde, dass so ein Lied mit 0 Punkten abgestraft und nach Hause geschickt werden würde, fühl ich mich unbehaglich dabei, dass er überhaupt beim ESC eine Bühne erhält.
Es bleibt leider spannend, aber mit dieser Veröffentlichung hat sich heute ein Schatten über den Wettbewerb gelegt.