Live-Blog Rumänien: Finala Naţională Eurovision

Heute Abend entscheidet sich bei der rumänischen Finala Naţională Eurovision, mit welchem Lied Roxen (Aufmacherfoto) das Land beim Eurovision Song Contest in Rotterdam vertreten wird. Die Auswahl treffen die Öffentlichkeit und eine Jury. Die Show wird in der 115.000-Einwohner-Stadt Buzău veranstaltet und beginnt um 21 Uhr Ortszeit, 20 Uhr deutsche Zeit.

Ein Live-Stream der Sendung wird voraussichtlich hier angeboten.

Roxen war am 11. Februar als die Vertreterin Rumäniens beim ESC 2020 bekanntgegeben worden. Am 21. Februar wurden dann die fünf Titel veröffentlicht, mit denen die Sängerin am 1. März gegen sich antritt.

Das rumänische Fernsehen hat sich ausführlich Gedanken über die Auswahl des Titels gemacht. Die Jury besteht aus fünf Personen: Luminiţa Anghel, Crina Mardare, Alin Oprea, Edward Sanda und Andrei Tudor. Diese haben „strengen Vorschriften“ zu folgen. Basierend auf den in einer Verordnung festgelegten Kriterien müssen sie jeden Song mit einer der Noten 5, 3, 2, 1, 0 bewerten. Das Lied mit der höchsten Summe von der Jury erhält 5 Punkte, und das Lied mit der kleinsten Summe 0 Punkte. Im Falle eines Punktgleichstands erfolgt die Rangreihung nach der Anzahl der erzielten Höchstnoten. Wenn auch dann eine Gleichheit bestehen bleibt, werden die meisten 3 Punkte berücksichtigt und so weiter, bis das Jury-Ranking festgelegt ist.

Die von der Jury vergebenen Punkte betragen 50%, wobei die Zuschauer im Land (aber auch diejenigen im Ausland, die über die Telefonkarten der Mobilfunknetze in Rumänien verfügen) eine aktive und entscheidende Rolle spielen. Ab dem Moment, in dem die Meldung „START VOT“ angezeigt wird, können die Zuschauer für einen oder mehrere Titel von derselben Telefonnummer abstimmen, jedoch nur einmal für jeden Titel.

Das abschließende Ergebnis wird ermittelt, indem die Punkte, die sich aus der öffentlichen Abstimmung (per Televoting) ergeben, mit den Punkten der Jury summiert werden. Bei Punktgleichstand zweier Lieder gewinnt dasjenige, das die höchste Punktzahl im Televoting erzielt hat.

Die fünf Titel, die Roxen im Eurovision National Finale spielen wird, sind Alcohol You, Beautiful Disaster, Cherry Red, Colors und Storm. Diese haben wir Euch bereits vorgestellt.

Guten Abend aus Hamburg. Bei mir läuft der internationale Stream des rumänischen Fernsehens, allerdings noch ohne Ton.

Hier ist auch der Link für YouTube – allerdings nur den ersten Teil. Der zweite Teil wird dann hier sein.

Und los geht es. Die Sponsoren wurden genannt. Jetzt kommt die Eurovisions-Fanfare. Dann folgen Bilder aus der Gastgeberstadt Buzău. Wir werden begrüßt von der Moderatorin Elena Gheorge (ESC 2009) in einem wallenden pink-lilalenen Kleid. Dazu kommt ein Mann, der unter seinem Anzug das Hemd oder ein Shirt vergessen hat. Es ist Connect-r (Moldau 2006), der ESC-Partner von Natalia Gordienco, die gestern noch die moldawische Vorentscheidung gewonnen hat.

Mit einem Einspiel wird Roxen vorgestellt. Werden da schon die Lieder angespielt, die sie gleich vorträgt. Wirkt so.

Es werden verschiedene Personen vorgestellt. Womöglich die fünf Juroren. Die nehmen Platz und prompt kommt ein lustiger Blumenmann und versucht, gute Laune zu verbreiten.

Es geht los. Ein Einspieler und schon steht Roxen auf der Bühne.

1. Beautiful Disaster

Roxen trägt ein schwarzes, endanliegendes Kleid, das stark glitzert. Sie ist auch um die Augen auffällig geschminkt. Ihre Stimme ist dunkel und ein bisschen dreckig, aber toll. Sie steht allein auf Bühne. Die Dynamik kommt durch „psychedelische“ Kamerafahrten zustande. Das wirkt wie eine einzige lange Kamerafahrt. Obwohl es nicht 100% durchgeprobt wirkt, ist es nicht billig, sondern passt zum Song. Am Ende wird es aber etwas langweilig.

6/10 Punkte

Die Juroren dürfen ihr Urteil sprechen. Da mein Rumänisch etwas eingerostet ist, werde ich das hier nicht weiter beschreiben.

Vielleicht noch ein Nachtrag: Roxen wirkt sehr sicher auf der Bühne. Sie scheint ein echter Profi zu sein.

Die Jury-Kommentare sind angenehm kurz. Danach kommt ein weiterer Einspieler mit Bildern der Gastgeberstadt.

Es folgt der erste Pausenakt: Dora Gaitanovici (The Voice Romania 2018). Sie singt ein Medley mit verschiedenen rumänischen ESC-Songs und interpretiert u.a. „Moment of Silence“, was seinerzeit als rumänischer Beitrag gewählt war, aber dann wegen ausstehender Zahlungen nicht zum ESC durfte. Dabei wird sie interessant umtanzt. Und jetzt auch noch „Zaleilah“ von Mandinga. Da feiert ein Land seine ESC-Tradition. Fast ein bisschen wie gestern beim Mello. Ab und an ist ein männlicher Sänger dabei, wie jetzt bei „Playing With Fire“. Das dürfen auch „It’s My Life“ und „All Over Again – De la capăt“ nicht fehlen. Dann bei den ersten Tönen von „Let Me Try“ schon großer Applaus. „Tornero“. Sagt mal, bin ich hier im Euroclub?! Hits, Hits, Hits.

Also das Medley fand ich jetzt besser als den ersten Beitrag. Und damit geh’s dann auch schon zu Cherry Red.

2. Cherry Red

Die Bühne dunkelblau, rot. Roxen hat ein neues Outfit an: schwarz, mit freiem Bein und weißen Stiefeln. Modern und stilvoll. Der Gesang klang zeitweise nicht sauber. Zum Refrain kommen muskulöse Tänzer dazu. Roxen selbst steht eher unbeteiligt in der Mitte rum. Das ist zwar alles geplant, aber noch lange nicht optimal. Das Tempo des Songs wird von Roxen überhaupt nicht aufgenommen. Dabei bin ich im Team Cherry Red. Großer Applaus, aber ich bin etwas enttäuscht

7/10 Punkte

Jetzt darf auch Connet-r selbst singen. Da er das Jacket aufgemacht hat, sieht man, dass er zumindest die Weste trägt. Er gibt mit einer Band eine Reggae-Nummer. Haha, das war ein Gag. Der Blumenmann hat sich als Connect-r ausgegeben. Deshalb klang das so schlimm. Jetzt übernimmt der richtige. Dafür wirft er das Sakko ganz weg und zeigt die tätowierten Oberarme. Musikalisch sind wir jetzt beim Rumänisch-Rap angekommen. Puh, auch er macht ein Medley. Die Leute gehen mit. Ich bin gelangweilt und überlege, eine Flasche rumänischen Wein zu öffnen.

Naja, man muss ihm lassen, dass er für Stimmung in der Halle gesorgt hat. Die Leute scheinen seine Lieder zu kennen und zu mögen.

Jetzt folgt Werbung und der Stream auf YouTube ist abgebrochen. Vermutlich kommt jetzt der zweite Stream zum Einsatz. Das ist dieser hier.

Geht es schon bei jemandem weiter? Bei mir nicht. Aber jetzt! Wir steigen wieder mit dem Imagefilm der Gastgeberstadt ein.

Hier schon einmal der dritte Link. Für später. Jetzt wäre es ja ganz schön, direkt mit Lied 3 weiter zu machen. Connect-r ist weiter ohne Sakko.

3. Colors

Schöner Auftakt mit warmen Scheinwerferlicht. Passend zum Refrain wird der Hintergrund psychedelisch bunt. Das scheint so eine bevorzugte Art von Roxen zu sein. Sie bewegt sich wieder authentisch und ohne große Choreographie. Sie trägt wieder die weißen Stiefel und hat ein schönes hautfarbenes Glitzerkleid an. Die Stimme ist sauber, wobei auch das Lied nicht zu schwer zu singen scheint. Diese eine enervierende Echo-Tonschleife nervt am Ende ziemlich. Dennoch ganz gut.

7/10 Punkte.

Jetzt darf Connect-r seine alte ESC-Mitstreiterin Natalia Gordienco auf die Bühne bitten. Sie singt „Prison“ und trägt nicht nur dasselbe Kleid wie gestern, sondern hat auch ihre Stühle dabei. Allerdings leuchten die heute nicht. Oh, doch. Sie leuchten! War sie gestern auch schon barfuß? Ist mir im moldawischen Bodennebel gar nicht aufgefallen. Gott, ist das Lied schlimm zusammengestückelt.

Und jetzt ist schon Sandro dran, der Vertreter Zyperns in Rotterdam. Er darf sein Lied ja noch nicht singen, weil es noch nicht veröffentlicht ist. Also greift er in Måns-Manier auf „Fuego“ zurück. Also, er hat das schon etwas besser gemacht. Also Monz. Bei Sandro war das doch schon zeitweise ein übles Geknödel.

Wir bleiben bei den Konkurrenten von Rotterdam: Riesiger Vorab-Applaus für Ulrikke aus Norwegen. Sie trägt heute ein weißes Kleid. Die Kamerafahrten, die ihr verkniffenes Gesicht nicht direkt von vorn einfangen, machen sie gleich sympathischer. Stimme wieder Top. By the way: Habt Ihr das Interview mit Kjetil Mørland schon gelesen, der „Attention“ mitgeschrieben hat? Also die Natalia und den Sandro steckt die Ulrikke aber dreimal in die Tasche.

Die Conchita Wurst ist aber nicht echt. Vermutlich wieder der lustige Blumenmann vom Anfang. Die Töne sitzen nicht alle, sind aber nicht total daneben. Sogar etwas beeindruckend.

Damit auf zu Beitrag Nummer 4:

4. Alcohol You

Blaue Bühne, etwas Mond. Positive Energie. Darauf hat Roxen Lust. Interessantes Kleid mit freigelegten Brüsten, die dann doch nicht freigelegt sind.

Hier passt alles. Der leidende Gesang, die Umsetzung, der Back Drop. Das Lied gewinnt extrem durch die Performance. Das ist Kunst. Das ist modern. Das ist es.

9/10 Punkte

Das Publikum ist aus dem Häuschen und auch die Juroren scheinen begeistert. Und ist das Schleichwerbung für Sprudel-Getränk? Ist aber kein Rotkäppchen.

Im nächsten Pausenact darf die Moderatorin ran: Elena Gheorghe. Sie hat dafür das Kleid gewechselt und steht mit mehreren Musikern auf der Bühne. Die Leute scheinen die Lieder zu kennen. Und natürlich sind auch die „Balkan Girls“ dabei. Und dann kommen natürlich auch folkloristische Tänze und Kostüme mit auf die Bühne. Das geht in Moldawien und Rumänien wohl nicht anders.

Puh, Elena ist fertig. Einspielfilm: Es scheint Vulkane bei Buzău zu geben. Interessant. Dann jetzt das letzte Lied…

5. Storm

Schön ruhiger Auftakt. Tolles Outfit: neon-gelber Tüll, darunter ein Lack-Rubber-Body. Der Hintergrund ist schön Petroleum. Das passt. Die ruhige Stimmung löst sich zum Refrain in einem vergleichsweise beliebigen Refrain auf. Dadurch komme ich in der zweiten Strophe auch nicht mehr in die erste Stimmung. Schade. Insgesamt aber das zweitbeste Gesamtpaket heute Abend.

8/10 Punkte (ich bin heute aber auch großzügig)

Nach dem Auftritt spricht Roxen auch selbst zum ersten Mal. Was sie sagt, habe ich nicht verstanden. Die Jury hat auch ihr Urteil gesprochen.

Tja, jetzt muss abgestimmt werden. Jetzt werden die Sponsoren eingeblendet. Aber fehlen nicht noch die Telefonnummern?

Hier noch einmal der Link zum dritten Teil.

Jetzt wäre es ja doch schön, wenn man wüsste, wann es weitergehen soll. Jetzt scheint es soweit zu sein.

Eigentlich ist ja auch noch Loreen angekündigt. Kommt die jetzt erstmal? Elena hat sich übrigens umgezogen, dass könnte Connect-r auch mal. Aber stattdessen: Schnelldurchlauf. Da wirkt Alcohol You ja gar nicht.

JETZT beginnt das Voting. Und nun ist auch Loreen da. Sie hat den selben Kopfschmuck wie gestern bei Andra Chansen. Mit dabei hat sie „Statements“, „My Heart Is Refusing Me“ und „Paper Light“. Ja, auch so ein Pausenact kann lang werden. Jetzt erstmal noch „We Got the Power“. Sie darf ja wirklich ihr gesamtes Œuvre präsentieren. Nun also noch „Euphoria“.

So, noch alle wach? In sieben Minuten soll die Show schon vorbei sein. Das Voting ist auf jeden Fall beendet.

Die Ergebnisse bringt eine Fake-Nett. Der Blumenmann, Ihr erinnert Euch. Aber es wird kurz auch „Toy“ gesungen. Nice.

Roxen kommt auf die Bühne. Sie hat ein neues Outfit aus, jetzt ganz schwarzer Lack.

Die Jury gibt 5 Punkte an Alcohol You, 3 an Storm.

Roxen fährt mit Alcohol You nach Rotterdam. Siegt auch auch etwas in der Art, das so klingt, als wäre das auch ihr Favorit-Titel. Und das Voting der Zuschauer ging ja auch ganz klar in die Richtung – das des Live-Bloggers ja auch.

Damit verabschieden sich unsere Gastgeber. „Alcohol You“ wird noch einmal eingespielt, also der Auftritt davon. Roxen singt es nicht noch einmal.

Damit verabschiede ich mich für heute und bedanke mich bei allen Kommentatoren. Schaut gern, wie es jetzt in Serbien steht. Vielleicht sind die aber auch schon durch…

Welcher der fünf Songs für Roxen ist dein Favorit?

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263 Kommentare

  1. Hm, der Weingeist-Song. Ich erinnere mich, dass ich den so gar nicht mochte. Ich werde nach dem serbischen Vorentscheid mir die Liveperformance anschauen, um mir darüber ein Urteil zu bilden. Im Blog klingt es ein wenig so, als wäre Loreen heute Abend irgendwie spannender gewesen als Roxen selbst…?

  2. DAS kann Tatsache der große Wurf werden. „Alcohol you“ knallt rein und das auch mit 0 Promille.
    Roxen rocke Rotterdam!

    • ist aber ein fetter balladenstau dieses jahr – keine ahnung welche ballade die jurys am meisten lieben werden.
      da kommt ein flotty extrem catchy popsong gerade recht.

      • Das ist aber keine Powerballade sondern eine nachdenkliche. Das muss man aber noch besser inszinieren, die Sängerin hat schon eine gute Bühnenpräsenz, das kann was werden. Für mich nur das drittbeste Lied, aber vielleicht reicht es hier schon etwas auf Sicherheit zu gehen.

  3. Multimesc ! Eine sehr gute Entscheidung, düster und ungewöhnlich. Bei mir derzeit auf Platz 4 hinter Italien, Litauen und Kroatien. Könnte auch in Rotterdam vorne landen, das hat Qualität. Ich werte mal mit 7/10, kann aber noch steigen.

    Immerhin ein versöhnlicher Abschluß des Superwochenendes. Kroatien und Rumänien erfreulich, Griechenland geht auch noch halbwegs in Ordnung. Dem Island-Hype kann ich wenig abgewinnen, Estland ziemlich öde, Moldau scheußlich.

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