Melodifestivalen 2022 Quickcheck Vorrunde 4: Kann mal einer die Handbremse lösen?

Foto: Janne Danielsson, SVT

Zwei große Namen kehren in dieser Woche zurück – und zusätzlich auch Lillasyster. Natürlich gibt es große Erwartungen gegenüber Anna Bergendahl (Aufmacherbild) und Klara Hammarström. Die Wiederkehrer und Neuzugänge liefern auch durchaus ab, aber alles wirkt entweder zu mainstreamig oder als ob jemand vergessen hat, die Handbremse zu lösen. So richtig nach vorn geht keiner der Titel. Ob einer der sieben um den Mello-Sieg mitsingt, muss doch noch bezweifelt werden.

Einminütige Ausschnitte von allen sieben Songs sind hier zu finden. Benny und Douze Points bewerten die Snippets nach dem ersten Hören mit bis zu 5 Punkten. Wie gefallen Euch die Songs? Kommentiert gern unter diesem Beitrag.

1. Higher Power  – Anna Bergendahl  
Text und Melodie: Anna Bergendahl, Thomas G:son, Bobby Ljunggren, Erik Bernholm

Benny: Das mag jetzt vollkommen blown out of proportion sein, aber die Vorfreude auf dieses Lied hat mich durch die Woche begleitet und ist mein Lichtblick. Fast wünsche ich mir, dass Anna ausscheidet, damit ich das vollständige Lied dann ab Samstag auf Heavy Rotation (also mehr als einmal pro Tag) hören kann. Aber wird sie natürlich nicht, denn das ist wieder super und da kommt bestimmt sogar noch mehr in den nächsten zwei Minuten.

5 von 5 Punkten

Douze Points: Anna ist zurück und das ist natürlich immer schon mal etwas. Ihre Stimme ist so gut und prägnant wie immer. Aber was ist das? Ich spüre keine „Power“ und schon gar keine „Higher Power“. Hat das Lied überhaupt einen richtigen Refrain? Da fehlt doch was. Im Vergleich zu ihren letzten beiden Mello-Versuchen ist das bisher wirklich mager.

3 von 5 Punkten

2. Till Our Days Are Over  – Lillasyster  
Text und Melodie: Jimmy Jansson, Palle Hammarlund, Ian-Paolo Lira, Martin Westerstrand

Benny: Das ist aber weichgespült in diesem Jahr. Gefällt mir nicht schlecht, ist aber weder Fisch noch Fleisch. Ich befürchte, dass wird dann weder die Rockfans, noch die Popfans zum Anrufen animieren.

3 von 5 Punkten

Douze Points: Bei Lillasyster zeigt sich das klassische Phänomen von Rockbands, die es ein weiteres Mal bei einem Vorentscheid versuchen: sie werden handzahm. „Till Our Days Are Over“ ist gefälliger Poprock, der vermutlich sogar bei Antenne Brandenburg durchgewunken werden würde. Angezogene Handbremse. Zu Mainstream, um zu polarisieren und zu begeistern.

2,5 von 5 Punkten

3. Synd om dig – Malin Christin  
Text und Melodie: Jonathan Lavotha, Oliver Heinänen, Malin Christin

Benny: Ganz schöne Ballade, soweit ich das auf Basis des kurzen Ausschnitts bewerten kann. Ich bin erstmal optimistisch.

4 von 4 Punkten

Douze Points: Die ruhige Ballade auf Landessprache. Leider reicht die eine Minute nicht aus, um bis zum richtigen Refrain zu kommen. Der Anfang ist aber vielversprechend, auch wenn so ein Titel natürlich extrem schwer auf der Bühne umzusehen ist. Für mich könnte das aber ein schwarzes Pferd sein – wenn denn der Refrain was zu bieten hat.

3,5 von 5 Punkten

4. La Stella - Tenori   
Text und Melodie: Dan Sundquist, Kristian Lagerström, Marcos Ubeda, Bobby Ljunggren, Sarah Börjesson Wassberg

Benny: Himmel hilf, wie furchtbar. Genau so einen Song habe ich von dieser Kombo erwartet. Ganz übles Machwerk und live dann vermutlich noch grausamer.

1 von 5 Punkten

Douze Points: Ich habe bei den ersten Tönen sofort „Lion of Love“-Vibes – und das muss nichts schlechtes sein. Opera-Pop von stimmgewaltigen Tenören, unterlegt von einem treibenden Beat. Das wirkt immer wie aus einer Parallelwelt. Aber ich habe Lust, mehr davon zu hören. Wird’s Trash oder etwas Gutes? Ich hoffe auf Letzteres.

3,5 von 5 Punkten

5. In i dimman – MEDINA  
Text und Melodie: Jimmy „Joker“ Thörnfeldt, Sami Rekik, Dino Medanhodzic, Ali Jammali

Benny: Das ist ziemlich modern und gleichzeitig irgendwie traditionell massentauglich und bleibt im Ohr. Interessant. Das könnte entweder super gut funktionieren oder als total überfrachteter Mix untergehen. Meinen Geschmack trifft es nicht ganz, aber ich bin gespannt auf die nächsten zwei Minuten.

3,5 von 5 Punkten

Douze Points: Ob man’s mag oder nicht: Das kann was reißen. Ich spüre einerseits Bella-Ciao-Vibes und zum anderen durchaus authentische Rap-Elemente, die in den schwedischen Charts ähnlich beliebt sind wie Deutsch-Rap hierzulande. Das Ganze hat dann auch noch einen Text, der der Corona-geplagten Jugend aus dem Herzen spricht und bei den Schulfesten im Frühjahr wahrscheinlich zum Hit werden wird. Für mich könnte es im Instrumentalteil aber ruhig noch etwas mehr nach vorne gehen.

4 von 5 Punkten

6. The End - Angelino  
Text und Melodie: Angelino Markenhorn, Julie Aagaard, Melanie Wehbe, Thomas Steengaard

Benny: Ich finde Angelinos Stimme sehr anstrengend und das wirkt sich dann natürlich auch auf die Bewertung des Liedes aus. Aber auch da habe ich das Gefühl, dass das eher Stangenware ist als eine berührende Ballade.

2 von 5 Punkten

Douze Points: Stimmakrobatik im Stil von Duncan Laurence und Ochman – ist ja genau meins. Not. Gott sei Dank besinnt sich Angelino dann doch eines besseren und liefert eine ruhige Klavierballade. Die Stimme ist leider etwas nasal und das Ganze wirkt in den 60 Sekunden doch sehr gewollt. Potenzial ist da. Im Moment reicht es aber nur für

2,5 von 5 Punkten

7. Run To The Hills – Klara Hammarström 
Text und Melodie: Jimmy „Joker“ Thörnfeldt, Julie Aagaard, Anderz Wrethov, Klara Hammarström

Benny: Am Anfang dachte ich noch, dass der der diesjährige Dotter-Beitrag ist und sicher ins Finale kommt – aber dann ist der Refrain doch ein ganz schöner Downer. Ich glaube, dass Klara mindestens in die Andra Chansen kommt, aber als Favorit auf den Titel würde ich RTTH nicht sehen. Aber wer gewinnt dann jetzt…?

3,5 von 5 Punkten

Douze Points: Die Strophe mit ihrem treibenden Beat kriegt mich sofort. Auch der Pre-Chorus verspricht viel und lässt mich auf den Refrain hoffen, bei dem dann alle Hoffnungen zerstört werden. „Run to the Hills“ – echt jetzt, das soll es sein? Das ist alles modern, frisch und auch Uptempo, aber leider so gar nicht catchy.

3,5 von 5 Punkten 

Prognose Benny
Finale: Anna Bergendahl, MEDINA
Semifinale: Klara Hammarström, Malin Christin

Prognose Douze Points
Finale: Klara Hammarström, Anna Bergendahl (wegen des App-Votings der Älteren)
Semifinale: MEDINA, Tenori

Wir begleiten für Euch das Melodifestivalen 2022 mit einer umfangreichen Berichterstattung. Hier findet Ihr alle Infos zum Wettbewerb und den Shows. Für alle Vorrunden, das Semifinale und das Finale bieten wir darüber hinaus je einen Live-Blog oder einen Live-Chat an.


22 Kommentare

  1. Da geht meine Meinung der von euch zwei schon sehr auseinander, dennoch kann ich euch nachvollziehen!

    Run To The Hills sticht mir sofort ins Auge und ist der mit Abstand modernste Beitrag des Jahres.
    Juries werden das lieben, das wird auch hoch in den Charts landen.
    Mein persönlicher Favorit gemeinsam mit Cornelia.

    Medina überraschen mich sehr! Das wird wie damals Samir & Viktor im Finale dabei sein – soe etwas gehört einfach zum Mello!
    Wird im Finale wenig reißen aber ich werde es mir bestimmt noch öfter anhören nach dem Mello.

    Malin Christin:
    Ich mag die Melodie von Synd Om Dig. Das klingt alles sehr schön und ich gehe davon aus dass der Refrain berührt. Kann es ins „5. Halbfinale“ schaffen! Hoffe ich auch.

    Und Angelino: Der Presse nach (die hat ja gestern schon alles gesehen) ist Angelino sogar ganz großer Anwärter auf den Sieg! Und ich kann es verstehen. Klar, dieser erste Ausschnitt reicht nicht aus um große Entschlüsse zu ziehen, aber ich bin sehr gespannt auf die restlichen zwei Minuten.
    Ich glaube das Lied als Ganzes kommt dann deutlich besser an.

    Von den anderen kann ich persönlich leider gar nichts abgewinnen.
    Higher Power klingt halt nach einer gewöhnlichen Bergendahl Single, haut aber niemand vom Hocker.

    Aber alles in einem finde ich diese Vorrunde die stärkste von den 4.
    Meine Tipps:
    Finale: Klara und Angelino
    Semi: Anna und Medina

    • LIAMOO? Nein Anders Bagge ist der große Favorit, der hoffentlich durch die internationale Jury verhindert wird. Ich hätte auch lieber Cornelia!

  2. Irgendwie fühlt es sich seltsam an, sich heute mit so etwas Banalem wie den Mello-Snippets zu befassen. Ich versuche es trotzdem einmal:
    Die vierte Vorrunde ist in meinen Augen eindeutig die stärkste. Ich traue Anna, MEDINA und Klara den direkten Finaleinzug zu; bei Angelinos Ballade müsste ich mehr als nur die erste Minute hören, um mir eine echte Meinung bilden zu können. Das gleiche gilt für Malin Christin, die es in dieser Konstellation aber wohl so oder so ziemlich schwer haben dürfte.
    Meine persönliche Favoritin ist Klara Hammarström, ich bezweifle aber, dass „Run To The Hills“ genug Unterstützung der Zuschauer bekommt, um das Mello zu gewinnen.

  3. Mittlerweile glaube/befürchte ich, dass anders Bagge Mello dieses Jahr gewinnt…Nach dem fulminanten Sieg letzte Woche und dem hype um ihn herum…
    Ich find das Lied ganz furchtbar, aber mei…

  4. Tja, also ich glaube von dem diesjährigen Mello kann man nicht mehr allzu viel erwarten. Aber vielleicht kommt einem der diesjährige Jahrgang auch nur so schwach vor, weil der Letztjährige, durch das von Björkmann inszenierte Staraufgebot, so pompös war. Könnte eine Erklärung sein. Wie auch immer …
    Angelino hat in der vierten und letzten Runde definitiv die Nase vorne. Song und Stimme sind sehr ausdruckstark. Das kann Live sehr interessant werden.

    Klara Hammarströms Beitrag klingt für mich wie aus einem Musical entnommen und dann einfach mit einem netten Electro-Beat unterlegt. Ganz hübsch, aber leider nix Besonderes. Damit ist der Favoritenstatus futsch.
    Anna Bergendahl bleibt nach “Kingdom Come“ bedauerlicherweise unter ihren Möglichkeiten. Der Song ist insgesamt einfach nur komisch. Schade.
    Lillasysters Rocksong war mir letztes Jahr zu hart. Dieses Jahr gefällt mir ihr Beitrag besser. Wenn sie Glück haben kommen sie noch ins Semifinale.
    Malin Christin singt eine schöne Klavierballade. Das Arrangement klingt schon mal gut. Aber ob das weiterkommen wird, wage ich doch stark zu bezweifeln.
    Medinas Song hört sich nach Mönchsgesang mit anschließendem Trötensolo an. Einfach nur gruselig. Keine Ahnung wie das ins Mello geraten konnte.
    Tenori haben mich ebenfalls nicht erreicht. Das klingt einfach zu gewollt und total altbacken. Da gab es schon bessere Pop-Opera-Nummern. Tut mir leid.

    • Ich befürchte auch das Anders Bagge durch seine Bekanntheit große Chancen hat das Ding dieses Jahr zu gewinnen. Hoffentlich kann die wunderbare Cornelia Jacobs mithilfe der Jurys dem noch einen Riegel vorschieben. Sie ist die einzige die ich sonst noch auf dem ersten Platz sehe.
      Gleich dahinter folgen Liamoo, Angelino und Faith Kakembo. Alle anderen haben keine Chance.

  5. Zum Glück eine deutliche bessere Runde als letzte Woche.

    Anna liefert Erwartbares, wenn auch nicht so stark wie 2020. Lillaysyter auch nichts besonderes, vermutlich raus. Malin Christin ist im Snippet viel zu unspektakulär, aber vielleicht kommt da noch was. Zu den Tenören möchte ich lieber nichts sagen. MEDINA gefallen mir gut, sollten weiterkommen. Angelino auch mit einem starken Popsong. Was Klara betrifft, kann ich die Enttäuschung nicht ganz nachvollziehen. Für mich ein sehr starker Song, der auch um den Sieg mitspielt.

    DTF: Anna und Klara
    AC: MEDINA und Angelino

    Und @Benny: Nach der vierten Vorrunde werden doch alle Songs veröffentlicht, von daher kein Grund auf ein Ausscheiden von Anna zu hoffen 😉

      • Und auch wenn sie in einer früheren Vorrunde ins Semifinale gekommen wäre, hättest Du es bereits auf unserer Mello-Playlist hören können 🙂

      • Jaja Benny 😛 Jetzt darfst du also ruhigen Gewissens Anna die Daumen am Samstag drücken. Bei mir stehen auf jeden Fall ganz oben auf der Replay Liste:

        Cornelia, ich hoffe auch weiterhin auf ihren Sieg. Liamoo, Anders (der wahrscheinlich auch gewinnen wird, weil die Schweden so ein Herz für ihn haben. Ich hoffe die int. Jurys verhindern das. Ihm fehlt leider die Ausstrahlung für den Song), Angelino (ist hier auf jeden Fall meiner Meinung nach sehr stark unterschätzt), Anna und Klara.

        Bei Klara habe ich das Gefühl, ihre Stimme ist zu dünn für den Song.

  6. Puhhh…Schweden befindet sich meiner Meinung nach auf einem deutlichen Weg nach unten. Die große Zeit der wohl konstruierten Schwedenpop Musik ist nun doch vorbei. In diesem Jahr zündet eigentlich kein Song so wirklich, alles schon mal gehört. Medina jetzt aus der letzen Vorrunde finde ich noch am tauglichsten für den ESC. Bei allen anderen ist zu fürchten das die Schweden wieder außerhalb der Top 10 landen.

  7. Das Melodifestivalen 2022 ist extrem schwach .Ich würde mich nicht wundern ,wenn Schweden diesmal im Semi hängenbleibt , vor allem da jetzt schon im Semi 2 sehr starke Beiträge vorhanden sind .

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.