ESC-Songcheck kompakt (1) – Australien: „Don’t Break Me“ von Montaigne

Montaigne Australien ESC 2020 Don't Break Me Songcheck

Zum zweiten Mal überhaupt suchte Australien seinen ESC-Beitrag in diesem Jahr nicht intern, sondern über die Vorentscheidungsshow „Eurovision – Australia Decides“. Insgesamt zehn Acts traten an diesem Abend gegeneinander an, darunter auch die bekannte australische Sängerin Vanessa Amorosi („Absolutely Everybody“). Am Ende setzte sich dann aber die Popsängerin Montaigne knapp vor Casey Donovan durch.

Montaigne ist 25 Jahre alt und macht Art Pop. Sie hat bislang zwei Alben und eine EP veröffentlicht. Ihr erstes Album „Glorious Heights“ schaffte es bis auf Platz 4 in den heimischen Charts, der Nachfolger „Complex“ erreichte immerhin Platz 26.

Der Song 

„Don’t Break Me“ wurde von Montaigne, die bürgerlich Jessica Alyssa Cerro heißt, zusammen mit Anthony Egizii und David Musumeci geschrieben. Die beiden Letztgenannten bilden das Produzenten-Duo DNA, das auch schon für die australischen ESC-Beiträge 2016 („Sound of Silence“ von Dami Im), 2017 („Don’t Come Easy“ von Isaiah Firebrace) und 2018 („We Got Love“ von Jessica Mauboy) mitverantwortlich war.

Der Song ist eine Mid-Tempo-Nummer, die besonders durch die musikalischen Unterschiede zwischen Strophen und Refrain auffällt. Während sich die Strophen stark an der Grenze zum Sprechgesang bewegen, aber sehr melodiös instrumentiert wurden, ist der Refrain getragen gesungen, wird aber hauptsächlich von Perkussionsinstrumenten begleitet. Damit wird wohl die Zerrissenheit ausgedrückt, die Montaigne auch im Songtext von „Don’t Break Me“ besingt. Dieser handelt von einer Beziehung, in der ein Partner viel mehr gibt als der andere.

Der Check

Song: 4/5 Punkte
Stimme: 3/5 Punkte
Instant-Appeal: 4/5 Punkte
Optik: 3/5 Punkte

Benny: Ein wirklich guter und moderner Popsong, der mich an Sia erinnert. Bei der Vorentscheidung war die stimmliche Leistung noch nicht ganz optimal und auch die Performance hatte noch die eine oder andere Schwäche. In Rotterdam hätte das aber ein rundes Paket sein können, außerdem höre ich den Song einfach total gern. 10 Punkte.

Berenike: Einer der Songs, die ich nach dem Anhören sofort wieder vergesse. Er ist modern, gut produziert, aber läuft an mir vorbei. Bis auf Montaignes Clown-Optik bleibt nichts vom Beitrag bei mir hängen. Mir fehlen musikalisch die roten Farbtupfer, die sie auf der Wange trägt. 3 Punkte.

Douze Points: „Don’t Break Me“ war vor der australischen Vorentscheidung mein Favorit. Dann sah ich Montaignes Outfit und ihre Performance. Wer hat mein Lied so zerstört, ging es mir unwillkürlich durch den Kopf. Zu gern hätte ich in Rotterdam gesehen, wie die Australier der Sängerin einen angemessenen Auftritt verpassen, der nicht 10km gegen den Wind nach Landschulheim riecht. 10 Punkte.

Florian: Mit Montaigne liefert Australien erneut einen starken Act. „Don’t Break Me“ ist ein gut produzierter Popsong, dessen Übergänge von Strophe zu Refrain wirklich gut gemacht sind. Auch stimmlich kann man ihr keinen Vorwurf machen. Lediglich die Performance hätte etwas anders inszeniert werden sollen, aber das ist nach der Absage von Rotterdam erst einmal nicht mehr relevant. Insgesamt gibt es von mir für Montaigne 8 Punkte.

Manu: Tolle und interessante Musikerin. Das Lied bleibt – abgesehen von der kurzen aber tollen Bridge zum Refrain – bei mir nur im „ok“ und „nett“-Bereich. Der Auftritt im Vorentscheid gab mir leider auch nichts, aber das wäre in Rotterdam sicher auch ein anderer geworden. Mittelmäßige 5 Punkte.

Max: Das Lied ist solider Pop, wie man ihn von Australien kennt, feinste Sia-Tradition. Gefühlt geht der Song in diesem Jahrgang jedoch etwas unter, dabei ist Montaigne keine gewöhnliche Sängerin. Ihre Art und ihre Performance hätten ihr sicherlich zusätzliche Punkte beschert. Ob dies für einen Finaleinzug gereicht hätte, ist fraglich, aber dennoch nicht unmöglich. Von mir gibt es 5 Punkte.

Peter: Australien hat seit seiner ESC-Premiere zum 60sten ESC Anniversary eine quasi makelose Songbilanz – ein Knaller nach dem anderen. Insofern ist der moderne Midtempo Groover „Don’t break me“ ein bissel unterdurchschnittlich auf sehr hohem Niveau, aber eben – wiewohl kantig – nicht so stark wie Australien ESC-bezogen bisher war. 8 Punkte

Gesamtpunktzahl: 49/84 Punkte

Beim ESC-kompakt-Index landet „Don’t Break Me“ auf Platz 22 von 41.

Wie hätte der australische Beitrag "Don't Break Me" von Montaigne abgeschnitten?

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39 Kommentare

  1. Der Australische Ve war dieses Jahr echt sehr schwach und auch das Gewinnerlied ist nichts mein.
    Mich nervt der Refrain irgendwie, leider.

    Ich denke, dass dieses Jahr wirklich die Gefahr bestand, dass Australien das erste Mal ausscheiden könnte, da das Semi echt stark ist.
    Ob die Jurys das hier gerettet hätten ?

  2. Wundert mich, dass die Nummer hier noch relativ gut wegkommt. Ich finde sowohl den Song als auch die Performance ziemlich unerträglich – daher Bottom 5 für mich.

  3. Das mit Abstand beste australische Lied beim ESC. Montaigne wäre bei mir in der Top 10 gelandet. Durch die Absage des diesjährigen ESCs bleibt Australien bei mir weiterhin ohne Top 30 Platzierung und damit mein mit Abstand unbeliebtestes ESC-Land.

  4. „Don’t break me“ bildet für mich zusammen mit dem letztjährigen „Zero Gravity“ die Spitzengruppe der bisherigen australischen Beiträge. Ein sehr eingängiges Lied und die Sängerin hat eine sehr schöne Stimme, auch wenn sie dies bei der VE, im Unterschied zur Studio-Version, nicht so ganz perfekt zeigen konnte.

    10 Punkte von 12 (ich nehme an, Ihr richtet Euch am ESC-Wertungsschema aus und vergebt keine 9 und 11 Punkte?)

  5. Yay, Songchecks!
    Und es geht mit einem Knaller los! Montaigne liefert mir eine der besten Textzeilen des Jahrgangs: „Every time that I try to explain it, you think that your pain is more important“. Und wie sie das „important“ singt! 😍
    Tolle Melodie, tolle Stimmfarbe, vulnerability, kreative Bühnenshow, die man noch hätte verfeinern können. Aber der Song ist verdammt stark!
    9.5/10 und mein Platz 4 von 41.

  6. Ganz guter Beitrag, leider durch die vielen Moves von Montaigne nicht gut gesungen. Zum Teil zum Zehnägeleinrollen.
    Irgendwo zwischen Platz 20 und 24.

  7. Großartig, die Songchecks beginnen gleich mit einem Teil meiner Flop 5!!

    Eine Sängerin die wirkt als ob sie gerade aus der Anstalt ausgebrochen ist und auf der Flucht ein Tutu geklaut hat singt einen wirren Song ohne Struktur und dass so schief dass sich selbst Fingernägel an der Tafel dagegen noch toll anhören!!

    Ne, finde es wirklich ganz schrecklich. Ins Finale wäre es wohl dennoch gekommen, ist ja Australien, dort aber nur so zwischen Platz 16 und 20.

  8. Mir gefällt der song. Ohne diesen fürchterlichen clown-auftritt und mit einer stimmlich begabteren sängerin wäre top10 dringelegen. Australien hat doch immer noch einen kleinen symphatie-bonus

  9. Das Lied ist mir schon nix, weil zu 08/15 im Refrain und mit zu wenig in den Strophen, das hängenbleiben könnte. Für mich zusammen mit der Stimme und der Choreo da im VE ein echter Rohrkrepierer.
    Wäre vermutlich irgendwie ins Finale gerettet worden und wäre um Platz 20 rum gelandet.

    Fade Pop-Soße, die ich mit 1 Punkt bewerten würde, weil 0 ja theoretisch nicht gehen würde, hm? 🙂

  10. Spaßbewertung, die erste.
    Gleich vier Meinungen. Kurz nach der Veröffentlichung haben wir dies gemacht.

    Gesang Schwach
    Melodie Analog wäre schöner
    Gesamt Überstanden
    Chancen Fürs kleine Theater
    Optik Musical

    Gesang Panikattacke
    Melodie Mehr wäre hier besser
    Gesamt Hier fehlt das warme Gefühl
    Chancen Begrenzt
    Optik Das kleine Blaue

    Gesang Ausladende Stimme
    Melodie Eigenleben
    Gesamt Attacke auf meinen Nerven
    Chancen Keine Vorhersage
    Optik Fabelnwesen

    Gesang Schreit sie?
    Melodie Schmal
    Gesamt Wir spielen besser
    Chancen Tschüß
    Optik Ich bewerte keine Frauen

  11. Punkt 1. ich find’s ganz schlimm – detaillierte, treffende Beschreibungen, warum: siehe oben (sucht Euch die fiesesten raus…)
    Punkt 2. das wäre im Finlae gewesen – ist halt Australien
    Punkt 3. Platzierungs-Prognose: ????? zwischen Platz 9 und 24 – möglich ist beim ESC fast Alles

    Schön ist ja jetzt, dass wir Alle auf unserer Meinung beharren können – den Gegenbeweis wird es nie geben.
    In meinem persönlichen Ranking ist das jedenfalls irgendwo zwischen 35 und 39. Da kommen noch grausamere Angriffe auf die Geschmacks- und Gehörnerven im Songcheck – verlasst Euch drauf

    • Fies? Okay, werde demnächst dazu schreiben, dass hier zwei Saitespieler (u.A. Geige), ein Klavierspieler und meine Wenigkeit bewertet haben.

  12. Herrlich, die Songchecks gehen wieder los! So etwas brauche ich, nach einem stressigen Einkaufsmarathon!

    Leider nicht mein Geschmack. Ich denke aber trotzdem, dass der Song noch knapp in die TOP 10 gerutscht wäre. Kann mir schon vorstellen, dass Australien gut angekommen wäre.

  13. „Don’t break me“ ist cool produziert, in den Strophen, aber auch im Refrain zu langweilig. Ein solider Popsong, der vom Auftritt lebt. Wäre kein Top10 Kandidat, Platz 11-15; 7/12 Punkte.

  14. Ich mochte dieses Lied von Anfang an, allerdings war der Live Auftritt gesanglich noch ausbaufähig. Die Stimme (dieses leicht Überbordende) gefällt mir und die Melodie bleibt mir im Ohr. Das Staging hätte man jedoch noch ändern müssen, da hatte ich irgendwie leichte Rykka Vibes😂. 8 Punkte

  15. Das ist einer der ganz wenigen modernen Mainstream-Popsongs des Jahrgangs, und auch kein schlechter. Wenn eine bekanntere Sängerin den singen würde, bekäme er mit Sicherheit viel Airplay. Die Performance geht wirklich nicht, ich befürchte Montaigne versucht da irgendwie ihr Indie-Image zu retten, was definitiv keine gute Idee ist. Von daher bin ich mir gar nicht mal so sicher, ob es in Rotterdam besser geworden wäre. Ansonsten absoluter Top-10-Kandidat.

    Eine Rangliste hab ich vor lauter Schreck noch gar nicht erstellt 😉 , aber Australien ist bei mir ganz weit vorne.

  16. Nächstes Jahr versucht sie es zu dem Clownskostüm bitte noch mit Schlittschuhen und Engelsflügeln. In der Studioversion dank Produktionslevel wesentlich besser.

  17. Gefälliger Song der mich aber an irgendwas anderes erinnert…
    Irgendwann bin ich drauf gekommen, das dieses „Irgendwas“ Don’t Kill My Vibe von Sigrid ist und obwohl ich Sigrid nur gerade mal so ganz gut finde, ist das ein für Montaigne sehr unvorteilhafter Vergleich.
    Bei mir nur solala …

  18. Das Lied hat so viel Persönlichkeit wie Tütensuppe. Dafür versucht die Verpackung, Aufmerksamkeit zu generieren. Auf so nen Verpackungsschwindel falle ich nicht rein. Bleibt im Regal.

  19. Lustig – ich habe gerade erst angefangen, die Songs zu hören (wie immer nicht zu sehen), und da ist Australien einer der Beiträge, die nicht einfach vorbeirauschen, sondern mich aufhorchen lassen. Es fällt also zumindest immer auf, dass das gerade „Don’t Break Me“ läuft, das ist ja schon mal etwas. Die Performance habe ich jetzt eben zum ersten Mal gesehen – da gab es natürlich noch Luft nach oben. Aber an sich finde ich den Song ganz okay, wenn auch nicht mehr, und ich hätte ihn gerade so auf der linken Tabellenhälfte im Finale erwartet.

  20. Ich finde das Lied richtig gut und habe es teilweise in Dauerschleife gehört. Total schrecklich ist allerdings das Outfit. Bis Rotterdam wär da aber sicherlich noch was passiert.

    Top 5

  21. Montaigne wäre meiner Meinung nach ins Finale gekommen…Im Finale wäre sie imMittelfeld gelandet so um platz 12-15..das ist meine Prognose

  22. Schrecklich, schrecklich, schrecklich!
    Ich hör mir die Beiträge immer erst ohne Video an, das war schon nix. Dann mit der Bühnenpräsentation… schlimmer geht nimmer. Der Song ist öde, schlecht gesungen und bleibt nur aufgrund der schlechten Qualität im Gedächtnis. Ich mochte eigentlich fast immer die australischen Beiträge, aber hier wäre meiner Meinung nach nach dem Semi Schluss gewesen. Sorry an alle Aussie-Fans!

  23. Mein Hassbeitrag des Jahres.
    Ich begreife nicht, was das Clownskostüm und die Performance soll.
    Das ist weder ernsthaft noch ironisch, sondern wirkt einfach fehl am Platz.
    Deswegen bin ich mir ziemlich sicher, dass kein Finaleinzug drin gewesen wäre.
    0/12 Punkte

  24. Ich finde es OK. Nicht überragend, aber solide. Der Auftritt war natürlich schrecklich choreographiert, aber der Song war durchaus gut gesungen.

    Australien 6,5 / 10

  25. Mit Abstand der schwächste australische Beitrag ever. Der Gesang war unterirdisch (wie um Himmels Willen waren dann bitte die anderen?), mit dem Gezappel kann ich nix anfangen und Clowns hasse ich. Wäre im Semi achtkantig rausgeflogen.

  26. Ach, Australien. Wir werden in diesem Leben keine Freunde mehr, oder? Ja, ich habe mir dieses Jahr alle Beiträge des Vorentscheides im Voraus angehört und das landete beim Blindhören in die Kategorie „letzter Platz im Vorentscheid“. Nun ja, da lag ich wohl bis heute falsch, und kann bis heute nicht wirklich nachvollziehen, warum eigentlich. Das Lied hat keine Substanz, ihre Stimme schwach und die Performance war einfach nur furchtbar. Australien hätte (!) zum ersten Mal in meiner Top 20 sein können mit Jaguar Jonze. Aber mir war schon klar, dass die Australier spießig sein würden. Montaigne wandelt damit eigentlich auf dem selben ausgetretenen Pfad wie ihre Vorgänger. Wann wird Australien mal eine richtige Bereicherung sein? Nachdem man immerhin letztes Jahr mit der Performance meinen Top-30-Fluch (Australien war bislang nie in meiner Top 30) gebrochen hatte, versucht man nun, die andere Seite aufzureißen. Das ist ihnen gelungen. Willkommen bei Platz 40+!

    Prognose: Halbfinale 10/41 (60%) (man beachte die Speichelfäden bei den Juroren…), Finale Platz 16-20 (dank Jury, weil, beim Televoting wäre das Letzter oder Vorletzter geworden)
    Meinung: Platz 40/41 (1 Punkt)

  27. Vom mir gibt es nur nüchterne Bewertungen zu den Titeln (und 0/10 ist definitiv nicht ausgeschlossen, warum denn auch, wenn angemessen ?). Zu „Wie hätte es abgeschnitten!“ werde ich ich nicht äußern.

    Australien 3/10

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