ESC-Barometer 2020 (7): Russland polarisiert sich in die Top 10

Seit letztem Freitag kennen wir nun alle 41 Beiträge für den Eurovision Song Contest 2020 – unabhängig davon, ob und wie er nun ausgetragen wird. Auch nach der Veröffentlichung des russischen Beitrags „Uno“ von Little Big hattet ihr drei Tage Zeit abzustimmen, wie Euch der Song gefällt. Wir haben sämtliche Umfragen zusammengefasst und nun auch den finalen EKI ermittelt, den ESC kompakt Index.

Bei der Betrachtung der Durchschnittsbewertung ändert sich an der Top 10 erst einmal nichts im Vergleich zur Vorwoche. Daði und Gagnamagnið aus Island führen weiter das Ranking an, dahinter the THE ROOP aus Litauen und Destiny aus Malta. Ben Dolic kann sich somit auch nach Veröffentlichung aller Songs über den viertbestbewerteten Beitrag auf ESC kompakt freuen.

Die Rangliste bleibt sogar bis zum Platz 22 identisch mit der Vorwoche. Denn die russische Gruppe Little Big schafft es nur auf Platz 23, knapp hinter Jeangu Macrooy aus den Niederlanden und vor Tornike Kipiani aus Georgien. Ganz am Ende bleiben Portugal, Armenien und Moldau.

Etwas erfreulicher ist die Lage für die Russen bei der Betrachtung der Höchstwertung „ist ganz ausgezeichnet“. Hier kann sich Little Big nämlich sehr wohl in der Top 10 platzieren, konkret auf Platz 7. Damit rutscht Roxen aus der Führungsgruppe auf Platz 11. Ben Dolic liegt wie zuvor auf Platz 4.

Entsprechend des hohen Einstiegs der Russen werden alle anderen Beiträge einen Platz nach hinten durchgereicht.

Ganz am Ende der Aufstellung liegen in diesem Fall Senhit aus San Marino, VAL aus Weißrussland und erneut Natalia Gordienko aus Moldau.

In unserem Polarimeter schauen wir uns die Polarisierungsleistung der Beiträge an und addieren dafür den Anteil der Höchst- und Niedrigstwertungen. Die Idee dahinter: wenn viele Leute einen Song geradezu hassen, andere ihn aber toll finden, könnten sich die Letztgenannten erst motiviert sehen, für ihren Favoriten abzustimmen. Und hier punkten Little Big sogar noch besser und landen sogar auf Platz 3.

Auch hier müssen die anderen Acts dann jeweils einen Platz abgeben. Zum Teil gibt es aber auch davon kleine Abweichungen. Das liegt daran, dass beim letzten ESC-Baromter noch einige Umfragen offen waren und die letzten Stimmen dazu beigetragen haben, die Wertung noch soweit zu verändern, dass sie ihre Platzierung noch geringfügig verändern konnten.

Am Ende liegen aber dieselben drei Acts wie in der Vorwoche: Blas Cantó aus Spanien, Sandro aus Zypern und James Newman aus Großbritannien.

Die verschiedenen Auswertungsansätze führen wir nun in unserem ESC-kompakt-Index zusammen. Der EKI (ESC-kompakt-Index) ist die durchschnittliche Platzierung eines Beitrags nach fünf Kriterien, die jeweils für sich gerankt werden: Einzelbetrachtung „ist ganz ausgezeichnet“, Top2-Betrachtung „ist ganz ausgezeichnet“ und „gefällt mir gut“ zusammen, Durchschnittsbewertung, Polarimeter-Index und umgedrehter Couldn’t-Care-Less-Index (Rangreihung von der niedrigsten „so la la“-Wertung (Platz 1) bis zur höchsten (letzter Platz).

Für Russland ergibt sich dadurch eine deutlich bessere Platzierung als bei der reinen Betrachtung des Durchschnittswertes. Eine Top 10 wäre sehr wahrscheinlich. Deutschland liegt auf einem tollen dritten Platz. Ob es beim ESC aus so gut sein könnte?

Richtig Sorgen müss(t)en sich die Acts ganz am Ende der Aufstellung machen. Ihr Songs begeistern nicht und schaffen es auch nicht zu polarisieren. Womöglich bliebe dem Esten Uku Suviste eine traumatische Erfahrung erspart, wenn der ESC in diesem Jahr nicht stattfände…

Deckt sich unsere Auswertung mit Deiner Meinung über die Beiträge? Diskutiere gern unter diesem Artikel.

ESC-Barometer 2020 (6): Destiny aus Malta singt sich zur Mitfavoritin
ESC-Barometer 2020 (5): Daði & Gagnamagnið stürmen an die Spitze
ESC-Barometer 2020 (4): Ben Dolic aktuell zweiter Sieger
ESC-Barometer 2020 (3): Go_A aus der Ukraine erfolgversprechendster Neuzugang
ESC-Barometer 2020 (2): THE ROOP aktueller Spitzenreiter in allen Kategorien
ESC-Barometer 2020 (1): Italiens Diodato erwartungsgemäß an der Pole-Position
Rückblick: So sah das letzte ESC-Barometer 2019 aus 
Vergleich: So gut stimmten 2019 ESC-Barometer und EKI mit ESC-Ergebnis überein


8 Kommentare

  1. Hmmm, ne, also ich muss sagen, dass mir Russland dieses Jahr nicht so gefällt. Ich verstehe es schon als Spaßnummer, aber der Song ist dann doch ziemlich nervig. Optisch ist es dann doch ganz witzig. Aber gut, dass aus Russland auch mal wieder etwas nicht ganz so ernstes zum ESC fahren wird (wenn er denn stattfindet).

    Ich muss sagen, dass ich mich in diesem Jahr echt schwer tue, viele tolle Songs auszumachen.

    Sehr gut finde ich Schweiz, Italien und Georgien.

    Ganz gut finde ich auch noch Bulgarien, Island, Litauen.

    Ansonsten gibt es sicher den einen oder anderen brauchbaren Song, aber so richtig zünden die alle bei mir nicht. Viele habe ich dann auch kaum bis zum Ende hören können. Werde jetzt aber versuchen, mir im Home-Office noch den einen oder anderen Song schön zu hören. Dennoch muss ich leider sagen: absolut nicht mein Jahrgang.

  2. Es ist passiert , der Contest findet nicht statt .Ganz bitter auch für Ben ,hoffe er bekommt nächstes Jahr eine neue Chance.
    Wohl auch leider die beste Entscheidung

  3. Super, es geht hier wieder „nur“ um Musik.

    Hier meine Einschätzung:

    Sehr gut: Litauen, Lettland, Ukraine, Belgien, Norwegen, Dänemark, Israel

    Gut: UK, Island, Schweden, UK, Kroatien, Frankreich!!, Bulgarien, Russland, Italien, Spanien, Serbien, Aserbaidschan.

    Okay: Estland, Finnland, Rumänien, Griechenland, Niederlande, Zypern, Österreich, Schweiz, Nordmazedonien Tschechien

    Geht so: San Marino, Polen, Weißrussland, Armenien, Georgien, Irland, Moldau, Malta, Portugal, Deutschland

    Nicht mein Fall: Australien, Albanien, Slowenien

    Hoppala, Frankreich entwickelt sich langsam zu einem Ohrwurm bei mir. Dafür ist Polen abgestürzt und Armenien hat bei mir durch die neue Version etwas gewonnen. Alles in allem ein solides Angebot, nur drei Songs habe ich, die für mich gar nicht gehen.

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