Dein Song für Warschau: Deutschland gibt 2020 sein Debüt beim Junior Eurovision Song Contest

JESC Motto

Deutschland nimmt 2020 zum allerersten Mal am Junior Eurovision Song Contest teil! KiKA, NDR und ZDF gaben heute bekannt, dass Deutschland in diesem Jahr bei der Kindervariante des ESC in Polen dabei sein wird. Die Show wird am 29. November 2020 in Warschau vom polnischen Sender TVP ausgetragen und KiKA wird die Show live übertragen. Der deutsche Act für den JESC 2020 wird ab sofort im Rahmen der KiKA-Sendung „Dein Song für Warschau“ gesucht.

Die Entscheidung zum Debüt ist gleichermaßen überraschend wie überfällig. Bereits seit 2003 wird der Junior Eurovision Song Contest ausgestrahlt, bisher jedoch ohne jegliche deutsche Beteiligung. Im letzten Jahr kamen dann Gerüchte über eine mögliche Teilnahme Deutschlands im Folgejahr auf: Eine Delegation des KiKA und des NDR besuchte 2019 Gleiwitz, um den Wettbewerb als Teil des Publikums zu erleben.

Dass die Gerüchte sich jetzt bewahrheiten, dürfte deutsche und internationale Fans des Junior Eurovision sehr erfreuen. Immer wieder wurde in der Vergangenheit die Frage aufgeworfen, warum Deutschland nicht debütiert. ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber hatte zwar schon häufiger die Bereitschaft signalisiert, in den Eurovisions-Kinderwettbewerb einzusteigen, doch bisher kam es nie dazu. Jetzt scheinen endlich alle Hürden überwunden und die Interessen aller beteiligten Sender unter einen Hut gebracht worden zu sein.

Unter dem Titel „Dein Song für Warschau“ suchen KiKA, ZDF und NDR gemeinsam junge Künstler, um Deutschland bei dem europäischen Kindermusikwettbewerb zu vertreten. Neun- bis 14-jährige Gesangstalente können sich ab sofort bis zum 31. Juli 2020 auf kika.de bewerben. Alle Informationen zur Bewerbung sind auf kika.de, checkeins.de, eurovision.de und zdftivi.de zu finden.

Die Zusammenarbeit der drei Sender scheint vielversprechend: Der Kinderkanal KiKA ist die ideale Plattform, um Castingprozess und Liveshow zu übertragen, das ZDF produziert für KiKA bereits seit 13 Staffeln erfolgreich den Nachwuchskompositions-Wettbewerb „Dein Song“ und der NDR ist seit 1996 der federführende Sender für die deutsche Beteiligung beim ESC.

Der deutsche Beitrag für den JESC 2020 wird vom letztjährigen „Dein Song“-Finalisten Levent Geiger komponiert und getextet werden, der auch das Casting begleiten und dem jungen Künstler oder der jungen Künstlerin bis zur großen Show in Warschau vor Ort zur Seite stehen wird.

Levent Geiger – Foto: instagram @leventgeiger

Das ZDF wird die Reise des oder der deutschen Nachwuchskünstler*in mit einer zweiteiligen Dokumentation begleiten. Zudem wird das Trend- und Lifestyle-Format „KiKA LIVE“ ab August regelmäßig über alle Stationen bis zum großen Liveauftritt berichten und im Online-Angebot auf kika.de wird es umfangreiche Zusatzinformationen, Bewerbungsclips und Steckbriefe der Kandidat*innen sowie Einblicke ins Casting geben.

„Dass wir nun erstmals den Junior-Contest gemeinsam mit KiKA und ZDF austragen, ist fantastisch. Das diesjährige Motto ‚Move the World‘ hat Signalkraft und macht Kindern Mut, ihre Welt aktiv zu gestalten. Es wird daher auch eine Rolle spielen im Musikvideo, das wir produzieren“, so Ole Kampowski, Leiter der Redaktion Kinder und Jugend beim NDR.

„Ich bin ausgesprochen froh, dass es uns gelungen ist, Deutschland an diesem großen europäischen Song-Contest zu beteiligen und über KiKA anzubieten. Wir haben mit NDR und ZDF einen wunderbaren Weg der kreativen Zusammenarbeit gefunden, bei der sich alle Partner ideal einbringen können. Das wird ein Riesenereignis und Erlebnis für unser KiKA-Publikum und die gesamte Familie“, so KiKA-Programmgeschäftsführerin Dr. Astrid Plenk.

Angesichts der Tatsache, dass der JESC sich in den letzten Jahren zu einer professionellen und unterhaltsamen Show gemausert hat, ist die Entscheidung der verantwortlichen Sender absolut begrüßenswert. Und so dürfen Fans in diesem Jahr doch noch eine deutsche Vorentscheidung und einen Live-ESC mit deutscher Beteiligung im TV verfolgen. Auch wenn das natürlich kein Ersatz für den „großen“ ESC ist, ein schöner Bonus ist es allemal.

Der Junior Eurovision Song Contest 2020 findet am 29. November 2020 in Warschau unter dem Motto „Move The World“ statt, nachdem Polen im letzten Jahr mit dem Titel „Superhero“ von Viki Gabor zum zweiten Mal in Folge den Sieg holen konnte.

Die vom polnischen Sender TVP ausgetragene Sendung wird live ab 17:00 Uhr im KiKA übertragen werden.

Neben Deutschland und Gastgeber Polen haben bisher folgende Länder ihre Teilnahme am JESC zugesagt:

  • Frankreich
  • Georgien
  • Irland
  • Italien
  • Kasachstan
  • Niederlande
  • Russland
  • Spanien
  • Ukraine

Wir freuen uns über die Teilnahme Deutschlands am JESC und werden Euch über die Auswahl des deutschen Vertreters und alle weiteren Neuigkeiten natürlich auf den Laufenden halten.


144 Kommentare

    • Das Geld kommt hier ja offensichtlich aus einem anderen Topf als der große ESC. Hinzu kommt die Zusammenarbeit mit Kika und ZDF. Da braucht der NDR das Geld also nicht alleine auf den Tisch legen.

    • Es ist erstauntlich wie die 10 deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehsender immer wieder klagen, dass sie von den Zwangsrundfunkgebühren nicht auskommen. Sie zeigen kaum noch innovative und kreative Arbeiten, x-te Wiederholungen etc.

      Wir Deutschen vergessen, dass die ARD-Sender, ZDF, Deutsche Welle…reine Behörden-Einrichtungen sind! Wie es bei Behörden üblich ist, wird auch immer so gehandelt und großzügig ge(un)wirtschaftet.

      Jetzt wird Deutschland neben Frankreich großer Geldgeber beim Kinder-Contest JESC.

      • In den 90ern hatte RTL von den großen Sendern am besten bezahlt, aber inzwischen sind das – abgesehen von den top-Stars – vermutlich die ÖR schon dank der großzügigen Pensionen, Überstundenausgleicte, etc.

    • Genau. Peinlichste Entscheidung seit langem. Konsequenterweise hätten sie dann NUR am JESC teilgenommen. Das zeigt nur, wer laut genug quengelt, bekommt seine Kugel veganes Soja-Vanille-Eis.

      • Ich finde, es sollten nur noch JESC, Biathlon, Krimis und Arztsendungen laufen. Und als VE für den JESC ein deutsches Junior-MF!

  1. Bin kein Fan vom JESC aus den bekannten Gründen, Kinder unter Leistungsdruck u.s.w., fand es immer gut dass Deutschland nicht teilgenommen hat.

    • Geht mir auch so – noch dazu werden ja viele der Kids auf erwachsen gestylet, um dann in diese Situation gebracht zu werden.

    • Du sprichst ein wichtiges Thema an: Leistungsdruck. Der ist schon für Erwachsene schwer auszuhalten.
      Ich bin zwar weiss Gott nicht gerade pädagogisch bewandert, aber schon Minderjährige diesem Druck auszusetzen… ich weiss nicht.
      Ich werde mir diese Sendung aber mal aus Neugier anschauen, damit ich mir eine Meinung bilden kann. (Konnte ich bis jetzt nicht wirklich, gebe ich zu🙂). War jetzt aber auch nicht sonderlich böse, dass Deutschland nicht teilgenommen hat.
      Trotzdem sei jedem gestattet, dieses eher kritisch zu begleiten.

    • Das mit dem nicht kindgerechten Styling bzw. der Inszenierung kann ich nicht beurteilen, aber ich gebe dem JESC dieses Jahr mal eine Chance.

      Das mit dem Leistungsdruck sehe ich jetzt für den deutschen Vertreter als nicht so schlimm an, weil er ja schon als Gewinner der Kika-Vorentscheidung nach Polen reist. Im Grunde müsste man den Druck eher dort sehen.

  2. Wow, ich freue mich 🥳 der JESC ist in den letzten Jahren gewachsen und vor allem professioneller geworden! Sehr gute Entscheidung, Deutschland debütieren zu lassen

  3. Für einen grauen Novembernachmittag finde ich die Show sehenswert und sehe dann alle Auftritte zum ersten Mal, da bringt es auch Spaß einen deutschen Vertreter zu haben. Nur das Voting sollte überdacht werden.

    • Nicht nur das vllt wird ja dadurch auch der richtige ESC in Zukunft bekannter und beliebter wenn man anfängt die Jugend dafür zu begeistern. Für mich wird der JESC dieses Jahr auch Premiere sein daher erlaube ich mir ansonsten kein Urlteil ob das Event nun gut oder schlecht ist. Fragwürdig aus pädagogischer Sicht ist es aber sicher schon

      • Das mit „fragwürdig aus pädagogischer Sicht“ mag ja durchaus sein. Andererseits bin ich mir sicher, dass beim Kika verantwortungsvolle Mitarbeiter sitzen, die verstehen, wie viel Stress man einem Kind/Jugendlichen antun darf.
        Ich hoffe auch mal nicht, dass es wie beim ESC zig Promo-Events im Vorfeld gibt oder dass monatelang Choreographien einstudiert werden.

        Eine Gefahr des Übertreibens sehe ich am ehesten in überambitionierten Eltern. Und die können Ihre Kinder genauso zu Ballett- oder Eiskunstlauf-Turnieren schleifen oder sie vor 100 Leuten Klavier spielen lassen.

  4. Warum ab 17:00 Uhr, war der nicht immer schon ab 16:00 Uhr??? Kann das aber verstehen mit dem Argument, dass Kinder unter Leistungsdruck gesetzt werden! Außerdem kostet es Geld und das ausgerechnet jetzt, wo wir alle den Gürtel wegen Corona enger schnallen müssen. Geld kostet es ja trotzdem, egal aus welchem Topf das Geld nun kommt.

  5. Und ich war immer so stolz, dass Deutschland noch nie an dieser schauderhaften Veranstaltung teilgenommen hat …

  6. Warum genau war es überfällig, dass Deutschland an diesem Wettbewerb teilnimmt?

    Und mir wurde hier neulich noch erklärt, die Kinder, die da mitmachen, müssten ihre Songs selbst schreiben. Und jetzt steht quasi schon fest, wer Komponist und Texter ist? Wie passt das zusammen?

    • Die Regel mit den selbstgeschriebenen Liedern wurde 2015 abgeschafft. Deswegen nimmt z.B. Slowenien auch nicht mehr teil.

      • Abgeschafft bzw. gelockert wurde die Regel bereits 2008. Slowenien ist höchstwahrscheinlich wegen des Onlinevotings ausgestiegen (was ihnen nicht zu verdenken wäre).

      • Die Slowenen nehmen seit 2016 nicht mehr teil, weil ihnen der Slot um 16 Uhr zu früh ist, kann sie da verstehen. Als würden Teenager um 18 Uhr ins Bett gehen, so ein Quatsch

      • Gut zu wissen, dass die Regelung 2008 schon gelockert wurden. Ich war mir nur sicher, dass sie 2015 gänzlich abgeschafft wurde. Hinblickend auf die Qualität der Beiträge hat dies sicherlich auch zur qualitativen Steigerung der Show beigetragen.

        Ok, dann hatte ich das mit Slowenien wohl falsch im Kopf; kann aber verstehen warum die Uhrzeit eine Rolle spielt nicht mehr teilzunehmen. Zudem erschwert das Online-Voting auch die Chancen kleinere Länder im Televoting zu punkten, weswegen ich auch nachvollziehen kann warum Slowenien sich vom JESC fern hält.

  7. Ein fragwürdiger Wettbewerb.
    Die Mini-Playback-Show mit dressierten Akteuren. Genauso unerträglich wie The Voice Kids.

    Einfach ignorieren und meiden.

  8. Und ich dachte, es müssten millionen gespart werden.?
    Ich bin kein fan von solchen lolita-veranstaltungen, vor allem, wenn die kids nachher noch bewertet werden. Ich habe aber die beiden letzten jahre festgestellt, das die songs teilweise gar nicht übel sind. Trotzdem, ich brauchs nicht.

  9. Na super: die wesentliche Stärke von Dein Song, nämlich die maximale persönliche Bindung an den Beitrag, direkt verworfen – dass man das ganze dann immer noch „Dein Song“ nennt, ist ja fast schon zynisch.
    Dann auch noch unter den vielen zum Teil wirklich guten Kandidaten der letzten Jahre zielsicher den angepassten Sonnyboy Levent zum Komponisten und Texter ernannt.
    Würde mich sehr überraschen, wenn da irgendwas brauchbares bei rauskommt …

  10. Man könnte aber auch völlig gemein & negativ argumentieren, dass die EBU sicherlich froh ist, wieder einen BIG FIVE dabei zu haben und im Gegenzug springt sicher eine gute Platzierung raus. Wie bei Italien, Frankreich, Spanien in der Vergangenheit auch. Wir alle wissen ja, wie hinter den TV-Kulissen gemauschelt wird. Am Ende geht es nur ums Geld und Ansehen. Also eine gute Platzierung ist Deutschland schon mal sicher!

      • Naja, also in anderen Ländern z. B. gewinnt ja auch manchmal derjenige den Vorentscheid, der das meiste Geld vorstreckt oder die besseren Connections beim TV-Sender hat. Und auch in Deutschland gab es schon den einen oder anderen Skandal im TV, bei dem hinter den Kulissen Geld floss. Geld regiert leider die Welt. Daran kann man nichts machen. Erinnere mich auch damals in den 1980er Jahren, als es die ganzen Gerüchte gab, dass Ralph Siegel nur deshalb in die ganzen ESC-Vorentscheidungen kam, weil er die TV-Bosse in teure Restaurants in München usw. einlud. Es gibt auch ein unbeschriebenes Gesetz, weshalb z. B. bestimmte Leute ständig in TV-Shows eingeladen werden und andere eher nicht. Manche (Reality-)TV-Stars sind auch besonders gut mit TV-Produzenten privat befreundet und kriegen dafür die eine oder andere Moderation oder Teilnahme an Realityshow-Formaten. Die Moderation des ESC-Vorentscheids von der Tochter von Udo Jürgens ist so damals auch zustande gekommen. Gute Connections beim TV-Sender und befreundete TV-Verantwortliche. An den späteren damaligen TV-Bericht darüber erinnere ich mich auch noch damals. Damals hat man dann eine nicht ganz plausible Erklärung abgegeben, warum Christoph Deumling nicht noch mal moderiert. Man war der sauer damals. Aber es gab ja damals keine sozialen Medien, sonst hätte es vielleicht auch einen ordentlichen Shitstorm gegeben oder wie das heißt.

      • Es ist aber schon ein Unterschied, ob jemand dank Vitamin B und Kohle irgendwelche Jobs zugeschanzt bekommt oder ob bei einem notariell beglaubigten Voting manipuliert wird (was auch von dir noch zu beweisen wäre. Verschwörungstheorien aufstellen kann jeder!)

      • floppy, mir gehts wie dir, ich kann mit diesen Verschwörungstheorien nicht viel anfangen. Und ich hab auch null Probleme damit, wenn jemand durch Beziehungen an einen Job oder sonstige Vorteile kommt. Das nutzt doch jeder von uns auch im normalen Leben aus, warum sollten das Fernsehleute nicht dürfen? Natürlich hat Jenny Jürgens Jobs gekriegt, weil sie halt den Künstlernamen ihres Vaters mitnutzte. Natürlich hat dre Trainer des FC Bayern-Nachwuchses den Job bekommen, weil er mit Nachnamen Hoeneß heißt. Aber vielleicht auch eben nicht nur. Beim Fernsehen bestimmt auch das Publikum mit, beim Fußball Ergebnisse. Also scheinen die, die durch Beziehungen so einen Job gekriegt haben, den sie lange behalten, auch fachlich was drauf zu haben. Soll es ja geben.

  11. Also darauf hätte ich jetzt wirklich verzichten können. Na wenn ich lust habe, werde ich mir das mal anschauen. Erwarten tue ich gar nix.

  12. Jetzt wissen wir, warum der NDR so am ESC spart, klar um bei dieser zwielichtigen Veranstaltung teilzunehmen. Für mich ist diese Kiddievariante des ESC absolut unnötig. Ich teile die Meinung von Leuten die sagen, das da ein zu großer Leistungsdruck auf die Kinder ausgeübt wird. Noch schlimmer finde ich es, das die Kinder wie Erwachsene ausstaffiert werden. Nee. Da wird mir ganz übel. Das gilt aber auch für The Voice Kids und ähnlichen Wettbewerben. Für mich kommt noch ein anderer Respekt hinzu, der aber zu weit weg führen würde und ziemlich unappetittlich ist.

  13. Ich mochte nochmal betonen das die Buhne in Gliwice einfach genial war und gern fur einen „großen esc verwendet werden sollte !!

  14. Nichtsahnend schaue ich heute bei ESC kompakt rein und dann erfahre ich diese erfreuliche Nachricht! Ich hatte es seit November, als ein paar Leute von der deutschen Delegation beim JESC 2019 vor Ort waren, schon im Gefühl, dass es nächstes Jahr (also dieses Jahr) klappen könnte! Wobei ich sagen muss, dass ich aufgrund der Corona-Pandemie gedacht habe, dass es dann vielleicht doch erst im Jahr 2021 klappen könnte! Sehr schön, dass es dieses Jahr bereits klappt!

    Und an alle JESC-Hater: Meine Gedanken darüber habe ich bereits in den Kommentaren, unter dem Artikel des Interviews mit Thomas Schreiber, erläutert! Ich würde hier jetzt das gleiche Schreiben, deswegen könnt ihr ja mal meinen Nicknamen in den Kommentaren des Artikels vom Montag suchen, falls euch meine Stellungnahme an alle JESC-Hater interessiert:
    https://esc-kompakt.de/esc-kompakt-exklusiv-interview-mit-dem-ndr-ben-dolic-ist-fuer-2021-nicht-gesetzt/

    • Vielleicht könnten wir uns auch mal bitte darauf einigen, dass die, die ein Format oder ein Lied oder so nicht mögen, keine Hater sind. Hass ist so kontraproduktiv und ich wüsste nicht, wieso ich jemanden oder etwas hassen sollte. Schon gar keine Show, die ich nicht gucken werde, weil sie mich einfach inhaltlich nicht interessiert.

      Und dann können wir uns gerne nochmal sachlich damit auseinandersetzen. Das mit dem Leistungsdruck ist ein guter Punkt meiner Meinung nach. Den nehm ich nicht bei allen Formaten mit Kids wahr, ich finde „Dein Song“ zum Beispiel echt ganz gut. Da sind nämlich musikalische Paten, die den Kids da gewissermaßen auf Augenhöhe begegnen und sie durch den ganzen Prozess begleiten. Also nicht nur musikalisch, sondern auch, was sonst noch hinter so einer großen TV-Produktion steckt. Ist das beim JESC auch so? Ich denke nicht, oder? Ich frag da wirklich unbedarft, weilich es noch nie sah, deswegen weiß ich nicht, wie es abläuft.

      Wenn ich das richtig erinnere, wird bei „Dein Song“ oder auch bei „The Voice Kids“ ja kein Voting bekanntgegeben. Niemand geht quasi als „Letzter“ aus der Show. Einer gewinnt halt, der Rest landet auf Platz 2 sozusagen.
      Wie ist das beim JESC? Gibt es da ein Voting wie beim „richtigen“ ESC?

      • Hallo Andi, deine Fragen beantworte ich natürlich gerne!
        Ich fange mit deiner letzten Frage an: Es gibt im Prinzip das selbe Votingverfahren wie beim ESC! Es gibt getrennt Jury- und Zuschauerpunkte und auch das Ranking ist öffentlich einsehbar!
        Für die Jurypunkte, welche von Kindern (oft ehemalige Teilnehmer des JESC oder Zweitplatzierte bei den Vorentscheiden) der jeweiligen Länder bekannt gegeben werden, gibt es nicht, wie beim großen ESC, eine Liveschaltung in die jeweiligen Länder geschaltet, sondern die Kinder sind live vor Ort auf der Bühne und geben dort die Jurypunkte ihrer Länder bekannt!
        Das Zuschauervoting läuft von der Bekanntgabe so ab wie beim großen ESC, allerdings gibt es seit 2 Jahren beim Zuschauervoting an sich eine, von vielen (auch von mir) kritisch gesehene Änderung! Das Zuschauervoting findet nicht telefonisch statt, sondern ist ein reines Online-Voting! Außerdem kann man dort auch für sein eigenes Land abstimmen, was ebenfalls kritisch gesehen wird! Der JESC findet an einem Sonntag statt und das Online-Voting wurde letztes Jahr z.B. bereits am Freitag geöffnet, dann kurz vor der Show geschlossen und dann nochmals während der Show, als alle Künstler gesungen haben, für ein paar Minuten geöffnet! Viele sehen das Online-Voting auch deswegen kritisch, weil man zwar pro IP mit den Votings eingeschränkt ist, aber man diese IP-Sperre ja heutzutage leicht übergehen kann! Vor allem durch die recht hohe Punkteanzahl, welche Polen im letzten und vorletztem Jahr beim Online-Voting bekam, sehen viele, unter anderem auch ich, diese Methode als kritisch an. Zuständig für die Online-Votingplattform ist auch hier Digame!
        Du siehst also, auch ich sehe den JESC nicht himmelblau, sondern es gibt durchaus Elemente in dieser Show, welche auch ich kritisch sehe! Aber vielleicht gibt es in diesem Jahr eine Änderung? Wer weiß? 2016 z.B. gab es zum einzigsten mal ein reines Juryvoting!

        Musikalische Paten gibt es beim JESC an sich nicht! Ob den jeweiligen Künstlern hilfreiche Paten (für den Gesang, Tanzeinlage etc.) an die Seite gestellt werden, müssen die nationalen Länder schon selbst entscheiden! Aber ich bin mir ganz sicher, dass bei allen Teilnehmern einige Profis im Hintergrund (also für uns Zuschauer nicht sichtbar) den Künstler zur Seite stehen! Und der KiKA möchte ja den JESC-Weg dokumentarisch begleiten! Vielleicht sehen wir da ja den ein oder anderen „Paten“!

  15. mir wärs lieber gewesen der ESC 2020 wäre auf den JESC Termin verschoben worden ..und der JESC wäre stattdessen ausgefallen ..Aber scheinbar bekommen die den Junior Contest trotz Corona hin und der ESC und die Interpreten wie the ROOP, Hurricane und ULRIKKE zb müssen jetzt dafür büßen ..wie ungerecht das alles …da fehlen einem die WORTE!!!!!!!!!!!!..

    • Du willst den richtigen ESC an einem Sonntag um 17 Uhr ausstrahlen lassen? 🙂

      Mal ernst: Die Gastgeberländer sind doch zumeist schon bei 12 Monaten Vorbereitungszeit überfordert. Wie soll man einen ESC denn bitte in 6 Monaten organisieren?
      Oder würdest du auch an allen anderen Grundpfeilern der ESC-Terminplanung rütteln und den ESC dauerhaft in die Adventszeit packen?

      So sehr ich es auch verstehe, dass man dem Jahrgang 2020 und der tollen Show hinterher trauert, muss man sich mit der Entscheidung dann halt irgendwann mal zufrieden geben.

  16. Habe ich noch nie gesehen und plane auch nicht es zu ändern. Stehe solchen Kindershows generell sehr skeptisch bis ablehnend gegenüber.

  17. Es ist teilweise wirklich erschreckend was hier schon alles kommentiert wurde. Der JESC (den ich seit 2012 verfolge) ist alles, aber keine Lolita-Veranstaltung. Es gibt auch keine zwielichten Machenschaften oder Leute, die durch Vitamin B an ihre Teilnahme kommen (gut, San Marino war 2015 ein Negativbeispiel, aber das war’s).

    Ich war 2013 in Kiew vor Ort, hatte damals Tickets gewonnen und es war eine tolle Sache (beim ESC war ich übrigens erst 2014 vor Ort btw).

    Diese Kinder werden zu GAR NIX gezwungen, sie wollen ihr Talent einfach mit der Welt teilen, ist dasselbe Prinzip wie bei Supertalent oder Voice Kids, Golos etc.

    Da stehen auch keine Muttis hinter der Bühne, die ihre kleinen Mädchen mit Schminke zukleistern und ihnen Diäten aufzwingen, Gott sei Dank.

    Diese Kinder wollen einfach nur mit einem schönen Song an einem Wettbewerb teilnehmen und hoffen darauf, ihn zu gewinnen. Natürlich gab es auch schon mal ein paar Tränen, wenn man nicht ganz vorne gelandet ist, aber das waren Ausnahmen und die Kinder sind teilweise schon weit im Teenager-Alter, die können das meist verkraften.

    Bezüglich „aufgetakelte Kinder“: Leute, geht ihr manchmal auch vor die Tür?! Habt ihr in den letzten Jahren mal Kinder zwischen 9 und 14 Jahren irgendwo gesehen? Die tragen die schicksten Markenklamotten und die Mädels sind teilweise schon mit 11 oder 12 gut dabei in Sachen Make-Up (das war zu meiner Zeit übrigens auch schon so, ich bin Jahrgang 1994). Die Teilnehmer*innen bei Junior Eurovision sind ganz normale Kids wie die in meiner Gegend, die sind manchmal auch schreckliche „Pubertiere“ und genauso schüchtern, wild, nervig und charmant wie wir alle es mal als junge Leute waren.

    Ich habe eher das Gefühl, dass manche Angst haben, sie könnten in die „falsche Ecke“ gestellt werden, nur weil sie sich den Junior ESC anschauen. Ich schau ihn an, weil mich die Gesangstalente beeindrucken und die Songs wirklich größtenteils klasse sind, hört euch mal die letzten Jahrgänge an.

    Und zu guter letzt: Ich finde es super, dass inzwischen auch Erwachsene mitkomponieren dürfen. Hört euch mal die Songs 2003-2007 an, als nur Kinder schreiben und komponieren durften, da war viel Müll dabei. Lasst den Kindern ihre Freude und allen, die den Wettbewerb nicht herabwürdigen, sondern feiern. Punkt.

    • Ich lasse natürlich jedem die Freude an diesem Wettbewerb. Wer das gerne gucken will, hat meinen Segen und alle guten Wünschen.
      Aber dann lass doch auch denen, die diesem Wettbewerb nichts abgewinnen können, auch ihre Freude.

      Du sagst, da kommt niemand durch Vitamin B zu einem Auftritt. Das wage ich zu bezweifeln. Du sagst, es gibt keine überambitionierten Eltern. Wage ich zu bezweifeln. Du sagst, die meisten könnten auch ein negatives Erlebnis verkraften. Wage ich zu bezweifeln. Ich glaube sogar, dass ich Recht habe. Nein, ich bin mir sicher. Sagt mir meine Lebenserfahrung. Das heißt nicht, dass ich nicht trotzdem jedem die Freude an diesem Wettbewerb lasse. Aber bisher konnten meine Bedenken nicht zerstreut werden. Im Gegenteil. Sie werden von Pro-JESC-Posting zu Pro-JESC-Posting größer und größer. Ich bin generell immer skeptisch, wenn man versucht, alles zu verteidigen.

      • @Andi

        Da sind wir mal einer Meinung. Bin mal auf Youtube auf einige Videos von der „Mini Playback Show“ gestoßen und man hat finde ich in mindestens 90 % der Fälle gemerkt dass die Kinder eigentlich gar keine Lust haben und von ihren Eltern dazu gedrängt werden, so nach folgendem Motto: „Du machst das jetzt oder du wirst heute ohne Abendessen ins Bett geschickt!!“

      • @Andi warum fühlst du dich bei jedem Kommentar angesprochen und angegriffen der nicht deiner Meinung entspricht?

      • @escvegi
        So’n Vielposter fühlt sich nicht angegriffen, sondern angesprochen. Das kann manchmal etwas anstrengend wirken, ist aber von gelegentlichen Hümörbömben tatsächlich einigermaßen sachlich. In dieser Sache kann ich seine Einwände jedenfalls gut nachvollziehen.

      • Danke, Frédéric. 🙂
        Und nein, ich fühl mich tatsächlich nicht angegriffen. Dazu isses mir auch nicht wichtig genug. Es ist halt nur eine TV-Show. Die mich aber tatsächlich gestern so sehr interessierte, dass ich ja nachfragen wollte und auf Argumente hoffte, mir das tatsächlich doch anzusehen.

    • Volle Zustimmung! Ich bin zwar kein besonders großer JESC-Fan, aber mich nervt es wirklich, dass in dieser Diskussion häufig so getan wird, als ob die zum großen Teil jugendlichen TeilnehmerInnen keinen eigenen Willen hätten, von ihren Eltern zur Gesangskarriere gezwungen werden und eigentlich total unglücklich sind (selbst wenn sie selber das Gegenteil sagen). Das entspricht überhaupt gar nicht der charakterlichen Entwicklung in diesem Alter (insb. wenn man an so einem Wettbewerb teilnimmt). Es ist noch nicht lange her, dass ich selber in diesem Alter war und diese Art Herabwürdigung hat mich da schon maßlos aufgeregt.

  18. Achja, weii ich es vorgestern versprochen habe: Es gibt 14 Mio. Hauskatzen in Deutschland, Katzen miauen engelsgleich, sind elegant, garantiert nicht dressierbar. Viele Allergiker können sich zu Haus keine Katzen halten und müssen ohne sie auskommen!. Überall in Europa mag man sie – ich fordere einen Katzen-ESC! Bewerbungsvideos vorsorglich per Mail an den NDR schicken, denn 2022 sind wir garantiert dabei!

    • Bitte kein Online-Voting, das ist wichtig.
      Und bitte den Katzen keine menschlichen Namen wie „Vincent“ geben, das gibt dann einen Shitstorm.

      • Absolut. Mit Muschi und Mohrle kannste marketingtechnisch nix mehr reißen. Du musst so Katzenbaby-Videos ja auch vermarkten. Dass da vorher noch niemand drauf kam. Ich würde ja FB, Insta und YT mit Katzenbaby-Videos zumüllen. Aber mich fragt ja wieder niemand. Da sitzen offenbar nur Pfeifen.

        Katzen-ESC wird toll. Ich hoffe, die ARD überträgt das auch in der Primetime. Da muss halt mal Fußball verschoben werden, gibt ja Sport1, da kann das laufen. Und 3-4 Tatorte weniger pro Jahr. Was ist schon Jan Josef Liefers gegen ein süßes Katzenbaby, das zu „Rise Like A Phoenix“ miaut???

      • Conchita als moderiernde Cat-Woman verspricht eine fantastische Einschaltquote und als Warm-Up kann man die 10h Fassung des Meow Songs senden. Hat über 10 Mio Klicks! Katzen-ESC-Hater haben den sicher noch nicht komplett gesehen!

      • Außerdem haben Katzen auch einen super eigenen Willen und texten ihr Miau immer selber. Die werden da von ihren Katzenhaltern nicht zu gezwungen!

      • Sie pflegen auch eigenständig ihr seidiges Fell.
        Wieviele potenzielle Katzenfuttersponsoren gibt es eigentlich?

      • Ja, wahrscheinlich, und die Arbeit der Choreographen beschränkt sich auf das rhythmische Bewegen des Taschenlampenlichts auf dem Boden der Bühne.

  19. Ich stand dem JESC immer sehr skeptisch gegenüber und habe mich dem komplett verweigert. Bis ich letztes Jahr dann aus „beruflichen Gründen“ meinen ersten JESC geschaut habe. Der Wettbewerb kommt natürlich nicht an den echten ESC ran, aber es war doch ein kurzweiliger Nachmittag mit einigen positiven musikalischen Überraschungen.
    Ich verbinde mit der Teilnahme die leise und vielleicht auch etwas naive Hoffnung, dass Kinder – als Künstler und Zuschauer – an den (J)ESC herangeführt werden und der große ESC davon langfristig profitiert, z.B. im Hinblick darauf, ob Künstler bereit sind, an der deutschen VE/Auswahl teilzunehmen…

  20. Ich hatte es hier ja schon öfter gesagt: Kinder sind Leistungsdruck in der Schule und im Vereinssport sowieso schon von kleinauf ausgesetzt, das gehört (leider) zu den Grundprinzipien unserer Gesellschaft. Da hier der Spaß am Wettbewerb im Vordergrund steht, sehe ich kein Problem beim JESC. Wer ein mal ein bisschen den Wettbewerb für Kinder verfolgt hat, wird auch gesehen haben, dass in den meisten Fällen absolut kindgerechte Outfits ausgewählt wurden. Lediglich die Osteuropäer schlagen für unseren westlichen Geschmack vielleicht mal über die Stränge, was aber auch durch kulturelle Unterschiede zu erklären ist. Ich freue mich sehr über die deutsche Teilnahme und vor allem den JESC endlich wieder mit deutschem Kommentar. Vielleicht ist ja wie schon 2015 auch Thomas Mohr wieder dabei.

    • Was die Kinder in der Schule leisten müssen, wird aber auch in aller Regel nicht von Kameras begleitet und von Millonen Menschen in Europa geguckt. Geschweige denn bei YT veröffentlicht.

      • Aber Leistungsdruck definiert sich doch nicht nur darüber, wie viele Leute zuschauen. Das Problem scheint also eher zu sein, dass die Kinder in der Öffentlichkeit stehen. Dann wiederum müsste man aber auch zahlreiche Youtube-Kanäle von jungen Menschen verbieten usw. Da schauen ja auch viele Menschen zu, ohne dass eine professionelle Begleitung dahinter steht.

  21. An alle, die bisher noch keine Berührungspunkte mit dem JESC hatten und skeptisch sind: Schaut einfach mal in die Shows der letzten Jahre rein, sie sind alle komplett auf YouTube verfügbar.
    Wenn man dann von der Veranstaltung immer noch nichts wissen will, ist das vollkommen in Ordnung! Aber es ist schon günstig, sich mit der Materie auch ein bisschen zu beschäftigen, bevor man sich eine Meinung bildet.

    • Wäre es okay, einfach keine Meinung zu haben und den JESC als Show-Konzept uninteressant zu finden? Mich interessiert auch „Let’s Dance“, habe noch nie eine einzige Folge gesehen und kann trotzdem sagen: da wird getanzt, also will ich es nicht sehen und da sitzt Jorge Dingsbums, also will ich es nicht sehen. Man muss nicht immer alles mal gemacht oder gesehen haben, um zu sagen: „Nö, brauch ich nicht in meinem Leben.“

      Und ja, ich wurde gerade zu einem Video genötigt. Hab ich 40 Sekunden durchgehalten. Ich bin auch stolz auf mich.

    • Woher rührt eigentlich die Vorstellung, JESC-Kritiker hätten da nicht schon reingesehen, kennen die Materie nicht und die Argumentation beruhe auf amateurhafter Umsetzung?

      • Weil es hier in der Diskussion mehrere Leute gibt (z. B. ESC1994 und esc.Club.EL), deren Argumentationsmuster aus „Kennen ich nicht, finde ich aber trotzdem doof!“ besteht. Außerdem könnte ein kurzer Blick in die Sendung z. B: das oft genannte Argument entkräften, dort würden Kinder (bei den Altersgrenzen würde ich bei vielen Teilnehmern eher von Jugendlichen sprechen) unnatürlich aufgebretzelt!
        Nochmal: Ich will hier niemanden pro-JESC missionieren, jeder darf von der Sendung halten, was er möchte; er sollte aber zumindest wissen, wovon er spricht.

      • Wie @Andi schon schrieb: Wieviel muss man davon gesehen haben, damit man nicht als Unwissender abqualifiziert wird? Da scheint unter den JESC-Fans ein gewisses Understatement zu herrschen. Das ist hier nicht der erste Anlass, sich zum JESC auszutauschen. Die Diskussionen reichen in den Prinzblog zurück,da wurden auch schon ährlich die Videos gelistet und durchdiskutiert.Und viele der hier Kommentiernden haben sich zu schon jenen Anlässen durch frühere JESC gearbeitet und damals kommentiert. Di generelle Unterstellung ist also aus der Luft gegriffen.

        Den musikalischen Wert kann man gerne mal aufdröseln, aber das gilt ja auch für den Standard-ESC. Aber die Produktionsqualität der Sendung geht nicht mit der Frage einher, wer da mit welchen Mitteln wessen Bedürfnisse befriedigt. Ob der Aufwand gerechtfertigt ist, ob das nicht eine Special-Special-Interest-Veranstaltung ist (weswegen ich diesen etwas sarkastischen Katzenvergleich spiele), überidealisierende Vorstellungen Erwachsener über vermeintlich(!) selbst musizierende Kids dominieren, ob da irgendein kultureller Wert drinsteckt (oder eine echte übergeordnete Idee, ob das Label ESC eigentlich dadurch effektiv repräsentiert wird, etc …

        Und (nicht an dich gerichtet) natürlich werden die meisten Kids da stylistisch „beraten“ oder angeleitet – die Behauptung des Gegenteils ist bar jeder Realität. Wer schonmal in Kika-Styling-Sendungen gezappt hat, weiss wie das abläuft. Das Modelling ist nicht Kern, aber Teil des Problems/der Kritik an der Veranstaltung.

      • Weil alle Indizien genau darauf hinweisen. Und wenn man den Leuten dann mit Argumenten kommt, sagen sie dass ihnen das Konzept nicht zusagt. Seltsamerweise habe ich noch von keinem dieser Leute einen Kritikpunkt wegen des Konzepts der Show an sich gelesen, sondern nur (sorry) stupides Draufgehaue wegen der armen, ausgebeuteten Kinder. Als wären sie selbst nie eins gewesen… lol

      • @Patrick Schneider:
        In der Tat war ich nie ein armes, ausgebeutetes Kind, das von seinen Eltern dazu gezwungen wurde, Sport oder Musik zu machen. Voll irre. Wie bin ich bloß großgeworden?

        Und bitte, ich kann gerne Kritik inhaltlicher konzeptioneller Art üben:
        wenn ich das richtig weiß, gibts da ein Online-Voting, bei dem jedes Land für sich selber abstimmen kann. Find ich scheiße. Muss ich die Show gesehen haben, um mir über so ein Prozedere eine Meinung zu bilden?

      • @Jorge
        Um das nochmal deutlich zu machen: Ich habe oben nicht alle diejenigen, die den JESC nicht mögen gemeint, sondern „alle, die bisher noch keine Berührungspunkte mit dem JESC hatten und skeptisch sind“; und damit hatte nicht nur diejenigen im Sinn, die genau das hier schon zugegeben haben, sondern vor allem auch stille Mitleser.
        Z. B. inga, 100teljubam oder dich habe ich damit nicht gemeint.
        Und zur Styling-Sache: Das eine Konsultation bezüglich des Bühnen-Outfits stattfindet und der Interpet nicht zu 100% selbst entscheidet, was er auf der Bühne trägt, liegt auf der Hand; das wird auch niemand ersthaft abstreiten und es ist auch durchaus ein Aspekt, über den sich diskutieren lässt.
        Der Vorwurf, dass beim JESC Teilnehmer in hohem Maße in einer ihrem Alter nicht entsprechenden Weise sexualisiert werden, wie er in dieser Diskussion seit Jahren immer wieder vorgebracht wird (nicht von dir!), was ich mit „unnatürlich aufgebretzelt“ hauptsächlich meinte, lässt sich nach Anschauen der Show aber einfach nicht aufrecht erhalten und es ist offenkundig, dass diejenigen, die immer wieder damit kommen, sich nicht näher mit der Sendung beschäftigt haben können.
        Ich will gar nicht abstreiten, dass man über die Jahrgänge hinweg über das ein oder andere Outfit in der Hinsicht diskutieren kann, aber die großen Aufmärsche von „Lolitas“ und „Lolita-Boys“ sehe ich nicht.

      • Um das Thema abzuschliessen: Mancher fühlt sich durch meine direkte Art gelegentlich bedrängt, von daher schätze ich deine sachliche Replik. Problematisch war nicht der erste, sondern der zweite Absatz zum JESC-Link, fand ihn nicht so wertungsoffen. Ich hätte aber auch besser zu den pauschalen Wegwisch-Aussagen anderer differenzieren können – doch meistens fühlen sich ja ohnehin die falschen angesprochen. 🙂

        Selbst wenn hautfarbener Glitzer-Spandex oder Sexy Teen-Dolls da nicht dominieren, empfand ich auch den JESC 2019 voll von ’süßlichen‘ Klischees aus Mamis Kleiderkreisel und schrägen Nachahmungschoreografien. Eigene Handschrift der Kids habe ich da selten erkannt. Persönlich ist da für mich keine Relevanz oder musikalischer Output, die das aufwiegen könnten und keine Notwendigkeit, die Nerds von uns Nerds zu versorgen, nur weil da das Label dransteht. Es ist für mich eher einen Nachteil für die Kernmarke in Deutschland, weil das (falls es überhaupt die Wahrnehmungsschwelle übrschreitet) unter Rechtfertigungsdruck gerät, mindestens aber sehr erklärungsbedürftig sein wird. Für euch ergibt’s irgendwie Sinn – wie auch immer, peace.

      • @floppy du hast das wirklich super auf den Punkt gebracht.

        Ich finde folgenden Vergleich passend: Ihr kennt doch all die Kommentare von Nicht-ESC-Fans, die immer wieder behaupten „braucht keiner, denn da schustern sich ja die Nachbarländer und der Ostblock immer alle Punkte zu“.

        Und ihr alle wisst aus eurer Erfahrung als ESC-Fan, dass das zum größten Teil eben nicht der Wahrheit entspricht. Wie Peter Urban immer wieder sagt: Man kann nur gewinnen, wenn man von allen Regionen Punkte erhält.

        Und genau diese hartnäckigen (aber leider meist falschen) Vorurteile, über die ihr euch sicherlich auch schon einmal in Bezug auf den ESC aufgeregt habt, verwendet ihr nun beim JESC

    • Bei mir verhält sich die Sache ganz einfach. Ich höre Kinderstimmen nicht gerne und fühle mich immer etwas unwohl, wenn Kinder Teil einer Show- und/oder Wettbewerbsveranstaltung sind. In den vergangenen Jahren habe ich totzdem immer mal wieder JESC-Beiträge angeklickt, die mir empfohlen wurden, und diese Erfahrungen haben mich bestätigt: Ist nichts für mich. Gruselt mich.

      Aber wenn es nach mir ginge, gäbe es ja auch in der Schule keine Noten und Bonuspunkte für abschreiben lassen. Bei Kindern ziehe ich Solidarität der Kombination Leistung & Konkurrenz vor.

  22. Ich fand den JESC in den Anfangsjahren mal ganz interessant, als die Kids ihre Songs noch selber schreiben durften/mussten – da kamen dann wirklich ganz originelle, teilweise leicht anarchische Beiträge auf der Bühne. War kurzweilig und hat sich kindgerecht nicht zu Ernst genommen.

    Mittlerweile ist mir der Wettbewerb (ähnlich wie das große Vorbild) zu überprofessionalisiert und stromlinienförmig. Kann verstehen dass man ein größeres Publikum erreichen will, aber muss dann alles so fad und unoriginell werden?

    In Gliwice waren fast alle Beiträge formelhafter Midtempo-Pop mit durchgetakteten Perfomances, wie man sie in jeder Castingshow sieht und hört. Ist die Jugend schon so angepasst, dass sie sich in dieses beliebige Korsett presst? Ich glaube nicht.

  23. Na super,
    da bekommen sie den offiziellen ESC nicht gebacken und jetzt kommt der JESC
    Sollten mal all ihre Kraft und Energie in den Original ESC setzen…

  24. Wow, da heißt es am Montag noch, der NDR müsse sparen, und nun das.

    Ich kann auf diese Veranstaltung sehr gut verzichten. Und ja, ich habe im letzten Jahr die Übertragung zum Teil verfolgt und mir im Vorfeld sogar einige Videos der Wettbewerbsbeiträge angeschaut. Besonders in Erinnerung blieb u.a. folgendes (speziell ab etwa Minute 2:00):

    https://youtu.be/ooag1JvvRW0?t=133

    Es ist einfach nichts für mich, ich schaue aber auch kein The Voice Kids oder sowas.

    (Mit welchem ‚Tag‘ kann ich so ein Video eigentlich direkt einbetten?)

    • Du nimmst ernsthaft Kasachstan und dann sogar noch das wirklich kitschige Musikvideo als ultimativen Beweis her? Schau dir lieber mal den Liveauftritt an, den du ja angeblich verfolgt hast.

      Oder nimm Beiträge wie Georgien 2019, Frankreich 2018 oder Polen 2017 her

      • @Patrick Schneider:
        Sie hat es nicht als ultimativen Beweis genommen, sondern als Beispiel, das ihr im Kopf blieb.
        Hat sie auch so geschrieben.

        Du forderst, vollkommen zurecht, dass man den Fans des JESC die Freude gönnen sollte. Dann hör bitte auf, ständig alle hier anzugreifen, die mit dem JESC eben nix anfangen können. Geschmäcker sind nunmal verschieden. Akzeptier das doch einfach.

      • @Andi

        Ich muss dir schon wieder zustimmen. Was ist los mit mir?? Werde ich krank??

        PS: Ist natürlich nicht ernst gemeint. 😉

      • @Andi

        Gewöhn dich lieber nicht dran, es wird noch genügend Gelegenheiten geben wo wir verschiedener Meinung sind, aber das ist auch gut so, wäre ja langweilig.

        Ach ja, falls ich dir irgendwann mal mit einem Kommentar auf den Schlips getreten bin dann nochmal Entschuldigung.

      • Wo ist eigentlich das Gegenargument zu Ingas? Gelten nur deine Beispiele als idealtypisch? Es sei nicht repräsentativ? Muss es auch nicht sein, niemand erwartet sowas vom dt. TV. Es zeigt aber, für wen solche Beiträge produziert werden und wessen Vorstellung da realisiert wurde. Also: Wer nur daneben sitzt, ist eben auch (unfreiwillig) mit auf dem Bild.

      • @Patrick Schneider: Ich habe leider den falschen Button erwischt. Meine Antwort steht im Faden weiter unten.

      • Leute, jeder soll sich das anschauen was er gern sehen möchte. Und mein Hauptgrund für die Kommentierung von Ingas Beitrag war, dass sie ein übertrieben überproduziertes Musikvideo als Argument contra JESC nimmt. das null komma nix mit dem Liveauftritt in Gliwice zu tun hatte.

        @Andi: mir vorwerfen, ich wolle andere zum JESC-Fan sein auffordern, aber selbst gebetsmühlenartig fast jeden positiven Beitrag zum Wettbewerb kommentieren

      • @Patrick Schneider:
        Ich weiß nicht, was mit deinem Leseverständnis nicht stimmt, aber DAS hab ich dir ganz sicher mit keinem Wort vorgeworfen.

      • @ESC1994:

        Alles gut. Und keine Sorge, so schnell bin ich nicht beleidigt. Und erst recht nicht nachtragend. 🙂
        Ich find es auch super, mal anderer Meinung zu sein. Und ich diskutiere ja nun auch gerne. Hier interessierte es mich tatsächlich auch besonders, weil ich mit dem JESC noch keine Berührungspunkte hatte, selbstgewählt. Aber es schaffte auch niemand bisher, mich zu bekehren. Und mit Sätzen wie „Was laberst du“ von Patrick Schneider weiter oben als exemplarischem BEispiel, wie unsouverän man mit anderen Gesichtspunkten umgehen kann, wird das auch nicht gelingen.

        Aber vielleicht muss ich mir auch echt einfach mal die letzten 100 JESCs angucken, um eine Meinung haben zu dürfen. (Kleiner Spaß, chillt mal, Freunde.)

  25. @Patrick Schneider: Andi hat mir meine Antwort bereits abgenommen. Kein ‚ultimativer Beweis‘, nur ein Video, das hängenblieb. Zum Glück muss man als ESC-Fan ja nicht alles automatisch toll finden, was ein ESC Label trägt (s. z.B. die unterschiedliche Resonanz auf den ESC-Netflix Film). Wenn du dir den JESC gerne anschauen magst, habe ich damit aber auch absolut kein Problem! Wenn ich wählen dürfte, hätte ich aber lieber einen Tatort mehr,

  26. Immerhin gibt es wieder ordentlich Diskussionsstoff, ist doch cool😀.
    Ich bleibe dabei: Grundsätzlich habe ich gar nichts dagegen, wenn junge Talente entdeckt und gefördert werden. Auch nichts gegen Kinder im Fernsehen. Aber diesen Leistungsgedanken, der dahinter steckt, finde ich nicht gut. In der Schule werden die Kids genug damit konfrontiert. Muss jetzt nicht noch vor einem europa- wenn nicht sogar weltweitem Publikum sein. Das ist schon für viele Erwachsene heavy.
    Nichtsdestotrotz werde ich mir die Show mal anschauen. Ansonsten Peace, jeder hat seine Meinung und das ist gut so🙂

  27. Eigentlich ist die Diskussion so alt wie der JESC selbst und ich bin dessen müde. Ich sag aber dennoch: mir gefallen einige Songs extrem gut (Frankreich 2019 und Australien 2017 mal als Bsp.) und ich gucke den Wettbewerb gerne.
    Das Voting fürs eigene Land muss abgeschafft werden, ja, und selbstverständlich muss man den Wettbewerb auch nicht gucken. Aber pauschal zu sagen, das Styling und die Bühnenshow sei nicht kindgerecht, bedarf erstmal empirischer Beurteilung, wieviele Kinder „too much“ aufgebrezelt sind 😀 Nein, das sehe ich bewusst differenziert und es ist nicht der Teufel in Person.
    Und zum Thema „formelhafter Midtempo-Pop mit durchgetakteten Performances, wie man sie in jeder Castingshow sieht und hört“ überspitze ich mal ins Gegenteil, weil ich wirklich traurig darüber bin: Wenn ich beim ESC oder JESC, ganz egal, 26mal hintereinander den Rapper in 2 Sprachen (natürlich Landessprache dabei! sonst ist ja Weltuntergang!) mit Balalaikas oder Alphörnern, Stepptänzern und Akrobaten in Tracht oder Neon-Netzhemd sehen muss, dann bin ich echt raus. Ich stehe zu meiner Wertschätzung für ein sauber produziertes Stück Pop oder Rock, gerne auf Englisch, zu einer eingängigen Melodie mit professioneller Choreographie und schön gemachtem Backdrop. Diversity, ja, aber für mich nicht mit gleichzeitiger „Ächtung“ von gut gemachtem Pop.

  28. ich finde es gut, daß Deutschland sich zu diesem Schritt entschlossen hat. Mit Frankreich und Italien sind auch zwei der Big-Five-Länder mit von der Partie. Unter den Kindern, die sich für den Vorentscheid bewerben werden, dürfte das eine oder andere dabei sein, daß schon bei „The Voice Kids“ oder „Das Supertalent“ als Kandidat dabei war.

  29. Finde ich gut. Zwar mache ich mir manchmal Sorgen um die Kinder – gerade bei Kasachstan und Russland letztes Jahr gab es so ein paar Geschichten – aber es gibt durchaus noch Länder, die das sehr kindgerecht angehen wie Wales und Niederlande.

    • Ich kann dir vollkommen zustimmen. An sich finde ich den JESC eine gute Sache und eine schöne kindergerechte alternative zum großen ESC. Jedoch finde ich es ebenfalls grenzwertig wie Russland und Kasachstan ihre Kinder behandeln. Da verhalten sich andere Länder, wie Niederlande, Irland oder auch Spanien deutlich besser gegenüber den Kindern.

      • Das häufig genannte Argument mit den viel zu „erwachsen“ gekleideten/geschminkten Kindern finde ich auch nur bedingt tragfähig, weil viele Kinder in dem Alter auch schon gerne „erwachsen“ rüber kommen wollen und es wahrscheinlich eine Fehlinterpretation von uns Erwachsenen ist, dass Kinder in solchem Alter sich noch gerne wie Kleinkinder kleiden und verhalten. Die Reife des Kindes spielt hier, denke ich mal, eine große Rolle, die man ja gar nicht pauschalisieren kann. Allerdings gibt es auch die Negativbeispiele, wie oben genannt (Russland und Kasachstan), wo die Kinder so „dressiert“ werden um möglichst erwachsen und professionel rüberzukommen. Eventuell müsste die EBU da einschreiten und sich um das Kindeswohl kümmern.

  30. Ich muss sagen ich bin überrascht. Damit habe ich nicht mehr gerechnet. Ich glaubs aber erst wenn tatsächlich im November jemand für Deutschland auf der Bühne steht. Dazu muss der Wettbewerb aber erst einmal stattfinden.
    Ansonsten freue ich mich, dass wir als letztes Big 5 Land auch endlich teilnehmen

  31. Also ich unterstütze den NDR, das ZDF und vor allem den KIKA, es einfach mal zu versuchen. Ich bin zugegebenermaßen angesichts Corona und Einsparzwänge (für den NDR, nicht notwendigerweise für die anderen) etwas überrascht über den Zeitpunkt, aber vielleicht bietet es sich dieses Jahr sogar gerade noch an, bevor es demnächst in neuen Haushaltsjahren, und wenn der Contest wieder zu größeren Hallenevents wird, schwieriger wird.

    Erleichtert bin ich, dass nicht einfach das fantastische Format „Dein Song“ als Vorentscheid für den JESC herhalten soll, weil die dort von den Kindern entstehenden Songs ganz anders ausgerichtet sind: mehr auf das Persönliche des Kindes und des Paten und auf den nationalen Musikgeschmack. Die Idee, ein älteres „Dein Song“-Gewächs als Komponist, Texter und Zugpferd zu nehmen, finde ich sehr clever und gut.

    Ich traue insbesondere auch den KIKA-Machern zu, ein Auge auf das Kindgerechte zu haben. Das beweisen sie im Falle von „Dein Song“ und vielen anderen KIKA-Formaten ebenfalls.

    Für den „großen ESC“ kann es die von Benny genannten Effekte durchaus geben. Auch könnte es sein, dass die Begleitung des Entstehungsprozesses durch die Doku und KIKA.LIVE (ähnlich wie beim Format „Dein Song“) ein blaupausenartiger Testballon für die Begleitung unseres deutschen 2-Jurys-Weges werden könnte (wobei ich nicht müde werde zu betonen, dass es eigentlich eines Vorentscheids bedarf).

  32. Ich sehe „Dein Song“ seit einigen Jahren immer wieder gern, finde aber durchaus, dass es da Situationen gibt, in denen Kinder von ihrem Paten und Produzenten ein bisschen über den Tisch gezogen werden. Ist zugegeben schwierig zu beurteilen, aber wenn da ein Kind sitzt und von seinem Paten (plus routinierten Produzenten) einen bereits vorproduzierten Track präsentiert bekommt, halte ich das schon für eine enorme Herausforderung, sich da nicht fremdbestimmen zu lassen. (Anmerkung: wenn man nicht mal mehr einen eigenen Song mitbringt, wird das bestimmt nicht leichter!)

    @Andi
    Ich habe auch immer weniger das Gefühl, dass die Paten ihre Kandidaten ernsthaft „durch den Prozess begleiten“ – viel mehr als das kurze Meet&Greet, die Studiosession sowie der finale Live-Auftritt scheint mir da nicht drin zu sein. Das Musik-Video wird z.B. eher getrennt aufgenommen (immerhin wird da nicht mal versucht, das mit visuellen Effekten großartig zu kaschieren).

    @Böörti01
    Es mag zutreffen, dass die Original-Sendung zielgruppen-orientiert arbeitet, aber ich sehe überhaupt nicht, inwieweit ein weniger persönlicher, mehr auf den „internationalen Musikgeschmack“ zugeschnittener Song, mehr taugen soll. Im Gegenteil erinnert mich das sehr unangenehm an das deutsche ESC-Trauma – möglichst universell hörbar und *trommelwirbel* radiofreundlich, bloß nichts eigenes! Mit Levent Geiger haben sie dafür auch gleich den perfekten Komponisten gefunden (wobei ich den Ansatz, einen Teilnehmer auszuwählen, natürlich begrüße).
    Da kriege ich ganz unangenehme 2017-Vibes …

    @Gaby
    Volle Zustimmung, dass bereits der ESC für manche erwachsene Teilnehmer (insbesondere erfolglose) eine Erfahrung ist, die erstmal verarbeitet werden will!
    In diesem Zusammenhang finde ich es zumindest bemerkenswert, dass man beim Vorentscheid der Minderjährigen anscheinend keinen „geschützten Raum für die Künstler“ benötigt. Aber wenn’s dabei hilft, den deutschen ESC-VE zurück zubringen, soll’s mir natürlich recht sein. 😉

    • Ich hab „Dein Song“ zugegeben schon länger nicht mehr sehr intensiv verfolgt und wenn dann auch nur die Finalshow. Ausgenommen die Staffel, als Michael Schulte Pate war für eine Teilnehmerin. Also ja, kann gut sein, dass dein Eindruck da treffender ist.
      Aber egal, wie intensiv der Kontakt zu den Paten ist, hab ich trotzdem das Gefühl, dass es ganz gut ist, dass da Personen aus dem Musik-Biz sind, die auch TV-erfahren sind und was sagen könnten. Man gibt den jungen Menschen da jemanden an die Hand.

      Und das spannt dann den Bogen zu dem, was auch Gaby ja schon angesprochen hat.
      Ich bleibe auch dabei, dass es für 14jährige schwer ist, sich öffentlich vor Millionen Menschen bewerten zu müssen. Und ich zweifel daran, ob das rein pädagogisch sinnvoll ist. Und dabei ist es egal, ob die Kinder und Jugendlichen freiwillig an der Show teilnehmen, ob die Eltern sie zwingen oder was auch immer. Was das hinterher mit einem macht, ist im Vorfeld immer schwer einzuschätzen und ich kenne erwachsene profilierte Künstler, die sich schon von YT- oder FB-Kommentaren aus der Fassung bringen lassen, weil das so oft unter der Gürtellinie ist. Mag ja sein, dass Kinder bei sowas unbedarfter sind. Jeder Mensch ist ja dann auch wieder anders.

    • @Frédéric: So wollte ich mich nicht unbedingt verstanden wissen. Ich kenne die Situationen, die du beschreibst, im Falle mancher Kinder und Paten bei „Dein Song“ und empfinde es manchmal auch so. Insgesamt wird da aber immer wertschätzend gearbeitet und man darf auch nicht vergessen, dass nicht alle Kinder dasselbe Selbstbewusstsein und Rüstzeug mitbringen, auch wenn sie tolle kreative Potentiale haben. Ein bisschen wollen sie es ja auch mal wie die Großen gezeigt bekommen und machen. Auch ist es so, dass kristische Konstellationen bei den Erwachsenen genauso existieren, nur nicht transparent werden. Im Gegenteil spielen da kommerzielle Interessen, auch des Künstlers, eine zusätzlich potentiell verfremdende Rolle. Man sollte da an die Kinder jetzt auch nicht unbedingt höhere Ansprüche stellen als an die Erwachsenen.

      Ich selbst finde Retortenbeiträge und ein ausschließliches „auf-etwas-Hin-Produzieren“ natürlich auch nicht gut, weil am End dann häufig blutleer und gekünstelt. Was ich meinte, ist einfach, dass man halt gewisse Titel für eine Fernsehbühnenumsetzung geeigneter hält und man beim Schreiben etwas anders vorgeht, als bei der Ehre, seinen eigenen Song mit Paten weiterzuentwickeln zu dürfen und sich dann mit der schönen Einleitung „xxx, das ist DEIN Song“verhältnismäßig locker präsentieren zu dürfen. Die Wettbewerbssituation bei Dein Song ist schon eine andere (gar nicht so hauptsächliche), als wenn man jetzt für seine Landesfarben antritt und dann nur eine 3-Minuten-Livechance hat. Eine Binsenweisheit vielleicht, aber nun gut…

  33. Hehe. Ich seh schon die schlagzeile. Gretchen lölinger gewinnt den jesc für deutschland. Kann gretchen lölinger für deutschland den esc gewinnen?

  34. Diese JESC-Kritik ist übrigens nur in der Bubble anzutreffen! Man muss den JESC nicht mögen, aber dann kann man das sagen und gut ist es! Man muss als JESC-Kritiker nicht darauf „herum reiten“!
    In vielen Ländern gibt es Musik-Wettbewerb-Shows für Kinder bzw. Jugendliche! Aber man muss ja überhaupt nicht auf die anderen Länder schauen. Da reicht ja schon Deutschland mit „Dein Song“ und „Voice Kids“! Diese Formate werden beide vom Publikum angenommen! Hier gibt es keinen „Aufschrei“ wie in der Bubble! Auch der JESC wird vom Publikum angenommen werden!

    Ich will nichts unterstellen, aber kann es sein, dass die „ESC-Bubble-Fans“ Angst davor haben, dass wegen dem JESC kräftig am ESC gespart wird? Das es keine Vorentscheidungs-Show gibt hat „kreative“ Gründe! Ich finde keine Show auch richtig, weil ich glaube, dass das Konzept der letzten Saison das aktuell richtige ist. Wir wissen natürlich nicht wie Ben Dolic genau abgeschnitten hätte, aber es ging ja in eine gewisse Richtung bei den ganzen Quoten und „Ersatzrankings“!
    Sicherlich hatten wir mit dem letzten Konzept der Vorentscheidung-Show auch mal Erfolg mit Michael Schulte, aber seien wir doch ehrlich, die anderen male waren jetzt nicht unbedingt zufrieden stellend, oder? Ich finde jetzt hat das aktuelle Vorentscheidungs-Konzept auch mal eine Chance sich mehrmals und nicht nur einmal zu beweisen!

    • Das VE-Konzept des NDR hat aber mit der grundsätzlichen inhaltlichen Ausrichtung des JESC nix zu tun.

      Ich kann auch mit „Diese Kritik kommt nur aus der Bubble“ nix anfangen. Es gibt auch genügend Leute, die sich an Kinder-Auftritten im „Supertalent“ stören oder generell auch an „The Voice Kids“ oder „DSDS Kids“, als es das mal gab. Natürlich gibts für solche Shows trotzdem Publikum und Fans. Aber das heißt nicht, dass es nicht auch Kritiker gäbe. Von daher: keine Kritik nur aus der ESC-Bubble.

      Ich betrachte mich übrigens auch nicht als Teil der ESC-Bubble. Ich bin nämlich in der Lage, über diese Bubble hinaus zu denken und der ESC ist nur ein ganz ganz ganz kleiner Miniteil meines Lebens.

      Und nochwas: mir isses scheißegal, ob da Kinder singen oder Senioren oder Katzen. Wenn’s da ein Online-Voting gibt, bei dem man für sein eigenes Land abstimmen kann, isses konzeptionell in meinen Augen einfach schonmal scheiße und wird von mir nicht geguckt. Und das hat, wie gesagt, null mit dem VE-Konzept des NDR zu tun.

    • Was Behauptung der auf die Bubble beschränkte Kritik angeht, glaube auch ich genug bubbleferne Leute zu kennen, die zwar The Voice, DSDS und Konsorten geguckt haben, sich aber für Kinder-Castingshows nicht interessieren. Ich würde sogar sagen, das von Erwachsenen prdduzierte/inszenierte Kinderstars ganz allgemein kritisch gesehen werden, nicht nur in solchen Shows. Die Liste der Kinder, die mit frühem oder irgendwann nachlassendem Ruhm nicht klar gekommen sind, ist nicht gerade kurz.

      Abgesehen davon bist Du (AlexESC) noch nicht auf den bereits angesprochenen Unterschied der Votingsituation bei Dein Song und einer Show wie dem ESC eingegangen. Ich glaube jedenfalls nicht, dass die Null Jury-Punkte bei der ca. 11-jährigen Joana aus Portugal letztes Jahr einfach abgeperlt sind. Wie so ein Kind sich fühlt, wenn es auch mal beim Publikumsvoting „Sorry, zero Points“ heisst, muss meinetwegen nicht rausgefunden werden.

      • Der Auftritt von Joana muss in der Juryshow genau so gewesen sein wie in der Liveshow! Hier wurde dies, was oft kritisiert wird, wirklich mal gemacht! Genau so wie das portugiesische Team (bzw. Delegation) es gemacht hat, macht man es nicht! Man hat sehr deutlich gemerkt, dass dieser Song nichts für sie ist! Ein „ruhiger“ Song hätte viel besser zu ihr gepasst!
        Man muss dazu sagen, dass Joana ein paar Monate zuvor, bevor sie als portugiesische Vertreterin beim JESC intern ausgewählt wurde, ebenfalls bei einem nationalen Kinder-Songwettbewerb in Portugal mitgemacht bzw, gewonnen hat. Mit einer Ballade!
        Hier könnt ihr euch den Auftritt anschauen:
        https://youtu.be/12uo9lH3zEg?t=3348

        Also um es nochmal klarzustellen, obwohl ich es schon gesagt habe: Ich finde auch den JESC nicht himmelblau, gerade das was Portugal gemacht hat, finde ich nicht richtig! Und, das habe ich auch schon angesprochen, auch das aktuelle Online-Voting-Konzept ist für mich ein Dorn im Auge, obwohl ich mir denken könnte, das in diesem Jahr, falls es keine Änderung gibt, Deutschland davon profitieren könnte, so wie es bei Polen in den letzten beiden Jahren der Fall war!

        Zum Thema Castingshows:
        Man muss zwischen den Castingshows schon auch etwas unterscheiden! Also DSDS und Supertalent würde ich jetzt nicht unbedingt mit „The Voice“ bzs. „The Voice Kids“ oder „Dein Song“ vergleichen! Supertalent und DSDS ist für mich nur noch Trash! Mehr nicht! Vor allem in Deutschland nicht! Ich finde die Supertalent-Versionen in den USA oder die Original-Version in UK haben um ein vielfaches mehr Niveau als in DE, aber das ist eine andere Geschichte!

    • @AlexESC: „Diese Formate werden beide vom Publikum angenommen!“ Das mag sein, aber es soll auch schon Sendungen gegeben haben, v.a. im Casting- oder Reality-Show-Bereich, die beim Publikum ankamen und bei denen es dennoch einigen Kandidaten danach schlecht ging (und es soll ja gar nicht so wenige Leute geben, die Sendungen, bei denen andere sich blamieren oder sonst irgendwie schlecht wegkommen, recht gerne ansehen). Dass das in den von Dir gelobten Sendungen auch so ist, will ich keineswegs unterstellen, trotzdem finde ich Andis Argument, dass man im Voraus nicht wissen kann, was solche Auftritte vor einem Millionenpublikum mitsamt nachfolgenden Reaktionen in den sozialen Medien bei jungen Teenagern anrichten können (selbst wenn sie aus eigenem Antrieb teilnehmen) sehr überzeugend.

      Und noch kurz zur Ermittlung des deutschen ESC-Beitrags: Genausowenig wie „beim Publikum ankommen“ ist für mich „Hauptsache eine gute Platzierung beim ESC“ ein Argument, das alles Andere in den Schatten stellen würde. Nur weil es jetzt ein paar Mal hintere Positionen gab, muss man nicht dem Fernsehpublikum die Bestimmung des deutschen Beitrags entziehen und diese in die Hände eines kleinen ESC-Panels geben, das dem vermeintlichen ESC-Mainstream-Geschmack am nächsten liegt. Übrigens hat man ja in den letzten Jahren kein einziges VE-Konzept eine Weile durchgehalten, das meines Erachtens beste Konzept gab es 2013 nur für ein Jahr.

  35. noch mal ne andere Frage: Wenn es möglich das ZDF beim JESC ins Boot zu holen, warum dann nicht beim ESC? Man könnte sich die Kosten teilen. Nun mal so. Zum JESC: Ich halte nach wie vor so gut wie gar nix davon. Ich bleibe dabei, es wird zu viel Druck ausgeübt auf die Kinder. Selbst Erwachsene haben schwierigkeiten mit dem Druck den es beim ESC gibt, umzugehen. Der Vergleich mit der Schule hinkt, denn in der Schule sieht kein Millionenpublikum ein mögliches Scheitern und man muss später nicht mit Häme und Schadenfreude umgehen müssen, wenn man kein gutes Ergebnis erzielt. Und da wird davon gesprochen das der NDR sparen muss und macht dann sowas. Ich habe noch nie was vom JESC gehalten. Vielleicht schaue ich mir die Sendung beim Kika an. Je nachdem ob ich lustig bin. Ein ungutes Gefühl bleibt.

      • Nein, ich meinte damit das das ZDF im Wechsel mit der ARD/NDR den ESC übertragen könnte und nach dem deutschen Teilnehmer suchen könnte. Das ZDF ist a) auch Teil der EBU und b) es käme mal neue Impulse die der ESC in Deutschland dringend bräuchte. Oder der NDR gibt die Verantwortung für den ESC an eine Sendeanstalt ab, die nicht so viel einsparen muss wie der NDR.

    • Weil der KiKA zur Hälfte der ARD und zur anderen Hälfte dem ZDF gehört! Wenn man das ZDF beim ESC mit ins Boot holt, dann möchte das ZDF natürlich auch dort was vom Kuchen abhaben! Mit den Halbfinals lassen die sich bestimmt nicht abspeisen!
      Theoretisch würde es natürlich gehen, weil es gibt ja, neben dem KiKA, noch einen weiteren Sender wo die beiden öffentlich-rechtlichen zusammenarbeiten! Nämlich Phoenix! Ob dieser allerdings für einen ESC geeignet ist? Daneben gibt es natürlich noch arte und 3sat! Dort haben aber auch noch andere Sender außer ARD und ZDF Mitspracherecht!

      • ARD und ZDF könnten ja die deutsche ESC-Verantwortung im Wechsel übernehmen.
        2020 ARD, 2021 ZDF, 2022 ARD, 2023 ZDF…..

        Es gab Anfang der 1990er das Gerücht, dass das ZDF die Verantwortung von der ARD übernehmen würde. Wie bekannt, wurde daraus nichts…bisher!

  36. Schade, das alle ESC Fanseiten, so auch Eure NICHTS kritisches über den JESC verlauten .. Und das den Kommentaren überlassen Ich hatte ESC KOMPAKT bisher recht gut gefunden … Schade und traurig.

    • Also ich verstehe das so das auf Fanseiten wie hier einfach nur neue Infos weitergegeben werden. Eigene Kritik im Blog Ist immer schwierig weil es an Stimmungsmache grenzt und man schnell unglaubwürdig werden kann. Für Kritik von den Bloggern ist in den Livesendungen auf Yt und im Podcast genug Platz

  37. Eigentlich müssten die Verantwortlichen der Entscheidung darüber informieren wie es zu der plötzlichen Teilnahme kommt und versuchen die Bedenken der Fans aus dem Weg zu räumen.

  38. Ich habe grundsätzlich nichts gegen das Online-Voting (soll wohl auch dazu dienen Fans aus aller Welt zu beteiligen und den jungen Leuten die Abstimmung zu erleichtern) – aber dann ist es auch zwingend ein MUSS, dass man die Sache so absichert, dass man nicht für das eigene Land abstimmen darf. Sicherlich haben die Macher dieser Online-Abstimmung sich gedacht „hey, bei den Millionen Fans weltweit kommt schon ein ausgewogener Mix in der Abstimmung bei heraus, ohne dass das Voting für das eigene Land ins Gewicht fällt. Da haben sie aber nicht mit dem Nationalstolz der Polen und dem Interesse der dortigen Bevölkerung am JESC gerechnet – und somit sind klar die kleineren Länder im Nachteil. Wie auch immer – soll der JESC auch in Zukunft Bestand haben, sollte man nicht für das eigene Lied abstimmen dürfen (meine Meinung).

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