Replay Rotterdam (9): Täglich ESC kompakt LIVE – mehr als ein Zuckerschock

We’ve come a long way. Wer hätte das gedacht, als wir mit ESC kompakt LIVE angefangen haben, dass wir mal tägliche Shows machen, die dann auch noch bis zu drei Stunden dauern können? Und wo (dennoch oder gerade deswegen) mehrere hundert Menschen live dabei bleiben!

Als wir angefangen haben, hat Benny die Livetalks auf eine Stunde angesetzt und das im Höchstfalle einmal pro Woche und das kam mir sehr üppig vor. Fällt uns genug ein, worüber man sprechen kann? Findet man die richtigen Worte, ohne sich hinterher zu grämen, auf die Ewigkeit ein Statement versemmelt zu haben? Wird es auf die Dauer nicht ermüdend? Interessiert das, was wir quatschen, überhaupt jemanden?

Mit der Zeit wurden diese Bedenken weniger. Das hat vor allem drei Gründe!

Erstens: Die Interaktion mit unseren Leserinnen und Lesern ist einfach großartig. Der Chat macht’s möglich. Wir bekamen immer mehr und immer inspirierendere Kommentare von Euch, die zu Diskussionen anregten, Themen setzten und eine Authentizität erzeugten, die auf dem Blog so unmittelbar nicht möglich ist. Und als unsere Zuschauerinnen und Zuschauer dann auch noch anfingen, untereinander zu diskutieren, entstand noch mehr Dynamik.

Zweitens: Benny! Benny hat alles im Griff – meistens! Er trommelt uns immer energisch zusammen, versorgt uns im Vorwege mit einer Tagesordnung (an die wir uns dann nicht halten) und domestiziert uns auf eine überaus charmante Art und Weise, gerade auch zu fortgeschrittener Stunde, wenn wir schon einen Rotkäppchen Piccolo verzehrt haben. Benny ist auch Technical Supervisor, er blendet die passenden Leserkommentare zum Talk ein und sorgt auch damit für einen abwechslungsreichen Flow.

Drittens: Smells like team spirit. Viele Leserinnen und Leser mögen es kaum glauben, aber es ist so: Die sieben ESC-kompakt-Bloggerinnen und -Blogger waren physisch noch nie komplett beieinander. Zwar haben wir uns zuweilen in „Kleingruppen“ getroffen, solange das die Pandemie noch zuließ (siehe Foto aus dem soeben wiedereröffneten Hamburger KLINKER), aber in Vollbesetzung gab es noch kein Treffen. Umso schöner ist der Austausch im ESC-kompakt-LIVE-Chat, wo wir uns – ganz ehrlich – auch ein wenig näher kennenlernen und auch lernen, mit den Eigenarten der Co-Chatter umzugehen (da muss vor allem ich meinen Blog-Kolleginnen und Kollegen dankbar sein für ihre Frustrationstoleranz).

Deshalb (also wegen Drittens) war mein liebstes ESC kompakt LIVE auch die Fast-Vollversammlung der Blogger am Sonntagabend nach dem Grande Finale (The Day after sozusagen):

Noch voller Adrenalin (und noch vor dem Einsetzen der PED) haben wir den Tag danach im Gespräch verarbeitet – angefangen beim großen Erfolg Italiens (endlich!) bis hin zum PR-Desaster, das die deutsche Delegation nach dem mageren Abschneiden von Jendrik anrichtete. Lediglich Manu hat es vorgezogen, lieber als Kommentator als auf dem Screen dabei zu sein, aber mit pointierten Kommentaren ist er auf dem Zuschauerchat-Wege auch immer sehr aktiv an unserem Austausch beteiligt.

Und trotzdem wir über vierzehn Tage lang fast jeden Tag live on air auf YouTube waren, war Euer Zuschauerinteresse noch nie größer als an diesem Pre-PED-Sonntag. Das ist fazinierend und überwältigend zugleich. Von Tag zu Tag stieg das Interesse bei Euch – und das obwohl das Talk schon einmal über drei Stunden dauerte. Ein besonders Kompliment gebührt hier DouzePoints und BennyBenny, die wirklich JEDEN Tag am Start waren. Während die Daheimgebliebenen individuell wechseln durften, waren die beiden Rotterdam-Blogger täglich „on air“,  zuweilen Sekunden nachdem sie – von den Proben kommend – die Blogger-WG betreten hatten – den eigenen Hunger ignorierend.

Oft fiel sogar die Versorgung mit Nahrung in Rotterdam ganz aus, wenn es mal wieder drei Stunden plus wurden. Vor Rotterdam hatten wir diese zeitliche Größenordnung nur einmal erreicht – in meinem zweitliebsten LIVE am 4. März 2021, als das „Brokkoli-Emoji“ binnen Stunden zum beliebtesten ESC-Emoji ever ever ever avanchierte.

Für die mehrfache Verlängerung des Chats war allerdings nicht der niederländische Beitrag verantwortlich, sondern das epische Warten auf die Streaming-Premiere von Natalia Gordienkos „Sugar“, was uns damals noch wie ein genialer harmloser Popsong über „Love & Candy“ vorkam, noch blütenrein unbefleckt, sympathisch ausgelassen und korruptionsfrei. Das hat sich bekanntlich geändert.

Apropos „Sugar“, zuweilen werden wir gefragt, ob der regelmäßige Konsum von Katjes oder Rotkäppchen und anderen Lieblingsprodukten von den Herstellern eigentlich bezahlt wird? Klare Antwort: NEIN, für unseren Blutzuckerspiegel sind wir allein selbst verantwortlich. Nicht, dass wir das grundsätzlich ausschließen, aber wenn wir irgendwann einmal einen Partner finden, der ESC kompakt supporten will, dann würden wir Euch das vor allen anderen erzählen. Irgendwann ist Katjes allerdings etwas verwundert auf unsere Social-Media-Huldigungen aufmerksam geworden, und seitdem werden wir ab und zu mit neuen Produkten bemustert (Danke an Basti). Aber die meisten Katjes kaufen wir immer noch selbst und in Rotterdam haben Benny und Douze Points das niederländische Pendant „Katja“ erworben, dass es dann sogar auch bei early adoptern von befreundeten Seiten zu sehen gab:

Wiewohl das LIVE-Chatten dem einen oder anderen (akkreditierten) Blogger während der Hochsaison zuweilen 15-Stunden-„Arbeitstage“ beschert hat, geht es weiter mit ESC kompakt LIVE – auch in der Nebensaison. Wie fulminant, das haben Douze Points, Flo und Benny bereits in einer dreistündigen Patenauslosung für den ESC kompakt Second Chance Contest 2021 bewiesen. Mehr geht nicht – so kann die PED erst gar nicht eintreten.

Wer nicht verpassen will, was wir so alles im ESC kompakt LIVE zukünftig losmachen, sollte regelmäßig auf esc-kompakt.de vorbeischauen und kann uns hier abonnieren. Auch in der Off-Season gibt es jede Menge zu bequatschen und wir werden auch immer mal wieder Talkgäste am Start haben.

Und damit es nicht zu sehr nach Eigenlob riecht, möchte ich mit einem „Da gibt’s noch mehr“-Tipp schließen. Speziell nach den Semis, die ich live gebloggt habe, war ich noch so aufgedreht, dass ich stundenlang auf YouTube unterwegs war und viel verfolgt habe, was die Bubble-Genossinnen und -Genossen so denken und reden.

Am besten gefallen haben mir auf dieser www-Tour Noosh101 und die drei Jungs, die sie für ihr Chat-Team rekrutiert hat: Onur Uz (OZ), Luke White und Jude Kennedy. Was mir hier gefällt (wie bei uns): Das Glas ist erstmal (mindestens) halb voll und der ESC ist speziell und gerade, wenn man seine Leidenschaft in der Clique teilt, das schönste Hobby. Und dann – I can’t help it – ist der Sound der Stimme von Jude Kennedy absolutely overwhelming.

Bereits in der Serie „Replay Rotterdam“ erschienen:

Unser Rückblick auf den ESC 2021
(1) Das waren die Fan Favourite Fails und Dark Horses des ESC 2021
(2) Måneskin aus Italien waren mit „Zitti e buoni“ auch die Televoting-Sieger
(3) Live-Blogs, Live-Blogs, Live-Blogs
(4) Der Corona-ESC
(5) Das Moderatoren-Team unter die Lupe genommen
(6) Wie der WWF mit dem ESC die Welt retten will
(7) Wie geht’s weiter in und mit Österreich?
(8) So war die Arbeit im Online-Pressezentrum


9 Kommentare

  1. Der Livestream zur Sugar Veröffentlichung war einfach Legendär! und mein persönliches Highlight der VE-Saison mit euch!

  2. Ein schöner und treffender Artikel. Man kann es nicht oft genug erwähnen welch tolle Arbeit ihr 7 Blogger*innen ständig macht. Der Blog ist ein Teil von meinem Leben geworden den ich nicht mehr missen möchte. Weiter so und viel Erfolg.
    P.S. ich bin ein bisschen baff das ihr 7 noch nie zusammen an einem 7 gesessen habt und trotzdem ein so tolles Team seid

  3. Ich habe die täglichen Livestreams aus Zeitgründen nie verfolgt, bin aber überwältigt, mit welchem Enthusiasmus hinter dem Ganzen steht.
    In meinem Umfeld gibt es leider niemanden, der sich auch so für das Thema ESC interessiert. Da bin echt froh, euren Blog gefunden zu haben. 🙂

  4. „Legendär“ ist vielleicht etwas hoch gegriffen, aber die Tatsache, dass der Sugar-LIVE-Blog der einzige war, den ich tatsächlich live verfolgt habe, lässt mich über das Konzept der Vorbestimmung sinnieren … wahrhaftig ein absurd-süßer Abend. 🙂

  5. Mir haben die ESC Kompakt Live – Sendungen auch gefallen. Erst so: „Ja OK, kann man sich mal angucken“ bis zu: „Oh heute kommt ja ESC Kompakt Live d.h. ist muss früh aus den Simpsons raus um pünktlich da zu sein“ bis zu „Ich habe Bock mit zudiskutieren“. Wirklich, ich finde die Idee genial, weil man als Stammleser und Mitkommendator (in der Off Season nicht so oft) euch bei den Live Runde auch euch mal sieht und eure Stimmen hört und ich finde mündlich kommt die Meinung glaube ich, besser rüber als schriftlich. DANKE für die tollen ESC Kompakt Live – Sendungen.

  6. Vielen Dank für die schönen Abende
    Ich vermisse sie jetzt schon, obwohl ich auch eine Vorfreude für spätere Abende habe.
    Das Engagement und die Leidenschaft, die ihr jeden Abend an Tag gelegt habt sich echte 11,82 Punkte wert 😉

  7. Ich schaue mir die Streams meistens zeitversetzt am Abend an, ein großes Lob an dieser Stelle dafür 🙂 Freue mich schon auf die Streams in der neuen Saison

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