Dark Horses 2019: Diese Beiträge konnten die Fan-Erwartungen übertreffen

Foto: Andres Putting

Völlig losgelöst vom Bühnenboden schwebte Kate Miller-Heidke zu unerwarteten ESC-Erfolgen. Sie war ohne Zweifel das größte Dark Horse des ESC-Jahrgangs 2019. Denn während sie bei der Fan-Abstimmung OGAE-Poll nur auf Platz 27 landete, reichte es beim Finale in Tel Aviv für Rang 9 – eine Differenz von immerhin 18 Platzierungspunkten.

Das zwei- und drittgrößte Dark Horse kann man wohl gemeinsam betrachten: Lake Malawi und Tamara Todevska überraschten im Finale vor allem aufgrund der Jurywertungen. Dieses gewann (nach Neuberechnung der weißrussischen Stimmen) Nordmazedonien. Lake Malawi kam bei den Juroren immerhin auf Rang 8. Umso herber erwischte die Tschechen das Juryvoting, wo sie nur Drittletzte wurden. Die Nordmazedonierin landete bei den Anrufern immerhin auf Platz 12. Ohne das Jury-Korrektiv hätten die Fanclubs also nicht sooo weit daneben gelegen. „Friend Of A Friend“ aus Tschechien hatten wir – und auch 27% der ESC-kompakt-Leser – bereits im Vorfeld des ESC als mögliches Dark Horse identifiziert; mit unseren anderen Tipps Slowenien, Polen und Kroatien lagen wir allerdings daneben.

Auch Nevena Božović aus Serbien bzw. ihr Beitrag kann als diesjähriges Dark Horse gesehen werden. Von den OGAE-Fans nicht einmal ins Finale gewählt, reichte es dort immerhin für Rang 18 (Zuschauer Rang 13, Jurys Rang 19).

So gut wie keine Unterschiede zwischen der Fan-Erwartung und der Realität gab es bei John Lundvik aus Schweden, Joci Pápai aus Ungarn und leider auch den S!sters aus Deutschland.

Die Fan Favourite Fails dieses Jahres hatten wir hier bereits ausgewertet. Dort könnt Ihr auch lesen, wie wir bei der Berechnung der Differenz vorgegangen sind, wenn sich ein Land nicht fürs Finale qualifiziert hat bzw. im OGAE-Voting keine Punkte bekam.



17 Kommentare

  1. Da haben die von den OGAEs aber ganz schön daneben getippt, was Australien, Nordmazedonien und Tschechien angeht. Auf der anderen Seite gab es für den deutschen Beitrag im OGAE-Voting keinen einzigen Punkt, dafür aber im ESC-Finale von den Juries.

  2. Tamara war für mich die Überraschung des Abends, beim Tippspiel war sie bei mir als 10. nur knapp im Finale. 2008 hatte Fyrom das Nachsehen: eigentlich 10 im Halbfinale beim Televoter. Aber Charlotte Perelli durfte dank Jury ins Finale einziehen, nun Jurygewinner 2019 und das beste Ergebnis bisher, da kann Tamara „proud“ sein.

    Respekt auch an Kate, in der Höhe die Töne treffen, toller Auftritt, haben wir Künstler, die überm Publikum fliegen können 🙂

  3. Für mich gab es 2 Top Überraschungen des Jahres: Nordmazedonien (hauptsächlich nur aufgrund der Juries) und hier bisher unerwähnt San Marino (Top 10 bei den Zuschauern!!!!, denke vorallem Dank der türkischen Diaspora). Für beide Länder freut es mich sehr, haben ja beide viele schlechte Jahre hinter sich. Und Australien hat den Beweis geliefert, dass man mit einer guten Inszenierung und viel Kreativität einen trashigen Song gut pushen kann. Die Tschechen taten mir hingegen bei der Verkündung der Telefonabstimmung sehr leid, die wenigen Punkte vom TV Zuschauer sind meines Erachtens nicht nachvollziehbar.

    • Tschechien = eher unauffälliger Auftritt/Song, ungünstige Startposition, Publikumsanimation = sehr nachvollziehbar leider

      • Findest du porsteinn?
        Also den Auftritt mit den Quadraten fand ich schon irgendwie besonders und einzigartig. Hätte es eher umgekehrt eingeschätzt, also viele Zuschauerstimmen und eher wenige Punkte von den Juries. So kann man sich irren.
        Wobei das Anfeuern des Publikums sich noch nie bewährt hat.
        Aber mit der Gesamtpunktezahl können die Tschechen schon insgesamt zufrieden sein.

      • Ich hatte auch erst nur „Auftritt“ dastehen, mich dann aber zurückerinnert an die doch einzigartigen Visuals und „/Song“ ergänzt. Der hat das Potential, locker-leicht an einem vorbei zu rauschen. Und vorbei ist beim ESC schlecht.

      • Tschechien ist wirklich das Land, dass immer eine schlechte Startposition erhält, auch dann wenn sie wie letztes Jahr einer der Favoriten sind oder wie jetzt zweiten Platz im Semi erreichten. Warum wurde z.B. Griechenland oder San Marino nicht auf die 3 gesetzt? Die haben trotz sehr gutem Startplatz nicht so gut im 1. Semi punkten können. Mir ist das unverständlich…

      • Eine Bemerkung zu folgendem Satz von GEF (dessen Kernaussage, dass es unfair ist, einem Land immer wieder niedrige Startnummern zuzuteilen, ich voll zustimme):

        „Warum wurde z.B. Griechenland oder San Marino nicht auf die [Startnummer] 3 gesetzt [statt Tschechien]? Die haben trotz sehr gutem Startplatz nicht so gut im 1. Semi punkten können.“

        Argumentationen wie diese habe ich hier schon öfters gelesen. Aber da frage ich zurück:
        Ist es in Ordnung, die Titel, die nach dem Semifinale oder nach den Proben oder nach dem Blick auf die Wettlisten nicht ganz so aussichtsreich scheinen, zu benachteiligen? Man könnte genauso gut den weniger aussichtsreichen Titeln die „besten“ Startnummern geben, um für einen gewissen Ausgleich zu sorgen.

        Was ich damit sagen will: Ich finde dieses „Setzen“ von Startnummern sehr zweifelhaft, es sollte wieder ausgelost werden. Bei der deutschen VE haben sich ja schließlich auch so viele über Startnummer 7 für die S!sters aufgeregt, warum wird dann beim „großen“ Grand Prix Finale, wo die Startnummer viel wichtiger ist, diese Festsetzung akzeptiert (ich habe hier jedenfalls bisher nicht so viel Kritik an dieser Methode wahrgenommen)?

    • Zu San Marino:

      1. Halbe Finale: Punkte von Belgien, Slowenien, Finnland, Serbien, Island, Polen, Portugal, Australien, Israel, Spanien, Weißrussland, Zypern, Tschechien, Georgien, Ungarn, Estland, Montenegro.

      Finale: Punkte von Weißrussland, Island, Malta, Serbien, Kroatien, Russland, Griechenland, Ungarn, Moldavien, Montenegro, NordMazedonien, Albanien, Aserbaidschan, Georgien.

      Dabei hat Belgien (im Gegensatz zu den Niederlanden und Deutschland) nicht einmal ein nennenswerte Anteil türkischstämmigen in der Bevölkerung.

  4. Ach und Norwegen. Hätte jemand vor dem ESC fest behauptet, dass Keiino die Telefonabstimmung gewinnen, dann hätte man den jenigen ausgelacht. Nun habe ich aber meine persönliche Top 4 der Überraschungen des Jahres 2019 zusammen: Nordmazedonien, San Marino, Australien und Norwegen.

  5. Persönlich überrascht hat mich eigentlich nur der finaleinzug von san serhatino. Der türkischen diaspora seis gedankt.
    Nordmazedonien? Na ja, wenn man rechnet das alleine fast 30% der punkte von den 5 nachbarn kommt, ist die überraschung plötzlich nicht mehr so gross.
    Australien ist in meiner rechnung eher ein fff. Nach den proben dachte ich offiziell an top3

  6. Tschechien hat mich positiv überrascht, der Auftritt kam sehr frisch und ungezwungen daher. Ihnen hätte ich echt mehr Televote-Stimmen gegönnt. Nordmazedonien hat mir auch gut gefallen, da sie wirklich fantastisch gesungen hat. Aber war klar, dass der Song eher bei den Jurys punktet als beim Publikum. Australien hat es geschafft, den Song super auf der Bühne umzusetzen. Muss ich wirklich anerkennen, auch wenn mir der Song jetzt nicht sooo zusagt. Dass sie noch die Töne treffen konnte, Hammer!!! Und ihr ist nicht furchtbar schwindelig geworden? Wahnsinn! Dass Norwegen die meisten Televotestimmen erreicht, hat mich doch ein wenig überrascht und auch gefreut.

  7. Eigentlich war „Sister“ ja doch gar nicht so schlecht, nur 7 Televoting-Punkte weniger als die von fast allen als „cool“ angesehenen Lake Malawi 🙂

    Und ja, wie weiter oben bei Tschechien geschrieben wurde: Die Startnummer spielt beim Televote schon eine gewisse Rolle, auch Malta und Dänemark haben nicht so toll beim Televote abgeschnitten, und Russland hätte mit einer höheren Startnummer bestimmt noch mehr Anrufe bekommen.

    Und nein, ich schreibe nicht im Auftrag des NDR, sondern als „Sister“-Liebhaber 😉 Nachdem die S!sters hier meist nur noch mit 0 Punkten in Verbindung gebracht wurden (anstatt mit 32 bzw. 24) und diese fast immer als „gerechtfertigt“ wegen des schwachen Songs bzw. der schwachen Inszenierung dargestellt wurden, wollte ich hier doch auch mal einen m.E. mildernden Umstand anführen. Was bei Lake Malawi erlaubt ist, muss auch bei den S!sters erlaubt sein.

    Oder ich dreh’s mal um: Für viele sind die 0 Televotingpunkte der definitive Beleg dafür, dass der Titel „Sister“ belanglos war und die Inszenierung schwach. Belegen die mickrigen 7 Televotingpunkte dann für „Friend of a friend“ Ähnliches?

  8. Vielleicht gibt es ein klarese Dark Horse dieses Jahr nicht?

    Australien war für mich kein Dark Horse. Unabhängig vom Probenwochen-Hype (und persönlichen Abneigungen), hatte das wie Estland’18 reelle Chancen auf eine ordentliche Platzierung. Und rechnerisch passt der Titel Dark Horse vielleicht auf San Marino, aber stecke das eher in die Kategroie „Zirkuspferd“. Schon auffällig, dass Serhat ausgerechnet in oft „schwachen“ Televotes (mit geringer Beteilligung) vieler kleiner Länder hoch gepunktet hat.

    Nord-Mazedonien und Tschechien sind ja eher eine Jury-Kinder geblieben. Bei Tschechien sah es im Semi etwas besser im Televoting aus, also hat der vielleicht oft knapp an den Top10-Televotes gekratzt. Hatte auch bei Tschechien mit mehr Televotes gerechnet.

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