Österreich: Der Eurovision Song Contest 2026 findet nicht in Oberwart statt

Foto: Alma Bengtsson / EBU

Das Bewerberfeld für die Austragung des Eurovision Song Contest 2026 in Österreich wird kleiner und kleiner. Nachdem sich am Ende der vergangenen Woche bereits Ebreichsdorf als potenzielle Gastgeberstadt für den ESC im kommenden Jahr zurückgezogen hat, hat sich jetzt auch Oberwart freiwillig aus dem Rennen verabschiedet. Das berichtet Der Standard.

Die burgenländische Kleinstadt Oberwart, die mit etwas mehr als 8.000 Einwohner*innen als der bislang kleinste potenzielle Bewerber für den Eurovision Song Contest 2026 galt, hatte nach dem Sieg von JJ mit „Wasted Love“ in Basel schnell Interesse an einer Austragung signalisiert. Die Stadtgemeinde hat sich nach dieser spontanen Idee wohl auch in der Realität intensiv mit einer Bewerbung beschäftigt. Doch trotz ernsthafter Überlegungen und vorhandener Infrastruktur für kleinere internationale Events, wie etwa dem Judo-Weltcup, scheiterte das Vorhaben letztlich an den hohen Anforderungen für eine geeignete Veranstaltungshalle – so zumindest die offizielle Begründung der Stadt.

Konkret wäre für eine erfolgreiche Bewerbung eine Halle mit einer Kapazität von mindestens 10.000 Personen notwendig gewesen – ein Kriterium, das die Messehalle Oberwart bei weitem nicht erfüllen kann. Selbst bei gut besuchten Veranstaltungen finden dort lediglich rund 4.000 Gäste Platz. Auch wenn die Verantwortlichen Lösungen für Logistik und Unterkunft durch regionale Partnerschaften in Betracht gezogen haben, mangelte es letztendlich an der nötigen Erfahrung und vor allem an der Zeit, ein tragfähiges Konzept zu erarbeiten. Deshalb entschied sich die Stadt, dem ORF offiziell abzusagen und keine weiteren Ressourcen in das Projekt ESC 2026 zu investieren.

Ganz ad acta legen will Oberwart die Idee eines musikalischen Großereignisses allerdings nicht: Ein Oberwarter Song Contest oder andere begleitende Events zum Eurovision Song Contest 2026 stehen als Überlegungen im Raum und sollen gemeinsam mit dem Betreiber der Messehalle (weiter-)entwickelt werden.

Damit gibt es jetzt noch sechs Städte, die den Eurovision Song Contest 2026 in Österreich ausrichten wollen. Als sicher gelten dabei Bewerbungen aus Innsbruck (Olympiahalle Innsbruck), Wels und Linz (gemeinsame Bewerbung, Messe Linz) sowie Wien (Stadthalle Wien). Interesse an einer Austragung des ESC 2026 haben außerdem Graz, St. Pölten und Premstätten bekundet.

Bis zum 4. Juli können sich interessierte Orte um die Austragung des ESC 2026 beim österreichischen Fernsehsender ORF bewerben. Dafür hat der Sender ein Papier mit den Anforderungen veröffentlicht. Teilnahmeberechtigt sind demnach österreichische Städte und Gemeinden, die eine Veranstaltungshalle mit mindestens 10.000 Plätzen in der sogenannten „Performance Area“ vorweisen können. Diese Halle muss für einen Zeitraum von acht Wochen – also sieben Wochen vor dem Finale und eine Woche danach – exklusiv zur Verfügung stehen. Weitere Anforderungen betreffen die internationale Anbindung, Übernachtungskapazitäten, Sicherheitskonzepte sowie Nachhaltigkeit. Schon im Juli soll die Gastgeberstadt für den kommenden ESC in Österreich feststehen und vermutlich auch schon verkündet werden.

Findest Du es schade, dass der ESC 2026 nicht in Oberwart stattfinden wird? Und welche potenzielle Gastgeberstadt ist stattdessen jetzt Dein Favorit? Schreib uns Deine Meinung gerne in die Kommentare.



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