ESC-Songcheck kompakt (3) – Litauen: „On Fire“ von THE ROOP

The Roop On Fire 2020 Litauen

Litauen hat in diesem Jahr seine Vorentscheidung umstruktiriert und ihr gleichzeitig einen neuen Namen verpasst: Aus „Eurovizijos Atranka“ wurde „Pabandom iš naujo!“. Insgesamt wurde die Länge der Vorentscheidung auf drei Heats, zwei Halbfinals und ein Finale gekürzt. Dort sangen letztlich acht Acts um das Ticket nach Rotterdam. THE ROOP setzten sich schließlich klar gegen ihre Konkurrenz durch.

Die Band THE ROOP gibt es seit 2014, Frontsänger ist der charismatische Vaidotas Valiukevicius. 2018 versuchten die drei Männer schon einmal, für Litauen zum ESC zu fahren, konnten sich in der Vorentscheidung aber nicht durchsetzen. THE ROOP haben bislang zwei Alben und eine EP veröffentlicht und sind außerdem schon in halb Europa und den USA aufgetreten. Mit großen Bühnen kennen sich die drei Herren also durchaus aus – jetzt hätten sie ihr Können auch beim ESC beweisen können.

Der Song 

„On Fire“ beginnt mit einer Pianomelodie, die direkt von der prägnanten Stimme des Leadsängers Vaidotas Valiukevicius begleitet wird. Die Instrumentation verändert sich nach dem ersten Refrain, es kommt eine elektronische Melodie hinzu. Nachdem sich dies über die Strophe hin fortsetzt, folgt ein Drop, also ein Instrumentalpart als Höhepunkt. Danach setzt ein neuer Teil des Songs ein, der dann zum Refrain überleitet. „On Fire“ steht stellvertretend für die Mischung aus Pop, Indie und Dance-Rock, den die Gruppe seit ihrer Gründung präsentiert.

Vaidotas Valiukevicius hat „On Fire“ selbst geschrieben. In dem Song schildert er das Gefühl, eine Veränderung in seinem Leben anzustoßen und sich dadurch befreit zu fühlen. Er singt zudem darüber, dass es viel zu lange gedauert hat, bis er endlich gehandelt hat. Jetzt kann ihn aber keiner mehr aufhalten und Vaidotas bringt sein Gefühl der Freiheit zum Ausdruck. Mit „On Fire“ appelliert Vaidotas daran, an seine Träume zu glauben und sich nicht von anderen zu früh abschreiben zu lassen. Mit dem Song will er den Menschen Selbstbewusstsein und eine gute Stimmung mit auf den Weg geben.

Der Check

Song: 5/5 Punkte
Stimme: 4/5 Punkte
Instant-Appeal: 5/5 Punkte
Optik: 3/5 Punkte

Benny: Was für ein Song! „On Fire“ gefiel mir gleich beim ersten Hören, an die Performance musste ich mich erst gewöhnen. Jetzt feiere ich den Auftritt aber total und hätte ihn gern auf der ESC-Bühne gesehen. Das wäre bestimmt das beste ESC-Ergebnis für Litauen ever, ever, ever geworden. 12 Punkte.

Berenike: Einer der ganz wenigen eigenständigen Beiträge in diesem Jahr. Phantastischer Elektrobeat, geniale Soundeffekte (insbesondere die Synthline) und genau die richtige Prise Verrücktheit in der Präsentation. 12 Punkte.

Douze Points: Ich kann THE ROOP nicht verzeihen, dass sie „Unbreakable“ aus dem Rennen gekegelt haben – so verdient und objektiv richtig das auch war. Dass Litauen in seinem ewigen Vorentscheid so etwas hervorbringen kann, ist nur zu bewundern. Solche Songs braucht der ESC! 10 Punkte.

Florian: „On Fire“ ist zurecht einer der großen Favoriten bei den Buchmachern in diesem Jahr. Litauen wagt mit THE ROOP einen stilistischen Bruch mit den Songs der Vorjahre. Der Song ist sehr zeitgenössisch und spielt clever mit verschiendenen Elementen aus Indie, Pop und Rock, der symbolisch für die Gruppe steht. Die Darbietung beim litauischen Vorentscheid war bereits prägnant und kann genauso auch in Rotterdam funktionieren. Mit THE ROOP hätte Litauen ganz vorne mitspielen können und auch von mir gibt es sehr starke 10 Punkte. 

Manu: THE ROOP sind dank der Absage des Song Contests einer der großen Verlierer: Bei „On Fire“ passt irgendwie alles zusammen und ich fühle mich 3 Minuten lang toll unterhalten. Da stört nicht einmal die instrumentale Inspiration bei Mahmoods „Barrio“. Das macht Spaß – 7 Punkte.

Max: Wer hätte gedacht dass Litauen mal einer der heißen Favoriten auf den Sieg beim ESC werden würde. Hier profitiert der durchaus radiotaugliche Song sicherlich von der Performance und von dem charismatischen Auftritt des Sängers von THE ROOP. Sein ganz besonderer Tanz ist ja bereits Kult bei ESC-Fans. Meinen persönlichen Geschmack trifft Litauen jedoch nicht ganz, und deswegen gibt es auch nur 5 Punkte von mir.

Peter: Ganz selten ist es, dass beim ESC Songs auf die Bühne kommen, die tatsächlich zeitgemäßes Top-40-Airplay-Material sind. Bei THE ROOP passt das aber, „On Fire“ ist sicher der stärkste Chart-Potential-Titel im Wettbewerb, der Beat ist mitreißend und das, was man von der Performance weiß, ist maximal vielversprechend. 12 Punkte.

Gesamtpunktzahl: 68/84 Punkte

Beim ESC-kompakt-Index landet „On Fire“ auf Platz 2 von 41.

Wie hätte der litauische Beitrag "On Fire" von The Roop abgeschnitten?

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Bisher erschienene Songchecks:

(1) Australien: „Don’t Break Me“ von Montaigne
(2) Irland: „Story Of My Life“ von Lesley Roy


34 Kommentare

  1. Die Sonchecks beginnen scheinbar mit den besten Songs nach Montaigne Platz 3/41 und Leslie Roy Platz 10/41 gibt es jetzt The Roop und Platz 7/41 im Gesamtranking 9/10 Punkten

  2. 9/41 mit 10 Punkten, Top 5 und somit das wahrscheinlich beste Ergebnis Litauens.. Daher hoffe ich, dass die Jungs nächstes Jahr antreten 🙂

  3. Mir geht es wie Douze Points, „Unbreakable“ wäre mein Song gewesen. Ich bin mir aber sicher, dass Herr G:Son die Bestandteile dieses Songs in den nächsten Jahren noch ein paar Mal zweckmäßig wiederverwerten wird.

  4. Das wäre ein würdiger Sieger für Rotterdam gewesen, meiner Meinung nach. Hammer-Song, der mich von Anfang an begeistert hat.
    Klar, ein wenig riskant, denn sie wären als Favoriten nach Rotterdam gereist und es bestand schon ein wenig die Gefahr, dass die Live-Performance versemmelt worden wäre, so dass sie am Ende einen doch recht enttäuschenden Platz belegt hätten. Halt einen, der dem Song nicht gerecht geworden wäre.

    Selbst mein Mann, bekennender Nicht-ESC-Fan, fand „On fire“ von Anfang an super.

  5. Ich bin da eher auf der Seite von Max … ich kann nachvollziehen, warum den Titel viele Leute gut finden. Mich selbst nervt der Instrumentalteil jedoch gewaltig und den Gesang finde ich auch nicht so solide. Bei mir ist es noch nicht mal in meiner Top 10 drin.

  6. So schön die songchecks auch sind, sie reissen jedes mal wieder eine wunde auf. On fire hat mir auf anhieb gefallen und ist auch brav hängengeblieben. Ich hätte mich wirklich extrem auf vaidotas in rd gefreut und vor allem auf den zweikampf mit dem jurysieger…….ziemlich sicher hätte on fire das televoting gewonnen, fragt sich nur, wie sie bei der jury angekommen wären. Zumal supersexy-vaidotas nicht unbedingt mit der allerbesten stimme ausgestattet ist.

  7. Kurz nach der Wahl von drei Musiker und mir bewertet.

    Gesang: Englisch mit einem fetten ‘L’ ++ Er singt ++ Sing-Sagen ++ Kann bestimmt auch gut streiten
    Melodie: Heiter ++ Recht einfach ++ Leicht ++ Originell
    Gesamt: Elektronisches Einwegpaket ++ Wo fährt die Rettungsdienst vorbei? ++ Kindergeburtstag ++ Tanzbar
    Chancen: Top 10 ++ Finale ++ Gut ++ Gehört ins Finale
    Optik: Sponsored by H&M ++ Choreographie erinnert an Superstar von Svetlana Loboda ++ Der Sänger ist mir viel zu dürr ++ Der will ich nur bekleidet sehen

  8. Ja klar, das wäre einer der klaren Favoriten gewesen. Und zwar absolut zu recht. Toller und eigenständiger Song mit interessanter Choreographie. Bei mir in den Top10 und sicher einer der besten Songs, die Litauen je zum ESC geschickt hat.

    01. Litauen: 8,5 / 10
    02. Australien 6,5 / 10
    03. Irland 5,0 / 10

  9. Na ja, irgendwie gibt es jedes Jahr einen Song der ziemlich gehypt wird und wo ich mich wirklich frage weswegen, dazu zählt dieses Jahr u.a. Litauen.

    Es ist ja ganz nett, aber die Melodie geht mir dann doch sehr schnell auf die Nerven, und diesen Tanz finde ich persönlich eher albern.

    Wäre wahrscheinlich weit vorne gelandet, aber mein Fall ist es leider nicht so.

  10. Bin mir auch ziemlich sicher, dass der Song weit oben gelandet wäre. Aber ich glaube auch fest daran, dass er nicht gewonnen hätte.
    Ich hab den Song einmal gehört, fand ihn ganz originell und witzig. Bewusst habe ich ihn mir nicht nochmal angehört (na gut, jetzt kann ich ja wieder), weil ich Angst hatte, dass er mich dann beim ESC komplett nervt.

  11. Das mit Abstand beste litauische Lied beim ESC; bis jetzt fand ich sie vn den baltischen Staaten mit Abstand am schlimmsten. Ich glaube im Duell mit Island hätten sie dann doch den Kürzeren gezogen, aber locker top 5 und bei mir auf der 3.

  12. Genialer Song mit einem tollen Synthie-Instrumental-Motiv als Highlight. Der Sänger hat eine prima Ausstrahlung, seine Stimme gefällt mir insgesamt auch gut, obwohl ich anfangs nach den ersten Takten anderes befürchtete.

    Aus all diesen Gründen und vielen mehr lässt sich dieses Lied auch durch die Tatsache, dass es in Umfragen meist weit vorne liegt und fast überall gut anzukommen scheint, nicht aus meiner Top3 (zusammen mit Lettland und der Ukraine) vertreiben 😉

    12 Punkte (von 12)

  13. Litauen, ja… Ich bin ja immer auch für Quatsch zu haben, aber es erreicht mich einfach nicht. Das Instrumental und besonders die Aussprache sind schon catchy, aber für mich gleichzeitig auch cringy. Es wäre aber bestimmt sehr weit oben gelandet.
    3/10 und mein Platz 36 von 41.

  14. Mein Platz 1 vor Russland, Island und der Ukraine
    Es gab so tolle Bands wie selten zuvor, die dieses Jahr ganz oben mitgemischt hätten.
    Und The Roop haben wie all diese Bands Ihr eigenes Ding durchgezogen, und das gibt sowieso einen Extra-Bonus bei mir.

  15. Das mag ich, für die große Feuersbrunst hat es aber nie gereicht. Liegt es am Text? Der ist mir zu wenig, ich bevorzuge Schachtelsätze. „On Fire“ schafft es knapp nicht in meine Top Ten.
    Ansonsten habe ich bei „Pabandom“ wieder zielsicher in die rechte Tabellenhälfte gegriffen. „Tave čia randu“ wär‘ mein Gewinnerlied gewesen. Allerdings hätte ich Gabrielius Vagelis schon noch was G’scheites angezogen. Also einfach irgendwas außer Kurzhosenpyjama, Sportsocken und Sandalen aus PU-Leder 🥴

  16. Es wurde ja auch Zeit, dass endlich ein Beitrag besprochen wird, über den ich voll des Lobes bin. Das macht Freude, das bleibt im Gedächtnis, das greift den Klang der 1980er auf und transportiert diesen nach 2020. Vielen Dank, Litauen.

  17. Der beste litauische Beitrag ever in jedem Fall (auch wenn das nicht so schwer ist). Mir gefällt die Hook und die Performance ist auch cool, aber als Sieger hätte ich es nicht gesehen.

    Platz 7 von 41

  18. „On Fire“ ist einfach Klasse – toll ist auch, dass The Roop es live genau so gut umsetzen wie in der Studio Version. Einer meiner absoluten Lieblinge in diesem Jahr, wäre in Rotterdam sicher Top 3 geworden – von mir 12 Punkte

  19. Ich habe den Song erst sehr spät das erste Mal gehört, da war ich von all dem Gehype natürlich beeinflusst und habe wer-weiß-was für einen Beitrag erwartet – aber der kam dann nicht. DAS ist das Riesending? Ja klar, dass ist gut und interessant, aber ein Knaller? Naaa ja. Zu hohe Erwartungen können halt auch problematisch sein. Nach ein paarmal Hören kann ich den Hype schon besser verstehen, ich mag das Lied gern und hätte Litauen die sehr gute Platzierung, die sie sicher erreicht hätten, von Herzen gegönnt. Aber einen Sieg kann ich mir hier dann doch nicht vorstellen …

  20. Ja, der Song ist finalwürdig und kommt in der Community sicher sehr gut an. Minimalistisch und trotzdem eingängig. Nichts desto trotz finde ich ihn ein wenig „blass“, aus den Socken haut mich der Song nicht so wirklich. Im Gedächtnis bleibt er sicher auch wegen der Performance, die ich aber auch nicht so toll finde. Aber was will man in so einem schlechten Jahrgang machen? Linke Seite der Tabelle auf jeden Fall. Auch wenn ich ihn da eigentlich nicht gerne sehe.

  21. Gehörte für mich schon deutlich zu den besten Beiträgen der Saison und ist einer der wenigen Gründe, warum ich die Entscheidung der EBU bedauere (gleichwohl würde ich mich über einen weiteren lithauischen Vorentscheid 2021 erfahrungsgemäß sehr freuen).

  22. Ich fasse mich kurz: Ich denke, Litauen hätte dieses Jahr gewonnen. Zumindest kann ich mir das (bis auf m.E. Dänemark) bei keinem anderen Song vorstellen. Mir gefällt es auch super, wäre der beste Gewinner seit Dänemark 2013 gewesen. 🙂
    Kam bei meinem Vater in einem Schnelldurchlauf auch viel besser an als Island. Muss nichts heißen, klar, trotzdem fand ich es bemerkenswert.

    Prognose: Halbfinale 1/17 (100%), Finale ebenfalls 1/26
    Meinung: Platz 14/41 (8 Punkte)

    • Und im Nachhinein noch ein kleines Dankeschön für diesen wundervollen Vorentscheid! Einer der besten, die ich je erlebt habe in diesen 6 Jahren. Das war das Jahr Litauens…

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