Promotion und Petition für Neuseeland im Eurovision Song Contest gestartet

Mit dem bevorstehenden Eurovision Song Contest in Liverpool und der nunmehr achten Teilnahme Australiens am Wettbewerb, stellt sich für den „kleinen Bruder“ Neuseeland die Frage, warum sie eigentlich nicht daran teilnehmen dürfen. Die neuländische Brauerei Yeastie Boys und das Comedy-Duo Two Hearts wollen das nun endgültig ändern – mit dem Uptempo-Banger „Eurovusion (Open Up)“ und dem Start einer Petition.

Seit 2015 hat Australien nun in jedem Jahr am ESC teilgenommen. 2014 hatten sie bereits einen Pausenact nach Kopenhagen geschickt. Damit wurde gefeiert, dass das Land damals bereits 30 Jahre lang den Wettbewerb im nationalen Fernsehen übertragen hatte, ohne selbst daran teilzunehmen. Als EBU-Mitglied besteht dazu die Möglichkeit – und als solches konnte der übertragende Sender dann auch als nicht-europäischer Teilnehmer zum ESC eingeladen werden.

In Neuseeland hatte der ESC nicht so durchschlagenden Erfolg. Immer wieder versuchten sich TV-Sender, die auch mit der EBU assoziiert waren bzw. sind, an der Übertragung und hörten dann wieder damit auf. Und so schaut nun Neuseeland weiter von außen zu, wenn Australien bei der Party dabei sein darf. Das wurmte nicht zuletzt die Besitzer der kleinsten multinationalen Bierbrauer der Welt, Yeastie Boys. Im Rahmen ihrer Expansion von Neuseeland nach Großbritannien sind sie Fans des ESC geworden.

Die Teilnahme Australiens weckte bei Brauerei-Chef Stu Mckinlay schlechte Erinnerungen: „Ich war das jüngste von fünf Kindern. Wann immer meine älteren Geschwister zu Konzerten gingen, war ich zu jung um mitzugehen. Dass Australien beim ESC dabei ist, während Neuseeland nicht eingeladen ist, gibt mir dieselben Gefühle und ich mag das nicht.“

Trotz der Absage der EBU an eine neuseeländische ESC-Beteiligung im Jahr 2018 hat die Brauerei nun zusammen mit dem Comedy-Duo Two Hearts eine Promotion-Aktion gestartet. Diese besteht zum einen aus einer Petition, an der man hier teilnehmen kann. Darüber hinaus wurde ein phantastischer Party-Banger mit herrlichen ESC-Vibes veröffentlicht. Die Köpfe dahinter sind Laura Daniel und Joseph Moore, in Neuseeland besser bekannt als Two Hearts.

Der Text des Songs drückt auf höchst humorvolle Art das Leiden der Neuseeländer aus, und dass sie sich ungerecht behandelt fühlen: „We get the reason, we’re not European – but neither is Australia. And those guys live so far away. And we are just a teeny bit further.“ Dann führen sie auf, was sie alles an Europa lieben; selbst die Cousins zweiten Grades aus Deutschland werden herausgekramt. Und überhaupt: Jetzt, wo die Russen aus dem ESC geschmissen worden sind, gäbe es ja Platz für Neuseeland.

Die Erwartungen an den eigenen Erfolg beim ESC halten sich derweil im Rahmen: „Showing up is enough – we probably won’t win“ heißt es im ersten Refrain, im zweiten „We will try not to suck. But we will be quite jet lagged.“ Kein Wunder bei der langen Anreise. Das größte Ass, das Two Hearts in ihrer Argumentation im Ärmel haben, kommt aber ganz zum Schluss: Man muss nämlich nur 300 Millionen Jahre zurückgehen: „New Zealand in Europe’s not a crazy idea, ‚cause we used to be connected. We used to be together in Pangea.“ Wenn der frühere Superkontinent Pangäa nicht die EBU überzeugt, dann hilft vermutlich wirklich nichts mehr.

Sollte Neuseeland wie Australien am Eurovision Song Contest teilnehmen können? Und stimmst Du bei der Petition ab? Was spricht für Dich dafür eine Teilnahme der „Kiwis“ am ESC und was dagegen? Lass uns gern Deine Meinung in den Kommentaren da. 


35 Kommentare

  1. Klar sollen die Neuseeländer dabei sein dürfen. Je mehr Länder (egal von welchem Kontinent) desto schöner!

  2. Das Video finde ich super lustig und das Lied überraschend gut für einen Satire(/Comedy?)-Song. Wegen mir sollen sie gerne mitmachen, aber falls die EBU sich da querstellt, könnten sie nächstes Jahr ja Two Hearts als Interval Act einfliegen lassen wie damals Jessica Mauboy.

  3. Es stellt sich mir nur die Frage, sollte Australien oder Neuseeland, wenn die mitmachen dürfen, mal einen ESC gewinnen, findet dann der ESC im Folgejahre dann in Australien oder vielleicht in Neuseeland statt?

    • Nein. Das ist von der EBU ausgeschlossen.
      Falls Australia gewinnen sollte wird, soweit ich weiß ein Big-5 Member den ESC austragen wie dieses Jahr in Kooperation mit SBE.

      • Das fände ich Schade. Habe aber auch schon davon gehört das wenn Australien gewinnt es nicht den nächsten ESC ausrichten wird.
        Sehe das persönlich eher so , das wenn Australien einmal gewinnen sollte, dann sollten auch alle dahin fahren. Ist wie entfernte Verwandtschaft die man nur alle paar Jahre besuchen kann.

    • Wäre vermutlich in UK, viele Expats aus AUS und NZ da, auch in der TV- und Entertainment-Branche.

  4. Oh ja bitte! Und dann Popcorn holen und in irgendeinem Forum den „Kazakstan 2024 – not taking part“-thread durchlesen. Die Mädels dort werden ausrasten! Best comedy ever! Allein das wär‘s mir wert!

  5. Mit Australien wurde leider die Büchse der Pandora geöffnet und die europäische Idee immer weiter verwässert. War also nur eine Frage der Zeit bis da weiter Länder gelockt werden. Bin klar dagegen. Lieber alle Anstrengungen in die Rückkehr momentan pausierender Länder stecken.

    • Ich würde es begrüßen, das bevor Neuseeland teilnimmt, man Länder wie Luxemburg oder Monaco zum ESC zurückholt.

    • Israel und Türkei sind kulturell ja auch ein bisschen weiter von Europa weg, auch wenn man von der politisch problematischen Situation in beiden Ländern absieht.
      Wer ist eigentlich alles drin in der EBU und hätte dadurch rein theoretisch die Möglichkeit, sich zu bewerben? Ist das dann der halbe Erdball?

  6. Bin dafür – weil ja auch Russland, Belarus und Ungarn für die nächsten Jahre aus dem Rennen sind. Diese Lücke können Kasachstan und New Zealand schließen. Warum denn nicht – und bitte nicht wieder mit der ollen Kamelle „nur Länder in Europa“ kommen.

    • Für mich ist das keine „olle Kamelle“ – immerhin heißt die Veranstaltung bekanntlich EUROvision

  7. Grundsätzlich sag ich warum nicht. Man muss nur aufpassen das das nicht auf Kosten der EBU Mitglieder geht. Die EBU hat die Teilnehmeranzahl auf 44 gedreckelt. Deshalb sollten sich zuerst Mitglieder anmelden dürfen. Melden sich nicht genug dürfen auch assoziierte Mitglieder mitmachen. Aber dann bitte jeder der möchte und es bezahlen kann und nicht. Derzeit sind 19 Staaten mit 30 Sendern assoziiert mit der EBU. USA, Australien, Bangladesch, Kanada, China, Chile, Kuba, Iran, Kasachstan, Südkorea, Mauritius, Japan, Syrien, Oman, Neuseeland, Hong Kong, Malaysia, Brasilien, Georgien (das Land hat sowohl Sender die Mitglied sind als auch Sender die nur assoziierte Mitglieder sind)

    • Nehmen wir mal Georgien, Iran und Syrien raus, verbleiben noch 16 Länder. Wenn genügend Länder Interesse haben, so mindestens mal die Hälfte, könnte man doch so ca. 2 Monate vor dem ESC einen „Rest-of-the-World“-Vorentscheid machen. Im Sil von dem Osteuropäischen Vorentscheid von 1993, wo 7 Länder um 3 ticktes kämpften.
      Der Sieger dieses Vorentscheids würde ich direkt ins Finale setzen, und die 2. und 3. platzierten auf die Semis aufteilen. Wäre doch eine schöne Idee, oder ?

      • Organisatorisch eine gute Idee! 🙂
        Allerdings verliert dadurch die Eurovisions-Idee an Kraft.
        Was die möglichen Teilnehmerländer angeht, sind viele ehemalige Kolonien dabei, die insofern eine zweifelhafte europäische Vergangenheit haben, und die jeweilige oftmals unterdrückte indigene Bevölkerung.
        Andere Länder haben kulturell so gar keine Anbindung an Europa, wobei musikalisch die Globalisierung auch voranschreitet, leider mit einem starken anglo-amerikanischen Einschlag hmhm…
        Schwierige Frage…

  8. „Ich war das jüngste von fünf Kindern. Wann immer meine älteren Geschwister zu Konzerten gingen, war ich zu jung um mitzugehen. Dass Australien beim ESC dabei ist, während Neuseeland nicht eingeladen ist, gibt mir dieselben Gefühle und ich mag das nicht.“ 🤣🤣🤣

    Ach so, ob Neuseeland beim ESC auch eingeladen werden sollte? Klar, warum nicht… wenn schon Australien dabei ist…. Aufgrund der Zeitverschiebung würde aber wohl der ESC in einem anderen Land stattfinden, wie bei Australien auch.

      • Im Prinzip wäre ich zwar dafür, wenn aber wie bei San Marino meistens eher drittklassige Interpreten teilnehmen würden, fände ich das nicht mehr so gut. Früher war das leider anders, da hatte man noch das Reservoir von etablierten und erfahrenen Künstlern.

        Ich sehe bekanntlich schon Australien beim ESC kritisch (obwohl ich den diesjährigen Beitrag hervorragend finde), da kann ich auch auf Neuseeland verzichten. Dann müßte man zur Abwechslung auch mal einem Land aus einem anderen Kontinent die Teilnahme zugestehen. Gut, die USA müssen es nicht sein. Aber wie wäre es beispielsweise mit Brasilien, Südafrika oder Japan ? Alles Länder mit einer interessanten Musikszene.

        Am ehesten könnte ich mir aber eine Rückkehr der Türkei vorstellen. Aber nur dann, wenn Erdogan demnächst abgewählt wird und der Sender sich vielleicht wieder mehr an Europa orientiert.

        Mir persönlich reicht eigentlich die Zahl der Teilnehmer, mit 37 wie dieses Jahr habe ich auch genug zu tun.

  9. Mordsmäßig unterhaltsames und lustiges Video. Und: JA – Neuseeland soll bitte gerne teilnehmen. Die sind auf der Weltkarte ganz unten rechts in der Ecke oft einfach ausgespart worden. Da gab es auch schon humorige (und ebenso ernst gemeinte) Petitionen und Aktionen, um das zu ändern. Also los, dann lasst euch mal in der ESC-Welt bewundern. Ganz tolle Idee. Die Petition unterschreibe ich auf jeden Fall. Die Frage ist nur: Sind sie zumindest ein assoziiertes Mitglied der EBU und übertragen sie den Contest live? Das weiß ich leider nicht, sind aber Zugangsvoraussetzunen (m.E.)

  10. Neuseeland beim ESC? Find ich gut. Wenn die da auch Lust drauf haben. Warum denn auch nicht?! Aber ich würde es ebenfalls begrüßen, wenn Luxemburg und Monaco wieder mit dabei wären.

  11. Na ja, bevor man Länder von der anderen Seite der Welt einlädt sollte man erstmal frühere Teilnehmerländer zurückholen.

      • @Thilo mit Bobby

        Dass Australien dabei ist habe ich mittlerweile irgendwie akzeptiert. Ich meinte bevor man noch weitere Länder von außerhalb dazu holt sollte man lieber erstmal frühere Teilnehmer zurückholen.

  12. ich liebs einfach, New Zealand ihr habt zumindest mich schon mal überzeugt, ich glaube das sie genau wie Australien super ins Lineup passen würden und da es doch in letzter Zeit viele europäische Länder gab die absagen mussten, kommt jedes Land was sich anbietet wie gerufen #NZforEurovision

  13. Bei irgendeinem Beitrag im Internet wurde berichtet, dass die Kooperation zwischen EBU und Australien in diesem Jahr ausläuft… und wird die nicht verlängert, ist es heuer das letzte Jahr mit Australien.
    Ansonsten fände ich es nicht schlimm, wenn die Australier nicht mehr mitmachen dürften. Nicht, dass ich das Land nicht sympathisch finden würde…das war ursprünglich mal eine schöne Ausnahme, die sich dann irgendwie verlängert hat. Aber es bleibt ein europäischer Wettbewerb mit schon sehr vielen Ländern. Noch mehr halte ich für überflüssig.
    Vielleicht wäre ja ein jährlich wechselndes Land, das nicht zur EBU gehört, ne gute Sache? Viele Länder interessieren sich für den ESC, warum also nicht so ne Art „Bewerbung“ ausschreiben?

    Mir gefällt auch der Vorschlag von ESC1994… viele Länder Europas nehmen ja nicht nur aus politischen Gründen nicht mehr teil, sondern aus finanziellen Gründen. Diese Länder wieder ins Boot zu holen finde ich viel wichtiger.

    Und damit bin ich schon beim finanziellen Teil der Veranstaltung angelangt… dann hört auch mein Gemecker auf, ich versprechs.
    Ganz ehrlich, mir gefällt diese Tiktok-Sache gar nicht… aus unterschiedlichen Gründen, die teilweise hier auch schon erwähnt wurden. Kaum zur Sprache gekommen ist dabei, dass nicht nur die Fanpresse, sondern auch die austragenden Sender aus den EBU-Ländern nicht zu allen Proben zugelassen werden. Das geht bei einer Veranstaltung, die in allen Ländern von öffentlich-rechtlichen Sendern ausgerichtet (und bezahlt) wird, eigentlich gar nicht.
    Ich kenne mich in rechtlichen Sachen nicht aus, aber darf die EBU so etwas selbstständig entscheiden? Da könnten Klagen aus einigen Ländern auf die EBU zukommen.

    Bleibt also die Finanzierung des Events. Mich stört dieses „Immer größer, bunter, geiler!“ inzwischen immer mehr. Da wird ein Heidengeld für Bühne und unnötiges Drumherum ausgegeben, was meiner Meinung nach überhaupt nicht nötig wäre.
    Wenn ich auf die Sieger der letzten Jahre zurückblicke, finde ich keinen Song, der eine übertriebene LED-Wand (und Boden) für den Sieg brauchte. Lena hatte nur ein paar Lampen über dem Kopf, Loreen ein bisschen Schnee von oben, Duncan Laurence ein Klavier und eine Kugellampe… von Salvador Sobral ganz zu schweigen, der nur ein Mikro brauchte, um zu überzeugen. Mir fällt nur Mans Zelmerlöw mit seinem Strichmännchen auf der Leinwand ein, das ihn hat gewinnen lassen, der Song allein hätte ihm den Sieg sicher nicht gebracht.
    Also zählen weiterhin allein der Song und das Momentum des Augenblicks für einen Sieg, alles andere ist nur aufgeblasener Unsinn und für eine Fernsehshow dieser Art unnötig.
    Auch die Weltstars für die Interval-Acts sind nicht nur teuer, sondern überflüssig. Bei einem Event mit 26 Liedern braucht es keine weitere Musik, es gibt auch andere, sicherlich preiswertere und vor allem originellere Möglichkeiten… ich erinnere da an Riverdance oder den Flashmob in Oslo.
    Was mir immer gefallen hat, war und ist die Vorberichterstattung gerade der Fanmedien, das Mitfiebern, Spekulieren und Diskutieren in der Bubble und in den Fanforen. Das wird durch Tiktok jetzt enorm verändert und das finde ich schade. Zwei, drei Schritte zurück täte dem ESC sicher gut.

    So, das war mein wöchentliches Wort zum Sonntag. Halleluja.

  14. Neuseeland darf gerne mitmachen und Ungarn, Türkei. Weißrussland und Rußland zuhause bleiben. Kasachstan und Kosovo nächstes Jahr ins Boot holen!

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