ESC-Barometer 2026 (4): Österreicher Cosmó polarisiert sich ins Mittelfeld, Belgien holt Couldn’t-Care-Less-Krone

Comsó – Foto: Instagram @cosmomachtmusik

Seit dem letzten ESC-Barometer sind zwei Acts für den Eurovision Song Contest 2026 in Wien dazugekommen: ESSYLA aus Belgien und Cosmó aus dem Gastgeberland Österreich (Aufmacherbild). Während Letzterer sowohl deutliche Unterstützung als auch relevante Ablehnung für seinen Beitrag „Tanzschein“ erfährt, können die meisten mit dem belgischen Song „Dancing on the Ice“ von ESSYLA nicht so recht was anfangen. Das führt dann dazu, dass sie die meisten „so lala“-Wertungen des bisherigen ESC-Jahrgangs einfährt und sich die nicht sonderlich beliebte „I couldn’t care less“-Krone aufsetzen darf. Zumindest zunächst – man weiß ja nicht, was noch alles kommt.

Kurz vor dem Super-Saturday mit einer riesigen Anzahl neuer Beiträge schauen wir auf die 14 bereits feststehenden Songs für Wien. Albanien und das Trio aus Lelek aus Kroatien, Søren Torpegaard Lund aus Dänemark und Akylas aus Griechenland sind weiter das Maß aller Dinge. Und die Vanilla Ninjas aus Estland haben nach wie vor die Rote Laterne – mit Ausnahme vom Polarimeter. Da sichert sie sich die Belgierin.

Wir schauen uns für das ESC-Barometer jeweils drei Auswertungskategorien gesondert an: die durchschnittliche Bewertung, den Anteil der Höchstwertungen und das Polarimeter. Letzteres fasst die besten und die schlechtesten Wertungen zusammen. Und dann ist da noch unser Blog-eigener ESC-kompakt-Index, der EKI. Hier werden die Wertungen gewichtet, geschüttelt und gerührt und anschließend neu ausgewiesen. Damit konnten wir schon manche ESC-Platzierung besser vorhersagen als die Buchmacher. Andere hingegen weniger gut.

Für den Österreicher Cosmó ist die Betrachtung des Durchschnittswert alles andere als erfreulich: Lediglich der 12. von 14. Plätzen wird für ihn freigeräumt. Dahinter liegen nur noch Satoshi aus Moldau und die besagten Ninjas aus Estland. Geradezu erfreulich ist dagegen der 8. Platz für ESSYLA aus Belgien – leider wird ihre Freude bei den nächsten Kennziffern wohl schnell verfliegen. Die ersten sieben Plätze bleiben unerändert mit Alis aus Albanien an der Spitze.

Entscheidend ist beim ESC nicht die durchschnittliche Bewertung, sondern wie viele Zuschauer*innen man als Künstler*in aktivieren kann. Das gelingt am einfachsten bei denen, die einem Beitrag die Höchstwertung geben. Und da überzeugen weiterhin die Kroatinnen, gefolgt von Griechenland und Dänemark. Tatsächlich sieht es hier für Cosmó schon etwas besser aus: 21,6% Höchstwertungen reichen für den 6. Platz. Für ESSYLA aus Belgien hält der Fahrstuhl nach unten erst auf der vorletzten Etage: Lediglich 15,1% finden ihren Song „ganz ausgezeichnet“.

Noch mehr hellt sich die Sonne über Österreich beim Polarimeter auf. Hier zählen wir die besten und die schlechtesten Wertungen zusammen. In Sachen Polarisierung macht Akylas aus Griechenland weiter niemand etwas vor. Und auch für Lelek aus Kroatien sieht’s gut aus. Dahinter folgt dann aber schon Cosmó aus Österreich, knapp vor Moldau und Dänemark.

Ganz am Ende findet sich ESSYLA ein. Sie hat die wenigsten Höchst- und Niedrigstwertungen. Dummerweise haben 31% aber auch gesagt, dass ihr Beitrag „Dancing on the Ice“ so lala ist. Wir nennen dies den „Couldn’t Care Less“-Kennwert. Das ist leider alles andere als eine Auszeichnung. Man will ja gerade mit seinem Song berühren und aktivieren. Da scheitert die Belgierin zumindest auf Basis ihres offiziellen Videos auf ganzer Linie.

Die verschiedenen Auswertungsansätze führen wir nun in unserem ESC-kompakt-Index zusammen. Der EKI (ESC-kompakt-Index) ist die durchschnittliche Platzierung eines Beitrags nach fünf Kriterien, die jeweils für sich gerankt werden: Einzelbetrachtung „ist ganz ausgezeichnet“, Top2-Betrachtung „ist ganz ausgezeichnet“ und „gefällt mir gut“ zusammen, Durchschnittsbewertung, Polarimeter-Index und umgedrehter Couldn’t-Care-Less-Index (Rangreihung von der niedrigsten „so la la“-Wertung (Platz 1) bis zur höchsten (letzter Platz).

Die ersten fünf Plätze des EKI bleiben unverändert: Demnach hätten derzeit Lelek aus Kroatien die besten Chancen auf den ESC-Sieg, gefolgt von Albanien und Dänemark. Cosmó aus Österreich kommt hier auf einen sehr soliden 6. Platz. Findet sein „Tanzschein“ genügend Zuschauer*innen, die gern ihr Tanzbein schwingen wollen, könnte womöglich sogar ein Platz im Mittelfeld auf ihn im Finale warten.

Für ESSYLA aus Belgien gibt es einen geteilten vorletzten EKI-Platz. Allerdings scheint es höchst unwahrscheinlich, dass die Ukraine in Wien wirklich gleichauf oder schlechter abschneiden wird als Belgien. Und die Vanilla Ninjas liegen jetzt auch nicht so weit hinter den beiden. So oder so wird es knapp mit dem Finale.

Deckt sich unsere Auswertung mit Deiner Meinung über die Beiträge? Diskutiere gern unter diesem Artikel.



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