Feuerprobe bestanden: S!ster Carlotta macht nicht den Benjamin-Ingrosso-Fehler

Diplomatisch, sympathisch und musikalisch versiert präsentiert sich Carlotta Truman, die blonde S!ster, beim NDR bei der Begutachtung von ESC-Konkurrenzbeiträgen. Damit vermeidet sie erfolgreich das Fettnäpfchen, in das der Schwede Benjamin Ingrosso im letzten Jahr mit Anlauf getreten ist. Er hatte sich in einem Video vermeintlich humorvoll über die anderen Beiträge geäußert.

Allerdings kamen etliche seiner Kommentare negativ an, so dass sich der Sänger später offiziell entschuldigte: „I sincerely apologize if I offended any artists and fans, I did it all with good fun and humor. I have so much respect for my fellow artists and I never wanted to upset anyone. Sometimes things get taken the wrong way when presented only through camera. To all the entries, we are all great musicians who are in this competition to get together through the music. I’m looking forward to meeting you all in Lisbon and to show you my true reactions with love in real life. And once again sorry for offending anyone.“

Carlotta löste das besser, als sie zu Gast bei Thomas Mohr war, der beim NDR u. a. das ESC Update auf NDR Blue verantwortet. Im Radiostudio schauten sie sich gemeinsam Ausschnitte der ESC-Beiträge von Italien, Frankreich, Spanien und Tschechien an. Sie lobte jeden Act für seine Besonderheiten und fand immer auch einen Aspekt, der ihr gefiel. Potenzielle Kritik wie die am Gesang des Spaniers Miki verpackte sie geschickt und verständnisvoll: „Und dann ist es auch völlig egal. Wenn man rumläuft und etwas springt, so muss sich die Stimme dann auch anhören.“

Ihren Favoriten von den vier Beiträgen hatte sie schnell identifiziert: Lake Malawi. Das wäre Musik, zu der sie auch tanzen würde. Denn, so erklärte sie, würde sie eher nicht in die Disco gehen, sondern lieber auf Konzerte. Und zu Lake Malawi würde sie gehen und dort tanzen. Gut gelöst – und gleich noch etwas Persönliches mitgeschickt. Respekt, das ist professionelle PR-Arbeit.



19 Kommentare

  1. Bei der VE wirkt Sie doch etwas überdreht. Hier kommt Sie mir doch sehr natürlich und sympathisch rüber. Nettes Interview.

  2. Also da fand ich den Ingrosso dann doch authentischer, weil er wenigstens ehrlich war und man es gemerkt hat, wenn ihm ein Titel nicht gefällt. Carlotta macht einen auf „bloß niemanden verärgern, alles schönreden“.

    • Wobei es bei Authentizität nicht wirklich Sinn macht, wenn raus kommt, dass man ein Arsch ist und andere Künstler auslacht.

  3. Für Künstler ist es auch schwer da nichts falsch zu machen, authentisch zu bleiben, aber doch respektvoll. Das hat sie gut gelöst, mit scharfer Zunge können wir ja die Songs kommentieren.

  4. Von Carlotta und Ihrer Schwester koennen wir uns hier eine Scheibe abschneiden. Die beiden sind so locker und haben Freude dabei zu sein. Wir zerreden hier doch alles und machen uns wichtig.

  5. Um nochmal zu den Verschwörungstheorien zu kommen, die diesmal die Vorwürfe gegen den NDR entlasten. Vielleicht ist da etwas Wahrheit drin. Ich habe zwei Szenarien:
    1.) Der NDR hat gemerkt, dass Schulte nur ein Glückstreffer war und hat vermutet, dass die sechs neuen Songs nichts taugen werden. Damit es trotzdem so rüberkommt, als sei dieser SongWritingCamp und die Auswahl durch die Jurorengruppen DER richtige Weg, haben sie schnell die S!sters zusammengebastelt und durch die vielen bereits genannten Argumente (Startplätze, falscher Ton von Aly im Schnelldurchlauf, Frauenpower-Moderatorinnen) gewinnen lassen. So erfahren wir nie, wie die sechs SWC-Lieder abgeschnitten hätten und das SWC fällt nicht in einen schlechten Ruf, falls Deutschland abschmiert (was bei Aly jedoch nicht passiert wäre). So wird das 2018er-Verfahren und das ursprüngliche 2019er-Verfahren mit mehrtägigen SongWritingCamps geschützt.
    2.) Dem NDR waren diese ganzen Vorstufen zu aufwändig und teuer mit 950 Bewerbern, die 120 Juroren und die vielen Vorrunden und Camps. Sie wollten beweisen, dass es mit der Levina-Methode (erst Song, dann Künstler) doch gut klappen könnte und haben zu diesem aufwändigen Konzept zusätzlich noch ein Lied mit der Levina-Methode reingeworden (also die S!sters) und diese gewinnen lassen. Wenn die S!sters sehr gut abschneiden (werden sie nicht) hätte Thomas Schreiber dann sagen können: ,,Es klappt doch ganz gut, wenn wir den Song und dann erst den Künstler wählen. Diese ganzen Vorrunden, Juroren und teuren Camps brauchen wir nicht und lassen das nächstes Jahr weg.“
    Fazit: Ich glaube, dass Szenario 2 wahrscheinlicher ist, weil bei Szenario 1 wären die Lieder richtig gut gewesen. Aber wenn Szenario 2 tatsächlich richtig sein sollte, dann hat der NDR das genaue Gegenteil erreicht, nämlich dass vorgeschriebene Songs für gecastete Künster nichts bringen wie bei Levina. Deswegen werden die Fans umso mehr für SongWritingCamps mehr schreien.
    PS: Linus Bruhn meinte in einem Interview im ehemaligen PrinzBlog, dass er nicht in den Top20 war und nachnominiert wurde. Er musste also auch nicht alle Stufen absolvieren. Das wird hier gar nicht erwähnt.
    PPS: Wenn man wenigstens einen Vorteil herausziehen möchte, können wir jetzt sagen, das es jetzt umso spannender wird, was für den Vorentscheid 2020 passieren wird, auch wenn wir ein ganzes Jahr warten müssen. Die Dinge, die bei ULfI passiert sind, bringen jetzt also Spannung in den ESC rein.

    • Dass Songs gegebenenfalls nachnominiert werden können, stand schon lange vor dem SWC fest. Die Qualität der anderen Songs kann also kein Kriterium für die Nominierung von „Sister“ gewesen sein.

    • @Sady
      Linus war wohl nur nicht mit beim Workshop. Es wurde dort ja mit 15 Acts der TOP 20 (mit vier nur unter Vorbehalt) gearbeitet und direkt angekündigt, dass man noch mit weiteren Künstlern (mutmaßlich der Plätze 21 und aufwärts) vergleichbare Clips produzieren wolle. Linus war wahrscheinlich einer von denen.

  6. Top und hoffe, dass es bei den Quoten wieder
    aufwärts geht. Der beste Act der letzten Jahre,
    gehört für mich definitiv in die Top5

  7. Wirklich sympathisch ….aber die Schwestern sind bei den meisten dt. Fans eh unten durch – da können sie machen was sie wollen. Jetzt kann man nur hoffen, dass der NDR sich richtig reinhängt, wenn man Sisters schon unbedingt wollte …im Moment ist davon aber ja leider nichts zu spüren. Schade für die Mädels , denn aus dem Song ließe sich schon was machen auf der Bühne ! Aber man promotet sie ja nicht mal im eigenen Land – sehr schade !

    • Wenn man S!sters jetzt promotet, hat Deutschland die bis Mai doch auch schon wieder vergessen. Oder ist genervt nach 2 1/2 Monaten Dauer-Promotion.^^

    • Meine Güte, der Vorentscheid war erst vor einer Woche! Man muß den Mädels auch etwas Zeit geben, sich auf den ESC vorzubereiten! Der Stress kommt schon früh genug!

  8. S!isters haben die Wahl gewonnen. Der Vorentscheid war fair und bunt und vielfaelltig. Kein Teilnehmender Kuenstler erhebt auch nur einen Vorwurf. Hinterm PC koennen und wissen wir ja alles und alles besser. Die PROFIS hier gehen mir auf den Sack. Wo bleibt die Freude und der Spass. Jedes Land Freud sich ueber sein Lied und hat Herzkloppen. Und das Lied mit den meisten Stimmen soll gewinnen auch wenn es nicht mein Favorit war. Und einzelne von uns haemmern hier staendig Kommentare ein und wissen nicht das 120 Millionen Zuschauer eine Wahl treffen.

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