ESC-kompakt-Exklusiv-Interview mit dem NDR: Ben Dolic ist für 2021 nicht gesetzt

ULfR Premiere ARD Teamchef ESC Christian Blenker Head of Delegation Germany Alexandra Wolfslast
Alexandra Wolfslast und Christian Blenker am Tag der Songpräsentation von Ben Dolics „Violent Thing“ in Hamburg

Der deutsche Song 2021 wird exakt mit dem Auswahlverfahren gesucht, welches auch in diesem Jahr zu Anwendung kam. Das verraten Alexandra Wolfslast, Head Of Delegation Germany (im Foto rechts), ARD-ESC-Chef Christian Blenker (im Foto links) und NDR-Unterhaltungschef Thomas Schreiber im gemeinsamen Exklusiv-Interview mit ESC kompakt. Im Umkehrschluss heißt das: Ben Dolic ist für den Eurovision Song Contest 2021 NICHT gesetzt. Er wird aber im Team mit Boris Milanov wieder einen Song einreichen. Alle Details stehen im Interview mit ESC kompakt.

Mit Blick auf den ESC 2021 und die zunehmenden Spekulationen in der Bubble, über das, was kommt, haben wir ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber um ein (schriftliches) Interview gebeten. Geantwortet hat Thomas Schreiber im Team mit dem ARD-ESC Verantwortlichen Christian Blenker und der deutschen Delegationsleiterin Alexandra Wolfslast.

Die drei konkretisieren nicht nur die Pläne für den Weg zum deutschen Song für Rotterdam 2021. Spannend ist bei schriftlichen Interviews auch immer das, was zwischen den Zielen steht. Seit mehreren Wochen wird in Senderkreisen zum Beispiel über eine erstmalige Teilnahme von Deutschland am Junior Eurovision Song Contest (JESC) spekuliert. Und in der Tat gibt es in diesem Jahr erstmals keine abschlägige Antwort auf unsere diesbezügliche Frage. Für eine Antwort ist es vielmehr „zu früh“. Nachtigall…

ULfR Premiere Ben Dolic mit Thomas Schreiber und Christian Blenker
Thomas Schreiber, Ben Dolic und Christian Blenker (von links nach rechts) im Astorkino in der Hamburger Hafencity bei der Songpräsentation für Rotterdam 2020

Die ungewöhnlichste ESC-Saison aller Zeiten ist abgeschlossen. Wie bewerten Sie die corona-induzierte Lösung im Umgang mit der Krise durch die EBU (von den Eurovision Home Concerts bis zu Europe Shine A Light) mit etwas Abstand?

Thomas Schreiber: So enttäuschend es für alle Künstlerinnen und Künstler und alle Zuschauerinnen und Zuschauer in Europa und Australien war – die EBU hat mit der Absage eine richtige Entscheidung getroffen. Die Bedingungen waren für alle Beteiligten sehr schwierig und herausfordernd. Ich finde, alle sind da halbwegs gut und mit Haltung durchgekommen. Auch wenn ich persönlich mir etwas anderes gewünscht habe, aber das ist ja bekannt…

ARD Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber
Thomas Schreiber (hier beim OGAE Clubtreffen 2018 in Köln) hat noch in der Nacht nach der ESC Absage ein Alternativkonzept für den 16. Mai 2020 geschrieben. Hier spricht er darüber.

„Europe Shine A Light“ hat „mixed reviews“ bekommen, retrospektiv wirken vor allem einzelne positive Showelemente (wie z.B. der „Molitva“-Einspieler, aber auch das Duett von Ilse DeLange und Michael Schulte) sehr sehr positiv nach, so dass die Gesamtbilanz überwiegend wohlwollend ausfällt. Wie ist Ihre Wahrnehmung?

Thomas Schreiber: Programmlich fehlte für die Zuschauer und Zuschauerinnen in Deutschland sicher die Relevanz, die das Finale des ESC hat – aber das wussten wir alle ja vorher. Ich habe wirklich großen Respekt vor der Leistung von Sietse Bakker und seinem Team, die gegen alle Widerstände mit einem sehr bescheidenen Etat in kürzester Zeit ein Programm auf die Beine gestellt haben – alleine um dem Fernsehpublikum am 16. Mai etwas anbieten zu können. Ich hätte mir gewünscht, dass Europa in „Europe Shine A Light“ noch etwas mehr zum Leuchten gekommen wäre.

Alexandra Wolfslast: Die Organisation war in der Kürze der Zeit herausfordernd, auch beim Duett von Ilse und Michael. Das Ergebnis ist großartig und allein der Initiative der beiden Künstler zu verdanken.

Christian Blenker: Jetzt geht es um den Blick nach vorne. Das Team in Hilversum hat sich jedenfalls nicht weggeduckt, sondern Haltung gezeigt – against all odds. Das verdient große Anerkennung.

Wie zufrieden sind Sie im Rückblick mit dem deutschen ESC-Finale aus der Elbphilharmonie?

Christian Blenker: Das müssen die Zuschauerinnen und Zuschauer bewerten. Für sie haben wir jedenfalls diese Show gemacht. Und für die Künstlerinnen und Künstler des ESC. Wir wollten ihnen gerne eine Bühne bieten. Ganz ehrlich: wir hatten keine Ahnung, wie dieser Abend ausgeht und ob wir alles schaffen, was wir uns vorgenommen hatten.

Thomas Schreiber: Nicht so bescheiden, Christian: ohne Dich und Deine Arbeit mit Christoph Mannschreck, dem Buchautor für den Abend, und digame hätten wir keine Show am 16. Mai 2020 gehabt. Und ohne Alex, die immerhin drei Acts auf die Bühne der Elbphilharmonie gebracht hat, auch nicht.

Alexandra Wolfslast: Der Abend hat auf jeden Fall gezeigt, wie schwierig ein ESC unter Corona-Bedingungen gewesen wäre: Reiseverbote, Quarantäne-Vorschriften, fehlende Flüge, Grenzkontrollen, Abstandsregeln etc. Ich war anfangs sehr skeptisch, ob wir dieses deutsche Finale unter diesen Bedingungen stemmen können. Wir haben das kontrovers diskutiert und ich bin wirklich froh, dass es uns gelungen ist, diese Sendung auf die Beine zu stellen. Es war trotz aller Widrigkeiten die richtige Entscheidung.

Wie kam es dazu, dass der isländische Beitrag in einer neuen Version aufgeführt wurde?

Christian Blenker: Daði hatte uns schnell zugesagt. Da er in Berlin lebt, war die Anreise nach Hamburg glücklicherweise nicht kompliziert. Für seine Band Gagnamagnið sah das anders aus. Sie konnte leider nicht zu uns kommen. Daði war es sehr, sehr wichtig, live zu spielen und nicht mit dem Playback der Originalversion aufzutreten. Diesen Wunsch haben wir akzeptiert.

Hat die neue, getragen-intellektuelle Interpretation von „Thing about Things“ dem Titel nicht am Ende den ersten Platz gekostet?

Alexandra Wolfslast: Wir wissen ja nicht, wie ihr Auftritt in Rotterdam ausgesehen hätte. „The Roop“ jedenfalls haben das großartig gemacht und waren ein toller Sieger des deutschen Finales.

Waren Sie mit dem Auftritt von Ben Dolic zufrieden? Welche Elemente waren identisch zu dem Auftritt, den wir in Rotterdam gesehen hätten, welche mussten verändert werden?

Alexandra Wolfslast: Ehrlich gesagt: nein. Das war nicht das, was er und wir uns für Rotterdam vorgenommen hatten.

Thomas Schreiber: Ben und wir hatten für die Proben sehr wenig Zeit. Der Choreograf Marty Kudelka durfte nicht reisen und musste in LA bleiben, während Ben hier die Inszenierung trainiert hat. Das ist natürlich herausfordernd. Und die Bühne in Hamburg ist nicht vergleichbar mit der in Rotterdam. Die technischen Möglichkeiten waren begrenzt. Wir haben die LED-Wand ursprünglich nur für Bens Auftritt aufgestellt. Und natürlich war sie wesentlich kleiner als die geplante LED-Wand in der Ahoy Arena. Hinzu kamen Corona-bedingte Auflagen, zum Beispiel der Abstand zwischen Ben und den Tänzerinnen und Tänzern.

Ist schon entschieden, ob Ben Dolic für den ESC im kommenden Jahr direkt nominiert wird, was ja seinem Wunsch entsprechen würde?

Thomas Schreiber: Ja, also nein.

Alexandra Wolfslast: Das haben wir wirklich intensiv diskutiert, auch sehr kontrovers. Aber Ben ist nicht nur von der Jury gewählt worden, weil er ein herausragender Sänger ist. Die Kombination Song und Sänger hat die Jury überzeugt. Dass Ben auch mit einem neuen Song im Auswahlprozess für 2021 dabei sein kann, darüber waren wir uns einig.

Christian Blenker: Boris Milanov hat mit „Violent Thing“ einen großartigen Song geschrieben, den Ben mit seiner einzigartigen Stimme zum Strahlen gebracht hat. Die EBU hat ja entschieden, dass im kommenden Jahr nur neue Songs antreten dürfen. Auch deshalb haben wir dann gesagt, dass wir für das kommende Jahr erneut ein Auswahlverfahren mit zwei unabhängigen Jurys starten wollen. Ben und Boris wollen gemeinsam einen neuen Song einreichen. Darüber freuen wir uns sehr. Denn es dürfte jedem klar sein, dass die beiden antreten, um zu gewinnen. Wir wollen aber auch neuen Künstlerinnen und Künstlern eine Chance geben, für Deutschland am ESC 2021 anzutreten.

Thomas Schreiber: Wir haben alle miteinander, also mit Ben und mit Boris Milanov gesprochen und wir freuen uns einvernehmlich sehr, wenn Ben mit einem neuen Song dabei ist – aber eben nicht gesetzt, sondern im Wettbewerb mit allen anderen. Die 100-köpfige Eurovisionsjury und die 20-köpfige internationale Expertenjury werden entscheiden, wer für Deutschland am 22. Mai 2021 in Rotterdam antreten wird.

Wird das Auswahlverfahren ablaufen wie in diesem Jahr oder wird es verändert?

Alexandra Wolfslast: Ja, wir halten an dem Verfahren fest.

„Violent Thing“ ist in der ESC-Szene sehr gut angekommen, wurde häufig im Radio gespielt und hat viele Klicks auf YouTube generiert. Trotzdem ist der Song auch in Deutschland kein Hit geworden und nicht in den Charts gelandet. Was sind die Gründe dafür?

Thomas Schreiber: Im Airplay bei den Radios hat der Song sehr gut performt und war lange Zeit in den Top 40, was für Neuerscheinungen echt gut ist. Das Label war jedenfalls happy. Auch bei Michael war es so, dass der Erfolg erst nach Lissabon kam, und darauf hatten wir gesetzt – bis die Absage des ESC kam.

Alexandra Wolfslast: Welche Charts sind denn relevant? „Violent Thing“ war über Wochen in den Airplay Charts. Der Song wurde deutschlandweit in allen Radiostationen gespielt – egal ob kommerziell oder öffentlich-rechtlich. Er hat mehr als 4 Millionen Streams auf Spotify und 3,5 Millionen Aufrufe bei YouTube auf den beiden offiziellen Kanälen generiert. Ich würde sagen, dass er damit zu den erfolgreicheren deutschen ESC-Beiträgen gehört, die vor dem ESC veröffentlicht wurden.

Sie mahnen mit guten Begründungen häufig an, dass unklar ist, wie sich die Corona-Krise in den kommenden Monaten entwickelt und das dies berücksichtigt werden muss. Trotzdem hat die EBU nun sehr schnell die ESC-Termine für das kommende Jahr festgelegt und veröffentlicht. Eine gute Entscheidung?

Thomas Schreiber: Ja, denn alle – Veranstalter, Künstler, Sender, Hotels etc. – brauchen Planungssicherheit, und nach der Erfahrung in diesem Jahr glaube ich zu wissen, dass der Host Broadcaster unterschiedliche Konzepte in der Tasche hat, um einen ESC auf die Beine zu stellen – auch wenn es noch keinen Impfstoff gibt und die Pandemie im Frühjahr 2021 uns weiter gefährden sollte.

Alexandra Wolfslast: Die Teams der teilnehmenden Länder können jetzt anfangen zu arbeiten – dafür war die Entscheidung notwendig.

Der Termin des ESC-Finales 2021 kollidiert mit dem ursprünglich geplanten Termin des DFB-Finales und zumindest die UEFA will ab dem Jahreswechsel wieder an ihrem ursprünglich geplanten Rahmenterminkalender festhalten. Gibt es schon Neuigkeiten dazu?

Thomas Schreiber: Nein, noch nicht.

2020 sollte die Kommentatorenpremiere von Peter Urban mit Michael Schulte werden? Bleibt es 2021 dabei?

Christian Blenker: Peter und Michael hatten ja bereits gemeinsam den Vorentscheid 2019 kommentiert. Ich finde, sie haben sich auch während des deutschen Finales in der Elbphilharmonie und anschließend als Kommentatoren von „Europe Shine A Light“ toll die Bälle zugespielt. Michael bringt als Musiker eine neue Perspektive mit. Wir hoffen sehr, dass beide auch 2021 wieder dabei sind.

ULfR Premiere Peter Urban und Michael Schulte PK Photocall als Moderatorenteam ESC 2020

Im kommenden Jahr ist es erstmals erlaubt, auf der ESC-Bühne Background-Gesang vom Band zu verwenden. Was halten Sie von dieser – zunächst vorläufigen – Regel?

Christian Blenker: Es hat zwei Seiten: Es reduziert etwas den Aufwand für einen Auftritt und macht ihn etwas „sicherer“. Zumindest im Background wird dann nichts mehr schief gehen. Als Musiker finde ich es aber auch schade. Denn live bedeutet immer auch die Chance auf mehr Energie.

Alexandra Wolfslast: Es ist ja erstmal als einjähriges Experiment angekündigt und ich bin sehr auf die Evaluierung gespannt.

Thomas Schreiber: Das hat ja auch eine politische Komponente: Es ist ein Vorschlag von Martin Österdahl, dem neuen Executive Supervisor des ESC, und wir alle wünschen ihm eine erfolgreiche Zeit – dann sollten wir das für die Experimentalphase unterstützen. Als Jon Ola Sand anfing, hatte er das sehr sinnvolle Ziel, die Höhe der Teilnahmegebühr zu steigern, damit der Host Broadcaster mit den galoppierenden Kosten des ESC nicht alleine gelassen wird – das haben viele Sender abgelehnt, obwohl das Ziel richtig war. Ein Executive Supervisor sollte unterstützt werden, und grade zu Anfang – sonst ist diese Arbeit in dieser Organisationsform nicht zu leisten.

Viele Fans, aber auch TV-Multiplikatoren sprechen von einer Melodifestivalen-Mutation des ESC – angefangen bei dem Verzicht auf die Auslosung der Startreihenfolge über die Veränderungen beim Voting bis hin zur aktuellen Aufweichung der Live-Gesang(s)-Pflicht. Ist diese These begründet? Und ist der Maxi-Einfluss von SVT wünschenswert?

Christian Blenker: Såvitt jag vet är ECS en europeisk produktion och inte bara svensk.

Thomas Schreiber: Wie heißt es im britischen Original von „House of Cards“: “You might think that; I couldn’t possibly comment”.

Die Begründung des Background-Gesangs von Band wird auch mit Corona-Restriktionen begründet, was überwiegend als „abenteuerliche“ oder spekulative Herleitung gesehen wird. Ist das plausibel?

Alexandra Wolfslast: Keiner von uns war bei den Diskussionen in der Reference Group dabei.

Niemand weiß heute wirklich, was 2021 möglich sein wird und was nicht. Die EBU wird mehrere ESC Umsetzungs-Szenarien planen müssen. Für wie entscheidend halten Sie, dass der ESC im nächsten Jahr stattfindet, in welcher Form auch immer?

Thomas Schreiber: Ein zweites Jahr ohne ESC ist weder wünschenswert noch vorstellbar. Es könnte nur – im absoluten worst case – sein, dass der ESC anders aussehen würde, als wir ihn kennen.

Netflix hat mit dem allerersten internationalen Eurovisionsfilm Premiere gefeiert. Haben Sie „Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga“ gesehen und wie gefällt er Ihnen?

Christian Blenker : Noch nicht. Will Ferrell, Co-Autor und Hauptdarsteller, ist aber meine Humor-Ebene. Deshalb freue ich mich schon sehr auf den Film.

Alexandra Wolfslast: Grundsätzlich finde ich es großartig, dass der ESC in den USA thematisiert wird. Will Ferrell ist offensichtlich ein Kenner der Szene. Allerdings fehlt mir die Expertise, Film und Inhalte zu beurteilen, da ich ja persönlich noch keinen ESC live erleben durfte.

Thomas Schreiber: Sorry, aber ich hab‘ es noch nicht geschafft – hab ich mir für die Ferien vorgenommen.

Netflix Eurovision Song Contest The Story of Fire Saga Film Will Ferrell Rachel McAdams
links der Mann, der die „Humorebene“ von Christian Blenker verkörpert (autsch), rechts die Frau, der die Schwedenikone der Es-gibt-eine Göttin-nach-Carola-Generation, Molly Sandén, die Stimme leiht

Wäre ein solches Spielfilm-Projekt nicht auch wünschenswert gewesen als Initiative der EBU? Ist es vor allem nicht wünschenswert, dass die EBU die Marke „ESC“ noch stärker für weitere Entertainmentformate nutzt?

Christian Blenker: Nein, Netflix Produktionen gehören wirklich nicht zu den Aufgaben der EBU. Und was die Marke „ESC“ angeht. Ich denke, sie sollte nicht verwässert werden.

Ist es in diesem Kontext vorstellbar, dass sich die ARD zukünftig auch stärker beim Junior Eurovision Song Contest (JESC) engagiert?

Thomas Schreiber: Über das Thema sprechen wir schon sehr lange. Für eine Antwort ist es heute noch ein bisschen zu früh.

Nicht nur der ESC wird 2021 zurückkehren, auch den sogenannten „FreeESC“ soll es wieder geben, allerdings soll die Show an anderem ESC-freien Tag laufen. Wie beurteilen Sie diese Planungen?

Thomas Schreiber: Jeder Sender ist für seine Programmentscheidungen und für seine Programmplanung selbst verantwortlich.

Haben Sie seit dem 16. Mai 2020 mit Stefan Raab gesprochen? Ist es z.B. vorstellbar, eine Form der Zusammenarbeit zu suchen wie sie 2010-2012 zu großen ESC-Erfolgen Deutschlands geführt hat?

Thomas Schreiber: No comment.

Der NDR will in den nächsten vier Jahren 300 Mio. Euro einsparen, nach eigenen Angaben überwiegend im Bereich Unterhaltung. Hat das auch Auswirkungen auf die ESC-Planungen?

Thomas Schreiber: Lieber Herr Rensmann, von „wollen“ kann keine Rede sein: Der NDR muss in den Jahren 2021 – 2024 den Etat um rund 300 Millionen kürzen – wir bewegen uns in dem finanziellen Rahmen, den uns die KEF und die 16 Landesparlamente vorgeben. Das geht nicht ohne Kürzungen im Programm, und ja, es geht auch nicht ohne Kürzungen in der fiktionalen und in der non-fiktionalen Unterhaltung, also in dem Programmbereich, den ich verantworte. Einige Folgen sind ja schon bekannt, wir haben einige Sendungen eingestellt, andere neu organisiert, wir werden z.B. einen „Tatort“ oder „Polizeiruf 110“ weniger pro Jahr machen. Auch beim ESC haben wir unseren Budgetrahmen gestrafft: zum Beispiel wird es im Mai 2021 um 20.15 Uhr im Ersten eine Sendung geben, aber sie wird nach heutigem Stand der Dinge nicht open air von der Reeperbahn kommen. Das spart eine relevante sechsstellige Summe. Auf der anderen Seite habe ich nach dieser Entscheidung erfahren, dass wir aufgrund der Bauarbeiten am Spielbudenplatz Ecke Taubenstraße vermutlich sowieso nicht vom Spielbudenplatz hätten senden können.

ULfR Premiere Team Ben mit Benjamin Dolic Barbara Schoeneberger Thomas Schreiber
ESC-Team Germany 2020

69 Kommentare

  1. Vielen Dank für das interessante Interview🙂.
    Ich finde es schade, dass Ben nicht direkt für 2021 gesetzt ist. Dann hätte ich mich sehr über eine VE gefreut, aber nun ja. Ich lasse mich gern positiv überraschen. Wirklich cool fände ich es, wenn der Act intern ausgewählt würde, der Song aber vom Zuschauer (mit einer Fachjury zusammen). So hätte man wenigstens ein bisschen Einfluss, und vor allem würde man im Vorfeld schon sehen, wie sich der Act live „schlägt“.

    Ich finde, der NDR hat sein deutsches Finale großartig gemacht. Okay, ob es hätte die Elbphilharmonie sein müssen, kann man streiten. Die Menschen wirkten schon ein wenig verloren in der Riesenkulisse, finde ich.
    Aber ansonsten: Hut ab!🙂

  2. Werden also nochmal die gleichen 100 Leute von der Eurovision-Jury abstimmen oder wird es einen neuen Aufruf bzw. eine neue Suche nach 100 Mitgliedern geben? Die jetzige Eurovision-Jury durfte ja auch am ESC-Final-Abend über den Sieger der Zuschauer mitvoten. Will ja auch mal endlich Mitglied der Bestimmer des deutschen ESC-Beitrags werden dürfen!

    • Ich würde davon ausgehen das die 2020 Jury auch 2021 zum Einsatz kommen wird. Die Leute wurden ja ausgewählt weil sie das Ergebnis 2019 sehr gut getippt haben. Somit wird man dann wenn man an der Formel Festhält 2021 sich wieder Bewerben können schätze ich.

  3. Der ESC rückt in DE nach und nach immer mehr in die Bedeutungslosigkeit. Schade! Und mit den – wohl – beschlossenen Maßnahmen wird das Rücken in die Bedeutungslosigkeit intensiviert. Es bedarf einer Marketingstrategie, die die Menschen außerhalb der Fanbase mit einbezieht. Und durch den Verlust des Openair Konzerts, das zahlreiche Stars wie Helene Fischer inkludiert, entfällt diese Einbeziehung. Zudem ist es schade, dass an der ESC-„Formel“ festgehalten wird. So wird die Community nicht mehr einbezogen und der Sinn der Musik geht dadurch immer weiter verloren, wenn auch einige zukünftige Beiträge vermutlich eine gute Platzierung erfahren könnten. Bitte gebt den ESC in andere Hände, wenn dieser nicht mehr finanzierbar ist!

  4. Kein Open Air von der Reeperbahn? Na, hoffentlich findet man auch gleich eine bessere Moderation! Barbara Schöneberger hat ihren Zenit ja leider auch schon längst deutlich überschritten!

    • Also ich kann mich da an einige Momente erinnern, in denen Barbara Situationen gerettet hat. Und je freier sie in der Moderation ist, umso besser ist sie eigentlich auch. Und bis auf Anke und Hape fällt mir jetzt auch niemand ein, der das besser gemacht hätte…

      Das Showkonzept vom Open Air in Hamburg gefiel mir allerdings nicht (uninteressante Auftritte vom Fließband), aber das hat ja ebenfalls nicht Barbara zu verantworten.

    • Na ja, stimmt schon, ich habe nichts gegen Barbara Schöneberger als Person, aber allmählich könnte der ESC in Deutschland ein wenig frischen Wind vertragen. Dazu gehört meiner Meinung nach auch die Moderation.

      Das gleiche gilt übrigens auch für den von mir sehr geschätzten Peter Urban als Kommentator🙂.

  5. Zum Thema JESC:
    Es ist ja schon seit Jahren bekannt, dass der NDR durchaus teilnehmen will, aber es ins eigene Programm nicht hineinpasst
    Der KiKa hingegen sieht den JESC (zurecht!) skeptisch und ist wohl dafür verantwortlich, wieso wir bisher noch keinen deutschen Teilnehmer gesehen haben

    Auch in den letzten Jahren hat man sich für eine endgültige Entscheidung immer wieder mal länger Zeit gelassen, aber ich halte es für dieses Jahr weiterhin unrealistisch

    Solange der JESC immer mehr weg von seiner ursprünglichen Idee (ein Wettbewerb für junge Komponisten, ähnlich wie „Dein Song“ bei KiKa) hin zu einer reinen massentauglichen Unterhaltungsshow mutiert, wird er auch nicht ins Programm des KiKa passen

      • Scheinbar wieder mal jemand, der sich ein Urteil erlaubt, ohne jemals einen JESC gesehen zu haben. So etwas finde ICH widerlich

  6. Meine Gedanken dazu:
    – Schön, dass solch ein Interview geführt wurde. Dafür bin ich sehr dankbar!
    – Gut, dass Ben (+ Song) sich wieder der Jury stellen muss
    – Wie wird dieses Jahr die Jury rekrutiert? Ich habe leider noch absolut NICHTS diesbezüglich mitbekommen.
    – Da der Zuschauer ESC Finale bzw. Ersatzshow beurteilen muss: Durchgefallen, dennoch eine gute Idee.
    – Wenn Budget eingespart werden soll, dann ist der JESC doch am aller wenigsten anzustreben, was ich auch nicht schlimm finde. Wenn der ESC in DE schon wenig Bedeutung hat, dann der JESC erst recht!
    – Danke euch! 🙂

  7. Sollte dieses Interview echt sein, bin ich zwiegespalten: einerseits freue ich mich, dass Ben und Boris mit deren Team auch 2021 wieder dabei sind, andererseits bedaure ich, das Ben Dolic keine zweit,e echte Chance erhält.
    Ich möchte mal vom Begriff „Pechvogel“ abrücken, da auch bisher andere ESC-2020-Teilnehmer keine Direktnominierung erhalten haben.

    Der Auftritt von Ben im Elphi war mehr als verunglückt, keine Frage. Von A bis Z hat kaum was gestimmt. Lediglich seine Gesangsstimme war 1a!

    Dann wiederhole ich meine Worte:
    Nach dem ESC ist vor dem ESC.
    Schauen wir gemeinsam auf das Jahr 2021 😉

  8. So macht man eine Marke kaputt. Stefan Raab bläst zum Angriff und der NDR siebt wieder irgendwelche Voice-Vierten im Hinterzummer aus. Aber Hauptsache eine gut dotierte neue Stelle schaffen, die es nicht braucht.

  9. Schade um Ben!
    Sein Lied mag ich voll!

    Zum Jesc ist es sehr schade das Deutschland nicht teilnimmt.
    Der JESC ist seit 2013 so stark geworden.

    Ich erinnere gerne an Destiny als Malta!!!
    Die hat eine Hammer Stimme und hat den JESC 2015 in Sofia verdient gewonnen.

  10. Dann wird es also zum ESC statt des ESC-Countdowns noch ein Corona-Extra mit Investigativreport aus dem Studio geben. Themen: Infektionspotenzial des ESC durch den Gesang und illegale Coronapartys der Delegationen. Ergebnis: Albanien (Pressgesang) & Schweden (Tanzcombo) mit höchster Risikostufe.

  11. Danke an Peter und dem „ESC kompakt“-Team, dass ihr das Thema JuniorESC angesprochen habt! Die Antwort lässt mich weiter träumen von einer Teilnahme Deutschland’s am JESC! Dan wären wir endlichen in allen EBU-Wettbewerben vertreten!
    Dieses Jahr haben bis jetzt noch nicht so viele Länder am JESC zugesagt wie in den vergangenen Jahren um diese Zeit! Mal schauen ob es die übliche Deadline (wo jedes Land der EBU mitgeteilt haben muss, ob sie teilnehmen oder nicht) mitte Juli geben wird oder ob der Zeitpunkt der Deadline dieses Jahr noch hinaus gezögert wird!

    • Nachtrag an alle JESC-Hater:
      Ich werde das Gefühl nicht los, dass ihr diesen JESC weiterhin mit der 90er Jahre Mini Playback Show vergleicht! Dies ist nicht so! Destiny (ja die Destiny, welche Matla in diesem Jahr beim ESC vertreten hätte) hat den JESC 2015 gewonnen!
      Die kasachische JESC-Teilnehmerin von 2018 mischt gerade bei der aktuellen Staffel von „America’s Got Talent“ mit (das YouTube-Video von ihrem Auftritt hat aktuell bereits über 5 Millionen Klicks)!

      Dann die Regeln der Vorentscheidung:
      Bei vielen Nationen MUSS der auf der Bühne stehende Künstler den Song mitgeschrieben haben! Dies ist beim großen ESC zum Beispiel anders! Dies wird dort nicht verlangt (aber einige hier in den Kommentaren fordern dies für den JESC?)!
      Natürlich kann man das befürworten, aber es gibt auf dieser Welt sehr talentierte SängerInnen, TexterInnen und KomponistInnen, welche aber nicht unbedingt alle drei Sachen gleich gut können! Also ein guter Komponist ist vielleicht nicht unbedingt auch ein begnadeter Texter. Ein guter Texter ist dagegen nicht umbedingt ein guter Sänger. Und ein guter Sänger auch kein guter Komponist! Also ich hoffe ihr versteht, was ich meine!

      Trotzdem finde ich das Konzept einiger Nationen beim JESC gut, dass die Kinder ihre Songs mitschreiben müssen! Deswegen halte ich auch nichts von den (leider oft erfolgreichen) komplett internen Auswahlverfahren. Also wo der Sender den Künstler direkt auswählt (ohne das sich andere bewerben können) und auch den Song bei einem Komponisten/Texter in Auftrag gibt.

  12. Vielen Dank für das interessante Interview.
    Ich finde man hat einen guten Kompromiss gefunden, dass für Ben Dolic ein erneuter Song gesucht wird und er sich wieder bewerben wird.
    Dass es nächstes Jahr keine Sendung von der Reeperbahn geben wird und vermutlich auch keine ähnliche Sendung wegen Sparmaßnahmen, ist sehr schade.
    Barbara könnte ich eventuell noch ein weiteres Jahr ertragen, aber dann reicht es auch.
    Teilnahme am Junior ESC von Deutschland würde ich mir sehr wünschen. Da könnte man doch direkt die Siegerin oder Sieger von The Voice Kids nehmen.

  13. Sehr traurig finde ich, dass es einen Tatort pro Jahr weniger geben soll, davon gibt es ja so wenige.

    • Sieh es ein: Peta-Videos aus Tierzuchtstationen sind spannend, billiger, auch abendfüllend und man kann ein Talkshowthema für Hartaberfair daraus machen.

      • Diese Talk-Diskussionsprogramme sind auch eine Plage; Gäste und Themen wiederholen sich natürlich ständig. Kann man gut auf 1 pro Woche kürzen. Idealerweise moderiert von Markus Lanz, der wesentlich besser nachhakt als die ganzen angeblichen Polittalk-Profis.

    • Von 10 Tatorte sind oft 7 langweilig und schlecht. Selbst die Münster-Tatorte kann man inzwischen vergessen. „Tatort“: Ein Relikt uralter Zeit.
      Ich wüsste wo der NDR bzw. die ARD gut Geld sparen könnte: seine Wiederholsender tagesschau24, ONE und alpha wer guckt schon die Digital Programme? Alle Serien, Filme, Dokus, Magazine sind nur Wiederholungen von den einzelnen ARD-Sendern.

      • @esc.Club.EL: Für mich sind diese Sender so ziemlich das Beste, was das deutsche Fernsehen zu bieten hat (neben 3Sat, Arte und Phoenix und oft auch den dritten Programmen). Die Dokus und Magazine, die dort zu sehen sind, sind es sehr oft wert, wiederholt zu werden. Und auch bei alten Serien, Filmen oder Fernsehspielen findet man so manche Perlen, die man bisher noch gar nicht kannte.

        Wenn’s ums Geld-Sparen geht: Wiederholungen sind deutlich billiger als Shows oder Fußballübertragungen.

      • Diese ganzen Tatorte und Polizeirufe kann man sich meinetwegen gerne sparen, das waren früher Events, weil die halt nur einmal im Monat waren; inzwischen ist das ja Fließbandproduktion. Ich find es auch drollig, wie ein Tatort ODER Polizeiruf weniger als grandiose Sparmaßnahme angekündigt wird.

      • Ich liebe „Tatort“ und kann keinesfalls bestätigen, dass es sich um Fließbandproduktionen handelt. Wer das so argumentiert, tut den Schauspielern, Autoren, Regisseuren und allen anderen Gewerken sehr Unrecht.
        Daran zu sparen ist übrigens auch Unsinn. Ebenso wie an Fußballübertragungen zu sparen. Aber die Leute argumentieren da halt immer nach ihrem eigenen Geschmack. So nach dem Motto: ich gucke nicht Fußball, also soll das da auch nicht gezeigt werden, dafür gibts ja Sportsender. Oder: ich finde Tatort aber voll langweilig und da sind immer so schlechte Schauspieler, also sollen die bitte keinen Tatort mehr zeigen. Oder halt: ich interessiere mich nicht für Dokus, also sollen die bitte die Nischenprogramme abschaffen.
        Das ist argumentativ so Kindergarten.

      • @Andi: Ich habe hier übrigens nicht gegen das Zeigen von Fußball argumentiert (auch nicht gegen das Zeigen von Shows), ich wollte nur betonen, dass es ein seltsames Konzept wäre, ausgerechnet mit dem Streichen von Wiederholungen Geld sparen zu wollen.

        Aber dass es manchmal Zeiten gibt, in denen recht viel Fußball im Fernsehen kommt, stimmt ja schon. Allerdings gilt das auch für Wintersport, und den gucke ich meist sehr gern, solang’s nicht Eishockey ist. Im Übrigen, auch wenn Du’s vielleicht nicht glaubst, habe ich heute Abend immer mal wieder im Teletext nachgeguckt, wie’s bei Heidenheim gegen Bremen steht (am liebsten hätte ich beide in der Bundesliga).

      • @Thomas M.:

        Ich meinte auch nicht dich. War eher so allgemein, weil man das ja dann immer wieder liest. Neulich halt erst als es um den Termin des ESC ging. Fußball müsste dann halt mal auf einem dritten Programm gezeig werden, ESC sei wichtiger. Jeder argumentiert halt da nach seinen eigenen Vorlieben. Das ist dann zwar verständlich, zeugt aber nicht von sonderlich viel Verständnis für Programmplanung. Denn so ein öffentlich-rechtlicher Sender soll und muss ja alles bedienen. Und auch wenns dem ein oder anderen nicht so in den Kram passt, aber in der Regel hat ein Pokalfinale weit mehr Zuschauer als ein ESC-Abend und „In aller Freundschaft“ wird von etwa 5 Millionen mehr Menschen geguckt als ein ESC-Semifinale. Und selbst gestern bei einer drölfzigsten „Tatort“-Wiederholung schalteten noch 8 Millionen Menschen ein. Da wäre man doch schön bescheuert bei der ARD, wenn man was ändern würde.

  14. Sehr, sehr schade – ich finde, dass das einfach schlechter Stil ist, Ben Dolic wie eine heiße Kartoffel fallen zu lassen.
    Sich aber dann über noch Sparzwänge (zumindest) zwischen den Zeilen zu beklagen, finde ich schon etwas schräg: ich denke mal das jetzige Verfahren mit zwei Jurys, mehreren Künstler*innen dürfte um einiges teurer werden als Ben, Herrn Milanov (& ggf. das Publikum) auf die Suche nach einem guten Song zu schicken.
    So oder so: Fair geht anders – Ben kann nichts für Corona und das gilt auch dann, wenn man „Violent Thing“ nicht mochte. Jemandem die vermutlich größte berufliche Chance aus Gründen, für die er nichts konnte, zu verwehren finde ich persönlich echt daneben.

  15. Ah, die JESC-Promo-Band ist wieder auf Tour. 🙂

    So eine Teilnahme macht natürlich besonders viel Sinn, wenn das Kernprojekt gerade vor die Hunde zu gehen droht und der Rotstift mitregiert! ^^ Sollte der NDR ernsthaft einen Gedanken an den JESC verschwenden, setze ich umgehend eine Petition für einen Katzen-ESC und einen Ü80-ESC auf – Schliesslich spielen sich in Tier- und Pflegeheimen die wahren Dramen des Lebens ab. Und es gibt ja in der ARD noch nicht genug Shows, die niedliche Klischees von Kindern zur Unterhaltung der häuslichen älteren Spiessbürger transportieren. Dafür hat RTL-Punkt-12 z.B. seine Robbenbaby-Reportagen. Also wenn der ESC bisher noch kein Credibility-Problem in D hat – durch den JESC hämmert man den Nagel ein.

    Und die Kinder sollen für Songwriting, Lyrics, Produktion mitverantwortlich sein? Fantastisches Argument (Also im Sinne von fantasievoll) … Ist dann wie bei Jugend forscht – wo viele Kinder die Früchte für die Projektarbeit ihrer Großeltern ernten.

    • Alles, was du sagst. Der komplette JESC-Wettbewerb ist ja schon in meinen Augen echt überflüssig, Aber ich würde die Welt tatsächlich nicht mehr verstehen, sollte sich der NDR daran beteiligen.

    • Vielleicht kann man als JESC-Kritiker mal plausibel erklären was einem am JESC nicht passt! Als Fan aller EBU-Wettbewerbe -und somit auch des JESC- bin ich natürlich für Diskussionen bereit, nur leider kommen von der Gegenseite (den JESC-Kritikern) oft Argumente, welche ich nicht nachvollziehen kann, weil es den meisten um stark kostümierte Kinder à la Mini Playback Show geht! Dies ist nicht der Fall! Schaut doch mal den JESC vom letzten Jahr (ist auf YouTube komplett verfügbar) an und dann sagt mir, wer von den Teilnehmern so ein „kostümiertes“ Kind sein soll!
      PS: Ein Kind welches Abendgaderobe trägt ist, meiner Meinung nach, nicht „kostümiert“! So was ziehen die Kinder ja auch im privaten Bereich bei Festen an z.B. beim Schulball, Hochzeiten von Bekannten, etc.

      • Es geht zumindest mir nun gar nicht um kostümiert oder Mini-Playback-Show oder nicht. Es geht darum, dass der NDR sparen muss. Warum sollte man sich also am JESC beteiligen? Das wäre ein Schlag ins Gesicht all derer, die eigenes Programm im NDR machen wollen.

        Und wie auch schon angeklungen: schon der „richtige“ ESC genießt keine hohe Popularität und wird von der Allgemeinheit eher belächelt und von der Musikwirtschaft auch nicht sonderlich gewertschätzt. Da sollte man halt mal ansetzen und sich nicht an einem Wettbewerb beteiligen, der sicher noch weniger mediale Aufmerksamkeit bekommt und erst recht kein Renommee bringt.

      • Okay Andi, also wenn es dir darum geht, dann kann ich deine Kritik verstehen!
        Man muss aber auch dazu sagen, dass es viel mehr Sachen im NDR gibt wo man dran sparen könnte!

  16. Wäre übrigens ein toller Leser-Service gewesen, hätte Peter die schwedische Antwort von dem mMn ebenfalls überflüssigen Herrn Blenker übersetzt. Soll ja hier Leute geben, die nicht schwedisch sprechen. Und, ja, man kann sich das ergooglen, aber wie gesagt: Leser-Service!

    • Es hat doch auch irgendwie was, einen für manche mysteriösen schwedischen Satz einfach so stehen zu lassen. Wer kein schwedisch kann und Interesse hat, kann in der Tat selbst bei einer Suchmaschine dem Geheimnis auf die Spur kommen, und wenn dies zu keinem Ergebnis führen sollte, kann man ja hier in den Kommentaren nachfragen. Das gilt übrigens auch für das „House of Cards“-Zitat in Englisch direkt dahinter.

      Für mich ist es übrigens ein toller Leser-Service gewesen, dieses Interview präsentiert bekommen zu haben!

      • Ja, das hat was. Aber nichts Gutes. Eine gar nicht mal so schlechte journalistische Regel besagt, dass man Dinge erklärt, die nicht für jeden verständlich sein könnten.

        Das Interview ist natürlich gut und informativ, aber es ist einfach unfreundlich dem Leser gegenüber, solche Sätze ohne Übersetzung einfach stehenzulassen. Ich kann die Intention verstehen, dass man das im Text einfach so stehenlässt von wegen Lesefluss und so weiter. Aber dann hätte man es wenigstens noch im Nachklapp erklären können.

        Aber ja, ich versteh schon: Blogger, ehrenamtlich, alles voll super, warum kritisiert man da bittesehr?

      • Kritik ist doch vollkommen ok, ich finde nur, in diesem speziellen Fall hättest Du sie ein bisschen großzügiger oder netter formulieren können (würde ja auch viel besser zu Dir passen 🙂 ), das implizierte „schlechter Leser-Service“ fand ich jetzt schon ein bisschen streng.

      • Lieber Thomas, die Formulierung „schlechter Leser-Service“ hab ich nie benutzt. 🙂

        Es wäre aber in der Tat schön gewesen und ein guter Service für den Leser, der nicht schwedisch spricht, wenn man diesen Satz übersetzt hätte. Das war schon alles.

      • Wir sind uns bestimmt einig darin, dass wir uns beide freuen würden, wenn sich noch jemand finden sollte, der/die eine Übersetzung postet 🙂

      • Ja, eben, das meinte ich ja. Eine Übersetzung wäre zauberhaft.

        Und nochmal: ich habe nie gemeint, dass das hier ein schlechter Leser-Service sei. Ich habe auch keine Kritik geübt. Ganz im Gegenteil: ich schrieb ja sogar, dass ich verstehen kann, dass man das erstmal ohne Übersetzung so stehen lässt.
        Ich hab nur nach einem Service für diejenige schwule ESC-Minderheit gefragt, die nicht so stilsicher auf schwedisch parlieren kann. 🙂

      • Dann war ich ganz offensichtlich mit meinem Implizieren/Herauslesen von „schlechter Leser-Service“ ein bisschen zu streng 😉

      • Ja, warst du. Aber du bist da nicht der einzige. Ich wurde schon via Whatsapp kontaktiert, was ich mir da wieder für Unflätigkeiten erlaubt habe. Aber ich bin gerne das schwarze Schaf. 🙂

        Alles gut, mein Lieber. 🙂

      • Ich weiß schon, warum ich kein Whatsapp habe (dieses blöde Ding gehört appgeschafft). Aber jetzt verabschiede ich mich mal, denn ich muss morgen früh raus. Dass ich statt „Schaf“ zuerst „Schlaf“ gelesen habe, ist ein deutliches Zeichen und bewahrt mich vor weiteren peinlichen Wortspielen 😉

  17. Liebe Fans und Blogger –

    über eine lebhafte Diskussion freu ich mich ja, aber noch schöner ist es, wenn auch Fakten dabei berücksichtigt werden. Deshalb ein paar Anmerkungen:

    @Mirfälltkeinnameeinsry: wir machen keine Open Air Sendung von der Reeperbahn im strömenden Regen. Das heißt aber nicht, dass es im Ersten keine Musikacts vor der Show gibt bzw. dass wir die deutsche Jury für den ESC2021 nicht präsentieren: es wird den Countdown im Ersten mit live-Musik geben von 20.15 – 21.00 Uhr und es wird eine Sendung nach der Live-Übertragung des ESC aus Rotterdam geben – nur eben nicht Open Air von der Reeperbahn.

    @Gaby: Wie immer gibt es Fans vom Urban-Sound und Hater. Deshalb die Frage: wie wäre es mit Peter Urban und Michael Schulte ?

    @Frederik: Der Auswahlprozeß wird von der sehr renommierten Firma digame durchgeführt, die Entscheidung liegt bei den 120 Juroren (Eurovisions-Jury aus Fans stellvertretend für Zuschauer*innen und 20 internationale Music-industry-professionals).

    Deshalb: erst Fakten checken, dann posten.

    @Rusty: Countdown ab 20.15 Uhr gibt es, nur nicht Open Air.

    @J-129: Ben wurde MIT seinem Song „Violent Thing“ von den Juries gewählt – eben nicht als Sänger alleine, sondern in der Kombination. Deshalb hat er auch die Chance, wieder dabei zu sein – mit einem neuen Song, den es noch nicht gibt….

    „Violent Thing“ wurde von der EBU so wie alle anderen Songs aus dem Jahrgang 2020 nicht erneut für 2021 zugelassen. Das hat nix mit „nicht mochte“ zu tun.

    @Andi: Verstehe die Aussage „schon der ‚richtige‘ ESC genießt keine hohe Popularität“ nicht. Der ESC ist die erfolgreichste und reichweitenstärkste (und wirtschaftlich eine der aufwändigsten) Show des Jahres – wenn im Schnitt über 4 Stunden 10 Minuten wie in Tel Aviv im Ersten und bei ONE 8,11 Mio Menschen zugucken, dann erreichen wir – je nachdem, ob wir nach Sehdauer von 180, 120 oder 60 Minuten fragen – bis zu 18 Millionen Menschen an diesem Abend. Ist nicht unpopulär….

    Abendlicher Gruß

    TS

    • Lieber Herr Schreiber! Ja, wenn man nur auf die Quoten guckt, kann man das auf jeden Fall so stehenlassen und sagen: ist nicht grad unpopulär. Aber wenn Sie so argumentieren, können Sie ja auch die Semis im Ersten zeigen statt „In aller Freundschaft“ oder was da sonst so laufen würde. Tun Sie aber nicht, weil: Semis sind halt nicht so populär. Der „normale“ TV-Zuschauer, Musik-Liebhaber, wie auch immer Sie das nennen wollen, interessiert sich im Grunde nur für das große Finale. Was ja auch okay ist. Aber das heißt eben auch: am ganzen Rest kann man noch arbeiten und schon im Vorfeld noch mehr Leute mobilisieren und begeistern für diesen tollen Wettbewerb. Da hätte ich und haben einige andere sicher Ideen zu und Sie bestimmt auch. Also könnte man das doch einfach mal angehen. Das steigert die Quote des ESC-Finales dann sicher auch nochmal. 🙂

      Im Übrigen meinte ich tatsächlich eher die Berichterstattung – klar, da können SIe nichts für. Ich erinnere mich aber noch an 2018, als im Vorfeld der VE jede Menge Häme über die Kandidaten ausgekippt wurde von wegen „Ist doch egal, wen wir schicken, wir werden eh Letzter“. Das hab ich da tatsächlich genauer verfolgt, weil ich schon weit vorher Fan von Michael Schulte war und mich das da besonders geärgert hat und ich immer noch denke: Wie wäre das schön, wenn man zumindest etwas neutraler über den ESC berichten könnte.

    • Hallo Herr Schreiber,

      danke für die Antwort. Herrn Urban in Verbindung mit Michael Schulte könnte ich mir gut vorstellen.
      Michael bringt schon einen frischen Input mit rein.🙂

    • #Hallo Herr Schreiber,

      Vielen herzlichen Dank für Ihre Richtigstellung und Ergänzung.

      Der europäische Autorenwettbewerb Eurovision Song Contest hat sich seit Gründung 1955 und der ersten Ausstrahlung 1956 bis heute immer wieder weiterentwickelt und genauso wurden die Entwicklungen mit kritischen Stimmen begleitet. Das wird auch so bleiben 😉

      Vielleicht wäre es auch eine Entwicklung die „Warm-up-Show“ vor dem ESC-Finale und auch danach einen neuen Sendetitel zu verleihen. Der Begriff Grand Prix ist in der Weiterentwicklung nicht mehr zeitgemäß. Die Marke ESC sollte mehr vorangetrieben werden, schließlich wird das vom breiten Publikum inzwischen eher angenommen.

      Auch wenn ich persönlich nicht immer mit diversen Entwicklungen einverstanden bin, aber ein Versuch ist es immer wert. Danke.

      • Hallo Herr Schreiber,

        es wäre sehr schade, wenn eine weitere Verbindung zu den Ursprüngen dieses Songfestivals gekappt werden würde, bitte lassen Sie den Begriff „Grand Prix“ NICHT fallen. Und bitte verabschieden Sie sich nicht für viele Jahre komplett von der Idee eines Vorentscheids.

  18. Erstmal vielen Dank an Peter für das tolle Interview. Dass die Sparmaßnahmen des NDR bei der Unterhaltung – und damit auch beim ESC – ansetzen ist schade, aber aus Sicht eines öffentlich-rechtlichen Senders auch sehr gut verständlich. Das Ende des Reeperbahn-Countdown finde ich schwierig zu bewerten. Einerseits hat mir das Konzept inkl. sehr vorhersehbarer Künstlerauswahl nie gut gefallen, andererseits ist der PR-Effekt für den ESC nicht zu verneinen und die Public-Viewing-Atmosphäre bei der Punktevergabe war immer ein großes Plus. Aber mal sehen was uns nächstes Jahr präsentiert wird. Außerdem Props an TS für die vielsagende Aussage mit HoC-Zitat zum Schweden-Thema 😉

  19. Kein Countdown von der Reeperbahn im Regen mehr? 🙁
    Können Sie nicht vielleicht noch einen 2. Tatort streichen anstatt den ESC zu kürzen?

    • Der ESC wird ja nicht gekürzt. Es gibt ja eine Show, nur nicht an der Reeperbahn. Und wieso denn noch einen Tatort streichen? Da hängen auch Arbeitsplätze dran, da tut schon eine Kürzung weh.

  20. Also erstmal Danke für das großartige Interview, okay den schwedischen Satz hätte ich gern auch übersetzt 😉. Ich finde es immer toll wenn man Klarheit hat und freue mich das es doch so schnell ging. Nun gibt es also eine Prozedur wie letztes Jahr und Ben darf sich bewerben. Ich bin da Zwiegestalten. Es ist ja was gutes bei rausgekommen und das macht Hoffnung für nächstes Jahr. Aber für den SCC find ich es schade das es keine VE gibt mit Live Auftritten.

  21. Soso, Gebühren sollen zwar eingespart werden, aber auf der anderen Seite wird uns in Zukunft ein höherer Rundfunkbeitrag abgepresst… ohne Worte (klingt vielleicht AfD-mäßig, aber ich kann es nur so ausdrücken).

    Zweitens, gerne hätte ich Ben für nächstes Jahr gesehen, aber ich denke, es ist gut, wenn man sich jetzt mal längerfristig für ein einheitliches Konzept entscheidet. Darauf sollte man sich jetzt am meisten konzentrieren. Auch von mir danke für das aufschlussreiche Interview!

    • Ja, das klingt AfD-mäßig. Und ich hoffe, du hast es nicht so gemeint.
      Den Rundfunkbeitrag zahlst du ja für das komplette Angebot. Da hängt nicht nur der NDR dran.

      Aber du kannst ja mal versuchen, deinen Beitrag nicht zu zahlen. Ich könnte dir verraten, was dann passiert. 🙂

      • Antwort: ich komme in den Knast. Und das ist genau das, was mich stört. Ich habe kein Verständnis dafür, wenn gewisse Nachrichtensprecher von meinen Gebühren völlig abgehobene Gehälter bekommen. Niemand kann sich aussuchen, diese Gebühr nicht zu zahlen. Mir liegt es fern, die AfD zu wählen, aber für den Rundfunkbeitrag habe ich einfach kein Verständnis.

    • Das Thema Rundfunkbeitrag ist aus meiner Sicht zu groß für kurze Diskussionen.
      Kurz (evtl. auch verkürzt) zusammengefasst behaupte ich mal, dass wir die große „kostenlose“ Medienlandschaft (TV und Internet) nur haben, weil ARD/ZDF Pflichtbeiträge verlangen.

      Meine Theorie, wenn die Rundfunkgebühren mal abgeschafft würden:

      – RTL, Sat1 und Pro7 schalten die kostenfreie Ausstrahlung ab und die Online-Dienste fahren Ihre Paywalls (noch weiter) hoch.
      – Kostenlos bleiben dann noch die Springer-Presse und andere politisch stark gefärbte Informationsmedien (sowohl im linken als auch im rechten Spektrum). Die gemäßigten Mainstream-Medien (für mich ein positiv besetzter Begriff) werden eher für eine besser verdienende Kaste weiter betrieben.
      – In der Unterhaltung werden die deutschen Produktionen (bislang zu 80-90% im öffentlich-rechtlichen) massiv einbrechen, da kann auch die 10. Netflix-Serie nichts dran ändern.
      – Der ESC würde bestimmt von einem privaten Sender übernommen (falls die EBU das zulassen würde) und kommerziell stark ausgekostet werden.

      Man mag meine Gedanken als Worst-Case-Szenario abtun, sehe ich komplett ein.
      Wer aber behauptet, dass im Großen und Ganzen das System auch ohne ARD/ZDF so weiterlaufen würde wie bisher, der hat noch nicht mitbekommen, von welchen finanziellen Konzepten die Privatunternehmen träumen.

      Und zuletzt: ARD/ZDF als freiwilliger Pay-TV-Dienst könnte rein finanziell gar nicht funktionieren, weil die Anstalten im Laufe der Jahrzehnte immense Pensionsverpflichtungen aufgebaut haben. Selbst wenn noch 50% der Nutzer weiter bezahlen würden, wäre schlicht kein Budget mehr für ein Programm da, weil die Personalkosten (unbefristete Verträge!) alles aufgefressen hätten.

      Das nur mal als kurzer, an der Oberfläche kratzender Überblick über mögliche Entwicklungen beim Eingriff ins aktuelle System.

  22. Gutes Interview, Peter! Danke!

    Lustig fand ich, dass man eine Interviewanfrage an eine Person stellt und dann Antwort von dreien im Gesprächsstil zurückbekommt ( „Nicht so bescheiden, Christian: ohne Dich und Deine Arbeit…“) 🙂

    Inhaltlich find ich die nicht-automatische Direktnominierung von Ben gut & richtig und die Streichung des Open Air-Charakter des Countdowns angesichts Corona, der baulichen Aktivitäten und der Einsparmöglichkeiten nachvollziehbar und nicht besonders wehtuend (auch wenn es schön wäre, wenn sowas irgendwann reformiert wieder zurückkommen könnte… wer Lenas Sieg dort miterlebt hat, muss sowas sagen… 😉 )

  23. Interessant finde ich Schreibers Reaktion auf die Frage, ob es je wieder eine Zusammenarbeit mit Raab wie in den Jahren 2010 bis 12 geben würde. „Kein Kommentar“ heißt ja jetzt nicht direkt „nein“. Ist da vielleicht was im Busch? So für 2022 oder später?

    • „Kein Kommentar“ sag ich auch gerne mal, wenn ich keinen Bock auf eine Weiterführung des Gesprächs habe. Daher würde ich da jetzt nicht all zu viel reininterpretieren..

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