ESC 2019: Endergebnis korrigiert, Deutschland jetzt Vorletzter

Zweite Probe Deutschland S!sters Sister Sisters ESC 2019 4
Foto: EBU

Was wir schon vermutet und berichtet haben, wurde nun auch offiziell von der EBU bestätigt: Die weißrussischen Jurypunkte, die wegen der Disqualifikation der Jury durch einen Algorithmus berechnet wurden, wurden falsch vergeben. Schuld sei ein „menschlicher Fehler“. Dieser Fehler wurde nun korrigiert, was zur Folge hat, dass Deutschland nun auf dem vorletzten Platz liegt.

Das ist zunächst eine ziemliche Schmach für die EBU. Das Endergebnis des ESC (erst!) vier Tage nach dem Finale und fünf Tage nach dem Jury-Finale korrigieren zu müssen, ist ziemlich peinlich – vor allem, weil spätestens seit Montag sämtliche Fanmedien über den Verdacht berichtet haben, dass die Punkte in falscher Reihenfolge vergeben wurden. Entsprechend geläutert gibt man sich dort auch:

„The EBU and its partners digame and Ernst & Young deeply regret that this error was not identified earlier and will review the processes and controls in place to prevent this from happening again.“

Eine schlechte Nachricht ist die ganze Sache aber auch für Deutschland. Die S!sters haben also mit „Sister“ nicht 32, sondern nur 24 Punkte von den Jurys bekommen und landen damit auf dem 25. und damit vorletzten Platz. Diesen Rang hatten wir auch schon 2017 mit Levina und „Perfect Life“ inne.

Das korrekte Endergebnis des Eurovision Song Contest 2019 sieht nun folgendermaßen aus:

  1. Niederlande (498 Punkte)
  2. Italien (472 Punkte)
  3. Russland (370 Punkte)
  4. Schweiz (364 Punkte)
  5. Schweden (334 Punkte)
  6. Norwegen (331 Punkte)
  7. Nordmazedonien (305 Punkte)
  8. Aserbaidschan (302 Punkte)
  9. Australien (284 Punkte)
  10. Island (232 Punkte)
  11. Tschechien (157 Punkte)
  12. Dänemark (120 Punkte)
  13. Zypern (109 Punkte)
  14. Malta (107 Punkte)
  15. Slowenien (105 Punkte)
  16. Frankreich (105 Punkte)
  17. Albanien (90 Punkte)
  18. Serbien (89 Punkte)
  19. San Marino (77 Punkte)
  20. Estland (76 Punkte)
  21. Griechenland (74 Punkte)
  22. Spanien (54 Punkte)
  23. Israel (35 Punkte)
  24. Weißrussland (31 Punkte)
  25. Deutschland (24 Punkte)
  26. Großbritannien (11 Punkte)

Statt Norwegen liegt nun Schweden auf dem 5. Platz, gleich dahinter Nordmazedonien, das sich vor Aserbaidschan schiebt und bei seinem Debüt unter neuem Namen direkt das Jury-Voting gewonnen hat. Neben weiteren kleinere Verschiebungen müssen Slowenien und Frankreich sowohl Zypern als auch Malta an sich vorbeiziehen lassen und laden nun „nur“ noch auf den Plätzen 15 und 16.

Das fällt am Ende natürlich alles nicht ins Gewicht (wie wohl die Wettbüros damit umgehen?), aber es ist trotzdem richtig und wichtig, dass die EBU diesen Fehler und auch das Endergebnis nun korrigiert hat.



153 Kommentare

  1. Das mit dem Geschäft gilt auch für die Juroren, die zu blöd sind, sich an die Regeln zu halten (Weißrussland) oder ihre Wertung richtig abzugeben (Tschechien, Schweden (!) ). Mann Mann Mann… Was für Leute berufen die da eigentlich?!

  2. Die EBU sollte auf jeden Fall nächstes Jahr ds Jury-Prozedere überarbeiten…. Man könnte drüber nachdenken, dass man die Jurys erweitert z.B. auf je 15/16 Leute, die man zur Hälfte mit Fachleuten und zur Hälfte mit interessierten Laien bestückt. So würde man zumindest auch ein bisschen eindämmen, dass die Jurys gegen vermeintliche Favoriten stimmen. Fachleute sind der Bubble ja nicht so fern, wie immer suggeriert wird und man hat in den letzten Jahren schon gesehen, dass Wett-Favoriten eher vorsichtig bewertet wurden…

    Auf jeden Fall sollte die EBU die Besetzung der Jurys aber nicht mehr den teilnehmenden Ländern überlassen, sondern selber übernehmen. So kann man Mauscheleien sicher noch besser vermeiden. Und wenn die Beteiligten dann auch noch besser gebrieft sind bzw. vernünftig eingewiesen werden, können eigtl. auch keine Fehler mehr passieren. Auf jeden Fall besteht da Handlungsbedarf!!!

    • Es ist aber auch nicht die Aufgabe der Juries, die Wettfavoriten zu hofieren. Außerdem haben doch zumindest die Quoten-Führenden in den letzten Jahren bei der Jury immer sehr gut abgeschnitten, wenn sie auch nicht immer gewonnen haben. Würde es immer so laufen wie 2015, als die Jury-Top 10 fast genau der Quten-Top 10 entsprochen hat, würden sich wahrscheinlich viele über Vorhersebarkeit beschweren und die Jury beschuldigen, nur nach Wett-Quoten abgestimmt zu haben.
      Mindestens verdoppeln sollte man die Jurorenanzahl aber wirklich, da stimme ich dir voll zu.

  3. Wie schön für einige, dass diese Verschlechterung von „Sister“ um einen Platz die Gelegenheit gab, nochmal die bereits x-mal geäußerten Parolen wie „Schreiber muss weg“ loszuwerden bzw. über die S!sters oder deren Song abzulästern.

    Hätte sich „Sister“ um einen Platz verbessert, hätten dieselben Leute bestimmt geschrieben, dass es keinen Unterschied macht, ob man 23. oder 24. wird (untermalt natürlich durch „Schreiber muss weg“).

    Das Hauptanliegen dieses Kommentars ist jedoch der Algorithmus, bei dem ein „Fehler“ gemacht wurde:

    Ist nicht dieser Algorithmus selbst schon ein Fehler? Denn da werden die Jury-Wertungen der Nachbarländer verstärkt, d.h. deren Einfluss aufs Gesamtergebnis vergrößert sich dadurch (wenn auch nicht gerade in riesigem Ausmaß), oder versteh‘ ich da was falsch? Warum eigentlich nicht einen Zufallsgenerator nehmen oder, als Höchststrafe für die plaudernde Jury, deren Wertung auf den Kopf stellen?

    Am besten finde ich aber den Vorschlag von Floppy1992 (einige Kommentare weiter oben), den ich hier zitiere:

    „Die Causa Algorithmus ist schon ziemlich peinlich und wirft wieder die Frage auf, warum es ihn überhaupt gibt. Einfach das valide Voting doppeln, wenn das andere nicht zustande kommt [d.h. in diesem Fall das Televoting-Ergebnis Weissrusslands auch für die Jury heranziehen, TM]. Sollten beide versagen, gibt es aus dem Land eben keine Punkte. Unfairer als ein mysteriöser Nachbarland-Algorithmus ist das auch nicht!“

  4. Interessant wäre jetzt noch mal rauszukriegen, auf welcher Basis das Telvoting-Ersatzergebnis von San Marino errechnet wird… Den es gab da 10 Punkte an Griechenland, obwohl die sonst von nirgendwoher außer Zypern Televoting-Punkte bekamen… Welche Länder wurden da denn als Basis genommen zur Berechnung???

  5. Mir stellt sich ne ganz andere Frage, wie kann es sein, das schon seit Jahren, derjenige der bei den Wetten vorne ist, dann auch der Gewinner ist. Das ist schon seit Jahren so und das finde ich zwiespältig. Es stellt sich die Frage, wie weit Leute gehen, wenn sie Geld auf einen Song setzen, den sie als Sieger sehen. In wie weit ist das Voting manipulierbar? Nicht das wir eines Tages so einen Skandal haben, wie damals beim Fussball.

    • 2017: Gabbani Favorit mit Abstand, 2016: Sergey das Gleiche… beide haben nicht gewonnen, 2014 hat niemand mit Österreich gerechnet. Die Buchmacher liegen nicht immer richtig, aber manchmal merkt man eben irgendwann, wer gewinnen wird. Das ist nicht „zwiespältig“

  6. Ist das so? War nicht 2017 Italien in den Wetten vorne und landete dann nur auf Platz 6? Ja, aber generell sind die Manipulationen natürlich bei so klein besetzten Jury-Gruppen viel leichter möglich…

    • Das ist doch wieder nur die eine Ausnahme die die Regel bestätigt. Ansonsten war es doch so, nach den Wetten auf Platz 1= Gewinner des ESC. Irgendwann wirds verdächtig.

  7. Ohne polemisch zu werden, stellt sich mir ernsthaft die Frage, ob es möglich ist ein Televoting so zu manipulieren, das der Song als Sieger herauskommt auf den man gewettet hat. Jetzt mal unabhängig vom Land.Es ist schon auffällig das es in den letzten Jahren überhaupt keine Überraschungssieger gab, mit der Ausnahme von Portugal 2017, doch die waren auch meist mit vorne. Ich denke schon das es leichter ist Juries zu kaufen, als ein Televoting zu manipulieren, aber ist es tatsächlich möglich?

    • Einen Televoting Sieg in kleinen Ländern wie etwa Malta oder Montenegro zu kaufen, wird schon möglich sein.
      Man benötigt halt einige tausend Sim- Karten und ausreichend Leute, die damit anrufen.
      Aber schon bei etwas größeren Ländern wirds schnell teuer, da man ja deutlich mehr Anrufe benötigt, um vorne zu landen.
      Und um wirklich um den Sieg mitzukämpfen brauchts nicht nur 2 oder 3 Länder, sondern mindestens 20.
      Da sind wir dann schon in finanziellen Höhen, wo man besser in einen guten Songwriter und Choreograf investiert.

      Und bezgl. Wetten und Favoritensiege: Mit den heutigen Möglichkeiten (ItunesCharts, Spotify, YouTube, Umfragen) kann man so viel besser abschätzen, wie gut ein Auftritt ankommt als noch vor 10- 20 Jahren.
      Klar, dass da die Trefferquote besser ist.

  8. By the Way: Als Punktzahl des Siegers sind diese 498 Punkte doch relativ wenig. So wenig Punkte hat seit der Einführung dieses Systems kein Sieger gehabt.

  9. Ich bin immer noch verblüfft, dass D soweit hinten ist. Ich (aus A) habe für euer Lied gevotet und es ist immer noch ein Ohrwurm für mich. An alle anderen Songs kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Scheinbar bin ich eine der einzigen Fans und ich verstehe das nicht.

    • Ich habe es gleich nach dem Vorentscheid geahnt das es dieses Lied null Chancen hat beim ESC.Eine kleine Masse Fans macht keine Punkte so ist es auch gekommen.Sie konnten froh sein das der Brite noch schlechter bewertet wurde obwohl für mich dieses Lied etwas besser war

  10. Sorry, ich bin in keinster Weise verblüfft. Ich hielt das Liedchen zu keiner Zeit ESC-würdig und es hat sich leider bestätigt.

  11. Zeit für etwas Ergebnisverinnerlichungshilfe.

    Es gab in beiden Halbfinalen Juroren, die die Reihenfolge der Länder umgedreht hatten.
    Würde diesen Fehler korrigiert, gäbe es nur eine Abweichung. Anstatt Dänemark hätte Litauen es ins Finale geschafft. Im ersten Halbfinale keine Änderungen.

    Das Jurystimmen-Algorithmus hat keinen nennenswerte Einfluss auf die Platzierungen. Grund: es gibt mindestens zwanzig Jurys und im Endeffekt werden die Abweichungen von anderen Jurys ausgebügelt oder wettgemacht. Dennoch ist ein Aufstocking der Jurys bis mindestens 10 Mitglieder und die Verwendung von Durchschnittswerte besser, weil die Punktevergabe nachvollziehbar und somit vom Anfang bis Ende glaubwürdiger ist.

    Anders sieht es aus wenn die Stimmen vom Publikum und Jury zusammen nimmt und erst dann daraus Punkte ermittelt. Dann wäre im 2. Halbfinale alles richtig, dafür im 1. Halbfinale Polen anstatt Weißrussland weiter gekommen. Hauptgrund: im Mittelfeld sind die Länder sehr nahe an einander bewertet worden.

    Neue wäre Punkten nach Platzierung zu vergeben anstatt nur die besten zehn zu bewerten und alle andere Teilnehmer mit Ignoranz zu belohnen. Das hätte Deutschland die ‚Sorry, no points‘ bespart, weil man so immer Punkte bekommt. (Wer nicht im Finale ist, vergibt Punkte von 26 bis 1 und wer im Finale ist, von 26 bis 2). Mit getrennte Punkte für Jury und Publikum, hätte die Finale mittels Punkte-nach-Platzierung folgendes gebracht:

    1 Die Niederland 1715
    2 Italien 1617
    3 Schweiz 1543
    4 Aserbaidschan 1478
    5 Russland 1471
    6 Schweden 1451
    7 Australien 1415
    8 Norwegen 1362
    9 Nord Mazedonien 1361
    10 Island 1156
    11 Tschechien 1127
    12 Frankreich 1121
    13 Dänemark 1110
    14 Malta 1021
    15 Estland 988
    16 Zypern und Slowenien 937
    18 Serbien 894
    19 Spanien 840
    20 Albanien 754
    21 Weißrussland 736
    22 Israel 665
    23 San Marino 631
    24 Griechenland 587
    25 Großbrittanien 571
    26 Germany 542

    Auf Eurovision.tv gibt es keine Details zu Weißrussland und deswegen basiert diese Liste auf die Stimmen der übrigen 40 Länder. Die höchst mögliche Zahl ist 2080 (40 * 2 * 26)

    Auf Grund der Platzierungen ist Deutschland letzter. Nächstes Jahr wird es besser. Garantiert.

    • Mit Punkten nach Platzierung hat man zumindest 126 Punkte. Deutschland und Großbrittanien sind durchschnittlich auf Platz 21-22 gelandet.

      Übrigens hat mein Sohn alles noch einmal nachgerechnet und weil manche Zahlen als Text formattiert waren, sind doch kleine Fehler drin (+/- 3 Punkte). Slowenien schiebt sich vor Zypern, sonst ändert sich nichts in der Reihefolge.

  12. Griechenland kann man zudem als „Flop“ bezeichnen, war viel Lärm um nix, Ohne Zypern wäre es wohl gar nicht im Finale gelandet. Nächstes Jahr bitte dann wieder landestypisch.

    • Mittlerweile sollte man sich freuen, dass die EBU keine andere Wahlen organisiert.

      2. Halbfinale, Publikumsstimmen:
      Litauen hat 12+12+4+1+1+2+7+12+10+3+1+2+5+5= 77 Punkte aus 14 Ländern bekommen.
      Dänemark hat 2+2+2+4+10+8+1+5+3+2+1+1= 41 Punkte aus 12 Ländern bekommen.

      Somit wäre Litauen im Finale gewesen – die meiste Stimmen vom Publikum.

      Dennoch frage ich mich ob hier ein Fehler vorliegt.
      Eher erscheint es mir, dass man in Italien doch länger anrufen konnte, auch nachdem die Zahlen nach Tel Aviv weitergeleitet wurden. RAI hat alle Anrufe verarbeitet, die EBU alle Anrufe bis zu ‚Stop Voting‘.

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