Italien: Måneskin veröffentlichen die Eurovision-Version von „Zitti e buoni“

Måneskin

Måneskin haben die Eurovision-Version von „Zitti e buoni“ veröffentlicht. Diese weicht nur minimal von der Original-Version ab: einige Sekunden wurden geschnitten um die Drei-Minuten-Grenze nicht zu überschreiten, außerdem wurden einige Kraftausdrücke entfernt. Ansonsten wurde nichts am Arrangement oder der Sprache geändert. „Zitti e buoni“ bleibt zu 100% auf Italienisch.

Da es beim Festival di Sanremo keine Längenbegrenzung der Lieder gibt, sind die Siegertitel meist zu lang für den ESC und müssen geschnitten werden. „Zitti e buoni“ macht hier keine Ausnahme. Da die Sanremo-Version jedoch nur 11 Sekunden zu lang war, standen Måneskin hier im Gegensatz zu den Siegern der letzten Jahre vor einer relativ leichten Aufgabe. Die Schere wurde an zwei Stellen angesetzt: Zum einen wurde das Gitarrenintro am Anfang des Songs um 5 Sekunden gekürzt, zum anderen wurde eines der zwei Riffs am Übergang zur zweiten Strophe entfernt. Mit zwei kleinen Änderungen, die kaum auffallen und die Struktur des Liedes nicht zerstören, wurde damit die 3-Minuten-Grenze erreicht.

Neben der Kürzung wurden zwei Zeilen in Vulgärsprache geändert. Laut EBU-Regeln sind weder Schimpfwörter noch andere inakzeptable Wortwahl im Text erlaubt. Die Zeile “Vi conviene toccarvi i coglioni” („Ihr sollt Euch an die Eier fassen“) wurde in „Vi conviene non fare più errori” („Ihr sollt keine Fehler mehr machen“) geändert. Des Weiteren wurden der Satz „Non sa di che cazzo parla“ („Verdammte Scheiße, sie wissen nicht worüber sie reden“) abgewandelt in „Non sa di che cosa parla“ („Sie wissen nicht worüber sie reden“).

Hier könnt Ihr die Eurovision-Version von „Zitti e buoni“ anhören:

Das heute Abend auf dem offiziellen Eurovision-YouTube-Kanal veröffentlichte Video enthält noch die Ausgangsversion von „Zitti e buoni“:

Måneskin hatten das 71. Festvial di Sanremo mit 41% der Stimmen im Superfinale gewonnen und damit das italienische Ticket nach Rotterdam gelöst. Die Gruppe ist eine italienische Rockband, die 2017 durch ihre Teilnahme an der Castingshow X-Factor bekannt wurde. Die Bandmitglieder sind der Sänger Damiano David, die Bassistin Victoria De Angelis, der Gitarrist Thomas Raggi und der Schlagzeuger Ethan Torchio. Die Mitglieder lernten sich in der Schule kennen und gründete die Gruppe 2016. Da Bassistin Victoria aus Dänemark stammt, wählte man als Bandnamen das dänische Wort für „Mondschein“. Bei X-Factor 2017 belegte die Gruppe den zweiten Platz. Die erste EP „Chosen“ erreichte Platz 3 der italienischen Charts, das erste Album „l ballo della vita“ Platz 1. Auch die seit 2017 veröffentlichen Singles waren sehr erfolgreich, wie „Torna a casa“(2018) auf Platz 1 der Charts und „Morirò da re“ (2018) und „Chosen“ (2017) auf Platz 2. Im Februar 2019 gingen die Måneskin auf Europatour und traten unter anderem auch in München, Hamburg und Stuttgart auf.


35 Kommentare

      • Schaun mer mal. Ich tippe eher auf ein michielin-resultat. Meine vermutung ist, das fans von solcher musik eher das um einiges authentischere finnland wählen statt der italienischen „glamrock-variante. Sollte finnland im hf ausscheiden, wären die chancen auf top8 natürlich besser.

      • Ich finde, der italienische Rocksong hat einfach deutlich mehr Stil als der finnische.

      • @rainer 1
        finnland ist ja alles mögliche aber nicht authentisch,außer man bemüht sich mit haut und haaren in etwa so zu klingen wie linkin park.

        kann natürlich sein,daß insbesondere in den angestaubten? jurys viele nicht wissen,wer denn linkin park ist. 😀

    • Italien und Finland haben nichts miteinander zu tun, ganz anderes Genre von Rock.

      In der Tat ist Finnland gut, aber letzlich anbiederisch, so eine Art Lordi unlight, könnten in den Musikantenstadl für Leute mit Vorstrafen. In Wacken würden die nie zugelassen.

      Italien bringt erlesenen Post-Punk, auch textlich aufregend mit Weltklasse-Gitarrenriffs

  1. Aber die zwei geänderten Zeilen sind keine Vulgärsprache, das ist Volks- und Alltagssprache. 😉 Der Song ist jetzt nicht mehr derselbe 😭😂

      • Was macht PC denn noch so kaputt? Spontan hätte ich jetzt eher gesagt, dass Nationalismus in Form von Lukaschenko und seiner Band oder die Anfeindungen mancher Nordmazedonen gegen Vasil (gepaart mit Homophobie wie es scheint) eher dem Gedanken des ESC schaden.
        Abgesehen davon finde ich es auch unnötig, dass bei Zitti e buoni zwei Wörter geändert werden müssen, fällt aber wohl kaum ins Gewicht, wenn man überlegt, dass schon seit langer Zeit Songtexte angepasst werden müssen für die EBU… Oh oh-uh-oh oh

  2. Mein Favourit dieses Jahr.
    Ich finde Italienisch und Rock passen perfekt zusamen.
    Und finde einen eher aus der Reiche springenden Song in Landessprache oft besser als einen glattgebügelten Popsong (i.d.R. Schweden).
    Aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.
    Italien ist auffallend oft mein Favorit (2013, 2015, 2018 und jetzt 2020).

    Ich würde mir von Spanien auch gerne Mal einen etwas anderen Song wünschen, statt a. typische Gute Laune Nummern mit sehr sehr seichtem Text wie 2017/2019 oder (Drama)balladen wie sie Blas Canto singt.

  3. Måneskin sind super, Italien gehört dieses Jahr zu meinen Favoriten. Aber Finnland mag ich noch ein kleines bißchen lieber.🙂

  4. Ich glaube nicht das die Nummer zündet. Es ist etwas too much zudem ist die finnische Konkurrenz besser gelungen und wird mehr Zustimmung finden. Ich komme über die italienische Enttäuschung zudem nicht hinweg und bin daher emotional schon gegen den Titel. Nicht fair aber es ist so.

  5. Wann gibt es denn wieder einen ESC Kompakt Polling-Zwischen-oder-Endstandsartikel? Meine Burg ist fertig, und ich möchte sie gerne der interessierten Öffentlicjkeit vorstellen. 😉

  6. also wenn man den beatles,stones,abba,simon & garfunkel,slade,sweet und wie sie alle heißen damals gesagt hätte,ihr dürft gerne gefällige melodien komponieren aber bitte schön nur maximal 3 minuten lang dann wäre uns viel schönes entgangen.
    dieses diktat alles in ein sehr enges schema zu pressen,sei es die songlänge,die anzahl der personen auf der bühne und die ausufernde praxis alles und jeden(text!) auf PC zu überprüfen,machen die veranstaltung zunehmend steriler.
    das kultige ländervoting hat man auch heruntergekillt!
    wenn europa einmal im jahr ein riesiges musikfest feiert dann muß auch etwas mehr zeit vorhanden sein – sanremo macht hier vor,wie es geht.
    mich ärgert das wirklich,daß so harmlose zeilen,die zudem textlich in einem gesamtkontext stehen,beanstandet werden!
    da können wir ja eigentlich froh sein,daß gewisse kreise 2019 MARUV verhindert haben denn da hätte es bestimmt eine enorme debatte darüber gegeben,ob man so wie MARUV das beim ukrainefinale praktiziert hatte,beim ESC hätte auftreten können.

    • Die Leute einer meiner Lieblingsbands setzen unter einer Songlänge von 15 Minuten wahrscheinlich nicht mal das Bier ab, um zu den (in der Tat allerdings vielen) Instrumenten zu greifen.

  7. Dieser ständige Vergleich des italienischen ROHdiamanten mit den Bügelperlen aus Finnland geht mir auch auf die Nerven. Beides hat ganz klar seine Daseinsberechtigung, aber wenn FIN beim ESC besser ankommen sollte, dann nur, weil das Pantoffelpublikum Rock lieber in „angenehm“ goutiert (und ihm für die pure Erfahrung schlicht die coglioni fehlen;).

    Sorry für den Rant, aber ich komme auch nicht über die finnische Enttäuschung hinweg (hätte lieber „I Love You“ in Rotterdam erlebt ..).

    • Ist ja auch keine Überraschung, dass ein Rock- Titel beim Durchschnittspublikum besser ankommt, wenn er melodischer und zugänglicher ist. („Put your middlefingers up“ werden mehr Leute verstehen als „Sono fuori di testa, ma diverso da loro“)
      Wer die ach so pure Erfahrung will, kann sich ja nach Wacken begeben.

      Von der Live- Show erwarte ich keine wirklich großen Unterschiede zwischen Blind Channel und Maneskin.
      Beide werden wie wild herumspringen, die Scheinwerfer werden verrückt spielen und etwas Pyrotechnik wird auch im Spiel sein.

  8. Bei der nicht endenden Debate „Italien oder Finnland“ bin ich klar Team Italien. Die Finnen sind mir sympathisch, aber zu Old School. Außerdem finde ich den Text von „Dark Side“ nicht sonderlich gelungen. Beim albernen „ Put your middle fingers up“ bin ich schon raus. Dann noch die ganzen Oooooos – das ist alles nicht meins. Italien hingegen geht voll auf die zwölf und ist mein persönlicher Favorit in diesem Jahr.

    Letztendlich freue ich mich aber auch über Blind Channel und drücke auch ihnen die Daumen, da der ESC eindeutig mehr Rock vertragen kann und jeder Beitrag abseits des Plastik-Pops gefeiert werden muss! 🥳

    • Aus der Sicht eines Rockfans hat Italien klar den besseren Titel. Aus Sicht des ESC-Fans hat Finnland die besseren Chancen, da der Song wohl einer breiteren Gruppe von Menschen gefällt

      • bezüglich televotefreundlichkeit finnland ist im grunde nix anderes wie keiino oder die 3 tenöre.
        allerdings gibt es da diesmal noch diesen unwiederstehlichen widerporst aus italien!

        http://www.widerporst.info 😀

  9. völlig Wurscht wie das beim ESC abschneiden wird halte ich es für vollkommen ausgeschlossen, dass dieser Song in Deutschland auf mehr als geringes Randinteresse stoßen wird. Es wird schlicht nicht genug Leute geben, die sich diesen Song wiederholt geben wollen (solange sie nicht italienischstämmig sind, davon gibt es in Deutschland ca 0,5 Mio Personen). Es wird in Deutschland auch keine großen Radiostationen geben, die diesen Song auf Rotation spielen werden. Sehe auch in anderen europäischen Ländern kaum erzeugbare Nachfrage für den Maneskin Song. Man darf hier nicht vergessen, dass schon seit Längerem Italien den für Poprock und Rock grössten Markt in Westeuropa hat. Regelmäßig landen dort verschiedene Acts mit Poprock und Rocksongs in den Top 100. In Deutschland hat das letztens nur noch und das auch nur für 1 bis 2 Wochen AnnenMayKantereit geschafft. Die letzten Mohikaner der deutschen Poprock Szene. Kannste vergessen.
    Trotzdem wird der Maneskin Song beim ESC gut abschneiden.

    • Das ist aber kein Kriterium. Es gibt immer wieder ESC-Gewinner, die kaum bis gar nicht in europäischen Radiostationen gespielt werden.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.