Michelle präsentiert neuen Remix 2022 von „Wer Liebe Lebt“

Wenn es den Begriff „Achterbahnfahrt“ noch nicht geben würde, für Michelle würde er erfunden werden. In knapp 50 Lebensjahren hat sie mehr erlebt und durchlebt als andere in 100 Jahren. Von frühen Erfolge in der Schlagerszene (entdeckt Anfang der 90er-Jahre von Kristina Bach, die bekanntlich auch Helene Fischer zu Start-Up-Ruhm verhalf) über den dritten Platz beim deutschen ESC-Finale 1997 (mit „Wie Flammen im Wind“) und über drei Töchter aus drei Ehen (u.a. mit Albert Oberloher von den zweifachen ESC-Teilnehmern „Wind“ und Matthias Reim) bis hin zur Privatinsolvenz im Jahre 2008 – Michelle hatte ein bewegtes, schlagzeilenträchtiges Leben. Sogar einen eigenen Hundesalon hat Michelle in den frühen Jahren des neuen Jahrtausends geführt.

Wind hat mehr Besetzungen erlebt als Michelle BILD Schlagzeilen und das soll etwas heißen. Auch Michelles erster Ehemann Albert Oberloher hat bei Wind mitgewirkt, die zuletzt auch beim Hamburger Schlagermove 2019. dabei waren, wo dieses Photo entstand.

Legendär für den Autor dieser Zeilen ist auch ihr Album „My Passion“, auf dem Michelle unter dem Namen Tanja Thomas Disco-Klassiker interpretiert, darunter Laura Branigans „Gloria“ (Video vom Kiwi-Auftritt), aber auch verschiedene Songs mit ESC-Bezug wie Penny McLeans „Lady Bump“ und Baccaras „Yes Sir, I can boogie“ und – vor allem anderen – dem Must-Hear-A-Lot-Even-Today-Favorite-Song des Autors dieser Zeilen, „Gonna Get Along Without You Now“ von Viola Wills. Das ist im Original allerdings so fantastisch, dass Tanja T. aka Michelle nur scheitern konnte.

Das hört man sogar zuweilen als Sample im Berghain: „Gonna Get Along Without You Now“ von Viola Wills.

Meilenstein der Karriere von Michelle, die in der jüngeren Vergangenheit mit Hits wie „Idiot“ (mit Matthias Reim), „Große Liebe“ (trendete sogar auf TikTok), „Paris“ und dem vorletzten Album „Tabu“ wieder gut im Geschäft ist, ist unverändert ihr achter Platz beim Eurovision Song Contest 2001 in Kopenhagen. Und von ihrem damaligen Hit „Wer Liebe Lebt“ legt die Künstlerin in diesen Tagen eine „Version 2022“ vor, produziert von Tim Peters, der auch Marie Reim (ihre Tochter aus der Ehe mit Matthias Reim) produziert.

Das Wieder-Erscheinen des deutschen Beitrags aus dem Jahre 2001 ist eine witzige Koinzidenz zum aktuellen Bloggeschehen, denn über das legendäre deutsche Finale 2001 haben wir jüngst hier auf dem Blog ausführlich schwadroniert. Anläßlich des Bloggertreffens beim Stuttgarter Eurovision Weekends haben wir Erinnerungen über die Moshammer/Zlatko-Skandal-VE ausgetauscht, die wir einen Tag später mir Jürgen Meier-Reese (2001 beim NDR der ESC-Chef) vertieft haben. Michelle konnte sich 2001 in einen maximal bunten Vorentscheid gegen Joy Fleming, Lou, Wolf Maahn (wurde Letzter) aber auch Rudolph Moshammer und Zlatko aus dem Big-Brother-Container („Vielen herzlich Dank, ihr Fotzköpfe“) durchsetzen.

Jürgen Meier-Reese aka Jürgen Meier-Beer mit Frau Nicola und drei ESC-kompakt-Bloggern auf der Zeppelin-Premiere des neuen Musicals von Ralph Siegel, der beim deutschen Finale 2001 hinter Michelle den zweiten und den vierten Platz belegte.

Der neue „Wer Liebe Lebt“-Mix, den man mögen kann oder auch nicht (nicht jeder Song des Universums bedarf einer Überarbeitung), ist übrigens Vorbote eines neuen Michelle Albums anläßlich ihres 30-jährigen Bühnenjubiläums in 2022, welches am 6. Mai 2022 – also nur zwei Tage vor dem Red Carpet in Turin – erscheint.

Das Album wird den fast trotzigen Titel „30 Jahre Michelle – Das war’s …noch nicht“ tragen und ist gefühlt das siebzehnte „Best Of“ & Co. Album in der Karriere von Michelle, die von Wiederauferstehungsmomenten geprägt ist.

Für den Autor dieser Zeilen ist Michelle etwas, was „Das Sommerhaus der Stars“ für Blogchef Benny ist: guilty pleasure ohne Vorbehalte. Angefangen von ihrem (aus heutiger Sicht beachtlichen) achten Platz in Kopenhagen 2001 über ihre sehr öffentliche Liason mit Feuerherz-Bandmember Karsten Walter (oben rechts neben Sebastian Wurth) bis hin zu ihren Popschlagern wie „Ich würd‘ es wieder tun“, „Vorbei Vorbei“ (Text – Achtung, ESC-Bezug – von Peter Plate) und vor allem „Große Liebe“, dem TikTok-Favoriten aus dem Katalog von Michelle.

Michelle mit „Große Liebe“ beim Cologne Pride 2021

Auf dem „Das war’s noch nicht“-Album wird es neben Neuaufnahmen von bekannten Michelle-Hits auch zehn neue Titel geben. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja auch ein Wiedersehen mit Michelle beim deutschen Finale 2022. Vom Timing (Albumerscheinen) her würde es optimal passen und die Gerüchte, dass ein deutsches Finale mit einem weit gefächtern Songportfolio und starker Publikumsbeteiligung ins Analog-TV zurückkehrt, scheinen sich auch zu verdichten.

Alles das erfahrt Ihr wie immer bei ESC kompakt. Stay tuned.

Wie gefällt auch die Neuaufnahme von „Wer Liebe Lebt“? Kommentiert gern unter diesem Beitrag. 


20 Kommentare

    • @DerKai
      Ich stimme dir voll zu.
      Der Remix fängt hammergeil an und verliert nach der ersten Strophe abgrundtief. Schade!
      Michelles Stimne ist mit den Lebensjshren wirklich positiv gereift. Ihr Daisy-Duck-Stimme von einst ist weg.

  1. Die neue Version ist leider ebenso überflüssig wie schlimm. Dem Guilty Pleasure Outing des Autors schließe ich mich vorbehaltlos an. Keine kann so gut Drama auf der Bühne spielen wie Michelle. Meine Songs:
    Herzstillstand, Hallo Tanja, Tage wie Juwelen

  2. „Wer Liebe lebt“ ist einer der ganz wenigen deutschen Schlager, die ich wirklich gerne mag, aber diese neue Version ist leider nichts. 🙁

  3. Die Niederlande scheint bei den Schlager-Acts 2021 sehr angesagt zu sein. Nicht nur RTL setzt in den Casting-Jurys auf Chantal (Supertalent) und Ilse (DSDS). Auch Hape und Helene Fischer covern Songs aus den Niederlanden. Helene Fischer sogar einen Song, der bereits von Davina Michelle mitgesungen wurde. Hape singt Songs von bekannten niederländischen ESC-Acts nach und u. a. auch von Komponisten, die ESC-VE-Luft schnuppern durften oder mit ESC-Acts verwandt sind. Denke der ESC 2021 hat geholfen, dass die Niederlande da so beliebt ist.

    • Ich war persönlich in der Musik- & Kongresshalle Lübeck bei der deutschen Vorentscheidung 1997 „Der Coutdown läuft“ (eine Liedzeile von Leons „Planet of Blue“) moderiert von Jens „Inge-Meysel-Imitator“ Riewa. Die Live-Sendung dauert noch nicht einmal eine Stunde. Michelle war die absolute Favoriten. Das Publikum war über ihren 3. Platz enttäuscht. Siegels Bürotippse Bianca gewann mit ihrem Losertitel „Zeit“.

      • Mit Recht war das Publikum enttäuscht. „Im Auge des Orkans“ wäre der ideale Titel für Dublin gewesen.

  4. Unnötiger Neuaufgruss, dazu passt diese Technoverwurstung zu dem Lied eigentlich gar nicht. Das Lied wurde verschlimmbessert.

  5. Die Verlangsamung vor dem Refrain finde ich eine tolle Idee. Verleiht dem Lied Tiefe und Dramatik. Die electro-techno Untermalung ist einfach banal und apres-ski-party-tauglich. Und das ist Schade für „die Kunst“ (Zitat)

  6. Ich habe mir gerade den Song von Michelle angehört und finde ihn richtig super! Die neue Version könnte auch genauso von Cascada gesungen werden.

    Es gibt noch weitere neue Musik. Luca Hänni, der die Schweiz 2019 beim ESC vertrat und demnächst als Mitglied des Rateteams in der zweiten Staffel von The Masked Singer Switzerland zu sehen ist, hat seinen neuen Song „Just you and me“ (Der Refrain ist auf Englisch, die Strophen auf Deutsch) veröffentlicht:

    https://www.youtube.com/watch?v=EqTlJj7GyLM

    Die Siegerin des ESC von 2018, Netta, hat es in ihren aktuellen Songs mit Abkürzungen. Nach dem Titel „CEO“ kommt jetzt „DUM“:

    https://www.youtube.com/watch?v=kWnFVFGlGtA

    Als nächstes geht es nach Down Under. Dort hat die diesjährige ESC-Teilnehmerin Montaigne ebenfalls einen neuen Song am Start und der Titel heißt „Now (In Space)“:

    https://www.youtube.com/watch?v=TmTOvQULsyY

    Edurne García Almagro, die Spanien beim ESC vor sechs Jahren in Wien vertrat und mit „Amanecer“ im Finale den 21. Platz belegte, präsentiert ihren neuen Song „Boomerang“:

    https://www.youtube.com/watch?v=Dte9A5riuuY

    Anna Rossinelli vertrat die Schweiz vor zehn Jahren beim ESC in Düsseldorf und belegte mit „In Love for a while“ den 25. und letzten Platz. Nun meldet sie sich mit einem neuen Song mit dem Titel „Somebody like you“ zurück:

    https://www.youtube.com/watch?v=yyrLDSSbKHo

    Die zweimalige Melodifestivalenteilnehmerin Malou Prytz, die wir wahrscheinlich nächstes Jahr erneut beim schwedischen Vorentscheid sehen werden, stellt ihren neuen Song „Wishlist“ vor:

    https://www.youtube.com/watch?v=qMm-QBp3Mp4

    Dieses Jahr ist es 15 Jahre her, daß Lordi den ESC gewann und Finnland damit den bisher einzigen Sieg bei diesem Wettbewerb bescherten. Nun ist die Gruppe mit einem neuen Song am Start und der heißt so, wie der von Madonna aus dem Jahr 1984, und zwar „Borderline“:

    https://www.youtube.com/watch?v=-obERICrX5o

    Viel Spaß beim Anhören!

  7. Korrigiert ihr das noch im Text?

    Michelle hat den dritten Platz bei der Vorentscheidung mit „Im Auge des Orkan“ und mit „Flammen im Wind“ die Schlager Festspiele gewonnen.

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