Erste Details zur deutschen ESC-Vorentscheidung 2024 in den kommenden Tagen – 2025 Wechsel zum MDR?

© NDR / Claudia Timmann

Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) will in den „in den nächsten Tagen erste Details“ zum deutschen Auswahlverfahren für den Eurovision Song Contest 2024 in Malmö bekanntgeben. Das berichtet heute der Mediendienst DWDL und bezieht sich dabei auf eine Antwort aus der NDR-Pressestelle. Da an diesem Freitag zunächst der Beginn der Abstimmung über den deutschen Beitrag für den diesjährigen Junior Eurovision Song Contest ansteht, können wir mit ersten Informationen wohl in der kommenden Woche rechnen. Der federführende NDR hatte bereits am Tag nach dem ESC-Finale bestätigt, dass Deutschland trotz des letzten Platzes mit Lord of the Lost und „Blood & Glitter“ in Liverpool auch 2024 wieder am ESC teilnehmen wird.

DWDL berichtet auch darüber, dass es in der ARD Überlegungen dazu gibt, die Federführung für den Eurovision Song Contest vom NDR auf eine andere ARD-Anstalt zu übertragen. Das deckt sich mit ESC-kompakt-Informationen, wonach eine solche Option in der Diskussion war, dann aber zumindest für 2024 verworfen wurde. Laut DWDL ist dieses Szenario aber nicht gänzlich vom Tisch, sondern könnte stattdessen in 2025 greifen.

Demnach könnte der etwa mit den Florian-Silbereisen-Shows im Musikbereich gut (im Sinne von quotentechnisch erfolgreich) aufgestellte Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) zukünftig die Verantwortung für den ESC übertragen bekommen. Das würde dem Wunsch innerhalb der ARD Rechnung tragen, Kompetenzen für bestimmte Bereiche bei bestimmten Regionalanstalten zu bündeln. Welche ARD-Anstalt in der Vergangenheit die besten ESC-Ergebnisse geholt hat, könnt Ihr hier in unserer ESC-kompakt-Analyse nachlesen.

Eins dürfte dabei klar sein: Ein redaktioneller Verantwortlichkeits-Wechsel innerhalb der ARD wäre reine Kosmetik, solange am Ende die großen Entscheidungen woanders getroffen werden. Die letztendliche Entscheidungsgewalt läge schließlich weiterhin bei ARD-Unterhaltungskoordinator Frank Beckmann vom NDR und ARD-Programmdirektorin Christine Strobl und wenn den beiden die deutsche Vorentscheidung weiterhin maximal ein 22:20-Uhr-Kult-Sendeplatz wert ist und die ESC-Halbfinale eine Programmierung auf ONE, dürfte es auch der MDR schwer haben.

Die Wechsel-Idee scheint bislang ohnehin im NDR („Beim NDR will sich nicht mehr jeder jährlich die öffentlichen Prügel für die Performance der deutschen Acts abholen.“) mehr Freunde zu haben als im MDR („Dazu gibt es keinerlei Gespräche und das ist derzeit auch kein Thema für den MDR.“). Irgendjemand im NDR scheint außerdem ein Interesse daran zu haben, dass diese Gerüchte kurz nach Beginn der ESC-Saison 2024 öffentlich werden. Das Timing ist jedenfalls mindestens interessant und dürfte in der deutschen ESC-Redaktion nicht gerade für Begeisterungsstürme sorgen.

So oder so sind wir jetzt erst einmal gespannt, welche Pläne uns der NDR in den nächsten Tagen für 2024 präsentieren wird und wir halten Euch hier auf ESC kompakt natürlich wie gehabt über alle Entwicklungen auf dem Laufenden.

Welches Auswahlverfahren wünschst Du Dir für 2024? Und sollte der NDR die deutsche ESC-Verantwortlichkeit 2025 an den MDR abgeben? Schreib uns Deine Meinung gerne in die Kommentare.


106 Kommentare

  1. Der NDR sollte die Verantwortung für den ESC besser an den WDR abgeben, denn der kann auch große Samstagabendshows auf die Beine stellen (wie z. B. Frag doch mal die Maus).

    • ESC
      warum melden wir uns nicht ab, ohne Millionen von Euros zu verschwenden. Diese Veranstaltung ist eine Farce. Wir zahlen von allen Ländern am meisten. Warum?

      • Ein Tatort kostet Millionen Euro. Die ESC-Teilnahme nicht mal eine. Check lieber mal deine Quellen, bevor du hier populistischen Schwachsinn schreibst.

  2. Hab irgendwie die Vermutung, dass es schon längst einen festen Teilnehmer für den esc oder gar mehrere für eine öffentliche Vorentscheidung gibt . Das würde sich mit dem decken, was hier jemand in den Kommentaren geschrieben hat, dass man auf bekannte Gesichter und Fanfavorites setzt. Außerdem passt das auch mit dem letzten Reel von TRONG zusammen , dass er in Kürze etwas bekannt geben wird , worauf er maximal aufgeregt ist , es allerdings noch nicht sagen darf .

  3. Als ich gestern Abend noch die DWDL-Meldung gelesen habe, bin ich fast vom Stuhl gefallen 😀
    Ich habe da wirlich extrem gemischte Gefühle. Einerseits wäre ein harter Schnitt in der jetzigen Lage vielleicht sogar das Beste, was man machen kann, aber andererseits wäre ausgerechnet die (Zitat Kalkofe) „Zonenbutze“ MDR doch wohl die denkbar schlechteste Wahl. Ein Sender, der zu größten Teilen aus Ostalgie und Schlagershow-Wiederholungen besteht und dessen Referenz eine Vollplayback-Sendung mit Zielgruppe 65+ ist, soll allen Ernstes ein konkurrenzfähiges Paket für den ESC schnüren? Also bitte!
    Vor allem frage ich mich, wie da ein eigenständiger VE finanziert werden soll, wenn selbst der deutlich größere NDR schon Schwierigkeiten hat
    Im Worst Case nominiert dann einfach der Silbereisen-Redakteur irgendwen aus dem Portfolio direkt.
    Möge wenigstens dieser Kelch bitte bitte an uns vorübergehen!

      • Grundgütiger, das ist ja als würde man statt dem weißen Gürtel den roten Gürtel umbinden und glauben , das lila Blümchenkleid sieht jetzt besser aus …keiner der Öffis wäre eine Alternative, es müsste ein privater Sender mit einem hochmotivierten Team sein , das Alter ist da zweitrangig , sie müssen für den ESC Sieg (oder zumindest einen guten Platz ) brennen .

  4. Das kann doch nur eine Falschmeldung sein. Es ist erst September, die Verantwortlichen werden sich frühestens im November auf irgend ein Konzept einigen.

  5. Ich sehe das genauso wie Matty. Wenn es eine Abgabe geben sollte, dann an den WDR, der bekanntlich der einzige Sender der ARD ist, der auch mal bereit ist konzeptionelle Wagnisse einzugehen und sich wenigsten halbwegs in seinen Produktionen um ein modernes und professionelles Erscheinungsbild bemüht.
    Bei einer Rückkehr zum MDR und seinen stocksteifen „Unterhaltungs-Shows“, sehe ich Deutschland endgültig im Bereich der Bottom-Five fest zementiert.
    Zwar haben die Musik-Shows des MDRs auch aufgrund der Zielgruppe viel Erfolg. Aber diese Zielgruppe verfolgt heutzutage kaum noch den ESC, da sie ihn als zu schrill empfindet. Das wird dem Entscheidungsprozess für unsere zukünftigen Beiträge sicher nicht gut tun.
    Ich hoffe, dass es sich hier nur um ein bewusstes (provokatives) Durchstechen eines Gedankengangs eines frustrierten Mitarbeiters handelt und nicht um eine konkrete Planung.

  6. Soll der NDR die Verantwortung abgeben: unbedingt.
    Ist der MDR eine innovative Wahl: kann ich mir nicht vorstellen.

    Meiner Meinung nach gelingt ein richtiger Neustart nur mit einer Beteiligung eines privaten Senders und der Einbindung eines neuen jungen Teams, die richtig Lust auf den ESC und für das Projekt brennen.

  7. Neue besen kehren gut. Ob jetzt der ostalgie-sender mdr der richtige ist, kann ich nicht beurteilen. Schlechter kann’s jedenfalls nicht werden.

  8. Die Nachricht will mich Hurra schreien lassen. Man denkt über einen Federführungswechsel nach!
    Doch zwei Dinge dämpfen die Euphorie. Wäre der MDR der richtige neue Sender? Der MDR hatte vor dem NDR die Federführung schon mal inne und nicht erfolgreich. Nun hat sich der Sender gewiss entwickelt aber es bleibt für mich ein gewisser Zweifel. Und dann als zweites das was im Text steht das die ARD “Bosse” das letze Wort haben bleibt gleich. Das kann bedeuten das sich vielleicht kaum was tiefgreifend ändert. Deshalb ja das sind mal gute Neuigkeiten aber es bleibt abzuwarten ob und was sich ändert und ob das was bringt. Ein Wechsel zum ZDF hielte ich sogar für besser aber letztendlich ist glaube ich das ZDF auch nicht mehr innovativ genug. Womöglich käme man da vom Regen in die Traufe (Kiwi statt Babs🙃)
    Für diese Saison erwarte ich erstmal wenig, wünsche dem NDR viel Glück

  9. Mit Volldampf und Musik durch die Starnacht am Wörthersee.
    Denn Wiedersehen macht Freude!
    Willkommen zurück beim MDR, ESC!
    Und Flori ist doch ein guter Ersatz für die Babsi

    Da kann doch nix schiefgehen, oder doch?

  10. Also wenn der MDR wirklich den ESC übernimmt dann prognostiziere ich mal den VE 2025 (Achtung Ironie und Überspitzung):

    Produzent wird Michale Jürgens
    Moderator wird Florian Silbereisen
    Austragungsort Westfalenhalle Dortmund
    Teilnehmer: Ben Zucker und sonstige Schlagersänger die beim MDR immer da sind
    Name: ESC Boom oder Eurovisionsfest der 100.000 Länder

    Ich habe letztens eine Statistik zum Musikgeschmack gelesen. Bei der von allen Verantwortlichen so geschätzten Zielgruppe der jungen Leute liegt Schlager so bei 5%. Rock/Hard Rock/Metal so bei 20 bis 25% und natürlich Pop und Rap vorne.

    Statt einem weiteren Rentnersender die Verantwortung zu geben wäre mein Vorschlag eine Kooperation der Jugendsender der Rundfunkanstalten. Also z.b Puls und das Ding. Bei Produktion kann ja der Haussender helfen, aber Redaktion sollte bei den Jugendsendern bleiben. So könnte man mehr junge Leute ansprechen.

  11. Ich habe hier schon mehrfach geschrieben, dass ich den NDR nicht gerne so einfach gegen einen anderen Sender eintauschen würde. Einerseits wegen dem Team von eurovision.de, das ja vom NDR finanziert wird und was mir sehr ans Herz gewachsen ist. Andererseits weil der Fisch meiner Meinung nach in erster Line vom Kopf her stinkt, also aus der ARD-Unterhaltungs-Etage. Wie im Artikel richtig steht, kann kein ARD-Sender einen guten VE auf die Beine stellen, wenn Sendezeit und Ressourcen so spärlich gewährt werden.

    Zu alternativen Rundfunkanstalten: Ja, der MDR kann große Musikshows, aber im Full-Playback vor enthusiastischen Zuschauermassen sollte das jetzt auch nicht das riesen Problem sein. Die Expertise in Bezug auf Regie und Kameraarbeit würde ich bei VE gerne sehen, aber für die Künstlerakquise wäre der MDR eine der schlechtestmöglichen Optionen.

    Neben dem schon erwähnten WDR würde ich noch den SWR ins Spiel bringen, der u.a. das jährliche New Pop Festival abhält, was in der Pop-Szene sehr anerkannt ist. Ist natürlich alles 2 Nummern kleiner als der ESC, aber in Bezug auf die Musikredaktion, könnte da schon Expertise vorhanden sein. Ob diese Redaktion allerdings heiß auf den ESC ist, weiß man natürlich auch nicht.
    Bis 2022 hätte ich auch noch den RBB erwähnt, aber ich denke die haben momentan andere Probleme als sich die Aufgabe ESC ans Bein zu binden.

    Aktuell hoffe ich, dass die Diskussionen eher taktischer Natur sind, um der ARD-Spitze die Schwierigkeit der ESC-Verantwortung aufzuzeigen. Spätestens wenn klar wird, dass auch niemand anderes als der NDR die quotenträchtigste ARD-Show des Jahres betreuen will, müssten doch Alarmglocken angehen. So zumindest meine spärliche (zuletzt sterbende) Resthoffnung.

  12. Warum kann nicht jede Senderanstalt einen Act wie auch immer nominieren und am Ende gibt es eben ein großes Finale, wo alle teilnehmen und durch eine Mischung aus Jury aus jedem Bundesland und Zuschauervoting, evtl. zusätzlich mit internationaler Jury und internationales Onlinevoting, wird am Ende Gewinner gekürt??? 🤷🏼‍♂️🤷🏼‍♂️🤷🏼‍♂️

    • Es war ja offenbar schon schwierig genug, die Radiosender in eine Kooperation einzubinden, die ihnen Werbung im TV brachte. Ich behaupte, dass es noch schwieriger würde, die TV-Anstalten mit ins Boot zu holen, weil dann ja jeder Ressourcen in die Hand nehmen müsste (Künstlerakquise, Songwahl, Inszenierung).
      Außerdem sähe ich schon wieder, dass die Zuschauer aus dem WDR-Gebiet dann einfach wieder dem WDR-Künstler die Stimmen geben (wie beim BuViSoCo) und das wird dem ESC auch nicht ganz gerecht.
      Vielleicht bin ich einfach nicht vom Konzept enttäuscht, weil die genannte Pro7-Show früher ihre Schwächen hatte.

      Wenn es wirklich mal einen Schulterschluss der ARD-Anstalten geben sollte und die Regionalsender würden an einem Strang ziehen, würde mir eine Lösung wie von dir besprochen natürlich gefallen, klar.

  13. Ich schließe mich den vorangegangenen Kommentaren an und hoffe das es einfach aufgestauter Frust eines Internen ist, der für den ESC brennt, aber nicht die Möglichkeiten hat was zu ändern.
    Das Konzept und die Künstler können in den Vorbereitungen noch so gut sein, nur bringt das nichts wenn die Obersten der ARD das dann ablehnen/verschlimmbessern, womöglich auch aus „Angst“ beim ESC damit zu Gewinnen und dann den Nächsten auszutragen.

    • Ich befürchte ja noch Schlimmeres: Dass die ARD-Oberen gar keine Angst vorm Sieg haben, sondern sich um den ESC einfach GAR KEINE Gedanken machen wollen.
      Immerhin stimmen die Quoten ja, auch bei schlechtem Abschneiden. Warum also Zeit oder Geld in die Hand nehmen, um etwas an den Ergebnissen zu ändern?

      Das ist meine Befürchtung: Absolutes Desinteresse am ESC an sich. Da wäre mir eine Angst vor dem Sieg ehrlich gesagt noch lieber.

  14. Der MDR statt NDR? Das wäre ja noch nicht mal vom Regen in die Taufe, sondern noch weiter unten. Der NDR hat es ja wenigstens versucht international kompatible Songs zum Esc zu schicken. Dem MDR spreche ich jegliche Kompetenz dafür ab. Das wird dann noch gruseliger als beim NDR.

  15. Ich würde auch das Team von Eurovision.de vermissen. Die machten m.E. immer einen guten Job. Ein Wechsel zu einer anderen Anstalt würde die Probleme nicht pauschal lösen.

  16. Man könnte doch die nationale Vorentscheidungsshow für den ESC „Der schwarze Kanal sucht …“ nennen. Wäre doch passend (alleine schon wegen der „Ostalgie“).
    Okay, war blödes Beispiel.
    Ich würde die Sache an Sat.1 / 7 ProSieben abgeben.

      • Was die Konzeptgestaltung anging (darauf kommt es an), war es faktisch eine vollständige Abgabe.

      • @ Thilo mit Bobby – stimmt allerdings. Hatte ich jetzt glatt vergessen. Dann wünsche ich mir eine starke Kooperation mit diesen Sendern.

  17. Never Change A Winning Team…aber der NDR ist halt leider schon längere Zeit kein „Winning Team“ mehr, da man in den letzten Jahren, mit Ausnahme von 2018, fast ausschließlich hintere Plätze belegt hat. Insofern wäre ein Wechsel nach so vielen Jahren vielleicht mal angebracht.

    Und da viele den MDR hier „alt“ aussehen lassen, verjünge ich den MDR mal dahingehend mit der Info, dass der MDR die Federführung beim KiKA hat. Damit wäre dann übrigens auch der JuniorESC unter einem Hut, wenn der MDR für den ESC zuständig wäre. Im Moment gibt es für den JESC ja noch eine Zusammenarbeit zwischen KiKA (MDR) und NDR.

    • Die Info mit dem Kika ist schön für Zahlenspiele, aber nur bedingt richtig. Richtig ist, dass der Kika im MDR-Funkhaus in Erfurt, angesiedelt wurde.
      Trotzdem ist nicht der MDR federführend, sondern alle ARD-Anstalten und das ZDF.

      Und selbst wenn der MDR intern etwas präsent sein sollte als die anderen ARD-Anstalten: An der Kompetenz, Unterhaltungsshows im Stile des ESC auszurichten, dürften ein paar Kika-Mitarbeiter auch nichts ändern.

    • @AlexESC
      Letzteres stimmt natürlich. Aber sonderlich erfolgreich waren wir bei den ersten beiden Teilnahmen hier auch nicht. Meiner Meinung lag das auch an den vergleichsweise einfallslosen Songs mit Englisch-Deutschen Sprachgemisch, mit dem die fast schon bedauernswerten Mädchen ins Rennen geschickt wurden.
      Kurzum….für mich kein Argument pro MDR-Übernahme der ESC-Federführung.

      • @Gerd Geomax – korrekt! Die beiden Lieder waren an Harmlosigkeit und Belanglosigkeit nicht zu überbieten. Vielleicht hat der KiKa sich ja auch an der Zeit 2003 – 2012 ein Beispiel genommen. Da waren die meisten Lieder ja auch in diesem einfachen Stil gestrickt (weil ja von Kindern getextet und komponiert). Ab 2016 merkte man den Ruck, der durch den JESC ging und die Lieder haben oftmals die Qualität, die denen im ESC nicht nachsteht.
        Daran müssten sich die Verantwortlichen orientieren. Auch der „Hausboot Song“ hätte an dem schlechten Ergebnis nichts geändert. Bin mal gespannt, was der KiKa dieses Jahr uns an „Liedgut“ unterjubeln möchte. An unseren jungen Künstler:innen lag es meiner Meinung nach nicht.

    • Bloß nicht! Zu viele Köche verderben den Brei! In meinen Augen wollen oder müssen ja jetzt schon zu viele ARD-Leute etwas beim ESC mitbestimmen und/oder abnicken.

  18. uh,kaum hören die hiesigen aktivisten das kürzel MDR,schon geht es ordentlich rund! 😆
    viel heiße luft!
    bei mir als echten ostwestfalen würde höchstens das kürzel WDR eine gewisse panik erzeugen können.🤡

    • Also Panik kommt bei mir nicht auf. Der NDR hat sich in vielerlei Beziehung in den letzten Jahren nicht mit Ruhm bekleckert.
      Wenn aber das nach Außen kommunizierte Argument für Kompetenz des MDR die Schlager-Shows mit Florian Silbereisen sein sollen, dann gebe ich zu, bekomme ich ein ungutes Gefühl.

    • @ Lasse

      Naja, von den Dritten ist der WDR doch noch am mutigsten. Das Attribut würde ich sonst höchstens noch dem RBB anheften.

  19. Ein Mitarbeiter innerhalb der ARD hat mir gegenüber schon vor ein paar Wochen durchblicken lassen, dass der MDR bereit wäre, das Ruder zu übernehmen – und: anders als der NDR auch offen für eine wie auch immer geartete Zusammenarbeit mit externen Kräften wäre! In diesem Zusammenhang fiel auch schnell der Name Stefan Raab, der sein Knowhow angeblich sofort zur Verfügung stellen würde… wie gesagt: mit Vorsicht zu genießen! Stille-Post-Prinzip über mehrere Ecken! Diese Aussagen haben allesamt keinen Anspruch darauf, tatsächlich der Wahrheit zu entsprechen! Aber ich war doch recht verwundert, dass ich diesen Small-Talk geführt habe, Wochen bevor der DWD-Artikel erschienen ist… ich bin jedenfalls jetzt sehr gespannt, was passiert! Ich denke, es wäre sehr hilfreich, wenn die ARD nicht nur intern ihr eigenes Süppchen kocht, sondern sich Expertise und Leidenschaft von außen holt…

  20. Ich habe ja schon öfter gesagt dass ich einen Anstaltswechsel gar nicht so schlecht finden würde, den MDR hätte ich aber als allerletztes in Sinne gehabt. Habe da kein gutes Gefühl.😕

  21. Nun, schlechter als NDR in Eigenregie geht ja nicht… Insofern: Hauptsache weg!
    Vom MDR erwartete ich freilich auch keine Wunder, kann mir aber durchaus vorstellen, dass man sich der Aufgabe dort zumindest etwas weniger neospießig und komplexbeladen annähme, also z B. offener bei der Musikauswahl zeigte (nein, nicht nur in Richtung Schlager und Volksmusik).

    • Dann freue dich nicht zu früh. Sollte der MDR wirklich ab 2025 übernehmen, würde ich dazu keine offiziellen Infos bis zum Mai 2024 erwarten (im Umfeld des Finales in Malmö).
      Die Infos zur VE 2024 nehme ich aber natürlich auch gerne in den kommenden Tagen entgegen.

  22. Sehr traurig wie abwertend einige hier über den MDR sprechen.

    Immerhin sind Musikshows, die Kernkompetenz vom MDR. Warum sollte denn keiner der neuen Bundesländer die Möglichkeit bekommen, am ESC zu arbeiten?

    Hoffe ja persönlich auf die interne Nominierung von Helene Fischer.

    • Ich habe mich ja auch schon ein wenig kritisch Richtung MDR geäußert, daher fühle ich mich angesprochen. Ich sehe aber niemanden, der dem MDR die Tauglichkeit abspricht, weil die Mitarbeiter „Ossis“ wären (Okay, das Kalkofe-Zitat ist ein Stereotyp, aber den Humor von Kalkofe sollte man einordnen können).

      Die Befürchtungen lauten, dass die Referenz der erfolgreichen Musikshows hier auf wenig Gegenliebe trifft bzw. man die als wenig vergleichbar mit dem ESC sieht. Sendungen mit Musik im Vollplayback kann man nicht komplett mit Produktionen vergleichen, die Live-Gesang anbieten.
      Hätte das Gerücht gelautet, dass der Saarländische oder Bayerische Rundfunk oder Radio Bremen den VE übernehmen sollten, hätte ich ähnlich unterkühlt reagiert.

      Und auch ganz wichtig: Nur weil die heute tätigen MDR-MitarbeiterInnen noch nicht aktuell mit dem ESC zu tun hatten, sollte man Ihnen die Eignung dafür nicht absprechen.
      Aber wenn die Argumentation sein soll, dass die doch einfach alles so machen sollen wie beim Silbereisen (und die Gefahr besteht, dass die MDR-Spitze das denkt), dann könnte man den VE 2025 bereits jetzt abhaken.

      Und zu Helene: Ich bin weder Fan noch Konzertgänger von Frau Fischer. Sie wäre aber definitiv die beste Option, wenn man eine Direktnominierung im Kopf hätte.
      Andererseits frage ich mich, ob man dafür dann einen Wechsel des Senders braucht – gerade wenn man die mittelmäßigen Erfolge vom MDR in den 90ern bedenkt.

      • Der MDR hatte in fünf Jahren ein (sehr) gutes Ergebnis zustande gebracht — so viel wie der NDR bei seinen letzten 17(!!!) Teilnahmen, wenn man die Kooperationen (’04, ’10-’12), wo er konzeptuell ja nichts beigesteuert hat, nicht mitzählt.
        Ist m.E. aber auch zu lange her, um das noch als seriösen Maßstab zu nehmen. Für den MDR, versteht sich.

      • @CC und Meckie:
        Laut Wiki war der MDR in den Jahren ’92 bis ’95 am Werke und holte dabei die Plätze 16 (von 23), 18 (von 25), 3 (von 25) und 23 (von 23). Und das war die Zeit bevor in Semis die schwächere Konkurrenz herausgefischt wurde, also war es damals noch eher schwieriger Letzter zu werden.
        Ich habe ja auch nicht gesagt, dass die MDR schwächer war als die des NDR. Aber einen Ausreisser nach oben hatte der NDR ja auch alle paar Jahre mal, genauso wie es Mekado 1994 war. Finde die Bilanz also halbwegs vergleichbar – wenn man das bei den Änderungen im ESC-System überhaupt machen will.

        Davon mal abgesehen gab es einige Erfolge zugegebenermaßen in Kooperationen, aber warum sollte man das dem NDR nicht positiv anrechnen? War doch immer noch unter deren Leitung.

      • @Frank B.

        Soweit ich das beurteilen kann, lagen Formatentwicklung und -durchführung damals ausschließlich in den Händen von VIVA bzw. Pro7 (mit tlw. Ausnahme der Sendeplätze und Moderation). Und zumindest 2010 ff. war es auch Raab, der beim NDR auf der Matte gestanden hatte, und dabei zunächst nicht gerade mit offenen Armen empfangen wurde. Jedenfalls lassen sich die Erfolge jener Jahre nicht dem kompetitiven oder musikalischen Sachverstandes des NDR zurechnen.
        Damit bleibt Michael Schulte der einzige NDR-Erfolg „in Eigenregie“ nach 2001, d.h. von 17 Versuchen. Zwei Male gab’s noch Mittelfeld (’03, ’06), der Rest landete stets im hinteren Drittel. Seit 2015 außer M.S. sogar konsequent auf dem letzten oder vorletzten Platz. Das ist nicht bloß schwach, sondern einfach Grotte.
        Gut ist die Fünf-Jahres-Bilanz des MDR sicher auch nicht gewesen, aber weniger umfangreich und in meinen Augen nunmehr schlicht „verjährt“. 2025 sind es 30 Jahre her. Für mich kein Grund, welcher für oder gegen eine (Wieder-)Übernahme eines Senders spräche. Allenfalls wünschte ich mir für die Zukunft standardmäßiges Routieren zwischen den Anstalten, z.B. alle drei bis fünf Jahre.

      • @CC Ja, es gab ein Jahr Kooperation mit Viva und 3 mit Pro7.
        Wer da an wen heran getreten ist, zählt da für mich aber auch nicht. Was zählt ist, dass der NDR Raab hat machen lassen. Das klingt relativ simpel, aber wenn man weiß, wieviele Leute im ÖRR gerne mitentscheiden wollen, ist es nicht selbstverständlich.

        Aber wenn du die 3 Jahre mit Pro 7 nicht mitrechnet, gab es noch Guildo, Sürpriz, Raab (2000), Michelle, Mutzke und Michael Schulte als Erfolge. Auch an Texas Lightning und Roger Cicero erinnern sich viele gerne zurück, auch wenn die Platzierungen da etwas unter den Erwartungen waren.

        In 30 Jahren ist es keine rekordverdächtige Bilanz, aber Erfolge gab es ja wohl schon.

      • @Frank B.

        Ja, um die Jahrtausendwende hatte der NDR wirklich eine ambitionierte und kreative Phase. Das machte sich nicht nur an den Endresultaten bemerkbar, sondern genauso dem Handling insgesamt. Nur ist es eben über zwanzig Jahre her, die Verantwortlichen sind heute auch ganz andere.
        Ich finde schon, dass so eine Bilanz rekordverdächtig ist. Nächstes Jahr besteht z.B. wieder die Chance, als erstes Land zum dritten Mal in Folge Letzter zu werden.

    • So schlecht war die Bilanz vom MDR in den 1990ern dann aber doch auch wieder nicht! Früher war nicht alles besser, aber Deutschland hatte in den 1990ern auch gute Lieder am Start, die aus anderen Gründen kein Glück hatten.

    • @ Frank B.

      Tatsächlich hoffe ich, dass es zu Helene niemals kommt. Das würde doch nur zu Verdruss führen. Hierzulande sieht man in ihr ja gerne mal ein Universaltalent, wie es die Welt noch nie gesehen hat.

      Ich sähe in ihr jedoch nicht mehr als Kati Wolf 2.0, nur halt auf Deutsch singend. So weit, so kompetent – aber eben auch wirklich, wirklich nichts Besonderes, das Europa in irgendeiner Weise faszinieren könnte.

      • @Nils

        Für mich ist die Fischer lediglich alter Wein in eine neue Flasche umgefüllt. Sieht erstmal toll aus, wenn man es aber probiert (hört) merkt man dass es doch der alte abgestandene Schlager von früher ist, lediglich „neu“ verpackt.

        Halte sie als ESC-Kandidatin für maßlos überschätzt.

      • @Nils und ESC1994:

        Musikalisch fände ich genauso, dass Helene Fischer kein Verlust für den ESC wäre, ja.
        Ich sähe aber eher die Vorteile, wenn Sie bereit wäre beim ESC mitzumachen:
        1. Sie ist ein Profi und weiß, was eine Performance ist (was in der deutschen Musikszene eher unüblich ist).
        2. Sie könnte einen neuen Hype um den ESC entfachen, den NDR oder MDR mit keinem VE-Konzept der Welt hinbekommen würden.
        3. Ich traue ihr zu, schon eine gewissen Bandbreite im Schlager- und Pop-Bereich anbieten zu können falls es eine Auswahlshow mit mehreren Titeln gäbe. Sie ist nicht die vielfältigste Künstlerin der Welt, aber ich glaube, sie könnte mehr als reine Schlagermusik – wenn sie denn will.
        4. Außerdem traue ich ihr zu, dass Sie schon versteht, dass Schlager nicht mehr international ist und dass sie sich entsprechend von Songschreibern aus anderen Genres beraten ließe.
        5. Und falls am Ende der ESC-Reise doch eine schlechte Platzierung herauskäme, sind wir am Ende aus der Diskussion heraus, dass sie es mal machen müsste. Das Thema wäre dann definitiv durch.

      • @Frank B.

        „Und falls am Ende der ESC-Reise doch eine schlechte Platzierung herauskäme, sind wir am Ende aus der Diskussion heraus, dass sie es mal machen müsste. Das Thema wäre dann definitiv durch.“

        Aber zu welchem Preis?? Stell dir mal vor „unsere heißgeliebte“ Helene fährt ein schlechtes Ergebnis ein. Der Boulevard wird erst recht die dicken Geschütze ausfahren a la „Nicht mal Helene kriegt Punkte, Europa hasst uns, wir sollten aussteigen“, darauf hätte ich gar keinen Bock.

      • @ESC1994:
        Stimmt, die Schlagzeilen gäbe es. Aber hatten wir die dieses Jahr nicht auch in abgewandelter Form?
        Außerdem kann man auch mit jedem anderen Künstler auf die Nase fallen, wie die letzten Jahre gezeigt haben. Warum dann also nicht mit Helene?

      • Weil ich nicht auf die Nase fallen möchte, weder mit Helene noch mit irgendeinen anderen Künstler.

      • Sehe es genau wie ESC1994: Nähme Helene teil, um dann (wovon ich aktuell ausginge) doch nur ein „enttäuschendes“ (was bei dem enormen Hype um sie wohl bereits ein Mittelfeldplatz wäre) Resultat einzufahren, würde der Mob, der einen Ausstieg aus dem ESC fordert, lauter denn je zuvor.

      • Ganz ehrlich wenn man einen bekannten erfolgreichen Interpreten nominiert ist das immer ein Risiko mit dem auch auf die Nase zu fallen. Aber wer nichts riskiert gewinnt auch nichts

      • @Thilo mit Bobby

        Wir haben schon 2021 mit dieser Clownsnummer etwas riskiert. Wie erfolgreich war das nochmal??

      • Ja ersten war der nicht bekannt und erfolgreich und zweitens wer was riskiert kann auch verlieren. Der Vergleich hinkt ein bisschen.

      • Bin da ganz bei Thilo und Bobby:
        Wer nichts wagt, wird beim ESC eher hinten landen.
        Das Problem war doch nicht, dass für Deutschland zu viele Acts wie Jendrick angetreten sind (auch wenn er gefühlt von allem etwas zu viel war ;-)), sondern zu viele austauschbare und vergessenswerte Songs von sympathischen, aber charismaarmen Künstlern geschickt wurden (Malik, Sisters, Jamie Lee, Ann Soohie…).

        Zumindest war das so meine Wahrnehmung.
        Daher bin ich eher dafür, Profis ranzulassen und Helene würde da super rein passen.

        Bei freier Auswahl wäre ich dafür, Laing zum Comeback zu bringen und direkt zu nominieren. Aber auf mich hört ja keiner. 🙂

      • @ Thilo mit Bobby

        Grundsätzlich fänd ich’s ja auch schön, mal einen bekannten Vertreter zu haben, der eine gewisse Aufbruchstimmung entfachen könnte. Das Problem ist aber, dass Helene Fischer momentan viel zu groß ist. Sie wird nicht mal mehr, wie z. B. Grönemeyer, als Musik-Star wahrgenommen, sondern ist für viele direkt eine Messias-ähnliche Figur. Quasi die deutsche Entsprechung zu Taylor Swift: So maßlos überhypet, dass es schon ungesunde Züge annimmt.

        Bei der Erwartungshaltung kann der Schuss halt wirklich nur nach hinten losgehen. Vielleicht kann man in zehn Jahren oder so, wenn der Staub sich gelegt hat, mal bei ihr anfragen. Vorher … wahrscheinlich ein Desaster mit Ansage.

  23. Also einen ESC ohne Alina, Songchecks und Eurovision.de Clips möchte ich mir eigentlich nicht gerne vorstellen. Das gehört bei mir mittlerweile zum Programm dazu. 🙁

  24. Ich glaube nicht, dass ein Wechsel des Senders an und für sich einen großen positiven Effekt hätte. Innerhalb des NDR ist im Vergleich zu 2019 das Team komplett ausgetauscht worden und das Ergebnis ist bekannt. Den MDR halte ich auch nicht für die optimale Wahl. Ich hoffe jedenfalls wirklich, dass man innerhalb der ARD nicht denkt, dass die Verantwortung für die Silbereisen-Shows irgendeinen positiven Einfluss auf die Planung einer ESC-Teilnahme hätte (der Zusammenhang mit der „Kompetenzbündelung“ scheint mir aber auch eher eine Spekulation des DWDL-Autors zu sein).

    So oder so wird es ja wohl erstmal keine weiteren Informationen dazu geben und dementsprechend bin ich jetzt erstmal sehr gespannt, was der NDR für 2024 vorhat.

    • Komplett ausgetauscht? Dachte, es waren Nachfolger, weil die anderen zur Degeto wechselten? Die alten Strukturen innerhalb des NDR haben sich dadurch aber nicht unbedingt aufgebrochen. Es hätte einfach einen kompletten Neuanfang geben müssen, aber da wurde der Stab einfach an den nächsten weitergegeben. Das Ziel auf eine vordere Platzierung war nicht da, Hauptsache irgendwie Top10 wahrscheinlich. Aber man muss schon Risiken eingehen und auf Sieg spielen, wenn man was reißen will. Das berühmte 2019-Lied in der Schublade von T. Schreiber… wurde das eigentlich jemals veröffentlicht oder hat der NDR es wieder ins Ausland angeboten? Die schlechte Qualität der ausgesuchten Lieder wird hier auf ESC kompakt nie direkt bemängelt. Selbst LOTL wurden hier bejubelt, wobei das Lied vom Text und der Struktur eigentlich auch wie ein Schlager klingt. Vielleicht geben wir dem MDR einfach mal ne Chance. 1994 hatten die ja auch Glück mit der Auswahl. Es kommt immer auch auf die eingereichten, ausgesuchten Lieder an und die Performance, das Staging an. Der NDR hat da einfach keine Kernkompetenzen, weder bei der Songauswahl noch beim Staging und der Performance.

  25. MDR wäre wirklich der Alptraum. Moderation dann Höcke und Weidl mit Schlagerzeugs von annodazumal. Braucht kein Mensch.Wechsel wäre gut, aber bitte nicht das.

    • Der Kommentar sollte unter deiner Würde sein. Die Mitarbeiter des MDR können nichts für das Wählerverhalten der Bevölkerung (welches momentan nicht nur im Osten recht freundlich zur AFD ist).
      Und die angesprochenen Politiker sind übrigens beide in NRW aufgewachsen – sollte man auch bei plumpen Abwertungen des Ostens berücksichtigen.
      D.h. hieße nach deiner Maßgabe dann wohl, dass der WDR deshalb auch aus dem Rennen wäre, oder?

  26. Man möchte ja niemanden zu nahe treten, denn menschlich ist Alex Wolfslast ja sehr sympathisch – und zudem natürlich erst seit kurzem in der Verantwortung. Aber angesichts der wirklich verheerenden Bilanz in der gesamten NDR-Ära, fällt es schwer, Argumente gegen einen Wechsel zu finden.

    Natürlich kann man dem NDR auch nicht jedes schlechte Resultat ankreiden. Und Benny hat schon ganz recht: Wenn der Fisch wirklich vom Kopf her stinkt, kann im Zweifel auch ein anderer ARD-Sender nichts ausrichten.

    Doch unterm Strich sind wir nun mal an einem Punkt angelangt, an dem auch nicht mehr viel kaputt gehen kann, da das Meiste schon längst in Schutt und Asche liegt.

    Aber mal gucken. Vielleicht gelingt ja doch noch der Turnaround und der NDR kriegt wieder so einen Candystorm wie letztes Jahr nach der Bekanntgabe der VE-Teilnehmer. Bin auf jeden Fall gespannt auf nächste Woche, auch wenn wohl noch nichts Bahnbrechendes verkündet werden dürfte außer ein paar Eckdaten.

  27. Warum nicht gleich zum MDR, sondern erst 2025, noch ist Zeit.
    Besser wäre es zu den privaten Sendern, so wie bei Stefan Raab damals.
    Gruß

    • Naja, der NDR arbeitet zumindest schon an einem VE 2024. Der MDR erklärt noch, mit der ganzen Sache nicht zu tun haben zu wollen.
      Wenn du eine Songauswahl bis zur Einreichungs-Deadline im März 2024 haben willst, gibt es keine andere Option als auf den NDR zu setzen. 🙂

  28. Warum stehen WDR, SWR oder SR gar nicht zur Debatte? Die scheinen ja in der VE Geschichte noch eher unbefleckt zu sein, wäre doch mal spannend, was denen einfällt.

  29. Ich dachte immer, es sei nur der Ballermann-Schlager, der hier keine Chance hat, wegen frauenfeindlicher Texte. Aber nein, auch der „angestaubte Schlager“ von früher scheint ein No-Go zu ein, eine Musikrichtung, die ein Grund dafür war, warum viele schwule Männer Grand-Prix-Fans wurden. Man konnte hier Musik genießen, die von Headbangern und anderen „harten Männern“ als unmännlich verachtet wurde und fand viele andere Männer und natürlich auch Frauen, die diese Vorliebe teilten.

    Inzwischen hat sich das alles ein wenig geändert: Rockmusik scheint von ESC-Fans höchstens noch dafür kritisiert zu werden, dass sie nicht hart genug ist (den Eindruck bekomme ich jedenfalls beim Lesen von ESC-Kompakt), während schlagerhafte Musik, bei allen Bekenntnissen zu Diversity, außerhalb jeglicher Respektabilität zu liegen scheint, es werden sogar noch Assoziationen mit „Höcke und Weidl (sic)“ hergestellt, wenn auch nur indirekt über den MDR.

    Bei all dem gebe ich zu, dass mir die „angestaubten“ Schlager von früher, die etwas Chansonhaftes hatten, besser gefallen als das, was heute unter Schlager läuft. Aber auch da gibt es Nettes, und ich find’s ärgerlich, wenn manche meinen, dass so etwas kategorisch ausgeschlossen gehört (um dann an anderer Stelle mehr „Mut“ zu fordern und vom radiotauglichen Popsong wegzukommen).

    • Wenn natürlich nichts anderes Schlager in den VEs vorkommen würde, was manche beim MDR zu befürchten scheinen, wäre das auch nicht so toll.

    • Ich glaube, die Leute stören sich weniger am Schlager an sich, sondern daran, dass die als Begründung für den Wechsel angeführten Silbereisen-Shows einfach keine gute Visitenkarte für die ESC-Verantwortung abgeben. Oder anders gesagt:
      Das Wacken-Open Air ist erfolgreich, die Kastelruther Spatzen sind auch erfolgreich. Es würde aber niemand auf die Idee kommen, das Wacken-Line up von den Kastelruther Spatzen zusammenstellen zu lassen 😉

    • Ich glaube, du nimmst da einige Kommentare zu persönlich. Viele sehen für Schlager international einfach keine Chancen mehr, wenngleich das letzte (und auch noch schlimme) Beispiel mit Sieneke ja nun auch schon wieder sehr lange her ist. Um mehr geht es dabei gar nicht, denke ich.

      Was du aber auch sehen musst: Geht es um den VE unserer Träume, wird eigentlich von allen auch Schlager gefordert. Eben nicht zuletzt auch im Auftrag der Vielfalt.

      In den Chor reihe auch ich mich gerne ein, obwohl mir Schlager so zuwider sind wie dir Rock. Tatsächlich würde ich es sogar feiern, Ralph Siegel zumindest noch mal in einer TikTok-Vorauswahl zu sehen.

    • Was ist denn Schlager? Schlager ist doch nichts anderes als eingängige Popmusik auf deutsch. Nehmt euch mal z B ein Song vom Mello und übersetzt ihn auf deutsch und schon habt ihr Schlager. Meistens haben heutige deutsche Schlager besonders die Ballermannschlager ganz besondere Partyrhytmen und teils ganz einfache bis strunzdumme Texte. Die Kunst ist es doch einfach ein Lied zu schreiben das international gefallen findet mehr nicht

      • Nee, da gehört für mich mehr dazu. Der weitgehende(re) Verzicht auf Beat-, Jazzelemente; stärkere Orientierung an Klassik, Operette, dt. Volksmusik, Marschmusik. Ist natürlich selten „pur“ und heute meist im wummsigen Synthie-Klangteppich verpackt, und es gibt auch ausgewogenen Crossover, aber im Großen und Ganzen fällt mir die Unterscheidung v.a. bei Uptempo auch unabhängig von Interpretin (d/m/w) relativ leicht.
        Bis Anfang der 2010er hatte das MF auch regelmäßig Beiträge, welche ins Deutsche übersetzt wohl als Schlager durchgingen. Heute eigentlich nicht mehr oder nur vereinzelt.

  30. Wir brauchen mehr Auswahl. Ich schlage zwei Halbfinale und ein Finale vor. Musikrichtungen aller Art aber sortiert auf die zwei Halbfinale.
    Und im Finale sind dann zehn Finalisten, jeweils 5 von Halbfinale.

  31. Leider bin ich in der Materie nicht drin, ob und welche ARD-Anstalt evtl. besser geeignet sein soll oder nicht. Persönlich sehe ich langfristig allerdings nur Chancen auf durchschnittlich bessere Platzierungen, wenn – wie hier mehrfach erwähnt – einer der bekannten Privatsender möglichst über Jahre kooperiert. Sicher ist das auch eine Kostenfrage. Insgesamt haben diese Sender jedoch ein besseres Händchen für solche Veranstaltungen wie den ESC und verfügen gehäufter über das entsprechende Publikum, was sich auch bei den Bewerbungen bemerkbar machen wird. Zusätzlich kann man relativ sicher sein, dass frühzeitiger nach „Sternchen“ für die Saison im kommenden Jahr gesucht wird und auch Bewerbungsaufrufe auf dem Sender laufen.

  32. Hat die üble und deutschen Beiträgen die Chancen nehmende Entscheidungsgewalt in Führungsetagen der ARD nicht eine bereits Jahrzehnte lange Tradition?
    Es waren doch Verantwortliche, die mindestens seit Gitte’s „Junger Tag“ (folgend: Bert, Joy – neben Getty Kapers, Ditka Haberl, Duarte Mendes u. Semiha Janki) den Künstlern*innen zu möglichst scheußlichen Klamotten „rieten“. Ich überspringe jetzt Jan Teighen’s Brille, Lydia’s „Strandkleid“ und – auch wenn ich dies nur aus einem persönlichen Gespräch im Sommer ’21 mit dem in meiner Nachbarschaft wohnenden, gleichaltrigen OGAE-Pressesprecher weiß – ärgere mich darüber, wie lieblos der NDR das wirklich witzige, offizielle Video von Jendrik in eine an Langeweile nicht zu überbietende Performance umdirigierte.
    Ich nehme hierbei durchaus in Kauf, daß mein Kommentar „die Moderation“ nicht übersteht …

    • Den Auftritt hat aber nicht der NDR umgemodelt, sondern Jendrik selbst zusammen mit dem litauischen Choreographen. Das in der Tat witzige Video hätte sich so auf der Bühne nicht umsetzen lassen und hätte man es versucht, hätte es wahrscheinlich ähnlich bemüht gewirkt wie Malta dieses Jahr und den Song auch nicht gerettet.

  33. Unglaublich. Andere Länder haben die Bewerbungsphase bereits abgeschlossen und hier weiss man noch nicht mal das Auswahlverfahren.

    • Ich würde aber behaupten, dass wir da doch in guter Gesellschaft sind, oder? Von ein paar Traditions-VE und Frühstartern abgesehen, haben doch viele noch nichts bekannt gegeben.
      Und mal ehrlich: Würde der NDR immer im September das Konzept bekannt geben, wäre der Zeitpunkt kein großer Kritikpunkt mehr.

  34. Ich frag mich auch jedes Jahr, warum wir wieder so spät loslegen. Wieso wird nicht jetzt schon nach ESC-tauglichen Beiträgen und Künstler:innen aktiv gesucht?

    Und ich fände es sinnvoll, wenn auch das Einreichen von Songvorschlägen wieder möglich wäre. Ich befürchte, uns geht da viel Potential verloren.

    Man denke nur mal an Lyrikwettbewerbe, Poetryslam usw. Mich erstaunt immer wieder die teilweise hervorragende Qualität der Beiträge, bezüglich Kreativität, Inhalt, Aussage und Ausdrucksvermögen.

    Die zu einem eingereichten Song passende Person, die diesen Song dann interpretiert und performed, wäre vielleicht leichter zu finden, als so ein Komplettpaket aus Song+Person+Performance.

  35. Bitte, bitte nicht an den MDR! Die Vorentscheidungen bzw. Vorauswahlen unter Federführung des MDR waren die schlimmsten und wenn man sich das aktuelle (Musik-)Programm des MDRs ansieht, wirkt das alles so unfassbar altbacken, dass man nur hoffen kann, dass sie niemals wieder für den ESC irgendeine Verantwortung bekommen. Der NDR hatte zuletzt ja teilweise wirklich gute Ansätze, vllt machen sie es 2024 noch besser (vllt sogar annähernd gut) und dann wünscht man sich sie würden den Vorentscheid behalten, also ganz VIELLEICHT 😉

    • Was man beim MDR aber auch nicht vergessen darf ist, dass die heute handelnden Personen Anfang der 90er noch nicht in Verantwortung waren oder noch zur Schule gingen. D.h. nur weil der MDR vor 30 Jahren Fehler gemacht hat, ist das kein Grund ihm heute die ESC-Kompetenz abzusprechen.

      Auch bei den MDR-Leuten, die heute mit Schlager zu tun haben, kann es große Musikfans geben, die gerne einen ESC mit diverser Musikauswahl auf die Bühne stellen wollen. Immerhin beherrscht der MDR schonmal TV-Shows in großen Hallen, das hat man dem NDR voraus.

      Das eine gewisse Besorgnis bzgl. der Schlagerkompetenz (und der genretypischen Full-Playbacks) aber durchaus seine Berechtigung hat, ist davon unbenommen.

  36. Die ARD hat die Künstler, die in den letzten drei Jahren das Televoting gewannen, aufmerksam studiert. Was hatten Måneskin, das Kalush Orchestra und Käärijä, das andere nicht hatten, und wie kann man diesen „besonderen Moment“ generieren?

    Nach einer akribischen und komplexen Analyse in Kooperation mit Simon-Kucher und unter Berücksichtigung verschiedener Variablen (musikalische Originalität, Authentizität, Innovation) kam man zu folgender Schlussfolgerung: Die Antwort liegt beim Mitteldeutschen Rundfunk in Leipzig.

  37. Eigentlich wär doch das dann auch eine Gelegenheit, den ESC als Gemeinschaftsprojekt zu machen, bei dem alle 9 Sender was dazu beitragen. Man könnte zum Beispiel das „ARD-Musikfestival“ ins Leben rufen. Bei dem 9 Künstler/Gruppen gegeneinander für einen Sender antreten. Ähnlich eben wie der BuViSoCo. (Dabei gibt es auch verschiedene möglichkeiten wie die Künstler gefunden werden. Entweder wirklich so, dass der Künstler aus dem Gebiet des Senders kommt, oder man macht eine einheitliche Auswahlrunde und die 9 ausgewählten Künstler werden dann einfach einem Sender zugelost. Der Sender der am Ende mit seinem Künstler gewinnt, fährt natürlich mit einer Delegation zum ESC und hat im nächsten Jahr die Federführung für das nächste ARD-Musikfestival

  38. Ich glaube, viele, die hier so negativ gegen den MDR und die Schlagershows von Silbereisen eingestellt sind, haben diese Shows entweder noch nie oder lange nicht mehr gesehen. Mit Unterhaltung für Ü60-Jährige haben Schlagerbooom und Co. jedenfalls nichts mehr zu tun. Im Publikum sieht man sehr viele junge Leute und die Bühnenshows sind sehr aufwendig – was zumindest dafür spricht, dass der MDR das draufhat. Daher ist für mich der angedachte Wechsel dorthin eigentlich naheliegend. WDR oder BR haben ja praktisch gar keine eigenen TV-Musikformate, weshalb ich da die Kompetenz viel mehr hinterfragen würde.

  39. Ich möchte das Gerücht momentan nicht kommentieren…. Allerdings machen mich Kommentare sprachlos. in denen der Schlagerzirkus mit der AfD assoziiert wird. Kann schon mal nicht stimmen, denn Roland Kaiser ist beispielsweise SPD-Mitglied und hat sich schon mit den rechten Trollen angelegt (beides trifft auf mich persönlich auch zu).

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.