Erste Probe Aserbaidschan: Chingiz – Truth

Foto: Thomas Hanses

Chingiz aus Aserbaidschan hat für seinen ersten Probendurchlauf den bislang größten Applaus des Tages bekommen. In der Mitte der Bühne steht ein umgekehrtes, hellblau beleuchtetes Dreieck (viele Grüße an dieser Stelle an Levina!). Davor sind zwei Roboterarme postiert – hört sich komisch an, sieht auch etwas komisch aus.

Chingiz steht direkt vor diesem Dreieck, die Roboterarme (falls jemand dafür den korrekten Fachausdruck hat, gerne her damit) projizieren ein stilisiertes rotes Herz auf seinen Körper. So singt er die erste Strophe. Im Refrain werden dann auch noch weiße Streifen auf ihn projiziert. Auf dem Backdrop ist dann ein großes, pulsierendes gelbes Herz zu sehen.

Für die zweite Strophe kommt Chingiz auf der Bühne dann weiter nach vorne. Im Hintergrund ist groß der Kopf einer Frau zu sehen. Alles wirkt sehr technisch und maschinell.

Foto: Thomas Hanses

Dann aber kommt das absolute Highlight: Es gibt nun eine Stelle, an der Chingiz sehr eindringlich summt, so wie einst Jamala. Wie auch damals sieht es auf dem Bühnenboden so aus, als würde alle Energie in ihn hineinfließen. So weit, so bekannt. Dann sieht es aber so aus, als würde er selbst in den Himmel aufsteigen, dann wieder herunterfallen und weiter singen. Das passiert ganz offensichtlich nicht wirklich in der Arena, sondern ist nur am Bildschirm zu sehen, ist aber ein toller Effekt. Auch wenn mir, wie gesagt, die Hinführung etwas zu stark an Jamala angelehnt ist.

Chingiz ist ganz in schwarz gekleidet, dadurch wirkt alles etwas sehr dunkel. Nach der ersten Begeisterung für den außergewöhnlichen visuellen Effekt, bin ich nun doch etwas kritischer. Das ganze Setting wirkt schon etwas kühl und nicht richtig natürlich – aber so soll das wohl sein. Trotzdem was das auf jeden Fall eine gute erste Probe, besser als gedacht vielleicht, und Chingiz ürfte ein Anwärter auf einen Top-10-Platz sein.

Damit ist unsere Probenberichterstattung für heute auch schon wieder vorbei – aber bevor wir in den probenfreien Tag gehen, gibt es gleich gegen 16:30 Uhr deutscher Zeit natürlich noch die tägliche Probenzusammenfassung per Instagram-Live.


26 Kommentare

  1. Im Livestream gabs ja richtig gutes Feedback und großen Applaus am Ende des Songs. Ich bin gespannt, obwohl ich den Song immer verdränge.

      • Habe ich schon eine ganze Zeitlang auf dem Schirm !

        Das mit dem „Schrei“, wenn es im Hintergrund „Truth“ tönt, ist nun wirklich geil !

  2. Azerbaijan ist zurück :).
    Höre gerade die live vocals und jeder Ton sitzt.
    Die haben endlich wieder Lust auf Eurovision und Top10.

    Weniger Schwedisch und mehr Ethno.Sound.
    Chingiz hat auch fröhlich mitgeschrieben am Werk und das macht sich bezahlt.

    In den Odds steigt er gerade ordentlich nach oben.
    Top10 ist safe denke ich

    Geniale Strategie, keine Info vorher, keine Auftritte und jetzt den Überraschungseffekt

  3. Und schwupps: Schon ist Aserbaidschan direkt unter den Sieganwärtern
    Wettquoten auf Niveau von Italien, Schweiz, Island, Malta, Zypern

  4. Wieder eine VIdeo-Einspielung, die nicht wirklich passiert, wie bei Estland? Hoffentlich wird das kein neuer ESC-Trend.

  5. Wenn die Inszenierung als „kühl“ beschrieben wird, kann das aber auch einen ziemlichen Flop zur Folge haben. Ich erinnere an Schweden & Bulgarien 2018, deren Absturz ich nicht ohne Schadenfreude verfolgt habe

    • Schweden 2018 war leider noch zu gut platziert. Aber immerhin hat das Publikum den Super-GAU verhindert.

      Sorry, aber alleine schon musikalisch ist „Truth“ da eine ganz andere Liga.

  6. Azerbaidjan wird meiner Meinung nach von den Jurys reichlich belohnt werden, könnte eventuelle ähnlich wie für Österreich im Vorjahr ausgehen.

  7. @Benjamin: es sind industrieller Robots, die nur einen anderen Kopf bekommen haben. Licht anstatt Greifer zum Montage eines Produktes.

    Und erneut ist Mylène Farmer ein Beispiel. Timeless Tour 2013. Auf YT gibt es den kompletten Film, die Robots kamen bei mehrere Songs zum Einsatz. In diesen Clip sind Bilder von den gesammten Konzert reingeschnitten, Robots inklusive.
    https://www.youtube.com/watch?v=aIknDwrHkjY

    Es gibt nichts, was noch nie da gewesen ist 😉

  8. Aserbaidschan hat den Erfolg wieder gefunden und wird definitiv ins Finale kommem. Ich hoffe, unser Song wird bei den Buchmachern auch an Boden gutmachen. Ab Freitag startet für die Big Five und Israel der Probenmarathon.

  9. Ich glaube, dass das durchaus der nächste Eurovision-Gewinner sein kann – Niederlande und Russland finde ich doch etwas spezieller, Aserbaidschan ist aber wirklich guter Mainstream und geht schnell ins Ohr, gut produziert, gesanglich fällt er auch nicht ab und -von dem was man sehen kann- gut inszeniert – mich würde es nicht wundern.

  10. Kann man so einen Mann nicht einfach in Jeans und T-Shirt auftreten lassen, statt in so einem staubigen Robin-Hood-Gedächtniskittel. Immer dieses überpowerte!

  11. Wenn die Herzen auf Chingiz projezieren, ist doch klar, dass es chirurgische Medizinroboter sein müssen, quasi ne größere Ausgabe von den winkenden Krankenpflegerrobotern aus San Marino 2018!

  12. Bei der heutigen Journalistenumfrage hat Aserbaidschan den ersten Platz belegt. Zweiter wurde Rußland und Dritter wurde Nordmazedonien. Den letzten Platz belegt Litauen.

    • Es gibt schon ein paar schöne Passagen, aber der Refrain ist in der Tat ein absolut ärgerliches Nichts. Einen Eurovisionssieger mit solch einem Refrain fände ich schlimm!

  13. Chingiz sieht schon unverschämt gut aus, wenn er bloß diesen scheußlich asymetrischen Schnürwams ablegen würde. Warum gibt es dieses Jahr den Hang zur Klamotte aus dem Sado-Maso-Bondage-Bereich? Was die Roboterarme sollen, ist mir noch nicht klar.

  14. 1. Probe und schon hat Chingiz für mich den besten Auftritt Aserbaidschan beim ESC, ich freue mich auf die 2. Probe und die Frage, ob er es an meine Spitze schafft 🙂

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