Norsk Melodi Grand Prix 2021 mit Vorrunden, aber ohne Ulrikke als Teilnehmerin

Das norwegische Fernsehen NRK hat beschlossen, dass es für den ESC 2021 wieder die nationale Vorentscheidung Norsk Melodi Grand Prix (MGP) geben soll. Gleichzeitig wurde bekannt, dass Ulrikke Brandstorp, die das skandinavische Land in diesem Jahr in Rotterdam vertreten sollte, zwar ein Finalplatz in der Vorentscheidung angeboten wurde, diese den aber abgelehnt hätte. Für beide Entscheidungen gibt es gut Argumente.

Im nächsten Jahr wird es wieder ein Finale des Norsk Melodi Grand Prix mit insgesamt zehn Beiträgen geben. Außerdem gab der Sender bekannt, dass es wie 2020 „vorausgehende Vorrunden“ geben solle. Die genaue Anzahl wurde noch nicht veröffentlicht. Obwohl Ulrikke eine Teilnahme am MGP 2021 abgelehnt hat, wird sie doch im Rahmen der Sendung(en) zu sehen sein: Als Pausenact soll sie sowohl den diesjährigen Siegersong „Attention“ als auch einen neuen Titel vortragen.

Ulrikke Brandstorp – Attention 

Die norwegische Unterhaltungsredakteurin Christina Resar begründet das Festhalten an der Vorentscheidung damit, dass das Publikum am besten bedient wird, wenn der MGP gemäß der sechzigjährigen Tradition durchgeführt wird. Außerdem glaubt sie, dass der MGP nächstes Jahr für eine durch das Coronavirus stark in Mitleidenschaft gezogene norwegische Musikindustrie „wichtiger denn je sein wird“, und zählt entsprechend auf viele Einreichungen.

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Drømmen min er knust. Jeg hadde så SYKT lyst til å representere Norge i Eurovision. Jeg har full forståelse for at Eurovision 2020 er avlyst på grunn av coronaviruset, men jeg håpet i det lengste at NRK ville gjøre som mange andre land og støtte sin artist ved å sende artisten til Eurovision i 2021 med ny låt. Jeg er derfor naturlig nok veldig skuffet over NRK sin beslutning i dag om å kjøre en ordinær MGP-sesong neste år. Det knuser hjertet mitt ovenfor fansen som har vært helt fantastiske støttespillere og en utvidet familie de siste månedene, at vi ikke får muligheten til å oppleve ESC sammen. Jeg vil at dere skal vite at Christoffer og jeg har kjempet til siste minutt for å prøve å gjøre dette mulig. Dette var drømmen vår ❤️ NRK har tilbudt meg å være finalist i MGP 2021 nå som det blir et vanlig MGP-år. Per nå har jeg takket nei, men man skal aldri si aldri. Jeg ønsker ikke en finaleplass på bakgrunn av at jeg ikke fikk dratt til Eurovision i år, men fordi jeg evt. hadde hatt en like god låt som «Attention» på bordet akkurat nå. Nå ønsker jeg i utgangspunktet å fokusere på andre spennende prosjekter fremover. Masse kjærlighet til dere alle ❤️ Foto: @c_ingebrigtsen

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Ulrikke selbst begründet ihre Entscheidung auf Instagram: „Mein Traum ist geplatzt. Ich wollte Norwegen so sehr beim ESC vertreten. Ich habe vollstes Verständnis für die Absage des ESC aufgrund des Coronavirus, aber ich hatte bis zum Schluss gehofft, dass NRK – wie viele andere Sender auch – seinen Künstler unterstützt und ihn 2021 mit einem neuen Lied zum ESC schickt. Daher bin ich natürlich sehr enttäuscht über die heutige Entscheidung von NRK, nächstes Jahr eine normale MGP-Saison durchzuführen.“

Weiter schreibt sie: „Es bricht mir das Herz für all die Fans, die in den letzten Monaten absolut fantastische Unterstützer und wie eine Familie waren, dass wir nicht die Möglichkeit haben werden, den ESC gemeinsam zu erleben. Ich möchte, dass ihr wisst, dass Christoffer (ihr Manager, Anm. d. Red.) und ich bis zur letzten Minute gekämpft haben, um dies zu ermöglichen. Dies war unser Traum. NRK hat mir angeboten, als gesetzte Finalistin bei MGP 2021 dabei zu sein, da es ein reguläres MGP-Jahr sein wird. Bis jetzt habe ich es abgelehnt, aber du solltest niemals nie sagen. Ich möchte keinen festen Platz im Finale mit der Begründung, dass ich dieses Jahr nicht beim Eurovision antreten konnte, sondern weil ich gerade einen ähnlich guten Song wie Attention auf dem Tisch habe. Jetzt möchte ich mich auf andere spannende Projekte konzentrieren. Viel Liebe für euch alle.“

Wie findet Ihr die Entscheidung des norwegischen Fernsehens, die Vorentscheidung 2021 so wie immer durchzuführen? Und was haltet Ihr von der ablehnenden Haltung von Ulrikke?


10 Kommentare

  1. Einerseits kommt da ein bisschen beleidigte Leberwurst durch das sie nicht direkt nominiert wurde andererseits verstehe ich auch das sie wie auch Dadi den Platz im Finale nicht geschenkt bekommen haben will. Es ist für viele Künstler und auch Komponisten doppelt bitter, nicht nur das der ESC ausfällt und das auch die diesjährigen Songs im nächsten Jahr nicht genommen werden dürfen

    • P.s. Zu der Entscheidung Norwegens muss ich sagen kann ich es auf der einen Seite verstehen das man an der Tradition der Voreintscheidung festhalten will aber in dieser besonderen Situation hätte man sich auch mal anders entscheiden können. Das gilt auch für die anderen Sender die sich für ihren Vorentscheid entscheiden oder entschieden haben.

  2. Sehr gute Entscheidung von NRK; MGP ist dort ein wichtiges Event. Schön, dass man es den Zuschauern nicht wegnimmt, sondern ein positives Signal „es geht weiter“ setzt!

  3. Recht hat sie. Eine „Mitleids-Wildcard“ fürs Finale klingt total doof. Wie es Dadi auch schon ähnlich beschrieben hat. Arme Ulrikke 🙁 #ForeverMyAttention

    Ulrikke hätte ihre Chance beim ESC 2021 mehr als verdient. Dass die nordischen Länder offenbar geschlossen an ihren VEs festhalten (Mello, NMGP, Songv., UMK und mutmaßlich auch DMGP) ist total verständlich, aber könnten diese traditionsreichen Formate nicht auch mal ein Jahr ohne die Regel funktionieren „der Sieger darf zum ESC“? Sagt mir nicht, dass sei der einzige Grund, weswegen die Künstler da mitmachen…

    • Naja eine ,,Mitleids Wildcard“ wäre eine Direktnominierung doch auch. Wer weiß, ob sie überhaupt ein passendes Lied für nächstes Jahr hätte. Wenn ja, dann könnte sie sich einem Ve stellen. Den Platz im Finale hätte sie ja wie für dieses Jahr schon sicher gehabt.

    • Natürlich haben diese Sendungen einen Wert an sich, aber dann könntest du mit der selben Begründung auch sagen, dass es nicht so schlimm ist, dass die VE-Sieger dieses Jahr nicht auf die Bühne dürfen. Letztlich fehlt schon ein gewisser Reiz, wenn es für den Sieger nicht weiter geht. Zumal dieser Fall ja vorher noch nie da gewesen ist und es insofern ein ziemliches Wagnis wäre, dass die Sender wohl eher nicht eingehen würden.

  4. Für Ulrikke tut es mir echt leid, ich hätte sie wirklich sehr gerne auf der ESC-Bühne gesehen.
    Irgendwie bin ich hin-und hergerissen. Einerseits tun mir die Künstler/innen leid, die nicht nächstes Jahr als Gesetzte zum ESC dürfen.
    Andererseits freue ich mich aber auch über jede VE, weil es immer wieder neue Musik bzw. Künstler aus den verschiedenen Ländern zu entdecken gibt. Und ich verstehe auch den NRK sehr gut, dass sie an ihrem MGP festhalten möchten.

  5. Natürlich ist das jetzt nicht schön für Ulrikke, ich mag „Attention“ auch wirklich gerne und hoffe wirklich, dass wir sie in den nächsten Jahren nochmal wiedersehen, aber ich habe vollstes Verständnis für NRK, dass sie nicht „ohne Not“ auf den MPG verzichten wollen. Besonders erfreulich für uns Fans, dass die Vorrunden beibehalten werden.

  6. Ich kann nur von ESC-Glück sprechen, denn „Attention“ ist ein überschätzter, untermäßiger Song. Die Frau im altbiederen Goldglitzerkleid kann ja 2022 mitmachen.

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