ESC-Family Neuheiten Jahrescharts 2022: Eure Plätze 40 bis 31

Am letzten Sonntag blickten wir auf die letzten ESC-Family Neuheiten Top 20 des Jahres und kündigten für die kommenden Monate, die uns sehr mit Infos und News zum kommenden Eurovision Song Contest in Liverpool in Beschlag nehmen werden, eine kleine Pause an. Spätestens im Juni wird es weitergehen. Bis dahin versorgen wir Euch natürlich in unserer fortlaufend gepflegten Spotify-Plalistlist (s. unten) und auf ESCape Radio jeden Montag bis Freitag ab 19 Uhr weiter mit neuen Liedern aus der ESC-Family.

Kurz vor dem Jahreswechsel wollen wir noch schauen, welches neue Lied aus der ESC-Family Euch im Jahr 2022 besonders gefallen hat. Dafür wurden die seit Juni wöchentlich ermittelten Top 20 zu einer Top 50 zusammengefasst.

Nach den Plätzen 50 bis 41 sind hier die Plätze 40 bis 31 los:

40. Rosa Linn & Duncan Laurence – WDIA (Would Do It Again) (58 Punkte)

Auch wenn Rosa Linn beim diesjährigen ESC lediglich den 20. Platz erreichte, ging es ab dem in ihrem Lied „Snap“ erwähnten 22. Juni für das radiofreundliche Lied auf einmal steil bergauf. Heute ist es hinter ESC-Gewinnersong „Arcade“ von Duncan Laurence der am zweitmeisten gestreamte ESC-Song aller Zeiten. Da lag es fast schon nahe, dass die beiden Überflieger es auch mal miteinander probieren und so wurde im Oktober das gemeinsame Lied „WDIA (Would Do It Again)“ veröffentlicht.

39. Expresso Transatlântico & Conan Osíris – Barquinha (60 Punkte)

Erstaunlich gut gefällt Euch auch die atmosphärische Zusammenarbeit des Portugiesen Conan Osíris mit der Indieband Expresso Transatlântico, die am ehesten in der Musikrichtung „Worldmusic“ verortet werden kann. Tendenziell gehören weder Conan Osíris noch diese Musikrichtung zu den Lieblingen auf ESC kompakt, doch „Barquinha“ begeistert mit musikalischer Tradition irgendwo zwischen Portugal, Afrika und Brasilien.

38. Daði Freyr – I’m Fine (62 Punkte)

So kann es gehen: Die Zusammenarbeit mit der deutschen Kultband Tokio Hotel brachte zwar nicht den großen Erfolg, das kurz zuvor veröffentlichte „I’m Fine“ des isländischen Musikers mit Wahlheimat in Berlin begeisterte Euch aber. Neben The Roop galt Daði Freyr mit dem genialen „Think About Things“ 2020 als aussichtsreichster ESC-Sieganwärter, ein Jahr später wurde er in Rotterdam guter Vierter – obwohl er in den Liveshows nicht einmal selbst auftreten konnte. Daher bleibt zu hoffen, dass der Musiker es irgendwann nochmal beim ESC probiert.

37. Gjon’s Tears – Pure (62 Punkte)

Der Schweizer Gjon’s Tears ist in ESC-Kreisen hauptsächlich durch seine stimmlich herausragenden Balladen bekannt. Dass er selbst aber auch schnellere Musik feiert, zeigte er letztes Jahr schon gemeinsam mit Arilena Ara aus Albanien. Mit „Pure“ ging der sympathische Sänger nun den musikalischen Mittelweg, wobei das Lied für das Musikvideo gegenüber der ursprünglichen Version noch angepasst wurde.

36. Michael Ben David – לא להיות אני („Not Being Me“) (65 Punkte)

Viel Kritik hagelte es für Michael Ben Davids Lied und Auftritt, nachdem er den israelischen Vorentscheid für sich entscheiden konnte. Zeitweise stand sogar seine Teilnahme am Eurovision Song Contest in Turin auf der Kippe. In Turin selbst versuchte Michael Ben David dann extrovertiert vor jede Kamera zu springen und das Publikum von sich zu überzeugen. Sein Auftritt im Halbfinale war schlussendlich ein optisch und stimmliches Feuerwerk, aber auch gleichzeitig Endstation des durchaus sympathischen Sängers. Mit seinem berührenden „לא להיות אני („Not Being Me“)“ zeigte Michael Ben David anschließend jedoch eine ganz andere Seite von sich, die nachhaltig beeindruckte.

35. Michael Schulte & Max Giesinger – More To This Life (69 Punkte)

Lange hat es gedauert bis die Freunde Michael Schulte und Max Giesinger, die sich bei der ersten Staffel von The Voice kennenlernten, später lange Zeit eine Wohnung teilten und dementsprechend schon oft zusammen musizierten, endlich auch ein gemeinsames Lied veröffentlichten. Im Oktober war es endlich soweit und die beiden veröffentlichten „More To This Life“, das seit Veröffentlichung auf Heavy Rotation bei deutschen Radiosendern läuft.

34. The HARDKISS – Маяк (72 Punkte)

Im ukrainischen Vorentscheid 2016 scheiterten The Hardkiss mit ihrem Lied „Helpless“ extrem knapp am ESC-Ticket. Die Band war punktgleich mit der späteren ESC-Gewinnerin Jamala, deshalb entschied das Televotingergebnis. Ob The Hardkiss ebenfalls in Stockholm gewonnen hätten, wird niemals geklärt werden können, die Rockband gehört aber noch heute zu den erfolgreichsten und beliebtesten Musikern der Ukraine. Frontfrau Julia Sanina war in diesem Jahr Teil der ukrainischen Jury beim Vorentscheid Vidbir, zuvor veröffentlichte die Band das atmosphärische „Маяк („Leuchtturm“)“, das es musikalisch durchaus Krachen lässt.

33. Little Big – Generation Cancellation (72 Punkte)

Die bekannte Band „Little Big“ sorgte im Sommer für Schlagzeilen, als sie sich offiziell vom Angriffskrieg Putins distanzierte und bekanntgab, dass sie Russland den Rücken kehren würde. Mit „Generation Cancellation“ veröffentlichten die Mitglieder zeitgleich ein Lied und ein Musikvideo, das sich klar mit dem Thema Krieg und der damit einhergehenden Propaganda beschäftigt. Ein mutiger Schritt der Band – noch heute stehen gleich zu Beginn des Beschreibungstextes auf YouTube dazu folgende Worte: „War is not over. Stop war in Ukraine. Stop wars worldwide. No one deserves war.“

32. Stefan – Kiri külmkapi peal / Never Let Go (74 Punkte)

Jede*r von uns hat wahrscheinlich sein ganz eigenes persönliches Highlight der diesjährigen ESC-Saison. Meines ist eng mit dem Briten Sam Ryder und vor allem dem Esten Stefan verbunden, die mich allein durch ihre gute Laune und den Spaß abseits und auf der Bühne des Song Contestes berührten. Selbst eine kaputte kinetische Sonne, die den Auftritt des Esten komplett verhunzte, konnte Stefan nichts anhaben. Er war dort, wo er schon so lang sein wollte, und schien diesen Moment komplett auszukosten. Vor kurzem erschien sein Album „Hope“, auf dem sich auch der Ohrwurm „Kiri külmkapi peal“ sowie dessen englische Version „Never Let Go“ befindet, mit dem er eigentlich am albanischen Wettbewerb „Kenga Magjike“ teilnehmen wollte. Eine Verletzung bedeutete hier zwar das aus, aber trotzdem lächelte er in einem Post auf Instagram von seinem Krankenbett. Von mir aus kann Stefan so jedes Jahr zum ESC fahren – vielleicht klappt es ja sogar schon im kommenden Jahr mit dem Lied „So Good At What You Do„, das er für m els mitgeschrieben hat?

31. Duncan Laurence – Electric Life (76 Punkte)

Viele ESC-Fans warten bereits ungeduldig – wann wird das neue Album von Duncan Laurence wohl veröffentlicht? Schon der erste Vorbote „Electric Life“ zeigt eine musikalische Weiterentwicklung. Was wie eine Pianoballade beginnt, steigert sich schnell zu einem kreativen typisch britischen Soundteppich, der musikalische Größen wie Elton John und Queen zitiert. Auch der folgende Vorbote „I Want It All“ beschreitet ähnliche musikalische Pfade, man darf also wirklich auf das hoffentlich kommende Album des Musikers gespannt sein.

Soweit die Plätze 40 bis 31. Morgen blicken wir auf die nächsten zehn Platzierungen.

Aktuelle Neuveröffentlichungen hört Ihr montags bis freitags zwischen ab 19 Uhr auf ESCape Radio und in unserer ESC-kompakt-Spotify-Playlist:

Welche dieser Lieder sind auch heute noch in Eurer Playlist, über wen freut ihr Euch besonders?


12 Kommentare

  1. Schon allein wegen jener Szene im Video, in der russische Kriegspropaganda als Scheiße von einem auf der Kloschüssel sitzenden Nachrichtensprecher durch eine Rohrverbindung direkt in die Köpfe der Fernsehzuschauer (m/w/d) gepumpt wird, hätten Little Big mit dem Song „Generation Cancellation“ dieses Jahr bei den MTV Music Awards in Düsseldorf einen extra ins Leben gerufenen Ehrenpreis als „Best political Statement“ verdient gehabt. Ganz große Kunst !

  2. Rosa Linn & Duncan Laurence – „WDIA (Would Do It Again)“ – Ganz nett, aber mehr nicht, typische Radio-Mucke halt.

    Expresso Transatlântico & Conan Osíris – „Barquinha“ – Das gefällt mir richtig gut.😊

    Daði Freyr – „I’m Fine“ – Das gefällt mir auch gut, besser als seine ESC-Beiträge.

    Gjon’s Tears – „Pure“ – Den Sound finde ich nicht schlecht, aber mich nervt die Stimme etwas, ich mag es nicht, wenn die Stimme allzu hoch ist.

    Michael Ben David – „לא להיות אני („Not Being Me“)“ – ganz okay, aber ein bißchen langweilig.

    Michael Schulte & Max Giesinger – „More To This Life“ – Anfangs mochte ich den Song nicht, aber mittlerweile höre ich ihn gerne.🙂

    The HARDKISS – „Маяк“ – Wow, da geht’s ja richtig ab. Und gar nicht mal schlecht.🎶😊

    Little Big – „Generation Cancellation“ – Little Big sind einfach nur cool, gefällt mir sehr gut.🙂

    Stefan – „Kiri külmkapi peal / Never Let Go“ – Schön, dass der Song, trotzdem gefällt mir „Hope“ etwas besser. Aber der Stefan ist schon irgendwie süß (wenn ich das so sagen darf.😍)

    Duncan Laurence – „Electric Life“ – Eigentlich eine schöne Nummer, angenehm zu hören.

    So viel meinen Senf dazu – danke für die Aufmerksamkeit. Und, wem es nicht interessiert – kein Problem – einfach überspringen.🙂

    • „Und, wem es nicht interessiert – kein Problem – einfach überspringen.🙂“

      Einem gewissen Pinguin, dem ich diesen Ratschlag auch gab nachdem er sich über die Länge meiner Statements beschwerte, schob mir daraufhin die A-Karte mit der Begründung zu, dass ich meinen Narzissmus, Egoismus und Arroganz in den Griff bekommen soll.

      Ich wünsche dir, dass derartige Beleidigungen und Lügen dir erspart bleiben !

  3. Rosa Linn & Duncan Laurence – WDIA (Would Do It Again) – Ich mag Rosas samtig-beruhigende Stimme sehr gerne, aber das Lied ist mMn leider nur so lala.

    Expresso Transatlântico & Conan Osíris – Barquinha – GROSS ART IG

    Daði Freyr – I’m Fine – 3 Minuten Spaß

    Gjon’s Tears – Pure – Schön, dass der junge Mann (wie Victoria) nicht mehr ganz so deprimiert klingt

    Michael Ben David – לא להיות אני – Ich gehöre ja zu den wenigen, die MBDs ESC-Beitrag mochten, aber in dieser Ballade klingt mir seine Stimme zu aufdringlich

    Michael Schulte & Max Giesinger – More To This Life – Musikalische Stangenware. So oder so ähnlich schon 1000 x gehört

    Michael Schulte & Max Giesinger – More To This Life – Fällt natürlich zu 100 % in mein musikalisches Beuteschema

    Little Big – Generation Cancellation – Little Big produzieren künstlerische Preziosen am Fließband, aber auch hier (wie bei Rigoberta B.) brauche ich die visuelle Dimension, um mich vollkommen dafür zu begeistern

    Stefan – Kiri külmkapi peal / Never Let Go – Der nette junge Mann von nebenan singt ein nettes Lied von nebenan

    Duncan Laurence – Electric Life – Das lässt mich leider kalt

  4. Am Anfang des Videos von Gjon’s Tears mal wieder die ganz großartige Geraldine Chaplin!!!

    Und das Lied ist auch ganz ordentlich (mag durchaus nicht alles von Gjon).

  5. Am 14. Januar findet der belgische ESC-Vorentscheid Eurosong statt und bei diesem wird Duncan Laurence als Gast auftreten:

    https://eurovoix.com/2022/12/29/duncan-laurence-eurosong-2023/

    Die Gruppe Joker Out, die Slowenien nächstes Jahr beim ESC vertritt, war im Studio und hat ihren Wettbewerbsbeitrag eingesungen und aufgenommen:

    https://eurovoix.com/2022/12/29/%f0%9f%87%b8%f0%9f%87%ae-slovenia-joker-out-eurovision-entry-recorded/

    Das Ganze fand in den Clouds Hill Studios in Hamburg, die im Stadtteil Rothenburgsort in der Nähe der Norderelbe liegen, statt.

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