ESC kompakt beim ESC 2021: Die touristischen Highlights von Rotterdam

Es gehört zum guten Ton, dass den Journalist*innen beim ESC auch die Gastgeberstadt intensiv näher gebracht wird. Das gilt natürlich auch für Rotterdam – wenn auch Corona-bedingt mit angezogener Handbremse. Und so nahmen Benny und ich nach unserem ersten Stadtrundgang an einer geführten Tour teil.

Am Sonntagvormittag ging es in einem Reisebus von der Ahoy Arena los. Die Gruppen waren von der Anzahl der Teilnehmer*innen her sehr überschaubar und gingen mit Abstand von einer halben Stunde auf Reisen. Die Ahoy Arena liegt am Zuidplein (Südplatz). Von dort ging es mit dem Bus Richtung Norden, ins Herz der Stadt an die Maas und die Hafenbecken. So passierten wir auch das Maassilo (Foto unten), das der EuroClub hätte sein sollen.

Weiter ging es entlang des Rijnhavens zu Kop van Zuid, dem Kopf des Südens. Das ist der Beginn des Südens, weil das Stadtzentrum auf der Nordseite der Maas liegt. Hier sind riesige Hochhäuser hochgezogen worden. Die Erasmusbrücke kann man rechts auf dem Foto erkennen.

Unser Tourbus vor einem der Hochhäuser. Jetzt riss es auch mal kurz auf.

Von der kleinen Halbinsel ging es dann mit dem Speed-Wassertaxi unter der Erasmusbrücke durch auf die Nordseite der Neuen Maas.

Das brachte weitere schöne Blicke auf Hochhäuser…

… das Gebäude der Holland Amerika Lijn (Foto unten), mit der mehr als 1 Mio. Menschen nach Amerika übergesiedelt sind …

… den EuroMast …

… noch mehr Hochhäuser (jetzt auf der Nordseite) …

… und bei Vollspeed auf die Erasmusbrücke (unten im Hintergrund).

Auf der anderen Seite angekommen, warteten zwei ESC-TukTuks, die aber nur einen Teil der Gruppe aufnehmen konnten. Wir anderen gingen zu Fuß.

An der Boompjes-Straße sind Fahnen von allen Nationalitäten aufgehängt, die in der Stadt leben. Und das sind bei so einen internationalen Hafenstadt einige.

Weiter ging es vorbei am Witte Huis, dem zum Zeitpunkt seiner Erbauung höchsten Bürogebäude Europas. Aktuell steht es leer.

Dafür wird reichlich neue Wohn- und Bürofläche geschaffen – auch gern mit sehr moderner Architektur.

Die kann dann Jahre später etwas aus der Zeit gefallen wirken, wie hier das „Bleistifthaus“ neben der Bibliothek (unten links). Rechts neben dem Bleistift sind die Kubus-Häuser. Die sind uns beim Fotografieren irgendwie durchgerutscht. Da schauen wir in den nächsten Tagen nochmal vorbei.

Hier an dem „Binnerotte“ genannten Platz steht auch die neue Markthalle (Foto unten). Die Rotte ist der Fluss, der mit dem hier errichteten Damm der Stadt seinen Namen gab. Allerdings musste für den Bau der Metro die Verbindung von Rotte zur Maas gekappt werden. Das Wasser wird jetzt unterirdisch über einen Kanal geleitet. Das trockengelegte Gelände hätte jetzt das Eurovision Village beherbergt, das ja nun online stattfindet.

Bekannt ist die Markthalle vor allem für die Deckenmalerei …

und die Marktstände (hier mit deutlichen ESC-Favoritinnen).

An einem dieser Stände fand eine Verkostung von frisch zubereiteten Stroopwafels statt. Der Autor ist dieser süßen Spezialität ja durchaus zugewandt, hat aber doch einen Schreck bekommen als er gesehen hat, welche Unmengen von Karamellsirup zwischen den beiden Waffeln verteilt werden.

Anschließend ging es weiter zum Depot Boijmans Van Beuningen, dem neuen architektonischen Kunst-Stück der Stadt. In diesem Depot sollen nicht im Hauptmuseum ausgestellte Stücke für Besucher*innen erlebbar gemacht werden. Mindestens genauso beeindruckend wie die Kunst drinnen mal sein wird, ist aber die die Größe und Architektur des Gebäudes.

Der Turm im Vordergrund ist das eigentliche Museum Boijmans Van Beuningen. Die weißen Hochhäuser im Hintergrund sind das städtische Krankenhaus.

Auf dem Dach (das sind jetzt hier natürlich offizielle Fotos) wird es nach der Eröffnung des Depots im November ein Restaurant und und Eventflächen geben. Außerdem gibt es hier ein begehbarer Park mit Bäumen, der auch in Zukunft frei zugänglich bleiben soll.

Dort oben wurden wir von Blechbläsern mit der Eurovision-Fanfanre begrüßt.

Der Blick auf die Skyline ist auch von hier toll.

Blick nach Norden. Im roten Hochhaus befindet sich die ESC-kompakt-Blogger-WG.

Das Treppenhaus innen ist nichts für Personen mit Höhenangst.

Den Abschluss der Tour bildete ein Besuch auf dem Dach des ersten Hochhauses der Stadt: der alten Shell-Zentrale am Hofplein (das ist der Runde Platz unten mit dem Springbrunnen).

Douze Points unternahm im Anschluss noch eine Rundgang auf eigene Faust durch den alten Norden der Stadt.

Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass die Zerstörungen durch Nazi-Deutschland vor allem den Stadtkern und die östlichen Vororte trafen. Im Norden und Westen gibt es viele Straßenzüge mit klassischer holländischer Bebauung.

Neben diesen Highlights gibt es natürlich noch mehr in Rotterdam zu entdecken. Außerdem ist die Stadt auch fürs Shoppen gut geeignet (die Geschäfte sind offen). Und bei schönem Wetter kann man auch mal an den Strand der Nordsee fahren (so wie der Autor am Dienstag nach Den Haag/Scheveningen; Fotos unten).


19 Kommentare

  1. Das sind tolle Bilder und ein schöner Bericht. Vielen Dank dafür. Ich denke Rotterdam muss man sich auf jeden Fall noch mal anschauen. In Scheveningen bin ich auch schon mal gewesen.

  2. Stimmt es eigentlich, dass die Delegationen (also Interpreten, Tänzer usw.) in einer „Bubble“ leben und nur im Hotel sein dürfen und von dort nur zum Auftritt in die Halle zum Proben oder eben für die Live-Show und täglich getestet werden?
    Wenn ja, wieso dürfen denn dann die Journalisten wie Ihr Euch frei bewegen in Rotterdam und touristisches Sightseeing machen. Das wäre ja sehr ungerecht. Gerade weil doch in Rotterdam die Inzidenz sogar bei über 250 liegt und in NL bei über 200. Manche Künstler kommen vermutlich nie mehr oder nicht mehr so schnell nach Rotterdam und würden auch sehr gerne etwas sehen in den wenigen freien Momenten der 10 Tage ESC.

    • Es gibt ein paar Ausnahmen, wann die Delegationen noch etwas anderes machen dürfen als nur Hotel und Halle, Etliche haben auch Sightseeingtouren gemacht. Jendrik war z.B, mit der Delegation in Amsterdam

  3. Wow, supertolle Bilder, vielen Dank dafür.🙂

    Auch, wenn in Rotterdam nicht mehr allzu viel historische Bebauung stehen geblieben ist – den Flair einer internationalen Hafenstadt kann ich spüren, auch wenn ich nicht vor Ort bin. Hammer!!!😊

    Aber paßt schön auf, dass ihr gesund bleibt.

  4. Ich möchte mich bei allen Bloggern dafür bedanken, daß sie es wieder geschafft haben, mich für den ESC zu begeistern. Eigentlich wollte ich diese Saison etwas distanzierter betrachten aber jetzt höre ich mir doch dreistündige Talkrunden zum Thema an.

    Den beiden Bloggern vorort ein Extradank für ihre interessanten Einsichten und ihren Einsatz rund um die Uhr:

  5. Das Bloggerquiz zum Ghost City Sightseeing-Artikel lautet heute: Wieviele Personen sind addiert auf allen Bildern zu sehen? Zu gewinnen gibt es ein Lupenset. Selbst an den Verkostungstresen steht kein Verkaufspersonal und die Bläsertruppe wirkt wie aus dem Wachsfigurenkabinett entwendet …

    • Ich bin bekannt für memschenleere Bilder. Das gelingt mir sogar in Asien. Dann hat man aber auch kein Problem mit Persönlichkeitsrechten 🙂

  6. Ganz lieben Dank für das Teilen eurer touristischen Eindrücke von Rotterdam. So bekommt man doch noch das Gefühl dort zu sein, was leider dieses Jahr nicht möglich war. Nun ist der ESC endlich mal sooo nah bei uns und man konnte leider nicht hin.
    Danke für die tollen Fotos und den schönen Bericht und noch ein paar schöne Tage vor Ort 🙂

  7. Tolle Bilder sind das!

    Off-Topic: Freshtorge hat in seinem letzten Video über den ESC gesprochen. Auch wenn nicht alles richtig und das Video durchaus NDR-kritisch war, wenigstens versucht irgendjemand, das Thema ESC an die junge Generation zu bringen…
    Ich kenne leider bis auf eine Person niemanden U20, der sich für den ESC interessiert.
    Traurig, NDR, traurig!

    https://youtu.be/7xd891N-OL0

    • @Michi…
      das stimmt was du sagt.
      Ich kenne nur einen 17jährigen jungen Mann, der sich seit zwei Jahren für den ESC interessiert. Er kennt keinen in seiner Alterklasse, sodass er einen Austausch mit mir und meinen Kumpels freut.

  8. Danke für die Pics und Eure insgesamt tollen Berichte! Rotterdam hat sich wahnsinning verändert; nach ca. 30 Jahren war ich vor 4-5 Jahren mal wieder da und es regnete in Strömen – fühlte sich an wie Batmans Gotham City!

  9. Tolle Fotos! Einmal war ich in Rotterdam und das Wetter war exakt so wie bei euch auf den Fotos. Dann hat es auf dem Euromast oben angefangen zu regnen, sodass die spätere Hafenrundfahrt bei Regen stattfand. Der Ausblick vom Euromast ist bei gutem Wetter und weniger Wind sehr empfehlenswert!

  10. Vielen Dank für die interessanten Bilder aus Rotterdam.

    In der ehemaligen Zentrale der HAL (Holland Amerika Lijn) ist das Hotel New York untergebracht. Etwas weiter – am Rand des Maashavens – liegt die SS Rotterdam – ein ehemaliges HAL-Schiff – als Hotelschiff. Sollte ich irgendwann mal in Rotterdam übernachten, dann bestimmt in einem der beiden Hotels …

  11. Rotterdam, das häßliche Entlein der Niederlande. In neun Jahren feiert sie ihr 800. Bestehen und daß die Stadt leider so aussieht, hat sie nicht nur den Nazis, sondern auch den Alliierten zu verdanken, die nämlich auch Luftangriffe flog. Hier Beispiele, wie ein Teil der Stadt früher einmal aussah:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Rotterdam#/media/Datei:Admiraliteitskade1900.jpg

    https://en.wikipedia.org/wiki/Rotterdam#/media/File:Detroit_Publishing_Company_-_Rotterdam_-_Delftsevaart,_c._1895.jpg

    https://en.wikipedia.org/wiki/Rotterdam#/media/File:Standbeeld_Maagd_van_Nederland,_Nieuwe_Markt,_Rotterdam,_1915.jpg

    Nach dem Zweiten Weltkrieg hätte man Rotterdam so aufbauen sollen, wie die Bilder es zeigen und nicht so, wie sie sich heute zeigt. Leider lassen sich diese Fehler nicht mehr rückgängig machen.

      • Nö, andere Städte, die im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört wurden, sind auch nahezu originalgetreu wieder aufgebaut worden und es gibt daher auch viel weniger von den sog. Bausünden und sind aus diesem Grund bei Städtereisen deutlich beliebter!

      • Na ja, Matty, da muß ich Dir widersprechen, zumindest was viele deutsche Städte betrifft. Nach dem 2. Weltkrieg herrschte vielerorts so starke Wohnungsknappheit, halt auch durch Zuzug von Flüchtlingen, dass es darum ging, schnell Wohnraum zu schaffen und da blieb für Ästhetik nicht allzu viel Zeit. Deshalb sind viele Innenstädte relativ nüchtern aufgebaut worden.
        Natürlich gibt es auch Bauwerke, die originalgetreu aufgebaut wurden, aber die meisten pittoresken historischen Innenstädte wurden nicht ganz so arg vom 2. Weltkrieg getroffen (kann jetzt nur für Deutschland sprechen).
        Wie dem auch sei: Meiner Erfahrung nach gibt es auch in weniger pittoresken Städten beim genaueren Hinschauen überall schöne Ecken zu entdecken.🙂

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