Kommentar: Warum „Roi“ bislang gnadenlos unterschätzt wird

74160E5A-CBB1-4D14-B64C-E056467272E3

Geradezu vernichtend fällt das Urteil der ESC-Fans zu Frankreichs gestriger Entscheidung aus, Bilal Hassani und seinen von Madame Monsieur mitgeschrieben Titel „Roi“ zum Eurovision Song Contest 2019 nach Tel Aviv zu schicken. Auch in unserem ESC-Barometer wird das vernichtende Urteil „ist ganz furchtbar“ deutlich häufiger angeklickt als es die Regel ist. Zu seicht, zu belanglos, zu Conchita – meinetwegen, aber „furchtbar“?!

Ich glaube, dass die ESC-Community „Roi“ gnadenlos unterschätzt, weil Bilal bei Destination Eurovision zwei wirklich gruselige Auftritte hingelegt hat (der gestern mit den kitschigen Kinderfotos und flachem Gesang sogar noch schlechter als der erste). Welches Potenzial in dem Act steckt, zeigt schon allein die Tatsache, dass Bilal trotz dieser Performance einen erdrutschartigen Sieg beim französischen Publikum eingefahren hat. Das liegt zum einen an dem Song, aber auch an Bilal selbst. Und auch daran, dass der Act polarisiert, was – wie wir an diversen Beispielen in der ESC-Geschichte gesehen haben – kein Nachteil sein muss, ganz im Gegenteil.

Hinzu kommt: An den Defiziten des Auftritts werden er und die französische Delegation hoffentlich bis Mai arbeiten. Dann wird Bilal uns mit einem königlichen und durchchoreografierten Auftritt (unterstützt von ein paar ordentlich Backgroundsängern) überraschen und zumindest bei den TV-Zuschauern ganz weit vorne landen. Und dass es für eine gute Platzierung auch nicht viel mehr braucht, haben nicht zuletzt Österreich und Italien im vergangenen Jahr gezeigt, die jeweils hauptsächlich im Jury- (Österreich) bzw. im Publikumsvoting (Italien) gepunktet haben.

Aber es gibt bei allen Spekulationen sowieso noch eine große Unbekannte: Die anderen Songs. Bislang kennen wir erst zwei von Bilals Konkurrenten in Tel Aviv, also lassen wir uns erstmal überraschen, welche weiteren Songs und Künstler in den nächsten Wochen das Ticket nach Israel lösen. Ich bin mir aber sicher, dass eine Platzierung in den Top 5 bis Top 7 für „Roi“ mehr als möglich ist.


64 Kommentare

  1. Ich stimme ja zu, dass man das ganze Paket durch etwas Aufhübschung hier und da durchaus besser gestalten kann. Das Hauptproblem bleibt aber das echt dünne Liedchen…

  2. Das Lied ist meiner Meinung nach einfach viel zu flach und uninteressant. Das ist das größte Problem. Ich weiß jedoch nicht wirklich, warum so viele mit „furchtbar“ abgestimmt haben. Kann mir schwer vorstellen, dass so ein Lied so starke negative Gefühle in Menschen auslösen kann…

  3. Ist das jetzt eine Glosse? Diese Voraussicht auf den 5.-7.Platz ist nun trotz der großen Unbekannten, dass die anderen Songs noch nicht bekannt sind, abenteuerlich. Es sei denn, der ESC hat mit Musik nichts mehr zu tun. Dieser französische Medienhype ist nicht auf Europa übertragbar und der Vergleich mit Conchita verbietet sich meiner Meinung. Wie soll man denn dieses dünne Stimmchen aufhübschen? Und der Song bietet nichts, das im Arrangement überhaupt verbesserungswürdig wäre. Von den 3 bekannten Songs hat er bei mir den 3. Platz und wird weiter durchgereicht werden. Da bin ich mir sicher, @Benny.

  4. 1. das lied ist belanglos 2. die stimme ist doch recht dünn 3. die performance ist nix 4. und ihr werdet mich wieder steinigen, aber es sind solche leute die die community bei 180 millionen zuschauern repräsentieren..auch wenn conchita gewonnen hat, es ist grenzwertig..

  5. Danke für diesen Kommentar, Benny. Ich sehe dasselbe Potenzial in Bilal wie du. Top 10 sind durchaus möglich, aber wie du bereits erwähnt hast, hängt dies vor allem von der Qualität des restlichen Teilnehmerfelds und seiner Performance ab.

    So wie er jedoch gestern aufgetreten ist, wird es nur ein weiteres Debakel für Frankreich. Bilal hat durch sein Erscheinungsbild einen großen Vorteil, denn er wird beim Zuschauer in Erinnerung bleiben. Die Frage ist nur, ob als strahlender König oder als schief singender Gaukler mit blonder Perrücke.

  6. Ich seh das fast ähnlich. Beide auftritte von bilal hassani waren gruselig. Am samstag noch mehr als im sf. Und könnte er bis im mai halbwegs anständig singen und würde die performance von schüleraufführung zur professionellen esc-performance mutieren, dann wäre eine gute plazierung sicher möglich..Zumal die botschaft, die er senden möchte, ja durchaus seine berechtigung hat. Aber die hoffnung auf eine metamorphose hatten wir schon oft und wurde meist enttäuscht.

  7. Was nützt das beste Lied, wenn der Sänger nicht singen kann. Der Vergleich mit Conchita verbietet sich hier. Denn Conchita hat eine 1000%ige bessere Stimme als Bilal. Ich hoffe wirklich für die Franzosen das Bilal noch ein paar Gesangsstunden nimmt. Denn das war ganz gruselig. Das er auffallen wird in Tel Aviv ist klar, ob das für eine gute Platzierung reicht ist ne andere Frage. Bei den Juroren wird er wohl kaum auf viele Punkte hoffen können, das hat man gestern gesehen. Aber gesanglich ist das bei Bilal ganz, ganz dünn. Conchita könnte mit einer Halsentzündung immer noch besser singen als Bilal.

  8. Leider false equivalency hier, denn der oberflächlich naheliegende Vergleich mit Conchita hinkt gewaltig. Die hatte, mit Persönlichkeit und starker Stimme, den Struggle vieler Schwulen gegen Anfeindungen, Vorurteile etc., gegen die man erfolgreich gekämpft hat, um wie ein Phoenix aus der Asche aufzuerstehen, besungen. Hier jault eine social media Kreatur mit dünnem Stimmchen narzisstisch „Ich bin König.“ #
    Dass das Lied von Madame Monsieur stammt ist ebenfalls kein Gütezeichen; Mercy war genauso lahm und wurde nur von Gutmenschen wegen des Textes bejubelt, obwohl die Sängerin wie die eiskalte Chefin einer Schlepperbande aussah.Ähnliche visuelle Diskrepanz zu allem Überfluss auch hier.

      • Fandst Du ernsthaft, dass sie mit der Frísur und dem Gaultier-Outfit wie eine empathische Helferin rüberkam (nicht sxexistisch; sein Look war genauso daneben, wenn auch eher als leicht verpeilter Boyfriend der CEO)? Und hättest Du das Lied mit selber Melodie genausogut gefunden, wenn es „Merci“ gehiessen hätte und die beiden dankbar ihre glückliche Beziehung besungen hätten (OK, wäre nicht passiert,das wäre eher ein deutscher Song gewesen)?

      • Mein Punkt war ja spezifisch das Styling/die Inszenierung… aber Ihr Dürener seid ja meistens leicht verstört, wenn Ihr nach Köln kommt 😉

      • Nun damit hätte ich wirklich kein Problem. Viel schlimmer wäre die Tatsache, mit der Bahn dort hinzufahren. Je weniger DB in meinem Leben, desto besser für meine Psyche.

  9. Sorry, Benny, aber einfach nur: NEIN!
    Das Problem an dem Ganzen ist nicht die Performance, die ich zumindest im Semi recht schön fand. Die tatsächlichen Probleme sind hier eher dieses Nichts von Stimme und die Treffsicherheit (die sich noch verbessern lassen sollte und müsste) und so hart es klingt: das Lied selber. Da lässt sich auch nichts mehr durch Revamps aufpolieren. Wenn dann schon einen Downvamp wie letztes Jahr bei Belarus, damit der König auch wirklich über sein Lied herrschen kann und nicht anders herum

  10. Ich kann die Vergleiche mit Conchita nicht nachvollziehen. Beide tragen eine Perücke, aber da hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf. Conchita kann definitiv singen und hatte ein gutes Lied, bei dem sie ihre Stimme zeigen konnte. Roi ist dagegen absolut belanglos und die Melodie hat man sofort wieder vergessen, wenn das Lied vorbei ist. Dazu kommt ein extrem peinlicher Text, dessen nichtsbedeutende Floskeln selbst beim ESC selten übertroffen werden („Je suis free“, „I’m not rich, but I’m shining bright“, „At the end of the day, you cannot change me, boo“ und wahrscheinlich noch weitere Stellen im französischen Part, die ich zum Glück nicht verstehe). Durch seine stimmliche Leistung, die, freundlich formuliert, eher schwach ist, wird die Performance auch nicht besser. Es hat schon einen Grund, dass Bilal hauptberuflich Youtuber und kein Sänger ist.
    Gestern ist Bilal bei den internationalen Juries auf dem fünften Platz von acht gelandet, wobei er von keiner einzigen Jury die Höchstwertung erhalten hat, was schon darauf hindeuten könnte, wie die Juries beim ESC ihn bewerten werden. Dort werden seine Konkurrenten allerdings nicht Doutson oder Aysat heißen, sondern haben vermutlich deutlich bessere Lieder und Stimmen als die anderen Teilnehmer vom französischen Vorentscheid. Wenn er also im Vergleich zu diesen sieben schon nicht gut abgeschnitten hat, wie wird es dann wohl aussehen, wenn er gegen 25 andere, vermutlich bessere, Lieder antreten wird? Bei der Jurywertung sehe ich schon mal komplett schwarz für Frankreich, aber auch beim Zuschauervoting wird es nicht viel besser aussehen. Dort hat er gestern zwar ziemlich gut abgeschnitten, aber das wird wohl eher daran liegen, dass er ziemlich berühmt ist (allerdings nicht als Sänger) und weniger mit dem, was auf der Bühne passiert ist. Beim ESC wird sein Problem dann sein, dass in Schweden, Italien oder Russland kein Mensch Bilal kennt und die Franzosen, bei denen er berühmt ist, werden nicht für ihn anrufen können.
    Ich bin mir recht sicher, dass Frankreich dieses Jahr mindestens unter den letzten 5 landen wird. Je nachdem was die anderen Länder schicken, kann es auch durchaus der allerletzte Platz werden.

  11. Der große mit entscheidende Faktor bei Bilal ist, dass er polarisiert. Mit Conchita kann man ihn m.E. nicht vergleichen, sie war zu dem Zeitpunkt ihrer Teilnahme viel, viel weiter als er, schon viel gereifter.
    Das einzige was bis hierin beide verbindet ist ihre Persönlichkeit. Denn die hat Bilal durchaus. Er weiß, was er will und wirkt dabei trotzdem sympathisch. Bei der Punktevergabe der Jurys zeigte er sich nie enttäuscht, sondern stets sehr dankbar. Ich glaube nicht, dass er wirklich damit gerechnet hat, durch das Televoting tatsächlich noch das Feld aufzurollen.
    Das Lied ist zwar nicht hoch anspruchsvoll, aber dass muss es ja auch nicht. Satellite war ebenso eher ein Liedchen, welches durch die Persönlichkeit und Ausdrucksweise Lena`s so erfolgreich war.
    Ich denke schon, er hat recht gute Chancen Frankreich erfolgreich zu vertreten.
    Man beachte seine YT-Klicks: der Auftritt von gestern Abend jetzt schon über 1,2 Millionen,
    Sein Lyrik-Video 6.2 Millionen
    Man interessiert sich sehr für ihn!

    • Diesen Worten würde ich mir anschließen wollen. Auf jeden Fall den ersten Absätzen. Erfolgreich sehe ich ihn noch nicht, aber blamieren wird er Frankreich auch nicht. Dann versandet er schon eher irgendwo im Mittelfeld, weil der Song beim ersten Hören nicht genug trägt.

  12. Bilal hat im französischen Televoting abgeräumt, weil er eine Social Media-Persönlichkeit ist. Viele vor allem junge Franzosen haben seine Transformation vom hässlichen Entlein zum exzentrischen jungen Mann online live und in Farbe mitverfolgt. Solch eine Reaktion ist international nicht übertragbar, und ich denke, dass viele Zuschauer eher verwirrt sein werden … und was die internationalen Experten über ‚Roi‘ denken, haben wir ja gestern gesehen. Conchita hatte ein leicht zugängliches Gesamtpaket, das .auch ohne Geschichte funktionierte, und genau dasfehlt Bilal.

    Gestern bei DE hätte Bilal auch gewonnen, wenn er ein Rezept für Borschtsch vorgelesen hätte. Vielleicht liege ich ja komplett daneben, aber für mich schreit ‚Roi ’nach 20+. Bonne chance!

    • Weißt du, was wunderbar ist, Toggie? 😀 Ich lese Kritiken über „Social-Media-Creatures“ auf wiwibloggs, die diesen Umstand nur kritisieren, weil sie neidisch sind und selbst nichts können. Das erkennt man an einer, nunja, beleidigenden Wortwahl. Und jetzt komme ich hierher und du bist der Erste (schier unglaublich!), der diesen Faktor sachlich kritisieren kann. DANKE 😍 Ich habe also noch Hoffnung, dass die Intelligenz über den Neid gewinnt lol 😂 Und über die Metaphern und die Bildsprache sprachen wir ja bereits ^^

      • Social Media Creatures sind weder gut noch schlecht, sondern ein Teil unserer postindustriellen digitalen Kultur und Gesellschaft. Ich bemühe mich auch immer zu beschreiben und zu analysieren, nicht zu werten, weil ich das viel interessanter finde. Wenn ich dennoch werte, klingt das wie folgt: Wenn ich einen französischen Beitrag suche, den ich weniger als „Roi“ mag, muss ich bis 1989 zurückblättern.

      • I love you 😂 Das ist aber lange 😀 Es sei dir selbstverständlich gegönnt, den Song nicht zu mögen. Ich müsste tatsächlich auf der wertenden Ebene Ähnliches über Seemone sagen. Bin gespannt, was das im Mai wird!

  13. Ich bin hier mit dem Gesamtpaket nicht zufrieden, es wirkt nicht rund und da spreche ich nicht vom Staging, welches man ja noch verbessern kann. Gesang, Lied und Persönlichkeit sind für mich keine Einheit.
    Dieser Eindruck wird sich bei mir nicht ändern auch nicht wenn alle Lieder bekannt sind, ich sehe in diesem Liedchen auch kein Meisterwerk und möchte nur an die „tollen“ „berühmten“ Songschreiber erinnern die für Deutschland schon Lieder zum ESC geschickt haben.

  14. Ach, die kleinen Französischen mädels kennen die gut produzierte version aus dem Radio und finden ihn irgendwie süß und haben deshalb ihr Taschengeld vertelefoniert. Die ESC Zuschauer werden nur die seichte Live-version hören und das war es dann.

  15. Na ja, ist ja noch ein bisschen Zeit, vielleicht höre ich mir den Song ja noch schön. Frankreich 2018 hatte ich auch erst nach mehrmaligem Hören zu schätzen gewusst. Allerdings wurde er letztes Jahr auch viel sauberer gesungen.
    Von der Botschaft habe ich übrigens erst nachher erfahren, da ich der französischen Sprache nicht so mächtig bin und ich die komplette Sendung nicht verfolgt habe. Aber mit Conchita würde ich Bilal Hassani trotzdem nicht vergleichen wollen, da Conchita sowohl vom Gesang als auch von der Inszenierung her perfekt war.
    Ich fürchte, es muss noch einiges am Auftritt und Gesang gefeilt werden, na ja viel Glück.

  16. Top Beitrag Benny! Ich stimme dir da absolut zu. Der Song wird unterschätzt. Letztendlich hängt alles von der Performance im Mai ab

  17. Der Junge mag nett sein und auffallen ,aber er ist stimmlich schwach und das Lied belanglos.Ich habe es jetzt schon wieder vergessen und hatte es gestern das erste mal gehört

  18. Der Normalo-Zuschauer wird denken – Hüch..die Wurst in Blond und ohne Bart ^^ …Er/Sie hat sich ja auf der Mini-Bühne in Fra schon nicht wohl gefühlt….wie soll das dann erst in Israel auf der großen Bühne werden ?? Selbst den super Song vom letzten Jahr hat Fra nicht sonderlich gut umgesetzt – und aus dem Blondchen wird auch bis Mai keine Königin werden 😉

  19. Bilal hat sich in Frankreich durch seine starke Internetpräsenz, insbesondere youtube, wohl eine sehr starke Fanbase erarbeitet. Anderst kann ich es mir nicht erklären, dass er mit den sehr dürftigen Darbietungen in Semi und Finalshow derart stark gepunktet hat beim T-Vote. Das VE-Finale gestern war ziemlich gut bestückt und es war unter normalen Umständen nicht möglich ein so eindeutiges Ergebnis zu bekommen. Bei den Juroren ist Bilal auch eher durchschnittlich angekommen – teilweise sogar ganz ohne Punkte. Ich selbst find den Song ganz ok, allerdings hat Bilal live erhebliche Schwächen. Naja und für meinen Geschmack ist mir das einfach zu tuntig auf der Bühne. Es hat soviel besseres gegeben bei Destination Eurovision.

    • Bis zum Erbrechen tuntig war doch Herr Moire, nicht Bilal. Wobei „tuntig“ gut ist, wenn man damit spielt und nicht einen mediokren selbstverliebten Suppenkaspar abgibt. Man merkt, „La Promesse“ ist meine erste Hassikone dieses Jahr

      • Herr Moire ist halt unsterblich in sich selbst verliebt … „La Promesse“ fand ich auch irgendwie abstoßend, aber Emmanuels introvertierte Version von „Euphoria“ hat mir sehr gut gefallen. 🙂

  20. Ich denke, Bilal wird als tragische Figur in Tel Aviv irgendwo im hinteren Mittelfeld landen. Im Vorfeld noch als Social Media Star hochgepusht,, werden am Ende nur noch verträumte Teenies und vielleicht Prinz Charles für ihn anrufen. Die Jurys werden ihn eher ignorieren.
    Die ESC-Meute hat das von Conchita aufgebrachte Thema längst abgefeiert und der Vergleich, der ihm gestern noch den Sieg brachte, wird ihm letztendlich morgen als hohle Kopie das Genick brechen.

  21. Danke Benny für den Gedankengang, und die Analyse,

    ich sag es nochmal, ich stimme Benny zu, bis auf die genaue Platzierung, da muss man nochmal schauen (auch wenn es durchaus passieren könnte, 5-7.Platz, tippe aber eher auf gerade so Top10 Bereich).

    Wie auch immer, viel spannender finde ich, wie krass das alles polarisiert..

    Wenn der Song so schwach wäre und der Typ nicht singen könne, Auftritte versemmelt wurden etc. (will ich noch nicht mal alles abstreiten), wieso kümmert es denn überhaupt so sehr.

    Schlecht war zB auch Fusedmarc (LIT 2017- ich musste den Namen googeln), aber wen hat das denn interessiert?

    Aber was zieht denn so sehr an diesem Act an dann?

    Was auch immer es ist, et wird demjenigen, der „wenn er träumt ein König ist“, nicht wirklich schaden. Im Gegenteil, denke ich.

  22. Ich denke, dass Frankreich mit diesem Lied im letzten Viertel landen wird. „La Promesse“ war mein Favorit. Sehr schade, dass sich das französische Publikum falsch entschieden hat.

  23. Ich glaube, nicht der Song wird unterschätzt, sondern die soziale, nationale und generative Revolte, für die der Televoter-Erdrutsch steht. Und eine queere – in allen zugehörigen Nuancen, was anders als Conchita daherkommt.

    Die Frage ist, ob er in der Lage sein wird, im Mai seine Story Europa zu erzählen – anders als „Merci, merci“ das tun wollten, weswegen sie letztlich verloren

  24. Brechen wir das ganze auf das Wichtigste runter: Bei mir ist Spanien immer noch das beste Lied. Dann kommen mit großen Abstand Frankreich und Albanien. Spanien schätze ich in diesem Jahr sehr hoch ein. Frankreich und Albanien werden wohl eher höchstens im Mittelfeld landen, wenn überhaupt.

  25. Ich bin da völlig zerissen, mag Bilals Ausstrahlung und kann auch über gesangliche Defizite hinweg hören … aber eben nur wenn der Song mich packt und das ist bei Roi nicht so richtig der Fall – textlich schon etwas billig, doch man merkt, dass es vom Herzen kommt. Andererseits kompositorisch schon ziemlich bieder, dennoch eingängig. Das penetrante Sprachswitchen macht mir natürlich schwer zu schaffen (gehöre da ja zum konservativen Lager), doch seltsamerweise stört es mich hier weniger als bei Almas Requiem, gerade weil die Wechsel so radikal sind – was irgendwie auch zerissen wirkt (absichtlich?) und hübsch meta-mäßig meine Haltung zum Song spiegelt.

    Fazit: ich höre und sehe da schon auch Potential und deutlich schlechter als die Beiträge aus Spanien und Albanien finde ich den Song definitiv nicht, aber für eine Prognose Top10/Bottom10 ist es meiner Meinung nach viel zu früh.

    • Ich denke, den UNterschied macht, ob ein Sprachwechsel zum Liedkonzept gehört (wie bei Amir und Bilal) oder nachträglich eingefügt würde (wie bei Alma). Zumindest empfinde ich das genauso wie du, dass es mich bei Alma am meisten stört.

      • Ich muss sagen, dass es mir bei Alma überhaupt nicht aufgefallen ist, aber ich war sehr vom wunderschönen Bühnenbild abgelenkt.

  26. Klar, jetzt ist es es noch zu früh über Platzierungen der Songs zu spekulieren…natürlich wird die französische Delegation noch das Beste aus Titel, Interpret und Auftritt heraus holen…wie übrigens alle anderen Teilnehmer auch. Fakt ist der Song ist einfach zu schwach und Conchita reloaded 2.0 wird auch nicht als das Besondere empfunden. Der Beitrag 2018 war deutlich besser und hier reichte es auch nur zum 13. Platz….

  27. Ich unterschätze „Roi“ definitiv nicht, denn ich bin mir sicher, dass die LGBTI*-Community bis Mai geschlossen hinter Bilal stehen und ihn unterstützen wird, so dass die Top 10 fast schon sicher sind.
    Natürlich würde ich mich sehr freuen, wenn es anders käme, denn auch ich finde Bilals dünnes Stimmchen gerade bei den hohen Tönen einfach nur grauenvoll, während der Song bzw. der englischsprachige Teil desselben wieder einmal eine Auflistung gängiger „aufbauender“ Textfetzen ist. Gut möglich, dass auch ich mir das Teil noch schönhöre, aber bislang bin ich hochgradig enttäuscht vom französischen Beitrag.

    • *taschentuch-reich*

      versteh mich bitte nicht falsch..aber genau das ist was ich von anfang an meinte: der hass auf die gay-community ist in den letzten jahren nicht unbedingt weniger geworden. ich bin sehr tolerant, aber selbst conchita fand ich schon grenzwertig. jetzt da so eine völlig talentfreie trümmertunte wie bilal mit solch einem geschmacksneutralen chanson antreten zu lassen ist einfach ein tritt in den hintern für das gros. toleranz zu fordern ist gut, bis zum umfallen zu provozieren ist nicht unbedingt förderlich…es hat schon seinen grund warum die türkei nicht mehr teil nimmt ^^

  28. Don’t feed the troll, BennyBenny… das ist offensichtlich ein fake Profil, um zu provozieren; komisch, dass der – zumindest hier – bis jetzt noch nirgendwo aufgetaucht ist. Vermutlich war er auf SPON oder sonstwo damit beschäftigt, Erdo, Putin, etc. zu loben. Übrigend das erste mal, dass ich – bei all meinen schlunzigen Tippis – „gay community“ mit Bindestrich sehe…

    • es liegt mir fern zu provozieren, ich bin anscheinend nur der heterosexuellste schwule hier im forum und verschließe die augen nicht vor der realität. ich persönlich habe nichts gegen bilal als person, ich kann aber jeden verstehen der sich dadurch provoziert fühlt.

      • Und in Deinem GR-Profil steht „hetero-like“ und „str8-acting“, gell? Ich finde Bilals Song und Look persönlich auch lahm bzw. unansprechend, aber Du überschreitest hier schon gewisse Grenzen, die Gays höchst selten überschreiten und wenn, dann nur, wenn sie Probleme haben.

  29. ich glaube, mit verlaub, jeder schwule hat probleme..einfach den äußeren umständen geschuldet! davon abgesehen halte ich mich ziemlich zurück. ich liebe den esc und bewerte nun mal die lieder und die perfomance und nicht die optik, sexuelle orientierung oder die größtmögliche provokation.

  30. „Roi“ ist für mich bestenfalls Durchschnitt, wird aber durch Bilals Optik zu einem interessanten weil auffälligen Gesamtpaket. Das kann im richtigen Umfeld international funktionieren, muss aber nicht. Sein angeblich so dünnes Stimmchen ist verschmerzbar. Habe ich definitiv nicht so schlimm empfunden. Zumal beim ESC am Ende wirklich in den seltensten Fällen der beste Sänger gewinnt. Es geht um Entertainment und Emotion. Und beides könnte der Song leisten, wenn die Verantwortlichen denn endlich mal wissen was sie wollen – nach zwei völlig unterschiedlichen Inszenierungen…

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.