Island und Irland vor dem ESC 2027: Entscheidungen über Teilnahme stehen noch aus

Emmy (Irland 2025) und Væb (Island, 2025) – Bilder: EBU; Sarah Louise Bennett/EBU

Wenn man verschiedenen Aussagen aus Bulgarien und seitens der EBU Glauben schenken darf, wird es beim Eurovision Song Contest 2027 in Burgas vielleicht mehr als 40 teilnehmende Länder geben. Während in einigen Ländern – so auch Deutschland – schon Vorentscheide geplant sind und die Liedersuche gestartet wird, ist man sich in Island und Irland noch nicht einig, ob es überhaupt zur Teilnahme am ESC 2027 kommt. In Wien machten beide Länder nicht mit. Wird das in Burgas anders? Noch heißt es: abwarten, denn beide Sender zögern.

Island organisiert seine ESC-Teilnahme eigentlich über den öffentlich-rechtlichen Sender RÚV (Ríkisútvarpið), der den nationalen Vorentscheid Söngvakeppnin durchführt. 2026 gab es bekanntermaßen beides nicht. Für 2027 hält sich der Sender auffällig bedeckt, anscheinend ist Eurovision nicht mal richtig Thema. Das bestätigt der Sender und Vorstandsvorsitzende Stefán Jón Hafstein auf der hauseigenen Website. Das Thema wurde im Gremium bisher „sehr wenig“ behandelt; die nächste Sitzung findet Ende September statt, wobei unklar ist, ob die Teilnahme dann auf der Tagesordnung steht. Eine verbindliche Frist für die Meldung an die EBU wurde bislang nicht festgelegt.

Die im November verabschiedete Resolution, in der RÚV die EBU zum Ausschluss Israels auffordert, bleibt damit weiterhin in Kraft. Wie kann man das Zögern deuten? Für den Sender-Vorstand könnte der Status Quo bedeuten: Position ist gesetzt, wir warten ab, wie sich die EBU entwickelt. Gleichzeitig hat sich auch die EBU entwickelt, neue Regeln eingeführt und die Hand gereicht. Sind diese Änderungen womöglich nicht genug? Vielleicht ist das Zögern des RÚV taktisch und soll Zeit gewinnen, auch um zu schauen, was die anderen Boykottländer machen.

Irland und der zuständige Sender RTÉ ist damit allerdings auch nicht viel weiter. Trotzdem reagierte man auch bei RTÉ auf die Ankündigung des niederländischen Senders AVROTROS, die ESC-Verantwortung abzugeben. Im Mai sagte RTÉ-Generaldirektor Kevin Bakhurst, es gebe „im Moment keinen Grund“, diese Position zu ändern, sagte aber, dass sie in den kommenden Monaten überprüft werden würde. Wir sind nun in den „kommenden“ Monaten.

Gegenüber der Zeitung „The Irish Sun“ heißt es nun brandaktuell seitens eines RTÉ-Sprechers:

„Wir nehmen die kürzlich von der EBU angekündigten Änderungen bezüglich des Eurovision Song Contest zur Kenntnis. RTÉ wird zu gegebener Zeit eine Entscheidung über seine Teilnahme am Eurovision Song Contest 2027 treffen.“

Also auch hier: taktisches Zögern?

Wie deutest Du die kryptischen Äußerungen aus Irland und Island? Ist ein Ende des ESC-Boykotts in Sicht oder wird es auch 2027 keine teilnehmenden Acts von den beiden Inseln geben? Schreib uns Deine Meinung unter Wahrung der Netiquette gerne in die Kommentare!



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20 Comments
ESC1994
ESC1994
3 Stunden zuvor

Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Die sollen einfach sagen ob sie nächstes Jahr mitmachen wollen oder nicht, auf einen wochen- oder gar monatelangen Eiertanz habe sicher nicht nur ich keinen Bock!! 😐

Franny
Franny
2 Stunden zuvor
Reply to  ESC1994

*zustimm*

AlkiBernd
AlkiBernd
1 Stunde zuvor
Reply to  ESC1994

Iredance

Matty
3 Stunden zuvor

Irland hat sich schon beim JESC mit Infos viel Zeit gelassen, ist also nichts Neues! Island war von den nordischen Ländern der einzige Abtrünnige dieses Jahr, dafür aber den ESC aus Wien übertragen. Ich kann mir gut vorstellen, daß der Sender RÚV statt des Beitrages aus Israel eine Werbeunterbrechung eingeschoben oder die Erklärung, weshalb das Land auf die Teilnahme am ESC verzichtet hat.

Micha Knust
Micha Knust
3 Stunden zuvor

Auch hier: Herzlich Willkommen!
Ich würde mich sehr freuen.🙂

Matty
2 Stunden zuvor

OTBN

Es gibt Neuigkeiten aus Moldawien! Die neue Führung des Senders TRM wird in den nächsten Wochen über die Teilnahme am ESC 2027 entscheiden:

https://eurovisionfun.com/en/2026/08/moldova-trms-new-leadership-will-decide-on-participation-in-eurovision-2027/

Noor
Noor
2 Stunden zuvor

Jedes Land kann selber entscheiden und wenn eine Entscheidung getroffen wird, werden wir es erfahren.

Ich „spekuliere“ da nicht und ehrlich gesagt hier einen Blog zu starten ob oder ob nicht ist für mich auch überflüssig.
Einige Länder sind schon lange nicht mehr dabei und frägt da einer nach – warum?
Es ist ein „kommen und gehen“.

Vielleicht ist es auch ein vorgeschobener Grund um Kosten zu sparen und nicht teilzunehmen.
Egal warum auch immer.
Am Ende ist eine Ländersache und deren Entscheidung haben wir einfach zu akzeptieren – ohne uns über das „WARUM“ Gedanken zu machen.

Ob jetzt 34 oder 43 Länder dabei sind – egal. Am Ende haben wir immer einen Sieger.

Franny
Franny
2 Stunden zuvor
Reply to  Noor

Word!

💪 Jakub 🇮🇱 dances אנה פרנק 🌪️ 🌅 💎
💪 Jakub 🇮🇱 dances אנה פרנק 🌪️ 🌅 💎
2 Stunden zuvor

🤔 Steht das nicht alles schon doppelt und dreifach in den Kommentarspalten?

Frank B.
Frank B.
1 Stunde zuvor

Viele Blogposts beruhen auf Meldungen, die hier zuerst in den Kommentaren genannt werden.
Wenn man hier nur noch zu Themen schreiben würde, die nicht vorher in den Kommentaren standen, gäbe es außer dem SCC nicht mehr viel zu schreiben. 🙂

Davon abgesehen: Ich lese die Kommentare zumeist gerne mit, aber auch ich habe nicht immer Zeit für alles.
Wenn etwas relevant ist, dass soll es auch in einem Artikel verarbeitet werden.

elkracho
Mitglied
elkracho
1 Stunde zuvor

Steht das nicht alles schon doppelt und dreifach in den Kommentarspalten?

Ist doch egal. Der Steiermark kann man nicht oft genug das Geld aus den Taschen ziehen.

Tim S.
Tim S.
2 Stunden zuvor

Sie gehören zur ESC-Familie und sind immer herzlich Willkommen!

Malge1985
Malge1985
2 Stunden zuvor

Gewürz-Spekulatius kostet bei Edeka 1,69. Zum Spekulieren soll man doch bestimmt dazu was essen. 🤔🫣

dunefan5000
dunefan5000
2 Stunden zuvor

Entweder beide Länder aktzeptieren das Israel mitmacht, dann hat man auch den israelischen Beitrag zu zeigen, oder man aktzeptiert nicht und bleibt weg. Denen braucht die EBU nicht nachzulaufen. Entweder sie aktzeptieren die Regeln so wie sie sind, oder halt nicht. Es ist die Entscheidung dieser Länder. Vermisst habe ich beide Länder nicht.

Tim
Tim
2 Stunden zuvor

Bei Irland spielt ja viel Frust mit, der mir den politischen Gründen kaschiert wird: nach jahrzehntelanger Führung muss man sich den Spitzenplatz mit Schweden teilem und hat nicht mal mehr den einzigen Doppelsieger und seit Ewigkeiten kommt man nur noch in Ausnahmefällen ins Finale und dann nicht wegen des Liedes. Kein Wunder das RTE keinen Bock mehr hat. Und als nobler Aktivist, das Weite zu suchen, kommt da gerade recht. Wer will schon als schlechter Verlierer gelten.

PS: Kommt mir jetzt nicht mit dieser kreischenden Mobbing-Göre, die nicht weiß, wie man sich benimmt. Das war ne Eintagsfliege.

Matty
2 Stunden zuvor

OTBN

Die Sängerin Dua Lipa könnte nächstes Jahr als Gast oder als Comoderatorin am renommierten Sanremo Festival dabei sein:

https://www.ilmessaggero.it/de/dua_lipa_und_die_neue_internationale_note_beim_festival_di_sanremo-9726523.html?utm_source=pulsanteAMP&_gl=1*66qu5l*_ga*MWJsc3Z4dUFPMDlMT0lqSTVGMHVvank3ekctOEtrWXIyTC0weWEyYXZtNzV3YjkwWDY0SWxjdmxvZzQyN3k3Sg..

Vor sechs Jahren war sie bereits als Gast beim Sanremo Festival aufgetreten und der neue Leiter Stefano de Martino will dem Festival im kommenden Jahr nehr Internationalität verleihen!

Sash
Sash
2 Stunden zuvor

Eines Tages kommen sie alles wieder zurück. Und das ist auch gut so!

MeineSchiffe
MeineSchiffe
1 Stunde zuvor

Da ist nichts neues. Warum ein Artikel? Zu viel Politik.

roxy
roxy
1 Stunde zuvor

Ich verstehe den Sinn des Artikels nicht. Es gibt offensichtlich nichts zu berichten, bietet nur wieder Anlass für unnötig aufgeheizte Diskussionen, von denen wir in den letzten Tagen hier sowieso genug hatten.

Tobiz
Mitglied
Tobiz
16 Minuten zuvor

Ist doch logisch, dass sie abwarten. Es ist noch viel Zeit. Falls sich bestätigt, dass nichts passiert, werden sie schon ihre Reaktion mitteilen.

Dass die ESC-Nation schlechthin Island offenbar gar nicht über den ESC spricht, sollte der EBU zu denken geben. Kein anderes Land liebt den ESC so sehr wie Island.