Eurovision.de: Keine Songchecks, aber täglich ein neues Reaction-Video

Wie der Käseigel, der Euroclub, die PrePartys in Amsterdam & Co. gehören auch die Songchecks auf Eurovision.de in jedem Jahr zum festen Baustein für den Countdown zum ESC-Finale. Nun, der Käseigel ist weiter realistisch, vieles andere fällt coronainduziert in 2021 flach. Aber zumindest die große Show in Rotterdam wird es geben – und das werden wir feiern.

Ein Must-Watch auf dem Weg zur den Proben- und Finalwochen sind auch immer die Live-Streaming-Songchecks auf Eurovision.de. Aber auch diese fallen in 2021 – wie so viele liebgewonnene Rituale – im Jahr 2021 unter den Tisch. Allerdings kommt das nicht pandemiebedingt, sondern weil der NDR den Rotstift angesetzt hat – was auch Thema in unserem Exklusiv-Interview mit (Noch-)NDR-Unterhaltungschef Thomas Schreiber war.

Aber zumindest das Herzstück der Eurovision.de-Songchecks, die Reaction-Videos, die das NDR-Online-Team speziell im letzten Jahr zu einem Saison-Highlight gemacht hat, bleibt erhalten. Neu ist, dass es nunmehr (analog wie wir es auf ESC kompakt mit den Songchecks machen) jeden Tag ein neues Reaction-Video auf YouTube gibt. Und neu ist auch, dass Alina Stiegler und Stefan Spiegel – weil ihre Songcheck-Livesendungen entfallen – nunmehr auch als Duo Bestandteil des Reaction-Video-Cast sind.

Ansonsten gibt es viele bekannte Gesichter aus dem Vorjahr und wenige Neueinsteiger. Dabei sind:

William Lee Adams (Gründer und Mastermind bei wiwibloggs)

William im Selfiemodus

Neuzugang Bürger Lars Dietrich (NDR-JESC-Kommentator 2020, der schon Jamie-Lee in Stockholm „betreuen“ durfte) mit KIKA-Personality Jessica „Jess“ Schöne

Jane Comerford (ehemals Texas Lightning, Teilnehmerin am ESC 2006, mit „No No Never“ 9 Wochen an der Spitze der deutschen Charts, superkompetent, supersympathisch)

Yared Dibaba (Multitalent, arbeitet vorwiegend als Moderator, Schauspieler, Entertainer für die ARD, hat ausgerechnet im März 2020 einen Club namens „Uwe“ am Hamburger Spielbudenplatz co-eröffnet, hat einen funky neuen Look)

Freshtorge (maximal mäßig lustiger, aber sehr populärer YouTuber, bürgerlich Torge Oelrich) mit Lea Mirzanli (Schauspielerin, „bekannt“ durch das Musical „Kartoffelsalat 3“) als sympathischem Sidekick

Thomas Mohr (seit über 20 Jahren Redakteur beim NDR mit ausgezeichnetem ESC-Fingerspitzengefühl) und Irving Wolter (selbsternannter, häufig anstrengend dozierender „Dr. Eurovision“, zuweilen kommt er pointiert auf den Punkt, zuweilen hat das eine Besserwisser-Attitude)

Alina Stiegler und Stefan Spiegel (haben in diesem Jahr als „Trost“ für die Songcheck-Stornos eine eigene halbstündige Show auf Eurovision.de und ONE)

Mikkel Robrahn (war auch 2020 dabei, ist Chief Operating Officer beim Gaming-Channel PietSmiet)  und Gunnar Krupp (Linkshänder, der bereits dreimal bei WWM war und für den NDR beim jungen ARD-Angebot Funk das Reportageformat STRG_F macht)

Marcel Stober und Broder Breese (als Duo, Profi-Fans, Marcel macht viel für Eurovision.de und zusammen mit Thomas Mohr den ESC-Update-Podcast des NDR)

Vanity Trash (schlagfertige „Drag-Dame“ aus der Entourage von Olivia Jones mit rosafarbener Maximum-Haarpracht, schon dafür lohnen sich die Videos)

Im „Wir setzen aus“-2020-Jahrgang habe ich die Eurovision.de-Reaction-Videos (abgesehen von einigen Aussetzern von Freshtorge und Irving) bereits als „unbedingt anzugucken“ zelebriert, hier nachzulesen.

Was ist 2021 anders?

Nun, zum einen kommen da nicht von allen spontane Reactions (wie es das Format verlangt), dafür sind zu viele „ESC-Profis“ dabei, denen man anmerkt, dass sie sich ihre Worte wohlüberlegt haben. Das ist aber ok, es gibt noch genügend Participants, die die Songs zum ersten Mal hören und spontan und entwaffnend ehrlich, emotional und überzeugend reagieren wie Yared, Vanity Trash oder Jane Comerford, die ob der Kombi von Spontanität und Professionalität einmal mehr herausragt.

Richtig schmerzhafte Lücken sind im Reactions-LineUp in Sachen „Eye Candy Faktor“ gerissen. Wehmütig vermissen wir Consi von SWR3 und vor allem und vor allen anderen Andi von PietSmiet, der 2020 gleichermaßen sexy wie schlagfertig wie zauberhaft rüberkam und an dessen Stelle jetzt (aus Proporzgründen?) ein NDR-„Angestellter“, nämlich Gunnar Krupp, gerückt ist, der zwar auch sehr sympathisch wirkt, dem aber der schlagfertige Charme von Andi abgeht (wiewohl Vergleiche wie dieser logischerweise wenig zielführend sind, das mag ich hinzufügen).

Andi, we won’t forget you!

Und schließlich merkt man den bislang veröffentlichten Reaction-Videos an, dass die Mittel, um diese zu produzieren, 2021 weniger üppig gewesen sein dürften als 2020, wo die Produktion „state of the art“-primetime-tauglich war. Über die Notwendigkeit, Produktionsmittel bescheidener einzusetzen, hat der Noch-NDR-Unterhaltungschef Thomas Schreiber ja auch schon im oben schon genannten Exklusiv-Interview mit ESC kompakt gesprochen.

Ungeachtet dieser drei Schlaglichter sind die Reaction-Videos bei Eurovision.de wie immer ein Must-Watch. Es sind zum aktuellen Zeitpunkt erst eine Handvoll veröffentlicht. Ein positives Beispiel sticht besonders heraus: Blas Canto, dessen „Voy a quedarme“ wir alle schon irgendwie abgehakt hatten, wird von Vanity Trash, Gunnar, Lea und auch Alina und vor allem Jane so überzeugend und empathisch hochgejazzt, dass ich mir den Song gleich danach noch zweimal angehört habe und jetzt auch viel, viel besser finde als zuvor.

Selbst Freshtorge, der letztes Jahr im „World Wide Wohnzimmer“ – zurückhaltend formuliert – keine gute Figur machte, aber von meiner maximal geschätzten Freundin Madeleine bei WhatsApp regelmäßig verlinkt wird (was unbedingt für ihn spricht), findet die richtigen Worte für „Voy a quedarme“.

„Am Ende geht’s ja darum, dass die Musik uns im Herzen berührt.“ bringt es Yared im gleichen Reaction-Video auf den Punkt. Und genau das ist dann auch der maßgebende Grund, warum es unbedingt lohenswert ist, die Reaction-Videos auf Eurovision.de täglich zu verfolgen. Was gibt es Schöneres, als die spontane Leidenschaft für Musik, die viele Millionen Europäer in wenigen Wochen gemeinsam hören und sehen werden, augenzwinkend, mitfühlend und gleichzeitig voller Herzenswärme zu teilen?

Wir vertiefen das Thema sicher am kommenden Donnerstag ab 19 Uhr im ESC kompakt LIVE mit Alina und Marcel…

Ein neues Reaction-Video von eurovision.de gibt es täglich um 11 Uhr auf YouTube.


25 Kommentare

  1. Die Paarung Wolther/Mohr hat den Effekt, dass jetzt mehr Leute merken, was für einen selbstgefälligen Stuß der Dr. Eurovision redet. Bei anderen Kommentatoren ist mir ja egal, wenn die das machen, aber Wolther beharrt ja doch stark darauf, dass seine Meinung die richtige ist

    • Du hast völlig recht mit dem was du sagst über I. Wolther.
      Aber auch Peters Worte in seinem Artikel „…und Irving Wolter (selbsternannter, häufig anstrengend dozierender „Dr. Eurovision“, zuweilen kommt er pointiert auf den Punkt, zuweilen hat das eine Besserwisser-Attitude)…“ sind klasse.
      So habe ich Irving damals als Gottheit-Diva-Präsident des Ogae-Germany auch gesehen und kennengelernt. Eine Schmalzlocke hoch 10. Biederte sich den Verantwortlichen geradezu an.
      Lassen wir ihn. – Hochmut kommt vor dem Fall!

  2. Die Reaktionen zu Spanien fand ich auch sehr überraschend und damit auch spannend….
    Wirklich schade um die Songchecks, da haben sie an der falschen Ecke (für mich) gespart

  3. Ich weiß gar nicht, warum alle Freshtorge so schlimm finden. Ich finde ihn eigentlich ganz gut und daneben liegen kann jeder mal.
    So gern ich Alina und Stefan mag, bisher haben sie mich bei den Reaction-Videos nicht überzeugt… Ich denke, da wird aber mehr Substanz kommen.
    Vanity ist mal wieder erfrischend, auf Irving und Thomas Moor könnte man auch mal verzichten…
    Ich finde es eine Schande und ein Armutszeugnis, dass man die Songchecks komplett (mit Ausnahme der Reactionsvideos) gestrichen hat. Im Gegensatz zu anderen Produktionen wird das Budget für die Songchecks mickrig sein…
    So viel Engagement für die ESC-Fans! Wahnsinn!

    • Der NDR hat einen Narren an Jan Feddersen und Irving Wolther gefressen. Da können wir noch soviel dagegen reden, der NDR hält unbeirrt an ihnen krallend fest.

  4. Jaja, die Reaction-Videos, der neueste Schrei auf Youtube! Auf Alina Stiegler und Stefan Spiegel hätte ich gerne verzichtet, denn die neuen Namen wie Yared Dibaba und Vanity Trash bringen neuen Schwung mit in die Bude. Yared könnte auch zusammen mit Michael Schulte als Kommentatorenduo beim ESC antreten.

  5. oha,ein extra huldigungsfaden für jane comerford. 😀

    ein anderer herr wird als gründer und mastermind bezeichnet – mastermind hätte man auch weglassen können,weil das suggeriert,daß der mann ein absolutes genie ist.

  6. Bin spätestens seit 2020 ein großer Reactionvideo-Fan, weshalb meine Erwartungen auch entsprechend hoch waren.
    Bislang habe auch ich das Gefühl, dass die Videos mit heißer Nadel als letztes Jahr gestrickt wurden. Mein Hauptkritikpunkt wäre bislang, dass Sie zu kurz waren und letztes Jahr noch ein Tick mehr Kreativität drin steckte. Aber auch 2020 waren die Videos unterschiedlich gut, weshalb mman noch keinen Abgesang starten sollte.

    Die Besetzung finde ich ähnlich gut wie 2020. Von den Neuen macht bislang nur Yared einen wirklich guten Eindruck, aber da auch einige weniger unterhaltsamere von 2020 raus sind, gleicht sich das in etwa aus.

    Schadei ist wirklich, dass das PietSmiet-Doppel letztes Jahr sehr eingespielt wirkte, während die Kombi mit Gunnar noch in Fahrt kommen muss.
    Da war es vielleicht etwas viel verlangt unter Coronabedingungen unbekannte Personen zusammenzusetzen.

  7. Mir fehlt das Livevoting der Zuschauer während der Songchecks, das hat Spaß gebracht und es gab auch wieder ein Ranking zur Einschätzung des aktuellen Jahrgangs.

  8. Ich verstehe nicht weshalb Consi nicht dabei ist! Ich würde ihn gegen Gunnar austauschen. Was jetzt nicht bedeutet, dass ich Gunnar schlecht finde, aber beide sind doch ARD Leute. Deswegen verstehe ich nicht, weshalb man Consi nicht gelassen hat. „Kostet“ er mehr, weil er nicht vom NDR sondern einer anderen ARD-Anstalt (SWR) kommt? Gut es kann natürlich auch sein, dass Consi selber nicht mehr wollte.

  9. Manche Kommentare sind interessant und lassen einen den eigenen Standpunkt überdenken.
    Allerdings wird viel zu oft der Videoclip beurteilt, um den es eigentlich gar nicht geht.
    Song , Künstler, Stimme und Text sollten mehr im Mittelpunkt stehen.

  10. Ich finde die Songchecks immer großartig, weil da lern ich auch was über die Beiträge, was ich vorher einfach nicht wusste. Zum Beispiel um was es in Blas‘ Song geht oder wie das Musikvideo von Anxhela zu verstehen ist. Einfach Top!

  11. Die Videos sind echt nice.
    Anja und Stefan passen allerdings irgendwie als Reactors nicht so richtig mit rein, die Moderation der letzten Jahre fand ich da wesentlich angenehmer.

    Mir stellen sich außerdem zwei große Fragen:
    1. Warum ist Thomas Mohr noch dabei? mMn hat er nicht viel Plan um was sich die Songs handeln, und das trotz seines Podcasts. Irgendwie schade.
    2. Warum ist Consi nicht mehr dabei? Seine Kommentare waren doch immer die besten. Spontan, witzig und kreativ. Wollte er selber nicht mehr? Da ist es wirklich schade drum

  12. Bzgl Consi hab ich nachgefragt und folgende Antwort bekommen:

    „Hey, wir vermissen ihn auch. Leider konnte Consi dieses Jahr nicht dabei sein. Nächstes Jahr freuen wir uns aber wieder auf ihn!“

    Sehr schade, aber lieber Videos ohne Consi als gar keine. Und übrigens: Meineeine ist froh, dass Peter Urban nicht dabei ist!

    Ich hab mir gestern endlich den Jahrgang am Stück gegeben (Klick auf meinen Namen, kommste hin) und kann somit ENDLICH auch in die Diskussion einsteigen!

  13. Consi war der einzige Grund, sich diese Videos anzugucken.
    In diesem Jahrgang gibts keinen Grund. Und ich finde ja vor allem Alina, Stephan und Marcel Stober unerträglich.

  14. So jetzt habe ich mir auch mal Zeit genommen für die Reaktionsvideos. Ich muss sagen ich fühlte mich gut unterhalten. Negativ möchte ich mich zu keiner Person äußern weil erstens kenne ich sie zu wenig und zweitens war keiner so furchtbar das man sich drüber ärgern müsste. Jedoch sind mir 2 Personen sehr positiv aufgefallen. Yared Dibaba – was für ein charismatischer, grundehrlicher und ausgesprochen sympathischer Mensch wow und dann noch William Adams, ja ich mag den und das ist vllt der einzige Engländer bei dem ich jedes Wort verstehe, ehrlich der hat eine ganz wunderbare Artikulation. Außerdem gefielen mir seine Beiträge weil er scheinbar viel Hintergrundwissen hat.

    Für das nächste Jahr würde ich mir wünsche das da Benny, Peter und DP mitmachen, versteh gar nicht warum die nicht schon längst dabei waren. Okay das würde vllt auch den Rahmen sprengen😂

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