ESC-Songcheck kompakt (4) – Nordmazedonien: „You“ von Vasil

Vasil Garvanliev wurde vom nordmazedonischen Fernsehen intern ausgewählt, um das Land beim Eurovision Song Contest 2020 in Rotterdam zu vertreten. Der Sänger war bereits Teil des Eurovision-Teams von Tamara Todevska als Background-Sänger beim letztjährigen Eurovision Song Contest in Tel Aviv.

Vasil begann seine musikalische Karriere im Alter von sieben Jahren und trat auf einigen der beliebtesten Kinderfeste Nordmazedoniens auf. Bald darauf zog er mit seiner Familie in die USA, wo er seine Karriere als Solist beim Chicago Children’s Choir fortsetzte. Mittlerweile kann er auf über 50 Opern-Rollen und Auftritte bei Musikfestivals auf der ganzen Welt und die Zusammenarbeit mit zahlreichen internationalen Künstlern zurückblicken.

Seit seiner Rückkehr nach Nord-Mazedonien im Jahr 2018 hat Vasil drei Singles veröffentlicht: Gjerdan (Halskette), Patuvam (Reisen) und Mojata Ulica (Meine Straße).

Der Song 

„You“ ist ein Midtempo-Song mit einigen modernen Pop- und verschiedenen ethnischen Elementen. Er wurde von Nevena Neskoska komponiert. Neben ihr haben die Co-Autoren Kalina Neskoska und Alice Schroeder zum Text des Liedes beigetragen. Musikproduzenten und Arrangeure für das Lied sind Nevena Neskoska, Darko Dimitrov und Lazar Cvetkoski.

Inhaltlich geht es in „You“ um die Magie, die entstehen kann, wenn sich zwei Menschen begegnen und man nur noch die Energie genießen will. Das geht am besten natürlich mit Körperkontakt – in der Anbahnungsphase also mit Tanzen. Daher: I just wanna dance with you.

Der Check

Song: 3/5 Punkte
Stimme: 3/5 Punkte
Instant-Appeal: 3/5 Punkte
Optik: 3/5 Punkte

Benny: Nach den bisherigen Veröffentlichungen von Vasil hat mich „You“ ganz schön enttäuscht. Middle of the road, tut niemandem weh, haut aber auch niemandem vom Hocker. Selbst jetzt muss ich manchmal noch kurz überlegen, was das für ein Lied ist, wenn es zufällig in meiner Playlist läuft. 5 Punkte.

Berenike: An sich sind Dancefloor-Songs nicht so meins, aber zumindest hat „You“ etwas Charakteristisches durch die Tango-Elemente und das lässige Grundgefühl an sich. Einheitsbrei mit etwas Würze. 5 Punkte.

Douze Points: Irgendwie ja schade, dass Vasil – zumindest im offiziellen Video – vermutlich nicht er selbst sein kann. Er und der Barkeeper, das wär’s doch – knick, knack?! Das Lied hat zwar eine Hookline, die sich aber auch beim zehnten Hören nicht festsetzen will. Das kann der Sänger mit Tanzen leider nicht kompensieren. 6 Punkte.

Florian: Das Musikvideo steht sinnbildlich für den Song: Intention und guter Wille waren da, aber bei der Umsetzung ist irgendetwas schief gegangen. Dieser technische Beat im Refrain passt für mich nicht mit den Balkanelementen zusammen. Auch die Melodie im Refrain lädt nun wirklich nicht dazu ein, im Euroclub mitzutanzen. Wer weiß, was man live noch aus dem Song hätte rausholen können, mit der Studioversion sind es allerdings nur 5 Punkte.

Manu: Es tut mir leid – ich möchte das zumindest „ok“ finden, ich schaffe es aber nicht. Nicht nur, dass mich persönlich die Tangoelemente bei „You“ nerven, auch empfinde ich das komplette Lied als sehr schlecht produziert. Dank der kleinen Steigerung am Ende immerhin noch 2 Punkte.

Max: Grundsätzlich mag ich „You“, vor allem die Strophen. Das Lied flacht nur im Refrain für mich etwas ab. Zudem fehlt es an Wumms an den richtigen Stellen. Stattdessen fährt der Song eher eine sachte Disko-Linie und so richtig abtanzen will man dann doch nicht, so wie es Vasil besingt. Schade, denn da hätte man vielleicht mehr daraus machen können. Weil mir das Lied ja eigentlich gefällt, vergebe ich trotzdem 6 Punkte.

Peter: Groovy, catchy, sexy – ein toller Beat nach dem souligen langsamen Intro, der sofort in die Beine geht. Mit seinen Erfahrungen als Backgrounder von Tamara Todevska und vor allem seiner Profi-Erfahrungen aus zehn Jahren „Living in America“ hätte Vasil seine Heimat sicher ins Finale geführt. Ein zukünftiger Standard auf ESC-Partys. 12 Punkte.

Gesamtpunktzahl: 41/84 Punkte

Beim ESC-kompakt-Index landet „You“ auf Platz 18 von 41.

Wie hätte der nordmazedonische Beitrag "You" von Vasil abgeschnitten?

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Bisher erschienene Songchecks:

(1) Australien: „Don’t Break Me“ von Montaigne
(2) Irland: „Story Of My Life“ von Lesley Roy
(3) Litauen: „On Fire“ von THE ROOP


30 Kommentare

  1. Rauscht an mir vorbei, ohne bleibende Spuren zu hinterlassen. Immerhin stört es mich auch nicht, was natürlich im ESC-Universum so ziemlich das Schlimmste ist, was man über einen Song sagen kann. Finalquali für mich kaum vorstellbar.

  2. Ach Mensch, ich würde es so gerne mögen. Vasil ist so ein toller, vielseitiger Sänger, aber „You“ bleibt definitiv unter seinen Möglichkeiten, meiner Meinung nach. Ich bin enttäuscht. Da hatte er schon wesentlich bessere Songs, schade.

  3. In meinen Top 5. Ich weiß nicht, aber irgendwas sagt mir, dass Vasil sicher sehr hysterisch-melodramatisch auf die Absage des ESC reagiert hat…

  4. Kurz nach der Veröffentlichung von drei Musiker und mir bewertet.

    Gesang: Stillsicher ++ Könnte noch voller sein ++ Sauber ++ Bitte, sprechen Sie nie ein Hörbuch ein
    Melodie: Endlich mehr als nur Elektronik ++ Alles aus Europa drin ++ Komplexer als man vermutet ++ Passt zu der Region
    Gesamt: Angenehm ++ Zeitreise ++ Fast perfekt. ++ Wir spielen besser
    Chancen: Finale, top 15 ++ Finale ++ Gut ++ Gehört ins Finale
    Optik: Persönlichkeit verschwunden unter Mode-Klischees ++ Ein bisschen gruselig ++ Schreckliche Tätowierungen ++ Da geht die schwule Welt nichts verloren

  5. 30/41 mit 4 Punkten, kein Finale. Spannender wäre gewesen, der Barkeeper wäre in der letzten Minute über die Theke gesprungen und hätte die Führung übernommen: Lets dance 🙂

    • Sehr cool, auch mein Platz 30, allerdings mit 5/10, ich bin da jedes Jahr noch recht großzügig mit den Punkten 😂
      Joa, mehr muss man zu diesem Liedchen auch nicht sagen 🙈

  6. Das Lied ist wie sein Look – will sehr bemüht irgendwas sein; aber es bleibt überhaupt nicht hängen. Das einzig interessante ist die von DP erwähnte kurze Szene mit dem Barkeeper-Blickkontakt im Video; leider wird auch das nicht weiterverfolgt, so dass alles wie Chico solo auf Valium wirkt.

  7. Ich war am Anfang auch enttäuscht gewesen: Die beiden Videos, die hier von Vorgänger-Songs zu sehen waren, hatten doch sehr viel versprochen.

    Allerdings höre ich „You“ inzwischen doch sehr gerne, mir gefallen besonders die Stellen mit der Vocoder-Stimme, z.B. gleich ganz am Anfang, aber auch später immer wieder im Hintergrund (und das, obwohl ich normalerweise kein Fan von verzerrten Stimmen bin).

    7,5 Punkte (von 12)

  8. Warum landet Montaignme mit 49 Punkten auf Platz 22 im Index während Vasil mit 41Punkten auf Platz 18 landet? netter Song belanglos mittelmässig plättschernd .. wäre wohl nicht ins Finale gekommen ..von mir 6/10 p und Platz 28/41 im Gesamtranking

    • Über die Platzierung im ESC-kompakt-Index haben die Leser entschieden (das Ergebnis findest Du, wenn Du auf den Link klickst), die Punkte hier in den Songchecks werden von den Bloggern vergeben. Das Blogger-Gesamtranking veröffentlichen wir erst nach den Songchecks.

      • Erklär doch bitte mal kurz die „Regeln“. Wie kommen denn die am Anfang genannten Punkte „Der Check“ zustande? Und wie vergeben denn die Blogger die Punkte? 12, 10, 8-1? Aber für jeden der 41 Songs? Macht das Sinn? Oder nach anderen Kriterien?

      • Die Check-Punkte gehen von 1 bis 5 und werden vom jeweiligen Autoren des Artikels vergeben. Die gehen nicht in die weitere Wertung ein. Die Blogger können nach ESC-Logik Punkt von 1 bis 12 vergeben; dabei müssen sie kein Ranking machen, d.h. ein Blogger kann auch zehn Mal 12 Punkte vergeben. Da geht’s wirklich nur nach reinem eigenen Geschmack. Der ESC-kompakt-Index ist ermittelt aufgrund der Bewertung durch die Leser; dabei sind meist über 500 Votings eingegangen. Eine direkte Vergleichbarkeit der beiden Auswertungen ist dadurch nicht gegeben.

  9. Oh ja, das mag ich. Vielleicht aus nostalgischen Gründen, weil ich mich an den Electrontango der Jahrtausendwende erinnert fühle. Vielleicht, weil sich der Song für ein gemäßigtes Klima entscheidet und mir nicht mit tropischer Luftfeuchtigkeit kommt. Tritt mir nicht auf die Zehen, und das ist beim Tanzen ja schon mal ein gelungener Anfang.
    Wäre im Halbfinale wahrscheinlich von uns gegangen. Deshalb erst recht in meinen Top Ten.

  10. Ich denke, dass Nordmazedonien es ganz knapp ins Finale geschafft hätte und dort so um Platz 20 eingekommen wäre. ‚You‘ hat es auch nicht in meine Playlist geschafft, aber wenn das Lied irgendwo auftaucht, höre ich es ganz gerne. Das Video ist allerdings fürchterlich.

  11. Ich mag den Song und das Video ….live auf der großen Bühne wäre das aber vermutlich ein sogenannter Rohrkrepierer. Nach der großartigen Tamara im letzten Jahr, ein Finale ohne Mazedonien…wenn’s eines gäbe

  12. Nach dem sehr guten „patuvam“ bin ich von „you“ extrem enttäuscht. Da bleibt so gar nix hängen und die tango-annäherung wirkt irgendwie unpassend.
    Kein hf-platz und leider nur 1point

  13. Mit 1.25 Geschwindigkeit abgespielt, gewinnt der Song etwas. Ansonsten ist mir das zu oldschool.

    „Moderner Pop“, „Groovy, catchy, sexy – ein toller Beat“ ?
    Keep pretending, someone’s gonna believe it!

  14. Ich muss Peter (wie so oft) absolut zustimmen, mir geht YOU vom Ohr direkt in die Beine. Versteh wieder mal nicht warum das hier so schlecht abschneidet. Es ist ein Jammer, dass ich nun darauf nicht in der Euro Disco in Rotterdam abtanzen kann😢 Volle 12 Punkte, ich mag das total!

  15. Auch son Lied, das nicht so recht weiß, wo es hin will. Das ist mir für einen echten Dance-Song zu ungefähr und für ein Laid-Back-Lied zu druff. Versteht jemand, was ich meine?
    Das Video ist einfach nur vollkommen idiotisch. Bei einem Video-Contest würd ich der Nummer wegen des unfreiwilligen Humors sogar Chancen einräumen, beim ESC in Rotterdam wäre das nach dem Halbfinale wieder eingestampft worden.

  16. Tja. Der Tango-Stil gefällt mir. Der Barkeeper auch, aber das ist ja nicht relevant. Ich könnte mir vorstellen, dass der Song in den Balkanländern gut ankommt und er hebt sich auch irgendwie von den bisherigen im Soundcheck ab. Der Song tut nicht weh, lädt mich auch zum Tangotanzen ein, aber so richtig erinnerungswürdig ist er auch nicht. Deshalb sage ich bis hierher auch, dass er ins Finale gekommen wäre. Dort allerdings dann auf der rechten Seite der Tabelle.

  17. Nachdem ich „Proud“ so toll fand ist dieser Beitrag doch etwas enttäuschend für mich. 🙁

    Der Anfang ist ganz gut, aber nach der Hälfte langweilt der Song mich, vor allem weil der Refrain finde ich doch etwas repetitiv ist. Und seine Stimme ist mir auch zu weinerlich.

  18. Mist, zu früh abgesehndet.

    Was ich noch sagen möchte: Ins Finale hätte es der Song viellecht mit viel Glück schaffen können, dort wäre er aber am unteren Ende der Tabelle versauert.

  19. Immer, wenn der erste Refrain beginnt, befürchte ich, dass Deen hinter der Theke hervorspringt. 😀 Hört sich an der Stelle recht belanglos an, aber der Song findet eine ziemlich gelungene Steigerung, sodass die Bridge und das anschließende Ende mich wirklich packen. (Nord-)Mazedonien hätte damit zwar kaum Chancen gehabt, aber ich hätte es trotzdem genossen. Für mich ein kleiner Juwel im Feld.

    Prognose: Halbfinale 12/17 (30%)
    Meinung: Platz 10/41 (8 Punkte)

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